Ausland

NSU-Prozess: Zschäpe laut Anklage als Mittäterin überführt

Die deutsche Bundesanwaltschaft sieht die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe im NSU-Prozess als Mittäterin überführt.

Mit der Beweisaufnahme habe sich die Anklage in objektiver wie in subjektiver Hinsicht in allen Punkten im Wesentlichen bestätigt, sagte Bundesanwalt Herbert Diemer heute in seinem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht München.

Zschäpe sei „Mittäterin“ bei den zehn Morden, zwei Bombenanschlägen und den weiteren Taten des NSU, sagte Diemer. Diemer gab diese Einschätzung zu Beginn des Plädoyers der Bundesanwaltschaft, das über 22 Stunden an mehreren Prozesstagen gehalten werden soll.

Das Motiv für die Terrorserie des NSU sei die „rechtsextreme Ideologie“ von Zschäpe sowie ihrer Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewesen. „Die Täter, Hoher Senat, waren Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe“, sagte Diemer.

Lebenslange Haftstrafe droht

Zschäpe ist der Mittäterschaft bei den zehn Morden, zwei Bombenanschlägen und 15 Raubüberfällen des NSU angeklagt, obwohl es keine Beweise gibt, dass sie eine der Taten selbst ausgeführt hat.

Nach Auffassung der Anklage wären die Taten ohne ihre Rolle als „Tarnkappe“ für das jahrelange Leben im Untergrund des Trios aber nicht möglich gewesen. Bei einer Verurteilung droht der heute 42-Jährigen einer lebenslange Freiheitsstrafe und Sicherungsverwahrung.

Erdogan erhebt Spionagevorwürfe gegen Berlin

Nach der Inhaftierung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Spionagevorwürfe gegen die deutsche Regierung erhoben. „Du erlaubst dem Präsidenten und den Ministern der Türkei nicht, in deinem Land zu sprechen“, sagte Erdogan heute vor der AKP-Fraktion im Parlament in Ankara.

„Aber deine Agenten kommen und tummeln sich hier in Hotels und zerteilen mein Land“, so Erdogan. Steudtner, sein schwedischer Kollege Ali Gharavi und acht türkische Menschenrechtler waren am 5. Juli von der Polizei bei einem Seminar in einem Hotel in Istanbul festgenommen worden.

Ihnen wird Unterstützung einer Terrororganisation vorgeworfen. Gegen sieben der zehn Beschuldigten wurde Untersuchungshaft verhängt. Darunter sind Steudtner, Gharavi und die Amnesty-Landesdirektorin Idil Eser.

„Antwort auf Respektlosigkeit“

Bereits kurz nach der Festnahme hatte Erdogan die Menschenrechtler in die Nähe von Putschisten gerückt. Die regierungsnahe Zeitung „Aksam“ brachte die Menschenrechtler heute in Verbindung mit „Spionen“.

Erdogan sagte vor der AKP-Fraktion, entweder könne man mit der Türkei eine Partnerschaft und Freundschaft unter gleichen und gerechten Bedingungen eingehen, indem man ihr Recht auf Souveränität respektiere. „Oder ihr werdet die Antwort auf jede zur Schau gestellte Respektlosigkeit erhalten.“

Erdogan kritisierte, westliche Staaten wollten der Türkei ihren Willen aufzwingen. Eine Türkei, die sich drohen lasse, gebe es aber nicht mehr. Zu der Liste terrorverdächtiger Firmen, die die türkische Regierung kürzlich zurückgezogen hatte, sagte der Präsident erneut, gegen kein deutsches Unternehmen werde ermittelt. Bei gegenteiligen Behauptungen handle es sich um „Lügen“.

Trump greift erneut Justizminister und FBI-Chef an

US-Präsident Donald Trump hat heute erneut Justizminister Jeff Sessions und den amtierenden FBI-Chef Andrew McCabe in Zusammenhang mit den Untersuchungen über mögliche russische Einflussnahme auf die Präsidentenwahl kritisiert. Sessions habe eine „sehr schwache Haltung“ zu den „Verbrechen von Hillary Clinton“ eingenommen, schrieb Trump
auf Twitter unter Verweis auf die E-Mail-Affäre.

