Ausland

Orban gegen „ethnische Vermischung“

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban, mit seiner Partei FIDESZ nach wie vor etwa auch im Kreis der EU-Christdemokraten wie die Schwesterpartei ÖVP, sorgt sich nun um die „ethnische Homogenität“ Ungarns, die bewahrt werden müsse. „Zu viel Vermischung bringt nur Probleme“, fügte er heute bei einer Rede hinzu.

In einem ungarischen Hotel solle auch die Putzfrau Ungarin sein, meinte Orban auf einer Veranstaltung der Ungarischen Handels- und Industriekammer (MKIK) in Budapest. Unter Orban schottet sich Ungarn mit Stacheldrahtzäunen und scharfen Gesetzen gegen Flüchtlinge ab, obwohl diese nicht im Land bleiben, sondern in den Westen Europas gelangen wollen.

Zugleich ist Ungarn mit einer rückläufigen Geburtenrate konfrontiert. Daran hat sich auch in den knapp sechs Jahren des Kabinetts Orban nichts geändert. Kritiker werfen dem Regierungschef das Schüren von Fremdenfeindlichkeit und den Abbau der Demokratie vor.

Russland hofft auf positive Signale von Trump

Russland erhofft sich von der Rede des US-Präsidenten Donald Trump im Kongress Aufschluss über Möglichkeiten für eine Verbesserung der Beziehungen. Um diese sei es so schlecht bestellt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr, sagte der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow heute vor dem Parlament in Moskau. Daher werde man in der anstehenden Rede Trumps genau auf „Signale und Ansatzpunkte“ für Verbesserungen achten.

Es wäre wünschenswert, wenn die Veränderungen in Washington auch die Chance für eine Verbesserung des Dialogs zwischen beiden Ländern schaffen würden, wurde Rjabkow von der staatlichen Nachrichtenagentur RIA zitiert. Trumps Gegner werfen dem Präsidenten eine zu große Nähe zu Russland vor. Ein US-Kongressausschuss untersucht, ob Trumps Wahlkampfteam „unangemessene“ Kontakte zu Russland unterhielt.

Während der Amtszeit von Barack Obama belasteten das russische Vorgehen in der Ukraine, der Krieg in Syrien sowie die Beziehungen mit dem Iran das Verhältnis der beiden Atommächte. Rjabkow sah dabei sowohl sein Land als auch Trump als Opfer derselben „russophoben“ Gegner.

Juncker stellt Pläne für EU-Zukunft nach „Brexit“ vor

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will seine Pläne für die künftige Ausrichtung der Europäischen Union noch diese Woche vorstellen. Juncker werde sein „Weißbuch zur Zukunft der Union“ morgen im Europaparlament präsentieren, sagte sein Sprecher Margaritis Schinas heute in Brüssel. Am Nachmittag kommt die Kommission zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Pläne zu beraten.

Die EU-Staats- und -Regierungschefs treffen sich am 25. März zu einem Sondergipfel zu 60 Jahre Römische Verträge in der italienischen Hauptstadt. Geplant ist eine Erklärung, die nach dem Votum der Briten für einen EU-Austritt den Weg der Europäischen Union über die kommenden zehn Jahre weisen soll. Auf dem regulären EU-Gipfel Ende kommender Woche wollen die Staats- und Regierungschefs die Erklärung von Rom vorbereiten.

Vorstoß für EU der zwei Geschwindigkeiten?

Juncker wolle damit die Debatte vor dem Rom-Gipfel eröffnen, sagte Schinas. Die Kommission hatte bisher erklärt, Juncker werde seine Pläne bis zum Rom-Gipfel vorlegen. Nun zieht er das vor. In den Mitgliedsstaaten wurde allerdings die Befürchtung geäußert, dass zu viele Reformpapiere die Zukunftsdebatte eher behindern könnten. Auch das Europaparlament hat bereits Positionspapiere dazu verabschiedet.

