Ausland

Dritte Festnahme nach Anschlag in Londoner U-Bahn

Bei ihren Ermittlungen zu dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn hat die britische Polizei einen dritten Verdächtigen festgenommen. Eine Anti-Terror-Einheit habe den 25-Jährigen gestern im walisischen Newport festgenommen, teilte die Londoner Polizei mit. Seine Unterkunft werde durchsucht.

Im Zusammenhang mit dem Attentat, bei dem 30 Menschen verletzt worden waren, sind bereits ein 18-Jähriger und ein 21-Jähriger in Polizeigewahrsam.

In einem U-Bahn-Waggon an der Station Parsons Green im Westen Londons war am Freitag im morgendlichen Berufsverkehr ein selbst gebauter Sprengsatz detoniert. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Es handelte sich um den fünften Anschlag in Großbritannien seit März. Insgesamt wurden bei diesen Anschlägen 35 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.

Erdogan fordert mehr EU-Geld für syrische Flüchtlinge

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zur Unterstützung der zahlreichen syrischen Flüchtlinge in der Türkei mehr Geld von den EU-Staaten gefordert. „Wir haben nicht genug Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft erhalten, speziell von der Europäischen Union“, sagte Erdogan gestern in seiner Rede bei der UNO-Generaldebatte in New York.

Bisher habe Ankara mehr als 30 Milliarden Dollar (25 Mrd. Euro) für Flüchtlingshilfe ausgegeben, so Erdogan. Die EU hatte im Rahmen des Flüchtlingspakts für 2016 und 2017 rund drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Davon habe Brüssel bisher aber nur 820 Millionen Euro überwiesen. „Nichts von diesem Geld geht in den Haushalt der Türkei“, sagte Erdogan. Die „Last“ von 3,2 Millionen syrischen Flüchtlingen im Land liege allein auf türkischen Schultern.

Mit dem Geld will die EU die Türkei bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien unterstützen. Die Mittel sind unter anderem für den Bau von Schulen für Flüchtlingskinder und für die Gesundheitsversorgung vorgesehen.

Frankreichs Sozialisten müssen Parteizentrale verkaufen

Einst waren sie eine stolze Volkspartei in Frankreich - nun sind die Sozialisten durch ihre jüngsten Wahlniederlagen auch finanziell so geschwächt, dass sie ihre Pariser Parteizentrale verkaufen müssen. Der Sitz in der Rue de Solferino werde aus finanziellen und politischen Gründen veräußert, erklärte Schatzmeister Jean-Francois Debat gestern Abend.

Die herben Stimmenverluste bei mehreren Wahlen bedeuteten für die Parti Socialiste (PS) Einbußen von rund 100 Millionen Euro in fünf Jahren. Das entspreche drei Viertel der Einnahmen der Partei, sagte Debat. Diese habe die Entscheidung getroffen, in Zukunft das Gros ihres verbleibenden Budgets, das etwa acht Millionen Euro im Jahr beträgt, in „politische Aktionen“ zu stecken.

„Natürlich hängen wir alle am Sitz der Sozialistischen Partei“, räumte Debat ein. Aber nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Frühjahr sei den Genossen hinreichend eingetrichtert worden, dass „das nicht nur eine Niederlage ist, sondern das Ende einer Epoche, einer Ära“. Es müsse eingesehen werden, dass die „Neubegründung“ der Partei auch anderswo bewerkstelligt werden könne.

Emir: Blockade der Nachbarstaaten gegen Katar „Verrat“

Der Emir von Katar hat gesternvor den Vereinten Nationen die Nachbarstaaten des Golfemirats für eine seit Anfang Juni anhaltende Blockade scharf angegriffen. „Die Blockade wurde abrupt und ohne Warnung eingeführt, weswegen wir Menschen in Katar sie als eine Art Verrat ansehen“, sagte Emir Tamim bin Hamad Al-Thani vor der UNO-Vollversammlung in New York.

