Inland

Brief an EU: Kern will Flüchtlingsumsiedlung aussetzen

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat sein gestern angekündigtes Schreiben an die EU-Kommission abgeschickt. In dem Brief, der der APA und mehreren österreichischen Tageszeitungen vorlag, erklärt Kern die österreichische Teilnahme am Flüchtlingsumsiedlungsprogramm für vorerst „nicht gerechtfertigt“ und bittet Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker um ein Treffen.

Inhaltlich argumentiert Kern in dem zweiseitigen Schreiben damit, dass in Österreich 2015 und 2016 viermal mehr Asylerstanträge gestellt worden seien als in Italien und zweieinhalbmal so viele wie in Griechenland. Ein wesentlicher Anteil dieser Flüchtlinge sei über Italien und Griechenland in die EU gekommen. „Österreich hat damit faktisch zu einer erheblichen und über das Umsiedlungsprogramm hinausgehenden Entlastung der beiden Mitgliedstaaten beigetragen“, schreibt Kern.

Weiteres Engagement Österreichs „nicht gerechtfertigt“

Eine österreichische Beteiligung an einem Umsiedlungsprogramm zugunsten Griechenlands und Italiens wäre folglich „nicht gerechtfertigt“, heißt es in dem Brief. Und: „Österreich strebt daher eine weitere Aussetzung des Umsiedlungsprogramms an, die den bisher von Österreich im Rahmen der Bewältigung der Migrationsströme bereits erbrachten solidarischen Beitrag entsprechend berücksichtigt.“

Skepsis in ÖVP

Die ÖVP zeigte sich skeptisch. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sah kaum Erfolgschancen für den Kanzler, Brüssel überzeugen zu können: „Ich glaube nicht, dass das gelingen kann.“ Im Wesentlichen sieht der ÖVP-Chef in der Debatte ohnehin nur eine SPÖ-interne Diskussion zwischen Bundeskanzler und Verteidigungsminister. Seitens der ÖVP habe der Innenminister nichts anderes getan, als darauf zu verweisen, dass es entsprechende Beschlüsse gebe, die eben umzusetzen seien.

Opposition nur in Kritik einig

Inhaltlich unterschiedlich, aber einig in der Kritik an der Regierung zeigt sich die Opposition in Sachen EU-Politik und konkret der Aussage der SPÖ, keine Flüchtlinge aus dem EU-Umverteilungsprogramm in Österreich aufnehmen zu wollen. Grüne und NEOS sind gegen den Ausstieg aus dem „Relocation“-Programm, die FPÖ bekräftigte die Forderung nach „Null-“ bzw. „Minuszuwanderung“.

EU-Kommission verweist auf Beschlüsse

Die EU-Kommission forderte Österreich unter Verweis auf eindeutige Beschlüsse dazu auf, sich an der Umverteilung zu beteiligen. Eine Sprecherin konzedierte in Brüssel, Österreich habe in den vergangenen Jahren eine „große Zahl von Flüchtlingen aufgenommen“. In Anerkennung dessen habe Österreich von einer zeitlichen Ausnahmeregelung profitiert.

„Nun wird von Österreich erwartet, seine Verpflichtungen vollständig im Rahmen der Relocation umzusetzen.“ Kein Land könne sich aus der Umverteilung zurückziehen. Das wäre nur möglich, wenn ein Land außerhalb des gesetzlichen Rahmens agiere. Das wäre „sehr bedauerlich“ und in diesem Fall seien Konsequenzen nicht ausgeschlossen.

Ausland

Getöte Ermittler in DR Kongo: UNO fordert Aufklärung

Nach dem gewaltsamen Tod von zwei UNO-Mitarbeitern in der Demokratischen Republik Kongo hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres die Behörden des Landes zur Verfolgung der Täter aufgefordert.

Die Vereinten Nationen (UNO) würden „alles in ihrer Macht Stehende tun“, damit die Täter zur Rechenschaft gezogen werden könnten, sagte Guterres gestern Abend in New York.

Er vertraue darauf, dass eine „vollständige Untersuchung des Vorfalls“ durch die kongolesischen Behörden erfolge. Auch die UNO würden die Umstände des Todes der beiden Mitarbeiter untersuchen.