Er sprach zudem von ukrainischen Bestrebungen, „die Trump-Kampagne zu sabotieren“ und im Geheimen Clinton zu stärken. Was er damit meint, sagte Trump nicht. Und McCabe, der die Untersuchungen gegen Clinton leite, habe 700.000 Dollar von der Demokratin für seine Frau bekommen, schrieb Trump.

Erst vergangene Woche hatte der Präsident Sessions vorgehalten, er hätte sich in der Russland-Affäre niemals für befangen erklären und von dem Fall zurückziehen sollen. „Und wenn er sich für befangen gehalten hat, hätte er mir das sagen sollen, bevor er sein Amt antritt - dann hätte ich einen anderen ausgesucht“, sagte Trump in einem Interview.

Bei einem gemeinsamen Auftritt mit McCabe vor der Presse sagte Sessions daraufhin: „Wir lieben diesen Job, wir lieben dieses Ministerium, und ich plane, das so lange zu tun, wie es angemessen ist.“

Affäre schwelt seit Wochen

Sessions hatte im März kurz nach seiner Ernennung erklärt, er werde sich aus den Ermittlungen zu mutmaßlichen Russland-Kontakten des Trump-Teams während des Präsidentschaftswahlkampfs heraushalten. Zuvor war bekanntgeworden, dass der Republikaner bei einer Anhörung nicht angegeben hatte, sich 2016 mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak getroffen zu haben.

Derzeit ermitteln FBI, ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse in der Sache. Die Russland-Affäre setzt Trump seit Wochen unter Druck. In dieser Woche muss sein Schwiegersohn und Berater Jared Kushner Geheimdienstausschüssen von Repräsentantenhaus und Senat wegen der Affäre Rede und Antwort stehen.

Beratungen über Entlassung im Weißen Haus

Nach Informationen der „Washington Post“ wird im Weißen Haus darüber beraten, Sessions zu entlassen und auch den Sonderermittler zur Russland-Affäre, Ex-FBI-Chef Robert Mueller, zu feuern und damit die Russland-Ermittlungen zu beenden. Ein solcher Eingriff in die Justiz würde aller Voraussicht nach eine schwere politische und verfassungsrechtliche Krise auslösen.

Russland muss Täter in Nemzow-Mordfall entschädigen

Russland muss einem der verurteilten Täter im Mordfall des russischen Oppositionellen Boris Nemzow 6.000 Euro Entschädigung zahlen. Die Bedingungen, unter denen der Mann inhaftiert sei, verstießen gegen das Verbot einer unmenschlichen Behandlung, entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) heute in Straßburg.

Die Beschwerden von zwei weiteren Mittätern wies der Gerichtshof als unzulässig ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Lange Haftstrafen

Die drei Männer sowie zwei weitere Angeklagte waren im Juli für den Mord an dem ehemaligen Vizeregierungschef Nemzow zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der Fall hatte international Bestürzung ausgelöst. Die Ermittler gehen von einem Auftragsmord aus, nach dessen Hintermännern immer noch international gefahndet wird.

Tote und Verletzte bei Luftangriffen nahe Damaskus

Bei Luftangriffen auf die Ortschaft Arbin nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus sind offenbar mindestens neun Zivilisten getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Es seien gestern Abend Angriffe in der Region Ghuta geflogen worden, für die die syrische Armee am Samstag einen Waffenstillstand ausgerufen hatte, so die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Nach Angaben eines Rettungsdienstes sind mindestens fünf Kinder und zwei Frauen unter den Toten. 50 Menschen seien verletzt oder würden vermisst. Wer die Angriffe flog, war zunächst unklar. In den syrischen Staatsmedien wurden sie nicht erwähnt.