„Es scheint, dass diejenigen, die sie geplant und eingesetzt haben, sich vorgestellt hatten, dass sie Katar damit in die Knie zwingen und komplett unter ihre Führung stellen könnten.“ Bisher habe die Isolation die Menschen in Katar aber nur enger zusammen gebracht. Die Gründe für die „unfaire“ und „illegale“ Blockade seien vorgeschoben und beruhten nicht auf Fakten. Westliche Länder hatten sich zuvor für eine Lösung der Krise ausgesprochen.

Streit über Terrorunterstützung

Die Beziehungen zwischen Katar und den Nachbarstaaten sind seit Längerem angespannt. Katar verfolgt eine Außenpolitik, die den Interessen anderer Golfstaaten widerspricht. Vor allem Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emiraten stören sich daran, dass Katar islamistische Organisationen wie die Muslimbrüder fördert. Die sunnitischen Staaten werfen dem kleinen Nachbarn zudem vor, Terrorgruppen zu unterstützen und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran zu pflegen.

Anfang Juni hatten Saudi-Arabien, die Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten deswegen die diplomatischen Beziehungen zu dem Emirat abgebrochen und die Grenzen geschlossen. Beobachter sehen darin auch den Versuch der saudischen Regierung, ihre Dominanz in der Region auszubauen.

Bericht über Unfall bei russischem Manöver

Beim russisch-weißrussischen Großmanöver „Sapad“ hat sich im Westen Russlands offenbar ein folgenschwerer Unfall ereignet. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Helikopter eine Rakete auf einen Parkplatz feuert. Laut russischen Medien wurden bei der Explosion zwei Personen schwer verletzt. Die Militärführung in Moskau dementierte die Berichte über Verletzte - und bezeichnete sie als „Provokation oder dumm“. Das Großmanöver hatte bereits in den vergangenen Tagen internationale Kritik auf sich gezogen.

Mehr dazu in Video zeigt Raketeneinschlag

Johnson dementiert Gerüchte über Rücktrittsdrohung

Der britische Außenminister Boris Johnson hat Spekulationen über eine angebliche Rücktrittsdrohung im Streit über den „Brexit“ zurückgewiesen. Auf die Frage eines Reporters, ob er zurücktreten werde, antwortete Johnson gestern in einem New Yorker Hotel mit Nein. Die britische Regierung sei sich in Sachen „Brexit“ einig wie ein „Nest singender Vögel“.

Johnson war für die Generalversammlung der Vereinten Nationen in die US-Metropole gereist. Der „Daily Telegraph“ hatte zuvor berichtet, Johnson wolle sein Amt möglicherweise noch vor dem Wochenende niederlegen, sollte sich Premierministerin Theresa May nicht seinen Wünschen hinsichtlich des geplanten EU-Austritts beugen.

May will Rede zu „Brexit“ halten

May hat für Freitag eine Rede zum „Brexit“ in Florenz angekündigt. Es wird erwartet, dass sie Zahlungen ihres Landes in den EU-Haushalt für die Dauer einer Übergangsphase nach dem „Brexit“ im März 2019 anbieten wird. Damit will sie angeblich die schleppenden „Brexit“-Verhandlungen in Schwung bringen.

Wichtigster Streitpunkt bei den Gesprächen sind Geldforderungen der EU gegenüber den Briten für bereits eingegangene Verpflichtungen. Johnson steht künftigen Zahlungen seines Landes in den EU-Haushalt kritisch gegenüber. Ihm werden aber auch Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs nachgesagt.

Für morgen hat May ihr Kabinett zu einer Sondersitzung einberufen, um ihre Grundsatzrede zum „Brexit“ abzustimmen. May dürfte bei der Sondersitzung versuchen, sich die geschlossene Rückendeckung des Kabinetts für ihre „Brexit“-Strategie geben zu lassen.

In Libyen entführter Österreicher offenbar tot

Der 2015 in Libyen von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entführte Linzer Dalibor S. ist „aller Wahrscheinlichkeit nach“ tot. Es gebe Hinweise, „wonach das Schlimmste zu befürchten“ sei, so der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll, gestern. Derzeit tage der Krisenstab des Ministeriums, entsprechende Berichte aus lokalen Medien würden geprüft.