In der Erklärung von Rom dürfte nach Angaben aus EU-Kreisen auch für ein Europa verschiedener Geschwindigkeiten plädiert werden. Dafür hatte sich auch Deutschland ausgesprochen. Die EU-Staaten könnten damit entscheiden, in welchen Bereichen sie die Vertiefung ihrer Beziehungen zur Union vorantreiben wollen. De facto ist das vielfach schon heute der Fall, etwa im Hinblick auf den Euro und den Schengen-Raum.

Mit Schuhen auf Sofa: Empörung über Trumps Beraterin

US-Präsidentenberaterin Kellyanne Conway sorgt wieder einmal für Wirbel: Ein Foto, auf dem sie mit Schuhen auf der Couch im Oval Office im Weißen Haus kauert, empört viele Benutzer Sozialer Netzwerke, die darin ein Symbolbild für die mangelnde Kultiviertheit und fehlende Umgangsformen bei und rund um Präsident Donald Trump sahen.

Fotos zeigen Conway, die - ohne Rücksicht auf den Sofabezug - gute Positionen sucht, um Trump bei einem Treffen mit afroamerikanischen Universitätsvertretern mit ihrer Handykamera abzulichten. Dass Conway, wie die Fotoserie nahelegt, danach auf dem Sofa lümmelnd Handynachrichten las, während die Rektoren und Uniprofessoren standen, wurde als weiteres Zeichen der Respektlosigkeit gesehen.

Kellyanne Conway

APA/AFP/Brendan Smialowski

Alternative Umgangsformen

„Wall Street Journal“-Kolumnist Bret Stephens schrieb, wenn sich die Beraterinnen von Trumps Vorgänger Barack Obama wie Conway verhalten hätten, hätte das wohl einen noch viel lauteren Aufschrei ausgelöst. „Wenn (Susan) Rice oder (Valerie) Jarrett so im Oval Office gesessen wären, hätten sich die Konservativen wochenlang heiser geschrien“, schrieb der Journalist.

Conway hatte bereits Kritik geerntet, als sie Anfang Februar in einem Fernsehinterview offensiv für die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka geworben hatte. Schon kurz nach Trumps Amtseinführung hatte sie mit ihrem Spruch von den „alternativen Fakten“ für großes Aufsehen gesorgt. Konkret bezog sie sich damals auf die falsche Behauptung von Präsidentensprecher Sean Spicer, die Zuschauerzahlen bei Trumps Vereidigung seien die größten der Geschichte gewesen.

Inland

Kern zu möglichem Erdogan-Auftritt: Drohungen sinnlos

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) will sich nicht schon jetzt auf ein kategorisches Nein zu einem möglichen Wahlkampfauftritt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan festlegen. „Ich werde mich mit der Frage dann auseinandersetzen, wenn es ein entsprechendes Begehren gibt“, sagte Kern heute in seinem Facebook-Videochat „kernlive“. „Es macht keinen Sinn, hier Drohungen auszustoßen.“

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hatte sich zuvor Kritik aus Ankara zugezogen, weil er einen Österreich-Auftritt Erdogans anlässlich des türkischen Verfassungsreferendums am 16. April als „unerwünscht“ bezeichnet hatte.

Kern hat „keine Freude damit“

Es sei klar, „dass wir überhaupt keine Freude damit haben, wenn ausländische Regierungen ihren Wahlkampf nach Österreich tragen“, sagte Kern. Dementsprechend werde er eine „Bewertung“ vornehmen. Allerdings gebe es derzeit „keinen Hinweis, dass Erdogan oder die türkische Regierung eine Wahlveranstaltung in Österreich plant“.

Kurz sieht Auftrittsverbot als „Pflicht“

Kurz zeigte sich unbeeindruckt von der Kritik der türkischen Regierung an seinem Nein. „Wir haben höflich unsere türkischen Gesprächspartner informiert, wie unsere Sicht der Dinge ist“, sagte er. Ein Verbot von derlei Veranstaltungen sieht Kurz als seine „Pflicht“.

Staatspräsidenten oder Regierungschefs hätten „immer die Möglichkeit“, zu bilateralen Gesprächen nach Österreich oder auch in andere EU-Staaten zu kommen, sagte der Außenminister. Ein Wahlkampfauftritt sei aber „unerwünscht, weil er die Konflikte, die Polarisierung aus der Türkei nach Österreich trägt, weil das auch der Integration keinen guten Dienst erweist“. Daher sei es seine „Pflicht als Integrationsminister“, das gegenüber der Türkei zu kommunizieren.