Russland schickte Militärpolizisten

Aus dem Gebiet waren Zeugen zufolge drei Granaten auf Damaskus abgefeuert worden, die in der Nähe der russischen Botschaft eingeschlagen seien. Verletzt wurde dort laut diesen Angaben niemand. Russland, das den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt, hat Militärpolizisten nach OstGhuta entsandt, um eine dort mit der Opposition vereinbarte Deeskalationszone durchzusetzen.

Mit Unterstützung Russlands und des Iran brachte die syrische Armee in den vergangenen Monaten große Gebiete rund um Damaskus wieder unter ihre Kontrolle.

EU-Marinemission „Sophia“ vor Verlängerung

Die EU-Staaten dürften heute doch die Verlängerung der EU-Marinemission „Sophia“ vor Libyen beschließen. Zuletzt hatte Italien die Verlängerung bis Ende 2018 blockiert. Der Militäreinsatz läuft am Donnerstag aus. In EU-Kommissionskreisen hieß es, es sei anzunehmen, dass am Nachmittag der Beschluss erfolgen könnte.

Die italienische Regierung wollte zuletzt mehr Unterstützung aus der EU bei der Versorgung von Bootsflüchtlingen. Rom machte Druck auf andere EU-Staaten, ankommende Flüchtlinge aufzunehmen.

Mehr Flüchtlinge über das Mittelmeer

Heuer kamen bereits fast 90.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer in Italien an - rund ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Rund 90 Prozent kommen über Libyen. Italien sieht sich inzwischen an seiner Aufnahmegrenze und verlangt unter anderem die Öffnung von Häfen anderer EU-Staaten für Flüchtlingsboote. Das lehnen die anderen EU-Regierungen bisher aber ab.

In der Flüchtlingskrise geht „Sophia“ seit Juni 2015 gegen Schlepper vor. Die EU-Schiffe dürfen dabei auf hoher See verdächtige Boote stoppen, durchsuchen und beschlagnahmen. Zudem retten sie Flüchtlinge aus Seenot. Seit dem vergangenen Jahr geht die Marinemission auch gegen Waffenschmuggel vor und bildet Personal für die libysche Küstenwache aus. Das österreichische Bundesheer beteiligt sich mit rund acht Stabsoffizieren an „Sophia“.

Inland

Pflege: Auch Stöger für Investition in Betreuungsjobs

Auch Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) will in Jobs zur Betreuung älterer Menschen auf dem Land investieren. Man müsse in Arbeitsplätze investieren und nicht Arbeitslosengeld alimentieren: Im Ö1-Morgenjournal sah er sich „im Prinzip einig“ mit dem Sozialrechtsexperten Wolfgang Mazal. Allerdings dürfe man nicht wahllos Arbeitslose für Tätigkeiten im Pflegebereich einsetzen.

Mazal hatte vorgeschlagen, im Bereich der „Care-Work“ verstärkt Jobs zu schaffen, die an Arbeitslose vermittelt werden. Die zur Finanzierung erforderlichen öffentlichen Gelder könnten auch aus dem AMS-Bereich kommen. Dafür brauche es nicht zwangsläufig Akademiker, Tätigkeiten wie die alltägliche Versorgung könnten auch mit niedrigerer Qualifikation verrichtet werden, so Mazal.

„Verlangt echtes Interesse“

Stöger sieht sich dabei an die Vorschläge der eigenen Partei im Rahmen der „Aktion 20.000“ erinnert, konkret an das Projekt „selbstständig leben daheim“. Auch dabei würden Arbeitslose beschäftigt. „Das sind wertvolle Tätigkeiten, die die Leute brauchen“, so der Sozialminister. Was hingegen nicht sein dürfe, sei eine wahllose Zuteilung, denn: „Das verlangt echtes Interesse, Engagement, auch viel Liebe.“

Mazal fühlt sich missinterpretiert

Mazal fühlt sich weiterhin missinterpretiert und betont, nicht von Zwang bezüglich der Beschäftigung Arbeitsloser gesprochen zu haben. Die APA hatte zuvor berichtet, dass nach Mazals Vorstellung Arbeitslose auf freiwilliger Basis für Tätigkeiten in der Betreuung älterer Menschen eingesetzt werden sollen.

