Ausland

Türkei ruft zu Stopp der „Massaker in Ostghuta“ auf

Kurz vor der geplanten Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat über eine Waffenstillstandsresolution für Syrien hat die Türkei die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die Luftangriffe der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenenklave Ostghuta bei Damaskus zu stoppen. Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, schrieb heute im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Welt müsse den „Massakern“ Einhalt gebieten.

Die syrische Luftwaffe griff heute erneut Ostghuta an, von wo aus bewaffnete islamistische Rebellen Damaskus angreifen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben bei den Angriffen auf Ostghuta heute mindestens 32 Zivilisten. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, die in Syrien über Informanten verfügt, lassen sich von unabhängiger Seite kaum überprüfen.

Einwände Russlands

Der UNO-Sicherheitsrat wollte heute Abend über eine Resolution abstimmen, die eine landesweite humanitäre Waffenruhe fordert. Die Beratungen des Gremiums waren auch gestern wegen anhaltender Einwände Russlands vertagt worden. Moskau fordert seit Längerem einen geordneten Abzug der islamistischen Rebellengruppen aus Ostghuta, die das aber bisher ablehnen.

Russland und der Iran unterstützen in dem Konflikt den syrischen Staatschef Baschar al-Assad, während die Türkei die Aufständischen unterstützt. Seit Anfang 2017 setzen sich Ankara, Moskau und Teheran gemeinsam für eine politische Lösung ein. So vermittelten sie die Einrichtung von vier Deeskalationszonen, in denen regionale Waffenruhen zwischen Rebellen und Regierung gelten. Allerdings wurde die Feuerpause in der Provinz Idlib und in Ostghuta nie eingehalten.

Drei Tote bei Anschlägen im Jemen

Bei einem Doppelanschlag in der jemenitischen Hafenstadt Aden haben die Attentäter drei Menschen mit in den Tod gerissen. Die zwei Selbstmordattentäter hätten heute nacheinander ihre mit Sprengstoff beladenen Fahrzeuge in den Sitz der örtlichen Anti-Terror-Einheit gerammt, hieß es aus Sicherheitskreisen. Dabei seien neben den beiden Angreifern auch zwei Wachleute und eine Passantin getötet worden.

Durch die Explosionen seien an einem Strand in der Nähe außerdem mehrere Zivilisten verletzt worden, hieß es weiter. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat über ihr Propagandaorgan Amaq für sich.

Zwei Märtyrer der Extremisten hätten die Anschläge verübt, berichtete Amaq, das Sprachrohr des IS. Es war der erste schwere Anschlag im Jemen, seit im Jänner Kämpfe zwischen Separatisten und Regierungstruppen um die Kontrolle der im Südjemen gelegenen Hafenstadt ausgebrochen sind.

Kundgebungen vor Parlamentswahl in Italien

Gut eine Woche vor der italienischen Parlamentswahl haben sich heute in Rom Tausende Menschen an einer Demonstration unter dem Motto „Nie wieder Faschismus!“ beteiligt. Zu der Kundgebung hatte die Nationale Italienische Partisanenvereinigung (ANPI) aufgerufen. Auch der Chef der Demokratischen Partei (PD) und ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi, der derzeit den Wahlkampf seiner Partei anführt, unterstützte die Kundgebung.

Neofaschisten protestieren in Palermo

Italiens mitgliederstärkster Gewerkschaftsverband CGIL mobilisierte in Rom zu einer weiteren Kundgebung. Sie richtete sich ebenfalls gegen Faschismus und rassistische Gewalt, aber auch gegen das 2015 unter Renzi erlassene Arbeitsgesetz nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010. In der italienischen Hauptstadt waren zudem drei Sit-ins angemeldet, eines davon unter Führung von Giorgia Meloni, der Chefin der rechtsextremen Partei Fratelli d’Italia.

Im sizilianischen Palermo wollte die neofaschistische Gruppierung Forza Nuova auf die Straße gehen, um dagegen zu protestieren, dass eines ihrer Mitglieder von vermummten Tätern verprügelt worden war. Die linke Partei Potere al Popolo kündigt ebenfalls eine Demonstration in Palermo an. Eines ihrer Mitglieder war dort mit einem Messer angegriffen worden.

Wahlkundgebung der Lega Nord in Mailand

Zur zentralen Wahlkundgebung des Chefs der rassistischen Lega Nord, Matteo Salvini, in Mailand versammelten sich nach Polizeiangaben 15.000 Menschen vor der Kathedrale. Die Fratelli d’Italia hielten in der Früh in Mailand ebenfalls ein Kundgebung ab. Einige hundert Antifaschisten demonstrierten gegen die beiden Kundgebungen. Lega Nord, Fratelli d’Italia und die Partei Forza Italia des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi treten bei der Parlamentswahl am 4. März gemeinsam an.

