Ausland

UNO-Sicherheitsrat verurteilt Nordkoreas Raketentest

Der UNO-Sicherheitsrat hat den jüngsten Raketentest Nordkoreas scharf verurteilt. Die Erklärung wurde gestern einstimmig angenommen; auch Nordkoreas Verbündeter China schloss sich der Verurteilung Pjöngjangs an.

Der Sicherheitsrat drohte Nordkorea überdies mit einer Verschärfung der Sanktionen. Es sei beschlossen worden, „weitere bedeutende Maßnahmen, darunter auch Sanktionen“ zu ergreifen, um Nordkorea dazu zu bewegen, seinen Kurs zu ändern und sein „destabilisierendes Verhalten“ zu ändern.

Demnach sollen im vergangenen Jahr beschlossene Sanktionen nun umgesetzt werden. Alle Länder seien zudem aufgefordert worden, die Sanktionen gegen das abgeschottete Land zu verschärfen.

Test mit Mittelstreckenrakete

Nordkorea hatte gestern den erfolgreichen Test einer weiteren Mittelstreckenrakete bestätigt und deren Einsatzbereitschaft bekannt gegeben. Nach Angaben der USA und Südkoreas handelte es sich um eine Mittelstreckenrakete, die etwa 500 Kilometer weit flog. Pjöngjang hatte erst am 14. Mai eine Mittelstreckenrakete gezündet.

Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Auftakt für Prozess gegen Südkoreas Ex-Präsidentin Park

Südkoreas entmachtete Präsidentin Park Geun Hye steht ab heute wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in einen Korruptionsskandal vor Gericht. Die 65-jährige Ex-Staatschefin muss sich wegen Bestechlichkeit, Nötigung, Amtsmissbrauchs und der Verletzung von Staatsgeheimnissen verantworten.

Park wird vorgeworfen, südkoreanische Unternehmen wie Hyundai und Posco unter Druck gesetzt zu haben, insgesamt 77,4 Milliarden Won (rund 64 Millionen Euro) an zwei Stiftungen einer Jugendfreundin zu spenden. Diese soll ihre Beziehungen zur Präsidentin ausgenutzt haben, um von den Firmen Millionenspenden einzutreiben und sich dabei auch persönlich zu bereichern.

Parks Anwälte weisen alle Vorwürfe zurück. Der Prozess dürfte mehrere Monate dauern. Park ist bereits das dritte südkoreanische Staatsoberhaupt, das sich wegen Korruptionsvorwürfen auf der Anklagebank wiederfindet.

Global doppelt so viele Binnenflüchtlinge wie Flüchtlinge

Die Zahl der im eigenen Land vertriebenen Menschen ist einem neuen Bericht zufolge doppelt so hoch wie die Zahl der Flüchtlinge weltweit. Rund 40,3 Millionen Binnenflüchtlinge stünden heute den nach UNO-Angaben 21,3 Millionen Flüchtlingen gegenüber, heißt es in einem gestern in New York veröffentlichten Bericht der Beobachtungsstelle für Binnenflüchtlinge (IDMC).

Der IDMC gehört zur Norwegischen Flüchtlingshilfe (NRC), einer Hilfsorganisation für Flüchtlinge mit Sitz in Oslo.

31 Mio. neue Binnenflüchtlinge

Konflikte, Gewalt und Naturkatastrophen wie Fluten, Stürme, Brände und harte Winter hätten allein im vergangenen Jahr zu 31 Millionen neuen Binnenflüchtlinge geführt. Der Klimawandel werde diese Situation noch verschärfen, schreiben die Autoren. 6,9 Millionen Menschen seien im eigenen Land auf der Flucht vor Konflikten, von denen ganze 2,6 Millionen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara lebten. Am stärksten betroffen waren im weltweiten Vergleich die Republik Kongo, Syrien, der Irak, Afghanistan, Nigeria und der Jemen.