Inhaltlich bekräftigte Mazal in einer Stellungnahme gegenüber Medien heute abermals seine ursprüngliche Darstellung, dass Mittel aus der Arbeitslosenversicherung umgeschichtet werden sollen.

Gewerkschaften, FPÖ, Grüne und NEOS hatten mit scharfer Kritik auf Mazals Vorschläge reagiert. Auch eine Nähe zu Parteien stritt Mazal, der unter anderen ÖVP-Chef Sebastian Kurz inhaltlich berät, ab. Es gehe manchen „auch nur darum, in Vorwahlzeiten Vorurteile gegenüber bestimmten Experten zu schüren, um sie in ein unsoziales, hirn- und herzloses Eck hineinzudrängen“, so Mazal.

Sport

Euro 2017: Bei „Oranje“ geht die EM-Party ab

Freunde des gepflegten Stadtspaziergangs sind gestern in Tilburg eher nicht auf ihre Kosten gekommen. Die EM-Stadt im Süden der Niederlande stand nämlich im wahrsten Sinne des Wortes kopf. Ab dem Nachmittag verwandelten 300.000 Menschen die Innenstadt beim traditionellen „Pink Monday“ bzw. „Roze Maandag“ in eine riesige Partyzone. Dann fielen 5.000 friedliche, aber laute Belgier im König-Willem-II.-Stadion ein. Und schließlich feierten die 35.000 „Oranje“-Fans den dritten EM-Sieg der Gastgeberinnen. Beim stimmungsvollen Duell mit den „Roten Teufeln“ ging die EM-Party der Niederländer so richtig los.

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Motorsport: DTM steht vor Zerreißprobe

Mercedes hat gestern überraschend angekündigt, mit Ende kommenden Jahres aus der Tourenwagen-Rennserie DTM auszusteigen. Damit bleiben nur noch Audi und BMW übrig. Bei beiden Herstellern reagierte man mit Bedauern auf den Mercedes-Abschied, man will nun das weitere Vorgehen überdenken und sich nach Alternativen umsehen. Auch die DTM mit ihrem Chef Gerhard Berger kündigte an, die Situation analysieren zu wollen.

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Wirtschaft

Autokartell: Bis zu 55 Mrd. Euro Strafe möglich

Die deutschen Autohersteller Daimler, BМW, Audi, Porsche und VW sollen seit den 90ern illegale Absprachen getroffen haben. Laut dem Chef der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), Theodor Thanner, ist es „sicher das größte Kartell in Europa“, wenn nicht sogar weltweit in den letzten Jahrzehnten. Noch gelte aber die Unschuldsvermutung. Sollte die EU-Kommission Geldbußen verhängen, drohen den Konzernen Strafen von bis zu 50 Mrd. Euro.

„Jeder zweite mit österreichischem Motor“

Neben den Verbrauchern könnten auch österreichische Zulieferer von den illegalen Absprachen betroffen sein, so Thanner heute. Die BWB wolle daher rasch Klarheit schaffen. „Jeder zweite BMW fährt mit österreichischem Motor“, merkte Thanner an und betonte die hohe Bedeutung des Automobilsektors. Die Branche erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 43 Mrd. Euro.

Es wäre zum Beispiel möglich, dass sich die fünf verdächtigen Autohersteller ausgemacht hätten, eine neue Technologie nicht einzusetzen, so Thanner. Dadurch könnten österreichische Lieferanten nicht zum Zug gekommen sein.

=Zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes==

Sollten sich die Anschuldigungen als wahr herausstellen, drohten den Autoherstellern hohe Geldbußen: EU-Strafen können bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen - die fünf verdächtigen Konzerne verbuchten 2016 Erlöse von rund 546 Mrd. Euro. In diesem Fall wären theoretisch also bis zu 54,6 Mrd. Euro fällig.