2015 bei Ölfeld entführt

Diese deuteten darauf hin, dass der Österreicher, der im März 2015 gemeinsam mit acht anderen Angestellten einer Ölfirma entführt worden war, bereits einige Monate nach seiner Geiselnahme ermordet wurde. Die neun Mitarbeiter der maltesisch-österreichischen Ölfirma Value-Added Oilfield Services (VAOS) wurden am 6. März 2015 von dem Ölfeld in der Nähe der Wüstenstadt Sella im Zentrum Libyens, 700 Kilometer südlich der Hauptstadt Tripolis, entführt. Zuvor töteten die Dschihadisten acht libysche Sicherheitskräfte.

Wie die „Kronen Zeitung“ (Onlineausgabe) berichtete, wurden nun Daten aus einem bis dato „verschollenen Laptop“ ausgewertet - sie legten nahe, dass die Entführten bereits kurz nach der Entführung ermordet wurden. Informationen über die aufgetauchten Computerdaten wollte Außenamtssprecher Schnöll auf APA-Anfrage nicht bestätigen. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) suchte bereits in den vergangenen Tagen Kontakt zur Familie des Österreichers.

Arabischer Bericht über Geiseln

Der „Schura-Rat der Mudschaheddin“ in der libyschen Stadt Derna veröffentlichte eine Mitteilung auf Arabisch, in der der Fund von fünf Leichen im Juni 2015 bestätigt wurde. Das berichtete das libysche Nachrichtenportal Libya Observer. Die Leichen seien dann - unidentifiziert - dem libyschen Roten Halbmond übergeben worden.

Auch in diesem Bericht geht es um einen Laptop: Nachdem der Schura-Rat einen persönlichen Laptop einer der Leichen - des Tschechen Pavel H. - gefunden und die dort gespeicherten Fotos untersucht hatte, sei man davon ausgegangen, dass es sich bei den Leichnamen um die vermissten ausländischen Ölarbeiter handelte. Einer davon sei aus Österreich, einer aus Ghana und zwei aus Bangladesch.

Inland

Salzburgs Bürgermeister Schaden tritt zurück

In der Stadt Salzburg tritt heute Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) von allen politischen Funktionen zurück. Er stand seit 1999 an der Spitze der Festspielstadt. Ende Juli war er im Zusammenhang mit dem Swap-Deal zwischen Stadt und Land Salzburg wegen Beihilfe zur Untreue zu drei Jahren Haft, einem davon unbedingt, verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Schaden wird zu Beginn der Gemeinderatssitzung seinen Rücktritt erklären und den Vorsitz an seinen Stellvertreter Harald Preuner (ÖVP) übergeben, der vorübergehend die Geschäfte fortführt. Die Neuwahl des Bürgermeisters ist für den 26. November angesetzt.

Neuer Bürgermeister 15 Monate im Amt

Sollte dabei keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen, findet am 10. Dezember eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen statt. Zur Wahl antreten werden insgesamt sechs Kandidaten.

Der neue Bürgermeister wird rund 15 Monate im Amt sein. Im Frühjahr 2019 finden in der Stadt die nächsten regulären Gemeinderatswahlen statt, dann wird auch erneut ein Bürgermeister gewählt.

Eurofighter-Ausschuss bilanziert positiv

Nach der letzten formalen Sitzung haben gesternalle Beteiligten eine positive Bilanz des Eurofighter-U-Ausschusses mit Aber gezogen. Der Ausschussvorsitzende Karlheinz Kopf (ÖVP) streute allen Beteiligten Rosen. Auch die Neuauflage nach der Nationalratswahl scheint nach Aussagen der Politiker quer durch die Fraktionen möglich. Geharnischte Reaktionen gab es allerdings für den Eurofighter-Hersteller Airbus: Dieser hatte erneut den Ausschuss scharf kritisiert.

