Ausland

Auch Ungarns Kommissarskandidat noch nicht bestätigt

Nach dem Briten Jonathan Hill muss sich auch der designierte ungarische EU-Kommissarskandidat Tibor Navracsics nach seinem Hearing noch weiteren Fragen der EU-Abgeordneten stellen.

„Zusätzliche schriftliche Fragen an Navracsics vom Kulturausschuss, ich habe mich gegen ihn ausgesprochen“, teilte die deutsche grüne Abgeordnete Helga Trüpel heute via Twitter mit.

Am Montag werde der gesamte Kulturausschuss des EU-Parlaments zu Navracsics noch einmal zusammenkommen, um anschließend eine Bewertung abzugeben, hieß es in Parlamentskreisen. Auch bei der tschechischen designierten EU-Justizkommissarin soll es ein ähnliches Verfahren geben. Vera Jourova war heute nicht vom Justizausschuss des Parlaments bestätigt worden. Auch hier würden schriftliche Fragen nachgereicht, hieß es in Parlamentskreisen.

Kein grünes Licht für EU-Kommissar Hill

Bereits zuvor war der bevorstehende Machtwechsel an der Spitze der EU-Kommission ins Stottern geraten. Nachdem bereits im Vorfeld Kritik am britischen Kandidaten für das Amt des EU-Finanzkommissars laut geworden war, konnte Hill auch bei seiner Anhörung vor den EU-Parlamentariern nicht überzeugen.

Wie gestern Abend bekanntgegeben wurde, wurde Hill „im Ausschuss nicht bestätigt“. Der Brite müsse zu einem zweiten Hearing vor das EU-Parlament. „Es fehlt an Substanz, es ist noch unklar, in welcher Richtung er in Sachen Finanzaufsicht gehen will“, so einer der gegen Hill erhobenen Vorwürfe.

Mehr dazu in „Keine Abstimmung, zweites Hearing“

Secret-Service-Chefin Pierson tritt zurück

Die Chefin des für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service, Julia Pierson, ist nach den jüngsten Sicherheitspannen im Weißen Haus zurückgetreten. Das gab Heimatschutzminister Jeh Johnson gestern in Washington bekannt. Pierson hatte zuvor bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus erklärt, die „volle Verantwortung“ für das Eindringen eines mit einem Messer bewaffneten Mannes in den Präsidentensitz zu übernehmen. Die Vorfälle sollen nun von einer unabhängigen Kommission geprüft werden. Bis zur Ernennung eines neuen Secret-Service-Chefs soll der altgediente Mitarbeiter Joseph Clancy die Geschäfte führen.

Mehr dazu in Reihe von schwerwiegenden Pannen

Weiter Kämpfe um Flughafen von Donezk

Die Waffenruhe in der Ostukraine bleibt fast einen Monat nach ihrem Beginn brüchig. Bei neuen Kämpfen auf dem Flughafen der Großstadt Donezk hätten Regierungskräfte mindestens sieben Separatisten getötet und zehn weitere Aufständische verletzt, sagte ein Armeesprecher heute in Kiew.

Die militanten Gruppen hätten in der Nacht versucht, ein von der Nationalgarde besetztes Terminal zu stürmen. „Im heroischen Kampf haben die Fallschirmjäger diesen Angriff abgewehrt“, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat.

Separatisten sehen sich vor Erfolg

Die prorussischen Aufständischen bestätigten die Kämpfe und sprachen von mehreren Opfern aufseiten der Armee. „Wir kontrollieren bereits 90 Prozent des Flughafens und werden den Rest in zwei, drei Tagen einnehmen“, kündigte Separatistenführer Alexander Sachartschenko an.

In Moskau bekräftigte die russische Justiz, dass gegen ukrainische Regierungsmitglieder ein Verfahren wegen „Kriegsverbrechen“ eingeleitet worden sei. Betroffen sei unter anderen Verteidigungsminister Waleri Geletej, sagte Sprecher Wladimir Markin von der Ermittlungsbehörde. Beobachter werten den Schritt als Teil russischer Propaganda gegen die prowestliche Führung in Kiew.