Razzien wegen Ausbeutung in italienischen Agrarbetrieben

Wegen des Verdachts auf Ausbeutung von Landarbeitern hat die italienische Polizei zehn Menschen festgenommen und 24 angezeigt. Im Zuge der landesweiten Aktion gegen sklavereiähnliche Zustände in der Landwirtschaft wurden mehr als 75 Agrarbetriebe durchsucht, wie die Polizei heute mitteilte.

In einem der schlimmsten Fälle mussten Arbeiter im sizilianischen Tomatenanbaugebiet von Ragusa Zwölfstundenschichten absolvieren und verdienten nur 2,50 Euro pro Stunde.

Gesetz soll illegale Beschäftigung eindämmen

Die Polizei hatte in den vergangenen vier Wochen Bauernhöfe in ganz Italien durchsucht. Die Beamten schlossen vier Betriebe und verhängten Strafen von insgesamt 108.000 Euro.

Die Ausbeutung von Arbeitern ist in der Landwirtschaft und im Baugewerbe in Italien ein großes Problem. Viele der Tausenden Migranten aus Afrika sind betroffen. Die Mafia kontrolliert ein System von Arbeitertrupps, die in diesen Bereichen eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr erließ Italiens Regierung ein Gesetz, das Arbeitgeber und Anwerber von illegalen Arbeitskräften mit Geldbußen und Gefängnis von bis zu sechs Jahren bestraft.

Chronik

Über 200 Schafe stürzten nach Bärenattacke in den Tod

Mehr als 200 Schafe sind nach einer Bärenattacke in den französischen Pyrenäen in den Tod gestürzt. Ein Braunbär griff die Herde nach Behördenangaben von gestern nahe der Grenze zu Spanien an. Die Schafe flüchteten und stürzten in eine Schlucht. 209 Tiere verendeten.

In den Pyrenäen wurden vor rund 20 Jahren wieder Braunbären angesiedelt. Heute leben in der Region nach offiziellen Angaben etwa 40 der Tiere, die bis zu 250 Kilogramm schwer werden können.

Nach Angaben der katalanischen Regionalregierung ist die Zahl der Angriffe auf Herden zuletzt gestiegen. Verantwortlich sein soll ein aus Slowenien stammender Bär namens Goiat. Am Tod der 209 Schafe ist Goiat aber der Regionalregierung zufolge nicht schuld: Der Bär ist mit einem Peilsender ausgestattet, die Behörden können deswegen nachvollziehen, wann er sich wo aufhält.

Internationaler Haftbefehl für Kettensägenangreifer

Einen Tag nach einem Kettensägenangriff in Schaffhausen in der Schweiz fahndet die Schweizer Polizei weiter intensiv nach dem mutmaßlichen Täter.

Sie veröffentlichte heute ein Foto des 51-Jährigen: Darauf trägt der knapp 1,90 Meter große Mann eine grüne Windjacke, die Haare sind kurz rasiert. Nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur sda wird der Verdächtige nunmehr mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Mutmaßlicher Täter

APA/AFP/Schweizer Polizei

Der Mann war gestern in Schaffhausen in die Büros einer Krankenkasse eingedrungen und hatte zwei Angestellte mit seiner Motorsäge attackiert. Einer von ihnen wurde laut sda heute weiter im Krankenhaus behandelt, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Das zweite Opfer konnte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Zwei Kunden der Krankenkasse erlitten einen Schock, ein fünftes Opfer wurde laut sda „im Zuge der polizeilichen Maßnahmen“ leicht verletzt.

Verstöße gegen das Waffengesetz

Das Motiv für die Tat war zunächst unklar, doch schloss die Polizei einen Terrorakt aus. Sie beschrieb den Flüchtigen als „Außenseiter“, der aus dem Kanton Graubünden stamme. Er hatte sich dort aber bei den Behörden abgemeldet und lebte hauptsächlich in Waldgebieten. 2014 und 2016 war er in den Kantonen Bern und Luzern wegen Verstößen gegen das Waffengesetz verurteilt worden.

