Ausland

Tschechien prangert fremdenfeindliche Gewalt in GB an

Nach dem gewaltsamen Tod eines Tschechen in London hat die tschechische Regierung ein Ende der fremdenfeindlichen Angriffe in Großbritannien infolge des „Brexit“-Votums gefordert. In einem Telefonat mit der britischen Premierministerin Theresa May sagte Ministerpräsident Bohuslav Sobotka, er sei „besorgt über den Anstieg der hasserfüllten Attacken auf EU-Bürger“, wie sein Büro heute in Prag mitteilte.

Die tschechische Regierung halte es für „inakzeptabel, dass Tschechen wegen ihrer Herkunft angegriffen und als Bürger zweiter Klasse behandelt werden“, sagte Sobotka und forderte Maßnahmen von May, „um diese fremdenfeindlichen Angriffe zu stoppen“. Nach Angaben der tschechischen Behörden arbeiten rund 37.000 Tschechen in Großbritannien.

May sprach ihrem tschechischen Kollegen nach Angaben ihres Regierungssprechers ihr Mitgefühl wegen des am Samstag bei einer Schlägerei in einem Londoner Pup getöteten Tschechen aus. Gleichzeitig wies sie aber darauf hin, dass die Polizei in dem Fall nicht von einem rassistischen Motiv ausgehe. Sie erklärte jedoch, fremdenfeindliche Gewalt habe keinen Platz in der britischen Gesellschaft.

UNO: In Nigeria droht „größte jemals erlebte Krise“

Ohne mehr Unterstützung der Staatengemeinschaft droht der nigerianischen Region um den Tschad-See laut den Vereinten Nationen (UNO) eine bisher nicht absehbare humanitären Krise. Der stellvertretende UNO-Generalsekretär Toby Lanzer warnte heute in Genf, in der vom Aufstand der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram verwüsteten Region brauchten mehr als neun Millionen Menschen dringend Hilfe. Rund 65.000 Menschen litten praktisch unter einer Hungersnot.

Lanzer sagte, das Leid der Bevölkerung im Nordosten Nigerias übertreffe sogar alles, was er während seiner Arbeit in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur gesehen habe. Laut der UNO droht 80.000 Kindern in der Region der Tod, wenn sie nicht rasch Hilfe erhalten.

Im Juli hatte die UNO mitgeteilt, allein im nigerianischen Bundesstaat Borno litten 250.000 Kinder unter fünf Jahren unter schwerer Mangelernährung. „Wenn wir uns nicht stärker engagieren, einschließlich der Erhöhung unseres Hilfsprogramms, droht uns die größte jemals erlebte Krise“, warnte Lanzer.

Trump verschärft Angriffe auf Ex-Miss-Universe

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat seine Attacken auf die frühere Miss Universe, Alicia Machado, heute weiter verschärft. Er nannte sie „widerlich“ und unterstellte, sie habe eine einschlägige Vergangenheit und es gebe ein Sexvideo von ihr. Damit könnte Trump seine Chancen bei zwei wichtigen Wählergruppen - Frauen und Hispanics - weiter beschädigen.

Attacke statt Entschuldigung

Seine demokratische Herausforderin Hillary Clinton hatte Trumps Umgang mit Frauen am Ende der ersten TV-Debatte zum Thema gemacht. Sie warf ihm vor, den heutigen Telenovela-Star Machado als „Miss Piggy“ und „Miss Housekeeping“ beschimpft, beleidigt und bloßgestellt zu haben, als er sie zwang, vor TV-Kameras ein Fitnessprogramm zu absolvieren, weil sie zugenommen hatte. Trump entschuldigte sich weder bei der Debatte noch nachher, sondern legte seither mehrmals nach und kritisierte Machado heftig.

Frühmorgendliche Tirade

Nun ließ er in der Früh (Ortszeit) eine Tweet-Tirade gegen Clinton und Machado los. Er stellte in den Raum, Clinton habe „Alicia M. (achte auf Sexvideo und Vergangenheit)“ geholfen, die US-Bürgerschaft zu bekommen. Clintons Wahlkampfmanager würden Machados Vergangenheit nicht kennen und seien von ihr „genarrt“ worden. Beweise für seine Behauptungen lieferte Trump freilich nicht.