Weltbank: BIP bricht heuer um acht Prozent ein

Unterdessen gab die Weltbank bekannt, dass die Wirtschaftskrise in der Ukraine schwerer als bisher angenommen ausfalle. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr voraussichtlich um acht Prozent einbrechen, sagte der Weltbank-Vertreter in der Ukraine, Qimiao Fan, heute in Kiew.

Bisher war nur von einem Minus von fünf Prozent die Rede. „Die Unterbrechung der wirtschaftlichen Tätigkeit im Osten führt zu einem stärkeren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts“, so Fan.

Experten: Neuer Raketenstartplatz in Nordkorea fertig

Nordkorea ist laut Experten für neue Tests mit Raketen von großer Reichweite gerüstet. Der seit 2013 betriebene Ausbau der Raketenstartanlage in Sohae sei abgeschlossen, berichtete das US-Koreainstitut an der Johns-Hopkins-Universität heute auf seiner Website 38 North.

Grundlage für die Einschätzung sind demnach neue Satellitenbilder. „Nordkorea ist nun zu weiteren Raketentests bereit.“ Diese Raketen könnten größer sein als bisherige Modelle. Nordkorea hatte Ende 2012 von Sohae eine Weltraumrakete gestartet. Die USA und andere Staaten warfen dem Land vor, es habe einen verdeckten Test für Interkontinentalraketen unternommen.

Netanjahu weist US-Kritik an Siedlungsausbau zurück

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Kritik der USA am geplanten Bau von rund 2.600 Wohneinheiten im arabischen Ostteil Jerusalems zurückgewiesen.

„Ich kann die Kritik nicht verstehen und ich kann diese Position nicht akzeptieren“, sagte Netanjahu laut israelischen Medienberichten in New York. Die Baupläne betreffen die Gegend Givat Hamatos in Ostjerusalem, die Palästinenser als Teil ihres künftigen Staates beanspruchen.

Ungewöhnlich scharfe Kritik

US-Regierungssprecher Josh Earnest hatte gestern gesagt, die Pläne würden „Israel sogar von seinen engsten Verbündeten entfernen“. Sie seien zudem „Gift für die Atmosphäre“ zwischen Israel und den Palästinensern.

Er bezog sich dabei auf jüdische Familien, die in 25 Wohnungen im Silvan-Viertel in Ostjerusalem eingezogen sind. Die ungewöhnlich scharfe Kritik kam kurz nach einem Treffen des US-Präsidenten Barack Obama mit Netanjahu.

Inland

Israel kritisiert Beziehung Österreichs zu Iran

Israels Parlamentspräsident Juli Edelstein hat während seines Besuchs in Wien sein Missfallen über die Beziehungen Österreichs zum Iran geäußert.

„Ich kenne kein anderes europäisches Land, in dem die Staatsspitze auch nur darüber diskutiert, Teheran einen Besuch abzustatten. Das bereitet mir Unbehagen“, sagte Edelstein der „Presse“.

Angekündigte Fischer-Reise Grund für Kritik

Bundespräsident Heinz Fischer hatte für heuer angekündigt, in den Iran zu reisen, den Besuch in Teheran aber mehrfach verschoben. Derzeit laufen die heiklen Atomgespräche mit dem Iran.

Mit deren erfolgreichem Abschluss hofft der Iran auf eine Aufhebung der Sanktionen der EU und der USA gegen ihn. Europäische Firmen wie der Ölkonzern OMV, der bereits ein Büro in Teheran unterhält, können dann dort wieder ungehindert Geschäfte machen.