Anfang Februar hatte in Macerata in Mittelitalien ein Anhänger der Lega Nord zwei Stunden lang auf Ausländer gefeuert und sechs Menschen afrikanischer Herkunft verletzt. Zuvor war in der Stadt die zerstückelte Leiche einer 18-jährigen Italienerin gefunden worden. Der Tat wurde ein aus Nigeria stammender Mann verdächtigt. Der Vorfall trug erheblich zur weiteren Aufheizung der politischen Atmosphäre bei.

Florida-Massaker: US-Konzerne kehren NRA den Rücken

In der Waffendebatte, die die USA seit Jahrzehnten tief spaltet, droht der mächtigen Waffenlobby NRA nach dem jüngsten Schulmassaker in Florida ein Rückschlag. Bei ihren entschlossenen Protesten forderten die Schülerinnen und Schüler von Parkland auch die Abschaffung der NRA - und online zirkulieren Petitionen, die zum Boykott von Firmen aufrufen, die NRA-Mitgliedern Rabatte anbieten. Nun haben mehrere US-Konzerne reagiert und ihre Rabattprogramme für die NRA gestoppt.

Mehr dazu in Selbst von Konsumenten unter Druck

Inland

Aufregung um FPÖ-VfGH-Kandidaten Hauer

Der Linzer Verfassungsrechtler und FPÖ-Kandidat für den Posten eines Richters des Verfassungsgerichtshofs (VfGH), Andreas Hauer, sorgt mit Aussagen aus der Vergangenheit für Aufregung. Hauer hatte den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vor mehreren Jahren als „mitverantwortlich für die multikriminelle Gesellschaft“ bezeichnet. NEOS hält Hauer deshalb für untragbar.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Sobotka weist Kritik an „Sicherheitspaket“ zurück

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) verteidigt das „Sicherheitspaket“ und weist Kritik am Vorgehen der Bundesregierung zurück. Dass die Maßnahmen, die der Polizei mehr Überwachungsmöglichkeiten geben sollen, keiner weiteren Begutachtung unterzogen werden sollen, sei für ihn in Ordnung.

Das Paket, das Sobotka als Innenminister in den Grundzügen mitentworfen hat, werde bereits seit mehr als einem Jahr diskutiert, so der Nationalratspräsident in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“. Es habe schon eine Begutachtung und - aus der Begutachtung heraus - eine Überarbeitung des Pakets gegeben. Kritik und Vorschläge seien eingearbeitet worden. Man sollte deshalb die Einführung aus formalen Gründen nicht weiter in die Länge ziehen, so Sobotka.

SPÖ fordert Begutachtung

Die SPÖ hatte zuvor für das „Sicherheitspaket“ eine reguläre Begutachtung gefordert. ÖVP und FPÖ, die das Gesetz trotz früheren Widerstands der Freiheitlichen diese Woche im Ministerrat absegneten, wollen das Gesetz als Initiativantrag im Parlament einbringen und somit die Begutachtung umgehen.

Datenschutz „massiv gefährdet“

SPÖ-Datenschutzsprecher Walter Bacher sah in einer Aussendung „den Schutz personenbezogener Daten sowie den sozialen Frieden massiv gefährdet“. Die Regierung gebe vor, das Sicherheitsgefühl solle durch verstärkte Polizeiarbeit verbessert werden. Doch es schaffe tatsächlich die Möglichkeit, dass Privatpersonen behördliche Aufgaben übernehmen, so Bacher. Auch würden Daten länger als bisher gespeichert, „ganz abgesehen vom Einsatz von Bundestrojanern“. Damit können Behörden auf digitale Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, ohne Wissen der Benützer zugreifen.

Das Gesetz könne nicht „in einem Schnellverfahren“ beschlossen werden. Auch Datenschutzorganisationen müssten Stellung nehmen können, so Bacher. Bereits nach Bekanntwerden der Koalitionseinigung hatte die Opposition geschlossen Kritik geübt.

Mehr dazu in FPÖ kontert Vorwürfe

Sport

Olympia: Silber für Österreich im Ski-Teambewerb

Die alpinen Skibewerbe der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind für Österreich erfolgreich zu Ende gegangen. Im abschließenden Teambewerb holte die ÖSV-Equipe heute die Silbermedaille. Im Finale musste man sich der Schweiz geschlagen geben. Davor hatte Österreich gegen Korea, Schweden und Norwegen gesiegt. Die Bronzemedaille ging an Norwegen.

