Ausland

Iran-Stichwahl: Hochrechnungen zeigen Reformer in Führung

Nach ersten Hochrechnungen führen die Reformer um Präsident Hassan Rouhani bei der Stichwahl im Iran. Damit hätten sie ihren Erfolg von der Parlamentswahl im Februar wiederholt. Zur Wahl standen die restlichen 68 der insgesamt 290 Sitze.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Koalition der Reformer und der gemäßigten Konservativen bis jetzt mehr als die Hälfte der 68 Sitze für sich entscheiden konnten. Wie schon im Februar gab es erneut eine Pleite für die Hardliner, da laut Medienberichten auch andere Sitze von unabhängigen Kandidaten gewonnen wurden. Die amtlichen Endergebnisse sollen vom Innenministerium bis heute Abend bekanntgegeben werden.

Erneut Ausschreitungen bei Trump-Auftritt

Bei einem Wahlkampfauftritt des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump im US-Bundesstaat Kalifornien ist es erneut zu gewaltsamen Protesten gekommen. Mehrere hundert Demonstranten lieferten sich gestern (Ortszeit) in Burlingame nahe des Flughafens von San Francisco Auseinandersetzungen mit der Polizei. Nach Polizeiangaben wurden fünf Demonstranten festgenommen, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Angesichts der Proteste musste der umstrittene Milliardär den Hintereingang nehmen.

„Kein Hass, kein Rassismus, kein Trump“

Die Demonstranten bewarfen die Polizisten unter anderem mit Eiern. Einige Trump-Gegner versuchten zudem, Absperrungen der Polizei zu durchbrechen, die vor dem Hyatt Regency Hotel aufgebaut waren, in dem Trump auftreten sollte. Die Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie „Kein Hass, kein Rassismus, kein Trump“ oder „Trump ist der moderne Hitler“ hoch.

Einige der Demonstranten schwenkten zudem mexikanische Flaggen. Trump, der das Kandidatenfeld bei den Republikanern mit großem Vorsprung anführt, hat mexikanische Einwanderer als Vergewaltiger und Kriminelle bezeichnet. Eines seiner zentralen Wahlversprechen ist der Bau einer Mauer an der Südgrenze der USA.

Angesichts der Proteste musste Trump aus seiner Wagenkolonne aussteigen und unter massivem Polizeischutz zu Fuß den Hintereingang nehmen. Er sei schon leichter zu einem Auftritt gekommen, scherzte Trump vor seinen Anhängern in dem Hotel. „Es fühlte sich so an, als würde ich eine Grenze überqueren.“ Nach seiner Rede, die ohne Zwischenfälle verlief, wurde Trump von der Polizei wieder über den Hintereingang aus dem Gebäude geleitet.

Proteste und Schlägereien

Trumps Wahlkampf wird seit geraumer Zeit von wütenden Protesten und Schlägereien überschattet. Immer wieder liefern sich Gegner des populistischen Bewerbers auch Auseinandersetzungen mit der Polizei. Erst am Donnerstag waren in Costa Mesa in Kalifornien etwa 20 Teilnehmer eine Anti-Trump-Demonstration festgenommen worden. Hunderte Menschen hatten sich dabei ebenfalls gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

350.000 Menschen bei Protestmarsch in Argentinien

Hunderttausende Menschen sind in Argentinien gegen Entlassungen und Inflation auf die Straße gegangen. Dabei wurden gestern in Buenos Aires von der Regierung von Präsident Mauricio Macri Maßnahmen gegen die steigende Arbeitslosigkeit gefordert. Nach Angaben der Organisatoren nahmen bis zu 350.000 Demonstranten an dem Protestmarsch teil.

Die Gewerkschaft CTA schätzt, dass seit der Amtsübernahme Macris im Dezember 68.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Die Regierung erklärt dagegen, der Arbeitsmarkt habe sich stabil gehalten trotz der Entlassung von 11.000 Staatsangestellten. Die Inflation wird auf jährlich über 30 Prozent geschätzt. Das statistische Amt Indec gibt seit Dezember keine Daten über Arbeitslosigkeit, Armut und Inflation bekannt, weil die Erfassungsmethoden umgearbeitet werden.

