Ausland

USA ordnen Afghanistan-Strategie neu

Die USA haben ihre Einsatzstrategie in Afghanistan neu geordnet. Der Kampf gegen Terroristen von Al Kaida und die IS-Terrormiliz soll verschärft, eine Übernahme des Landes durch die Taliban aktiv verhindert werden, sagte US-Präsident Donald Trump in Arlington bei Washington. Die USA würden sich jedoch nicht mehr daran beteiligen, ein fremdes Land nach ihrem Modell zu verändern. „Am Ende ist es am afghanischen Volk, seine Zukunft in die Hand zu nehmen, seine Gesellschaft zu regieren, und einen unbefristeten Frieden zu erzielen“, sagte Trump.

Er bezweifelte jedoch, dass die radikal-islamischen Taliban Teil einer politischen Lösung für Afghanistan sein können. Zwar sei es vorstellbar, dass irgendwann, nach einer effektiv geführten Militäroperation, eine politische Lösung erreicht werde, „die Elemente der Taliban enthält“, sagte Trump. „Aber niemand weiß, ob und wann das jemals passieren wird“, fügte er hinzu.

Trump vermied es, über eine Aufstockung der Zahl der bisher 8.400 US-Soldaten am Hindukusch zu sprechen. Zuvor war in Medienberichten davon die Rede, die Zahl werde auf Vorschlag des Pentagon um 4.000 erhöht. Verteidigungsminister James Mattis deutete eine US-Truppenverstärkung indirekt an, indem er in einem Statement sagte, mehrere Verbündete hätten sich „ebenfalls“ zur Erhöhung ihrer Truppenstärke bekannt.
Eine Truppenaufstockung ist ein politisches Spiel mit dem Feuer für Trump. Er hatte als Privatmann stets einen Rückzug aus Afghanistan gefordert und schon den Start der Operation durch den damaligen US-Präsidenten George W. Bush als großen Fehler bezeichnet.

Trump fordert „Liebe für alle Bürger“ der USA

Nach der rechtsextremen Gewalt in Charlottesville und der Kritik an seiner Reaktion hat US-Präsident Donald Trump US-Bürger jeglicher Herkunft zur Einheit aufgefordert. „Die Liebe für Amerika bedeutet Liebe für all seine Bürger“, sagte Trump in einer Ansprache auf dem Militärstützpunkt Fort Myer in der Nähe von Washington.

„Wenn wir unsere Herzen öffnen, gibt es keinen Platz für Fanatismus und keine Toleranz des Hasses“, so Trump. „Die jungen Männer und Frauen, die wir ins Ausland schicken, um dort unsere Kriege zu führen, haben es verdient, in ein Land zurückzukommen, dass nicht mit sich selbst Krieg führt“, sagte Trump bei der Bekanntgabe seiner Afghanistan-Strategie.

Zuvor hatte es heftige Kritik an Trumps Weigerung gegeben, sich eindeutig vom Aufmarsch von Neonazis, Mitgliedern des rassistischen Ku Klux Klans und anderen Rechtsextremen in Charlottesville zu distanzieren, bei dem eine Gegendemonstrantin totgefahren worden war.

Kolumbien bietet Maduro-Gegnerin Ortega Asyl an

Venezuelas Nachbarland Kolumbien hat der geflohenen Ex-Generalstaatsanwältin Luisa Ortega politisches Asyl angeboten. Die venezolanische Regierungskritikerin stehe „unter dem Schutz der kolumbianischen Regierung“, erklärte Präsident Juan Manuel Santos gestern im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Wenn Sie Asyl beantragt, werden wir es gewähren“, fügte er hinzu.

Die Erklärung des kolumbianischen Präsidenten dürfte die ohnehin schon gespannten Beziehungen zu Venezuela weiter verschärfen. Ortega hatte sich am Freitag zwei Wochen nach ihrer Entlassung durch das Regierungslager nach Kolumbien abgesetzt. Begleitet wurde sie von ihrem Mann, dem Abgeordneten German Ferrer, gegen den in Venezuela ein Haftbefehl vorliegt.