Mehr dazu in sport.ORF.at/pyeongchang

Olympia: Viererbob-Startnummernrennen sorgt für Ärger

Mit Platz acht hat Benjamin Maier nach zwei von vier Läufen im Viererbob eine gute Halbzeitplatzierung geschafft. Geärgert hat sich der Pilot von Bob Österreich 1 heute dennoch gewaltig. Denn eine umstrittene Regel zur Startnummernauslosung und mit der Kühlung offenbar beeinflusste Bahnverhältnisse sorgten beim olympischen Bewerb in Pyeongchang für heftige Diskussionen.

Mehr dazu in sport.ORF.at/pyeongchang2018

Wirtschaft

Nach Protesten Gehaltsabschluss für Pflegeberufe

Nach Protesten, Warnstreiks und insgesamt sechs Verhandlungsrunden in den vergangenen Wochen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf einen Kollektivvertragsabschluss für die rund 100.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft geeinigt. Vereinbart wurde eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,5 Prozent bzw. mindestens 48 Euro.

Zusätzliche Aufzahlung für Lehrlinge

Für untere Lohn- und Gehaltsgruppen bedeutet das eine Lohn- und Gehaltserhöhung von über 3,0 Prozent. Für Lehrlinge gibt es zusätzlich zur prozentuellen Steigerung von 2,5 Prozent eine Erhöhung von 100 Euro. Alle Beschäftigten, die bereits fünf Jahre im Betrieb sind, erhalten einen zusätzlichen Urlaubstag.

Für Pflegeberufe konnten weitere Verbesserungen erreicht werden, teilten die GPA-djp und die Gewerkschaft vida in einer Aussendung mit. Der Kollektivvertrag tritt rückwirkend mit 1. Februar 2018 in Kraft.

AK-Studie: „Offliner“ finanziell benachteiligt

Wer sich im Internet zurechtfindet, profitiert in vielerlei Hinsicht. Preise lassen sich besser vergleichen, viele Angebote sind überhaupt nur online erhältlich. Auf der Strecke bleiben all jene, die sich mit der Technik schwertun. Die „Offliner“ müssen nicht nur auf Bequemlichkeit verzichten, sondern zahlen oft auch finanziell drauf, wie eine Studie der Arbeiterkammer (AK) nahelegt.

Mehr dazu in help.ORF.at

Chronik

Hubschrauber befreite Snowboarderin aus Felskante

Eine 27-jährige Snowboarderin ist heute in Mittelberg im Kleinwalsertal (Vorarlberg) im freien Skiraum in eine missliche Lage geraten. Laut Polizei konnte die Deutsche in steilem Gelände an einer Felskante weder vor noch zurück. Sie wurde von einem Polizeihubschrauber mittels Tau geboren, nachdem ihre Begleiter Alarm geschlagen hatten.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Frau beim Skifahren in Bach gestürzt

Eine Schweizerin (70) kam gestern beim Skifahren in Galtür (Tirol) von der Piste ab und stürzte rund vier Meter tief in einen Bach. Dort blieb sie bewusstlos liegen, berichtete die Polizei.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Rodler stürzt 100 Meter über steiles Gelände

In St. Gilgen (Salzburg) stürzte ein 61-jähriger Salzburger mit einem Schlitten rund 100 Meter über steiles Gelände in einen Graben. Der Mann wurde leicht verletzt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Autofahrer tötet in Indien neun Schulkinder

Ein Autofahrer hat in Indien heute sein Fahrzeug in eine Gruppe von Schulkindern gesteuert und mindestens neun von ihnen getötet.

Ein Polizeisprecher im östlichen Bundesstaat Bihar zitierte Augenzeugenberichte, denen zufolge „der Fahrer auch dann nicht anhielt, nachdem er die Mittelschüler überfuhr“. Sein Fahrzeug habe sich schließlich überschlagen, woraufhin der Fahrer zu Fuß geflüchtet sei. Der Hintergrund des Vorfalls im Distrikt Muzaffarpur ist unklar, die Identität des flüchtigen Fahrers unbekannt.

Indonesierin von Krokodil zerfleischt

Auf der indonesischen Insel Sumatra ist eine Frau von einem riesigen Krokodil zerfleischt worden. Die 66-Jährige sei in der Nähe des Dorfes Teluk Kuali in der Provinz Jambi attackiert worden, sagte Polizeisprecher Kuswahyudi Tresnadi heute. Das Krokodil fraß den unteren Teil des Körpers sowie die Hände der Frau.

