Ausland

Merkel entlässt Röttgen als Umweltminister

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat Umweltminister Norbert Röttgen nach dem Wahldesaster der CDU in Nordrhein-Westfalen entlassen. Das teilte sie heute in Berlin auf einer überraschend anberaumten Pressekonferenz mit.

Sie habe Bundespräsident Joachim Gauck gebeten, Röttgen von seiner Aufgabe zu entbinden. Nachfolger wird der bisherige Unions-Geschäftsführer Peter Altmaier (CDU).

Nach schwerer Wahlniederlage

Röttgen hatte als Spitzenkandidat das mit 26,3 Prozent schlechteste Wahlergebnis der CDU in NRW verantworten müssen. Der 46-Jährige war in der Union massiv kritisiert worden. Röttgen hatte offengelassen, ob er auch nach einer Niederlage in Düsseldorf bleibt. Bereits am Sonntagabend war Röttgen als CDU-Landeschef in NRW zurückgetreten.

Noch am Montag hatten Merkel und Röttgen einen sofortigen Rückzug vom Ministeramt ausgeschlossen. Altmaier gilt als enger Vertrauter der Kanzlerin. Er muss nun als künftiger Umweltminister die von der schwarz-gelben Koalition eingeleitete und bisher nur schleppend umgesetzte Energiewende vorantreiben.

„Letzte Patrone“

Die Opposition wertete Röttgens Entlassung als eine „Verzweiflungstat“ von Merkel und als Beleg für den maroden Zustand der Koalition. SPD-Chef Sigmar Gabriel schrieb: „Merkel lässt Röttgen nicht mal zurücktreten, sondern wirft ihn kurz vorher noch raus. Gnadenlos.“ SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte: „Mit Altmaier schickt Angela Merkel ihr letztes Aufgebot - er ist ihre letzte Patrone im Lauf“.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sprach von einem „neuen Höhepunkt der Dauerkrise von Schwarz-Gelb“. Für den Koalitionspartner FDP wertete Parteichef Philipp Rösler Merkels Entscheidung dagegen als „Fortsetzung der stabilen Zusammenarbeit in der Regierungskoalition“.

Der designierte Umweltminister Altmaier selbst, dem der Industrieverband BDI umgehend volle Unterstützung zusagte, erklärte: „Ich übernehme dieses neue Amt in dem Bewusstsein der großen Verantwortung, die gerade jetzt mit dieser Tätigkeit verbunden ist“.

Westjordanland: Neue Regierung vereidigt

Im Westjordanland ist heute eine neue palästinensische Regierung unter Leitung von Ministerpräsident Salam Fayyad vereidigt worden. Die 25 Minister legten ihren Eid vor Präsident Mahmoud Abbas am Sitz der Autonomiebehörde in Ramallah ab.

Das neue Kabinett umfasst neun neue Minister sowie sechs Frauen. Die Vereidigung der neuen Regierung steht im Widerspruch zur Einigung zwischen Hamas und Fatah, die eigentlich die Bildung einer gemeinsamen Übergangsregierung aus unabhängigen Technokraten vorsieht.

Abbas hatte bereits im Februar 2011 Fayyad mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Das Projekt war jedoch nach der Einigung mit der Hamas Ende April 2011 aufgegeben worden. Während Abbas’ Fatah im Westjordanland regiert, kontrolliert die radikalislamische Hamas den Gazastreifen. Abbas betonte, er strebe weiter eine gemeinsame Regierung mit der Hamas an. Da es aber keine Einigung auf ihre Zusammensetzung gebe, müsse eine neue Regierung gebildet werden, um die Verwaltung des Landes sicherzustellen.

Ermittlungsverfahren gegen Umberto Bossi

Wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder hat die italienische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den Gründer der rechtspopulistischen Lega Nord, Umberto Bossi, eröffnet. Auch Bossis Söhne Riccardo und Renzo seien im Visier der Justiz, berichteten italienische Medien heute. Bossi hatte Anfang April die Parteiführung wegen der Korruptionsvorwürfe zurückgelegt.