Die neue verfassunggebende Versammlung in Venezuela hatte Ortega Anfang August entlassen. Ortega, einst eine entschiedene Unterstützerin von Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro, war unter den Amtsträgern in Venezuela die wichtigste Gegenspielerin des sozialistischen Präsidenten, dem sie Verfassungsbruch vorwirft.

Autos von SPD-Abgeordneter in Flammen

Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen haben in der Nacht auf heute zwei Autos der Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering (SPD) gebrannt. Das Privatauto der Politikerin sowie ein Auto der SPD standen in Herne in Flammen, wie die Polizei Bochum heute mitteilte. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Nach den Tätern wurde auch mit einem Hubschrauber gesucht, bisher allerdings ohne Erfolg. Ob die Tat politisch motiviert war, ist laut Polizei noch unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Boot mit 68 Flüchtlingen vor Küste Rumäniens entdeckt

Rumänische Grenzschützer haben im Schwarzen Meer ein Fischerboot mit 68 Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak aufgegriffen. Wie die Küstenwache gestern mitteilte, waren auch 23 Kinder an Bord des Schiffs. Demnach wurde das Fischerboot, an dessen Bord auch zwei türkische Schlepper waren, in den Hafen von Mangalia im Südosten Rumäniens geleitet. Es ist der zweite Vorfall dieser Art binnen acht Tagen - das EU-Land befürchtet nun eine neue Flüchtlingsroute über das Schwarze Meer.

Rumänien ist nicht Teil des europäischen Schengen-Raums, und bisher waren nur wenige Menschen in das Land geflohen. Doch bereits am 13. August war im Schwarzen Meer vor der Küste des Landes ein Boot mit 69 Flüchtlingen aus dem Irak aufgebracht worden. Die beiden Schlepper, ein Bulgare und ein Zyprer, kamen in Polizeigewahrsam.

Rumänien befürchtet, das Schwarze Meer könnte wegen der zahlreichen Beschränkungen im Mittelmeer zu einer alternativen Route für Flüchtlinge werden. Das Land ist eines der ärmsten Länder der EU, hatte Mitte August aber die Aufnahme von fast 2.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien zugesagt.

Inland

Gusenbauer klagt über „mediales Kesseltreiben“ gegen ihn

Der frühere Bundeskanzler und SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer wehrt sich gegen Kritik an seinen geschäftlichen Kontakten zum gefeuerten SPÖ-Berater Tal Silberstein sowie dem Geschäftsmann Beny Steinmetz. Die beiden waren vergangene Woche in Israel wegen des Verdachts der Korruption und Geldwäsche vorübergehend festgenommen worden. Natürlich schade er der SPÖ nicht, sagte Gusenbauer der Gratiszeitung „Heute“.

Als Hemmschuh für die SPÖ und ihren Wahlkampf sieht sich Gusenbauer nicht: „Da werden triefende Unwahrheiten verbreitet. Die Fakten interessieren manche Journalisten überhaupt nicht, sondern sie zeichnen unbeirrt von der Realität ein falsches Bild von mir. In dieser von ihnen geschaffenen Realität soll ich für die SPÖ schädlich sein. Dieses falsche Bild dient dann als Anlass für das mediale Kesseltreiben gegen mich“, klagte Gusenbauer.

„Gesetzestreuer österreichischer Steuerzahler“

Er sei auch nicht Teil des Wahlkampfteams der SPÖ und habe dort keine Funktion. Dass seine geschäftlichen Aktivitäten mit sozialdemokratischen Werten nicht vereinbar seien, wies Gusenbauer, der noch Präsident der SPÖ-Parteiakademie Dr.-Karl-Renner-Institut ist, zurück. „Das ist völlig falsch. Erstens bewege ich mich auf fester rechtlicher Grundlage. Für vieles, was mir untergeschoben wird, bin ich weder zuständig noch verantwortlich oder sonst etwas. Ich bin einfach ein gesetzestreuer österreichischer Steuerzahler. Punkt. Was daran nicht mit sozialdemokratischen Werten vereinbar sein soll, weiß ich nicht.“

Hofer nimmt Entschuldigung wegen „Krüppellieds“ an

Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) hat die Entschuldigung des SPÖ-Mitarbeiters Paul Pöchhacker angenommen. Pöchhacker hatte Hofer, der sich bei einem Unfall vor Jahren eine Behinderung zugezogen hatte, im vergangenen Bundespräsidentschaftswahlkampf via Twitter Helmut Qualtingers „Krüppellied“ gewidmet - und sich bereits damals dafür entschuldigt.

