Letzte Meldung

Schauspieler Roger Moore ist tot

Der britische Schauspieler Sir Roger Moore ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er starb in der Schweiz an den Folgen einer Krebserkrankung, wie seine Kinder heute mitteilten. Seinen Wünschen entsprechend wird er in einer privaten Zeremonie in Monaco begraben werden.

Siebenmal als James Bond auf der Leinwand

In den 1960er und 70er Jahren feierte Moore Welterfolge mit den Fernsehserien „Simon Templar“ und „Die 2“. Er galt damals als der bestbezahlte Fernsehschauspieler der Welt.

Einem noch größeren Publikum wurde der Brite durch seine Darstellung des James Bond bekannt. Insgesamt siebenmal - und damit öfter als jeder andere seiner Kollegen - verkörperte er den britischen Geheimagenten auf der Kinoleinwand. Zum ersten Mal schlüpfte er 1973 in „Leben und sterben lassen“ in die Rolle.

Studium an Royal Academy of Dramatic Arts

Moore wurde am 14. Oktober 1927 in Stockwell, heute ein Stadtteil von London, geboren. Als 18-Jähriger trat er kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die britische Armee ein. Er war sowohl in Deutschland als auch kurz in Kärnten stationiert.

Ende der 1940er Jahre übernahm Moore erste Statistenrollen beim Film - und entschied sich schließlich, eine Laufbahn als Schauspieler einzuschlagen. Mit finanzieller Unterstützung des Regisseurs Brian Desmond Hurst begann er ein Schauspielstudium an der Royal Academy of Dramatic Arts.

Von Queen geadelt

Nach zahlreichen Rollen im Theater übersiedelte er 1953 in die USA, wo er neben dem Kino auch bald erste TV-Rollen erhielt. 2003 wurde der Schauspieler von der britischen Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben. Vier Jahre später bekam er einen Stern auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood.

Inland

Parteien einigen sich auf Neuwahlbeschluss am 13. Juli

Die sechs Parlamentsparteien haben sich bei ihrem Treffen auf Einladung von Kanzler Christian Kern (SPÖ) darauf geeinigt, dass der Neuwahlbeschluss bei einer Nationalratssondersitzung am 13. Juli gefasst werden soll. Damit kann der Eurofighter-Untersuchungsausschuss bis inklusive 12. Juli tagen.

Offizielles Tagungsende des Nationalrats wäre somit der 17. Juli. Die vorgezogene Nationalratswahl soll am 15. Oktober stattfinden - auf diesen Termin hatten sich die Fraktionen bereits vergangene Woche verständigt.

Köstinger wird dritte Generalsekretärin in ÖVP-Geschichte

Mit Elisabeth Köstinger übernimmt das Generalsekretariat der ÖVP wieder eine Frau. Die Kärntnerin ist damit die dritte Frau in dieser Funktion. Sie löst Werner Amon ab, der das Amt erst seit dem Vorjahr innehatte. Das Generalsekretariat scheint bei einigen auch ein Sprungbrett für höhere Positionen, zu manchen Zeiten teilten sich zwei Politiker die Aufgaben.

Die Generalsekretäre der ÖVP leiten die Parteiorganisation und koordinieren die Landesparteien sowie die Bünde, setzen die Parteistrategie um und planen (Wahl-)Kampagnen. Früher war die Tätigkeit des Generalsekretärs etwas Dauerhaftes: Felix Hurdes war knapp sieben Jahre in der Funktion, Alfred Maleta danach acht Jahre und Hermann Withalm sogar über zehn Jahre. Es folgten kürzere Gastspiele, der spätere Bundesparteiobmann Erhard Busek etwa war 1975/1976 Generalsekretär.

Im Sommer 1991 übernahm mit Ingrid Korosec die erste Frau, gemeinsam mit Ferdinand Maier, diese Aufgaben. Maier wurde Ende 1993 von Wilhelm Molterer, dem späteren Parteiobmann und Vizekanzler, abgelöst. Auch andere Generale machten parteiintern Karriere, etwa die frühere Ministerin Maria Rauch-Kallat, der EU-Mandatar Othmar Karas und der nunmehrige Klubobmann Reinhold Lopatka.