Ranghohe Vertreter der Lega Nord sollen Millionen von Euro an Wahlkampfkostenerstattung zweckentfremdet haben. Es gibt auch Hinweise auf Beteiligung an Geldwäsche aus Mafia-Geschäften. Bossi und seine Familie sollen Parteigelder unter anderem für private Reisen und Bauarbeiten verwendet haben.

Timoschenko nimmt Behandlung wieder auf

Nach eintägiger Unterbrechung hat die in Haft erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko (51) die Behandlung durch den Berliner Arzt Lutz Harms wieder aufgenommen. Der Neurologe habe die Oppositionsführerin davon überzeugen können, die Therapie fortzusetzen, teilte heute das Gesundheitsministerium des Landes mit.

Protest gegen Veröffentlichung von Daten

Aus Protest gegen die Veröffentlichung ihres Pflegeplans hatte Timoschenko die Behandlung im Krankenhaus in der Stadt Charkiw am Vortag abgebrochen. Die Politikerin klagt seit Monaten über einen schweren Bandscheibenvorfall.

Harms kehrt nach rund einer Woche zurück, teilte die Berliner Klinik Charite mit. Statt des Neurologen werde eine Rehaexpertin von Montag an die Behandlung fortsetzen. Der Wechsel sei geplant gewesen.

EU-Parlament schickt Mediziner

Das EU-Parlament wird Mediziner in die Ukraine schicken, um den Gesundheitszustand Timoschenkos zu bewerten und bei ihrer Behandlung zu helfen.

Das haben der Präsident des EU-Parlaments, der Sozialdemokrat Martin Schulz, und der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asarow heute vereinbart, wie aus einer Aussendung des Parlaments hervorging. Zudem wurde vereinbart, dass das Europaparlament eine „international angesehene“ Person entsendet, um den zweiten Prozess gegen Timoschenko in der Ukraine zu überwachen.

„Echter Fortschritt“

Schulz meinte: „Unsere Vereinbarung ist ein echter Fortschritt beim Aufbau gegenseitigen Vertrauens zwischen der Europäischen Union und der Ukraine.“ Die Ukraine hat bereits Juristen aus den EU-Staaten als Beobachter zum Prozess gegen die in Haft erkrankte Timoschenko eingeladen.

Bankgeheimnis: Brüssel kritisiert Österreich

Die Europäische Kommission hat sich auch heute frustriert über die anhaltende Blockade von Österreich und Luxemburg im Bereich der EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie gezeigt. Eine Sprecherin von Steuerkommissar Algirdas Semeta sagte in Brüssel, die Blockadehaltung der beiden Staaten sei „absolut ungerechtfertigt“.

„Nicht einmal Sondierung“

Jetzt „gibt es nicht einmal die Möglichkeit der Sondierung“ mit Drittstaaten in diesem Bereich. Eine verstärkte Zusammenarbeit nur einer Gruppe von EU-Ländern - in dem Fall von 25 Staaten - sei im Steuerbereich rechtlich nicht möglich.

Außerdem würden damit zwei Schienen geschaffen, wenn man Österreich und Luxemburg außer Acht ließe. „Wenn wir keinen harmonisierten Ansatz haben, unterminieren die beiden mit laxeren Regeln“ den Kampf gegen Steuerflucht, so die Sprecherin.

Beim EU-Finanzministerrat am Vortag sei es lediglich um ein Verhandlungsmandat gegangen. „Es ging noch nicht um eine Vereinbarung, sondern wir haben lediglich darum gebeten, mit der Schweiz und anderen vier Drittstaaten über mögliche Maßnahmen sprechen zu können.“

Verweis auf Gipfelappell

Jetzt liege es weiter an der dänischen EU-Ratspräsidentschaft. Die Kommissarssprecherin erinnerte auch daran, dass beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im März „sämtliche 27 einstimmig und klar aufgerufen haben, es muss ein Verhandlungsmandat so rasch wie möglich verabschiedet werden“.