„Wir teilen die Sorgen der Arbeiter“, erklärte der Kabinettschef Marcos Pena. Die gesammelte Opposition will nächste Woche mit ihrer Mehrheit im Parlament ein Gesetz durchsetzen, dass für 180 Tage bei Entlassungen eine doppelte Entschädigung vorsieht. Die Regierung hat angekündigt, Macri werden sein Veto gegen das Gesetz einlegen, falls es vom Parlament angenommen wird. Die Gewerkschaften warnten, in dem Fall würden sie zu einem Generalstreik aufrufen.

Feuerpause an zwei Frontlinien in Syrien in Kraft getreten

In Syrien ist in der Nacht auf heute an Frontlinien eine Feuerpause in Kraft getreten. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mitteilte, legten die Konfliktparteien in der Rebellenhochburg Ost-Ghuta und in der Küstenprovinz Latakia die Waffen nieder.

In beiden Regionen sei es „ruhig“, erklärte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Vorerst werde dort nicht mehr geschossen. Der vorübergehende Stopp der Kampfhandlungen an den beiden wesentlichen Kriegsfronten war auf Drängen der USA und Russlands vereinbart worden. Für die Region Ost-Ghuta östlich von Damaskus sollte die Feuerpause nach Angaben der syrischen Armee 24 Stunden gelten, für Latakia 72 Stunden.

Kämpfe in Aleppo fortgesetzt

Die Feuerpause galt nicht in der erbittert umkämpften Stadt Aleppo, wo gestern zum zweiten Mal binnen weniger Tage ein Krankenhaus bombardiert worden war. Dabei waren mehrere Menschen verletzt worden. Wie aus syrischen Sicherheitskreisen verlautete, hatte Washington auch für Aleppo eine Pause der Kampfhandlungen gefordert - Moskau habe das aber abgelehnt. Auch ein US-Vertreter erklärte, für die Metropole sei keine Einigung erzielt worden.

Der einstigen Wirtschaftsmetropole droht eine Großoffensive der Armee, die Aleppo vollständig zurückerobern will. Damit einhergehen könnte eine humanitäre Katastrophe in der Stadt.

Russischer Jet erneut gefährlich nah an US-Maschine

Ein russisches Flugzeug hat nach US-Angaben erneut gefährlich nah eine amerikanische Militärmaschine im internationalen Luftraum über der Ostsee überflogen. Nach Angaben des Europäischen Kommandos der USA in Stuttgart ereignete sich der Vorfall gestern.

Auf weniger als zehn Meter genähert

Den Angaben zufolge näherte sich das russische Flugzeug vom Typ SY-27 der amerikanischen Maschine „in unsicherer und unprofessioneller Weise“ auf weniger als zehn Meter. Eine Sprecherin des Pentagon in Washington erklärte, es habe sich um ein so genanntes Überroll-Manöver gehandelt.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen nach einem ähnlichen Zwischenfall mit einem russischen Flugzeug und dem Kriegsschiff USS Donald Cook in der gleichen Gegend. Nach Angaben des Pentagon gab es zuletzt wiederholt Zwischenfälle mit russischen Militärflugzeugen, die Anlass für ernste Sicherheitsbedenken böten. „Wir sind sehr besorgt über dieses Verhalten“, hieß es.

Das US-Flugzeug habe zu keinem Zeitpunkt russischen Luftraum verletzt. Ein solcher Zwischenfall könne ernsthaften Schaden nach sich ziehen. Noch schwerwiegender sei aber, dass das unprofessionelle Verhalten eines einzelnen Piloten unnötigerweise Spannungen zwischen Ländern vergrößern könne.

