Ausland

Justizreform: Polen erwartet neues EU-Verfahren

Wegen ihrer umstrittenen Justizreform erwartet die polnische Regierung, dass die EU-Kommission kommende Woche ihre Gangart deutlich verschärft. Er rechne damit, dass die Behörde „wahrscheinlich“ am Mittwoch ein Verfahren nach Artikel 7 des EU-Vertrages einleiten werde, sagte Polens neuer Regierungschef Mateusz Morawiecki heute in Brüssel.

Das wäre eine Premiere im Verhältnis zu einem Mitgliedsstaat. Das Verfahren kann theoretisch bis zum Entzug von Stimmrechten in der EU führen. Morawiecki sprach am Rande des EU-Gipfels in Brüssel von einem „ungerechten Verfahren“. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass souveräne Staaten (...) das vollkommene Recht haben, ihr Justizsystem zu reformieren“, sagte der Pole.

Der Ministerpräsident verwies gleichzeitig auf die langwierige Prozedur des Artikel-7-Verfahrens, bei der die Mitgliedsstaaten mehrfach zustimmen müssen und ein Beschluss über Sanktionen einstimmig erfolgen muss. Polens Verbündeter Ungarn hat schon klargemacht, dass er mit seinem Veto eine solche Entscheidung verhindern würde.

EU verlängert Sanktionen gegen Russland

Die wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland werden verlängert. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten heute Abend in Brüssel, wie EU-Ratspräsident Donald Tusk im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Die EU hatte die Sanktionen trotz Milliardenverlusten für heimische Unternehmen zuletzt im vergangenen Sommer bis zum 31. Jänner 2018 verlängert. Sie sollen nun weitere sechs Monate gelten. Im Sommer 2016 war beschlossen worden, die Handels- und Investitionsbeschränkungen erst dann aufzuheben, wenn die Vereinbarungen des Minsker Friedensplanes zum Ukraine-Konflikt komplett erfüllt sind. Das ist noch nicht der Fall.

Putin soll Druck auf Separatisten machen

Mit der Koppelung der Sanktionen an den Friedensplan wollen die EU-Staaten den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu bewegen, seinen Einfluss auf die prorussischen Separatisten in der Ostukraine stärker für eine Beilegung des Konfliktes zu nutzen. Moskau hält die Strafmaßnahmen für ungerechtfertigt und hat im Gegenzug Einfuhrverbote für westliche Agrarprodukte wie Obst und Fleisch verhängt.

Kroatien will 2019 Schengen-Mitglied werden

Kroatien will 2019 Mitglied des Schengen-Raums werden. „Wir sind sehr daran interessiert, alle technischen Kriterien zu erfüllen, um Schengen 2019 beizutreten“, sagte Ministerpräsident Andrej Plenkovic heute vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Dieser Beitritt habe für seine Regierung höchste Priorität.

Mit dem Schengen-Abkommen von 1985 wurden die ständigen Grenzkontrollen zwischen den beteiligten Staaten abgeschafft. Von den derzeit 28 EU-Staaten gehören Großbritannien, Irland, Zypern, Bulgarien, Rumänien und Kroatien nicht dazu. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte sich im September dafür starkgemacht, alle EU-Länder in das Abkommen aufzunehmen.

EU-Parlament verlangt Sanktionen gegen Myanmar

Das Europaparlament hat wegen der systematischen Unterdrückung und Verfolgung der muslimischen Rohingya-Minderheit Sanktionen gegen Myanmar gefordert.

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten sollten „gezielte Strafen“ gegen jene Mitglieder der myanmarischen Armee verhängen, die für die schweren Menschenrechtsverletzungen verantwortlich seien, verlangte das Parlament heute in Straßburg in einer Entschließung. Außerdem müssten sie das bestehende Waffenembargo gegen Myanmar ausweiten.