Edelstein: „Iran ist das wirkliche Problem“

Edelstein warnte die Welt davor, wieder reguläre Beziehungen mit dem Iran aufzunehmen. „Der Iran ist das wirkliche Problem. Und ich fürchte, dass der sehr wichtige Kampf gegen IS die Aufmerksamkeit von einem großen bösen Wolf namens Iran ablenkt, der nicht nur Atomwaffen vorbereitet, sondern auch Langstreckenraketen, die weit über Israel hinausreichen.“

Parteien säumig mit Rechenschaftsberichten

Die Rechenschaftsberichte der Parteien für 2013 sind noch nicht komplett beim Rechnungshof (RH) eingelangt. Von den Parlamentsparteien hätten SPÖ, ÖVP und FPÖ sowie das BZÖ (bis zur Wahl 2013 im Nationalrat) um eine Fristverlängerung angesucht und diese bis Ende Oktober auch genehmigt bekommen, sagte eine RH-Sprecherin. Fristende war der 30. September 2014.

Mit dem Parteiengesetz 2012 wurde die Rechenschaftspflicht der Parteien neu geordnet. Bisher war eine jährliche Veröffentlichung der Bilanz im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ vorgeschrieben. Nach den neuen Regeln haben die Parteien umfangreiche Unterlagen an den Rechnungshof zu übermitteln, der diese prüft und dann auf seiner Homepage veröffentlicht.

Die Frist bis 30. September 2014 haben nur Grüne, NEOS sowie das Team Stronach eingehalten, teilte der Rechnungshof mit. Die bereits vorliegenden Rechenschaftsberichte wird der RH „so schnell wie möglich“ prüfen und dann online stellen, hieß es. Alle Parteien müssen Ein- und Ausgaben sowie Spenden, Sponsoren, Inserate und Unternehmensbeteiligungen auflisten.

Sport

Champions League: Dortmund schießt sich aus der Krise

Borussia Dortmund hat sich mit einem Kraftakt aus der Krise geschossen. Der deutsche Vizemeister feierte gestern Abend in der Champions League einen klaren 3:0-Auswärtssieg bei RSC Anderlecht und feierte nach drei Pflichtspielen mit nur einem Punkt wieder einen vollen Erfolg.

Weit schwerer tat sich Titelverteidiger Real Madrid, der in der Gruppe B gegen CL-Debütant Ludogorez Rasgrad erst durch ein spätes Tor von Benzema erlöst wurde. Im Schlager der Runde setzte sich Atletico Madrid gegen Juventus Turin hauchdünn durch.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Europa League: Salzburg vor Duell mit Milliardärsclub

Heute Abend kommt es für Red Bull Salzburg in der Europa League im südrumänischen Giurgiu zu einem Duell auf Augenhöhe - zumindest was die Clubinhaber betrifft. Mit Dietrich Mateschitz (Salzburg) und Ioan Niculae (Astra Giurgiu) sind die Eigentümer beider Vereine gleichermaßen ambitioniert und im „Forbes“-Ranking der reichsten Menschen der Welt vertreten. Dennoch geht der österreichische Meister als klarer Favorit in das Spiel gegen den Club des reichsten Mannes Rumäniens - und das sportlich wie auch finanziell.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Proteste rund um EZB-Gipfel in Neapel

Einige tausend Menschen haben heute am Rande der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Neapel protestiert. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, riefen die Teilnehmer Parolen wie: „Wir sind es, die für die Krise bezahlen.“

Die Organisatoren wendeten sich gegen die Folgen der Antikrisenpolitik in Europa und die EZB-Maßnahmen. Unter den Demonstranten waren vor allem Studenten, Schüler und Arbeitslose. Sie kritisierten unter anderem, dass junge Leute in baufälligen Gebäuden studieren müssten und gezwungen seien, schwarz zu arbeiten, um ihr Studium fortsetzen zu können.

Die Behörden in Neapel hatten für das auswärtige Treffen der Notenbanker im Museo di Capodimonte zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Am Nachmittag wollte EZB-Präsident Mario Draghi die Entscheidungen erläutern.

Moscovici plädiert vor EU-Parlament für Transaktionssteuer

„Die Finanztransaktionssteuer ist ein Thema, das mich bewegt“: Angesichts konservativen Gegenwinds hat sich heute der designierte Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Pierre Moscovici, in seiner Anhörung vor dem EU-Parlament auch für ein Herzensthema linker Wirtschaftspolitik starkgemacht.

