Ausland

Afghanistan: Angriff auf Hilfsorganisation Save the Children

Unbekannte haben in der ostafghanischen Stadt Jalalabad das Büro der internationalen Hilfsorganisation Save the Children (Rettet die Kinder) angegriffen. Das bestätigte der Regierungssprecher der Provinz Nangarhar, Attaullah Khogyani, heute Vormittag. Rund 100 Personen sollen im Büro arbeiten.

Gegen 9.00 Uhr (Ortszeit) habe es vor dem Gebäude eine Explosion gegeben, sagte er. Dabei seien auch einige Autos in Flammen aufgegangen. Man befürchte Opfer. Ein Mitglied des Provinzrats, Nasrullah Murad, sagte, dass nach der Explosion Angreifer in das Haus eingedrungen seien. Bisher wisse man von elf Verletzten. Diese seien schon in ein Krankenhaus gebracht worden. Gefechte seien noch im Gang.

Save the Children ist eine der größten Hilfsorganisationen in Afghanistan. Die NGO arbeitet seit Jahrzehnten in vielen Provinzen und hilft vor allem Kindern und Müttern in den Bereichen Gesundheit und Bildung.

EU-Kommissar verlangt Solidarität bei Flüchtlingsverteilung

In den Verhandlungen über Europas Asylreform hat EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos die anhaltende Weigerung osteuropäischer Staaten kritisiert, Flüchtlinge aufzunehmen. „Das ist inakzeptabel“, sagte Avramopoulos vor dem morgigen Treffen der EU-Innenminister in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

„Alle Länder sollten Teil unserer Politik sein, die Last dieses großen Drucks zu teilen.“ Avramopoulos warnte die osteuropäischen Ländern, sie könnten selbst eines Tages Ziel großer Zahlen von Flüchtlingen werden. „Heute sind es Italien, Griechenland, Spanien und ein bisschen Bulgarien. Aber die Situation ist stark im Fluss. Es könnten auch Menschen Grenzen in Nordosteuropa überqueren.“

Keine Reform von Dublin-Regeln in Sicht

Laut der bisherigen EU-Asylgesetzgebung sind die Länder an den EU-Außengrenzen für ankommende Flüchtlinge verantwortlich. Denn nach den Dublin-Regeln müssen Asylanträge in dem EU-Land bearbeitet werden, in dem die Flüchtlinge zuerst Boden betreten. „Dublin, wie wir es kennen, ist tot“, stellte Avramopoulos allerdings fest. Es sei wichtig, sich bald auf neue Asylregeln zu einigen. „Hoffen wir, dass Europa in den kommenden fünf Monaten in der Lage ist, ein neues Dublin zu verabschieden.“

Pläne dafür sehen vor, bei hohen Ankunftszahlen automatisch eine Umverteilung auf andere EU-Staaten einzuleiten. Osteuropäische EU-Staaten lehnen das strikt ab, weil sie keine Flüchtlinge aus den aktuellen Hauptankunftsländern Italien oder Griechenland aufnehmen wollen. Die Reform kommt deshalb seit Monaten nicht voran.

CIA: Nordkorea arbeitet an großem Atomwaffenarsenal

Nordkorea arbeitet nach Einschätzung des US-Geheimdienstes CIA am Aufbau eines umfassenden und zuverlässig einsatzfähigen Atomwaffenarsenals. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un wolle die Kapazitäten entwickeln, mehrere Atomraketen gleichzeitig abfeuern zu können, sagte CIA-Chef Mike Pompeo gestern in einer Rede in Washington. Es gehe nicht lediglich darum, mit einem einzelnen erfolgreichen Test einer Atomrakete die militärische Macht vorzuführen.

Pompeo nimmt zudem an, dass Kim mit der Entwicklung von Atomwaffen noch viel mehr erreichen will, als die USA zu bedrohen und seine eigene Macht abzusichern. Sein Ziel sei die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel „unter seiner Herrschaft“.

Kim und US-Präsident Donald Trump hatten sich in den vergangenen Monaten ein mit persönlichen Beleidigungen gespicktes Wortgefecht geliefert, das Ängste vor einem Atomkrieg nährte. Seit Jahresbeginn kam jedoch diplomatische Bewegung in den Konflikt. Erstmals seit mehr als zwei Jahren trafen sich Regierungsvertreter aus Nord- und Südkorea zu direkten Gesprächen.