„Unparteiische und unabhängige Überwachung“

Darüber hinaus müsse auch der UNO-Sicherheitsrat ein „allgemeines und umfassendes Waffenembargo“ gegen das südostasiatische Land verhängen, heißt es in der Entschließung weiter. Die EU und ihre Mitgliedsländer müssten Druck auf China und Russland ausüben, damit diese im UNO-Sicherheitsrat nicht weiter angemessene Maßnahmen gegen Myanmar blockierten.

Das Europaparlament forderte zugleich die myanmarische Regierung auf, eine sichere Rückkehr der geflüchteten Rohingya zu ermöglichen, wie sie das am 23. November mit Bangladesch vereinbart hatte. Dabei müsse eine „unparteiische und unabhängige Überwachung“ durch Menschenrechtsorganisationen unter Aufsicht der Vereinten Nationen gewährleistet werden.

Seit Jahrzehnten unterdrückt

Seit Ende August seien rund 650.000 Rohingya nach Bangladesch geflohen, wo sie „unter entsetzlichen Bedingungen“ in Lagern lebten, hieß es weiter. Mehr als 400.000 von ihnen seien auf Lebensmittelhilfen angewiesen, viele benötigten medizinische Betreuung.

Die an der Grenze zu Bangladesch im Bundesstaat Rakhine lebenden rund eine Million Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Der Konflikt war Ende August wieder voll entbrannt, nachdem Rohingya-Rebellen Mitglieder der Streitkräfte angegriffen hatten. Diese reagierten mit brutaler Gegengewalt.

Türkische Polizei findet 60 Kilogramm Sprengstoff

Die türkischen Sicherheitsbehörden haben in der Stadt Istanbul 60 Kilogramm Sprengstoff in einem Minibus beschlagnahmt und mutmaßlich einen Anschlag verhindert.

Zehn Personen seien im Zusammenhang mit dem Fund im Istanbuler Viertel Bahcelievler festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur DHA heute. Bei den Festgenommenen soll es sich um Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) handeln. Der Sender CNN Türk berichtete, die Anti-Terror-Einheiten der Polizei hätten die Verdächtigen bereits länger observiert. Die türkische Regierung macht die PKK und auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für zahlreiche Anschläge im Land verantwortlich. Die PKK verübt vor allem Attentate auf Sicherheitskräfte in der Südosttürkei.

Die PKK-nahe Organisation TAK hatte sich unter anderem zu einem Anschlag im Dezember 2016 im Istanbuler Stadtteil Besiktas nahe dem Fußballstadion bekannt. Das Attentat forderte 46 Todesopfer.

EU will 15.000 Flüchtlinge in Heimatländer zurückbringen

Die Europäische Union (EU) will bis Ende Februar rund 15.000 notleidenden Flüchtlingen in Libyen die Rückkehr in ihre Heimatländer ermöglichen. Das gab die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Donnerstag nach einem Treffen mit Vertretern der Afrikanischen Union (AU), der UNO und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Brüssel bekannt.

Die Rückkehr soll auf freiwilliger Basis erfolgen. Das von der EU finanzierte Angebot richtet sich an Flüchtlinge, die unter schwierigen Lebensbedingungen in Libyen festsitzen. Sie sollen von der gefährlichen Weiterfahrt über das Mittelmeer nach Europa abgehalten werden.

„Auf dem Weg zu einer Lösung“

Seit Jahresbeginn sind laut EU-Angaben bereits mehr als 16.500 Flüchtlinge mit Unterstützung der IOM aus Libyen in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Im Gesamtjahr 2016 waren es rund 2.700 gewesen. IOM-Chef William Swing sprach in Brüssel von Fortschritten bei der Rückführung. „Wir sind auf dem Weg zu einer Lösung“, sagte er.

Auf einem Gipfel im westafrikanischen Abidjan hatten EU, AU, UNO und IOM im vergangenen Monat vereinbart, ihre Unterstützung für solche Migranten zu verstärken, die in Libyen festsitzen und wieder nach Hause wollen. Zur Umsetzung der Pläne hatten die Gipfelteilnehmer die Bildung einer „Taskforce“ vereinbart, die heute in Brüssel zu Beratungen zusammenkam.