Hinweise bisher „nicht relevant“

Schweizer Polizisten waren auch in der Umgebung von Schaffhausen nahe der Grenze zu Deutschland mit Spürhunden im Einsatz. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Konstanz hatte „keine Informationen“, dass der 51-Jährige über die Grenze nach Deutschland geflüchtet sein könnte. Alle entsprechenden Hinweise hätten sich als „nicht relevant“ herausgestellt. Das Polizeipräsidium arbeite mit den Schweizer Fahndern eng zusammen.

Sieben Mio. Crystal-Meth-Pillen in Thailand beschlagnahmt

Thailändische Drogenfahnder haben bei Razzien in zwei Lagern eines Rauschgiftbosses aus Laos synthetische Drogen im Wert von 30 Mio. Dollar (26 Mio. Euro) beschlagnahmt.

Unter anderem hätten die Fahnder sieben Millionen Pillen Crystal Meth, 60 Kilogramm Methamphetamin in Form von Kristallen („Ice“) sowie 50 Kilogramm des Schmerz- und Betäubungsmittels Ketamin in flüssiger Form entdeckt, teilte die Polizei heute mit. Neun Verdächtige wurden festgenommen.

Die Drogen sollten an kleinere Dealer ausgeliefert werden, die Teil des Netzwerkes von Xaysana Keoimpha waren, einem 42-jährigen Laoten, der in seiner Heimat unbehelligt im Luxus lebte und in Thailand gern gesehener Gast der dortigen High Society war. Er wurde im Jänner auf dem Flughafen von Bangkok festgenommen.

Transitland Laos

Synthetische Drogen sind seit einigen Jahren in der Asien-Pazifik-Region auf dem Vormarsch. Nach UNO-Angaben haben sich Herstellung und Konsum dort binnen fünf Jahren vervierfacht. Eine wichtige Rolle als Transitland spielt dabei das kommunistisch regierte Laos.

IT

Microsoft-Malprogramm Paint gibt es als App weiter

Nach der Welle nostalgischer Liebesbekundungen für das offiziell als veraltet eingestufte Grafikprogramm Paint hat Microsoft klargestellt, dass der Softwareklassiker als separate App weiterleben soll. Der Konzern hatte zuvor Paint auf die Liste veralteter Software bei seinem nächsten Update des Betriebssystems Windows 10 im Herbst gesetzt.

In der Microsoft-Sprachregelung bedeutet das, dass ein Programm nicht mehr aktiv weiterentwickelt wird und in späteren Windows-Versionen weggelassen werden könnte.

Fester Bestandteil von Windows

Jetzt erklärte Microsoft in der Nacht auf heute in einem Blogeintrag, Paint werde nicht verschwinden, sondern „bald“ als Gratisanwendung in den Windows Store kommen. Das mit dem vergangenen Windows-10-Update im Frühjahr veröffentlichte Programm „Paint 3D“ mit Softwarewerkzeugen für 3-D-Inhalte werde auch in Zukunft weiterentwickelt.

Die verschiedenen Paint-Varianten waren seit 1985 fester Bestandteil von Windows und daher für viele Nutzer auch die Programme, in denen sie ihre ersten Versuche mit Grafiksoftware machten.

Religion

Urteil gegen Ex-Mormonen-Bischöfe wegen Polygamie

Ein Gericht in Kanada hat zwei ehemalige Bischöfe einer Mormonen-Gemeinschaft der Polygamie für schuldig befunden. Winston Blackmore (60) soll 24 Frauen geheiratet haben, James Oler (53) fünf, wie der US-Sender CBC gestern (Ortszeit) unter Berufung auf das oberste Gericht in der westlichen Provinz British Columbia berichtete. Beide Männer sind Angehörige der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

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Kultur

Zwölf Meter hohe Elefantenskulptur in Montreux gelandet

Eine riesige Elefantenskulptur ist heute per Helikopter ans Seeufer in Montreux in der Schweiz transportiert worden, trotz wolkenbruchartiger Regenfälle. Der gigantische, transparente Dickhäuter ist Teil der fünften Skulpturenbiennale in Montreux. Das Werk ist zwölf Meter hoch, 15 Meter lang und damit viermal größer als ein echter Elefant.

