Inland

„Don’t Smoke“: 300.000 Unterstützer nach einer Woche

Für die Einleitung des „Don’t Smoke“-Volksbegehrens sind genau eine Woche nach dem Sammelstart mehr als 300.000 Unterstützungserklärungen eingelangt. Bis heute wurden rund 303.000 Unterschriften abgegeben, hieß es von der Ärztekammer Wien. Laut den Initiatoren dürfte nun auch die Technik besser funktionieren. Die Meldungen über Probleme gingen zurück.

Weiter viel Andrang

Der Ansturm auf die Abgabe der Unterstützungserklärungen scheint noch längere Zeit anzudauern. Bei der Ärztekammer meldeten sich weiterhin Personen, die sich derzeit im Ausland aufhalten und hofften, ihre Stimme auch noch später abgeben zu können, sagte eine Sprecherin. Die Initiatoren hatten bereits angekündigt, die Phase der Unterstützungserklärungen mehrere Wochen lang laufen zu lassen.

Für die formale Einleitung des Volksbegehrens waren 8.401 Unterschriften notwendig, für die Behandlung im Nationalrat 100.000 Unterstützer. Das Volksbegehren richtet sich gegen die Aufhebung des bereits beschlossenen Rauchverbots in der Gastronomie.

Gründer Samonigg übt Kritik

Die Bundesregierung bleibt bei der Rücknahme des geplanten Rauchverbots in der Gastronomie und erntet dafür Kritik - auch vom Initiator der „Don’t Smoke“-Kampagne, Hellmut Samonigg: Sie handle gegen die Gesundheit der Bevölkerung.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Weiter Gezerr um mehr Geld für Erwachsenenschutz

Um die Finanzierung des Erwachsenenschutzgesetzes gibt es weiterhin Gezerre zwischen den ÖVP-geführten Ministerien für Justiz und Finanzen. Das Finanzministerium betonte heute auf APA-Anfrage einmal mehr, dass es keine zusätzlichen Mittel geben könne und das Justizministerium durch Umschichtungen in seinem Budget seine Aufgaben zu gewährleisten habe.

Aus dem Justizministerium hieß es wiederum, dass die Finanzierung des Erwachsenenschutzgesetzes Teil der Budgetverhandlungen sei. Minister Josef Moser sei das Gesetzesvorhaben wichtig. „Die gesamte Regierung ist dafür, dass das Gesetz rechtzeitig in Kraft tritt.“

Inkrafttreten für 1. Juli geplant

Das Erwachsenenschutzgesetz sollte mit 1. Juli in Kraft treten. Es wurde im Vorjahr von allen Parteien im Parlament einstimmig beschlossen und soll das 30 Jahre alte Sachwalterrecht ablösen.

Mit den neuen Bestimmungen soll die Handlungsfähigkeit von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder intellektueller Beeinträchtigung nicht mehr pauschal eingeschränkt werden. Stattdessen soll die Vertretung in abgestuften Formen passieren, je nachdem, in welchem Ausmaß ein Mensch Unterstützung benötigt.

Kosten doppelt so hoch

Dabei sind die Kosten für die Umsetzung fast doppelt so hoch wie im Vorblatt zum Gesetzestext angegeben. Im Zuge der Gesetzwerdung wurde der finanzielle Aufwand offenbar schöngerechnet.

Im Begutachtungsentwurf aus dem Jahr 2016, der vom damaligen ÖVP-Justizminister und künftigen Verfassungsrichter Wolfgang Brandstetter erstellt wurde, ist man nämlich noch von einem Finanzierungsaufwand zwischen 16,7 Mio. Euro im Jahr 2018 und 17,5 Mio. Euro im Jahr 2022 ausgegangen.

Im späteren Gesetzesentwurf aus dem Jahr 2017 wurden die Kosten nur mit 9,5 Mio. im Jahr 2018 angegeben und sollten in den nächsten Jahren kontinuierlich sinken und bis 2022 auf null zurückgehen. Justizminister Moser bestätigte gestern, dass er für die Umsetzung 17 Mio. Euro im Jahr braucht.