Während Nachforschungen entführt

Guterres forderte die Behörden der Demokratischen Republik Kongo auf, die vier kongolesischen Staatsangehörigen aufzuspüren, die die beiden UNO-Mitarbeiter im Auftrag der Vereinten Nationen begleiteten. Die Regierung in Kinshasa hatte zuvor den Fund der beiden getöteten UNO-Experten bekannt gegeben, eine der Leichen war enthauptet.

Der aus den USA stammende Michael Sharp und die Schwedin Zaida Catalan waren am 12. März in der Unruheprovinz Kasai-Central entführt worden, wo sie für die UNO Recherchen etwa zu Waffenschmuggel machten.

Ein Regierungssprecher sagte, die örtliche Polizei habe Leichen entdeckt, darunter die der beiden UNO-Experten. Die Leiche der Frau sei enthauptet gewesen. Sharp und Catalan waren zusammen mit vier Kongolesen - einem Übersetzer und drei Motorradtaxifahrern - entführt worden.

Abstimmung über Verlängerung von UNO-Mission

Die gewalttätigen Unruhen in Kasai haben sich in den vergangenen Monaten auch auf Nachbarprovinzen, darunter Kasai-Central, ausgeweitet. Seit der Eskalation des Konflikts Mitte August 2016 wurden mindestens 400 Menschen getötet.

Der UNO-Sicherheitsrat will heute über die Verlängerung des Mandats der UNO-Stabilisierungsmission MONUSCO abstimmen. Fast 19.000 Blauhelmsoldaten sollen in der Demokratischen Republik Kongo für Sicherheit sorgen. Der 1999 ins Leben gerufene UNO-Einsatz ist die am längsten andauernde und teuerste Friedensmission der Vereinten Nationen.

Nun auch Ermittlungen gegen Fillons Ehefrau

In der Scheinbeschäftigungsaffäre um den französischen Präsidentschaftskandidaten Francois Fillon hat die Justiz nun auch ein Ermittlungsverfahren gegen dessen Ehefrau eingeleitet. Penelope Fillon wird unter anderem der Beihilfe zur Hinterziehung von Staatsgeldern verdächtigt, wie gestern aus Justizkreisen bestätigt wurde.

Die gebürtige Britin war jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann und dessen Nachfolger in der Nationalversammlung angestellt gewesen. Die Justiz prüft, ob es sich um eine Scheinbeschäftigung handelte. Die Vorwürfe belasten Fillons Wahlkampf seit Wochen schwer. Gegen den Konservativen war bereits Mitte März ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Zwei Soldaten bei Anschlag in Kolumbien getötet

Ein Angriff auf einen Militärkonvoi mit zwei Toten belastet die Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der marxistischen ELN-Guerilla.

Die Soldaten hatten in der Konfliktregion Arauca an der Grenze zu Venezuela einen Bus eskortiert, als auf der Straße zwischen den Städten Tame und Fortul mutmaßliche ELN-Rebellen mit Waffen und Sprengstoff das Militär angriffen, berichtete das Portal „El Tiempo“.

Zwei Soldaten starben, drei wurden verletzt. Das Militär machte die Einheit „Domingo Lain“ der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) für die Tat verantwortlich.

Kein Waffenstillstand trotz Friedensverhandlungen

Erst am vergangenen Wochenende waren bei einer mutmaßlichen ELN-Attacke in der Pazifikregion Choco fünf Menschen gestorben. Die ELN soll noch über 1.500 bis 2.000 Kämpfer verfügen.

Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos ordnete eine Offensive gegen die Guerilla an. Trotz der am 7. Februar auf neutralem Boden im ecuadorianischen Quito begonnenen Verhandlungen über einen Friedensvertrag gibt es bisher keinen Waffenstillstand.

Santos will wie mit der größeren FARC-Guerilla ein Ende des bewaffneten Kampfes erreichen. Die rund 6.900 FARC-Kämpfer lassen derzeit unter UNO-Kontrolle in 26 sogenannten Friedenscamps ihre Waffen registrieren, um sie dann abzugeben. Im kolumbianischen Konflikt starben seit 1964 über 220.000 Menschen.

USA „womöglich“ an tödlicher Explosion in Mossul beteiligt

Nach einer Explosion mit etlichen toten Zivilisten in der irakischen Stadt Mosul (Mossul) hat das US-Militär eine Schuld an dem Vorfall nicht ausgeschlossen.