Clinton reagierte umgehend und nannte Trumps Tweets „gestört“. „Wenn Donald etwas unter die Haut geht, dann schlägt er um sich und kann davon nicht ablassen. Das ist gefährlich für einen Präsidenten.“

Machado erzählt von Erniedrigung

Machado war nach der TV-Debatte von zahlreichen TV-Sendern interviewt worden. Sie erzählte darin über ihre Erlebnisse nach dem Sieg beim Miss-Universe-Bewerb und sagte, sie sei von Trump erniedrigt worden.

Laut dem Magazin Politico spielte Machado in pikanten Reality-TV-Programmen mit und posierte einmal nackt für die mexikanische Ausgabe des „Playboy“. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass sie in Pornos mitgespielt habe.

Parallelen zu Reaktion auf Eltern von gefallenem US-Soldaten

Trumps Umgang mit Clintons Vorwurf, er agiere frauenfeindlich, erinnert stark an seine Reaktion auf den Auftritt der Eltern eines muslimischen US-Soldaten, der im Irak gefallen war. Er attackierte damals die Eltern nach ihrem Auftritt beim Parteitag der Demokraten - und verstieß damit gegen ein Tabu in der US-Innenpolitik. Zahlreiche führende Republikaner gingen damals auf Distanz zu ihm. Damals dauerte es mehrere Wochen, bis Trump wieder aus dem Umfragetief und der Defensive herausfand.

Türkei: Haftbefehle nun auch gegen Gefängnismitarbeiter

Erstmals seit dem gescheiterten Putschversuch ist die türkische Justiz gegen Mitarbeiter von Gefängnissen vorgegangen. Insgesamt seien 75 Haftbefehle gegen Wärter und andere Gefängnismitarbeiter ausgestellt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu heute.

Zudem wurden laut Anadolu Haftbefehle gegen 87 Angestellte von drei Gerichten in Istanbul ausgestellt, denen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen werde. Ihnen werde auch die „Finanzierung eines terroristischen Unternehmens“ vorgeworfen.

Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, auch Gerichte in anderen türkischen Städten seien Gegenstand von Ermittlungen. Den Betroffenen werden Verbindungen zur Gülen-Bewegung nachgesagt. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan bezichtigt seinen ehemaligen Verbündeten Fethullah Gülen, Drahtzieher des Umsturzversuchs zu sein, was dieser bestreitet.

Srpska: Streit um Feiertag geht in nächste Runde

Der Schlagabtausch zwischen dem bosnischen Verfassungsgericht und der Republika Srpska um den umstrittenen bosnisch-serbischen Feiertag am 9. Jänner geht in die nächste Runde. Die Höchstrichter haben heute beschlossen, den 9. Jänner aus dem Feiertagsgesetz der bosnischen Serbenrepublik zu tilgen. Die Entscheidung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

Das Verfassungsgericht hatte bereits Ende 2015 festgestellt, dass der Feiertag verfassungswidrig ist. Der bosnisch-serbische Präsident Milorad Dodik setzte daraufhin ein Referendum über den bosnisch-serbischen Unabhängigkeitstag an. In der von Nichtserben boykottierten Volksabstimmung votierten 99,8 Prozent für den 9. Jänner als Feiertag der Republika Srpska.

Dodik verweigert Anhörung in Sarajevo

Am 9. Jänner 1992 war die Unabhängigkeit der Republika Srpska proklamiert worden, was einer der entscheidenden Schritte zum blutigen Bürgerkrieg zwischen Bosniaken, Serben und Kroaten in der früheren jugoslawischen Teilrepublik war. Im November 1995 wurde die Landeseinheit Bosnien-Herzegowinas mit dem Friedensabkommen von Dayton wiederhergestellt, doch erhielt die Republika Srpska weitgehende Autonomie.

Die bosnische Staatsanwaltschaft leitete unterdessen Ermittlungen gegen Dodik im Feiertagskonflikt ein. Seine Anwälte beantragten eine Verschiebung der für Montag geplanten Einvernahme des bosnisch-serbischen Politikers. Er sei „aus Sicherheitsgründen“ nicht bereit, zur Einvernahme nach Sarajevo zu reisen. Seine Anhörung sollte auf dem Gebiet der Republika Srpska erfolgen.