Arbeitsinspektoren: Ministerin gegen Mängelzielvorgabe

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hat Änderungen bei den Arbeitsinspektoraten angekündigt. Ein Passus in einem Erlass ihres Ministeriums, der vorschreibt, dass 38 Prozent der durchgeführten Kontrollen „Kontrollen mit Beanstandungen (festgestellten Mängeln)“ sein müssen, soll offenbar gestrichen werden. Zuvor hatte NEOS diese Zielvorgabe im „Kurier“ (Donnerstag-Ausgabe) kritisiert.

Der Erlass stammt noch von Hartinger-Kleins Vorgänger im Sozialministerium, dem SPÖ-Politiker Alois Stöger. Dieser hatte 2016 auf Kritik des Rechnungshofes reagiert, der 2013 bemängelt hatte, dass bei den Arbeitsinspektoraten konkrete Zielvorgaben fehlen.

Dabei sei als Steuerinstrument ein Zielwert für den Anteil an Kontrollen festgelegt worden, bei denen ein Mangel festzustellen war, so das Sozialministerium heute.

NEOS hatte im „Kurier“ scharfe Kritik geübt und parlamentarische Anfragen an Sozial- und Finanzminister gestellt. „Wenn ein Ministerium einen Erlass herausgibt, um eine vorgegebene Zielquote zu erreichen, dann ist das sehr bedenklich“, wurde der Unternehmer und NEOS-Abgeordnete Sepp Schellhorn zitiert. Man könne doch nicht auf die Arbeitsinspektoren Druck ausüben, dass mehr Strafen hereinkommen.

BUWOG-Prozess: Einvernahme von Thornton geht weiter

Am 19. Verhandlungstag im BUWOG-Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) und andere wurde heute die Einvernahme des früheren Managers im Immofinanz- und Constantia-Privatbank-Konzern, Christian Thornton, fortgesetzt.

Thornton bekannte sich gestern nicht schuldig. Dem ehemaligen Leiter des Rechnungswesens der Immofinanz wird Bestechung und Untreue vorgeworfen.

Gestern, am ersten Tag seiner Einvernahme durch Richterin Marion Hohenecker, versuchte Thornton, seine eigene Rolle bei der Bezahlung der Millionenprovision an Peter Hochegger kleinzureden: „Ich war schlicht ein Bote“, sagte er. Er habe immer nur im Auftrag seines Chefs, des ebenfalls angeklagten Karl Petrikovics, gehandelt.

Provision ausgezahlt

Thornton hatte die Provision ausgezahlt, die laut Anklage schließlich an die ebenfalls Angeklagten Grasser, Walter Meischberger und Ernst Karl Plech weitergeleitet wurde. Plech ist seit gestern erkrankt und nimmt vorübergehend nicht am Prozess teil, sein Verfahren wurde ausgeschieden.

Thornton ist nach dem teilgeständigen Lobbyisten Hochegger, Ex-Immofinanz-Chef Petrikovics und dem ehemaligen Vorstandsmitglied der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ), Georg Starzer, der vierte Angeklagte, der in diesem Prozess befragt wird. Der Hauptangeklagte Grasser muss weiter auf seine Einvernahme warten.

Ausland

Anschlag in Montenegro: 43-jähriger Serbe verdächtigt

Die montenegrinische Polizei verdächtigt einen Serben, den Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Podgorica verübt zu haben. Wie die Tageszeitung „Vijesti“ heute unter Berufung auf Polizeiangaben meldete, soll es sich beim Angreifer um den 43-jährigen Dalibor J. gehandelt haben.

Der Ort des Anschlags wurde von der Polizei abgeriegelt. Die Untersuchungen laufen.

Der aus dem zentralserbischem Kraljevo gebürtige Mann soll seinen Wohnsitz in Podgorica gehabt haben, hieß es. Die Motive für die Tat seien nach wie vor unbekannt, so das Blatt.

Attacke mit Handgranate

Laut früheren Polizeiangaben hatte sich der Angreifer kurz nach Mitternacht vor der US-Auslandsvertretung in die Luft gesprengt. Zuvor hatte er einen Sprengsatz - es soll sich laut der Polizei um eine Handgranate gehandelt haben - auf das Botschaftsgelände geworfen. Am Gebäude sei aber kein Schaden angerichtet worden, teilte die Polizei mit.