Eurofighter: Sicherheitsrat unterstützt Strafanzeige

Der Nationale Sicherheitsrat unterstützt die Anzeige des Verteidigungsministeriums gegen den Eurofighter-Anbieter Airbus. Der entsprechende einstimmige Beschluss heute ist für Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) ein „nationaler Schulterschluss“.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ließ einen U-Ausschuss offen, zeigte sich aber ungewöhnlich harmonisch mit dem Grünen Peter Pilz.

Das Gremium, dem auch alle Parlamentsfraktionen angehören, unterstütze die Bemühungen des Verteidigungsressorts, „den möglichen Schaden, der der Republik durch den begründeten Betrugsverdacht gegen Airbus entstanden ist, am Rechtsweg einzufordern, und ersucht die Bundesregierung, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen“, heißt es in dem Beschluss. Für den Antrag wurde die Vertraulichkeit des Rates aufgehoben.

Man wolle in der Causa Eurofighter einen „nationalen Schulterschluss“, und das sei auch gelungen, meinte Doskozil nach der gut zweistündigen Sitzung im Bundeskanzleramt vor Journalisten. Die Republik müsse bei der Schadenswiedergutmachung gemeinsam und geschlossen auftreten.

Sozialministerium bekennt sich zu VKI-Finanzierung

Die Finanzierung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) scheint langfristig gesichert. Laut Sozialministerium wird der Verein ab 2018 1,5 Millionen Euro jährlich erhalten. Die Mittel sollen aus Bußgeldern an das Kartellgericht lukriert werden. Ein entsprechender Regierungsbeschluss hat nun den Ministerrat passiert. VKI und Arbeiterkammer (AK) zeigen sich erfreut.

Mehr dazu in help.ORF.at

Innenministerium bestätigt Ermittlungen zu Cyberangriffen

Das Innenministerium bestätigt einen Bericht des „Kurier“, wonach man wegen türkischer Cyberattacken ermittelt. Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck zeigte sich allerdings im Interview mit Ö1 nicht glücklich, dass der Fall schon veröffentlicht wurde. Verfassungsschutz und Staatsanwaltschaft hätten gerne noch länger ohne mediale Beobachtung ermittelt, gab er zu verstehen.

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) wollte sich zu dem Fall nicht äußern. „Es ist ein Grundsatz im Verteidigungsressort, dass wir nachrichtendienstliche Tätigkeiten und nachrichtendienstliche Amtshandlungen nicht kommentieren“, so Doskozil im Ö1-Interivew. „Ich kann nur so viel sagen, dass ich mit der Tätigkeit und der Arbeit des Heeresnachrichtenamtes sehr zufrieden bin“, auch und gerade im Hinblick auf die „Cyberkompetenz“.

Der „Kurier“ hatte in seiner Dienstag-Ausgabe berichtet, dass das Heeresnachrichtenamt (HNaA) nach massiven Computerattacken auf die Server des Flughafens Wien, auf das Parlament, die Nationalbank sowie das Verteidigungs- und das Außenministerium einen im US-Staat Kentucky lebenden Türken enttarnen habe können. Motiv sei die „türkeifeindliche“ Haltung Österreichs. Das HNaA habe die Informationen über den Cyberaktivisten an die US-Behörden weitergegeben.

Kleine Ökostromgesetz-Novelle beschlossen

Im Ministerrat ist heute die kleine Ökostromnovelle beschlossen worden. Sie bringt Ausstiegshilfen für unrentable Biogasanlagen, eine Fristerstreckung für Windkraftanträge von drei auf vier Jahre, Erleichterungen für Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) auf Mehrfamilienhäusern und einen Bürokratieabbau für Wind- und PV-Anlagen. Die große Ökostromreform soll bis Jahresende kommen.