Dabei kündigte Nordkorea seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar an. Außerdem verständigten sich die seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten auf Schritte zur militärischen Deeskalation.

Türkische Offensive in Afrin: 5.000 Menschen geflohen

Bei der türkischen Militäroffensive in der nordsyrischen Region Afrin sind nach Armeeangaben mindestens 260 Kämpfer der Kurdenmiliz YPG sowie des IS getötet worden. Die Operation in Afrin gehe auch am vierten Tag wie geplant voran, erklärte das Militär am Dienstag. Nach UNO-Schätzungen waren in den vergangenen Tagen rund 5.000 Menschen aus der kurdischen Enklave in umliegende Dörfer geflohen.

Weitere 1.000 Menschen seien in Viertel der syrischen Stadt Aleppo vertrieben worden, sagte UNO-Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag. Humanitäre Helfer seien sehr besorgt über das Schicksal von rund 324.000 Menschen in der Region, die von der YPG kontrolliert wird. Mehrere dieser Zivilisten seien in vergangenen Tagen getötet worden, sagte Dujarric.

Trump telefoniert mit Erdogan

Die türkische Armee hatte die „Operation Olivenzweig“ am Samstag begonnen und YPG-Stellungen in der Region Afrin mit Artillerie und aus der Luft angegriffen. Am Sonntag folgte eine Bodenoffensive. Der Angriff richtet sich gegen die YPG und die von ihr dominierten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF), die von den USA unterstützt werden. Heute will US-Präsident Donald Trump mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan telefonieren.

Nach Informationen der in Großbritannien ansässigen „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ sind während der türkischen Militäroffensive bisher 23 Zivilisten gestorben. Die Informationen der Stelle sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Mindestens 27 Tote bei Doppelanschlag in Libyen

Bei einem Doppelanschlag in der ostlibyschen Stadt Bengasi sind mindestens 27 Menschen getötet und rund 40 verletzt worden. Einige Verletzte befänden sich in einem kritischen Zustand, hieß es gestern Abend aus dem Krankenhaus.

Kurz nacheinander seien im Ortsteil al-Salmani zwei Bomben in der Nähe einer Moschee explodiert. Wie libysche Medien berichteten, soll dabei auch der Anführer einer lokalen Miliz ums Leben gekommen sein. Wer für den Anschlag verantwortlich ist, war zunächst unklar.

In Bengasi begann 2011 der Aufstand gegen den damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi. In Folge des anschließenden Bürgerkrieges wurde die Stadt jahrelang heftig umkämpft und stand unter der Kontrolle eines Bündnisses aus überwiegend islamistischen Milizen. Im Sommer vergangenen Jahres übernahm der mächtige Militärführer Chalifa Haftar mit seinen Truppen die Kontrolle über die wichtige Hafenstadt.

Deutsche Behörden verstärkten Handyüberwachung

Deutsche Sicherheitsbehörden nutzen einem Medienbericht zufolge vermehrt Handydaten, um Verdächtige zu orten. Das geht aus einer Antwort der deutschen Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem „Handelsblatt“ (Mittwoch-Ausgabe) vorliegt. Der Verfassungsschutz verschicke sehr viel mehr sogenannte stille SMS, um Personen zu orten.

Im zweiten Halbjahr 2017 habe der deutsche Inlandsgeheimdienst rund 180.000 solcher heimlichen Nachrichten an Mobiltelefone von Verdächtigen versandt. Im Vorjahreszeitraum setzte die Behörde dieses Ermittlungsinstrument etwa 144.000 Mal ein.

Bundeskriminalamt dehnt Überwachung aus

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) nutze die Fahndungsmethode demnach stärker: Das BKA habe in den vergangenen sechs Monaten des Jahres 2017 fast 22.000 solcher Kurzmitteilungen versandt - rund 5.000 mehr als im zweiten Halbjahr 2016. Auch bei Funkzellenabfragen sei die Überwachung ausgedehnt worden. Der Netzbetreiber gibt dabei auf Anfrage alle Handynummern heraus, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Funkzelle eingebucht waren.