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hatte beim gestrigen Rat in Brüssel neuerlich eine Einigung im Bereich der EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie verhindert. Gemeinsam mit Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden wurde die Blockade fortgesetzt, die EU-Kommission erhält damit weiterhin kein Mandat für Verhandlungen in diesem Bereich.

Pentagon schränkt Einsatz von F-22-Kampfjets ein

Wegen Sicherheitsbedenken hat das US-Verteidigungsministerium die Luftwaffe angewiesen, den Einsatz ihrer modernsten Kampfjets einzuschränken.

Verteidigungsminister Leon Panetta verfügte nun nach Angaben des Pentagon, die Kampfjets vom Typ F-22 Raptor vorerst nicht mehr auf Langstreckenflügen, sondern nur noch im Umkreis von Flughäfen einzusetzen, um im Notfall jederzeit eine Landung zu ermöglichen.

Blackouts während des Flugs

Nach Pentagon-Angaben berichteten seit 2008 mindestens ein Dutzend F-22-Piloten über Benommenheit und Blackouts durch Sauerstoffmangel während des Fluges. Ingenieure suchen noch nach der Ursache des Problems. Das Tarnkappenflugzeug F-22 ist das modernste und teuerste Kampfflugzeug der Air Force mit einem Stückpreis von 143 Millionen Dollar (111,3 Mio. Euro).

Bereits im vergangenen Jahr mussten die F-22-Jets nach einer Reihe von Vorfällen für vier Monate auf dem Boden bleiben, nachdem Piloten über Ohnmachtsanfälle durch Sauerstoffmangel berichtet hatten. Erst im September waren die Maschinen wieder für den Flug freigegeben worden.

Inland

Uni Graz beschließt Studiengebühren

Der Senat der Karl-Franzens-Universität in Graz hat heute die Wiedereinführung von Studiengebühren beschlossen. An der Medizinuni der steirischen Hauptstadt wird es hingegen vorerst keine Studiengebühren geben, dort fordert man eine politische Lösung.

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Faymann gegen überhastete Demokratiereform

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat sich in der Beantwortung eines „Dringlichen Antrags“ des BZÖ für eine ruhige Demokratiereform ausgesprochen. Man solle die Modelle gemeinsam mit den Ländern und Gemeinden erarbeiten, ohne in Polemik abzugleiten, sagte der SPÖ-Chef.

Faymann betonte gleichzeitig, was schon alles gelungen sei, etwa der Beschluss der Landesverwaltungsgerichte oder die Regierungseinigung auf ein Bundesamt für Asyl und Fremdenwesen.

Der BZÖ-Antrag fand am Nachmittag nicht ausreichend Unterstützer gefunden. Keiner der Abgeordneten der anderen Fraktionen stimmte den zehn Forderungen des Bündnisses an Faymann zu.

Auch für mehr Ressourcen für Nationalrat

Vom BZÖ-Antrag direkt begrüßt wurde von Faymann zuvor nur, dass der Nationalrat größere Ressourcen bekommen solle. Was die von der Regierung angepeilte Reduktion der Abgeordneten angeht, betonte der Kanzler, dass diese Frage letztlich in der Hand des Parlaments liege. Einen Ausbau der direkten Demokratie deutete Faymann zumindest an. Man sehe, dass es in der Bevölkerung das verstärkte Interesse gebe mitzugestalten.

Scheibner für Fusion der höchsten Ämter

BZÖ-Mandatar Herbert Scheibner hatte in der Begründung des „Dringlichen Antrags“ noch einmal die zentralen Anliegen des Bündnisses vorgebracht. So warb er dafür, dass das Amt des Bundespräsidenten mit jenem des Nationalratspräsidenten vereinigt werden sollte. Für ein paar Kommentare und die Staatsräson wäre Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) genauso gut geeignet wie der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer.