In die Ermittlungen hat sich unterdessen auch die montenegrinische Sonderstaatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität eingeschaltet.

Putschversuch bei letzter Wahl

Montenegro steht seit Langem zwischen den politischen Fronten. Im letzten Sommer wurde das Land in die NATO aufgenommen, obwohl es traditionell sehr enge Beziehungen zu Russland hat. Im Umfeld dieses Beitritts hatte US-Vizepräsident Mike Pence das Land mit nur 620.000 Einwohnern besucht und alle Staaten der Region gedrängt, ihre Beziehungen zu Russland zu lösen, um sich dem Westen zuzuwenden.

Bei der letzten Parlamentswahl im Oktober 2016 hatte es einen gescheiterten Putschversuch gegeben. In dem laufenden Gerichtsverfahren behauptet die Staatsanwaltschaft, Russland und der Nachbar Serbien als sein ebenfalls enger Verbündeter seien darin verwickelt gewesen. Moskau bestreitet jede Beteiligung.

Wieder Angriffe auf Ostghuta in Syrien

Bei neuen Angriffen auf das syrische Rebellengebiet Ostghuta nahe Damaskus sind Aktivisten zufolge mindestens 13 Zivilisten ums Leben gekommen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien meldete gestern zudem mindestens 100 Verletzte.

Angriffe in Ostghuta

Reuters/Bassam Khabieh

Das Gebiet um die Stadt Duma sei in der Früh von rund 200 Granaten getroffen worden. „Dutzende Granaten fallen jede Minute herunter“, sagte der Aktivist Masen al-Schami. Helfer könnten deswegen Verletzte nicht erreichen.

Heftige Angriffswelle

Ostghuta erlebt bereits seit mehreren Tagen eine der schlimmsten Angriffswellen des fast siebenjährigen Bürgerkriegs. Seit Sonntag kamen den Menschenrechtlern zufolge mehr als 320 Zivilisten ums Leben, mehr als 1.700 wurden verletzt. Die Eskalation löste weltweit große Besorgnis aus. Heute wollte sich auch der UNO-Sicherheitsrat mit der Lage in dem Gebiet beschäftigen.

Ostghuta gehört zu den letzten Gebieten des Bürgerkriegslandes, die noch unter der Kontrolle von Rebellen stehen. Dominiert wird die Region von islamistischen Milizen. Sie ist seit Monaten von Regierungstruppen eingeschlossen. Rund 400.000 Menschen sind dort wegen der Blockade fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage.

GR: Parlament untersucht Novartis-Korruptionsvorwürfe

Nach Vorwürfen einer mutmaßlichen Begünstigung des Schweizer Pharmakonzerns Novartis soll das Parlament in Athen Korruptionsvorwürfe gegen zehn griechische Politiker untersuchen. Dafür votierten die Abgeordneten mehrheitlich nach einer mehrstündigen und zum Teil stürmisch verlaufenen Debatte heute in den frühen Morgenstunden, wie das griechische Fernsehen (ERT) berichtete.

Unter dem Schutz der Justiz stehende Zeugen werfen dem Pharmakonzern vor, zahlreiche Menschen bestochen zu haben, um die Preise für seine Medikamente in die Höhe zu treiben und durch die zügige Genehmigung eigener Produkte den Markt zu beherrschen.

Unter den angeblich Bestochenen sind auch die ehemaligen Regierungschefs Antonis Samaras und Panagiotis Pikramenos, Zentralbankchef Ioannis Stournaras, EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos und sechs andere ehemalige Minister und Vizeminister sowie Tausende Ärzte.

Tsipras: Drei Milliarden Euro

„Das hat Griechenland drei Milliarden Euro gekostet“, sagte Regierungschef Alexis Tsipras im Parlament. Er werde alles tun, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Damit meine er die Regierungen der Konservativen und der Sozialisten, die Griechenland bis 2015 regierten hatten.