Wer im eigenen Land vertrieben sei, breche häufig auch zur Flucht über die Landesgrenzen auf, sagte IDMC-Direktorin Alexandra Bilak. Trotzdem werde dem Problem der Binnenflucht nicht die Aufmerksamkeit geschenkt wie der weltweiten Flüchtlings- und Migrationskrise. „Ohne die richtige Art von Unterstützung und Schutz könnte ein heute intern vertriebener Mensch morgen ein Flüchtling, Asylwerber oder internationaler Migrant werden“, sagte Bilak.

Italien: 45 Prozent mehr Flüchtlingsankünfte als im Vorjahr

Seit Jahresbeginn sind nach amtlichen Angaben an Italiens Küsten mehr als 50.000 Flüchtlinge angekommen. Das sind über 45 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte das Innenministerium in Rom gestern mit. Die italienische Regierung will nun verstärkt auf Kooperation mit afrikanischen Staaten setzen.

Erst am Sonntag wurde ein neues Abkommen mit Libyen, dem Tschad und Niger unterzeichnet. Es sieht unter anderem strikte Grenzkontrollen und die Einrichtung neuer Internierungslager in den afrikanischen Staaten vor. In einer Erklärung nach einem Treffen der beteiligten Länder in Rom hieß es, die Aufnahmezentren - einschließlich derjenigen, die in Libyen bereits bestehen - würden „internationalen humanitären Standards“ entsprechen.

Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Zustände in den Zentren in Libyen. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag erwägt sogar Ermittlungen zu Verbrechen gegen Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Staat. Nach den Worten der IStGH-Chefanklägerin Fatou Bensouda sind in den libyschen Gefangenenlagern „Tötungen, Vergewaltigungen und Folter mutmaßlich alltäglich“.

18-Jähriger tötet US-Neonazis wegen Islam-Aussagen

Ein 18-Jähriger soll in der US-Stadt Tampa (Florida) zwei Freunde aus der Neonazi-Szene getötet haben, weil sie keinen Respekt für seinen islamischen Glauben gezeigt hätten. Das habe der Verdächtige bei seiner Vernehmung selbst ausgesagt, berichtete die „Tampa Bay Times“ gestern unter Berufung auf Polizeiunterlagen.

„Er wollte, dass CNN kommt“

Der junge Mann stand laut Angaben früher selbst dem Neonazi-Milieu nahe, bevor er konvertierte und Moslem wurde. Er war nach eigenen Angaben wütend über antimuslimische Vorurteile auf der Welt gewesen. Er habe „Aufmerksamkeit auf sein Anliegen lenken“ wollen, zitierte die Zeitung den Polizeibericht. „Er wollte, dass CNN kommt.“

Die Bluttat hatte sich am Freitag ereignet, die Opfer sind zwei Männer im Alter von 18 und 20 Jahren, die mit ihm in einer Wohngemeinschaft lebten. Am Freitagabend (Ortszeit) habe er zunächst in einem Geschäft drei Geiseln genommen und erklärt, er sei über die „amerikanische Bombardierung in muslimischen Ländern aufgebracht“. Den Geiseln soll er erzählt haben, er habe bereits getötet.

Er ergab sich schließlich der Polizei und führte diese dann zu der Wohnung, wo die Erschossenen entdeckt wurden. In den Räumen fanden Ermittler auch Materialen zum Bombenbau und ein gerahmtes Bild des Rechtsextremisten Timothy McVeigh, der 1995 einen Anschlag auf eine Behörde in Oklahoma City begangen und 168 Menschen getötet hatte.

Inland

Anti-Terrorismus-Konferenz der OSZE tagt in Wien

Rund 400 internationale Experten kommen ab heute in Wien zu einer Anti-Terrorismus-Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zusammen, um über Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Radikalisierung zu beraten.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) wird die zweitägige Konferenz in der Hofburg als derzeitiger OSZE-Vorsitzender eröffnen.

Für Kurz Priorität

Unter den Rednern sind neben anderen EU-Sicherheitskommissar Julian King und die UNO-Sonderbotschafterin gegen Menschenhandel, Nadia Murad. Auch Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wird an der Konferenz teilnehmen. Die Anti-Terrorismus-Konferenz der OSZE findet jährlich - meist im aktuellen Vorsitzland - statt.