Schweiz lässt Asylwerber von der EU abschieben

Um Geld zu sparen, lässt die Schweiz abgelehnte Asylwerber von der EU-Grenzschutzagentur Frontex abschieben. „Wenn immer möglich, versuchen wir die Frontex-Flüge zu nutzen, weil sie kostengünstiger und weniger aufwändig sind“, sagte Lea Wetheimer vom eidgenössischen Staatssekretariat für Migration dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).

Neun von 32 Flügen durch Frontex

Ein Schweizer „Ausschaffungsflug“ kostet demnach 14.000 Franken (12.757,43 Euro), ein EU-Flug nur 3.000 Franken. Bern hat daher heuer neun von 32 Flügen durch Frontex durchführen lassen. Warum es nicht noch mehr sind, liege daran, dass die EU-Flüge oft in Länder gehen, die bei den Schweizer Abschiebungen nicht ganz oben auf der Liste sind.

Nutzung nicht unumstritten

Die Nutzung der EU-Kapazitäten ist aber nicht unumstritten. Politiker der europakritischen rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) haben keine Freude damit. Sie fürchten um die Sicherheit der Schweizer Beamten, die auf EU-Flügen mitfliegen. Die EU-Behörden würden nämlich randalierende Abzuschiebende „weniger rasch“ fesseln, als dies an Bord der eidgenössischen Abschiebeflüge der Fall sei.

Einigung auf Minderheitsregierung in Irland

Zwei Monate nach den Parlamentswahlen in Irland hat die Fine-Gael-Partei des bisherigen Regierungschefs Enda Kenny die notwendige Unterstützung für eine Minderheitsregierung bekommen. Das teilte gestern Abend die Fianna-Fail-Partei mit, mit der Fine Gael die notwendige Einigung erzielte.

Die genauen Absprachen sollten nun den Parteigremien und dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden, erklärte Fianna Fail. Die Partei hatte im Vorfeld der Verhandlungen eine Koalition mit Fine Gael ausgeschlossen, unter bestimmten Bedingungen aber die Unterstützung einer Minderheitsregierung angeboten.

Koalition verlor Regierungsmehrheit

Bei der Parlamentswahl Ende Februar hatte Kennys Koalition ihre Regierungsmehrheit verloren. An seine Mitte-rechts-Partei Fine Gael gingen nur noch 50 Sitze, 26 weniger als zuvor. Sein bisheriger Koalitionspartner, die Labour-Partei, brach von 37 auf sieben Sitze ein. Die Fianna Fail, die im Jahr 2011 wegen ihres Verhaltens in der Finanzkrise abgewählt worden war, kam mit 44 Sitzen auf Platz zwei.

Fine Gael und Fianna Fail haben sehr ähnliche Programme. Historisch befinden sie sich jedoch in einer Dauerrivalität, da sie aus verschiedenen Lagern des Unabhängigkeitskrieges 1922/23 hervorgingen. Beide Parteien hatten eine große Koalition schon vor der Wahl ausgeschlossen.

Kenny reichte bereits nach dem ersten gescheiterten Wahlgang im März offiziell seinen Rücktritt ein. Er ist nur noch geschäftsführend im Amt, bis ein Nachfolger feststeht. Drittstärkste Kraft im Parlament ist die linksgerichtete Partei Sinn Fein mit 23 Sitzen.

Inland

Grüne fordern Valorisierung des Arbeitslosengelds

Die Grünen fordern anlässlich des „Tages der Arbeitslosen“ die Wiedereinführung der im Jahr 2000 von der schwarz-blauen Bundesregierung abgeschafften Valorisierung des Arbeitslosengeldes. Die jährliche Anpassung sollte in Anlehnung an die Pensionsvalorisierung gesetzlich festgelegt werden, forderte Sozialsprecherin Judith Schwentner heute.

Kaufkraftverlust ausgleichen

Seit der Abschaffung steige die Höhe eines einmal festgesetzten Arbeitslosengeldes auch dann nicht, wenn ein Mensch über längere Zeit arbeitslos ist. Die betroffene Person verliere daher zunehmend an Kaufkraft und damit an Fähigkeit, ein Leben in Würde zu führen, so die Grüne in einem Positionspapier.