Das BKA habe in der zweiten Jahreshälfte 2017 insgesamt 376 Mal davon Gebrauch gemacht, ein Jahr zuvor nur einmal. Die Bundespolizei nutze den sogenannten Imsi-Catcher zum Abhören von Telefongesprächen besonders häufig - 61 Mal kam das Überwachungsinstrument zuletzt zum Einsatz (2016: acht Fälle).

Trump hat Macron zu Besuch ins Weiße Haus eingeladen

US-Präsident Donald Trump hat den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron für dieses Jahr zu einem Staatsbesuch in die USA eingeladen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, wie ein US-Vertreter gestern sagte. Das Verhältnis der beiden Politiker gilt als gut trotz zahlreicher Differenzen in zentralen Fragen wie etwa dem Klimaschutz.

So hatte Macron scharfe Kritik an der Entscheidung des US-Präsidenten gegen das Pariser Klimaschutzabkommen geübt. Trump hatte im Juni vergangenen Jahres den Ausstieg aus dem Pariser Abkommen angekündigt. Macron und Trump haben sich bereits mehrmals getroffen.

Inland

Tschetschenische Familie nach Moskau abgeschoben

Seit Jahren im Land, integriert und der Sprache mächtig - das alles ist kein Bleibegrund. Gestern wurden 31 russische Staatsangehörige nach Moskau ausgeflogen, darunter eine sechsköpfige Familie tschetschenischer Herkunft, deren Kinder sich in Österreich längst heimisch fühlten.

Daran hatte sich schwere Kritik entzündet: NGOs, Politiker und Freunde hatten sich für ein Bleiberecht starkgemacht, obwohl kein positiver Asylbescheid vorlag. Widerstand gab es zuletzt auch gegen Abschiebungen ausländischer Lehrlinge, die gerade in Mangelberufen von der Wirtschaft gebraucht werden.

Mehr dazu in FPÖ verweist auf rechtmäßige Verfahren

Sport

Olympia: Graz/Schladming wollen Spiele 2026

Die steirischen Städte Graz und Schladming wollen sich als Initiative „Austria 2026“ für die Olympischen Winterspiele 2026 bewerben. Doch die Zeit drängt. Die Bewerbung muss bis Ende März in Form eines „Letter of Intent“ an das Internationale Olympische Komitee (IOC) angemeldet werden.

Punkten wollen Graz und Schladming mit niedrigen Kosten. „Wir sagen Nein zu Gigantomanie ohne nachhaltige Nutzung“, sagte Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter gestern. Gesetzt wird auf großteils vorhandene Infrastruktur, unter anderem auch in Bayern.

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Australian Open: Nadal muss gegen Cilic aufgeben

Nach fast vier Stunden Spielzeit hat Rafael Nadal gestern im Viertelfinale der Australian Open gegen Marin Cilic aufgeben müssen. Die Nummer eins der Welt aus Spanien und der als Nummer sechs gesetzte Kroate hatten sich einen hochklassigen Kampf geliefert, ehe Nadal ab dem vierten Satz von einer Verletzung geplagt wurde und im Entscheidungssatz schließlich das Handtuch werfen musste. Cilic trifft im Semifinale auf Sensationsmann Kyle Edmund, der die Nummer drei Grigor Dimitrow eliminiert hatte.

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Ski alpin: ÖSV-Damen weiter ohne RTL-Podest

Die Österreicherinnen kommen im Riesentorlauf nicht in Schwung. Beim Weltcup auf dem Kronplatz in Italien gab es gestern die nächste Enttäuschung. Stephanie Brunner kam als beste und einzige der ÖSV-Damen mit einem Rückstand von weniger als drei Sekunden ins Ziel.

Seit nunmehr 16 Rennen warten die Österreicherinnen im Riesentorlauf auf einen Podestplatz. Grund zum Jubeln hatte Viktoria Rebensburg, die in Südtirol ihren dritten Saisonsieg einfuhr.

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Wirtschaft

Car2Go und DriveNow sollen fusioniert werden

Die Autobauer Daimler und BMW wollen einem Bericht zufolge ihre Carsharing-Dienste zusammenlegen. Die Verhandlungen seien auf der Zielgeraden, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe) berichtete. Die Sprecher der beiden Dienste wollten den Bericht nicht kommentieren.