Kurz hat den Anti-Terror-Kampf während des österreichischen OSZE-Vorsitzes zu einer besonderen Priorität erklärt. Dazu hat er den deutschen Terrorexperten Peter Neumann, der ebenfalls auf der Konferenz reden wird, als Sonderbeauftragten für den Kampf gegen Radikalisierung eingesetzt.

Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt in St. Pölten

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt im Rathaus St. Pölten. Sprecherin Alexandra Baumann hat gestern Nachmittag auf APA-Anfrage einen diesbezüglichen Bericht des „Kurier“ (Onlineausgabe) bestätigt.

„Wir haben in Zusammenhang mit dem Abschluss von Swap-Geschäften der Stadt St. Pölten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.“ Ermittelt wird der Oberstaatsanwältin zufolge „wegen des Verdachts des Verbrechens der Untreue unter Ausnützung einer Amtsstellung“.

Sport

Bundesliga: Rapid sieht keinen Grund zu feiern

Mit dem 1:0-Sieg gegen Sturm Graz hat Rapid am Sonntag die Abstiegsgefahr endgültig verjagt. Nach der gewaltigen mentalen Belastung der letzten Wochen regiert in Hütteldorf die Erleichterung, aber sicher keine Partystimmung.

„Zum Feiern gibt’s nichts“, stellte Mario Sonnleitner angesichts der Seuchensaison klar. Der Fokus gilt nun dem Cupfinale gegen Salzburg und der Vermeidung eines Negativrekords in der Liga. Auch die Trainerfrage muss geklärt werden, wobei Goran Djuricin gerne weitermachen würde.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Thiem lädt Akkus für Paris auf

Dominic Thiem hat die vielleicht bitterste Niederlage seiner Karriere offenbar gut weggesteckt. Nach dem beeindruckenden Sieg im Viertelfinale von Rom über Rafael Nadal erlitt er am Samstag im Halbfinale gegen Novak Djokovic eine brutale Abfuhr. Doch für den Niederösterreicher war die Lehrstunde „kein Weltuntergang“. Er fiebert bereits den French Open nächste Woche entgegen: „Natürlich bin ich schon richtig griffig und motiviert für Paris.“ Die Ursachen für die Pleite gegen Djokovic hat er bereits analysiert.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Eishockey: „King Henrik“ als Schwedens großer WM-Held

Schweden verdankt seinen zehnten Eishockey-WM-Titel vor allem einem Mann: Torhüter Henrik Lundqvist brachte Sonntagabend im Finale in Köln die Kanadier zur Verzweiflung und rettete dem „Tre Kronor“-Team damit den Sieg nach Penaltyschießen. Der von den Fans seines NHL-Clubs New York Rangers zum „King Henrik“ geadelte 35-Jährige wurde in Schweden mit Lobeshymnen überhäuft.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

ÖBB verkaufen Fernbusgeschäft

Die ÖBB trennen sich von ihrem Fernbusunternehmen Hellö. Nicht einmal ein Jahr nach dem Start des Angebots geht die Sparte an den deutschen Konkurrenten Flixbus. Bis Ende Juli solle der Verkauf abgewickelt sein, teilten die ÖBB gestern mit. Zuvor war in Medienberichten noch über eine Kooperation zwischen Hellö und Flixbus gemutmaßt worden. Am Ende entschieden sich die Bundesbahnen aber offensichtlich, gleich ganz die Reißlinie zu ziehen.

Mehr dazu in Verflixt schwieriges Marktumfeld

Euro-Staaten vertagen Entscheidung über Griechenland

Trotz harter Sparanstrengungen muss das pleitebedrohte Griechenland weiter auf eine feste Zusage für einen neuen Kredit warten. Die Finanzminister der Euro-Staaten konnten sich gestern Abend in Brüssel nicht auf weitere Hilfszusagen einigen, wie aus Verhandlungskreisen verlautete.