Begründet worden sei dies in der Vergangenheit mit der Erhöhung des Anreizes, bei reduzierter Kaufkraft eine Beschäftigung aufzunehmen. „Diese Begründung war schon in der Vergangenheit zynisch und realitätsverzerrend und zeugt von nichts mehr als der fehlenden Bereitschaft von Ideologen, sich mit der Lebenssituation von Menschen in Problemsituationen auseinanderzusetzen“, kritisierte Schwentner. Angesichts der heutigen Lage sei dies „ein offenes Bekenntnis zur Ausgrenzung von Menschen, die es im Leben weniger gut getroffen haben“.

Die Kosten einer jährlichen Valorisierung der Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung lägen deutlich unter der jährlichen Einnahmensteigerung aus Beiträgen und seien somit bedeckt. Phasen der Arbeitslosigkeit seien mittlerweile Teil normaler Erwerbsbiografien, jeder Arbeitnehmer sei im Schnitt statistisch betrachtet alle 3,5 Jahre für 100 Tage arbeitslos. „Eine Valorisierung des Arbeitslosengeldes ist daher das Mindeste, was Politik derzeit für langzeitarbeitslose Menschen tun kann“, forderte die Sozialsprecherin.

Debatte über Arbeitszeitverkürzung entbrannt

Vor dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, ist gestern wieder einmal eine Debatte über Arbeitszeitverkürzung entbrannt. Nachdem Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) von „Verteilungsungerechtigkeit“ in der Arbeitswelt gesprochen und neue Modelle der Arbeitszeitverkürzung gefordert hatte, wandten sich Wirtschaftsvertreter unisono gegen eine Verkürzung der Arbeitszeit.

„Wir haben Menschen, die vor lauter Arbeiten kaum Luft zum Atmen haben und 400.000 Arbeitslose“, gab Stöger laut einer Aussendung der AK-NÖ zu bedenken. Angesichts der hohen Zahl von Arbeitslosen brauche man neue Wege, um Arbeit gerechter zu verteilen.

Leitl fürchtet „Tag der Arbeitslosigkeit“

„Wer eine Arbeitszeitverkürzung will, riskiert, dass aus dem Tag der Arbeit ein Tag der Arbeitslosigkeit wird“, kritisierte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl.

Auch die Industriellenvereinigung wandte sich entschieden dagegen: „Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ist angesichts von Rekordarbeitslosigkeit, niedrigen Wachstums und gerade im Vorfeld des Tages der Arbeit eine gefährliche Drohung für Beschäftigung in Österreich“, meinte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Auch der ÖVP-Wirtschaftsbund sprach sich gegen kürzere Arbeitszeiten aus.

Grenzzäune im Burgenland laut Sobotka weiter Option

Im Burgenland werden Grenzzäune vorbereitet, aber vorerst nicht aufgestellt. „In dem Moment, wo wir eine Struktur haben, wo keine Massen kommen, sind solche technischen Maßnahmen immer wieder zu relativieren“, sagte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) gestern in Nickelsdorf bei einem gemeinsamen Besuch mit Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).

Derzeitige Maßnahmen ausreichend

Mit dem Assistenzeinsatz finde man derzeit „mit Sicherheit“ das Auslangen, so Sobotka weiter. Nötigenfalls würde links und rechts des Grenzübergangs ein Zaun errichtet werden, wie man das am Brenner derzeit mache und wie er in Spielfeld bereits existiere. „Es geht nicht darum, in die Landschaft etwas hineinzustellen, das vielleicht dann die eine oder andere Lücke hat“, so Sobotka.