„Ich darf mich für Ihr Schreiben bedanken“

Nachdem publik geworden war, dass Pöchhacker im Wahlkampf für das Team von SPÖ-Chef Christian Kerns tätig ist, kam am Wochenende Kritik von ÖVP und FPÖ auf. Infolgedessen entschuldigte sich Pöchhacker erneut bei Hofer. Laut FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl nahm Hofer diese Entschuldigung in einem Schreiben an Pöchhacker nun an. Darin schreibt er: „Ich darf mich für Ihr Schreiben, in dem Sie Ihr Bedauern über die Ereignisse rund um die Widmung des Krüppelliedes im Präsidentschaftswahlkampf zum Ausdruck gebracht haben, bedanken.“

Der Vorfall habe ihn „sehr getroffen“, so Hofer. „Weniger, weil damit ein politischer Gegner diffamiert wurde, sondern weil dezidiert die Behinderung ins Zentrum einer politischen Auseinandersetzung gerückt wurde und damit gleichzeitig in Kauf genommen wurde, auch andere Menschen mit Behinderung zu kränken. Daher ergeht die besondere Bitte an Sie, die Anliegen behinderter und pflegebedürftiger Menschen in Österreich nicht zu vergessen und im Auge zu behalten“, so der Dritte Nationalratspräsident.

Sport

Bundesliga: Spieler, die Begehren wecken

Rapid ist wegen des möglichen Abgangs von Maximilian Wöber zu Ajax Amsterdam auf der Suche nach einem neuen Innenverteidiger. Begehren bei den Hütteldorfern weckte der 23-jährige LASK-Spieler Felix Luckenender, nach dem auch Erzrivale Austria bereits nachfragte. Die Linzer verlangen laut LASK-Berater Jürgen Werner allerdings einen „unverschämten Preis“. Rapid-Sportchef Fredy Bickel ist daher auch mit Altach in Kontakt. Dort stehen gleich zwei Verteidiger und ein Stürmer im Fokus.

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Erste Liga: Hartberg „bestätigt“ Sieg gegen Innsbruck

Der TSV Hartberg hat gestern im Nachtragsspiel seinen Drittrundensieg in der Ersten Liga gegen Wacker Innsbruck bestätigt. Die Steirer setzten sich zu Hause 3:1 (1:1) gegen das Team von Karl Daxbacher durch und überholten die Tiroler damit in der Tabelle. Hartberg belegt mit zwölf Punkten aus sieben Spielen den dritten Tabellenrang, Wacker ist mit einem Punkt weniger Fünfter.

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Bundesliga: Salzburgs Stürmer nehmen Fahrt auf

Bei Red Bull Salzburg läuft derzeit alles nach Plan. Mit dem 5:1 gegen St. Pölten wurde der erwartet klare Sieg eingefahren und der Anschluss zu Tabellenführer Sturm Graz gewahrt. Vor dem Play-off-Rückspiel in der Europa League am Donnerstag gegen Viitorul Constanta dürfte Trainer Marco Rose zudem freuen, dass sich auch zwei Angreifer zuletzt als sehr treffsicher erwiesen haben.

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Radsport: Froome reißt Vuelta-Führung an sich

Sky-Profi Christopher Froome hat mit Platz drei auf der dritten Etappe der Vuelta a Espana die Gesamtführung und damit das Rote Trikot an sich gerissen. Der Brite erreichte das Ziel nach 158,5 Kilometern von Prades nach Andorra la Vella in einer neunköpfigen Spitzengruppe zeitgleich mit Tagessieger Vincenzo Nibali (ITA) und dem Spanier David De la Cruz vom Quickstep-Team.