Sprach-Frühförderung: Modellregion überrascht

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) will den Oberpinzgau zur Modellregion für Sprach-Frühförderung im Kindergarten machen. In der Region ist man über diese Anerkennung überrascht und erfreut. Die Frühförderung läuft dort seit drei Jahren - wurde von der Politik aber weitgehend ignoriert.

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Pensionskassenreform im Nationalrat beschlossen

Mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP hat der Nationalrat heute die Reform der wegen Verlusten für die Firmenpensionisten in Misskredit geratenen Pensionskassen beschlossen. Seitens der Regierungsfraktionen wurde das Paket gelobt, aber auch noch offene Fragen eingeräumt. Die Opposition zeigte sich unzufrieden und lehnte die Novelle geschlossen ab.

Sicherere Variante ab 55

Mit der Neuregelung wird den Anspruchsberechtigten ab 55 die Möglichkeit eingeräumt, in eine besonders sichere Veranlagungsgemeinschaft zu wechseln. Eine gewisse Pensionshöhe wird dafür garantiert. Auch Personen, die bereits Leistungen beziehen, haben hier ein Übertrittsrecht.

Das Lebensphasenmodell wiederum sieht Wahlmöglichkeiten zwischen risikoreicheren und -ärmeren Veranlagungsstrategien vor. Die Kunden der Pensionskassen haben künftig auch mehr Informationsrechte, etwa die Vorlage des Pensionskassenvertrages bei Anfrage des Arbeitnehmers bzw. Pensionisten.

Fekter: Nicht die letzte Reform

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) zeigte sich „insgesamt überzeugt, dass diese Novelle dringend geboten war und Verbesserungen bringt, aber noch nicht die letzte Reform für diese zweite Säule sein wird“. Banken- und Schuldenkrise hätten das Umfeld auf dem Finanzmarkt erschüttert und die Ertragslage in Pensionskassen schwer beeinträchtigt. Überzogene Versprechungen habe es aber schon zuvor gegeben.

ÖVP-Abgeordnete Gertrude Aubauer versprach den Jungen, dass sie niemals mehr so hohe Verluste bei Betriebspensionen hinnehmen müssten. Erwin Kaipel (SPÖ) ortete auch eine Mitverantwortung der FPÖ für die Verluste.

Für die FPÖ gab dagegen Erwin Neubauer SPÖ und ÖVP die volle Verantwortung für die Verluste der Pensionsbezieher. Ein „Multiorganversagen“ diagnostizierte der Grüne Karl Öllinger, der von einem bloßen „Bankenhilfspaket zum Quadrat“ sprach. Von billigen Marketinggags angesichts irreversibler Verluste für die Pensionisten sprach auch Peter Westenthaler (BZÖ).

Sport

Champions League: München rüstet für „Finale dahoam“

Die Vorbereitungen für das Endspiel der Champions League laufen im Austragungsort München auf Hochtouren. Der Andrang auf Public Viewing, Hotels und Lokale ist enorm. Die ganze Stadt rüstet sich für das „Finale dahoam“ zwischen Bayern München und dem FC Chelsea.

Ab heute wird der Ausnahmezustand noch verschärft. Die bayrische Metropole soll dann bis zum Anpfiff in die Vereinsfarben Rot und Weiß gehüllt werden. „Wir wollen damit unsere Mannschaft unterstützen und Emotionen aufbauen“, sagte Bayern-Marketingexperte Andreas Jung.

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Eishockey: NHL staunt über „Stadt der Engel“

Die Los Angeles Kings sind in der National Hockey League (NHL) das Gesprächsthema Nummer eins. Im Grunddurchgang als Letzter der Western Conference gerade noch ins Play-off gerutscht, sind die Kings auf dem Weg zu ihrem ersten Stanley Cup derzeit von niemandem zu stoppen. Kluge Personalentscheidungen und ein abgebrühter Trainer ließen den Außenseiter zum Favoriten mutieren. Experten ziehen Vergleiche mit dem legendären Team der Edmonton Oilers rund um Wayne Gretzky.