Mehr dazu in 1,5 Millionen Seiten an Unterlagen

Wirtschaft

Reiseveranstalter stellte Konkursantrag gegen Niki

Ein Reiseveranstalter hat einen Antrag auf Konkurseröffnung gegen die Airline Niki wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eingebracht. Das berichtet der „Kurier“ gestern (Onlineausgabe). Der Antrag soll dem Bericht zufolge gut argumentiert sein und wurde nur wenige Tage vor der am 25. September geplanten Entscheidung über die Zukunft der insolventen Mutter Air Berlin eingebracht.

Kein Kommentar bei Niki

Der Reiseveranstalter hat gegenüber Niki zwar nur eine relativ kleine nicht bezahlte Forderung in Höhe von 116.391 Euro, der Konkursantrag stützt sich aber mehr auf das Überschuldungsthema. Als Nachweis für die Überschuldung wird dem „Kurier“ zufolge die Zwischenbilanz per Ende Juli 2017 angeführt. Dort sei eine Forderung von Niki an die Mutter Air Berlin von rund 69 Mio. Euro ausgewiesen - Geld aus Ticketverkäufen, das der Mutterkonzern einbehält.

Infolge der Insolvenzeröffnung gegen Air Berlin müssten davon 80 Prozent wertberichtigt werden, weshalb sich bei einem Eigenkapital von 9,0 Mio. Euro eine rechnerische Überschuldung von Niki von zumindest 46,45 Mio. Euro ergebe, rechnet der „Kurier“ vor. Außerdem würden weitere fällige Verbindlichkeiten von Niki nicht bedient. So werde etwa am 30. September eine Forderung von SR Technic über 5,8 Mio. US-Dollar (4,85 Mio. Euro) fällig. „Wir kommentieren die aktuellen Situation prinzipiell nicht“, wird dazu Niki-Chef Oliver Lackmann zitiert.

Antrag wird geprüft

KSV-Experte Hans-Georg Kantner misst dem Konkursantrag angesichts dessen, dass sich im Zuge der Air-Berlin-Insolvenz Interessenten der Niki bereits über die Gesellschaft informiert haben, keine besondere Brisanz bei: „Ich glaube persönlich nicht, dass es die Situation jetzt deutlich ändert, kann mir keinen Einfluss vorstellen“, sagte Kantner auf APA-Anfrage. Das Gericht werde jetzt prüfen, ob es zuständig sei, der Antrag ausreiche und in Ordnung sei, und dann werde der Antrag zugestellt. Niki habe dann vier Wochen Zeit, um Stellung zu nehmen, und werde eventuell zu einem Hearing geladen.

Sport

ÖFB-Cup: LASK gewinnt Torfestival in Grödig

Bundesligist LASK hat die zweite Runde im Uniqa-ÖFB-Cup mit Mühe überstanden. Die Oberösterreicher setzten sich gesternin einem Torfestival mit insgesamt acht Treffern nach 120 Minuten erst im Elfmeterschießen gegen Regionalligist SV Grödig durch. Die Salzburger verpassten damit die Revanche für das Aus gegen die Linzer im Viertelfinale der Vorsaison. Für eine Überraschung sorgte Landesligist Oedt, der Austria Lustenau aus dem Bewerb warf.

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Fußball: Bayern stürmen an die Spitze

Titelverteidiger Bayern München hat zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung in der deutschen Bundesliga übernommen. Die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti gewann zum Auftakt der fünften Runde das Spitzenspiel bei Schalke 04 mit 3:0 (2:0) und weist nunmehr zwölf Punkte auf. Borussia Dortmund und Hannover 96 können heute aber wieder am Rekordmeister vorbeiziehen. Ein Erfolgserlebnis gab es auch für Michael Gregoritsch und Augsburg.

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Eishockey: KAC siegt im Kärntner Derby

Der VSV, erster Verfolger von Titelverteidiger und Tabellenführer Vienna Capitals, hat gestern das Kärntner Derby daheim gegen Vizemeister KAC verloren. Für die Klagenfurter war der zweite Saisonsieg ein Befreiungsschlag, der sie weg vom Tabellenende brachte.