„Meine erste Einschätzung ist, dass wir womöglich an den Todesopfern beteiligt waren“, sagte der US-Kommandant der Anti-IS-Mission, General Stephen Townsend, heute. Es habe mehrere US-Luftangriffe in der Gegend gegeben.

Über 100 Tote bei Explosion

Er sagte aber, dass man keineswegs absichtlich Zivilisten angegriffen habe. Das Zentralkommando untersucht den Vorfall. In Folge der gewaltigen Explosion im Westen der Metropole am 17. März waren verschiedenen Berichten zufolge mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen.

Kritiker werfen der neuen US-Regierung vor, die Luftangriffe verschärft zu haben und weniger Rücksicht auf Zivilisten zu nehmen. Townsend wies die Darstellung zurück, dass Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz Unbeteiligter gelockert worden seien.

UNO appelliert an Anti-IS-Koaltion

Erst gestern appellierte die UNO an die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition, beim Kampf gegen die Terrororganisation zivile Opfer zu vermeiden. Infolge der Bombardierung würde Mossul rasch zur „tödlichen Falle“ für Zivilisten. Auch die NGO Amnesty International erhob schwere Vorwürfe gegen die Anti-IS-Koalition.

Mehr dazu in „Nicht in die Falle des IS tappen“

Ägyptens Präsident zu Gast im Weißen Haus

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi reist in der kommenden Woche zu seinem ersten Staatsbesuch in die USA. US-Präsident Donald Trump empfängt den früheren Armeechef am Montag, teilte das Weiße Haus mit. Das Treffen diene dem Ausbau der bilateralen Beziehungen.

Trump hatte Sisi Ende Jänner versichert, dass seine Regierung an der Militärhilfe für Ägypten festhalten werde. Die US-Unterstützung für das ägyptische Militär beträgt jährlich 1,3 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro). Nach dem Militärputsch gegen Sisis Vorgänger Mohammed Mursi und der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste seiner Anhänger hatten die USA die Militärhilfe im Jahr 2013 teilweise ausgesetzt.

2015 wurde sie wieder aufgenommen. Spannungen gab es aber weiterhin, unter anderem wegen der Menschenrechtslage in Ägypten und Kairos Unterstützung für den gegen die international anerkannte libysche Regierung kämpfenden General Khalifa Haftar.

Sport

ÖFB: Die Spieler in der Einzelkritik

Österreichs Nationalmannschaft hat gestern in Innsbruck mit neuem System und vielen veränderten Positionen ein 1:1 gegen Finnland erreicht. Aufgrund von Anpassungsschwierigkeiten konnte vor allem vor der Pause kein Spieler auf sich aufmerksam machen.

Nach der Pause kam dann der Schwung mit der Einwechslung von Marko Arnautovic, der nur 45 Minuten brauchte, um sich die Topnote zu holen. Der Rest zeigte eine mehr als durchschnittlicher Leistung.

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Fußball: Videobeweis hilft Spanien in Frankreich

Spanien hat gestern das mit Spannung erwartete Testspiel in Paris gegen Frankreich auch dank des Videobeweises mit 2:0 für sich entschieden. Zunächst wurde das vermeintliche Führungstor der „Equipe Tricolore“ nach einem Veto aberkannt. Und auch der entscheidende zweite Treffer der Spanier zählte erst, nachdem sich der Videoschiedsrichter eingeschaltet hatte.

In einem weiteren Länderspiel ging wiederum Portugal trotz 2:0-Führung gegen Schweden als Verlierer vom Platz. Die Niederländer erlitten gegen Italien den nächsten Dämpfer.

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WM-Qualifikation: Messi fasst Sperre von vier Spielen aus

Ein Wutausbruch von Superstar Lionel Messi könnte unangenehme Folgen für die argentinische Nationalmannschaft haben. Der fünffache Weltfußballer wurde wegen Beleidigung eines Schiedsrichterassistenten beim 1:0-Heimsieg gegen Chile in der Vorwoche vom Weltfußballverband (FIFA) für vier Spiele in der laufenden Südamerika-WM-Qualifikation gesperrt. Der Vizeweltmeister hat das Ticket für die Endrunde 2018 in Russland noch keineswegs sicher. Und gleich das erste Spiel nach Messis Sperre ging verloren.

