Ausland

Polens Regierung will an Justizreform festhalten

Polens nationalkonservative Regierung will ihre umstrittene Justizreform verteidigen. „Wir werden nicht zurückrudern“, teilte Ministerpräsidentin Beata Szydlo heute Abend mit. Die Justiz funktioniere schlecht. Das Veto des Präsidenten Andrzej Duda habe die Arbeiten an der Reform lediglich verlangsamt, meinte die Politikerin der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Die Reform sei den Wählern versprochen worden und werde dringend gebraucht.

Überraschend hatte Duda gegen die vom Parlament gebilligten Reformen zum Obersten Gericht und des über die Unabhängigkeit der Justiz wachenden Landesrichterrats (KRS) sein Veto eingelegt und auf Sanktionsdrohungen Brüssels und Proteste Tausender Menschen reagiert. Das Gesetz der Nationalkonservativen muss nun überarbeitet werden. Man sei dialogbereit, sagte Szydlo zwar, kritisierte aber die Reformgegner: Sie unterstützen ein ungerechtes System.

Duda will eigene Vorschläge ausarbeiten

Duda kündigte an, eigene verfassungskonforme Entwürfe auszuarbeiten. Experten hatten an den PiS-Gesetzen Bedenken zur Verfassungswidrigkeit geltend gemacht. Die zwei am meisten kritisierten Reformen wurden durch Dudas Veto vorerst gestoppt.

Einen dritten Entwurf hingegen hatte er bereits im Juni unterschrieben, dieser änderte die Regelungen zur Richterausbildung. Eine vierte von Brüssel kritisierte Reform liegt noch auf Dudas Schreibtisch. Sie soll dem Justizminister, der auch das Amt des Generalstaatsanwalts ausübt, mehr Einfluss auf die allgemeinen Gerichte verleihen. Duda werde sie unterschreiben, hieß es aus seiner Kanzlei. Dagegen gab es auch heute Proteste.

Schwedische Regierung wegen Datenlecks in Erklärungsnot

Schwedens Regierung ist wegen eines riesigen Datenlecks in Erklärungsnot. Nachdem bekanntwurde, dass unter anderem vertrauliche Militärdaten und die Daten von schwedischen Führerscheininhabern ins Ausland abflossen, sprach Ministerpräsident Stefan Lövfen heute von einem „Unfall“ und kündigte eine Untersuchung an.

Er gab an, im Jänner von einem Mitarbeiter über das Datenleck unterrichtet worden zu sein. Laut Medienberichten wussten Verteidigungsminister Peter Hultqvist und Innenminister Anders Ygeman bereits seit 2016 davon, machten das Problem aber nicht öffentlich. Das Leck entstand, nachdem die schwedische Verkehrsbehörde im Jahr 2015 dem Computerkonzern IBM die IT-Verwaltung übertrug. IBM beauftragte wiederum Subunternehmen in Tschechien und Rumänien, sodass dort Techniker ohne Sicherheitsüberprüfung Zugang zu sensiblen schwedischen Daten bekamen, darunter sämtliche Führerscheindaten.

„Schlüssel zum Königreich“

Das schwedische Militär teilte mit, dass Informationen über sein Personal, seine Fahrzeuge sowie seine Verteidigungs- und Kontingentplanung von dem Datenleck betroffen sein könnten. Die Verkehrsbehörde erklärte, nichts deute darauf hin, dass die geleakten Daten missbräuchlich verwendet worden seien.

Ein Vertreter des Ministeriums sprach in der Zeitung „Dagens Nyheter“ von einer Nachlässigkeit im Umgang mit Daten schwedischer Bürger. Das sei so, als würden „die Schlüssel zum Königreich fortgegeben“. Im Jänner war die Generaldirektorin der Verkehrsbehörde zurückgetreten. Sie räumte seither laut Medienberichten ein, den Datenschutz missachtet zu haben, und willigte in eine Geldstrafe von umgerechnet 7.000 Euro ein.

Tempelberg-Krise: UNO fordert Lösung bis Freitag

Angesichts der gewalttätigen Konflikte um die Zugangsrechte zum Tempelberg in Jerusalem hat der UNO-Sondergesandte Nikolai Mladenow eine rasche „Lösung“ gefordert. „Es ist extrem wichtig, dass für die aktuelle Krise bis Freitag eine Lösung gefunden wird.“ Das sagte der Sondergesandte für den Nahen Osten heute am Sitz der UNO in New York, nachdem er dem Sicherheitsrat über die jüngsten Entwicklungen Bericht erstattet hatte.