Inland

Neue Pläne für Studiengebühren schlagen Wellen

ÖVP und FPÖ wollen laut mehreren Medienberichten wieder allgemeine Studiengebühren einführen. Die Verhandler hätten sich darauf geeinigt, dass sie ab dem dritten Semester, also nachdem die Studieneingangs- und Orientierungsphase abgeschlossen ist, kommen sollen. Geplant sei ein Steuerbonus, um die Akademiker im Land zu halten, hieß es heute.

Kritik aus SPÖ und ÖH

Die Studiengebühren sollten „in einer anderen Art“, als das bisher der Fall ist, ausgestaltet sein. Die Rede sei dabei etwa von einer steuerlichen Anrechenbarkeit der Studienbeiträge, denn die Intention der Wiedereinführung sei diesmal nicht allein die Finanzierung der Hochschulen, sondern das Ziel, Studierende nach dem Abschluss im Land zu halten - mittels Steuerbonus. Als Betrag wurden 500 Euro kolportiert. Derzeit sind es für Langzeitstudenten und Studenten aus Nicht-EU-Ländern 363,36 Euro pro Semester.

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) stellt sich entschieden gegen dieses Vorhaben, denn es sei „sowohl aus sozialer als auch aus studienrechtlicher Sicht verantwortungslos“. Am Donnerstagabend kam es neben dem Parlamentsgebäude am Wiener Ring auch zu einer Protestveranstaltung.

Demo gegen Studiengebühren vor dem Wiener Parlament

APA/Herbert Neubauer

Der geschäftsführende SPÖ-Klubchef Andreas Schieder kritisierte in einer Aussendung ebenfalls die neue „Bildungshürde“, die besonders Kinder aus Arbeiterfamilien und „jene, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sind“, von den Universitäten abhalten werde: „Bei der ÖVP ist diese soziale Selektion ja offenbar erwünscht - die FPÖ hat sich aber immer dagegen ausgesprochen und verrät jetzt die ArbeitnehmerInnen-Familien“, so Schieder.

Mitterlehner kämpfte mit Rache- und Revanchegefühlen

Der frühere Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner hat seinen Frieden mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz gemacht. „Wir haben uns nach den Wahlen getroffen, sämtliche Themen ausgeredet und einen konstruktiven Modus vivendi gefunden“, sagt Mitterlehner in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „trend“. Zur Verarbeitung seiner Erfahrungen im zurückliegenden Jahr habe er einen Coach genommen.

„Es wäre eine Verstellung, würde man mit meinem Werdegang und so einer Machtübernahme sagen, man ist nicht gekränkt. Natürlich gab es zu Beginn Rache- und Revanchegefühle“, so der ehemalige ÖVP-Chef, der sich nach internen Querschüssen im Mai aus der ÖVP zurückgezogen hatte und inzwischen als Unternehmensberater tätig ist.

„In der Politik sind keine Wunder möglich“

Die Zeit heile zwar „nicht alle Wunden, aber die Revanchegelüste nehmen ab. Sie hätten der Partei geschadet, mir aber nicht genützt.“ Erst nach der Wahl am 15. Oktober sei es für ihn leichter geworden.

Die Möglichkeiten einer künftigen ÖVP-FPÖ-Regierung beurteilt Mitterlehner im „trend“ nüchtern. „In der Politik sind keine Wunder möglich. Eine 14-Milliarden-Steuerreform wird aufgrund der Schulden der Republik und des Wirtschaftswachstums nicht erfüllbar sein.“

Entscheidend für die Performance der neuen Regierung werde aber sein, ob es gelinge, Erwartungshaltungen zu brechen, etwa bei der geplanten Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen. Überwinde man hier den Widerstand der Länder, sei das „symbolisch weit bedeutender“. Ähnliches gelte beim Zwölfstundentag. „Gelingt es, die Sozialpartnerschaft mit ihrer verkrusteten Beharrlichkeit aufzubrechen, wird beim Wähler der Eindruck eines neuen Stils ankommen.“

Sport

Fußball: Manchester City setzt neue Maßstäbe

In seinem zweiten Jahr als Trainer von Manchester City hat Josep Guardiola sein Team endgültig da, wo er es haben will. Die Handschrift des 46-jährigen Startrainers wird immer deutlicher. Die „Citizens“ setzen in der Premier League neue Maßstäbe und stellten gestern mit ihrem 15. Sieg in Serie einen neuen Rekord auf.