Novartis hatte vergangene Woche gesagt, es werde eine interne Untersuchung durchgeführt. „Wir sind entschlossen, ein umfassendes Verständnis der Situation zu erlangen und gegebenenfalls die Verantwortung für alle Aktivitäten zu übernehmen, die unsere hohen Standards für ethisches Geschäftsverhalten nicht erfüllt haben“, teilte das Unternehmen mit.

Samaras: Es ist eine Intrige

Die unter Verdacht stehenden Politiker sprachen unterdessen von Verleumdung. Sie werfen der Tsipras-Regierung vor, von der schweren Finanzkrise ablenken zu wollen. Die Regierung und Tsipras persönlich nutzten die Aussagen von „vermummten und Kapuzen tragenden Zeugen“, um „Schlamm auf ihre politischen Gegner zu werfen“, sagte der ehemalige konservative Regierungschef Samaras.

„Es ist eine Intrige, das größte Komplott seit Gründung des modernen griechischen Staates“, fügte Samaras hinzu. Das juridische Tauziehen könnte Rechtsanwälten zufolge mehrere Monate, wenn nicht Jahre dauern.

Amnesty prangert „Rhetorik des Hasses“ an

Amnesty International (AI) beklagt „dramatische Konsequenzen“ einer „Rhetorik des Hasses“ weltweit. Nicht nur die Türkei und Myanmar, sondern auch Regierungen in Europa „machen menschenrechtliche Errungenschaften“ zunichte, warnte die AI-Geschäftsführerin für Österreich, Annemarie Schlack, die gestern den AI-Jahresbericht vorstellte.

Scharfe Kritik an Ungarn

Nur „ein paar Kilometer von hier“ passiere etwas „Unglaubliches“, so Schlack mit Blick auf Ungarn. Tags zuvor begann das Parlament in Budapest Beratungen zu Plänen, die die Arbeit von zivilen Flüchtlingshelfern stark erschweren sollen.

Hilfsorganisationen, die Flüchtlinge unterstützen, sollen etwa künftig eine Genehmigung des Innenministeriums benötigen und könnten Einschränkungen ihrer Arbeit befürchten. Schlack forderte von der europäischen Gemeinschaft, diesem „Angriff auf die Zivilgesellschaft entschieden“ entgegenzutreten. Amnesty habe bereits mit einem Solidaritätsappell, den mehr als 250 Organisationen weltweit unterzeichnet hätten, Protest kundgetan.

Sorge um „sozialen Zusammenhalt“

Österreich müsse die Entwicklungen im Nachbarland „sehr ernst“ nehmen. Auch die Bundesregierung wird in dem AI-Jahresbericht 2017/2018, der 159 Länder umfasst, wegen ihrer Migrationspolitik scharf kritisiert - insbesondere die Rückführungen nach Afghanistan, das laut einem AI-Bericht als nicht sicher gilt.

Zudem würden sich Hinweise verdichten, dass die Abschiebungen auf einem „unwissenschaftlichen Gutachten“ basieren würden. Bewahrheiten sich die Vorwürfe, so Schlack, müssten alle darauf begründeten Rückführungen nach Afghanistan wieder aufgerollt werden.

Die AI-Geschäftsführerin fürchtet zudem um den „sozialen Zusammenhalt“. Besorgniserregend sei etwa das von der neuen Bundesregierung geplante Versammlungsgesetz, das offenbar „kritische Stimmen mundtot“ machen soll. Nach inoffiziellen Plänen, die Amnesty vorlägen, soll es beispielsweise absolute Versammlungsverbote durch Verordnung im Vorhinein geben.

Auch positive Tendenzen

Nicht zuletzt gebe es in Österreich „Tendenzen, Institutionen abzuwerten, zu diskreditieren und anzugreifen, die eine wichtige Kontrollfunktion gegenüber den Mächtigen haben“, so Schlack.

Amnesty stellte aber auch ein „wachsendes Engagement für Menschenrechte“ fest. „Rückschrittliche Gesetze und Einschränkungen der Zivilgesellschaft“ hätten auf der anderen Seite im vergangenen Jahr dafür gesorgt, „dass Menschen wieder auf die Straße gehen“.