Ausland

Litauen erhöht Höchstalter für Berufssoldaten

Im EU- und NATO-Land Litauen können Berufssoldaten künftig länger ihren Dienst an der Waffe verrichten, bevor sie Reservisten werden. Angesichts von Personalmangel beim Militär erhöhte das Parlament in Vilnius heute einstimmig die Altersgrenze bei Unteroffizieren und Offizieren auf 56 Jahre. Militärisches Fachpersonal kann bis ins Alter von 60 Jahren dienen, Militärseelsorger müssen mit 65 Jahren in den „Zwangsruhestand“. Bislang lag das zugelassene Höchstalter etwa fünf Jahre niedriger. Meist beenden Offiziere ihre Militärlaufbahn allerdings bereits im Alter von 36 bis 45 Jahren, um wieder Fuß im zivilen Leben zu fassen.

Litauen sorgt sich angesichts der andauernden Ukraine-Krise um seine Sicherheit und rüstet seine Streitkräfte deshalb personell auf. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums gehören der regulären Armee zur Zeit etwa 8.660 Soldaten an. Dazu kommen noch 4.640 Mitglieder der Freiwilligenarmee und 3.500 Wehrpflichtige.

Strafen für Sturm auf Parlament in Mazedonien

In Mazedoniens Hauptstadt Skopje wurden heute erste Strafen wegen des Sturms auf das Parlament verkündet, bei dem am 27. April rund 100 Personen, darunter acht Abgeordnete, verletzt wurden.

Laut Medienberichten wurden acht Angeklagte zu bedingten Haftstrafen von sechs Monaten verurteilt, ein weiterer kam mit eineinhalb Jahren bedingt davon.

Nach der Attacke nationalkonservativer Demonstranten auf das Parlament wurden Ermittlungen gegen rund 30 Personen aufgenommen. Alle neun Angeklagten hätten heute zu Prozessbeginn zugegeben, an der Verprügelung von Abgeordneten aus den Reihen der neuen Parlamentsmehrheit um den Sozialdemokraten Zoran Zaev teilgenommen zu haben, wie Medien meldeten. Weitere Prozesse sollen folgen.

Südkorea beschoss unbekanntes Flugobjekt aus Nordkorea

An der streng befestigten innerkoreanischen Grenze ist es nach Angaben Südkoreas zu einem militärischen Zwischenfall gekommen. Ein unbekanntes Flugobjekt sei von der nordkoreanischen Seite aus über die Grenze nach Südkorea geflogen, teilten die südkoreanischen Streitkräfte heute mit. Südkoreanische Grenzsoldaten hätten Warnschüsse abgegeben.

Soldaten gaben 90 Schüsse ab

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, die Soldaten hätten rund 90 Schüsse aus Maschinengewehren abgefeuert. Das Militär versuche zu klären, um was für ein Objekt es sich gehandelt habe, sagte heute ein Vertreter der Armee der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Lage auf der geteilten koreanischen Halbinsel ist nach zwei Atomtests und mehreren Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt.

Harte Bandagen in Kampf um WHO-Spitze

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befindet sich auf Reformkurs: Heute wird im Rahmen der Jahrestagung in Genf eine neue Generaldirektorin oder ein neuer Generaldirektor gewählt. Dabei kommt es erstmals in der Geschichte der Organisation zu einer Kampfabstimmung zwischen drei Kandidaten.

Das Match um die Spitze nimmt ungewöhnliche Ausmaße an - sogar von einer „Schmierenkampagne“ war im Vorfeld die Rede. Die WHO bemüht sich indes, ihren zuletzt angekratzten Ruf zu retten.

Mehr dazu in Keine Einigung im Vorfeld

Sechs Tote bei Bombenanschlag in syrischer Stadt Homs

Bei einem Autobombenanschlag in der syrischen Stadt Homs sind der staatlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge heute mindestens sechs Menschen getötet worden. Zudem habe es mindestens 30 Verletzte gegeben.

Der Gouverneur der Stadt, Talal al-Barasi, teilte den staatlichen Medien mit, der Anschlag sei eine Antwort auf die jüngsten Erfolge der syrischen Regierungstruppen. Am Sonntag hatten Hunderte syrische Rebellen und ihre Familien Homs verlassen. Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hatte nach mehr als einem Jahr Belagerungszustand wieder die volle Kontrolle über die Stadt übernommen.

Zwei Tote in Damaskus

Bei einer weiteren Explosion in der Nähe eines heiligen Schreins der Schiiten südlich der Hauptstadt Damaskus starben staatlichen Medien zufolge zwei Menschen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich im Internet zu den beiden Anschlägen, wie das IS-Sprachrohr Amak meldete.