Skulptur von Dominique Andreae

APA/AP/Keystone/Jean-Christophe Bott

Die 3,7 Tonnen schwere Skulptur aus Metallrohren ließ dabei wegen starker Regenfälle zunächst auf sich warten. Mit zweistündiger Verspätung hob der Dickhäuter dann doch ab und landete nach einem 35-minütigen Flug vom Atelier des Künstlers Dominique Andreae in Chesalles-sur-Moudon in Montreux.

Bis zur Eröffnung der Biennale am 12. August wird die Ausstellung an der Uferpromenade auf rund 30 Werke anwachsen. Die Biennale dauert drei Monate und endet am 22. Oktober.

„Despacito“-Sänger protestiert gegen Maduros Song-Remix

Die Sänger des weltweiten Sommerhits „Despacito“ protestieren dagegen, dass der venezolanische Präsident Nicolas Maduro ihren Song politisch instrumentalisiert.

Auf ihren sozialen Kanälen wandten sich die Puerto Ricaner Luis Fonsi und Daddy Yankee gestern Abend (Ortszeit) gegen die veränderte Version: „Meine Musik ist nicht für diejenigen gedacht, die sie zur Propaganda einsetzen“, schrieb Fonsi auf Facebook.

Maduro hatte am Sonntag eine neue Fassung des Liedes veröffentlicht, in dem er die Venezolaner auffordert, für seine umstrittene Verfassungsänderung zu stimmen. Fonsi wirft Maduro nun vor, den Willen des Volkes manipulieren zu wollen. Der 39-jährige Künstler sagt, er sei nicht gefragt worden und habe der Neuinterpretation nicht zugestimmt.

Bereits über hundert Tote

Staatschef Maduro will am 30. Juli in einer Wahl über die Zusammensetzung der verfassunggebenden Versammlung entscheiden lassen. Seit fast vier Monaten finden in Venezuela täglich Demonstrationen der Regierungsgegner statt. Die Opposition kämpft für Maduros Amtsenhebung. Sie macht ihn für die Wirtschaftskrise im ölreichen Venezuela verantwortlich, die sich durch den Fall des Preises für Erdöl auf dem Weltmarkt verschärft hat.

Bei den gewalttätigen Protesten gab es mehr als hundert Tote auf beiden Seiten, Hunderte Menschen wurden verletzt.

Keith Richards kündigt neues Album der Rolling Stones an

Nach zwölf Jahren Pause können sich Fans der Rolling Stones auf ein neues Album der britischen Altrocker freuen. Gitarrist Keith Richards antwortete in einem Frage-Antwort-Forum für Fans auf der Videoplattform YouTube auf eine entsprechende Frage: „Ja, tatsächlich, das werden wir sehr, sehr bald.“

Die Stones haben in den vergangenen zehn Jahren zwar Konzerte gegeben, aber seit „A Bigger Bang“ aus dem Jahr 2005 kein neues Studioalbum mit eigenem Material aufgenommen.

Mick Jagger mit Rapper im Studio

Kürzlich hatte ein Musikproduzent ein Foto von Sänger Mick Jagger veröffentlicht, das diesen in einem Studio mit dem britischen Rapper Skepta zeigte. Die Rolling Stones haben in ihrer mehr als 50-jährigen Karriere bereits mit zahlreichen Stars zusammengearbeitet, allerdings noch nicht mit einem Hip-Hop-Künstler. Ex-Beatle Paul McCartney hatte vor zwei Jahren einen Song mit US-Rapper Kanye West und der Sängerin Rihanna aufgenommen.