Mit der Reform will das Wirtschaftsministerium das bestehende System optimieren und bessere Rahmenbedingungen für Wind, Wasserkraft und PV schaffen. Insgesamt will man im Ökostrombereich die Effizienz erhöhen, die Bürokratie abbauen und die Ausgleichsenergiekosten senken. Zudem schaffe man rasche wirksame Lösungen im städtischen (PV in Wohnbauten) und ländlichen Raum (Biogas, Kleinwasserkraft).

Unrentable Biogasanlagen sollen mit staatlicher Hilfe abgedreht werden. Die Kosten sollen mit der laufenden Tarifförderung gegenfinanziert werden, pro Anlage ist die Prämie also mit der jeweiligen Restlaufzeit der Tarifverträge gedeckelt. Die Kosten der Biogaslösung hängen auch von der Zahl der Anträge ab und sind noch nicht abzuschätzen.

Grüne kritisieren Frauenpolitik der Regierung

Die Grünen kritisieren einmal mehr fehlende Maßnahmen für Frauen im Regierungsabkommen. „Das ist mit Sicherheit ein schwarzes Loch, das geschlossen werden muss“, sagte Klubchefin Eva Glawischnig heute bei einer Pressekonferenz. Thematisiert werden solle das bei der kommenden Nationalratssitzung morgen und am Donnerstag im Hinblick auf die Behandlung des Sozialberichts.

„Die Schere zwischen Arm und Reich geht dramatisch auseinander“, fasste Glawischnig noch einmal die Ergebnisse des Sozialberichts zusammen, besonders im Hinblick auf Frauen. Initiativen fordern die Grünen insbesondere im Hinblick auf das Miet- und Wohnrecht, etwa bei den Maklergebühren. Kritik gab es zudem abermals an der Indexierung der Familienbeihilfe, die vor allem weibliche Arbeitskräfte treffen würde.

Pilz schenkt Glawischnig „Pilze suchen“

Die Grünen hoffen auf Nachverhandlungen zum Regierungsprogramm, an eigenen Initiativen kündigten sie einen erneuten Vorstoß für einen erweiterten Cybermobbing-Paragraf im Strafgesetzbuch an. Demnach soll auch bestraft werden, wer etwa auf Social Media Gewalt gegen eine Person gutheißt oder sie auf sexualisierte Art und Weise beleidigt oder bloßstellt. Das wollen die Grünen zu Ermächtigungsdelikten machen. Die Staatsanwaltschaft muss den Täter also verfolgen, wenn das Opfer das wünscht.

Nicht umhin kam Glawischnig, trotz des gespannten Verhältnisses ihrem Sicherheitssprecher Peter Pilz zu danken, der künftig aufgrund des Eurofighter-Untersuchungsausschusses wohl wieder eine gewichtigere Rolle in der Oppositionspartei spielen wird. Dieser gratulierte seiner Parteichefin wiederum zum Geburtstag und überreichte ihr als Geschenk ein Buch: „Pilze suchen - ein Vergnügen: Die besten Speisepilze und ihre Doppelgänger“ von Hugo und Traudi Portisch.

Sport

DFB-Pokal: Lotte ist heiß auf nächsten „Goliath“

Heute steht das öffentliche Leben im beschaulichen deutschen Ort Lotte still. Die Sportfreunde, der sportliche Stolz der 14.000-Einwohner-Gemeinde, empfängt im Viertelfinale des DFB-Pokals Borussia Dortmund. Der Favoritenschreck aus der dritten Liga ist heiß auf den nächsten „Goliath“.

Für Trainer Ismail Atalan ist die Partie daher mehr als ein Bonusspiel: „Es geht um den Einzug in das Pokal-Halbfinale.“ Bei Dortmund ist der Respekt vor dem „David“ - speziell dessen Heimstätte - groß.

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Tennis: Rio-Sieger Thiem im Reisestress

Gut zwei Stunden nach dem verwandelten Matchball im Finale von Rio de Janeiro ist ÖTV-Star Dominic Thiem bereits im Flieger zur Titelverteidigung in Acapulco gesessen. Mangels einer direkten Verbindung von Brasilien nach Mexiko kam der nun achtfache Turniersieger dort aber erst nach 20 Stunden an.