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Wirtschaft

McDonald’s schließt die Hälfte seiner Filialen in Indien

Mehr als die Hälfte der McDonald’s-Filialen in Indien muss schließen. Der US-amerikanische Fast-Food-Riese kündigte gestern wegen Vertragsbruchs die Franchiseverträge für 169 Filialen, wie die indische McDonald’s-Niederlassung mitteilte. Die betroffenen Standorte werden vom Unternehmen Connaught Plaza Restaurants (CPRL) betrieben. Dieses habe seit zwei Jahren keine Lizenzgebühren gezahlt, sagte ein McDonald’s-Sprecher. Nach Angaben der Kette gibt es derzeit rund 300 McDonald’s-Filialen in Indien.

Von der Vertragskündigung sind alle Filialen im Norden und Osten des Landes betroffen, darunter auch die Lokale in Neu-Delhi. In der Hauptstadtregion sind seit Ende Juni bereits 40 der 55 Filialen geschlossen. Den Schritt hatte das US-Unternehmen damals mit abgelaufenen Restaurantlizenzen begründet. Indische Medien spekulierten über einen Zusammenhang zu einem Rechtsstreit zwischen McDonald’s Indien und CPRL-Chef Vikram Bakshi.

Franchisenehmer sieht „Verzweiflungstat“

Bakshi bezeichnete die Kündigung laut Medienberichten als „Verzweiflungstat“ des Burger-Riesen und sagte, er erwäge rechtliche Schritte. CPRL hat laut McDonald’s knapp zwei Wochen Zeit, um Marken, Logos und Produkte des US-Konzerns abzulegen. Gleichzeitig werde ein neuer Franchisepartner in Nord- und Ostindien gesucht. Es sei eine Priorität, die Auswirkungen auf Mitarbeiter, Lieferanten und Verpächter von CPRL zu minimieren.

„Brexit“: London will Status quo beim Handel erhalten

Alle derzeit in der Europäischen Union erhältlichen britischen Waren sollen nach dem Willen Londons auch nach dem „Brexit“ in der EU zu kaufen sein. Umgekehrt soll das genauso gelten. Das geht aus einem Positionspapier des „Brexit“-Ministeriums hervor, das gestern in London veröffentlicht wurde.

Dienstleistungen, die mit dem Handel von Waren verknüpft seien, dürften ebenfalls keinen Einschränkungen unterliegen, heißt es weiter. So könnten bürokratische Hemmnisse verhindert werden.

Streit über Abfolge der Verhandlungen

Die EU-Kommission nahm zum Inhalt der britischen Papiere noch nicht Stellung, bekräftigte aber ihre Bedingungen für die Verhandlungen. Zuerst müssten „ausreichende Fortschritte“ bei den drei wichtigsten Fragen des EU-Austritts erzielt werden: den künftigen Rechten der EU-Bürger in Großbritannien, der Schlussrechnung und dem Verhältnis zwischen der Republik Irland und dem britischen Landesteil Nordirland. Erst danach könne es um die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien gehen.

Der britische „Brexit“-Minister David Davis hatte erklärt, die Aspekte der Trennung und der künftigen Beziehungen seien unauflösbar verknüpft. Großbritannien sei bereit, den Dialog darüber zu beginnen. Die EU will eine Verquickung vermeiden, um zuerst ihre Forderungen an London durchzusetzen. Darunter sind britische Zahlungen von bis zu 100 Milliarden Euro für gemeinsam eingegangene EU-Verpflichtungen.

Gespräche stocken

Der Streit über Abfolge könnte die für kommende Woche geplante dritte „Brexit“-Verhandlungsrunde überschatten. Bisher sind die Gespräche kaum vorangekommen. Der EU-Austritt soll im März 2019 vollzogen werden.

London kündigte bis kommenden Donnerstag weitere Vorschläge für die Verhandlungen an. Sie werden sich unter anderem mit dem Datenschutz und der Zusammenarbeit der Justiz beschäftigen. Erst in der vergangenen Woche hatte das „Brexit“-Ministerium Vorschläge für ein Zollabkommen mit der EU und zur neuen EU-Außengrenze zwischen Nordirland und der Republik Irland präsentiert.