Die Gefahr einer weiteren Eskalation nehme zu, wenn bis zu den bevorstehenden Freitagsgebeten der Muslime keine Lösung gefunden worden sei, sagte Mladenow. Der Streit über den Tempelberg könne „weit über die Stadtmauern der Altstadt (Jerusalems, Anm.) hinaus katastrophale Kosten“ verursachen. Diese Auswirkungen könnten „weit über Israel und Palästina“ und „weit über den Nahen Osten“ hinausreichen. Der palästinensische Botschafter Rijad Mansur forderte den Sicherheitsrat auf, den Abbau der Metalldetektoren und Überwachungskameras zu verlangen.

Streit über Metalldetektoren

Israel hatte nach einem Anschlag auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt Mitte Juli die Kontrollen zum Tempelberg verschärft und Metalldetektoren sowie zusätzliche Überwachungskameras am Eingang installieren lassen. Die Palästinenser sehen darin einen Versuch Israels, mehr Kontrolle über den Tempelberg zu gewinnen.

Seit Freitag wurden in dem Konflikt drei Israelis und fünf Palästinenser getötet. Die Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats wurde von Frankreich, Schweden und Ägypten beantragt. Der Tempelberg - auf Arabisch Al-Haram Al-Scharif (edles Heiligtum) - mit der Al-Aksa-Moschee, dem Felsendom und der Klagemauer ist gläubigen Muslimen und Juden gleichermaßen heilig.

Heikle Gespräche zwischen Türkei und EU in Brüssel

Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen führen die EU und die Türkei morgen in Brüssel Gespräche über ihre künftige Zusammenarbeit. An einem „hochrangigen politischen Dialog“ mit dem EU-Beitrittsland nehmen von türkischer Seite Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Europaminister Ömer Celik teil. Die EU ist durch die Außenbeauftragte Federica Mogherini und Erweiterungskommissar Johannes Hahn vertreten.

Die EU will dabei auch das Vorgehen Ankaras gegen Regierungskritiker und Journalisten ansprechen und die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards anmahnen.

Nach türkischen Angaben stehen der Stand der Beitrittsgespräche und die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Wirtschaft und Handel auf der Tagesordnung. Darüber hinaus soll es um den Kampf gegen den Terrorismus und die Flüchtlingskrise gehen. Eine Pressekonferenz ist für 17.00 Uhr geplant.

US-Demokraten stellen Wirtschaftsplan vor

Mit Forderungen nach höheren Löhnen und einem nationalen Infrastrukturprogramm wollen die oppositionellen US-Demokraten wieder Boden gutmachen. Mehrere ranghohe Abgeordnete der Partei stellten heute im US-Bundesstaat Virginia einen Wirtschaftsplan vor, der etwa eine Erhöhung des Mindestlohnes auf 15 US-Dollar (ca. 13 Euro) und eine Senkung der Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente vorsieht.

Auch machen sie sich darin dafür stark, große Zusammenschlüsse von Firmen zu begrenzen, um Monopolbildungen zu verhindern. Die Demokraten greifen in dem Papier Beobachtern zufolge einen populistischeren Ansatz auf als bisher. Acht Monate nach der verlorenen Präsidentschaftswahl ist das auch ein Versuch, in die Offensive zu gehen und vor der Kongresswahl im kommenden Jahr Akzente gegen die Republikaner zu setzen.

Den Demokraten gelang es bisher nicht, aus dem Chaos im Weißen Haus politisches Kapital zu schlagen. In einer jüngsten „Washington Post"/ABC-Umfrage hatten nur 37 Prozent erklärt, dass die Demokraten "für etwas stehen“, während 52 Prozent sagten, sie stünden nur gegen Präsident Donald Trump.

278 Flüchtlinge vor libyscher Küste gerettet

Vor der libyschen Küste sind heute 278 afrikanische Bootsflüchtlinge gerettet worden. Wie die libysche Marine mitteilte, wurden 150 afrikanische Flüchtlinge etwa 70 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis entfernt aus dem Mittelmeer geborgen, 128 Menschen rettete die Küstenwache weiter westlich der Stadt. Unter ihnen seien auch Frauen und Kinder gewesen.

Ein Zeuge berichtete, Schlepper hätten den Motor des einen Schlauchbootes absichtlich auf offener See gegen einen kaputten Motor ausgetauscht und seien dann geflohen. Die 150 Insassen jenes Bootes wurden nach Behördenangaben in Tripolis mit Wasser und Essen versorgt sowie medizinisch betreut. Danach wurden sie in Abschiebehaft gebracht.