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Wirtschaft

Streit mit Argentinien: Repsol kontert mit Klage

Der spanische Erdölkonzern Repsol hat Argentinien wegen der Teilverstaatlichung seiner argentinischen Tochterfirma YPF verklagt. Die Klage wurde bereits vor einem Gericht in New York von Repsol und einem weiteren früheren Anteilseigner, der US-Firma Texas Yale Capital, eingereicht, sagte ein Repsol-Sprecher laut AFP heute.

Gefordert wird vom argentinischen Staat eine Entschädigung. Angaben zur Höhe der Forderungen machte der Sprecher nicht.

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner hatte am 4. Mai ein Gesetz unterzeichnet, das die Enteignung von 51 Prozent der Anteile von YPF verfügt. Bis dahin war Repsol der größte Anteilseigner bei YPF. Kirchner begründete die Maßnahme unter anderem mit den scharfen Preissteigerungen bei den Ölimporten und den zu geringen Investitionen von YPF.

Berater haftet für Schaden aus riskantem Vorsorgeprodukt

Das Oberlandesgericht Graz hat ein Ersturteil bestätigt, wonach Berater für Schäden aus einem riskanten Vorsorgeprodukt namens „Pro Futura Vorsorgeplan“ haften. Der Vermittler habe nicht ausreichend über Gefahrenen aufgeklärt, und die Gewinnberechnungen seien „besonders unrealistisch“ gewesen, heißt es in dem nicht rechtskräftigen Urteil.

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Airbus fand Lösung für Risse an Tragflächen des A380

Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat eine Lösung gefunden, um künftig Risse an den Tragflächen seines Großraumflugzeuges A380 zu verhindern. Die Änderungen könnten aber erst Ende 2013 umgesetzt werden, sagte der Finanzdirektor der Airbus-Mutter EADS, Hans-Peter Ring, heute in Paris.

Sie müssten von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) geprüft werden. Bis dahin sollten die Maschinen mit einem „Reparaturset“ ausgeliefert werden.

Bis Jahresende 30 weitere A380

Für die Reparatur der bereits ausgelieferten 71 A380 stellte EADS im ersten Quartal 158 Millionen Euro zurück. Bis zum Jahresende will Airbus wie geplant weitere 30 Maschinen liefern. Am größten Passagierflugzeug der Welt waren zu Jahresanfang Haarrisse an den Tragflächen entdeckt worden. Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter auch Lufthansa, haben das Langstreckenflugzeug im Einsatz.

Ölindustrie wirft Mitterlehner „Populismus pur“ vor und klagt

Die Mineralölindustrie ist empört über den geplanten Preiskorridor für Spritpreise zu reiseintensiven Zeiten. Sie wirft dem zuständigen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) „Populismus pur“ und „Doppelmoral“ vor und stellt klar: "Die Ölindustrie wird bei Inkrafttreten der Verordnung alle „Rechtsmittel voll ausschöpfen.“

Gefragt sei nun eine „Rückkehr zu seriöser Wirtschaftspolitik“. Noch im Februar hatte Mitterlehner gemeint, man könne Spritpreise nicht amtlich regeln, so wie man auch die Krise im Ölland Iran nicht amtlich regeln könne.

„Seit Jahren unter EU-Durchschnitt“

Die Mineralölindustrie erinnerte Mitterlehner daran, dass die heimischen Spritpreise „seit Jahren deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegen“, wie der Minister in der Vergangenheit selbst immer wieder betonte. Und sie kritisiert, dass der Preiskorridor den Wettbewerb behindere.

VCÖ gegen „Staat als Profiteur“-Argument

Während die Industrie gerne auf den Staat als Profiteur steigender Spritpreise - Stichwort: Mineralölsteuer (MÖSt)- verweist, macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) eine andere Rechnung auf. Das Argument, dass von den hohen Preisen in erster Linie der Staatshaushalt profitiere, stimme nicht.