Chinesischer SUV-Hersteller will Jeep kaufen

Der chinesische SUV-Hersteller Great Wall hat ein Auge auf die US-Traditionsmarke Jeep geworfen. „Wir haben derzeit die Absicht zu kaufen“, hieß es seitens Great Wall. Der italienisch-amerikanische Konzern Fiat Chrysler (FCA), zu dem Jeep gehört, sei um Gespräche über eine Übernahme gebeten worden. FCA widersprach dem aber. Angesichts der Spannungen in der Handelspolitik zwischen der US-Regierung und China könnte ein Kauf von Jeep auf Widerstand in den USA stoßen.

Mehr dazu in SUV-Hersteller aus China greift nach Jeep

Chronik

Tote bei Erdbeben auf der Insel Ischia

Ein Erdbeben hat die italienische Urlaubsinsel Ischia mitten in der Hochsaison erschüttert. Mindestens zwei Menschen starben. Der Erdstoß der Stärke 4,0 habe die Mittelmeerinsel vor Neapel gestern gegen 21 Uhr getroffen, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit. Eine Frau wurde von Brocken einer Kirche erschlagen, eine zweite Frau starb unter den Trümmern ihres Hauses. Mindestens sechs Menschen konnten lebend aus Trümmern geborgen werden, wie der Zivilschutz mitteilte. Mehr als 25 Menschen sollen verletzt worden sein.

Nach Medienberichten wurde eine Familie mit sieben Personen verschüttet. Während die Erwachsenen, unter ihnen die Eltern, kurz nach Beginn der Rettungsarbeiten geborgen wurden, gestaltete sich die Bergung der drei Kinder schwierig. Das jüngste, ein 17 Monate altes Baby, konnte in der Früh gerettet werden. Nun bemühen sich die Helfer, zu seinen älteren Bürdern vorzudringen.

Besonders betroffen waren die Orte Casamicciola und Lacco Ameno. Auf Fotos waren eingestürzte Häuser und Menschen auf der Straße zu sehen. Touristen und Bewohner seien in Panik auf die Straße gelaufen, berichteten italienische Medien. Auch soll mancherorts der Strom ausgefallen sein und Hotels geräumt worden sein. Der Zivilschutz berief ein Sondertreffen ein. Ein Krankenhaus auf der Insel wurde evakuiert. Bewohner erzählten, sie würden die Nacht im Freien verbringen. Für sie wurde im Ort ein Fußballstadion geöffnet.

U-Boot versenkt: Frauenleiche in Öresund entdeckt

In den Gewässern vor der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist gestern die Leiche einer Frau geborgen worden. Das teilte die Polizei in Kopenhagen auf Twitter mit. Ob es sich um die seit elf Tagen vermisste schwedische Journalistin Kim Wall handelt, war zunächst unklar. Die geborgene Frauenleiche habe weder Kopf noch Beine oder Arme. Der Torso sei noch nicht identifiziert, er dürfte längere Zeit im Wasser gelegen sein.

Der Erfinder Peter Madsen hatte gegenüber der Polizei eingeräumt, dass die 30-Jährige an Bord seines U-Boots ums Leben gekommen sei. Es sei ein Unfall gewesen. Die Leiche der Frau habe er in der Köge-Bucht zu Wasser gelassen. Der 46-Jährige steht im Verdacht, sein U-Boot absichtlich zum Sinken gebracht zu haben, und sitzt in Untersuchungshaft.

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Österreichische Greenpeace-Aktivistinnen wieder frei

Die beiden Greenpeace-Aktivistinnen aus Österreich, die am Donnerstag vor einer Ölbohrplattform des norwegischen Konzerns Statoil in der Arktis festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Auch für die restliche Crew wurde der Arrest aufgehoben. Das von der Küstenwache beschlagnahmte Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ wurde freigegeben. Das teilte die Umweltorganisation gestern mit.

Die Aktivistinnen hatten nach Angaben von Greenpeace friedlich protestiert, um auf die Gefahr durch Ölbohrungen hinzuweisen. Um weitere Bohrungen in der Region zu verhindern, haben Greenpeace Nordic und die Organisation Nature & Youth die norwegische Regierung geklagt. Der Prozess soll am 13. November beginnen.