Auch der zweite Caps-Verfolger kassierte eine Niederlage. Die Innsbrucker Haie mussten nach drei Saisonsiegen in Folge bei den Graz 99ers die erste Pleite hinnehmen und fiel auf Rang vier zurück.

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Chronik

Kollision mit „Bim“: Auto gegen Mast geschleudert

Ein Auto ist gestern Abend in der Prager Straße Ecke Autokaderstraße in Wien-Floridsdorf mit einer Straßenbahn kollidiert. In weiterer Folge wurde der Pkw gegen einen Lichtmast geschleudert. Wie die Wiener Berufsrettung berichtete, wurden zwei Insassen leicht und ein 16-Jähriger schwer verletzt.

Der Wagenlenker (47) erlitt Prellungen, ein Mitfahrer (26) leichte Kopfverletzungen und ebenfalls Prellungen. Der auf der Rückbank sitzende Jugendliche wurde mit schweren Kopfverletzungen in ein Spital gebracht. Sie alle mussten von der mit fünf Teams ausgerückten Rettung mit Hilfe der Feuerwehr aus dem kaputten Fahrzeug geborgen werden. In der „Bim“ kam niemand zu Schaden.

Mindestens ein Toter durch Hurrikan „Maria“

Der Tropensturm „Maria“ hat im französischen Überseegebiet Guadeloupe mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Zwei Menschen würden vermisst, berichteten der Sender Franceinfo und andere französische Medien gestern unter Berufung auf die örtliche Präfektur.

Das Opfer sei von einem umgestürzten Baum erschlagen worden, hieß es weiter. Auf Bildern aus Guadeloupe waren zahlreiche umgeknickte Bäume zu sehen. 80.000 Haushalte waren laut Präfektur ohne Strom.

Schwere Schäden auf Dominica

Auch auf Dominica richtete der Sturm schwere Schäden an. Bäume knickten um, Häuser wurden beschädigt und Straßen überflutet. „Wir haben alles verloren, was man mit Geld kaufen und ersetzen kann“, schrieb Premierminister Roosevelt Skerrit auf Facebook. Er sprach von „großflächiger Zerstörung“. Er fürchte, dass Menschen bei Erdrutschen ernsthaft verletzt oder getötet wurden.

Kurs auf Puerto Rico

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometern pro Stunde zog „Maria“ in der Folge auf die Jungferninseln und Puerto Rico zu. Der Sturm könnte heute in der Früh (Ortszeit) über das US-Außengebiet hinwegziehen. Es wäre das erste Mal seit 85 Jahren, dass die Insel wieder direkt von einem derart starken Hurrikan getroffen wird.

Gouverneur Ricardo Rosselllo rief die Menschen in Risikogebieten auf, sich in Sicherheit zu bringen. „Wenn ihr in Überschwemmungsgebieten wohnt, verlasst sie. Wenn eure Häuser nicht standfest sind, geht in die Notunterkünfte. Häuser mit Dächern aus Zink oder Holz werden dem Wind nicht standhalten“, sagte er. Die Regierung richtete 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel ein.

„Zweite Chance“ für Londons Fettberg

Für das Problem mit dem Riesenfettberg im Londoner Abwassersystem gibt es jetzt eine Lösung. Das 130 Tonnen schwere und 250 Meter lange Gebilde aus Kochfett, Windeln und anderem bekommt laut dem Wasserversorgungsunternehmen Thames Water eine „zweite Chance“. Er soll in rund 10.000 Liter Biodiesel umgewandelt werden. Zuvor hatte auch das Museum of London Interesse am „Whitechapel-Fettberg“ angemeldet. Auch eine Twitter-Befragung zum besten Namen für das „Monster“ wurde ausgerufen.

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Science

Kultur

„Harry Potter“-Erstausgabe für rund 68.000 Euro versteigert

Eine seltene Erstausgabe des ersten „Harry Potter“-Bandes hat bei einer Versteigerung in den USA nach Angaben des Auktionators einen Rekorderlös in Höhe von 81.250 US-Dollar (rund 67.800 Euro) erzielt. Das sei ein neuer Weltrekord für den Preis eines unsignierten, fiktionalen Werks, das in den vergangenen 50 Jahren erschienen sei, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions in Dallas mit.