In seiner Spielweise erinnert ManCity frappant an den FC Barcelona und Bayern München - die vorigen Trainerstationen Guardiolas. Mit Selbstzufriedenheit darf die abgeschlagene Konkurrenz aber nicht rechnen. „Das wird nie passieren“, stellte Guardiola klar.

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Radsport: Froome beteuert Unschuld

Nachdem bei Radsuperstar Chris Froome ein deutlich erhöhter Wert eines Mittels gegen Asthma festgestellt worden ist, will der Brite nichts von einem Fehlverhalten wissen. „Ich habe keine Regeln gebrochen“, sagte er in einem Interview. Dass der 32-Jährige vom Radsportweltverband (UCI) nur zu einer Erklärung aufgefordert und nicht gesperrt wurde, stößt unterdessen auch auf Unverständnis.

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ZIB2

Niki Lauda live im Studio zu seinem Niki-Übernahmeangebot

Die Fluggesellschaft Niki steht zwischen Auflösung und Rettungsversuchen. Nach dem überraschenden Ausstieg der Lufthansa sind die Schalter geschlossen. Die etwa eintausend Mitarbeiter sind höchst verunsichert und zehntausende Passagiere warten auf eine alternative Verbindung. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Sowohl Condor vom britischen Reiseveranstalter Thomas Cook als auch Niki Lauda selbst können sich vorstellen Niki zu übernehmen. Dazu ist Niki Lauda live zu Gast.

Livebericht vom Endspurt der Koalitionsverhandlungen

Die Koalitionsverhandlungen sind auf der Zielgeraden. Ab 19 Uhr kommen noch einmal die Chefverhandler von ÖVP und FPÖ im Palais Epstein zusammen. Offizielles Ende gibt es keines, aber eine Einigung bis morgen ist wahrscheinlich. Dazu ein Livebericht zum aktuellen Stand der Verhandlungen.

Wie Krebshilfe-Präsident Rauchverbotsende bekämpfen will

Die FPÖ hat der ÖVP beim Thema Rauchen ihre Linie aufgezwungen: Das geplante generelle Rauchverbot in der Gastronomie fällt nun doch. Warnungen von Ärzten, Krebs-Statistiken, der Schutz von Beschäftigten in der Gastronomie, das alles scheint die Verhandler letztlich wenig beeindruckt zu haben. Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda spricht von einem "Verbrechen an der Menschheit“.

Türkei errichtet Sicherheitszone

Nach mehr als sechs Jahren ist der Bürgerkrieg in Syrien zwar nicht zu Ende. Dennoch haben die Kampfhandlungen deutlich nachgelassen. Nachbarstaaten wie etwa die Türkei wollen nun ihren Einfluss geltend machen. Die türkische Armee hat vor einem guten Jahr den IS aus Teilen Nordsyriens vertrieben und in der Region von Jarablus eine Sicherheitszone etabliert. Die ZIB2 mit einer Reportage.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Hollywood: Disney kauft 21st Century Fox

Es ist eine Übernahme, die jeden erdenklichen Superlativ verdient und Hollywood und die Filmbranche weltweit verändern wird: Der Disney-Konzern, bereits jetzt der global größte Filmproduzent, übernimmt die Nummer drei 21st Century Fox. Das wird zu einer weiteren Konzentration in der gesamten Branche, die derzeit von Missbrauchsvorwürfen erschüttert wird, führen. Medienmogul Rupert Murdoch kann sich über den Kaufpreis von 52 Milliarden Dollar (44,3 Mrd. Euro) freuen.