Mit der Steuer könne man Auswüchse des Kapitalmarkts verhindern: „Sie wird dazu führen, dass der Finanzmarkt hier zurechtgestutzt wird.“

Kampf gegen Armut und für Steuergerechtigkeit

So könne Steuergerechtigkeit geschaffen und der Kampf gegen Armut und Klimawandel gestützt werden, zeigte sich der designierte EU-Kommissar überzeugt. „Die Staaten, die eine gemeinsame Finanztransaktionssteuer beschlossen haben, werde ich unterstützen“, so Moscovici. Bis dato wird die Maßnahme von elf Staaten, unter ihnen Österreich, getragen. Auch müssten bestimmte Derivate proaktiv besteuert werden.

Alle EU-Staaten müssen Haushaltsregeln einhalten

Zugleich bemühte sich Moscovici, auch Brücken zu den Austeritätspolitikern zu bauen. Gleich zu Beginn seiner Anhörung im Europaparlament sprach sich der designierte EU-Kommissar für die klare Einhaltung der Haushaltsregeln aller Staaten aus. „Alle, klein oder groß, müssen nach den gleichen Regeln behandelt werden, ich will ein gerechter, unparteiischer Schiedsrichter sein.“

Auch im Falle Frankreichs werde er die Regeln des Wachstums- und Stabilitätspakts anwenden, „ohne mit der Wimper zu zucken“. Seine Aufgabe werde nicht sein, irgendwelche Ausnahmen zu genehmigen.

Irreführende Werbung mit „grundbücherlicher“ Sicherheit

Mit einer Sicherstellung im Grundbuch hat die Wienwert Immobilien Finanz AG im Radio und in Inseraten ihre Immobilienanleihe beworben. Dass eine solche Sicherstellung nicht in allen Fällen möglich ist, war erst den Bedingungen zur Zeichnung der Anleihe zu entnehmen. Der VKI klagte wegen irreführender Werbung und bekam jetzt vom Handelsgericht Wien recht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Mehr dazu in help.ORF.at

Bericht: Rettungsplan für angeschlagene ÖVAG steht

Für die teilstaatliche Krisenbank Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) liegt einem Zeitungsbericht zufolge ein Rettungsplan vor. Mit Hilfe einer „Bad Bank“ soll das Volksbanken-Spitzeninstitut seine faulen Teile loswerden, berichtete der „Standard“ heute. Dadurch würde auch der Kapitalbedarf der Bank sinken. Weitere staatliche Geldspritzen seien nicht geplant.

Zudem wollten die regionalen Volksbanken ihre Fusionen vorantreiben und das heute auf einem „Gruppentag“ beschließen, berichtete die Zeitung. Dabei sollen pro Bundesland eine große Volksbank sowie maximal drei Spezialinstitute übrig bleiben. Der bisher bestehende Widerstand gegen dieses Modell sei gebrochen, so der „Standard“. Derzeit gibt es 44 Regionalinstitute. Eine Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern.

„Stresstest“ nicht bestanden?

Insidern zufolge hat die ÖVAG die Überprüfung der europäischen Aufseher ersten eigenen Berechnungen zufolge nicht bestanden. Der „Stresstest“ habe eine Kapitallücke von 600 bis 800 Millionen Euro ergeben, wie Nachrichtenagenturen berichten. Wie viel frisches Geld die ÖVAG benötigt und woher das Kapital kommen soll, ist noch nicht bekannt. Die Ergebnisse des Tests sollen am 26. Oktober veröffentlicht werden.

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hatte kürzlich gesagt, der Staat treffe bereits Vorkehrungsmaßnahmen, sollte die ÖVAG bei dem Test durchfallen. Der Staat hält 43,3 Prozent an dem Institut. Die Mehrheit steht in Besitz der regionalen Volksbanken.