Griechenland steht wieder einmal unter Druck, weil die Regierung im Juli Schulden in Höhe von gut sechs Milliarden Euro zurückzahlen muss. Knackpunkt war zuletzt die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) im aktuellen Hilfsprogramm. „Es ist Zeit für den IWF, an Bord zu kommen“, hatte Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem vor Beginn der Sitzung gemahnt.

IWF fordert Schuldenerleichterung

Deutschland besteht auf einer Beteiligung des IWF - das erhöhe das Vertrauen möglicher privater Geldgeber, lautet das Argument.

Doch die Washingtoner Institution hält die griechische Schuldenlast für zu groß. Deshalb verlangt sie Schuldenerleichterungen. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will darüber aber frühestens 2018 entscheiden, wenn das Hilfsprogramm ausläuft.

Seit 2010 erhält Griechenland internationale Kredite. Mittlerweile läuft das dritte, im Sommer 2015 vereinbarte Hilfsprogramm mit einem Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro. Zahlungen erhält Griechenland allerdings nur in Teilsummen. Ob die einzelnen Tranchen ausgezahlt werden, hängt unter anderem vom Fortschritt der Reformen ab, zu denen sich Athen im Gegenzug verpflichtet hat.

Pensionen werden gekürzt

Um die frischen Hilfskredite zu erhalten, hatte Griechenland in der vergangenen Woche ein weiteres hartes Sparprogramm in Höhe von knapp fünf Milliarden Euro beschlossen. So sollen unter anderem die Pensionen ab dem 1. Jänner 2019 um bis zu 18 Prozent gekürzt werden. Ein Jahr später soll auch der jährliche Steuerfreibetrag von heute 8.636 Euro auf 5700 Euro gesenkt werden. Das soll jährlich mehr als zwei Milliarden Euro in die Staatskasse spülen.

Oberstes US-Gericht erschwert Patentklagen

Das Oberste Gericht der USA hat die Bedingungen für Patentklagen verschärft und damit im Sinne von Tech-Konzernen wie Apple und Google geurteilt. Diese Verfahren dürften nur dort eröffnet werden, wo das beklagte Unternehmen seinen Sitz habe, hieß es in einer gestern veröffentlichten Entscheidung. Bisher waren Klagen überall dort erlaubt, wo die Firma ihre Produkte verkauft.

Als Folge davon werden einer Studie der Eliteuniversität Stanford zufolge 40 Prozent aller US-Patentklagen in einem ländlichen Bezirk im Osten von Texas geführt, wo die Gerichte bei solchen Fällen als klägerfreundlich gelten. 90 Prozent davon wurden von „Patent-Trollen“ angestrengt, deren Geschäftsmodell auf Patentklagen beruht.

In dem Verfahren ging es um eine Klage von Kraft Heinz gegen TC Heartland, das Geschmacksrichtungen für Getränke herstellt. Kraft hatte im Bundesstaat Delaware geklagt, wo Heartland keine Vertretung hat und zwei Prozent seines Absatzes erzielt.

Chronik

Schwere Unwetter in Kärnten

Zwischen Feldkirchen und Klagenfurt in Kärnten sind gestern am späten Nachmittag starke Gewitter mit Sturmböen durchgezogen. Im Raum Villach mussten die Feuerwehren zu 130 Einsätzen mit 250 Feuerwehrleuten wegen eines Hagelsturms ausrücken.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Liezen: Hauptplatz unter Wasser

Ein heftiges Unwetter brach gestern Nachmittag auch über Liezen (Steiermark) herein: Große Regenmengen und Hagel setzten den Hauptplatz unter Wasser. Dutzende Keller mussten ausgepumpt werden.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Großwildjäger in Simbabwe von Elefanten getötet

Ein Großwildjäger ist in Simbabwe von Elefanten getötet worden. Zunächst griff eine Elefantenkuh den 51-Jährigen in Gwayi im Westen des afrikanischen Landes an, bevor eine zweite sich auf ihn stürzte, wie der Sprecher von Simbabwes Nationalparks gestern mitteilte.