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EU will Kosten für Postversand drücken

Die EU-Kommission soll künftig die Portotarife für Pakete innerhalb Europas zum direkten Vergleich im Internet veröffentlichen - in der Hoffnung auf sinkende Preise. Darauf einigten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments heute.

Der Internethandel boome zwar gerade zur Weihnachtszeit, sagte der deutsche Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU). Doch zu hohe grenzüberschreitende Zustellkosten verhinderten, dass das Potenzial ausgeschöpft werde. „Wie kann es sein, dass ein Päckchen von Brüssel nach Aachen 16 Euro kostet, während ein Paket von München nach Berlin lediglich 3,89 Euro kostet?“ Es könne „nicht sein, dass in Europa einige schwarze Schafe Mondpreise für die Zustellung verlangen“.

Transparenz werde helfen, die Preisunterschiede einzuebnen, hoffen die EU-Unterhändler. Darüber hinaus sollen Aufsichtsbehörden mehr Kompetenzen bekommen, den Paketmarkt zu überwachen. Paketdienstleister müssen nationalen Behörden mehr Informationen zur Verfügung stellen.

Saudi-Arabien: Milliardenpaket für Privatwirtschaft

Mit einem Milliardenpaket will Saudi-Arabien die Privatwirtschaft des ölreichen Königreichs fördern. Das von König Salman angeordnete Programm hat einen Umfang von 72 Milliarden saudischen Rial (rund 16 Mrd. Euro), wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA heute berichtete.

Es sollen unter anderem fast 14 Milliarden Rial in die Bauwirtschaft fließen, zehn Milliarden sind für die Förderung privater Unternehmen gedacht. Für strauchelnde Firmen stünden 1,5 Milliarden Rial bereit. Für die Finanzierung von Exporten stellt die Regierung fünf Milliarden zur Verfügung. Unklar ist, über welchen Zeitraum das Programm läuft.

„Vision 2030“

Das Königshaus erklärte, mit dem Paket solle die Wirtschaft gemäß der „Vision 2030“ angekurbelt werden. Das von Kronprinz Mohammed bin Salman verantwortete ehrgeizige Reformprogramm sieht vor, die saudische Wirtschaft unabhängiger von Öleinnahmen zu machen.

König Salman hatte gestern in einer Rede vor dem Schura-Rat des Landes gesagt, die Privatwirtschaft sei ein Partner bei der Entwicklung des Königreichs. Im November hatte eine Verhaftungswelle unter führenden Persönlichkeiten, darunter Unternehmer, Unruhe in Saudi-Arabien ausgelöst. Ihnen wird Korruption vorgeworfen.

Das Königreich erzielt mehr als 40 Prozent seiner Wirtschaftsleistung aus der Ölförderung. Die von großen Unternehmen geprägte Privatwirtschaft steht im Schatten des öffentlichen Sektors und ist stark von Staatsausgaben abhängig.

Probleme mit Post beschäftigen Bundesländer

In Wernberg in Kärnten haben heute Früh Mitglieder einer Bürgerinitiative gegen das Postverteilzentrum protestiert, das seit Juni in Betrieb ist. Sie kritisierten den starken Verkehr, den Lärm bei Ladevorgängen und dass es in der Nacht so hell sei, dass man kaum schlafen könne.

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In Bürmoos in Salzburg wird unterdessen kritisiert, dass in manchen Ortsteilen seit zwei Wochen keine Briefe mehr zugestellt worden seien, so Bürgermeister Peter Eder (SPÖ). Bei der Post verweist man auf Krankenstände und Personalmangel im ganzen Bezirk.

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Auch in Vorarlberg waren Zustellprobleme heute Thema in der Aktuellen Stunde im Landtag. Neben Rücktrittsaufforderungen an das Postmanagement gab es auch mögliche Lösungsansätze.

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Chronik

Kleinflugzeug in Süddeutschland abgestürzt

Nahe dem unweit von der Vorarlberger Grenze gelegenen Waldburg (deutsches Bundesland Baden-Württemberg) ist heute Abend ein Kleinflugzeug abgestürzt. Das bestätigte das Polizeipräsidium Konstanz auf Anfrage des ORF-Landesstudios Vorarlberg.