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ÖFB: U17 verliert EM-Platz in Nachspielzeit

Österreichs U17-Fußballnationalteam hat das angestrebte Ticket für die EM-Endrunde nur denkbar knapp verpasst. Die Auswahl von Coach Hermann Stadler musste sich zum Abschluss der Eliterunde gestern in Bad Waltersdorf der Ukraine knapp geschlagen geben und rutschte in der Gruppe noch auf Platz drei ab.

Dabei hielten die Österreicher bis in die Nachspielzeit noch Kurs Richtung EM, kassierten dann aber noch den bitteren K.-o.-Schlag.

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Wirtschaft

EZB besetzt Posten nach Protesten neu

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Beschwerden von Mitarbeitern über undurchsichtige Beförderungen die Leitung ihres Brüsseler Büros neu vergeben. Weitere vier Ernennungen wurden aufgehoben.

Dies zeigen interne Dokumente, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Das EZB-Direktorium ernannte danach Boris Kisselevsky, einen Manager aus der Kommunikationsabteilung, zum neuen Leiter in Brüssel. Die Ernennung sei das Ergebnis eines neuen Einstellungsverfahrens, heißt es in einem internen Papier.

Kritik an mangelnder Ausschreibung

Der Brüsseler Job war neu ausgeschrieben worden. Das EZB-Direktorium wollte ursprünglich Stephane Rottier, einen ehemaligen Berater von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet, auf die Position setzen.

Doch Praets Berufung wurde im Oktober zurückgenommen. Die Mitarbeitervertretung hatte sich beschwert, dass die Ernennung auf eine Position mit höherem Gehalt ohne dafür korrekte Ausschreibung und Berufungsverfahren erfolgt sei.

Verfahrensfehler festgestellt

Das EZB-Direktorium annullierte zudem vier Ernennungen in der Personalabteilung der Notenbank. Die EZB habe die Korrektheit des Auswahlverfahrens neu bewertet - Verfahrensfehler seien festgestellt worden, hieß es in einem Memo. Ein EZB-Sprecher sagte dazu, die Entscheidung zeige, dass das interne Beschwerdeverfahren der Notenbank funktioniere.

Erst gestern hatte die Nichtregierungsorganisation Transparency International von der Notenbank größere Transparenz und eine stärkere Kontrolle der Institution gefordert. Eine Mitarbeiterumfrage hatte 2015 ergeben, dass 65 Prozent der EZB-Beschäftigten Beziehungen als wichtigsten Faktor für eine Karriere in der Zentralbank betrachten.

Amazons Bauchfleck mit Robotersupermarkt

„Anfang 2017“ hätte der erste komplett automatisierte Supermarkt des IT-Riesen Amazon aufsperren sollen. Der Shop in Amazons Heimatstadt Seattle läuft aber weiter nur im Testbetrieb mit eigenen Mitarbeitern als Pseudo-Kunden.

Nun haben Insider das Ausmaß des Bauchflecks preisgegeben: Offenbar scheitert das robotische Geschäft einfach am Faktor Mensch und funktioniert nur dann gut, wenn die Kundschaft all das unterlässt, was man in Supermärkten üblicherweise so tut. Sogar das Anstellen an der Kassa geht den Leuten offenbar ab.

Mehr dazu in Virtueller Filialleiter stürzt ab

Bank Austria: Mitarbeiterausgliederung bringt rote Zahlen

Die Bank Austria, die seit dem vierten Quartal 2016 ohne ihr gewinnbringendes Osteuropageschäft auskommen muss, hat 2016 im Österreich-Geschäft operativ einen Gewinn von 583 Mio. Euro geschrieben, gleich viel wie 2015. Nach Abschreibungen und Zusatzkosten für die Ausgliederung von Mitarbeitern in die allgemeine Sozialversicherung (ASVG) gab es unter dem Strich aber einen Verlust von 362 Mio. Euro.