Sport

Olympia: US-Frauen erobern Eishockey-Thron

Die USA haben sich in Pyeongchang zum zweiten Mal nach 1998 die olympische Goldmedaille im Frauen-Eishockey gesichert. Das US-Team setzte sich heute in einem spannenden Finale gegen Seriensieger Kanada im Penaltyschießen durch.

Den entscheidenden Treffer im Shoot-out erzielte Jocelyne Lamoureux, die Schwester von Capitals-Goalie Jean-Philippe. Kanadas Frauen haben es seit Aufnahme ins olympische Programm 1998 immer ins Endspiel geschafft, wobei sie die letzten viermal auch ganz oben standen.

Mehr dazu in sport.ORF.at/pyeongchang2018

Champions League: ManUnited holt Remis bei Sevilla

Das Achtelfinal-Hinspiel zwischen dem FC Sevilla und Manchester United hat gestern keinen Sieger gebracht. Die „Red Devils“ holten bei den Spaniern ein schmeichelhaftes 0:0 und wahrten die Chance auf den Aufstieg.

Sevilla war über 90 Minuten gegen die von Coach Jose Mourinho defensiv eingestellten Engländer die klar bessere Mannschaft und hatte mehrere Möglichkeiten auf den Sieg. Zum Mann des Abends avancierte United-Goalie David de Gea, der vor allem kurz vor der Pause sensationelle Reflexe zeigte.

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Wirtschaft

Prozess zu Dieselfahrverboten in deutschen Städten

Vor dem deutschen Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute die Verhandlung über Dieselfahrverbote in Städten begonnen. Die obersten Verwaltungsrichter prüfen, ob ein solches Verbot rechtlich zulässig ist. Ein Urteil bereits heute gilt als möglich. Es könnte eine deutschlandweite Signalwirkung haben.

Seit Jahren werden in vielen Städten Schadstoffgrenzwerte nicht eingehalten. Dabei geht es um Stickoxide, die als gesundheitsschädlich gelten. Der Verkehrsbereich, darunter vor allem Dieselautos, trägt nach Angaben des Umweltbundesamts rund 60 Prozent zur Belastung bei.

Urteil um Recht der Städte

Das Bundesverwaltungsgericht verhandelt nicht darüber, ob Fahrverbote einzuführen sind. Es geht in Leipzig um die Frage, ob Städte Fahrverbote nach geltendem Recht und damit auch ohne eine bundesweit einheitliche Regelung anordnen können, um Schadstoffgrenzwerte einzuhalten.

Begleitet wurde der Auftakt von Protestaktionen von Umweltschützern vor dem Sitz des Gerichts. Greenpeace-Vertreter demonstrierten ebenso wie die Organisationen BUND und Robin Wood für saubere Luft und das Recht auf gesunde Lebensverhältnisse. Auch Grüne und Linke waren vertreten, die Fahrradlobby forderte laut klingelnd mehr Radwege statt Fahrverboten.

Razzien bei ehemaligen Audi-Vorständen

Im Zuge der Ermittlungen zur Dieselaffäre bei der deutschen VW-Tochterfirma Audi hat es erneut Razzien gegeben. Wie die Staatsanwaltschaft München II heute mitteilte, wurden die Privatwohnungen und in einem Fall auch der Arbeitsplatz von drei weiteren Beschuldigten durchsucht.

Bei zwei dieser Beschuldigten handle es sich um ehemalige Mitglieder des Audi-Vorstands. Aktuelle Vorstandsmitglieder seien nicht unter den Beschuldigten, betonte die Staatsanwaltschaft.

Mindestens 210.000 Fahrzeuge betroffen

Audi steht im Verdacht, bei den Abgaswerten von mindestens 210.000 Fahrzeugen für den europäischen und den US-Markt betrogen zu haben. Zuletzt hatte es deshalb Anfang Februar Razzien an den beiden deutschen Standorten des Autoherstellers gegeben. Audi erklärte, „vollumfänglich“ mit den Behörden zusamenzuarbeiten.