Sport

Bundesliga: Finale Woche im Abstiegskampf

Innerhalb von vier Tagen werden die letzten zwei Bundesliga-Runden 2016/17 ausgetragen. Die Entscheidung im Abstiegskampf könnte schon am Donnerstag fallen, wenn Schlusslicht Ried in Altach nicht gewinnt.

Um der Zweitklassigkeit noch zu entgehen, brauchen die Innviertler ein kleines „Wunder“ und vor allem zwei Siege. Der WAC ist der Rettung auf Platz acht schon nahe und trifft zunächst im direkten Duell auf den Vorletzten St. Pölten.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Eishockey: Nashville steht in Stanley-Cup-Finale

Die Nashville Predators haben gestern (Ortszeit) erstmals in ihrer Clubgeschichte den Einzug ins Stanley-Cup-Finale der National Hockey League (NHL) geschafft. Das Team aus Tennessee setzte sich im Heimspiel gegen die Anaheim Ducks mit 6:3 durch und gewann die „Best of seven“-Serie mit 4:2.

Spiel sechs wurde für die Predators noch einmal zur Nervenprobe, denn vor allem im letzten Drittel fielen nicht weniger als sechs Treffer. Am Ende jubelten aber die Nashville-Spieler über den Sieg und „ein unglaubliches Gefühl“.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Durchsuchung bei Daimler wegen Abgasbetrugsverdachts

Der deutsche Autokonzern Daimler rückt wegen möglicher Abgasmanipulationen bei Dieselautos zunehmend ins Visier der Justiz. Ein Großaufgebot an Ermittlern durchsuchte heute mehrere Daimler-Standorte in verschiedenen deutschen Bundesländern. Hintergrund ist ein Verdacht auf Betrug und der strafbaren Werbung.

Im Rahmen der Ermittlungen gegen bekannte und unbekannte Mitarbeiter wurden laut Staatsanwaltschaft insgesamt elf Objekte an mehreren Standorten in Augenschein genommen. Gesucht worden seien „beweiserhebliche“ Unterlagen und Datenträger.

Konzern zeigt sich kooperativ

Der Autokonzern teilte mit, man kooperiere „vollumfänglich“ mit den Behörden. Weitere Angaben wollte die Firma mit Blick auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht machen.

Bereits im März waren die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bekanntgeworden. Sie richten sich gegen „bekannte und unbekannte Mitarbeiter der Daimler AG wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung im Zusammenhang mit möglicher Manipulation der Abgasnachbehandlung“ bei Diesel-Pkws.

EU-Kommission appelliert an Griechenlands Geldgeber

Die EU-Kommission hat Deutschland und die anderen Geldgeber Griechenlands aufgerufen, endlich den neuen Kredit freizugeben. „Wir in der Kommission sind überzeugt, dass Griechenland geliefert hat. Jetzt ist es an seinen Partnern, das Gleiche zu tun“, sagte ein Kommissionssprecher heute.

Die Kommission ruft „alle Parteien auf, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und die beeindruckende und schmerzhafte Arbeit zu würdigen, die von Griechenland und dem griechischem Volk in den letzten vergangenen Monaten geleistet wurde“. Um den Weg für neue Finanzhilfen zu ebnen, hatte Griechenland zuletzt ein weiteres hartes Sparprogramm in Höhe von knapp fünf Milliarden Euro beschlossen.

In der Nacht auf heute konnten sich die Minister der Euro-Zone wegen eines Streits über Schuldenerleichterungen allerdings noch nicht auf die Freigabe eines neuen Kredits einigen. Dieser wird von der dortigen Regierung im Juli zur Rückzahlung alter Verbindlichkeiten gebraucht. Am 15. Juni soll es einen neuen Einigungsversuch geben.

Durststrecke der Schweizer Uhrenindustrie hält an

Die Schweizer Uhrenindustrie hat sich nicht lange auf Wachstumskurs gehalten. Noch im März waren die Exporte nach 20 Monaten im freien Fall erstmals wieder gestiegen. Im April gingen die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat aber wieder um 5,7 Prozent auf 1,5 Mrd. Franken (1,4 Mrd. Euro) zurück.

Ein anderes und etwas freundlicheres Bild malen allerdings die Zahlen, die um zusätzliche oder fehlende Arbeitstage gegenüber dem Vergleichsmonat bereinigt wurden.