Das Opfer hatte eine Jagdgruppe angeführt, die von der Elefantenherde überrascht wurde. Dem Mann aus dem Nachbarland Südafrika gehörte eine Agentur, die Ausflüge mit Spürhunden zur Jagd auf Leoparden, Löwen und anderes Großwild organisierte.

IT

Facebooks interne Regeln fürs Löschen von Postings

Spätestens seit dem US-Wahlkampf und dem vermuteten Einfluss, den „Fake News“ via Soziale Netzwerke auf den Wahlausgang gehabt haben, sind diese stark unter Druck. Facebook hat seine Teams, die Posts prüfen und löschen, drastisch ausgebaut. Nun bekamen der „Guardian“ und die „Süddeutsche Zeitung“ die internen Regeln für Moderatorinnen und Moderatoren bei Facebook zugespielt. Die Anweisungen gehen oft ins Detail, doch wird Facebook von seinem eigenen Erfolg eingeholt - und die Moderatorinnen und Moderatoren sind die Leidtragenden.

Mehr dazu in Großer Druck auf Moderatorinnen

Medien

Türkei: Über 22 Jahre Haft für Satiremagazin-Chefs

Nach der Veröffentlichung eines Erdogan-kritischen Titelblatts hat ein türkisches Gericht zwei Chefs des politischen Satiremagazins „Nokta“ zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Cevheri Güven und Murat Capan werde vorgeworfen, das Volk zu einem „bewaffneten Aufstand“ gegen die Regierung aufgewiegelt zu haben, meldete die Nachrichtenagentur DHA gestern.

Das Gericht erließ zudem Haftbefehl gegen die Journalisten, deren Aufenthaltsort zunächst unklar war. Hintergrund sei das Cover des Magazins, das am 2. November 2015 - einen Tag nach der Parlamentswahl - erschienen war. Darauf hieß es, in der Türkei beginne ein „Bürgerkrieg“. Zudem sei Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu sehen gewesen, der sich selbst vor der Beerdigung von Soldaten fotografiert. Das Magazin ist inzwischen geschlossen.

Bei der Parlamentswahl am 1. November 2015 erhielt Erdogans islamisch-konservative AKP die absolute Mehrheit zurück. Bei der vorherigen Parlamentswahl im Juni 2015 war keine Koalitionsregierung zustande gekommen.

Kultur

Kiss begeisterten in der Wiener Stadthalle

Die Altrocker Kiss haben wieder Station in der Wiener Stadthalle gemacht. Hebebühnen, Raketen, „Blut“- und Feuerspucken, Konfettiregen und viele grelle Lichter durften da nicht fehlen. 11.000 Besucher waren von den Männern mit den Masken begeistert.

Mit mehr als 100 Millionen verkauften Alben zählen sie zu den erfolgreichsten Bands: Kiss in Wien.

Mit dem Kracher „Deuce“ vom allerersten Album startete das Programm, Bassist und Sänger Gene Simmons röhrte, zeigte Zunge und stampfte mit seinen Monsterplateaustiefeln herum, Stanley wirbelte und die ersten Feuersäulen heizten zusätzlich ein.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Science

Gesundheit

AK-Studie: Burn-out als Massenphänomen

Die Belastung in der Arbeitswelt hat Burn-out zu einem Massenphänomen werden lassen, belegt eine neue Studie der Arbeiterkammer (AK). Die Untersuchung widerlegt viele Klischees. So geht es bei Burn-out nur selten um Überlastung in „Spitzenjobs“, vielmehr um Arbeit in der Fabrik und am Bau, Pflege und andere Berufe, die Hunderttausende ausüben. Vielleicht auch deshalb können viele Betroffene kaum glauben, dass sie bereits unter Burn-out leiden - während alle anderen es schon bemerken.

Mehr dazu in Vier von zehn sorgen sich um Kollegen

Warnung vor Naturkosmetik ohne Gütesiegel

Konsumentenschützer raten dringend dazu, bei Naturkosmetik auf offizielle Gütesiegel zu achten. Andernfalls sei meist weit weniger Natur enthalten, als man aufgrund der klingenden Namen oder der optischen Aufmachung annehmen könnte. Das zeigt ein Test mit zwölf Produkten, den die Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ) gemeinsam mit der Umweltberatung Wien durchgeführt hat.