Der „FAZ“ zufolge sollen die Marken DriveNow und Car2Go erhalten bleiben, die Technik im Hintergrund allerdings fusioniert werden. Außerdem solle eine gemeinsame Internetplattform die Dienste für die Kunden bündeln.

Bei beiden Diensten können die Kunden Fahrzeuge per Smartphone-App mieten und überall in Städten abstellen. Beide Dienste sind auch in Wien aktiv.

Starkes Wachstum im vergangenen Jahr

Car2Go, das vor drei Jahren von Daimler gegründet wurde, konnte seine Kundenzahl nach eigenen Angaben vergangenes Jahr um 30 Prozent auf knapp drei Millionen Kunden weltweit steigern.

DriveNow, das wiederum ein Gemeinschaftsunternehmen des Autovermieters Sixt und von BMW ist, zählte zum Jahreswechsel knapp über eine Million Kunden europaweit. Das seien 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Über Fusionsverhandlungen der beiden Dienste gab es im vergangenen Jahr immer wieder Berichte.

Gewinneinbruch bei US-Chipkonzern Texas Instruments

Der US-Chipkonzern Texas Instruments (TI) hat mit einem deutlichen Gewinneinbruch zu kämpfen. Im vierten Quartal sei der Überschuss im Vorjahresvergleich um 67 Prozent auf 344 Millionen Dollar (rund 281 Mio. Euro) gefallen, teilte der Infineon-Rivale aus Dallas gestern mit. Der Nettoumsatz erhöhte sich um zehn Prozent auf 3,75 Milliarden Dollar.

Vor allem die robuste Nachfrage von Kunden aus der Industrie und der Autobranche trug dazu bei. Allerdings war es der schwächste Umsatzzuwachs seit vier Quartalen. Im nachbörslichen Handel fiel die TI-Aktie um fast sieben Prozent.

TI gilt als Branchenbarometer, weil der Konzern Chips für eine Vielzahl von Produkten herstellt, etwa für Haushaltsgeräte, Fahrzeugsteuerungen, Unterhaltungselektronik und Industrieerzeugnisse.

Japans Exporte zogen auch im Dezember an

Die japanischen Exporte sind auch im Dezember gestiegen. Wie das Finanzministerium des Landes heute mitteilte, betrug das Plus gegenüber dem Vorjahr 9,3 Prozent. Vor allem die Nachfrage aus China und anderen asiatischen Staaten war groß.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von 10,1 Prozent gerechnet, nachdem die japanischen Ausfuhren im November um 16,2 Prozent angezogen hatten. Die Importe legten im Berichtsmonat um 14,9 Prozent zu - etwas mehr als von Experten erwartet.

Die Wirtschaft des asiatischen Landes zieht seit sieben Quartalen in Folge an. Insbesondere die florierende Exportwirtschaft und eine rege Investitionstätigkeit sorgen für Schub.

Weltwirtschaftsforum startet mit Warnung vor Abschottung

Mit Warnungen vor der zunehmenden Abschottung einzelner Staaten hat in Davos in der Schweiz das Weltwirtschaftsforum (WEF) begonnen. „Die Kräfte des Protektionismus erheben ihre Köpfe gegen die Globalisierung“, sagte Indiens Regierungschef Narendra Modi gestern in seiner Eröffnungsrede. Er verwies auf neue Zölle sowie stockende Verhandlungen bei internationalen Handelsverträgen.

Modi stellte sich damit deutlich gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump, dessen Regierung erst zu Wochenbeginn neue Strafzölle auf Waschmaschinen und Solarpaneele bekanntgegeben hatte.

Der Schweizer Präsident Alain Berset sagte: „Misstrauen vor Multilateralität und Freihandel verstärkt bestehende Klüfte und vertieft sie noch.“ Wer sich vor Zusammenarbeit fürchte, ziehe sich aus der Welt zurück, so Berset. „Furcht ist kein Treibstoff für Innovationen.“

Rede Trumps am Freitag

Trump wird am Donnerstag in Davos erwartet. Seine Rede ist zum Abschluss der viertägigen Tagung am Freitag geplant. Gerätselt wird in Davos, was Trumps genaue Botschaft sein wird. Das Weltwirtschaftsforum selbst hat sich den weltweiten Freihandel auf die Fahnen geschrieben.