Aufgrund der Erfahrungen des Jahres 2015, wo durch den „Massenansturm“ die Rechtsstaatlichkeit „eigentlich ausgehebelt“ worden sei, sei man verpflichtet, alle Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen. Die derzeitigen Maßnahmen würden aber reichen. Die Möglichkeit, eine Notverordnung zu erlassen, sei eine Maßnahme, die „pro futuro“ einzusetzen sei, wenn die bisherigen Maßnahmen nicht mehr reichen.

Niessl sichert volle Unterstützung zu

Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) sicherte dem Innenminister „voll und ganz“ die Unterstützung der Landesregierung zu. Er stehe „hundertprozentig dazu, nämlich hier zu kontrollieren, den Assistenzeinsatz durchzuführen, um ganz einfach Schleppern keine Chance zu geben“. Er unterstütze auch „voll und ganz“ das neue Asylgesetz und die Notfallverordnung. Ein ungeregelter Zuzug sei in Österreich nicht möglich, das sei nicht finanzierbar und werde von der Bevölkerung auch nicht akzeptiert.

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Wirtschaft

Helikopter-Absturz: Airbus stoppt Super-Puma-Flüge

Nach dem schweren Hubschrauber-Unglück vor der norwegischen Küste hat der Hersteller Airbus alle Passagierflüge mit ähnlichen Maschinen weltweit gestoppt. Das von den norwegischen und britischen Behörden verhängte einstweilige Flugverbot für den H225 Super Puma werde auf die gesamte Flotte ausgeweitet, teilte Airbus Helicopters in der Nacht auf heute mit.

Bisher elf Leichen geborgen

Das Unternehmen unterstütze voll und ganz die norwegischen Ermittler. Bei dem Absturz kamen gestern vermutlich alle 13 Menschen an Bord ums Leben. Elf Leichen wurden bislang geborgen, zwei Menschen noch vermisst.

Der Hubschrauber hatte elf Menschen von einer Ölplattform des norwegischen Konzerns Statoil zur Küste bringen sollen. Das Wrack liegt einem TV-Bericht zufolge unter Wasser, während der Rotor auf einem Felsen in etwa 300 Meter Entfernung gefunden worden sei. Augenzeugen zufolge lösten sich die Rotorblätter von dem Hubschrauber während des Fluges. Anschließend sei die Maschine in Brand geraten und es habe eine Explosion gegeben.

Den schwersten Absturz eines Super Puma gab es 2009 vor der schottischen Küste. Damals kamen 16 Menschen ums Leben. Auch damals lösten sich die Rotorblätter. Der Super Puma wird häufig in der Ölindustrie aber auch zu Passagierflügen und Rettungseinsätzen verwendet. In der norwegischen Ölbranche gab es zuletzt 1997 einen Hubschrauber-Absturz. Dabei starben zwölf Menschen. Auch damals ging es um einen Super Puma.

Nach Streiks: Tarifeinigung im deutschen öffentlichen Dienst

In Deutschland ist die Gefahr einer massiven Streikwelle im öffentlichen Dienst gebannt. Nach den Warnstreiks dieser Woche haben sich Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgebern gestern auf eine Lohnerhöhung von fast fünf Prozent für die 2,1 Millionen Mitarbeiter des Bundes und der Gemeinden geeinigt.

Die Tarifeinigung hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Heuer sollen die Gehälter mit 1. März um 2,4 Prozent steigen, ab 1. Februar 2017 um weitere 2,35 Prozent. Die Einigung kam in der dritten Verhandlungsrunde zustande, die am Donnerstag begonnen hatte.

Neue Entgeltordnung für Kommunalbeschäftigte

Die Gremien der kommunalen Arbeitgeber und des Beamtenbundes dbb stimmten dem Paket anschließend zu. Das Votum der Bundestarifkommission von ver.di stand jedoch noch aus. Die Gewerkschaften hatten ursprünglich sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert.

Beide Seiten verständigten sich auch auf eine neue Entgeltordnung für die Kommunalbeschäftigten. In dieser soll geregelt werden, mit welchen Tätigkeiten und Qualifikationen ein Beschäftigter in welche Entgeltgruppe eingeordnet wird.