Science

Trump stoppt Studie zu Gesundheitsrisiken bei Kohleabbau

Das Weiße Haus hat eine Untersuchung über Gesundheitsgefährdungen beim Kohleabbau über Tage gestoppt. Das bestätigte eine Sprecherin des US-Innenministeriums gestern in Washington. Die Untersuchung, in Auftrag gegeben noch unter Präsident Barack Obama, sollte dem Verdacht nachgehen, dass Anwohner in der Nähe von Kohleabbau-Gebieten bestimmten Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Die Forschungsarbeiten sollen unverzüglich eingestellt werden. Es gehe darum, keine Steuergelder zu verschwenden.

Die Trump-Regierung hatte zuletzt bereits mit mehreren Behördenanweisungen Regulierungen beim Kohlebergbau zurückgenommen. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, dass er Tausende arbeitslos gewordene Kohlebergleute wieder in Lohn und Brot bringen will. Der Kohlebergbau ist jedoch vor allem durch einen Verfall von Nachfrage und Preisen auf den Weltmärkten unter Druck geraten, weniger durch politische Eingriffe.

Kultur

Orginalpartitur von „Eleanor Rigby“ wird versteigert

Die Orginalpartitur des Beatles-Songs „Eleanor Rigby“ soll am 11. September versteigert werden. Wie das Auktionshaus Omega Auctions gestern mitteilte, schrieb Beatles-Produzent George Martin die Noten mit der Hand. Der Auktionator schätzt den Wert des Notenblatts zu dem Stück, das 1966 auf der B-Seite der Single „Yellow Submarine“ erschien, auf 20.000 Pfund (22.000 Euro).

Beatles-Partitur

APA/AFP/Omega Auctions

Auf der mit Bleistift geschriebenen Partitur vermerkte Produzent Martin, dass das Lied mit vier Violinen, zwei Bratschen und zwei Cellos in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommen werden sollte. Das Blatt trägt seine Unterschrift und die von Paul McCartney.

Salzburg: „Lear“ muss durch die Blumen des Bösen

In einer an Opernüberraschungen nicht armen Spielzeit 2017 legen die Salzburger Festspiele im Finale noch eins drauf. Aribert Reimanns „Lear“ wird in der Felsenreitschule in der Kombination von Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst, Simon Stone (Salzburger Regiedebüt) und einem herausragenden Gerald Finley als verblendetem König zu einer Sternstunde für die zeitgenössische Oper, die alle gegen sie in Stellung gebrachten Vorurteile in den Wind schlägt.

Atemberaubend statt anstrengend ist dieses Werk aus dem Jahr 1978. Und das darin verhandelte Fanal um den Willen zur Macht, der den Menschen am Ende auslöschen wird, zieht das Publikum zweieinhalb Stunden in den Bann. Was auf einer unschuldig bunten Blumenwiese beginnt, wird zu einem Endspiel, in dem sich die Charaktere in Luft auflösen - und die Musik einer Oper zeitgleich ausfadet, als wäre es das bittere Ende eines Popsongs.

Mehr dazu in ORF.at/salzburgerfestspiele17

IT

Elon Musk und Co.: Appell an UNO für Kampfroboterverbot

Mehr als 100 Unternehmensführer aus den Bereichen Robotertechnik und künstlicher Intelligenz haben sich für ein internationales Verbot autonomer Offensivwaffen - auch „Killerroboter“ genannt - ausgesprochen.

In einem offenen Brief an die Vereinten Nationen, der vom gemeinnützigen Future of Life-Institut veröffentlicht wurde, warnten Tesla-Gründer Elon Musk und 115 weitere Unternehmenschefs vor einer gefährlichen „dritten Revolution in der Kriegsführung“.

„Waffen des Grauens“

Die „tödlichen autonomen Waffen“ könnten Kriege führen, die um ein Vielfaches größer und schneller seien als Menschen es begriffen, hieß es in dem Schreiben. Sie könnten zu „Waffen des Grauens“ werden, zu Waffen, „die Despoten und Terroristen gegen unschuldige Bevölkerungen einsetzen“ oder zu Waffen, die - wenn sie gehackt würden - außer Kontrolle geraten könnten. „Ist diese Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, wird es schwer, sie wieder zu schließen“, mahnten die Unterzeichner.

Lifestyle