Chronik

Mann verirrte sich nach Unfall mit Mopedauto

Ein Oberösterreicher ist in der Nacht auf gestern in Ried im Traunkreis nach einem Unfall mit seinem Mopedauto herumgeirrt. Schließlich stieg er aus und blieb erschöpft in einem fremden Garten liegen. Hier entdeckte ihn ein Passant am darauffolgenden Morgen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Pkw überschlug sich - Lenker flüchtete

Nach einem Verkehrsunfall heute Früh bei Moosbrunn in Niederösterreich konnte die Polizei den Lenker zunächst nicht finden. Er war aus seinem Auto, mit dem er sich überschlagen hatte, verschwunden.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Mit Pkw gegen Baum: Beifahrer schwer verletzt

Gestern Abend wurde bei Lungötz in Salzburg ein 20-Jähriger bei einem Unfall schwer am Kopf verletzt. Der junge Mann saß auf dem Beifahrersitz, als das Auto gegen einen Baum prallte.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Explosion in bulgarischer Sprengstofffabrik: 15 Tote

Bei einer Explosion in einer bulgarischen Sprengstofffabrik sind nach Medienberichten mindestens 15 Menschen getötet worden. Sie hätten zum Zeitpunkt des Unglücks gestern in dem Werk gearbeitet, sagte Innenminister Jordan Bakalow heute nach einer Krisensitzung. Offiziell bestätigt wurde die Zahl der Toten noch nicht.

Für morgen wurde ein nationaler Trauertag ausgerufen, meldete der Fernsehsender bTV. Was genau die Explosion auslöste, war zunächst unklar.

Zwölf Arbeiter vermisst

Die Chancen seien gering, dass zwölf vermisste Arbeiter sowie zwei Leiter und ein Manager noch am Leben sein könnten. Das Unglück passierte unweit des nordwestbulgarischen Dorfes Gorni Lom.

„Die Tragödie ist groß, alles ist zerstört“, sagte der Innenminister an Ort und Stelle. In der privaten Fabrik wird Sprengstoff für zivile Zwecke hergestellt, zudem wird Munition, wie etwa Landminen, verschrottet.

Veraltete Anlagen

Menschliches Fehlverhalten und schlechte Arbeitsorganisation wurden nach ersten Erkenntnissen als mögliche Ursachen für die Tragödie genannt. Kontrollbehörden hätten bereits zahlreiche Mängel in der Fabrik festgestellt. Die Ausrüstung sei veraltet, es fehle ein Notausgang, sagte Arbeitsminister Jordan Hristoskow.

Ähnliche Unfälle geschehen in dem ärmsten EU-Land immer wieder. Im Jahr 2010 hatte eine Serie von Explosionen in einem Waffendepot sogar die bulgarische Hauptstadt Sofia erschüttert. Damals gab es allerdings keine Toten.

Fünf Mio. Dollar Kopfgeld: Mexikanischer Drogenboss gefasst

Mexikanische Sicherheitskräfte haben den Chef des Beltran-Leyva-Kartells festgenommen. Hector Beltran Leyva sei nach elfmonatigen Ermittlungen im Bundesstaat Guanajuato gefasst worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft gestern mit.

Soldaten hatten den seit Jahren flüchtigen Drogenboss in einem Restaurant des Ferienorts San Miguel de Allende festgenommen.

Video dazu in iptv.ORF.at

Seit Tod des Bruders Leiter des Kartells

Der 49-Jährige, der auch als „El H“ bekannt war, führte seit dem Tod seines Bruders Arturo im Jahr 2009 das Verbrechersyndikat, das sich einst vom Sinaloa-Kartell abgespalten hatte. Das Kartell ist vor allem im Westen und Zentrum des Landes aktiv. Die Bande schmuggelt Kokain, Marihuana, Heroin und Metamphetamine in die USA und nach Europa. Im Gegenzug schaffen sie Waffen und Munition aus den USA nach Mexiko.