MH17-Bericht: Niederlande reagieren auf Kritik Moskaus

Nach der Kritik Moskaus an den strafrechtlichen Ermittlungen zum Abschuss des Passagierflugs MH17 ist der russische Botschafter in das niederländische Außenministerium einbestellt worden. „Unfundierte Kritik an den Ermittlern ist unakzeptabel“, sagte Außenminister Bert Koenders am Freitag in Den Haag. Die Ermittler arbeiteten unabhängig.

Flug MH17 war im Juli 2014 über der Ostukraine mit einer Rakete abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord starben. Die Ermittler hatten am Mittwoch Beweise vorgelegt, wonach die Rakete samt Abschussrampe aus Russland in die Ostukraine gebracht und dort von einem Gebiet, das unter Kontrolle prorussischer Separatisten stand, auf die Passagiermaschine abgefeuert worden sei. Anschließend sei das Waffensystem sofort wieder nach Russland zurückgeschafft worden.

Moskau hatte diese Angaben als „voreingenommen und politisch motiviert“ zurückgewiesen. Russland bezeichnete die Einbestellung des Botschafters, die eine Form des diplomatischen Protests ist, dennoch als positiv. „Dialog ist immer gut“, sagte Sprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Hasspostings: Facebook-Manager in Deutschland angezeigt

Ein deutscher Rechtsanwalt hat laut einem „Spiegel“-Bericht einen neuen Versuch gestartet, ranghohe Facebook-Vertreter wegen Beihilfe zu Volksverhetzung und anderen Delikten strafrechtlich belangen zu lassen.

Der Würzburger Jurist Chan-jo Jun machte den Angaben zufolge bei der Staatsanwaltschaft München I per Anzeige geltend, dass der Konzern seiner Pflicht, rechtswidrige Inhalte zu löschen, nicht nachkomme. Die Anzeige des Anwalts, der sich nach eigener Darstellung mit seiner Kanzlei intensiv der Bekämpfung von Hassbotschaften in dem Sozialen Netzwerk widmet, richtet sich gegen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und sieben Manager, die unter anderem für das konkrete Deutschland-Geschäft verantwortlich seien.

Nicht die erste Klage

Bereits vor einem Jahr hatte der Jurist eine vergleichbare Anzeige bei der Hamburger Staatsanwaltschaft gestellt, die seinen Angaben nach zunächst ein Ermittlungsverfahren gegen drei Manager der deutschen Facebook-Tochter eröffnete, dieses später allerdings aus juristischen Gründen wieder einstellte. Jun kritisierte die Begründung damals als falsch. Erst vor wenigen Wochen hatten auch die heimischen Grünen eine Klage gegen Facebook aus ganz ähnlichen Gründen angekündigt.

Inland

Vorarlbergs SPÖ-Chef Ritsch tritt zurück

Michael Ritsch ist als Landesparteivorsitzender der Vorarlberger SPÖ zurückgetreten. Auch den Vorsitz im Hypo-Untersuchungsausschuss legt er zurück. Grund ist seine derzeitige gesundheitliche Verfassung.

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Sprickler-Falschlunger folgt Ritsch

Die 60-jährige Ärztin Gabriele Sprickler-Falschlunger übernimmt das Steuer der Vorarlberger SPÖ. Ihre Begeisterung für die Sozialdemokratie entspringt ihrem Aufwachsen in einer Eisenbahner-Siedlung.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Asyl: Sobotka pocht auf Liste gemeinnütziger Tätigkeiten

Auch wenn Wirtschaftskammer, Gemeindebund und Sozialminister sie nicht benötigen, die Liste von gemeinnützigen Tätigkeiten für Asylwerber wird wohl kommen. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) meinte bei seinem Referat im Rahmen des „Ischler Sozialpartner-Dialogs“: „Wir brauchen eine Liste, wo klar Tätigkeiten definiert werden, die nicht den ersten und zweiten Arbeitsmarkt konterkarieren.“

Beharrt auf Notverordnung

Auf die diversen Forderungen der Sozialpartner, wie man Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt integrieren könnte, etwa mittels Dienstleistungsscheck, ging Sobotka in seinem Referat nicht näher ein. Dafür pochte er einmal mehr darauf, die Notverordnung zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen umzusetzen, obwohl man von der mit 37.500 Ansuchen gesetzten Höchstzahl derzeit „weit entfernt“ sei. Auf das Gesamtjahr gesehen geht der Minister davon aus, dass man den Wert knapp unter- oder überschreiten wird.