Große Einbrüche in Hongkong und USA

Laut diesen von der Eidgenössischen Zollverwaltung berechneten Daten haben sich die Uhrenexporte im April besser entwickelt als im März. Denn damals profitierte die Industrie von zwei zusätzlichen Arbeitstagen. Ohne diese wären die Ausfuhren um 2,6 Prozent gesunken. Dieses Minus schwächte sich im April auf 1,9 Prozent ab.

Ohnehin hat sich die Uhrenindustrie im April wacker geschlagen: Denn der Rückgang fiel schwächer aus als erwartet, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH heute mitteilte. Insbesondere in China (plus 38,9 Prozent) und in Großbritannien (plus 30 Prozent) griffen die Käufer fleißig zu den Schweizer Uhren. Auf den zwei größten Märkten Hongkong (minus 16,8 Prozent) und USA (minus 19,0 Prozent) brachen die Ausfuhren allerdings markant ein.

Medien

ORF-Publikum für starken trimedialen ORF

Das Publikum des ORF wünscht sich einen starken, trimedialen ORF, der gerade auch im Onlinebereich ein starkes Standbein hat. Das geht aus einer vom ORF beauftragten Integral-Studie hervor.

Laut der heute von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz vor dem Publikumsrat präsentierten Studie ist der ORF für 81 Prozent der Österreicher „die erste Informationsquelle“, 68 Prozent beurteilen die Nachrichten und Informationen der ORF-Angebote als „sehr bzw. eher glaubwürdig“.

Wrabetz: Studie bestätigt Vertrauen des Publikums

"Die hohen Marktanteile und Reichweiten der ORF-Information in den vergangenen Wochen zeigen, dass der ORF gerade in bewegten Zeiten die wichtigste Informationsquelle der Österreicherinnen und Österreicher ist“, sagte der ORF-Generaldirektor: „Deshalb freuen uns die positiven Ergebnisse der vorliegenden Studie, die das hohe Vertrauen des Publikums in den ORF bestätigen.“

86 Prozent finden, der ORF sei als „starker, unabhängiger öffentlich-rechtlicher Sender“ wichtig für Österreich. 82 Prozent der 1.000 Befragten finden es sehr oder eher wichtig, dass der ORF Angebote sowohl im Fernsehen und Radio als auch online anbietet. Für 87 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ist es wichtig, dass der ORF über ein Korrespondentennetz verfügt.

Wrabetz für Ausbau der Onlineangebote

Ein Ausbau der Onlineangebote sei also wichtig, schloss Wrabetz daraus. Er wünscht sich eine „Entwicklungsgarantie im digitalen Zeitalter“. Die strengen Vorgaben für mobile Apps etwa hinderten den ORF daran, „seine Angebote in einer medienadäquaten Form für alle Plattformen aufzubereiten“.

Mit eigenen Onlinespartenkanälen könnte man „besondere Bedürfnisse des Publikums erfüllen“. Von „neuen Werbeformen im Onlinebereich“ sei der ORF derzeit abgeschnitten, „Onlinebudgets wandern zunehmend aus Österreich ab“.

Die Rechtsmeinung, wonach keine Gebühren zu zahlen sind, wenn man die ORF-Programme via Streaming empfängt, widerspreche der Mediennutzung im 21. Jahrhundert, so Wrabetz. Und schließlich hätte man gerne die Verfahrensdauer für die Prüfung neuer Onlineangebote (derzeit läuft etwa eines für den geplanten YouTube-Channel) verkürzt: Mit im Schnitt 161 Tagen in der ersten Instanz sei diese zu lang. „Es werden auch Vorhaben im Detail geprüft, deren Realisierung deutlich weniger Aufwand verursacht als die Prüfung selbst.“

Mehr dazu in der.ORF.at

Chronik

Gedenkfeier für Mafia-Jäger Falcone in Palermo

Italien hat heute der Ermordung des sizilianischen Mafia-Jägers Giovanni Falcone durch Killer der Cosa Nostra vor 25 Jahren gedacht. Tausende Menschen, darunter 40.000 Schüler, beteiligten sich in Palermo an einer großen Veranstaltung zu Ehren Falcones mit Italiens Präsidenten Sergio Mattarella.

Gedenkfeiern zu Ehren Falcones fanden in ganz Italien statt. Mattarella betonte in Palermo, dass Falcones Beispiel allen Italienern neuen Mut für den unerbittlichen Kampf gegen die Mafia machen müsse.