Einbußen beim 13. Gehalt

Die neue Eingruppierung soll aber niemanden schlechterstellen. Viele dürften gar unmittelbar von einer höheren Vergütung profitieren. Um die Mehrkosten zu kompensieren, soll es allerdings in den nächsten Jahren Einbußen beim 13. Gehalt, der sogenannten Jahressonderzahlung, geben.

Zudem sieht das Paket höhere Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur betriebliche Altersvorsorge vor, wenn die jeweilige kommunale Versorgungskasse unter Finanznöten leidet. Verteilt auf drei Jahre sind hier nach Angaben aus Verhandlungskreisen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber Beitragssteigerungen um jeweils 0,4 Prozentpunkte vorgesehen.

Nissan weitet Airbag-Rückruf um 3,5 Millionen Autos aus

Der japanische Autohersteller Nissan weitet seinen Rückruf wegen möglicher Airbag-Fehlfunktionen aus. Das Unternehmen beordert deshalb nach eigenen Angaben von gestern weltweit weitere 3,53 Millionen Autos in die Werkstätten zurück. Es sei der vierte Airbag-Rückruf seit 2013.

Keine Todesfälle bekannt

Zu den betroffen Modellen zählen Altima, Leaf, Maxima, Murano, Pathfinder, Sentra, Rogue NV200, NV Taxi, Infiniti JX35/QX60 und Q50 der Baujahre 2013 bis 2017. Im Zusammenhang mit dem Problem seien keine Todesfälle bekannt, erklärte Nissan. Drei Personen hätten aber Verletzungen erlitten.

Sport

Schwimmen: Freischwimmer auf der Erfolgswelle

In den letzten Jahren erfreuen sich Langstreckenschwimmevents quer über den Globus über einen immer größeren Zulauf. Neben dem Sun Moon Lake Swimming Carnival in Taiwan, bei dem sich knapp 22.000 Teilnehmer in die Fluten stürzen, gehen etwa auch in Istanbul und in Israel bis zu 6.000 Schwimmer an den Start. Der Austrian Open Water Cup gibt sich zwar noch etwas bescheidener, zum fünfjährigen Jubiläum will man die größte Schwimmserie Mitteleuropas aber kontinuierlich ausbauen.

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Eishockey-WM: Österreich bleibt zweitklassig

Österreichs Nationalteam ist aus dem Fahrstuhl zwischen A- und B-Gruppe ausgestiegen - allerdings am falschen Ende. Die Österreicher verloren gestern das entscheidende Spiel der Division IA im polnischen Katowice gegen Slowenien mit 1:2 (1:1 0:1 0:0) und fielen damit in der Tabelle sogar hinter Italien zurück, das nicht mehr von Platz zwei zu verdrängen ist. Österreich verpasste erstmals seit 1991 bei einer B-WM den Aufstieg.

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Erste Liga: LASK-Kantersieg bei Austria Klagenfurt

Der LASK hat gestern Abend einen Kantersieg in der Erste Liga bei Austria Klagenfurt gefeiert. Die Oberösterreicher sind bereits elf Matches in Folge ungeschlagen und feierten ihren dritten Sieg in Serie.

Verfolger St. Pölten blieb aber mit einem Auswärtserfolg im Schlager der Runde beim Tabellendritten Wacker Innsbruck an den Linzern dran. Das Topduo hält jeweils bei 65 Punkten, Innsbrucks Rückstand wuchs auf zehn Zähler an.

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Chronik

Dutzende Verletzte bei Busunglück in Tschechien

Bei einem Busunglück im Nordwesten Tschechiens sind 27 Menschen verletzt worden, davon 13 mittelschwer bis schwer. Wie die Agentur CTK berichtete, kollidierte ihr Reisebus gestern Abend auf einer Landstraße mit einem Auto, fuhr in die Böschung und prallte gegen eine Fernwärmeleitung. Das Rohr mit heißem Dampf wurde bei dem Unglück aufgerissen.