Schon 2.360 Tote allein heuer

Die Schlepper setzen Flüchtlinge normalerweise an der libyschen Küste in Boote, die dann mit Motorbooten in Richtung internationale Gewässer geschleppt werden. Dort werden die Menschen dann ihrem Schicksal überlassen; die Schlepper spekulieren darauf, dass sie von Schiffen in der Nähe gerettet und nach Europa gebracht werden.

Vor allem Flüchtlinge aus dem südlichen Teil Afrikas treten von Libyen aus die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer ins rund 300 Kilometer entfernte Italien an. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) starben dabei in diesem Jahr bereits rund 2.360 Menschen.

Über 20 Tote bei Attentat in Pakistan

Bei einem Anschlag in der pakistanischen Stadt Lahore sind heute unterschiedlichen Quellen zufolge bis zu 25 Menschen getötet worden. Einige Medien sprechen von 22 Toten, zunächst war von 15 Toten die Rede gewesen. 39 Verletzte wurden im Krankenhaus behandelt, wie der Sprecher der Bezirksregierung der Stadt Lahore, Abdul Razzaq, heute gegenüber der dpa sagte.

Zerstörung am Anschlagsort

APA/AFP/Arif Ali

Das Attentat ereignete sich in der Innenstadt. Nach Angaben aus Polizeikreisen waren Beamte das Ziel, die Straßenhändler vertreiben sollten. Für den Anschlag übernahm zunächst niemand die Verantwortung. In der Vergangenheit reklamierten solche Taten oft die radikalislamische Taliban in Pakistan für sich.

Inland

Pilz gibt morgen Entscheidung über Antreten bekannt

Der langjährige grüne Abgeordnete Peter Pilz gibt morgen Vormittag bekannt, ob er mit einer eigenen Liste zur Nationalratswahl antritt. Um 10.30 Uhr wird er dazu eine Pressekonferenz geben.

Ob Pilz antritt, ließ er auch heute offen, ebenso, wer mit ihm bei dem Pressetermin auftritt. Zuletzt hatte das grüne Gründungsmitglied wiederholte Male gesagt, dass ihn ein Antreten reizen würde. Auch genug Mitstreiter habe er. Offen war vor allem, ob Pilz einen Wahlkampf finanziell und organisatorisch auf die Beine stellen kann.

Kindergeld: Auch Grüne für Rechtsanspruch auf Papamonat

Auch die Grünen fordern einen Rechtsanspruch auf den Papamonat. Man müsse Vätern durch einen Rechtsanspruch und eine gute finanzielle Absicherung zeigen, dass sie das Recht darauf haben, sich an der Familienarbeit zu beteiligen, und das vom Staat auch unterstützt werde, sagte die grüne Familiensprecherin Judith Schwentner.

„Solange es keinen Rechtsanspruch auf einen Papamonat gibt und die 700 Euro des Papamonats vom weiteren Kinderbetreuungsgeld wieder abgezogen werden, bleibt er für viele Familien reines Wunschkonzert. Das Gesetz gehört unbedingt nachgebessert“, so Schwentner.

Rendi-Wagner: „Höchste Zeit“

Auch Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) bekräftigte die Forderung der SPÖ-Frauen nach einem Rechtsanspruch auf den Papamonat in der Privatwirtschaft. „Es ist höchste Zeit für den Rechtsanspruch auf den Papamonat - mit dem Koalitionspartner war er leider bisher nicht durchsetzbar“, kritisierte sie die ÖVP.

Durch den Rechtsanspruch könnte eine weitere Hürde für Väter abgebaut werden, die sich aktiv in die Kindererziehung einbringen möchten, so die Ministerin. Derzeit können Väter in der Privatwirtschaft den Papamonat nur in Anspruch nehmen, wenn seitens der Dienstgeber Bereitschaft dazu besteht.

Wirtschaftskammer dagegen

Die Wirtschaftskammer sieht keine Notwendigkeit für einen Rechtsanspruch auf einen Papamonat. Das Modell auf freiwilliger Basis laufe gut, erklärte Martin Gleitsmann, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung. Auch NEOS spricht sich gegen die Forderung von SPÖ und Grünen aus.