Die Sonderedition des Bandes „Harry Potter und der Stein der Weisen“, der erste Teil der siebenteiligen Reihe, war 1997 mit nur 500 Exemplaren aufgelegt worden. 300 davon waren für Bibliotheken in Großbritannien bestimmt. Mehrere Bieter hatten den Preis des Buchs in die Höhe getrieben, bis er mehr als das Vierfache des zuvor veranschlagten Marktwertes erreicht hatte.

Documenta meldet Besucherrekord

Die Kunstausstellung documenta in Kassel und Athen hat überraschend einen Besucherrekord verkündet. „Mehr als eine Million Besucher sahen die Ausstellung in beiden Städten während der Laufzeit von 163 Tagen“, teilten die Organisatoren gestern Abend mit, zwei Tage nach dem Ende der Ausstellung. „Das macht die documenta 14 zur meistbesuchten Ausstellung zeitgenössischer Kunst aller Zeiten.“

Traditionell dauert eine documenta 100 Tage, durch die Überlappung der beiden Standorte war sie diesmal 163 Tage lang. Die 13. documenta vor fünf Jahren hatten insgesamt 905.000 Besucher gesehen. Zum Ende der Schau am Sonntag waren vor allem die Finanzen im Mittelpunkt gestanden. Das Budget soll um mehrere Millionen Euro überzogen worden sein.

Gesundheit

Madagaskar: Minister operierte siamesische Zwillinge

Erstmals sind siamesische Zwillinge in Madagaskar erfolgreich getrennt worden. Die Operation wurde vom Gesundheitsminister durchgeführt. Mamy Lalatiana Andriamanarivo leitete vergangene Woche das Ärzteteam in einem Krankenhaus der Hauptstadt Antananarivo, wie ein Arzt der Klinik gestern sagte. Dabei wurden fünf Monate alte Zwillingsschwestern an Bauch und unterem Brustkorb getrennt.

Bei der Operation seien Leber, Rippen und Zwerchfell der Mädchen Mitia und Fitia auseinandergeschnitten worden, sagte der Arzt. Der Eingriff sei problemlos verlaufen, den beiden Babys gehe es gut.

Erste OP in Paris durchgeführt

Ein madagassisches Ärzteteam hatte bereits 2009 erfolgreich siamesische Zwillinge getrennt, damals fand die Operation mangels geeigneter Instrumente aber in Paris statt. Das Gesundheitsministerium in dem Inselstaat begrüßte den jüngsten OP-Erfolg, weil damit erhebliche Kosten eingespart worden seien. Den Angaben zufolge kostet ein solcher Eingriff im Ausland rund 100.000 Euro.

Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Mehr als 90 Prozent der 25 Millionen Einwohner haben weniger als zwei Dollar (1,67 Euro) täglich zum Leben. Fast die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leiden unter Entwicklungsstörungen.

Mehr Drogentote: Lebenserwartung in USA nimmt ab

Der Anstieg von Todesfällen wegen Drogen lässt die Lebenserwartung in den USA leicht sinken. Allein die durch Opiate wie Heroin bewirkten Tode hätten die allgemeine Lebenserwartung um etwa zweieinhalb Monate verkürzt, schrieben US-Wissenschaftler des Center for Disease Control and Prevention im „Journal of the American Medical Association“.

Laut ihrer Studie verdreifachte sich die Zahl der Drogentoten in den USA seit 2000. Während damals mehr als 17.000 Fälle auf den Missbrauch von Drogen zurückgeführt wurden, waren es 2015 mehr als 52.000. In derselben Zeit stieg die allgemeine Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten von 76,8 auf 78,8 Jahre - vor allem dank sinkender Raten bei Todesfällen etwa durch Herzkrankheiten, Krebs, Diabetes und Lebererkrankungen.

Nachdem die Lebenserwartung allgemein jahrelang gestiegen war, stellten Forscher jüngst jedoch eine Umkehr des Trends fest. Die Lebenserwartung sank zwischen 2014 und 2015 leicht und ist inzwischen niedriger als in den meisten reichen Industrieländern, wie es im Newsletter des Fachjournals weiter heißt.