Nach Angaben der deutschen Polizei waren drei Menschen an Bord der Cessna 510. Das Geschäftsflugzeug ging den Angaben zufolge in einem Waldstück bei der Ortschaft Sieberatsreute zu Boden. Zeugen alarmierten die Polizei. Örtliche Medien berichteten von mehreren Toten. Das bestätigte die Polizei zunächst nicht.

Das Flugzeug war den Angaben zufolge in Frankfurt am Main gestartet und hatte das Flugziel Friedrichshafen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot an der Unfallstelle im Einsatz. Augenzeugen berichteten von einer Suchstaffel mit Hunden.

Schulbus kollidiert mit Zug: Vier Kinder in Frankreich tot

Beim Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Zug in Südfrankreich sind vier Kinder und Jugendliche ums Leben gekommen. Vonseiten der Polizei war heute Abend außerdem von 19 Verletzten die Rede. Der Unfall ereignete sich an einem Bahnübergang in dem Ort Millas westlich von Perpignan.

Zugunglück in Frankreich

APA/AP/France Bleu/Matthieu Ferri

Der Regionalzug erfasste den Schulbus am Heck. Die französische Verkehrsministerin Elisabeth Borne sprach auf dem Kurznachrichtendienst Twitter von einem „schrecklichen Unfall“. Die Ministerin sowie Regierungschef Edouard Philippe und Vertreter der französischen Bahngesellschaft SNCF begaben sich an den Unfallort. Er liegt in den östlichen Pyrenäen, in der Nähe der Grenze zu Spanien.

Unbekannter schenkt deutschem Hospiz 50.000 Euro

Ein Mann hat im deutschen Wolfsburg einen Briefumschlag mit 50.000 Euro in großen Scheinen an ein Hospiz verschenkt. Der anonyme Spender übergab das Geld am Dienstag in der Redaktion der Zeitung „Wolfsburger Nachrichten“ mit dem Hinweis, dass es für die Einrichtung bestimmt sei. „Natürlich ist das das schönste Weihnachtsgeschenk, das wir uns vorstellen können“, sagte der Geschäftsführer des Hospizvereins, Lucas Weiß, heute.

Erinnerungen an „Wunder von Braunschweig“

„Wir wurden von der Redaktion über die Spende informiert“, sagte Weiß. Am selben Tag habe die Übergabe stattgefunden, und mittlerweile sei das Geld bei einer Bank eingezahlt. Einen Plan, was mit der überraschenden Spende passieren soll, gibt es bereits. „Wir werden zwei spezielle Niedrigbetten anschaffen, die für sturzgefährdete Gäste wichtig sind“, sagte Weiß. Die restliche Summe diene als Rücklage der strategischen Weiterentwicklung und dem Ausbau der Qualität.

Viele Menschen in der Region fühlen sich an eine Serie von Spenden erinnert, die als „Wunder von Braunschweig“ sogar international Schlagzeilen machte. Dabei hatte ein unbekannter Wohltäter von 2011 an einige Jahre Umschläge mit 500-Euro-Scheinen für soziale Zwecke verteilt. Meist lag ein Zeitungsartikel bei, der auf den Verwendungszweck hinwies.

Kultur

Die Romane für den Gabentisch

Mehr als 10.000 Bücher erscheinen alleine im deutschsprachigen Raum pro Saison - eine Auswahl tut not. Die Redaktion von ORF.at hat deshalb einmal mehr eine Liste der packendsten, berührendsten und lustigsten Lektüren der letzten Monate zusammengestellt. Bei den Romanen finden sich große Namen von Paulus Hochgatterer bis Richard Ford, von Juli Zeh bis Elena Ferrante - und wie immer auch Neuentdeckungen und Geheimtipps. Kinder- und Jugendbuchempfehlungen für Weihnachten folgen morgen.