Mehr dazu in help.ORF.at

Leute

Queen besuchte „Chelsea Flower Show“

Royale Visite im Blumenmeer: Die britische Königin Elizabeth II. (91) hat gestern Nachmittag bei schönstem Sonnenschein die „Chelsea Flower Show“ besucht.

Queen Elizabeth II

APA/AFP/Julian Simmonds

Die Gartenschau in London ist ein Tummelplatz für die High Society und ein Paradies für Hobbygärtner. Traditionell machen die Royals einen Tag vor der offiziellen Eröffnung dort einen Rundgang.

Zur Ausstellung werden bis Samstag 165.000 Gäste aus aller Welt erwartet. Mehr als 500 Aussteller beteiligen sich. Die königliche Schirmherrschaft geht bis ins Gründungsjahr 1913 zurück. Damals eröffnete Queen Mary, Elizabeths Großmutter, die Schau.

Ehemalige israelische Agentin Kischik-Cohen ist tot

Die als „Perle des Mossad“ bekannte israelische Geheimagentin Schlomit Kischik-Cohen ist tot. Die berühmte Spionin ist israelischen Medienberichten zufolge gestern im Alter von 100 Jahren gestorben. Kishik-Cohen lebte lange Zeit im Libanon und half dabei, verfolgte Juden von dort und aus anderen arabischen Ländern nach Israel zu bringen.

Die 1917 in Argentinien geborene Agentin war mit einem reichen jüdisch-libanesischen Geschäftsmann verheiratet. Sie unterhielt enge Verbindungen zu führenden libanesischen Regierungsvertretern. Von 1947 bis 1961 gelangte sie so auch an militärische relevante Informationen aus dem Libanon und aus dem Nachbarland Syrien, die sie aus Verbundenheit mit dem israelischen Staat an dessen Geheimdienst Mossad weitergab.

1961 wurde Kischik-Cohen im Libanon verhaftet und zum Tod verurteilt, ihre Strafe später aber umgewandelt. Nach dem israelisch-arabischen Sechstagekrieg 1967 wurde sie bei einem Gefangenenaustausch freigelassen und ging nach Israel. Dort lebte sie in Jerusalem.

Panorama

Auf Flohmarkt gekauft: Ring auf 450.000 Euro geschätzt

Ein auf einem Flohmarkt gekaufter Ring ist für eine Britin zum unverhofften Glücksfall geworden. Ein auf dem für wenige Pfund erworbenen Ring angebrachte Schmuckstein stellte sich als echter Diamant heraus und ist Schätzungen zufolge umgerechnet 450.000 Euro wert.

Die Besitzerin habe den 26 Karat schweren Diamantring in den 80er Jahren für zehn Pfund (derzeit knapp zwölf Euro) gekauft und ihn im Alltag - beim Einkaufen oder bei der Hausarbeit - getragen, teilte das Auktionshaus Sotheby’s gestern mit. Sotheby’s will den Ring am 7. Juli versteigern.

Wertvoller Hinweis von Juwelier

„Niemand wusste, dass er von großem Wert ist“, sagte Sotheby’s-Sprecherin Jessica Wyndham. „Die meisten von uns können nicht einmal davon träumen, einen so großen Diamanten zu besitzen.“ Die Besitzerin, die unbekannt bleiben wolle, habe den Ring vorgelegt, nachdem ein Juwelier ihr gesagt habe, dass der Stein möglicherweise wertvoll sei.

Experten gehen davon aus, dass der Diamant im 19. Jahrhundert zerschnitten wurde. Damals war üblich, das Gewicht eines Diamanten zu bewahren und nicht, diesen so funkelnd wie möglich zu schleifen. Das könnte erklären, warum der Diamant relativ glanzlos ist. „Das könnte die Leute hinters Licht führen und sie glauben lassen, dass es kein echter Stein ist“, sagte Wyndham.