Kampf gegen Mafia muss weitergehen

Die Präsidentin der parlamentarischen Anti-Mafia-Kommission, Rosi Bindi, meinte, der Staat dürfe nie im Kampf gegen die Mafia nachlassen. Die Tatsache, dass vor den heutigen Gedenkfeiern zu Falcones Ehren der Mafia-Boss Giuseppe Dainotti auf offener Straße in Palermo erschossen worden sei, sei ein ernst zu nehmendes Warnsignal seitens der Cosa Nostra.

Am 23. Mai 1992 waren Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei seiner Leibwächter bei einem Sprengstoffattentat auf der Autobahn bei Capaci nahe Palermo getötet worden. Falcone, der 53-jährig starb, hatte sich bemüht, die internationalen Verbindungen der Cosa Nostra aufzudecken. Eine entscheidende Rolle spielte er beim Aufbau des Anti-Mafia-Pools, einer Gruppe von Staatsanwälten, die Mitte der 80er Jahre große Erfolge im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verbuchen konnten.

Kultur

Castellucci legt Wurzeln der US-Demokratie frei

Die Begründung einer Demokratie über den Bezug zu Gott - dieser Urkeim des politischen Systems der USA fasziniert den unkonventionellen Theatermacher Romeo Castellucci. Bei den Festwochen zeigt er nun seine Interpretation der „Demokratie in Amerika“, die zwischen minimalistischem Theater und brachialem Großtableau oszilliert. Als „inhuman“ bezeichnet Castellucci im Gespräch mit ORF.at die Gründungsszene der US-Demokratie im Amerika der Siedler.

Mehr dazu in news.ORF.at/festwochen17

Neue Direktion will Belvedere zu „Kraftort“ machen

Die neue Belvedere-Direktion plant eine „Vermittlungsoffensive“, eine neue Hängung der Schausammlung im Oberen Belvedere, eine striktere Trennung der Epochen im Unteren Belvedere und die Öffnung des 21er Hauses. Im Zentrum steht für die künstlerische Leiterin Stella Rollig, das Museum als „Kraftort“ zu stärken und „Denkmuster zu ändern, unter denen man Museumsarbeit betrachtet“.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Klaus Doldinger bekommt Echo Jazz für Lebenswerk

Der deutsche Saxofonist und Bandleader Klaus Doldinger (81) wird mit dem Echo Jazz für sein Lebenswerk ausgezeichnet. „Doldingers musikalische Bandbreite ist enorm, sie reicht von Latin Swing bis zum Jazzrock“, so Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des deutschen Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), heute in einer Mitteilung.

Nicht zuletzt seinen Filmmusiken sei es zu verdanken, dass Jazz aus Deutschland internationales Renommee erlangen konnte, so Gorny. „Hierzulande wiederum trägt vor allem seine ‚Tatort‘-Titelmelodie nicht nur zum regelrechten Kultstatus der Krimireihe bei, sie hat zugleich dafür gesorgt, dass Klaus Doldingers Werk und damit der Jazz selbst auch jenseits ausgewiesener Liebhaberkreise eine beständige Fangemeinde haben“, so Gorny.

Vom „Boot“ bis zu Helge Schneider

Der Preis wird Doldinger am 1. Juni auf der Jazz-Echo-Gala in Hamburg überreicht. Neben dem „Tatort“-Evergreen schrieb er die Melodien zu Filmen wie „Das Boot“, „Die Unendliche Geschichte“ und „Salz auf meiner Haut“ sowie Fernsehserien wie „Liebling Kreuzberg“, „Wolffs Revier“ und „Alles außer Mord“.

Berühmt als Musiker wurde er jedoch mit seiner 1971 gegründeten Band Passport, deren erster Schlagzeuger Udo Lindenberg war. Seit Jahrzehnten prägt Doldinger mit seiner Band die Jazz-Szene. Das jüngste Werk des in Berlin geborenen und heute in der Nähe von München lebenden Musikers erschien im vergangenen Jahr: Auf dem Album „Doldinger“ lässt er mit Gästen wie Lindenberg, Helge Schneider, Sasha, Max Mutzke und Nils Landgren seine Historie Revue passieren.

Science

IT

EU streitet über Quoten für Netflix

Die EU-Medienminister ringen um Regulierungsvorschriften für Videoplattformen wie YouTube und um eine EU-Filmquote für Videoabrufanbieter wie Netflix und Amazon.