Die Indonesierin war vor einigen Tagen aus einem am Fluss gelegenen Garten nicht zurückgekehrt. Ihre Familie und Nachbarn leiteten daraufhin eine Suche ein. Anrainer wurden laut Polizei misstrauisch, als sie ein riesiges Krokodil in der Nähe eines Bootes mit den Habseligkeiten der Frau entdeckten. Schließlich fanden sie die Leiche der Frau, die auf dem Fluss trieb.

Auf den indonesischen Inseln gibt es verschiedene Arten von Krokodilen, die regelmäßig Menschen angreifen und töten. 2016 war ein russischer Tourist in einem beliebten Tauchgebiet von einem Krokodil getötet worden.

Verlorene Container als unsichtbare Gefahr im Meer

In den Weltmeeren dümpelt eine riesige Menge gefährlichen Treibguts. Tausende Container werden laut Schätzungen von Schiffen jedes Jahr verloren. Die über Bord gegangene Fracht sinkt oft nicht auf den Meeresgrund, sondern schwimmt unsichtbar knapp unter der Wasseroberfläche. Das Risiko für Jachten und Segelschiffe, mit einem auf hoher See treibenden „UFO“ („Unidentified Floating Object“) zu kollidieren, ist erheblich - und die Folgen für Schiffe und Crews fatal.

Mehr dazu in Täglich werden bis zu 27 Container verloren

Kultur

Goldener Bär für „Touch Me Not“ bei Berlinale

Der radikale rumänische Experimentalfilm „Touch Me Not“ hat bei der 68. Berlinale überraschend den Goldenen Bären gewonnen. Regisseurin Adina Pintilie (38) erforscht in ihrem semidokumentarischen Film die Spielarten und Grenzen menschlicher Sexualität. Der Dokumentarfilmpreis ging an „Waldheims Walzer“ der österreichischen Regisseurin Ruth Beckermann.

Während des Festivals hatte das auch mit deutschem Geld realisierte Werk der Hauptreisträgerin die Kritiker gespalten. Als Präsident der Jury hatte sich Regisseur Tom Tykwer („Lola rennt“) „wilde und sperrige“ Filme gewünscht. Es ist das zweite Mal, dass ein rumänischer Film die höchste Auszeichnung des Festivals gewinnt. Die deutschen Favoriten gingen leer aus, obwohl ihnen zum Teil große Chancen eingeräumt worden waren.

Jurypreis an polnische Regisseurin

Den Großen Preis der Jury holte heute Abend die polnische Regisseurin Malgorzata Szumowska (44) mit ihrer Gesellschaftsparabel „Gesicht“ („Twarz“). Satirisch und anrührend erzählt sie von einem jungen Mann, der nach einer entstellenden Gesichtstransplantation nicht nur in seinem Umfeld, sondern auch in der eigenen Familie abgelehnt wird.

Beide Filme gehörten bei den Kritikern nicht zu den heißen Favoriten. „Wir haben herausgefunden, dass wir nicht nur das würdigen wollen, was Kino kann, sondern auch das, wo es noch hingehen kann“, sagte Jury-Präsident Tykwer.

Die Jury-Entscheidung bewies erneut, dass Frauen bei dem Festival eine starke Rolle spielten. Das gilt auch für den paraguayischen Film „Die Erbinnen“ („Las herederas“) von Marcelo Martinessi, der den Alfred-Bauer-Preis erhielt. Die Auszeichnung gilt einem Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet. Ana Brun (68) bekam für ihre Rolle in dem tragikomischen Drama um ein alterndes lesbisches Paar den Silbernen Bären als beste Darstellerin.

Bester Schauspieler Anthony Bajon

Zum besten Schauspieler kürte die Jury den Franzosen Anthony Bajon (23), der in Cedric Kahns „Das Gebet“ einen 22-jährigen Drogenabhängigen spielt. Als großer Anwärter auf den Darstellerpreis war auch der 32-jährige Berliner Franz Rogowski gehandelt worden. Der diesjährige Shootingstar der Berlinale überzeugte sowohl in Christian Petzolds Flüchtlingsdrama „Transit“ wie auch in Thomas Stubers poetischem Liebesfilm „In den Gängen“. Weder er noch die grandiose Marie Bäumer als Romy Schneider in der österreichischen Koproduktion „3 Tage in Quiberon“ konnte einen der begehrten Darsteller-Preise ergattern.

Silberner Bär für Wes Anderson

Den Silbernen Bären für die beste Regie sprach die Jury dem US-Kultfilmer Wes Anderson zu. Mit seiner märchenhaften Hundeparabel „Isle of Dogs“ hatte erstmals ein Animationsfilm die Berlinale eröffnet. Seine Stop-Motion-Tricktechnik kam auch beim Publikum gut an.