25 Prozent als Ziel bei Väterbeteiligung

Seit Inkrafttreten des neuen Kindergeldkontos im März stellten über 1.000 Väter einen Antrag auf die „Familienzeit“ bzw. den Papamonat. Das geht aus aktuellen Zahlen des Familienministeriums hervor. Im Rahmen der „Familienzeit“ können Väter direkt nach der Geburt des Kindes zwischen 28 und 31 Tage durchgehend zu Hause bleiben, dafür gibt es 700 Euro.

Die Väterbeteiligung beim Kindergeldbezug liegt nach den zuletzt verfügbaren Daten bei 19,4 Prozent. „Unser Ziel ist es, die Beteiligung der Väter auf 25 Prozent anzuheben“, so ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin.

Masterplan soll Impulse für ländlichen Raum geben

Agrarminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hat heute seinen Masterplan für den ländlichen Raum vorgestellt. Unter wissenschaftlicher Begleitung und mit Einbindung von 3.000 Teilnehmern wurden in 20 Handlungsfeldern Vorschläge für mehr Chancengerechtigkeit erarbeitet. Bei einem Pressegespräch räumte Rupprechter allerdings ein, dass es an der neuen Bundesregierung liegen wird, diese auch umzusetzen.

Initiiert wurde der Prozess im Herbst des Vorjahres, seither haben sich mehr als 3.000 Bürgerinnen und Bürger an 50 Veranstaltungen, Workshops und Expertengesprächen beteiligt. „Das Ergebnis ist 127 Seiten schwer“, es enthält Anleitungen, wie sich das Land weiterentwickeln soll, erklärte der Minister.

Dezentralisierung im Fokus

Ein wichtiger Ansatzpunkt aus seiner Sicht ist die Dezentralisierung, so sollen Bundesbehörden etwa nicht nur in Wien, sondern dort, wo es sinnvoll sei, auch auf dem Land angesiedelt sein. Als Beispiel hierfür nannte Rupprechter etwa das Bundesamt für Wasserwirtschaft am Mondsee.

Überlegungen für derartige Maßnahmen habe es auch in den Ressorts Inneres und Justiz gegeben, wobei er niemandem Empfehlungen ausrichten wolle, so Rupprechter. Was es nicht brauche, sei ein Föderalismusministerium, die Agenden seien in seinem Ressort gut aufgehoben, das könne man weiterentwickeln.

In den nächsten zehn Jahren sollen zehn Prozent der Behörden, 3.500 Dienststellen, in ländliche Regionen ausgelagert werden. Laut dem Politologen Peter Filzmaier befinden sich derzeit 65 von 68 Zentralstellen des Bundes in der Hauptstadt.

Sport

Formel 1: „Silly Season“ auf dem Fahrermarkt

Der Kampf um den WM-Titel ist spannend wie schon lange nicht. Trotzdem hält wie jeden Sommer die „Silly Season“ - die Zeit der absurden Wechselgerüchte - Einzug in die Formel 1. Im Mittelpunkt steht diesmal Fernando Alonso. Der Spanier ist bei McLaren alles andere als glücklich. Die Optionen auf ein siegesfähiges Auto halten sich für ihn aber in Grenzen. Die einzige Möglichkeit scheint Ferrari. Laut Medien hat die „Scuderia“ aber einen anderen Fahrer im Visier.

Mehr dazu in sport.ORF.at

UEFA Euro 2017: Erfolgsbausteine in Rot-Weiß-Rot

Was Österreichs Nationalspielerinnen bei der EM für Ansehen und Akzeptanz des heimischen Frauen-Fußballs leisten, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Am Mittwoch (20.45 Uhr, live in ORF eins) haben sie die Chance, gegen Island ins Viertelfinale einzuziehen, was ihnen bei ihrer ersten Endrunde kaum jemand zugetraut hätte.

Möglich machte den Erfolg eine Vielzahl von Bausteinen, die Trainer Dominik Thalhammer und seine Spielerinnen in den letzten Wochen, Monaten und Jahren zusammensetzten. Herausragende Fitness, effiziente Spielweise, Fokussierung auf die vorgegebene Taktik, Effizienz und Teamgeist sind nur einige davon.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Golf: Open-Sieg hebt Spieth in neue Sphären

Jordan Spieth ist gestern mit seinem Triumph bei der Open Championship in Royal Birkdale bei Liverpool endgültig aus dem Schatten von Tiger Woods getreten. Der US-Amerikaner holte sich mit 23 Jahren nach Masters und US Open vor zwei Jahren das dritte Major-Turnier auf der PGA-Tour.