Insgesamt diskutieren in dem Schweizer Alpenort mehr als 3.000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unter dem Motto „Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrissenen Welt“.

Modi kritisiert mangelnden Willen im Kampf gegen Klimawandel

Modi nannte außer wachsendem Protektionismus und internationalem Terrorismus den mangelnden Willen im Kampf gegen den Klimawandel als größte Gefahr heutzutage: „Wir haben die Natur ausgenutzt.“

Zwar sprächen alle davon, den Ausstoß schädlicher Emissionen zu senken. Aber nur wenige Regierungen seien wirklich willens, klimafreundliche Technologien mit Schwellen- und Entwicklungsländern zu teilen. Damit distanzierte sich Modi auch bei diesem Thema von Trump, der etwa aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen will.

Blackstone-Chef lobt Trump

Unterstützung für den Kurs des US-Präsidenten kam indes vom einflussreichen Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone, Steven Schwarzman. Das mache die Vereinigten Staaten wettbewerbsfähiger.

„Die USA sind der ‚place to be‘ in der entwickelten Welt“, sagte Schwarzman. Er erwarte, dass viele Konzerne nun im Land investierten. Trump hatte die Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent gesenkt.

Chronik

Touristen warten seit Tagen in Höhle auf Rettung

Die sieben Touristen und ihr Führer, die seit Sonntag in einer Höhle in der Schweiz durch Hochwasser vom Rückweg abgeschnitten sind, müssen noch einige Tage auf ihre Rettung warten. Die Männer im Alter von 25 bis 55 Jahren werden das Höhlensystem im Muotatal frühestens am Wochenende verlassen können, wie die Polizei gestern Abend mitteilte.

Wegen der jüngsten starken Regenfälle und der aktuellen Wetterlage sei eine Bergung erst dann möglich. Die sieben Schweizer und ihr Führer seien aber wohlauf. Einsatzkräfte sollen in den kommenden Tagen Versorgungsmaterial ins Biwak der in der Höhle Eingeschlossenen bringen.

Die Touristen waren am Samstagmorgen zu ihrer Tour aufgebrochen und hätten am späteren Sonntagnachmittag die Höhle wieder verlassen sollen. Im Verlauf der Nacht zeichnete sich ab, dass es Hochwasser gibt, das den Rückweg versperrt. Das Hölloch ist mit mehr als 200 erforschten Kilometern eines der größten Höhlensysteme der Welt.

Zwei Tote nach Schüssen an High School in Kentucky

Ein 15-Jähriger hat gestern an einer Schule in Kentucky in den USA einen Jugendlichen und ein Mädchen erschossen. Beide Opfer sind ebenfalls 15 Jahre alt, sagte Matt Bevin, Gouverneur des US-Bundesstaates, bei einer Pressekonferenz. 19 weitere Personen wurden bei dem Verbrechen im Gebäude der Marshall County High School verletzt. 14 von ihnen erlitten Schusswunden.

Der Schütze wird sich des Mordes und des versuchten Mordes verantworten müssen, führte Bevin weiter aus. Über das Motiv des Täters wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Mindestens drei Schüler seien mit Hubschraubern ins Krankenhaus gebracht worden, berichtete der Lokalsender Fox17. Der Schütze, ein Schüler, ist von einem Polizisten festgenommen worden, teilte die Kentucky State Police auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

IT

Intel warnt vor eigenem Sicherheitsupdate

Nach dem Bekanntwerden zweier Sicherheitslücken bei praktisch allen Prozessoren des Chipherstellers Intel hat der US-Konzern jetzt einen Rückschlag bei der Problembehebung erlitten. Wie das Unternehmen in der Nacht auf gestern bestätigte, sorgt die eigene Sicherheitsaktualisierung für häufige Abstürze. Betroffen sind diesmal jedoch nicht alle Anwender, Aktualisierungen für das Betriebssystem sollten - schon allein aufgrund der Schwere der Schwachstelle - weiterhin installiert werden. Der zuletzt stark unter Druck geratene Chiphersteller arbeitet mittlerweile an einem Update für das Update.