Leute

Offizier Petrow, der Atomkrieg verhinderte, ist tot

Der sowjetische Oberstleutnant Stanislaw Petrow hat in einer dramatischen Nacht im Jahr 1983 durch Besonnenheit einen Atomkrieg verhindert. Als 77-jähriger Pensionist ist er am 19. Mai im Moskauer Vorort Frjasino gestorben. Bekannt wurde die Todesnachricht erst im September durch einen Freund Petrows in Deutschland, den Unternehmer Karl Schumacher aus Oberhausen. „Er hat die Welt gerettet“, sagte Schumacher gestern der dpa. „Mein Anliegen war immer, dass die Öffentlichkeit von der Leistung des Stanislaw Petrow erfährt.“

Bildschirm zeigte Abschuss an

Der Offizier hatte in der Nacht auf den 26. September 1983 Dienst im sowjetischen Frühwarnsystem „Oko“ (Auge), installiert etwa 100 Kilometer südlich von Moskau. Nur wenige Wochen zuvor hatte die Sowjetunion im Fernen Osten eine südkoreanische Boeing B747 abgeschossen, die sich auf sowjetisches Gebiet verirrt hatte. Der Zwischenfall kostete 269 Menschen das Leben.

In der Nachtschicht zeigten Petrows Bildschirme plötzlich den Abschuss von US-Interkontinentalraketen an, offenbar den Beginn eines Nuklearangriffs auf die Sowjetunion. Aufgabe des Offiziers wäre gewesen, die Führung zu alarmieren, um den Gegenschlag auszulösen.

Auf eigene Faust gehandelt

Doch dem studierten Ingenieur, der die Anlage mit konstruiert hatte, kam der Computeralarm merkwürdig vor. Es schien ihm unlogisch, dass der Angriff nur von einer US-Basis und nur mit wenigen Raketen erfolgen sollte. Der Oberstleutnant beschloss auf eigene Faust, von einem Fehlalarm auszugehen - und sollte damit recht behalten. Wahrscheinlich hatte der sowjetische Frühwarnsatellit einen Sonnenstrahl, reflektiert durch eine hohe Wolke, als Raketenstart gedeutet.

Bekannt wurde Petrows Heldentat erst ein Jahrzehnt später. Er wurde dafür 2006 bei den Vereinten Nationen (UNO) in New York ausgezeichnet, erhielt 2012 den deutschen Medienpreis und 2013 den Dresden-Preis.

Lifestyle

Mailänder Modewoche: Über 60 Shows in sechs Tagen

Die Modewelt schaut wieder nach Mailand. Heute fällt der Startschuss zu den Shows der Milano Moda Donna. Gezeigt werden bis Montag die Damenkollektionen für die Saison Frühjahr/Sommer 2018. Mailand ist nach New York und London die dritte Station auf dem Modemarathon durch die wichtigsten Trendmetropolen der Welt.

Mehr als 60 große Shows umfasst der offizielle Veranstaltungskalender. Dazu kommen noch einmal rund 90 kleinere Präsentationen. Den Auftakt macht Gucci, weitere Topnamen der italienischen Mode wie Prada, Versace und Giorgio Armani verteilen sich auf die folgenden Tage.

Debüts und Jubiläen

Zwei Labels stehen in dieser Saison unter besonderer Beobachtung. Bei Roberto Cavalli feiert Paul Surridge am Freitag sein Debüt als Kreativdirektor. Lucie und Luke Meier stellen am Samstag ihre erste Kollektion für Jil Sander vor. Bei Missoni hingegen herrscht Feierstimmung. Angela Missoni begeht ihr 20-jähriges Dienstjubiläum als Kreativdirektorin.

Auch die Stadt selbst putzt sich für die Modewoche heraus. An sieben zentralen Orten wie etwa der Galleria Vittorio Emanuele II. gibt es als Hymne an die italienische Kreativität konzipierte Installationen.