Die Minister verhandelten heute in Brüssel über eine Aktualisierung der audiovisuellen Medienrichtlinie. Sie soll die bisher für Fernsehen geltenden EU-Vorgaben an die digitalen Medienformen und an Soziale Netzwerke anpassen.

Frankreich für 40 Prozent

Die geänderte Richtlinie sieht einen Mindestanteil von 20 Prozent europäischer Produktionen vor, der dann nicht nur für Fernsehen, sondern auch für On-Demand-Dienste wie Netflix gelten würde.

Allerdings erfüllt Netflix bereits heute 27 Prozent, wie der Vertreter Italiens bemerkte. Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und andere Länder sprachen sich für einen Anteil von mindestens 30 Prozent europäischer Filmproduktionen aus, wie es das Europaparlament fordert. Frankreich trat sogar für 40 Prozent ein.

Kritik wegen mangelnder Folgenabschätzung

Gegen eine verpflichtende Quote argumentierten die Niederlande, Finnland, Dänemark, Tschechien und Großbritannien. Die Vertreterin Dänemarks etwa kritisierte, es wäre nicht die Aufgabe der EU, den Zusehern solche Vorgaben zu machen. Vielmehr wäre das ein Schritt gegen die Modernisierung. Zahlreiche Länder übten Kritik an einer mangelnden Folgenabschätzung des Vorschlags.

Drozda: Plattformen planen nächsten Schritt

Für Österreich signalisierte Medienminister Thomas Drozda (SPÖ) grundsätzlich Zustimmung zu dem vorliegenden Kompromisstext. Zentrale Frage sei der Anwendungsbereich. „Für Plattformen, die mit der Verbreitung audiovisueller Inhalte in unmittelbare Konkurrenz zu Fernsehen und Fernsehen auf Abruf treten, müssen die gleichen Maßstäbe gelten“, forderte Drozda.

Jüngste Studien würden zeigen, dass der Konsum audiovisueller Inhalte in Sozialen Netzwerken laufend steige, nicht nur bei jungen Menschen. Professionelle und semiprofessionelle Inhalte würden bereits den größten Anteil der Plattformen einnehmen, die von Nutzern selbst bereitgestellten Inhalte würden an Bedeutung verlieren, sagte Drozda. Nun würden die großen Onlineplattformen den nächsten Schritt planen, indem sie zunehmend selbst als Inhalteproduzenten von „Original Content“ auftreten.

Lifestyle

Leute

Lange Haft für Ex-Freundin von Boliviens Präsident

Im aufsehenerregenden Fall um einen angeblichen unehelichen Sohn und persönliche Bereicherung ist die Ex-Freundin von Boliviens Staatspräsident Evo Morales zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Das entschied heute ein Gericht in La Paz. Gabriela Zapata hatte im Februar 2016 behauptet, aus einer Beziehung mit Morales den Sohn Ernesto Fidel zu haben. Zudem wurde bekannt, dass Zapata nach der Affäre mit Morales für ein chinesisches Unternehmen arbeitete, das vom Staat Aufträge in Höhe von über 500 Millionen Dollar erhielt.

Die Affäre kam kurz vor einem Verfassungsreferendum auf. Boliviens Präsident bestritt die Vaterschaft und Vetternwirtschaftsvorwürfe, aber seine Popularität sank rapide. Er verlor ein Referendum, das ihm eine erneute Kandidatur ermöglichen sollte.

Daher muss er 2019 nun als Präsident abtreten. Zapata wurde festgenommen, Morales wurde zum Vaterschaftstest bestellt, aber das Kind tauchte nicht auf. Im Gefängnis räumte die Ex-Freundin ein, dass die Geschichte erfunden war, sie sei benutzt worden, um dem Ansehen von Morales zu schaden.

Obamas urlauben in der Toskana

Ein bisschen Kultur, ein bisschen Wein, ein bisschen Sonne: Ex-US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle urlauben derzeit in der Toskana. Bei einem Besuch in Siena betrachteten sie gestern nicht nur den Dom, sondern genossen auch die regionale Küche, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Obamas in der Toskana

APA/AP/Carolyn Kaster

Untergekommen seien die beiden auf einem Luxusanwesen südlich von Siena. Die Obamas sind seit Freitag in der Toskana. Dabei hatte sie auch schon der italienische Starkoch Massimo Bottura bekocht.

Barack Obama ist auch mit dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi befreundet, der aus Florenz stammt.