Inklusive der neun Monate Osteuropageschäft, das mit 1. Oktober an die Bank-Austria-Mutter UniCredit abgegeben werden musste, weist die Bank Austria für 2016 einen Gewinn von 641 Mio. Euro aus, geht aus dem gestern Abend auf der Website veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. 2015 hatte die Bank Austria mit 1,3 Mrd. Euro noch einen doppelt so hohen Gewinn ausgewiesen.

Belastung durch ASVG und Rückstellungen

Die Bank Austria hat 3.300 Mitarbeiter aus der hauseigenen Pensionsversicherung in das ASVG übergeführt. Nach Bekanntwerden der Entscheidung änderte die österreichische Bundesregierung das entsprechende Gesetz und verlangte einen höheren Beitragssatz. Diese Anpassung hat die Bank Austria laut Geschäftsbericht 2016 zusätzlich 509 Mio. Euro gekostet. Die Ausgliederung schlug damit in Summe mit knapp 800 Mio. Euro zu Buche.

Abgesehen von den ASVG-Ausgliederungskosten belasteten 201 Mio. Euro an Rückstellungen die Bilanz der Bank Austria. Außerdem fielen 182 Mio. Euro (6,6 Prozent mehr als 2015) an Kosten an, die für die Bankenabgabe (128 Mio.) und die Dotierungen des Einlagensicherungs-sowie des Abwicklungsfonds (54 Mio. Euro) fällig wurden. „Die Belastung aus dieser Position entspricht einem Viertel der gesamten Personalkosten in Österreich“, heißt es im Geschäftsbericht.

Gute Kernkapitalquote

Gut steht die Bank dafür auch nach der Abgabe des Osteuropageschäfts an die Mutter UniCredit bei der Kapitalausstattung da: Das Kernkapitalquote liegt bei 18 Prozent.

Die Zahl der Mitarbeiter im Österreich-Geschäft fiel von 6.737 (Ende 2015) auf 6.347 (Ende 2016). In Österreich gab es Ende 2016 141 Filialen (Retail), um 33 weniger als ein Jahr zuvor. Ziel sind 124 Filialen. Die Bilanzsumme für das Österreich-Geschäft wird mit 105 Mrd. Euro ausgewiesen. Mit Osteuropa hatte es zwar im Vorjahr noch eine Bilanzsumme von 194 Mrd. Euro gegeben, die Österreich-Bilanz alleine war im Vorjahr auf 100 bis 110 Mrd. Euro geschätzt worden.

Chronik

Alle Insassen aus brennendem Flugzeug in Peru gerettet

Ein Flugzeug mit 141 Menschen an Bord ist nach der Landung in der zentralperuanischen Kleinstadt Jauja von der Piste abgekommen und in Flammen aufgegangen.

Es gab zahlreiche Leichtverletzte, aber keine Toten bei dem Unfall. Die Passagiere konnten die Boeing 737-300 noch rechtzeitig verlassen, wie die Fluggesellschaft Peruvian Airlines mitteilte.

Ursache noch ungeklärt

Die Gründe für das Unglück sind noch ungeklärt. „Dank der Erfahrung des Piloten und der Professionalität der Besatzung ist größerer Schaden verhindert worden“, so die Fluggesellschaft.

Nach Berichten von Zeugen verlor der Pilot wegen starker Winde die Kontrolle, andere sprachen von einem geplatzten Reifen als Ursache für das Abkommen von der Piste.

Auch war zunächst unklar, warum es zu dem Feuer kam, das auf Videos zu sehen war, die vom Portal „El Comercio“ veröffentlicht wurden.

Außerplanmäßiger Flug wegen Überschwemmungen

Es handelte sich um einen außerplanmäßigen Flug von der Hauptstadt Lima in das 260 Kilometer westlich gelegene Jauja. Die Stadt in den Bergen ist wegen der seit Wochen Peru heimsuchenden Überschwemmungen auf dem Landweg kaum noch zu erreichen.

Australien beginnt nach Zyklon mit Aufräumarbeiten

Nach dem schweren Zyklon Debbie haben an der Nordostküste Australiens die Aufräumarbeiten begonnen. Den Behörden zufolge waren heute immer noch mehr als 68.000 Menschen ohne Strom. Viele Straßen sind noch gesperrt.

Der Wirbelsturm war gestern mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometern pro Stunde über die Küstenregion des Bundesstaates Queensland hinweggefegt. Das genaue Ausmaß der Schäden ist noch nicht klar.