„Neue Sachen“

Richards sagte in seinem YouTube-Kanal, die Band arbeite an „neuen Sachen und schaut, wohin es als Nächstes geht“. Das Einspielen neuer Stücke gebe der Band „einen Energieschub“ inmitten von „Überlebensängsten in der heutigen Zeit“, sagte er. Auf dem neuen Album werde es aber auch Blues-Klassiker geben.

Science

Leute

Sender will brisante Videos von Lady Di zeigen

Bisher unveröffentlichte Videoaufnahmen von Prinzessin Diana will der britische Fernsehsender Channel 4 in einer neuen Dokumentation zeigen. Es handle sich um Teile brisanter Gespräche, die Diana zusammen mit ihrem Stimmtrainer Peter Settelen in den Jahren 1992 und 1993 aufgezeichnet habe, teilte der Sender mit. In Großbritannien seien die Videos erstmals überhaupt im Fernsehen zu sehen.

Auszüge daraus wurden bereits von US-Medien veröffentlicht. Darin äußerte sich die Prinzessin Berichten zufolge unter anderem über ihr Liebesleben mit Charles und dessen außereheliche Beziehung mit seiner späteren Frau Camilla.

Einblicke in Dianas Ehe

Die Aufnahmen zeigten Diana, wie sie „ausführlich über ihre Lebensgeschichte spricht und Einblicke in ihre Erziehung, die Anfänge ihrer Beziehung mit Prinz Charles, ihre Ehe und ihr öffentliches Leben gibt“, heißt es in einer Mitteilung des Senders. Details aus den bisher unveröffentlichten Ausschnitten teilte Channel 4 nicht mit.

Ausgestrahlt werden soll der Dokumentarfilm Anfang August, kurz vor dem 20. Todestag von Lady Di. Sie kam am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris im Alter von 36 Jahren ums Leben. Das Unglück erschütterte das ganze Land und war weltweit in den Schlagzeilen.

Tournee abgebrochen: Justin Bieber will „relaxen“

Popstar Justin Bieber (23) hat gestern seine Welttournee überraschend abgebrochen. Aufgrund „unvorhergesehener Umstände“ müsse der Sänger die restlichen Konzerte der „Purpose“-Tour absagen, hieß es auf Biebers Website. „Justin liebt seine Fans und hasst es, sie enttäuschen zu müssen“, heißt es in der Mitteilung. Der Musiker danke seinen Fans für die Unterstützung bei den bisherigen Konzerten der Tour.

Justin Bieber

APA/AP/Chinatopix

Mehr als 150 Auftritte auf sechs Kontinenten hatte Bieber bereits absolviert. „Aber nach sorgfältiger Überlegung hat er entschieden, keine weiteren Shows mehr zu spielen.“ Die Kosten für die Tickets würden erstattet.

... und Motorrad fahren

Wenige Stunden nach der Ankündigung entschuldigte sich der Kanadier selbst bei seinen Fans. „Es tut mir leid für alle, die enttäuscht sind oder sich betrogen fühlen“, sagte der Kanadier dem US-Magazin „TMZ“. „Ich liebe euch, ihr seid großartig.“

Alles sei gut, versicherte Bieber dem Reporter. Auf die Frage, ob er einfach genug vom Tourleben habe, sagte der Sänger: „Ja, ich bin seit zwei Jahren auf Tour.“ Jetzt freue er sich auf ein bisschen Freizeit. „Einfach ausruhen und relaxen“ wolle er in den kommenden Wochen - und Motorrad fahren.

Enttäuschung und Wut bei den Fans

Auf dem Tourplan standen noch 15 Konzerte in den USA und Asien. Biebers Fans reagierten in Sozialen Netzwerken mit Enttäuschung und Wut auf die Absage. „Natürlich liebe ich ihn noch immer mit allem, was ich habe, aber im Moment will ich ihm einfach nur eine schmieren“, schrieb ein Fan. Manche Fans äußerten jedoch auch Verständnis für die Entscheidung. „Justin ist überarbeitet, seitdem er 15 ist“, twitterte ein User, „er verdient eine lange, lange Pause.“

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