Bei den drei weiteren Beschuldigten bestehe der Verdacht, dass sie „für das Inverkehrbringen zumindest eines wesentlichen Teils der mit manipulativer Abgassteuerungssoftware ausgestatteten Kraftfahrzeuge mitverantwortlich waren“, so die Staatsanwaltschaft.

Illegale Abschalteinrichtungen

Die Ermittler werfen Audi vor, illegale Abschalteinrichtungen für die Schadstoffreinigungsanlage in den Autos verbaut zu haben. Dadurch hielten die Dieselfahrzeuge die gesetzlichen Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand ein, nicht aber auf der Straße.

Nach 80 Jahren: Dänemark gibt Ölsuche an Küste auf

Nach mehr als 80 Jahren gibt Dänemark die Suche nach Öl und Gas auf Land und in den Küstengewässern auf. „Wir sagen jetzt klar, dass Öl- und Gasexploration an Land der Vergangenheit angehört“, teilte Energieminister Lars Lilleholt heute mit.

In der Nordsee, weit entfernt von der dänischen Küste, solle aber weiter gebohrt werden. Dort seien die Chancen größer, auch wirklich bedeutende Ölmengen zu finden. Die Regierung reagiert damit auf Proteste aus der Bevölkerung. In den vergangenen Jahrzehnten waren nie kommerziell nutzbare Ölvorkommen in Dänemark gefunden worden.

Fielmann verkaufte 2017 mehr Brillen

Die Optikerkette Fielmann hat im vergangenen Jahr trotz einer geringeren Zahl von Verkaufstagen mehr Brillen abgesetzt. 2017 seien 8,1 Millionen Stück verkauft worden, obwohl das Jahr vier Verkaufstage weniger gehabt habe als 2016, teilte der börsennotierte Konzern heute mit. Im Jahr zuvor hatte Fielmann 7,99 Millionen Brillen abgesetzt.

Der Umsatz stieg nach ersten Berechnungen um 3,7 Prozent auf 1,39 Mrd. Euro. Unter dem Strich verdiente Fielmann mit 173 Mio. Euro etwa ein Prozent mehr als im Vorjahr. Fielmann begründete das mit einer überproportional gestiegenen Steuerquote.

Dividende erhöht

Die Aktionäre sollen eine Dividende in Höhe von 1,85 Euro je Aktie erhalten, was fünf Cent mehr wären als im Vorjahr. Der größte Teil fließt an die Familie des Unternehmensgründers Günther Fielmann, die direkt und über eine Stiftung knapp 72 Prozent hält. Analysten hatten bei der Gewinnausschüttung sowie beim Vorsteuergewinn mit mehr gerechnet.

Im vergangenen Jahr trieb Fielmann seine Expansion im In- und Ausland voran. Zum Ende des Geschäftsjahres zählte der Konzern mit mehr als 18.500 Beschäftigten 723 Niederlassungen, 19 mehr als vor einem Jahr. Fielmann kündigte, die Marktanteile auch im laufenden Jahr zu steigern.

Chronik

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Kein Spieler tippte bei der aktuellen Ziehung von „6 aus 45“ die sechs Richtigen. Der Jackpot macht deshalb zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde mehr als 672.000 Euro aus.

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ sind folgende Gewinnzahlen ermittelt worden:

1 16 23 29 33 37/Zusatzzahl 42

Die Zahlen bei Lotto plus:

4 5 12 30 32 44

Der richtige Joker lautet:

8 3 9 4 5 6

Alle Angaben ohne Gewähr

Meryl Streep wendet sich gegen Weinstein

US-Starschauspielerin Meryl Streep will nicht für die juridische Verteidigung von Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein herhalten.

Ihre Aussage, dass er sie immer respektvoll behandelt habe, könne nicht als Beweis für seine Unschuld herangezogen werden - das sei „erbärmlich und ausbeuterisch“. So heißt es in einer Stellungnahme, die Streeps Management laut US-Medien gestern (Ortszeit) verbreitete.