„Während die Spritpreise weiter steigen, sinkt der Anteil der Mineralölsteuer am Spritpreis auf ein Rekordtief“, macht der VCÖ aufmerksam. Der MÖSt-Anteil bei Eurosuper sank demnach von fast der Hälfte im Jahr 2002 auf ein Drittel heute. Bei Diesel beträgt der MÖSt-Anteil sogar nur noch etwas mehr als ein Viertel.

Hauptprofiteure der hohen Spritpreise seien vielmehr „die Ölförderländer, die Ölkonzerne und Spekulanten. Weil die Mineralölsteuer als Fixbetrag unabhängig vom Nettopreis ist, haben das Staatsbudget und damit die Allgemeinheit nichts von steigenden Preisen“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Inflation im April auf 2,3 Prozent gesunken

Die Teuerung hat in Österreich auch im April etwas an Dynamik verloren. Die Inflationsrate sank im April gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres leicht auf 2,3 Prozent. Im März war sie bei 2,4, im Februar bei 2,6 Prozent gelegen. Der Wert war der niedrigste seit Dezember 2010 (2,3 Prozent), teilte die Statistik Austria heute mit.

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Red Bull muss auf China-Geschäft weiter warten

Der milliardenschwere Salzburger Getränkehersteller Red Bull muss weiter auf eine Zulassung auf seinem Hoffnungsmarkt China warten. Anvisiert war der Markteinstieg schon für das zweite oder dritte Quartal 2011. Doch Peking lässt den „Bullen“ offenbar warten.

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Gesundheit

Schafkäse zurückgerufen

Wegen einer möglichen Verunreinigung mit Keimen wird der griechische Schafkäse „Manouri“ zurückgerufen. Betroffen sein kann das Produkt mit der Bezeichnung Molkeneiweißkäse, Doppelrahmstufe in der 200-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 21.9.2012, wie das hessische Verbraucherschutzministerium heute in Wiesbaden mitteilte. Verpackt wurde der Käse für „SHM Hellas - Pilion S. A.“.

Auch in Österreich verkauft

Bei Kontrollen des Vertreibers aus Altenstadt (Hessen) sei der Verdacht aufgekommen, dass der Käse mit „Listeria monocytogenes“ verunreinigt sein könnte. Verkauft wurde die Ware laut Ministerium deutschlandweit sowie in der Schweiz und Österreich. Laut AGES habe man diesbezüglich aber noch keine Warnung bekommen.

Das Bakterium könne grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen, bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie Schwangeren, Säuglingen oder Älteren seien auch schwere Verläufe möglich. Verbraucher sollten die betroffene Charge nicht essen und im Geschäft zurückgeben.

Gesundheitsbezogene Lebensmittelwerbung wird verlässlicher

Die EU-Kommission hat in Brüssel eine Liste mit vorerst 222 gesundheitsbezogenen Angaben abgesegnet, mit denen auch über den Dezember dieses Jahres hinaus weiter geworben werden darf. So soll irreführender Werbung mit Angaben wie „Gut fürs Immunsystem“ ein Riegel vorgeschoben werden. 44.000 beantragte Werbeaussagen waren von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma überprüft worden.

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Chronik

Salzburg: Mann geht auf Pizzalieferanten los

Ein 41-jähriger Frühpensionist hat heute in der Stadt Salzburg einen Pizzalieferanten mit einem Faustschlag im Gesicht verletzt. Anlass war ein Streit über eine Vorrangverletzung im Straßenverkehr.

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Zehn Jahre Haft für Überfall auf Postamt in Wien

Nach dem Überfall auf ein Postamt in Wien-Ottakring im Dezember 2009 ist ein 27-Jähriger heute zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte 127.000 Euro erbeutet, das Geld aber auf der Flucht fallen gelassen. Das Geldpaket tauchte nie mehr auf.

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Teenagermord: Angeklagter bekennt sich schuldig

Seit heute muss sich jener 17-Jährige in Ried im Innkreis vor Gericht verantworten, der im November 2011 seinen 16-jährigen Schulfreund in Braunau mit einem Messer getötet haben soll. Er bekannte sich nach der Verlesung der Anklage schuldig.