Das hatte in dem Alter nicht einmal sein berühmter Landsmann geschafft. Entsprechend verneigte sich die Sportprominenz vor Spieth, dem nur noch der Sieg bei der PGA Championship zum Karriere-Grand-Slam fehlt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

ZIB24

Kartellverdacht – Spezialist für Sammelklagen im Studio

Laut Recherchen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ sollen sich fünf große Autobauer jahrelang geheim über Produktion und Preise abgesprochen haben. Was können Auto-Besitzer jetzt tun? Zu Gast im Studio ist der auf Sammelklagen spezialisierte Rechtsanwalt Michael Poduschka.

Hitze in Italien - Rom geht das Wasser aus

Italien stöhnt unter einer extremen Hitzeperiode. Im Süden des Landes kämpfen Feuerwehrleute gegen Waldbrände und im halben Land leiden Landwirte unter Wassermangel. Den Bewohnern von Rom droht jetzt eine Rationierung des Wassers, berichtet Katharina Wagner aus Rom.

Rechtsstreit um Baby Charlie – Eltern gegen auf

Die Eltern des schwerkranken britischen Babys Charlie geben auf. In einem Rechtsstreit hatten sie eingefordert, dass ihr schwerkranker Bub mit experimentellen Methoden weiterbehandelt werden soll. Durch den Rechtsstreit sei Zeit verloren gegangen und jetzt sei die „Zeit abgelaufen“, so der Anwalt der Eltern von Charlie.

ZIB24 mit Lisa Gadenstätter, 00.03 Uhr, ORF eins

Mail an die ZIB24

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

EasyJet will 1.200 neue Mitarbeiter einstellen

Der britische Billigflieger EasyJet, der sich erst jüngst mit seiner österreichischen Tochter eine wegen des bevorstehenden „Brexit“ nötig gewordene neue EU-Lizenz gesichert hat, wächst und will daher 1.200 neue Mitarbeiter für die Kabine einstellen. Der Großteil soll bereits ab Oktober neu anfangen, wie EasyJet heute mitteilte.

Das neue Kabinenpersonal soll sowohl frei gewordene als auch zusätzliche Stellen besetzen. Bei EasyJet arbeiten derzeit rund 12.000 Menschen.

„Einige neue Arbeitsplätze“ in Österreich

EasyJet hatte erst im Mai angekündigt, 450 weitere Piloten einzustellen. Unklar ist, in welchen Ländern die Fluggesellschaft einstellen wird. EasyJet hatte vor Kurzem eine Tochtergesellschaft in Österreich gegründet, mit der sich die Airline auch nach dem „Brexit“ Zugang zum EU-Luftraum sichern will. In Österreich würden durch die Gründung „einige neue Arbeitsplätze“ entstehen, erklärte EasyJet.

Eine Verlagerung von Stellen aus Großbritannien werde es nicht geben. EasyJet transportiert mehr als 70 Mio. Passagiere pro Jahr; die mehr als 270 Maschinen starten und landen in 31 Ländern.

IWF sieht Europa als neue Wirtschaftslokomotive

Weltweit ist die Wirtschaft auf beschleunigtem Wachstumskurs, wie die aktuelle Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigt. Allerdings mit zwei markanten Ausreißern: Für das Wachstum in den USA und in Großbritannien korrigierte der IWF seine Erwartungen deutlich nach unten. Doch trotz der Unsicherheiten vor allem angesichts der US-Politik rechnet der IWF mit dem größten globalen Aufschwung der vergangenen zehn Jahre. Dabei zeichnet sich ab, dass Europa der Treiber der Weltwirtschaft sein wird.

Mehr dazu in Mehr Schwung in der Weltwirtschaft

Chronik

GB: Eltern geben Streit um todkrankes Baby auf

Die Eltern des schwer kranken britischen Säuglings Charlie Gard haben den juristischen Streit um das Schicksal ihres Kindes aufgegeben. Das sagte ein Anwalt der Eltern heute in London.

Unglücklicherweise sei die „Zeit abgelaufen“, so der Anwalt von Connie Yates und Chris Gard zu Beginn einer Anhörung des Londoner Gerichts. Er verwies auf Charlies jüngste Gehirnscans und sagte, eine Weiterbehandlung sei nicht mehr zu „seinem Besten“.

Seltene Krankheit

Das Baby leidet an einer seltenen genetischen Krankheit, sein Gehirn ist stark geschädigt, unter anderem kann er nicht mehr selbstständig atmen. Seine Ärzte am Londoner Krankenhauses Great Ormond Street und andere Experten halten eine Heilung für ausgeschlossen und beantragten die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte, um dem Kind weiteres Leiden zu ersparen.