Kopfgeld von fünf Millionen Dollar

Im Kampf gegen das Sinaloa-Kartell schmiedete die Organisation eine Allianz mit dem Drogenkartell Los Zetas. Zuletzt hatte das Beltran-Leyva-Kartell an Einfluss verloren, nachdem mehrere Führungsmitglieder festgenommen oder getötet worden waren.

Das US-Außenministerium hatte ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (vier Mio. Euro) auf Beltran Leyva ausgesetzt. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft bot 30 Millionen Pesos (1,8 Mio. Euro) für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen.

Wenige Monate nach Guzmann-Ergreifung

Seit 2006 wurden in Mexiko mehr als 80.000 Menschen in Zusammenhang mit der Drogenkriminalität getötet, weitere 22.000 gelten als vermisst. Seit Amtsantritt von Präsident Enrique Pena Nieto im Dezember 2012 wurden mehrere Drogenbosse gefasst oder getötet, unter ihnen der berüchtigte Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquin „El Chapo“ Guzman.

Fünf Tote nach Hubschrauberabsturz in Frankreich

Beim Absturz eines privaten Hubschraubers sind heute in Ostfrankreich fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Wie die französischen Behörden mitteilen, handelt es sich bei allen Opfern um Schweizer Staatsbürger.

Demnach war die Maschine vom Typ EC130 (Eurocopter) in der Früh aus Lausanne gestartet und sollte auf dem Flughafen der ostfranzösischen Stadt Montbeliard landen. Den Angaben zufolge stürzte der Hubschrauber nur wenige hundert Meter von der Landebahn entfernt in den Garten eines Einfamilienhauses. Die Unfallursache und die Identität der Verunglückten waren zunächst unklar.

USA: 920 Hühner mit Golfschläger getötet

Die böswillige Tötung Hunderter Hühner beschäftigt derzeit die kalifornischen Behörden. Wie CNN berichtete, drangen Unbekannte in eine Hendlfarm ein und erschlugen in einer Nacht 920 Tiere mit einem Golfschläger.

Der als schwere Tierquälerei eingestufte Vorfall ereignete sich laut Polizei bereits in der Nacht des 20. Septembers. Die Behörden sind derzeit mit der Auswertung der am Tatort gefundenen Spuren beschäftigt. Der Betreiber Foster Farms hat eine Belohnung von 5.000 Dollar für Hinweise zu den Tätern ausgelobt.

Gesundheit

Laktose, Histamin: Unverträglichkeiten nehmen zu

Kein Gluten, keine Milch, kein Zucker - mehr und mehr Menschen leiden an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Laut einer aktuellen Studie unter 1.000 Österreichern, Süddeutschen und Deutsch-Schweizern zeigte sich, dass fast 17 Prozent unter zumindest einer Intoleranz leiden.

Die meisten vertragen keine Laktose, kein Histamin

Die meisten haben eine Laktose-Unverträglichkeit (11,5 Prozent) bzw. leiden unter einer Histamin-Intoleranz (10,4 Prozent). 7,8 Prozent haben oder vermuten eine Sorbit-Intoleranz. Gluten-Unverträglichkeiten machen 6,3 Prozent der Beschwerden aus.

5,7 Prozent leiden an einer Fruktose-Unverträglichkeit, 4,5 Prozent an einer Galaktose-Intoleranz, und 4,1 Prozent vertragen Saccharose nicht. Frauen leiden eher unter Beschwerden nach dem Essen als Männer, wie die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com im Auftrag von „Nutridis“ ergab.

Ernährungsumstellung, zeitweise Medikamente

Dabei gaben zwei von drei von Intoleranzen Betroffene an, dass es bis zu zwei Jahre gedauert hat, bis sie wussten, dass sie an einer Lebensmittelintoleranz leiden. Bei 34,7 Prozent wurde die Unverträglichkeit bereits von einem Arzt bestätigt. 14,1 Prozent haben die Diagnose in einem Allergiezentrum erhalten.