Dass nationalen Maßnahmen gesetzt werden, begründete Sobotka damit, dass es noch immer keine Lösungen auf europäischer Ebene gebe. Die EU und damit auch alle Mitgliedsstaaten verletzen täglich das Recht, etwa die Dublin-Verordnung und die Schengen-Regeln.

Mödlhammer will „Taten“ sehen

Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer drängte auf klare und einfache Regeln für gemeinnützige Arbeit von Flüchtlingen und wurde dabei relativ deutlich: „Mir reißt jetzt wirklich schon die Geduld“, erklärte er in einer Aussendung. Die Gemeinden selbst sollten festlegen, welche Tätigkeiten „gemeinnützig“ sind, sagte er und forderte vom Sozialminister einen entsprechenden Gesetzesentwurf.

„Ich verstehe nicht, was daran so schwierig ist. Ich verlange, dass den vielen Worten nun endlich Taten folgen“, so Mödlhammer. Drei Viertel aller Gemeinden, die Asylwerber beherbergen, wollen diese auch für gemeinnützige Arbeiten einsetzen, verwies er auf eine Gemeindebefragung im Juni 2016. Auch die Asylwerber selbst „wollen etwas tun“.

Doch die Rahmenbedingungen würden das „sehr schwierig“ machen, sagte Mödlhammer und beklagte „bürokratischen Wahnsinn“. Bei den Verhandlungen gehe nichts weiter.

NÖ: FPÖ-Sicherheitssprecher Führerschein entzogen

Der niederösterreichische FPÖ-Landtagsabgeordnete und Sicherheitssprecher Erich Königsberger hat gestern seinen Führerschein abgeben müssen. Gottfried Waldhäusl, freiheitlicher Klubobmann im Landtag, bestätigte auf APA-Anfrage einen Bericht der Tageszeitung „heute“ (Freitag-Ausgabe), dass sein Stellvertreter alkoholisiert unterwegs gewesen sei. Er sprach von einem „Fehler“.

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Sport

Tennis: Thiem chancenlos gegen Ramos-Vinolas

Der im chinesischen Chengdu als Nummer eins gesetzte Niederösterreicher Dominic Thiem hat im Viertelfinale eine klare Niederlage gegen den Spanier Albert Ramos-Vinolas kassiert. Der Weltranglistenzehnte verzweifelte an der starken Aufschlagsleistung seines Gegners und war im ersten Duell mit dem ATP-31. letztlich chancenlos. Österreichs Nummer eins stand gegen die Nummer fünf des Turniers nur eine Stunde auf dem Platz.

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Europa League: Rapid verlässt Bilbao erhobenen Hauptes

Zu einem Punkt hat es für Rapid beim Europa-League-Gastspiel bei Athletic Bilbao gestern Abend nicht gereicht. Die knappe Niederlage gegen die favorisierten Spanier gab der Mannschaft von Trainer Mike Büskens aber Auftrieb für kommende Aufgaben. „Wir sind vernünftig aufgetreten“, bilanzierte Büskens, der vor allem mit seiner Defensive zufrieden sein durfte. Im Spiel nach vorne gab es viel Luft nach oben.

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Europa League: Reifer Auftritt macht Austria Mut

Der Ärger bei den Spielern der Austria und bei Trainer Thorsten Fink war spürbar und verständlich. Die Zufriedenheit und Erleichterung darüber, dass man in der Europa League wieder viel besser spielte als in der Meisterschaft, war gestern nach dem 0:0 gegen Viktoria Pilsen aber auch allgegenwärtig.

„Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, lobte Fink sein Team, das von einer Fehlentscheidung der Unparteiischen um ein Tor gebracht worden war. Nun gelte es, die positiven Ansätze in die Liga mitzunehmen - trotz erneut kurzer Vorbereitungszeit.

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Wirtschaft

2.000 Bank-Austria-Mitarbeiter wollen Handshake

Rund 2.000 Mitarbeiter der Bank Austria, darunter viele Frauen, interessieren sich für ein freiwilliges, mit einer Prämie versüßtes Ausscheiden aus der Bank, schreibt der „Standard“ (Wochenendausgabe). Die Bank bietet Handshakes an, um einen Mitarbeiterabbau ohne Kündigungen zu ermöglichen. Bis heute musste das Interesse angemeldet werden.

Wie viele Menschen tatsächlich unter diesem Programm ausscheiden, ist aber weiter offen. Einerseits müssen die Details noch ausgehandelt werden, andererseits hat sich die Bank vorbehalten, der einvernehmlichen Trennung nur dann zuzustimmen, wenn der Betrieb der Bank dadurch nicht gefährdet wird.

UniCredit-Ostgeschäft: Umzug nach Mailand abgeschlossen

Die italienische UniCredit hat die Übertragung des Ostgeschäfts von ihrer Tochter Bank Austria abgeschlossen. Nun werden die CEE-Geschäfte der zugehörigen Mittel- und Osteuropatöchter von Mailand aus betrieben, nicht mehr von Wien aus, hieß es heute Abend in einer Aussendung der italienischen Großbank. Die Reorganisation tritt den Angaben zufolge morgen offiziell in Kraft.

Für die Verschmelzung der UCG Beteiligungsverwaltung GmbH in die UniCredit SpA sind alle behördlichen Genehmigungen erteilt worden. Die Neuorganisation soll eine einfachere Struktur bringen, hieß es einmal mehr von der UniCredit.

Das Ostgeschäft untersteht nun direkt der Aufsicht der Nummer zwei im UniCredit-Konzern, Gianni Franco Papa. Er war selbst in Wien eine Zeit lang Chef der CEE-Division gewesen. Das CEE-Geschäft sei ein Kernasset der UniCredit Group wurde in der Aussendung weiters betont. Die CEE-Division wird weiterhin von Carlo Vivaldi geführt.

Jugend ohne Job: Herkulesaufgabe harrt EU-Lösung

Der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit begleitet die EU seit vielen Jahren. Mit der Wirtschaftskrise gewann er noch einmal an Brisanz. Milliardenschwere Förderprogramme und Maßnahmen zeitigten mittlerweile erste Erfolge. Doch noch immer haben mehr als sechseinhalb Millionen junge Menschen weder Job noch Ausbildungsplatz, während die Fördermittel zurückgehen. Vor allem jene, die Hilfe am dringendsten brauchen, werden oft übersehen.

Mehr dazu in Eine „verlorene Generation“ verhindern

Chronik

Ermordete Pensionistin: Freisprüche im Sutter-Prozess

Im Prozess rund um den Mordfall Sutter hat es heute am Landesgericht Innsbruck zwei Freisprüche gegeben. Die Anklage gegen einen 61-Jährigen und seinen Sohn hatte sich in erster Linie auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke gestützt. Den beiden wurde zur Last gelegt, vor mehr als neun Jahren die Pensionistin Ingrid Sutter in ihrer Innsbrucker Wohnung getötet zu haben.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Lebendes Baby und Skelett in Koffer in Hannover gefunden

In einer Wohnung in Hannover, der Landeshauptstadt des deutschen Bundeslandes Niedersachsen, ist ein Koffer mit einem lebenden Baby und Skelettteilen gefunden worden. Wie die Staatsanwaltschft heute mitteilte, rief ein 19-Jähriger, der den Koffer in der mit seiner Lebensgefährtin geteilten Wohnung gestern fand, die Polizei.

Die 22 Jahre alte Lebensgefährtin und mutmaßliche Mutter der Kinder wurde an ihrem Arbeitsplatz festgenommen. Das lebende weibliche Neugeborene kam in eine Klinik. Sein Zustand ist nach ersten Untersuchungen stabil.