Alle gerichtlichen Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gaben den Ärzten recht. Das Londoner Krankenhaus rief dann aber selbst das Gericht an, um neue Hinweise auf experimentelle Behandlungsmethoden erörtern zu lassen. Gleichzeitig bekräftigte es seinen bisherigen Standpunkt.

Versuchsmethode in den USA

Die Eltern wollten ihren Sohn mit einer Versuchsmethode in den USA behandeln lassen. Das Gericht wollte nach neuen Anhörungen zu der Methode morgen sein Urteil fällen. Das Schicksal des elf Monate alten Babys hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Sowohl Papst Franziskus als auch US-Präsident Donald Trump bekundeten ihr Mitgefühl. Trump bot über den Kurzbotschaftendienst Twitter seine Hilfe an.

Darknet-Tycoon tot: Thailand beschlagnahmte Vermögen

Der Betreiber der vergangene Woche in einer internationalen Polizeiaktion ausgehobenen AlphaBay-Darknet-Plattform ist tot. Die Behörden in Thailand beschlagnahmten das Millionenvermögen des in einem Gefängnis in Bangkok Verstorbenen.

Das Vermögen des mutmaßlichen Betreibers der geschlossenen Darknet-Plattform AlphaBay bezifferten die thailändischen Behörden mit bis zu 21 Millionen US-Dollar (18,04 Mio. Euro). „Wir haben bereits seinen Lamborghini, seinen Porsche und sein Haus beschlagnahmt“, sagte der stellvertretende Polizeichef Chalermkiat Srivorakan heute. Der Rest werde folgen. Ein Großteil des Vermögens des Mannes bestehe aus der Internetwährung Bitcoin.

Der 25-jährige Kanadier war am 5. Juli in Thailand festgenommen worden. Eine Woche später wurde er erhängt in seiner Gefängniszelle gefunden. Den thailändischen Behörden zufolge soll er sich das Leben genommen haben.

Verdacht auf Drogenhandel und Geldwäsche

Der 25-Jährige soll die Darknet-Plattform AlphaBay mit rund 400.000 Nutzern betrieben haben. Sie wurde in der vergangenen Woche vom US-Justizministerium geschlossen. Mit AlphaBay sei die größte bisher bekannte Darknet-Vertriebsstruktur ausgehoben worden, sagte US-Justizminister Jeff Sessions. Über AlphaBay soll auch mit illegalen Drogen gehandelt worden sein. Auch Zehntausende falsche Dokumente sollen über AlphaBay zu bekommen gewesen sein.

Laut Polizei hatte der Kanadier rund sieben Jahre lang als Programmierer unter falschem Namen mit seiner thailändischen Freundin in dem südostasiatischen Land gelebt. Die US-Behörden warfen ihm unter anderem Drogenhandel, Identitätsbetrug und Geldwäsche vor.

Medien

Stronach geht nicht zum ORF-„Sommergespräch“

Parteigründer Frank Stronach sagt sein ORF-„Sommergespräch“ ab. Grund sei die „fortgesetzte Feindseligkeit des ORF“ gegen seinen Mandanten, schrieb Stronachs Anwalt Michael Krüger heute in einer Aussendung.

Stronachs „Sommergespräch“ hätte kommenden Montag über die Bühne gehen sollen und wäre zugleich seine politische Abschiedsvorstellung gewesen. Denn Stronach hatte bereits vor Längerem angekündigt, seiner 2012 gegründeten Partei künftig weder seinen Namen zu leihen noch sie weiterhin zu finanzieren. Bei der Nationalratswahl 2017 wird das Team Stronach nicht antreten, Ende des Jahres soll es aufgelöst werden.

ORF bedauert

Der ORF findet Frank Stronachs „Sommergespräch“-Absage „bedauerlich“. Auf die in Stronachs Aussendung geäußerten „Vorwürfe und Verfahren“ will man nicht eingehen. Ursprünglich habe Stronach zum „Sommergespräch“ zugesagt, hielt man im ORF fest.

Das Studio soll trotzdem genutzt werden: für eine Diskussion von Moderator Tarek Leitner mit politisch interessierten Bürgern. Diese wird am kommenden Montag aufgezeichnet, aber nicht im TV zu sehen sein. Highlights sollen in der ORF-TVthek und in den Social-Media-Kanälen des ORF gezeigt werden.