Meryl Streep

APA/AP/Michel Euler

Für Straftaten an Frauen sei der Filmproduzent selbst verantwortlich. „Und wenn es noch ein bisschen Gerechtigkeit im System gibt, wird er dafür bezahlen.“

Argument vor Gericht

Am Dienstag (Ortszeit) hatten Weinsteins Anwälte versucht, ein Gericht in New York davon zu überzeugen, dass eine Klage von sechs Frauen gegen den mutmaßlichen Sexualstraftäter abzulehnen sei. Die Anschuldigungen seien übertrieben, da die Klage impliziere, dass jede Frau, mit der Weinstein beruflich zu tun hatte, von ihm belästigt worden sei.

Einige Schauspielerinnen hätten jedoch gesagt, dass Weinstein sie nicht belästigt habe, schrieben die Anwälte. Sie beriefen sich dabei auf eine Stellungnahme, in der Streep im Oktober angab, dass Weinstein sie immer respektvoll behandelt habe.

Rekordwärme mit 24 Grad Celsius in New York

Sommerliche Temperaturen mitten im Winter: Die Bewohner von New York haben gestern einen neuen Wärmerekord im Monat Februar erlebt. Am frühen Nachmittag kletterte die Quecksilbersäule auf 24 Grad Celsius, wie der Nationale Wetterdienst meldete.

Eisläuferinnen in New York

APA/AFP/Timothy A. Clary

Der bisher wärmste 21. Februar wurde im Jahr 1930 registriert, als 20 Grad erreicht wurden, wie die New Yorker Meteorologin Faye Morrone mitteilte. Die Temperaturen von gestern gemessen im Central Park sind ihren Angaben zufolge auch ein Rekord für den gesamten Monat Februar: Die bisher höchste Temperatur von 23,88 Grad wurde 1930 und 1985 gemessen.

Das ungewöhnlich warme Wetter, das sich über weite Teile des Nordostens der USA erstreckt, wird allerdings nicht lange anhalten. Heute wird das Thermometer laut Morrone nur noch 7,2 Grad erreichen.

Science

IT

Künstliche Intelligenz als kriminelle Gefahr

Ein Staubsaugerroboter, der einen Sprengsatz in einem Ministerium zündet: Das ist nur eines der zahlreichen Szenarien, vor denen Experten jetzt in einer neuen Studie warnen. Die Fortschritte bei künstlicher Intelligenz (KI) könnten nicht nur Forschern und Firmen dienen, sondern auch für kriminelle Zwecke eingesetzt werden, heißt es.

Dabei greift der Bericht nicht auf Science-Fiction zurück: Der Großteil der in den möglichen Bedrohungsszenarien eingesetzten Technik befindet sich in Entwicklung oder ist bereits heute verfügbar.

Mehr dazu in Auch staatlicher Missbrauch befürchtet

Facebook schließt Vereinbarung über Musik-Copyright ab

Facebook-Nutzer sollten künftig so gut wie keine Urheberrechtsprobleme mit Musik in ihren Videos mehr haben. Das weltgrößte Soziale Netzwerk schloss eine Vereinbarung mit der Organisation ICE.

Von dem Deal abgedeckt sei die Musik von über 290.000 Rechteinhabern in 160 Ländern, teilten Facebook und die ICE gestern mit. Details der finanziellen Konditionen wurden nicht kommuniziert.

Die Vereinbarung gilt neben Facebook auch für die Fotoplattform Instagram, den Kurzmitteilungsdienst Messenger und die Virtual-Reality-Angebote bei Oculus. Es geht dabei um die Vergütung von Autoren. Das Onlinenetzwerk hatte zuvor bereits Rechtedeals mit den Musikkonzernen Universal Music und Sony Music sowie Independent-Labeln abgeschlossen. ICE umfasst Verwertungsgesellschaften aus Deutschland, Schweden und Großbritannien.

Twitter sperrte Tausende verdächtige Accounts

Der US-Kurznachrichtendienst Twitter hat Tausende Accounts gesperrt, um zu prüfen, ob diese von Social Bots gesteuert sein könnten. Das berichteten US-Medien gestern Abend (Ortszeit) unter Berufung auf das Unternehmen. Die genaue Zahl der gesperrten Konten gab Twitter nicht bekannt, bestätigte aber, dass derzeit vermehrt verdächtige Account-Aktivitäten geprüft würden.