Nach dem Notruf des jungen Mannes rückten Fahnder und Rettungskräfte zur Wohnung des Paares in einem gepflegten Mehrfamilienhaus im Stadtteil Vahrenwald unweit des Zentrums von Hannover an. Rettungskräfte nahmen sich sofort des lebenden Säuglings an.

Bei der weiteren Überprüfung des Koffers entdeckten die Polizisten darin auch Knochen, die offenbar von einem weiteren Baby stammen.

Die Kriminalpolizei hat ein Verfahren wegen des Verdachts des Totschlags gegen die 22-Jährige eingeleitet. Gegenüber den Beamten machte die junge Frau bisher keine Angaben. Der 19-Jährige ist weiter auf freiem Fuß. Die aufgefundenen Knochenteile sollen rechtsmedizinisch untersucht werden. Die weiteren Ermittlungen mit der Befragung des jungen Mannes, von Nachbarn und Arbeitskollegen der Frau dauerten heute noch an.

Pariser Bande soll 160 Kinderwagen gestohlen haben

Drei Frauen und ein Mann sollen in Paris mehr als 160 Kinderwagen gestohlen haben. Die Verdächtigen wurden festgenommen, berichtete die französische Tageszeitung „Le Parisien“ heute mit Hinweis auf die Polizei. Die mutmaßliche Bande soll in Kindergärten und Horte eingedrungen sein und ihre Beute im Internet verkauft haben.

Die Suche nach den Dieben lief bereits im Jänner an, als hochwertige Kinderwagen verstärkt als vermisst gemeldet wurden. Hinweise von Eltern, die ihre Wagen auf Verkaufsseiten im Internet wiederfanden, führten bereits Mitte September zur Festnahme der bereits polizeibekannten Verdächtigen im Umland der französischen Hauptstadt. Dabei fand die Polizei etwa 40 Kinderwagen, Waffen und 14.000 Euro Bargeld.

Wiederholt sollen sich die drei Frauen in Abstellräume für Kinderwagen geschlichen haben. In einem geeigneten Moment brachten sie ihre Beute in ein Auto. Dabei begleitete sie manchmal ein Kind, um keinen Verdacht zu erregen. Laut Schätzungen betrug der Schaden etwa 100.000 Euro.

Kultur

Meryl Streep und Tom Hanks beim Filmfest in Rom

Stars wie Meryl Streep, Tom Hanks, Oliver Stone, Viggo Mortensen und Werner Herzog werden an der 11. Ausgabe des Filmfests in Rom vom 13. bis zum 23. Oktober teilnehmen. Zu den italienischen Regisseuren, die sich an den verschiedenen Events beteiligen, zählen Bernardo Bertolucci und Roberto Benigni, teilten die Organisatoren des Filmfests heute in Rom mit.

Elf Filme sind im Rennen um den Goldenen Marc-Aurel-Preis, darunter „7 Minuti“ des Regisseurs und Schauspielers Michele Placido, der seinen internationalen Erfolg unter anderem der Serie „Allein gegen die Mafia“ verdankt, sowie „Afterimage“ des polnischen Filmemachers Andrzej Wajda.

Ausschlaggebend ist die Meinung des Publikums, denn den Marc-Aurel-Preis für den besten Film wird nicht von einer Jury verliehen: Die Zuschauer sollen nach jedem Kinobesuch den Film bewerten. Daraus wird der beste Streifen des Festivals hervorgehen.

Zwei gestohlene Bilder von Van Gogh in Italien gefunden

Zwei vor 14 Jahren in Amsterdam gestohlene Bilder von Vincent van Gogh sind in Italien gefunden worden. Das bestätigte der Direktor des Amsterdamer Van Gogh Museums, Axel Rüger, heute.

Präsentation der gefundenen Van-Gogh-Gemälde

APA/AFP/Mario Laporta

„Ja, sie sind gefunden worden.“ Die italienische Polizei hatte sie nach Angaben des Museums bei einer Großaktion gegen das organisierte Verbrechen in Neapel entdeckt.