Den Reisestress nimmt der 23-Jährige dabei gerne in Kauf. „Ein Turnier zu gewinnen ist das beste Gefühl. Dafür trainiert man“, betonte Thiem. „Ich hoffe, dass mir das Selbstvertrauen bringt.“

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Wirtschaft

Pensionskassen 2016 mit 4,2 Prozent Ertrag

Die österreichischen Pensionskassen haben 2016 im Durchschnitt einen Veranlagungsertrag von 4,2 Prozent erwirtschaftet. Das gab die Finanzmarktaufsicht (FMA) heute bekannt.

Das entspricht den zuvor genannten Zahlen des Pensionskassen-Fachverbands. Im vierten Quartal wurde ein Veranlagungsertrag von 0,9 Prozent erwirtschaftet, geht aus dem FMA-Bericht zum vierten Quartal der österreichischen Pensionskassen hervor.

Für die vergangenen drei Jahre sei die durchschnittliche Jahresperformance bei 4,8 Prozent gelegen, für die letzten fünf Jahre bei 5,5 Prozent und für die vergangenen zehn Jahre bei 2,7 Prozent, so die Aufsicht heute in einer Pressemitteilung. Das verwaltete Vermögen betrug Ende des vierten Quartals 20,8 Mrd. Euro, um 1,3 Prozent mehr als im dritten Quartal.

Schon über 900.000 Kunden

Die Kundenzahl belief sich zu Jahresende auf 903.000 Anwartschafts- und Leistungsberechtigte, um 0,9 Prozent mehr als Ende des Vorquartals. Davon bezogen rund 94.000 Personen bzw. 10,4 Prozent eine Zusatzpension aus der betrieblichen Altersvorsorge.

Den größten Anteil am Portfolio hatten im vierten Quartal Schuldverschreibungen mit 40,2 Prozent des Gesamtvermögens. Auf Aktien entfielen 32,7 Prozent, auf Guthaben bei Kreditinstituten 13,9 Prozent. Den Rest machten Immobilien, Darlehen und Kredite sowie sonstige Vermögenswerte aus. Ende 2016 war das Vermögen nach Währungsabsicherungsgeschäften zu rund 21 Prozent in ausländischer Währung veranlagt. Das Vermögen der Pensionskassen wurde zu 96,0 Prozent über Investmentfonds gehalten.

E-Auto-Käufer bekommen ab jetzt Prämie

Ab morgen können Käufer von Elektroautos und anderen Elektrofahrzeugen bis zu 4.000 Euro als Ankaufprämie zurückerstattet bekommen. Wer heuer ein solches Fahrzeug gekauft hat, kann die Förderung unter Umweltfoerderung.at beantragen. Das Verkehrs- und das Umweltministerium stellen dafür 24 Mio. Euro zur Verfügung, die Autoimporteure wollen den Absatz mit entsprechenden Rabatten ankurbeln.

Insgesamt stehen im Rahmen des E-Mobilitätspakets 72 Mio. Euro bereit, um den Kauf von Elektroautos, E-Zweirädern und E-Nutzfahrzeugen sowie den Erwerb von privaten Ladestationen und den Ausbau öffentlicher E-Tankstellen zu fördern - in dieser Summe sind die Händlerpreisnachlässe in Höhe von 24 Mio. Euro bereits enthalten. Außerdem kommt für E-Autos ein eigenes Kennzeichen mit grüner Schrift.

Förderung auch für Betriebe

Dass das Förderbudget nicht für alle Käufer reichen könnte, erwartet man im Verkehrsministerium nicht. Die Förderaktion läuft bis Ende 2018, dann wird evaluiert. Gefördert werden Elektroautos mit einem Listenpreis von maximal 50.000 Euro. Für Autos mit Elektroantrieb oder Brennstoffzellenantrieb erhalten private Käufer eine Fördersumme von 4.000 Euro. Hybridfahrzeuge werden mit 1.500 Euro unterstützt, private E-Mopeds und E-Motorräder mit 750 Euro.

Auch die Förderung für Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine wird weiter ausgebaut. Beim Kauf eines Elektrofahrzeugs erhalten diese 3.000 Euro und 1.500 Euro für Hybride. Die Anschaffung eines E-Zweirads wird mit 750 Euro gefördert, für ein neues E-Leichtfahrzeug bekommen sie 1.000 Euro und bis zu 20.000 Euro für einen E-Kleinbus bzw. ein leichtes E-Nutzfahrzeug.