IT

EU erhöht Druck auf Soziale Netzwerke

Die Europäische Union hat den Druck auf Facebook, Google und Twitter erhöht, damit diese die Nutzungsbedingungen ihrer Sozialen Netzwerke an EU-Recht anpassen. Die drei Unternehmen wurden im Juni von der Kommission schriftlich aufgefordert, bis zum 20. Juli verbesserte Vorschläge zu unterbreiten, wie aus den Schreiben hervorgeht, die die Nachrichtenagentur Reuters heute einsehen konnte.

Die bisherigen Vorschläge werden als unzureichend angesehen. In mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen hieß es, zwei Unternehmen seien dieser Aufforderung nachgekommen, eines habe um mehr Zeit gebeten. Die Bedenken der Kommission betreffen vor allem das von den Sozialen Netzwerken vorgeschlagene Prozedere zur Löschung rechtswidriger Inhalte. Sollten die Unternehmen den EU-Aufforderungen nicht nachkommen, könnten Strafen gegen sie verhängt werden.

Kultur

Trauer um Viennale-Chef Hans Hurch

20 Jahre lang leitete er die Viennale: Gestern ist Hans Hurch völlig überraschend verstorben. Laut Viennale erlag er in Rom einem Herzversagen. Hurch hatte sich in der italienischen Hauptstadt wegen eines Arbeitstreffens mit Regisseur Abel Ferrara aufgehalten. Auf eigenen Wunsch wäre Hurchs Vertrag mit der Viennale 2018 ausgelaufen. Die Viennale war unter Hurch ein cinephiles Entdeckerfestival, bei dem die Filme im Vordergrund standen - und nicht der Starrummel.

Mehr dazu in 20 prägende Jahre

Schweizer Mundartrocker Polo Hofer gestorben

Der Berner Mundartrocksänger Polo Hofer ist am Samstag 72-jährig verstorben. Das teilte seine Familie mit. Vor knapp einem Jahr hatte Hofer bekanntgegeben, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei. „Am Samschtig, 22. Juli, churz vor Mitternacht, het mys letschte Stündli gschlage und i bi zfriede deheime ygschlafe“, hieß es in einer Mitteilung, die zusammen mit einer Todesanzeige verbreitet wurde. „I säge: Tschou zäme, es isch schön gsy!“, heißt es in der Todesanzeige und weiter: „Uf my Wunsch git’s weder Ufbahrig no Abdankig.“

Hofer war gleichzeitig der letzte ausgebildete Handlithograf der Schweiz und der Gründer der ersten Mundartrockband des Landes. Mit Songs wie „Kiosk“, „Giggerig“ und „Teddybär“ wurde er berühmt. Der von ihm und Hanery Amman komponierte Hit „Alperose“ wurde 2006 vom Schweizer Fernsehpublikum gar zum größten Schweizer Hit aller Zeiten gewählt.

Hofer hatte seit einigen Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Am 8. Jänner 2016 erschien sein letztes Album „Ändspurt“. Der Musiker hat bis zuletzt an die Kraft der Musik geglaubt. „Die Musik stärkt mein Immunsystem“, sagte er noch im Frühjahr in einem Interview mit der „Schweiz am Sonntag“.

Linkin Park verabschieden sich von Sänger Bennington

Die US-Rockband Linkin Park hat sich mit einer Nachricht auf Facebook von ihrem verstorbenen Sänger Chester Bennington verabschiedet. „Deine Abwesenheit hinterlässt eine Leere, die nie gefüllt werden kann - eine ausgelassene, witzige, ehrgeizige, kreative, freundliche, großzügige Stimme im Raum fehlt“, schrieb die Band heute. Bennington hatte sich letzte Woche im Alter von 41 Jahren das Leben genommen.

„Die Dämonen, die dich uns wegnahmen, waren immer Teil des Deals. Schließlich verliebten sich alle überhaupt in dich wegen der Art, wie du über diese Dämonen sangst. Du stelltest sie furchtlos zur Schau und brachtest uns dadurch zusammen und lehrtest uns, menschlicher zu sein“, hieß es in der mit „LP“ unterzeichneten Nachricht.

Die 1996 in Los Angeles gegründete Band deutete an, weiterhin Musik machen zu wollen, ließ Details aber offen. „Unsere Liebe zum Musikmachen und -spielen ist unauslöschlich. Obwohl wir nicht wissen, welchen Weg unsere Zukunft nehmen mag, wissen wir, dass jedes unserer Leben durch dich verbessert wurde. Danke für dieses Geschenk. Wir lieben dich und vermissen dich so sehr.“

Regisseurinnen dominieren Kritikerwoche in Venedig

Die „Settimana Internazionale della Critica“ (SIC), eine Spezialschiene des Filmfestivals von Venedig, die sich jungen Talenten widmet, gab heute ihr Programm für 2017 bekannt: Auffällig ist die starke Präsenz von Regisseurinnen und weiblichen Filmfiguren. Sieben von neun Filmen entstanden unter der Koregie und Regie von Frauen.