Mehrere Nutzerkonten seien im Zuge dessen gesperrt und die Kontoinhaber aufgefordert worden, ihre Telefonnummern anzugeben. „Wenn ein Konto gesperrt wird und der Nutzer aufgefordert wird, eine Telefonnummer anzugeben, wird das Konto aus den Follower-Zählungen entfernt, bis eine Telefonnummer angegeben wird. Das ist Teil unserer fortlaufenden, umfassenden Bemühungen, Twitter für alle sicherer und gesünder zu machen“, sagte einer Sprecherin der Firma.

Trump-Anhänger beschweren sich

Anhänger von US-Präsident Donald Trump fühlen sich offensichtlich besonders von der Maßnahme gegängelt und beklagten sich bei Twitter, dass ihre Follower-Zahlen gesunken seien. „Trump-Leute und Konservative haben generell das Gefühl, dass in den Sozialen Netzwerken mit zweierlei Maß gemessen wird, und fühlen sich durch diese Aktion bestätigt“, zitierte die „Washington Post“ Mike Cernovich. Twitter stand zuletzt im Zuge der Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller wegen seiner Sicherheitsstandards in der Kritik.

Kultur

Soft Cell geben am 30. September letztes Konzert

Das britische New-Wave-Duo Soft Cell („Tainted Love“) findet sich fast 15 Jahre nach der Auflösung zu einem letzten Konzert zusammen. Am 30. September wollen Sänger Marc Almond und Keyboarder Dave Ball in der O2 Arena in London auftreten. „Ankündigung!! Eine Show, eine Nacht, ein letztes Mal - Soft Cell werden live auftreten“, schrieb Almond gestern im Nachrichtendienst Twitter.

Anlass ist das 40. Jubiläum der Gründung der Band, das im Jahr 2019 ansteht. Holly Johnson, einst Sänger der erfolgreichen Popgruppe Frankie Goes to Hollywood, reihte sich auf Twitter in die Schar begeisterter Fans ein: „Elektro-Träume werden wahr“, schrieb er. Almond kündigte eine „wilde Feier“ an. Es gebe „alle Songs, die Ihr wollt“.

Lifestyle

Mailänder Modewoche: Arbesser setzt auf Wiener Sezession

Mit einem kreativen Defilee im Zeichen der Wiener Sezession hat Arthur Arbesser bei der Mailänder Modewoche geglänzt. Der Wiener Designer präsentierte gestern eine farbenfrohe Kollektion für die Herbst/Winter-Saison 2018/19, die sich in Mustern und Farbgebung an Koloman Mosers und Josef Hoffmanns Kunst orientierte.

Defilee in alter Schule

Arbesser, der in Mailand seine sechste Damenkollektion vorstellte, überzeugte Zuschauer und Fachpublikum mit einem klassischen und zugleich zeitgenössischen Stil. Interesse weckte der 35-Jährige schon mit dem Schauplatz für sein Defilee. Er wählte eine alte Schule, die bald abgerissen werden soll. An ihrer Stelle sollen Luxusapartments entstehen.

Model bei Fashion Week in Mailand

APA/AFP/Antonio Calanni

„Mir geht es immer darum, Emotionen zu wecken und Stimmungen zu erzeugen, und zwar durch Location und Musik. Mir ist nicht wichtig, trendy zu sein, mir geht es um Stil und Eleganz“, sagte Arbesser im Gespräch mit der APA.

„Gute Aspekte der Heimat“

An seiner neuen Kollektion, die in Zusammenarbeit mit dem Wien-Tourismus entstand, habe er mehrere Monate lang gearbeitet. „Wir haben einen weiteren Schritt vorwärts gemacht, die Konstruktion der Schau und die Formen sind präziser, es steckt mehr Arbeit darin. Ich finde, es ist eine sehr ausgeglichene Kollektion geworden“, meinte der Designer.

Das Thema Sezession habe in Mailand viel Interesse geweckt. „Es tut gut, wenn man die eigenen Wurzeln zur Schau stellen kann. In letzter Zeit war über Österreich zu viel wegen Politik die Rede. Es ist schön, auch gute Aspekte der Heimat hervorheben zu können“, sagte Arbesser.