85,9 Prozent der Betroffenen haben ihre Ernährung umgestellt. 14,7 Prozent halten sich auch streng daran. Dafür fühlen sich 22,3 Prozent durch die Unverträglichkeit in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. 14,1 Prozent haben trotz Intoleranz an ihrer Ernährung nichts verändert. 41,8 Prozent der Befragten nehmen zumindest fallweise Präparate, die den Enzymhaushalt ausgleichen und Erleichterung schaffen sollen.

IT

„Angry Birds“-Macher streicht mehr als hundert Jobs

Der Erfinder des Smartphone-Spiels „Angry Birds“ streicht bis zu 130 Arbeitsplätze. Das entspreche 16 Prozent der Belegschaft, schrieb der scheidende Rovio-Chef Mikael Hed heute in einem Blogeintrag.

Weiteres Erfolgsspiel blieb aus

Rovio hatte mit „Angry Birds“ einen Hit gelandet, der sich mit immer neuen Fortsetzungen in den Game-Charts hält. Der Firma gelang es bisher aber nicht, einen Erfolg in dieser Dimension mit einem weiteren Spiel zu wiederholen.

Die Belegschaft sei in Erwartung eines schnelleren Wachstums aufgebaut worden, räumte Hed ein. Die Jobs sollen am Rovio-Sitz in Finnland gestrichen werden.

Hed wechselt im Jänner in den Verwaltungsrat des Spieleentwicklers. Neuer Chef wird Pekka Rantala, der zuvor unter anderem den Getränkehersteller Hardwall führte und beim Handyanbieter Nokia der Marketingchef war.

Facebook lenkt in Streit über Klarnamenpflicht ein

Das Soziale Netzwerk Facebook hat sich im Streit über die verpflichtende Verwendung von Klarnamen mit Vertretern von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen auf einen Kompromiss geeinigt.

„Der Geist unserer Regeln besagt, dass auf Facebook jeder den Namen verwenden kann, den er auch im Alltag nutzt“, sagte Facebook-Produktchef Chris Cox gestern. „Für Sister Roma ist das Sister Roma, für Lil Miss Hot Mess ist das Lil Miss Hot Mess.“ Facebook entschuldige sich bei den Betroffenen.

Nutzerabwanderung zu Facebook-Alternative

Facebooks Einlenken ist auch eine Reaktion auf die zunehmende Konkurrenz auf dem Markt. Das Netzwerk kann es sich schlicht nicht leisten, es sich mit seinen Usern zu verscherzen. Zuletzt wanderten etwa zahlreiche Nutzer zum Alternativnetzwerk Ello ab, das zwar weniger Funktionen als Facebook hat, dafür Pseudonyme und Nacktbilder erlaubt und auf Werbung verzichtet.

Klarnamenpflicht auch für andere ein Ärgernis

Neben den Homo- und Transsexuellen seien auch Richter, Sozialarbeiter, Lehrer und Missbrauchsopfer daran interessiert, ihre Konten nicht mit ihren echten Namen zu führen, sagte Mark Snyder, Sprecher des Zentrums für Transgender-Gesetze.

Facebook wolle Lösungen suchen, „damit wir alle online genauso sein können wie im echten Leben“, sagte Snyder nach der Unterredung mit Facebook-Vertretern. Künftig sollen die Facebook-Nutzer neue Möglichkeiten haben, um sich zu identifizieren.

Religion

Papst Favorit für diesjährigen Friedensnobelpreis

Kommende Woche wird in Oslo der Träger oder die Trägerin des diesjährigen Friedensnobelpreises bekanntgegeben. Favorit bei den Wettbüros ist bisher Papst Franziskus. Seine Favoritenrolle erklärt sich vermutlich unter anderem dadurch, dass das katholische Kirchenoberhaupt auch an der Spitze der jährlich vom Friedensforschungsinstitut PRIO veröffentlichten Shortlist zu finden ist.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Millionen Muslime zu Hadsch in Mekka

Heute beginnt in Mekka mit dem sechstägigen Hadsch die wichtigste Wallfahrt des Islam. Millionen Pilger werden bis Dienstag in der saudi-arabischen Stadt gemeinsam beten und die Riten der Pilgerfahrt vollziehen.

Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern.

Kultur

Hartmann-Nachfolge im Burgtheater: Suche in Endphase

Bis Mitte Oktober will Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) über die künftige künstlerische Leitung des Burgtheaters entscheiden. „Dieser Zeitplan ist ambitioniert, aber wir werden es schaffen“, sagt Christian Strasser, Burg-Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied der Findungskommission, gegenüber der APA.

Die Findungskommission, der auch der Dramaturg Hermann Beil, Regisseur Götz Spielmann, Operndirektorin Elisabeth Sobotka sowie die kaufmännische Chefin der Komischen Oper Berlin und Burg-Aufsichtsrätin Susanne Moser angehören, werde sich nicht auf einen einzigen Namen einigen, müsse aber nicht notwendigerweise ein Dreier-Vorschlag abgeben: „Der Minister wird einen Vorschlag mit mehreren Namen bekommen.“

Öffentlich zu Burg-Ambitionen bekannte sich bisher aber niemand wirklich, Gespräche mit der Findungskommission bestätigten aber der deutsche Regisseur Michael Thalheimer und Wilfried Schulz, Intendant des Dresdner Staatsschauspiels, die beide laut eigenen Angaben von der Kommission angesprochen wurden, obwohl sie sich selbst nicht beworben hätten.

Angebliche Shortlist-Kandidaten dementieren

Andere Kandidaten, die von „News“ Mitte September in Spiel gebracht wurden, haben ihr Interesse bereits dementiert. Martin Kusej (österreichischer Intendant des Residenztheaters München) erklärte gegenüber der APA, für eine Direktion „nicht zur Verfügung“ zu stehen. Ulrich Khuon hatte gegenüber dem Online-Theatermagazin nachtkritik.de erklärt, er habe sich nicht beworben und werde daher auch zu keinen Gesprächen nach Wien reisen: „Ich habe am Deutschen Theater Berlin einen Vertrag bis 2019, den ich sehr gern erfüllen werde.“

Und Frank Baumbauer (69), der sich einst mit Klaus Bachler ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Peymann-Nachfolge geliefert hatte, hatte der „Süddeutschen Zeitung“ zwar bestätigt, kontaktiert worden zu sein, „ich habe aber gesagt, dass ich nicht zur Verfügung stehe, weil ich mich nicht in einen Wettbewerb mit anderen Kandidaten begeben möchte“.

Bleibt von den sechs Namen der angeblichen Shortlist nur noch Interims-Direktorin Karin Bergmann, die auf ihrer ersten Spielplan-Pressekonferenz erklärt hatte, sich nicht beworben zu haben.

Science

Zentralmatura: Volksanwalt kündigt Prüfverfahren an

Volksanwalt Peter Fichtenbauer leitet ein „Prüfverfahren zum Bedeutungsverlust der Literatur im Deutschunterricht“ ein. „Ich habe die zuständige Bundesministerin für Bildung und Frauen um Stellungnahme ersucht, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenkt, um das völlige Verschwinden des Literaturunterrichts zu verhindern“, so Fichtenbauer heute per Aussendung.

Die Regeln für die Zentralmatura hält der Volksanwalt für bedenklich: „Literarische Texte können nicht durch Leserbriefe, Romanbruchstücke oder Gebrauchsanweisungen ersetzt werden.“

Bei der ab 2014/15 an den allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und ab 2015/16 an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) verpflichtenden Zentralmatura ist erstmals die Verpflichtung zur Stellung einer literarischen Aufgabe festgeschrieben. Künftig gibt es drei Themenpakete, die aus je zwei voneinander unabhängigen, gleichwertigen Aufgaben bestehen. Eine Aufgabe in einem der drei Themenpakete muss eine literarische Themenstellung beinhalten. Gleichzeitig muss dann aber noch die andere Aufgabe des Themenpakets absolviert werden.