Eröffnen wird die Kritikerwoche am 30. August mit „Pin Cushion“, einem finsteren Coming-of-Age-Drama, das die britische Regisseurin Deborah Haywood in den Arbeiterbezirken von Derbyshire drehte. Aus Deutschland wurde die Hamburgerin Helena Wittmann mit ihrem Debütfilm „Drift“ eingeladen. Er erzählt die Geschichte zweier Frauen, die ein Wochenende an der Nordsee zusammen verbringen. Knallbunt ist der Wettbewerbsbeitrag der Dänin Annika Berg, die in „Team Hurricane“ eine ausgeflippte Neo-Punk-Gruppe porträtiert (siehe Bild).

Filmstill aus „Team Hurrican“

Annika Berg

Punks, Politparabeln und eine Wölfin

Die Schweizerin Katharina Wyss ist mit „Sarah spielt einen Werwolf“ im Wettbewerb vertreten, der mysteriösen Geschichte einer Performerin (Sabine Timoteo), die sich tatsächlich in einen Werwolf zu verwandeln scheint. Aus Argentinien stammt das Vater-Sohn-Drama „Hunting Season“ von Natalia Garagiola, und die Türkin Emre Yeksan entwirft in „The Gulf“ eine surreale Parabel auf die politische Situation in ihrem Heimatland.

Außerdem mit dabei sind „Il cratere“, ein „rückwärts erzähltes Disney-Märchen“ von Luca Bellino und Silvia Luzi (Italien), „Les garcons sauvages“ von Bertrand Mandico (Frankreich) und „Veleno“ von Diego Olivares (Italien) - ein Film, der seine Kritik an den politischen Verhältnissen in Italien in die Form einer Soap-Opera gießt.

Die Filme der Kritikerwoche konkurrieren um den Publikumspreis sowie um die Preise für die beste technische Leistung und innovativste Regie. Zugleich qualifizieren sie sich für den mit 100.000 Dollar dotierten „Zukunftslöwen“. Das Filmfestival von Venedig, das am Donnerstag sein volles Programm bekanntgeben wird, findet heuer von 30. August bis 9. September statt.

Panorama

Neues Pariser Kanalschwimmbecken schon wieder zu

Ein neues Freibad in einem Kanalbecken in Paris hat nur eine Woche nach seiner Eröffnung vorübergehend schließen müssen - wegen schlechter Wasserqualität. Die drei Becken im Bassin de la Villette blieben heute geschlossen, wie das Rathaus der französischen Hauptstadt über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Messungen der Wasserqualität hätten ein „nicht zufriedenstellendes“ Ergebnis erbracht, hieß es. Französische Medien sprachen von einer erhöhten Bakterienkonzentration im Wasser. Die drei Schwimm- und Plantschbecken im Nordosten von Paris waren vor einer Woche eröffnet worden.

Gespeist werden die Becken mit dem unbehandelten, aber gefilterten Wasser des Canal de l’Ourcq. Sensoren messen ständig die Wasserqualität. Das kostenlose Schwimmbad mit Platz für 300 Badegäste ist Teil der Pariser Sommerstadtstrände Paris Plages. Wann die Becken wieder öffnen, konnte das Rathaus zunächst nicht mitteilen.

Leute

Justin Bieber bricht Welttournee ab

Popstar Justin Bieber bricht seine Welttournee ab. Aufgrund von „unvorhergesehenen Umständen“ müsse der Sänger die restlichen Konzerte der „Purpose“-Tour absagen, hieß es heute auf Biebers Website. Mehr Details gab es zunächst nicht. Auf dem Tourplan standen noch 15 Konzerte in den USA und Asien. „Justin liebt seine Fans und hasst es, sie enttäuschen zu müssen“, hieß es in der Mitteilung.

Der Musiker danke seinen Fans für die Unterstützung bei den bisherigen Konzerten der Tour - mehr als 150 auf sechs Kontinenten. „Aber nach sorgfältiger Überlegung hat er entschieden, keine weiteren Shows mehr zu spielen.“ Die Kosten für die Tickets würden erstattet.