Ersparnis kann weit über 4.000 Euro liegen

Zusätzlich unterstützen die beiden Ministerien im Rahmen des Elektromobilitätspakets den Aufbau von Ladestationen. Die Errichtung von öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur wird mit bis zu 10.000 Euro gefördert. Im privaten Bereich wird der Kauf einer „Wallbox“-Ladestation oder eines Ladekabels mit 200 Euro unterstützt.

Ein Rechenbeispiel zeigt, dass sich E-Autokäufer unter Berücksichtigung der Steuern auch mehr als die 4.000 Euro Förderung sparen können: Zunächst wird vom Nettolistenpreis der Importeursanteil der Förderung in Höhe von 1.500 Euro abgezogen, danach vom verbleibenden Bruttopreis (inklusive USt) noch 2.500 Euro Bundesanteil. So ergibt sich etwa bei einem durchschnittlichen E-Auto mit einem Bruttolistenpreis von 37.990 Euro ein Endkundenpreis von 33.690 Euro - noch ohne Berücksichtigung anderer Rabatte.

Chronik

Zwei Polizisten in Deutschland überfahren und getötet

Auf der Flucht vor der Polizei hat ein 24-Jähriger heute in Brandenburg zwei Polizisten überfahren und getötet. Der Mann sei verdächtig, zuvor in Müllrose bei Frankfurt/Oder seine 79 Jahre alte Großmutter umgebracht zu haben, sagte Polizeisprecher Ingo Heese.

Nach dem Fund der Leiche am Vormittag sei der Mann in Verdacht geraten. Er sei mit seinem Auto geflohen und habe an einer Kontrollstelle die beiden Beamten überfahren. Beide Polizisten seien noch an Ort und Stelle ihren schweren Verletzungen erlegen, sagte Heese. Der Mann wurde nach kurzer Flucht gefasst.

Slowenien: Protest gegen Abschuss von fast 100 Bären

In Slowenien protestieren Tierschützer gegen den von der Regierung genehmigten Plan, die Zahl der Bären und Wölfe deutlich zu reduzieren. Bis 30. September dürfen insgesamt 93 Braunbären und zehn Wölfe erlegt werden.

Im zuständigen Ministerium begründet man die hohe Abschussquote mit einem wachsenden Bärenbestand, wie das ORF-Landesstudio Kärnten berichtet.

Etwa 700 Tiere leben derzeit vorwiegend im Südosten Sloweniens, in der Gottschee und an der kroatischen Grenze. Laut dem österreichischen Wildbiologen Bernhard Gutleb sei der Bestand durch die Abschüsse nicht gefährdet.

Trinkwasserkrise in Chile

Nach der zeitweiligen Einstellung der Trinkwasserversorgung für 1,4 Millionen Menschen ist es in vielen Supermärkten in Santiago de Chile zu Hamsterkäufen gekommen. Am Wochenende war der Rio Maipo in den Anden nach heftigen Regenfällen zum reißenden Strom geworden, was wegen der Schlamm- und Geröllmassen zur Einstellung der Wasserproduktion führte.

Menschen kaufen Wasser in einem Supermarkt

APA/AP/Esteban Felix

Wie der Versorger Aguas Andinas nun mitteilte, fahre man seit gestern Abend die Produktion wieder an und wolle schnellstmöglich wieder 100 Prozent erreichen. Zugleich kündigte ein anderer Versorger für mehrere Gebiete der Region Valparaiso an der Pazifikküste ebenfalls Einschränkungen bei der Wasserbelieferung an.

Die Probleme haben in Chile zu einer Debatte über die Folgen des Klimawandels mit einer Häufung dieser Wetterextreme geführt und über die Gefahr, dass die Wasserversorgung in der Region nicht sicher genug ist. „Die Natur scheint unserem Land keine Ruhe zu geben“, sagte Chiles Präsidentin Michelle Bachelet.