Bei den Aufräumarbeiten sind mehr als tausend Helfer im Einsatz. Australiens Premierminister Malcolm Turnbull ließ sich im Katastrophen-Koordinierungszentrum der Hauptstadt Canberra über den Stand der Dinge informieren. Die Arbeiten wurden durch heftige Regenfälle erschwert. Die Behörden veröffentlichten auch eine Flutwarnung.

Science

Gesundheit

Einigung auf verkürzte Wartezeiten in der Radiologie

Sozialversicherungen und Wirtschaftskammer haben sich offenbar auf die von der Regierung geforderte Verkürzung der Wartezeiten bei Radiologieuntersuchungen geeinigt.

Letzte Details wurden dem Vernehmen nach gestern am späten Nachmittag geklärt und von den jeweiligen Gremien abgesegnet. Veröffentlicht werden sollen die Ergebnisse bei einer gemeinsamen Pressekonferenz heute Vormittag in Wien. Bis dahin wurde über die Inhalte der Einigung Stillschweigen vereinbart, hieß es.

Forderung der Regierung

Die neue Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) hatte zuletzt die Forderung nach einer „signifikanten Verkürzung“ der Wartezeiten auf Magnetresonanz- und Computertomografieuntersuchungen erneuert - auf maximal vier Wochen, in akuten Fällen noch weniger.

Vorstellbar ist aus ihrer Sicht auch, dass die entsprechenden Wartelisten im Internet veröffentlicht werden.

Im Jänner hatte die Regierung mit einer gesetzlichen Regelung gedroht, sollten Sozialversicherungen und Wirtschaftskammer nicht von sich aus Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten vereinbaren.

Kultur

Christine Kaufmann ist tot

Christine Kaufmann ist tot. Die deutsche Schauspielerin starb in der Nacht auf Dienstag in München. Sie wurde 72 Jahre alt. Die in der Steiermark geborene Kaufmann stand schon als Neunjährige als „Rosen-Resli“ vor der Kamera, es folgte eine Hollywood-Bilderbuchkarriere und die Hochzeit mit US-Schauspielstar Tony Curtis. Später kehrte Kaufmann nach Deutschland zurück, spielte in zahlreichen Film- und TV-Produktionen und schuf sich mit einer Kosmetiklinie und als Autorin von Ratgebern ein zweites Standbein.

Mehr dazu in Einmal Hollywood und zurück

Leute

Tochter des belgischen Königs? Frau scheitert vor Gericht

Die Künstlerin Delphine Boel ist vor einem Brüsseler Gericht mit ihrem Anliegen vorerst gescheitert, sich als Tochter des ehemaligen belgischen Monarchen Albert II. anerkennen zu lassen. Die Entscheidung erging gestern in erster Instanz.

Die 49 Jahre alte Künstlerin wollte zunächst offiziell feststellen lassen, dass der Ex-Mann ihrer Mutter, Jacques Boel, nicht ihr Vater ist. Das hatte ein Erbguttest bereits belegt. Das Gericht erklärte das Anliegen nach einem Bericht der Zeitung „Le Soir“ trotzdem für unbegründet.

Neben dem biologischen gebe es noch andere Kriterien für familiäre Bindung, zum Beispiel Vermögensverhältnisse. Im rechtlichen Sinne stehe die Vaterschaft von Jacques Boel fest. Der Antrag, den 82-jährigen Albert zum rechtlichen Vater zu erklären, sei somit unzulässig.

Verfahren nach Pause wiederaufgenommen

Das Gericht hatte das Verfahren nach langer Pause Ende Februar wiederaufgenommen. Der Prozess war monatelang ausgesetzt gewesen, weil der belgische Verfassungsgerichtshof zunächst grundsätzliche Fragen zu klären hatte. Delphine Boel kämpft schon seit 2013 um die Anerkennung als Königstochter.

Sie sagt, ihre Mutter, die Baronin Sybille de Selys Longchamps, und Albert hätten vor Jahrzehnten eine längere Affäre gehabt. Der ehemalige König hatte stets bestritten, der Vater der Künstlerin zu sein. Er räumte jedoch vor Jahren ein, dass seine Ehe zu Paola (79) auch Krisen gekannt habe.