Mehr dazu in Betriebssystem nicht betroffen

Videos von „Waschmittelmutprobe“ sollen gelöscht werden

Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) will Videos aus dem Internet löschen lassen, in denen Jugendliche Waschmittelkapseln zerbeißen. Dafür arbeite P&G mit Sozialen Netzwerken zusammen, erklärte Finanzdirektor Jon Moeller gestern. Jugendliche betrachten es derzeit als eine Art Mutprobe, vor laufender Kamera eine Waschmittelkapsel der Marke Tide von P&G in den Mund zu stecken und zu zerbeißen.

Videos verbreiten sich in Sozialen Netzen

Videos davon verbreiteten sich in den vergangenen Wochen in Sozialen Netzwerken. Seit Jahresbeginn wurden in Notaufnahmen in den USA nach Angaben des Verbands der Giftnotrufzentralen 86 "absichtliche Kontakte" von Jugendlichen mit dem Waschmittel festgestellt.

„Wir können nicht oft genug sagen, wie gefährlich das für die Gesundheit ist“, warnte der Verband. Der Waschmittelverzehr könne zu Anfällen, Lungenödemen, Atemstillstand, Koma und sogar zum Tod führen.

P&G-Finanzdirektor Moeller sagte, der Konzern habe bereits strenge Sicherheitsvorkehrungen und „klare“ Warnhinweise auf den Waschmittelpackungen. „Absichtlichen Missbrauch“, der durch „schlechtes Urteilsvermögen und den Wunsch nach Beliebtheit unter Gleichaltrigen“ befeuert werde, könne das aber nicht verhindern.

Science

US-Astronauten absolvierten Reparatureinsatz an ISS

Zwei US-Astronauten haben gestern einen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation (ISS) erfolgreich abgeschlossen. Der rund siebeneinhalbstündige Weltraumspaziergang diente der Reparatur des Teleskoparms, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. Der Einsatz wurde von der NASA live übertragen.

Die Ingenieure Mark Vande Hei und Scott Tingle beendeten ihren Weltraumspaziergang gegen 19.13 Uhr (MEZ). Dabei ersetzten sie einen von zwei zusätzlichen Greifern an dem Roboterarm. Mit dem Roboterarm werden die unbemannten Raumtransporter herangeholt, die Nachschub für die ISS bringen.

Es war bereits das zweite Mal binnen drei Monaten, dass der 17 Meter lange „Canadarm2“ aus kanadischer Produktion eine Reparatur benötigte. Zuletzt waren dazu im Oktober zwei Außeneinsätze nötig. Ein weiterer ist für Montag geplant. Dann soll der Japaner Norishige Kanai den Amerikaner Hei unterstützen.

Kaiserschnitt: Weniger Inkontinenz, mehr Fehlgeburten

Rund 25.000 Kinder kommen in Österreich jährlich durch einen Kaiserschnitt auf die Welt, das ist knapp ein Drittel aller Entbindungen. Eine internationale Studie hat nun die langfristigen Vor- und Nachteile eines Kaiserschnitts verglichen und kommt zu einem differenzierten Bild: Frauen leiden nach einem Kaiserschnitt seltener an Inkontinenz, dafür steigt das Risiko für Fehlgeburten.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

„Shape of Water“ als Oscar-Favorit

Mit 13 Nominierungen geht „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“ als klarer Favorit ins Oscar-Rennen. Mit acht Nominierungen liegt das Weltkriegsdrama „Dunkirk“ auf dem zweiten Platz, sieben Chancen auf die Trophäe hat die britisch-amerikanische Tragikomödie „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“.

Die Oscar-Verleihung wird aller Voraussicht nach - wie schon die Golden-Globes-Gala Anfang Jänner - im Zeichen der „#MeToo“-Bewegung stehen, auch wenn die Hauptkategorien wieder deutlich männlich dominiert sind. Zumindest eine Frau hat heuer aber schon mit einer Nominierung Geschichte geschrieben.