Die insgesamt knapp 60 Busreisenden, Angestellte einer Porzellanfabrik, waren auf dem Rückweg von einem Betriebsausflug in eine Brauerei. Die Rettungsdienste setzten einen Ambulanzbus und mehrere Hubschrauber zur Bergung der Verletzten ein. In den Städten Klasterec nad Ohri und Chomutov fielen nach Angaben des Versorgers CEZ als Folge der demolierten Fernwärmeleitung Heizung und Warmwasser aus.

Mehrstöckiges Wohnhaus in Nairobi eingestürzt

Nach heftigen Regenfällen ist in Kenias Hauptstadt Nairobi ein mehrstöckiges Wohnhaus eingestürzt. Das siebenstöckige Gebäude im Stadtteil Huruma sei gestern Abend in sich zusammengesackt, teilte das kenianische Rote Kreuz mit. Unklar war zunächst, wie viele Menschen verschüttet wurden. Mehr als 40 Menschen seien bereits lebend aus den Trümmern gerettet worden, sagte eine Sprecherin.

Mindestens 15 Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Kenianischen Medienberichten zufolge kamen bei dem Unglück mindestens drei Menschen ums Leben. Das Rote Kreuz konnte diese Angaben zunächst nicht bestätigen. An der Unglücksstelle herrsche „totales Chaos“, sagte die Sprecherin. Die Suche nach Verschütteten werde fortgesetzt. Neben mehreren Rettungswagen war an der Unglücksstelle auch ein Kran im Einsatz.

In Kenia waren zuvor die heftigsten Niederschläge seit Beginn der Regenzeit niedergegangen. Mehrere Stadtteile Nairobis waren überflutet.

Science

Astronaut steuerte Weltraum-Rover von der ISS aus

Wichtiger Schritt zur Weltraumerforschung: Ein britischer Astronaut hat von der Internationalen Raumstation (ISS) aus ein Roboterfahrzeug auf der Erde ferngesteuert. Tim Peake lenkte gestern den Rover „Bridget“ über zwei Stunden durch eine künstlich errichtete Mars-Landschaft in der Nähe von London.

„Das war super erfolgreich, wir sind sehr glücklich“, sagte Sebastian Martin von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA). Das ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt überwachte das Experiment. Der fahrende Roboter wiegt 300 Kilogramm - Höchstgeschwindigkeit sind zwei Zentimeter pro Sekunde, allerdings nur in einfachem, flachem Gelände.

Navigieren in völliger Dunkelheit

Bei dem Test sei es für Peake aber darauf angekommen, „Bridget“ durch schwieriges Gelände zu lenken, sagte Martin. Besonders kompliziert sei das Navigieren in völliger Dunkelheit. Dazu musste der Rover auf dem Airbus-Testgelände in eine künstliche Höhle fahren. Dort sei es „Bridget“ gelungen, verschiedene leuchtende Objekte zu identifizieren und ihren Standort auf digitalen Karten zu markieren.

Zur Steuerung wurde laut ESA ein sogenanntes Disruption Tolerant Networking verwendet, „eine Art Weltrauminternet“, das auch mit schweren Kommunikationsabbrüchen und großen Latenzen umgehen könne. Das Besondere sei bei dem Experiment gewesen, „dass Peake das Fahrzeug live steuern konnte, praktisch wie mit einem Joystick“, sagte Martin.

Vermeidung von Zeitverzögerungen

Ziel sei es, später Raumfahrzeuge etwa auf dem Mars, dem Mond oder auf Asteroiden von Astronauten von Orbitern aus zu steuern, die um diese Himmelskörper kreisen, so Martin. Dadurch würden große Zeitverzögerungen vermieden: Signale von der Erde brauchen zum Beispiel etwa 20 Minuten, um zum Mars zu gelangen.