Mehr dazu in Von magisch bis historisch

„Meine schöne innere Sonne“: Binoche sucht die Liebe

Eine französische Komödie über eine Frau um die 50, die die Liebe sucht: Diese Beschreibung allein klingt nicht aufsehenerregend. Dass es aber auch und vor allem die körperliche Liebe ist, um die es der Heldin geht, zeichnet „Meine schöne innere Sonne“ („Un beau soleil interieur“) dann doch aus.

Juliette Binoche

Polyfilm

Isabelle ist Künstlerin und wird gespielt von Juliette Binoche, die einen Großteil der Handlung in Minirock und hochhackigen Overknee-Stiefeln bestreitet - wenn sie nicht gerade nackt ist wie in der mutigen Bettszene zu Beginn des Films.

Regie führte eine der bedeutendsten zeitgenössischen Regisseurinnen, Claire Denis („Beau Travaille“, „Nenette et Boni“), deren ästhetischem Einfühlungsvermögen es wohl zu verdanken ist, dass Binoche im Film einiges wagt.

Verfilmung eines philosophischen Traktats

Die Handlung von „Meine schöne innere Sonne“ bleibt stets fragmentarisch, springt quer durch Zeiten und Orte, Denis beobachtet Isabelle im Umgang mit ihren Liebhabern: einem überheblichen Banker (Xavier Beauvois), einem Schauspieler (Nicolas Duvauchelle), einem sensiblen Künstler (Alex Descas) und einem Arbeiter (Paul Blain).

Diese Sprunghaftigkeit schuldet sich auch der ungewöhnlichen Vorlage des Films, dem 1977 erschienenen Essayband des französischen Philosophen Roland Barthes, „Fragmente einer Sprache der Liebe“.

Wie schon für ihren Film „L’intrus“ aus dem Jahr 2004 verwendet Denis auch hier ein philosophisches Werk, aus dessen Gedankengebäude sie die filmische Erzählung zimmert: ein ungewöhnliches Vorgehen, das im Fall von „L’intrus“ atmosphärisch wunderbar funktionierte.

Überraschendes Cameo

In „Meine schöne innere Sonne“ ist das Ergebnis nicht ganz so überzeugend. Oft wirkt es, als würde Binoche absurde Theatermonologe rezitieren, Haltungen ausprobieren wie auf einer Bühne, was daran liegen mag, dass der Film mit geringem Budget in nur fünf Wochen abgedreht wurde. Ein spannendes Experiment bleibt er allemal und wartet gegen Ende mit einem reichlich bizarren Gastauftritt eines Starschauspielers auf.

Science

Panorama

Indien: Glücksminister wegen Mordes gesucht

Ausgerechnet nach dem Glücksminister des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh wird laut Polizei in Zusammenhang mit einem Mord gefahndet.

Der 53-jährige Lal Sing Arya ist abgängig, nachdem ein Gericht am Dienstag seine Verhaftung anordnete. Er ist laut der Nachrichtenagentur AFP einer der Verdächtigen im Fall eines 2009 ermordeten Oppositionspolitikers. Der Minister hat in der Vergangenheit entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen.

Zweitgrößter Bundesstaat

Madhya Pradesh ist der einzige indische Bundesstaat mit einem eigenen Glücksministerium. In dem zweitgrößten indischen Bundesstaat leben mehr als 70 Millionen Menschen.

Die hindu-nationalistische Partei Bharatiya Janata schuf im Sommer des Vorjahres das Ressort, um „das Glück und die Toleranz seiner Bürger“ zu gewährleisten, indem eine Umgebung geschaffen wird, „die es den Menschen ermöglicht, ihr eigenes Potenzial und Wohlbefinden zu verwirklichen“, wie es damals hieß.

Arya leitet neben dem Gesundheitsministerium fünf weitere Ministerien, darunter jenes für Verwaltung, Soziales und Luftfahrt. Für nächste Woche hat das Gericht eine Anhörung mit Arya angesetzt. Die Polizei zeigte sich zuletzt zuversichtlich, den gesuchten Glücksminister bis dahin ausfindig machen zu können.