Die Gemälde „Zeegezicht bij Scheveningen“ (Meer bei Scheveningen, 1882) und „Hervormde Kerk te Nuenen“ (Reformierte Kirche in Nuenen, 1884/1885) seien leicht beschädigt, sollen aber in relativ gutem Zustand sein. Sie waren 2002 aus dem Amsterdamer Museum gestohlen worden.

Bei Drogenermittlungen entdeckt

Sie wurden laut Medien im Haus eines Drogenbosses bei Neapel entdeckt. Raffaele Imperiale sei im Jänner festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur ADN Kronos unter Berufung auf die Behörden.

Ein entscheidender Hinweis zu den Bildern sei im Zuge der Drogenermittlungen von einem Mitbeschuldigten gekommen, der zusammen mit Imperiale festgenommen worden war. Die Bilder wurden in Baumwolltücher eingewickelt in dem kleinen Ort Castellammare di Stabia südlich von Neapel entdeckt.

Medien

Rosneft-Millionenklage gegen Moskauer Verlag

Der teilstaatliche russische Ölgigant Rosneft hat den Moskauer Wirtschaftsmedienverlag RBK auf die Summe von drei Milliarden Rubel (41,1 Millionen Euro) geklagt. Das sei in Russland der höchste je von einem Verlag geforderte Schadenersatz, berichtete die Zeitung „RBK“ heute.

Rosneft sehe sich verleumdet durch einen RBK-Artikel vom April über die geplante Teilprivatisierung des Konzerns. Chef bei Rosneft ist Igor Setschin, ein Weggefährte von Russlands Präsidenten Wladimir Putin. „Das Ziel ist hier fraglos, das Medium zu zerstören“, sagte der Politologe Gleb Pawlowski zu der geforderten Summe.

Nach Kreml-Beschwerde neue Chefredaktion

Dem Artikel zufolge soll Rosneft die Regierung aufgefordert haben, beim Verkauf von 19,5 Prozent der Aktien darauf zu achten, dass diese nicht an BP fallen. Der britische Konzern ist bei Rosneft Minderheitsaktionär. Rosneft dementierte die Darstellung, klagte zunächst aber nur auf Unterlassung. Vor Gericht präsentierten Prozessvertreter nun die Schadenersatzforderung.

Die RBK-Gruppe mit Zeitung, TV-Sender und Nachrichtenagentur gehört dem Oligarchen Michail Prochorow. „RBK“ setzte nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2,5 Milliarden Rubel um. Die Journalisten haben sich mit kritischen Recherchen einen Namen gemacht. Nach angeblichen Beschwerden aus dem Kreml wurde im Mai die Chefredaktion ausgetauscht.

Neues ORF-TVthek-Angebot mit Zeitzeugen

In Kooperation mit dem Mauthausen Komitee Österreich hat der ORF heute ein neues Videoarchiv in seinem 2014 eingeführten Angebot „ORF-TVthek goes school“ präsentiert. Unterstützung bekam man seitens des Bundeskanzleramts und des Zukunftsfonds der Republik.

102 Interviews und Gespräche

Dabei bieten die persönlichen Erinnerungen österreichischer und internationaler Zeitzeuginnen und Zeitzeugen einen einzigartigen Zugang zur Zeitgeschichte Österreichs. 102 Interviews und Gespräche mit „Österreichs Zeitzeugen“ stehen im Mittelpunkt des neuen Videoarchivs.

Mehr dazu in tvthek.ORF.at

Die Erinnerungen von 89 Zeitzeugen hat der ORF gemeinsam mit dem Mauthausen Komitee aufbereitet und so dauerhaft zugänglich gemacht.

Die Erinnerungen der Zeitzeugen bereitete der ORF gemeinsam mit dem Mauthausen Komitee in diesem Archiv auf und machte diese so dauerhaft zugänglich. KZ-Überlebende und Widerstandskämpfer erzählen vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914, von den Verbrechen während des NS-Zeit und der Zeit bis zur Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955.