Kultur

„Maximilian“: Das echte Spiel um den Thron

Liebe, Intrigen und Europa als Schlachthof: Der ORF-ZDF-Dreiteiler „Maximilian“ vereint Geschichtsschreibung mit dramatischen Elementen, herber Romantik und blutiger Action. Bildmächtig werden Stars wie Tobias Moretti, Erwin Steinhauer und Martin Wuttke als Könige, Ritter und Kämpfer inszeniert - wobei über weite Strecken die Frauen den Ton angeben. Der Film ist kein Historienschinken, sondern ein historischer Politthriller irgendwo zwischen „House of Cards“ und „Game of Thrones“ - nur eben mit realem Hintergrund.

Mehr dazu in „Nicht nur tschingbum“

Religion

Papst: Menschen in Not haben Recht auszuwandern

Menschen in Not, in deren Heimatländern Raubbau an Mineralien und Agrarprodukten betrieben wird, haben nach den Worten von Papst Franziskus ein Recht zur Auswanderung nach Europa. Der Westen sei an der dadurch bedingten Migration mitschuldig, „weil wir ihren Boden ausbeuten und dort nicht investieren, damit die Menschen selber etwas davon haben“, sagte der Papst in einem Interview mit der Mailänder Straßenzeitung „Scarp d’ tenis“.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Science

Lifestyle

Das Waldorf Astoria in New York schließt

Eines der legendärsten Hotels der Welt, das New Yorker Waldorf Astoria, schließt morgen. 1931 war es als das damals größte, höchste und teuerste Hotel der Welt eröffnet worden. Nachweislich wurde hier der Waldorf-Salat erfunden - und der Zimmerservice angeblich auch. Auch wer nicht dort übernachtet hat, kennt es aus vielen Filmszenen der goldenen Hollywood-Ära, deren Stars - gemeinsam mit US-Präsidenten, anderen Politikern und Persönlichkeiten dort übernachteten.

Waldorf Astoria im Jahre 1953

AP

Das Waldorf in einer Aufnahme aus dem Jahr 1956

Morgen Mittag (Ortszeit) müssen alle verbliebenen Gäste des Hauses auschecken. 2014 hatte die Hotelkette Hilton das Waldorf für fast zwei Milliarden Dollar an den chinesischen Versicherer Anbang verkauft. Dieser hat eine umfassende Renovierung angekündigt, die bis zu drei Jahre dauern könnte. Danach soll das Waldorf vor allem ein Apartmenthaus mit Luxuswohnungen sein - mit höchstens ein paar Hotelzimmern.

Zwei Hotels, zwei Cousins

Nur Fassade und Lobby müssen bleiben, wie sie sind. Sie stehen unter Denkmalschutz. Ein ähnliches Schicksal ist bereits mehreren legendären New Yorker Hotels wiederfahren, etwa dem Plaza gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft. Der Hilton-Clan selbst wird laut Medienberichten weiter in dem Haus wohnen, in dem etwa Paris Hilton seine Kindheit verbrachte.

Ballsaal im Waldorf Astoria

APA/AFP/Timothy A. Clary

Der Ballsaal des Hotels, ein Fixpunkt des gesellschaftlichen Lebens in New York

Das Waldorf Astoria entstand im 19. Jahrhundert aus dem Zusammenschluss der nebeneinander stehenden und konkurrierenden Hotels Waldorf und Astoria, die den Cousins William Waldorf Astor und John Jacob Astor - berühmt auch durch seinen heldenhaften Tod beim Untergang der „Titanic“ - gehörten. Nachdem die beiden schließlich doch gemeinsame Sache machten, wurden die beiden Häuser vereint. Das ursprüngliche Haus stand dort, wo 1929 das Empire State Building errichtet wurde.

1931 wurde schließlich das neue Haus am der noblen Park Avenue eröffnet und setzte neue Maßstäbe an Luxus, etwa mit einer eigenen U-Bahn-Station und einem privaten Zugang zum Grand-Central-Bahnhof. Als geradezu frivol verschwenderisch und unnötig wurde damals ein weiteres Ausstattungsdetail Bonus aufgefasst: Telefone auf jedem einzelnen der rund 1.000 Zimmer.