Insgesamt waren bei dem elftägigen Festival 385 Filme aus 78 Ländern zu sehen. Morgen geht die Berlinale mit einem Publikumstag zu Ende. Im vergangenen Jahr hatte der ungarische Liebesfilm „Körper und Seele“ von Ildiko Enyedi den Goldenen Bären gewonnen.

The-Real-Thing-Sänger Eddy Amoo gestorben

Der Sänger der britischen Soul-Band The Real Thing, Eddy Amoo, ist tot. Das teilte die Band mit. Er wurde 74 Jahre alt und soll einem BBC-Bericht zufolge unerwartet in Australien gestorben sein. Die Band wurden einst als die „schwarzen Beatles“ bezeichnet. Die Söhne ghanaischer Einwanderer aus Liverpool gelten als Pioniere der schwarzen Musik in Großbritannien.

Der große Erfolg kam in den 70er Jahren mit dem Song „You to me are everything“. „Eddy war ein Showman und eine Legende“ hieß es in einer Twitter-Nachricht der Band. Bis zuletzt stand Eddy Amoo mit seinem Bruder Chris und Bandkollegen Dave Smith auf der Bühne. Die beiden verbliebenen Bandmitglieder kündigten an, eine unterbrochene Tournee im April fortzusetzen.

Religion

Science

Archäologen finden antike Totenstadt in Ägypten

In Ägypten haben Archäologen am Nil eine antike Totenstadt mit Dutzenden Sarkophagen und Kunstschätzen entdeckt. Die in der Stadt Minja gefundene, über 2.500 Jahre alte Nekropole enthalte 40 Steinsärge, etwa 1.000 Statuen und eine Goldmaske, sagte der zuständige ägyptische Antikenminister Chaled al-Enani heute am Ausgrabungsort. Außerdem seien Keramik, Schmuck und andere antike Gegenstände gefunden worden.

Die Ausgrabungen begannen laut dem Ministerium im vergangenen Jahr und wurden von Forscherteams aus Deutschland unterstützt. „Das ist erst der Anfang einer neuen Entdeckung, und ich glaube, wir brauchen mindestens fünf Jahre, um die Arbeit an der Nekropole zu beenden“, erklärte Enani. Die Funde würden wichtige Einblicke in das Leben der alten Ägypter geben.

Messungen in Tutanchamuns Grab

In den vergangenen Monaten hatte das Antikenministerium in Ägypten eine Reihe von Entdeckungen aus der Hochkultur des Landes präsentiert. Ein italienisches Forscherteam hatte Ende Jänner mit Messungen in der Grabkammer des Pharaos Tutanchamun in Luxor begonnen. Die Radarmessungen in der 1922 entdeckten Grabkammer des Kindkönigs (um 1330 v. Chr.) sollen Klarheit darüber bringen, ob sich - wie von einem Wissenschaftler vermutet - hinter der Nordwand ein weiterer, bisher unentdeckter Raum befindet.

Erst Anfang des Monats hatten Wissenschaftler nahe den Pyramiden ein mehr als 4.000 Jahre altes Grab gefunden. Die Kammer soll zu einer Priesterin mit dem Namen Hat Bet gehören. Nahe dem einzigen noch erhaltenen Weltwunder der Antike soll Ende des Jahres das neue Ägyptische Museum eröffnen, dass das Ausstellungshaus im Stadtzentrum Kairos ablösen soll.

Leute

Conchita Wurst erwägt Karriere als Mann

Conchita Wurst kann sich auch eine Karriere als Mann vorstellen. „Ich weiß, dass es irgendwann passieren wird, denn ich habe so viele Interessen, die ich ausprobieren möchte und die definitiv keiner Perücke und keiner falschen Wimpern bedürfen“, sagte der österreichische Travestiekünstler und Sänger Thomas Neuwirth, der hinter der Kunstfigur steckt, in London.

Conchita Wurst

APA/AFP/Joe Klamar

Noch gebe es aber keinen Zeitplan dafür, er habe noch viele große Projekte als Conchita, sagte der 29-Jährige. Dazu zählt das Album „From Vienna with Love“, das im Oktober herauskommen soll und das Conchita zusammen mit den Wiener Symphonikern aufgenommen hat. Ein eigenes neues Album und eine Tour sind auch schon in Planung.

Morgen tritt Conchita Wurst mit dem BBC Concert Orchestra im Londoner Palladium-Theater auf. Im Jahr 2014 hatte die Kunstfigur mit Abendkleid und Vollbart mit dem Song „Rise like a Phoenix“ den Eurovision Song Contest gewonnen.

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