Gesundheit

Religion

Trevi-Brunnen in Rom blutrot für verfolgte Christen

Der Trevi-Brunnen in Rom ist gestern Abend in rotes Licht getaucht worden - als Symbol für das vergossene Blut verfolgter Christen. Um die blutrote Farbe des Trevi-Brunnens besonders zur Geltung zu bringen, wurden alle anderen Lichter in der Umgebung ausgeschaltet. Die Lichtinstallation an der weltberühmten Touristenattraktion solle verfolgte Christen aus aller Welt daran erinnern, „dass sie nicht im Stich gelassen werden, dass sie nicht alleine sind“, sagte der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Nunzio Galantino.

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Kultur

Prince-Jacke aus „Purple Rain“ wird versteigert

Eine legendäre Jacke, die Prince in seinem Film „Purple Rain“ getragen hat, kommt unter den Hammer. Das Kleidungsstück des vergangene Woche verstorbenen Popstars wird bei einer Auktion am 29. Juni in Los Angeles versteigert, wie das Auktionshaus Profiles in History gestern (Ortszeit) mitteilte. Der Wert der schwarz-weißen Jacke wird auf 6.000 bis 8.000 Dollar (5.240 bis 6.990 Euro) geschätzt.

Geschenk für Maskenbildnerin

In dem Film von 1984, zu dem sein wohl berühmtestes Album „Purple Rain“ als Soundtrack diente, spielt Prince einen Musiker. In der Szene, in der er die schwarz-weiße Jacke trägt, fährt er mit der weiblichen Hauptdarstellerin Apollonia Kotero auf einem Motorrad zu einem See. Nach den Dreharbeiten hatte Prince die Jacke seiner Maskenbildnerin geschenkt, wie ein Sprecher des Auktionshauses sagte.

Jacke aus "Purple Rain"

APA/AFP/Frederic J. Brown

Die Jacke sei „zweifellos“ das bislang wichtigste Filmkostüm von Prince, das unter den Hammer komme, erklärte der Chef des Aktionshauses, Joe Maddalena. Alle anderen Filmkostüme des Popstars seien vermutlich in seinem Privatbesitz verblieben.

Bei der Auktion in Los Angeles werden neben der "Purple Rain-"Jacke noch weitere Kleidungsstücke von Popstars wie Britney Spears, Katy Perry und Alicia Keys versteigert. Außerdem kommt ein strassbesetzter Handschuh von Michael Jackson unter den Hammer.

Schau zeigt Salzburgs bewegte Geschichte

Morgen wird sich die feierliche Übergabe Salzburgs an Österreich zum 200. Mal jähren. Anlässlich des Jubiläums beleuchtet das Salzburg Museum die Geschichte des Bundeslandes mit einer Landesausstellung. Die Schau gliedert sich in drei thematische Bereiche, die den Wandel der Salzburger Kunst- und Kulturgeschichte abbilden sollen. Zu sehen gibt es nicht nur prachtvolle Exponate aus Salzburgs Ruhmeszeiten - thematisiert werden auch dunkle Kapitel wie der Hungersommer 1816 und die Zeit des Nationalsozialismus.

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Leute

Schwedens König Carl Gustaf feiert 70. Geburtstag

Schwedens König Carl XVI. Gustaf feiert heute seinen 70. Geburtstag mit Freunden, Familie und schwedischen Bürgern in Stockholm. Nach einem Dankgottesdienst zeigt er sich seinen Landsleuten rund um das Schloss.

Zu Mittag wollten Carl Gustaf und seine Frau Königin Silvia (72) vor Tausenden Zaungästen mit einer Kutsche durch die Stadt fahren. Für den Abend war ein Bankett mit Freunden geplant. Eingeladen sind unter anderem auch Königin Margrethe von Dänemark und das dänische Kronprinzenpaar.

Norwegens Königspaar hatte nach dem Absturz eines Hubschraubers mit vermutlich 13 Todesopfern die Reise nach Schweden abgesagt. Stattdessen vertreten Prinzessin Märtha Louise und ihr Mann Ari Behn die norwegische Königsfamilie.