Mehr dazu in Erstmals Frau für beste Kamera nominiert

US-Schriftstellerin Ursula K. Le Guin gestorben

Die US-Schriftstellerin Ursula K. Le Guin ist tot. Die Science-Fiction- und Fantasy-Autorin starb im Alter von 88 Jahren, wie ihre Familie gestern im Kurzmitteilungsdienst Twitter bekanntgab.

Bekannt ist Le Guin vor allem für ihren „Earthsea“-Zyklus, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und verfilmt wurde. Darin kämpft lange vor dem Weltbestseller „Harry Potter“ ein Zauberlehrling gegen die Mächte des Bösen. In ihrer mehrere Jahrzehnte umspannenden Karriere verfasste sie mehr als 20 Romane, zahlreiche Gedichte, Kurzgeschichten und Kinderbücher. Außerdem war Le Guin als Übersetzerin tätig.

Weitere bekannte Werke sind unter anderem die Romane „Die linke Hand der Dunkelheit“ („The Left Hand of Darkness“, 1969) und „Planet der Habenichtse“ („The Dispossessed“, 1974).

Chilenischer „Antipoet“ Nicanor Parra tot

Der als „Antipoet“ berühmte chilenische Dichter Nicanor Parra ist mit 103 Jahren gestorben. Das bestätigte der chilenische Kulturminister Ernesto Ottone gestern, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete. Parra zählte zu den bedeutendsten Schriftstellern Chiles.

Er wurde mehrfach als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt und gewann 2011 den in Madrid verliehenen Cervantes-Preis, die bedeutendste Literaturauszeichnung der spanischsprachigen Welt. Nicanor Parra veröffentlichte im selben Jahr sein letztes Werk „Antiprosas“.

Der umgangssprachliche Wortschatz und Satzbau sowie die Ironie und die Antihelden in seinen Werken ließen Parra als „Antipoeten“ berühmt werden. „Chile hat einen der größten Schriftsteller seiner Geschichte und eine einzigartige Stimme der westlichen Kultur verloren“, schrieb Staatschefin Michelle Bachelet auf Twitter nach dem Tod Nicanor Parras.

Von der Physik zur Literatur

Parra wurde am 5. September 1914 in San Fabian de Alico geboren, einer kleinen Anden-Ortschaft 400 Kilometer südlich von Santiago de Chile. Er war der Älteste unter fünf Geschwistern, darunter auch die Musikerin Violeta Parra (1917 - 1967).

Er studierte Mathematik und Physik in den USA sowie in Oxford. In den USA nahm er Kontakt zur aufkommenden Beat Generation um den Dichter Allen Ginsberg auf, der die Übersetzung von Parras Werken veranlasste.

Mit „Poemas y antipoemas“ (Gedichte und Gegengedichte) leitete Parra 1954 eine Revolution der spanischsprachigen Dichtung ein, entfernt von den Metaphern und der Sehnsucht nach Perfektion der herkömmlichen Poesie. „Artefactos“ (1972), auf den Sprachtheorien Ludwig Wittgensteins basierend, und „Ecopoemas“ (1982) gehören zu seinen bekanntesten Werken.

Panorama

Schwangere Regierungschefin löst Strickbewegung aus

Mit der Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft hat Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern (37) in ihrer Heimat eine neue Strickbewegung ausgelöst. In Sozialen Netzwerken schlossen sich Leute unter dem Hashtag „#KnitforJacinda“ („#StrickenfürJacinda“) zusammen.

Stricken für den guten Zweck

Den Anfang machte zu Beginn der Woche die Neuseeländerin Heather McCracken im Kurznachrichtendienst Twitter. Dort kündigte sie an, dass sie etwas für Jacindas „Pepi“ stricken wolle. „Pepi“ bedeutet „Baby“ in der Sprache von Neuseelands Ureinwohnern, den Maori. Die Babykleidung aus Handarbeit soll vor allem bedürftigen Kindern in Neuseeland zugutekommen.

Ardern hatte vergangene Woche bekanntgegeben, dass sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten Clarke Gayford ihr erstes Kind erwartet. Das Baby soll im Juni zur Welt kommen. Wenn alles klappt, wird die sozialdemokratische Politikerin damit die erste Regierungschefin seit mehr als einem Vierteljahrhundert, die im Amt Mutter wird.