In vier Rubriken unterteilt

So ist das Videoarchiv in die vier Rubriken „Monarchie und Erster Weltkrieg“, „Zwischenkriegszeit und Austrofaschismus“, „Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg“ und „Nachkriegszeit“ unterteilt. Insgesamt kommen 89 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort, etwa Otto Preminger, Viktor Frankl, Bruno Kreisky, Simon Wiesenthal, Margarete Schütte-Lihotzky, Marie Jahoda, Franziska Jägerstätter und Arik Brauer.

Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) hob den niederschwelligen Zugang von „ORF-TVthek goes school“ hervor: „Mit Projekten wie dem Videoarchiv ‚Österreichs Zeitzeugen‘ wird ein innovativer und leicht zugänglicher Weg der Vermittlung von Geschichte angeboten.“ Auch Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, lobte das Projekt: „Aus der Arbeit des Mauthausen Komitee Österreich mit Zeitzeuginnen, Zeitzeugen und Jugendlichen sehen wir, dass dadurch eine Verbindung der Lebenswelten – vor allem mit jenen der Jugendlichen – möglich ist.“

Wrabetz: „Persönlich und emotional“

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sagte: „Kein Buch und kein dokumentarisches Filmmaterial kann uns Vergangenes und besonders die mit Schrecken behafteten Ereignisse und Zeiten wie Krieg oder Holocaust so nahebringen wie Menschen, die dies selbst durchleben mussten und davon auf sehr persönliche und emotionale Weise erzählen.“

Der ORF-Direktor für Technik, Online und neue Medien, Michael Götzhaber, unterstrich bereits im Vorfeld die technischen Vorteile: „Das Internet und die Videoplattform des ORF im Speziellen sind ideale Multiplikatoren für die Zeitzeugeninterviews, die im Rahmen des neuen ‚ORF-TVthek goes school‘-Videoarchivs zusammengestellt wurden.“

Der für tvthek.ORF.at zuständige Thomas Prantner sagte: „Es ist zentrale Aufgabe des ORF, nicht nur Österreichs Gegenwart, sondern auch entscheidende Epochen und Ereignisse aus der Vergangenheit medial darzustellen.“ „ORF-TVthek goes school“ stellt Videoarchive in einer speziell für die Integration in den Unterricht geeigneten Form bereit und ist uneingeschränkt und unbefristet verfügbar.

Science

Warmer September: Nordsee wärmer als im August

Der außergewöhnlich warme Spätsommer hat die Nordsee im September mit einer Wassertemperatur von 19,1 Grad Celsius stärker erwärmt als im August - erstmals seit Beginn der Beobachtungen vor fast 50 Jahren.

Üblicherweise werde im August das saisonale Maximum erreicht, wie das deutsche Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BHS) heute mitteilte. In diesem Jahr habe da die Meerestemperatur der Deutschen Bucht bei 18,4 Grad Celsius gelegen. Ursache für die vergleichsweise hohe Wassertemperatur sei eine „stabile, sonnenscheinreiche Hochdruckwetterlage“ gewesen.

Panorama

Chinesischer Salzsee verfärbt sich rot

Die Farbe eines alten Salzsees in der chinesischen Provinz Yuncheng hat sich teilweise rot verfärbt. Der See, durch den eine breite Straße führt, zieht derzeit zahlreiche Schaulustige an.

Seit Tausenden von Jahren wird Salz aus dem See gewonnen, der wegen seines hohen Salzgehalts auch „Chinesisches Totes Meer“ genannt wird. Anders als im Toten Meer können hier allerdings Pflanzen und Tiere überleben.

Straße über einen Salzsee in Yuncheng (China), der auf Grund von Algen auf einer Seite rot gefärbt ist

Reuters/China Stringer Network

Vergleich mit traditionellem Suppengericht

Weil der See, der durch die Straße in mehrere Teile geteilt wird, derzeit in verschiedenen Farben erscheint, vergleichen ihn laut chinesischen Medien die Einheimischen auch mit einem Yuanyang-Topf - einem Topf mit Unterteilungen, der mehrere unterschiedliche Suppen enthält.

Grund für die aktuelle Verfärbung ist das verstärkte Wachstum einer bestimmten Algenart. Der See, der insgesamt mehr als 130 Quadratkilometer groß ist, verändert im Lauf des Jahres mehrmals die Farbe und ist rot, blau oder grün.