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Verdächtiger im Mordfall in Gablitz verhaftet

Ein 61-jähriger Mann steht im Verdacht, jenen serbischen Staatsbürger getötet zu haben, dessen Leichnam Ende April in einem Waldstück bei Gablitz (Bezirk Wien-Umgebung) gefunden wurde. Dem Opfer wurden die Beine abgeschnitten.

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Salzburg: Wintereinbruch auch in tieferen Regionen

In weiten Teilen des Salzburger Berglandes hat es in der Nacht auf heute bis in Tallagen geschneit. Auf der Glocknerstraße müssen die Fahrzeuge Schneeketten anlegen - so wie auf anderen hoch gelegenen Bergstraßen.

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Gasleck an Nordsee-Plattform geschlossen

Nach mehr als 50 Tagen hat der Energiekonzern Total das Leck an seiner Gasplattform „Elgin“ in der Nordsee unter Kontrolle. Die undichte Stelle habe erfolgreich abgedichtet werden können, teilte das französische Unternehmen heute mit. Es trete kein Gas mehr aus.

Am 25. März hatte Total insgesamt 238 Arbeiter von der Plattform etwa 250 Kilometer östlich der schottischen Hafenstadt Aberdeen gelegen in Sicherheit bringen lassen. Nach dem Gasaustritt herrschte Explosionsgefahr.

200.000 Kubikmeter strömten nach Angaben des Betreibers zunächst täglich aus dem Leck 25 Meter über dem Meeresspiegel ins Freie, später habe sich die Menge auf etwa ein Drittel verringert.

IT

Vor Börsengang: Facebook unter Druck

Mit dem Börsengang des Sozialen Netzwerks Facebook, der Ende dieser Woche erwartet wird, rückt auch das Geschäftsmodell dahinter stärker in den Mittelpunkt. Die Aktionäre werden in Zukunft genau darauf schauen, womit Facebook Geld verdient - und womit nicht. Klar ist, dass Facebook schnell eine Strategie für Smartphones braucht, und das muss nicht unbedingt nur Werbung sein. In Neuseeland können Nutzer gegen Geld eigene Meldungen in ihrer „Timeline“ hervorheben.

Mehr dazu in Zuckerberg im Visier der Aktionäre

Sicherheitsmängel bei Cloud-Speicherdiensten

Die Sicherheit von Cloud-Speicherdiensten ist oft mangelhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie des deutschen Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT), das verschiedene Anbieter getestet hat. Keiner der überprüften Anbieter konnte die Sicherheitsanforderungen vollständig erfüllen, teilweise fehlte eine ordentliche Verschlüsselung.

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TV-Hinweis

Nationalratssitzung in ORF III und im Livestream

Die Nationalratssitzung ist derzeit in ORF III und im Livestream in tvthek.ORF.at zu sehen.

Religion

Vatikan und Benetton legen Streit über Papst-Foto bei

Der Streit zwischen dem Vatikan und dem Bekleidungshersteller Benetton wegen eines Kussfotos von Papst Benedikt XVI. ist beigelegt. Der italienische Konzern habe öffentlich bedauert, mit seiner Werbekampagne die Gefühle von Gläubigen verletzt zu haben, heißt es in einer Erklärung von Vatikansprecher Federico Lombardi, die Radio Vatikan gestern veröffentlichte.

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Kultur

Festwochen: Peter Handke erklärt die Liebe

Vom Sturm zum Sommerlüfterl: Peter Handke hat nach seinem vielgerühmten Text „Immer noch Sturm“, der voriges Jahr uraufgeführt wurde, wieder ein neues Stück vorgelegt. „Die schönen Tage von Aranjuez“ heißt der „Sommerdialog“, der gestern bei den Festwochen in der recht eigenwilligen Inszenierung von Luc Bondy im Akademietheater Premiere feierte und das Publikum eher ratlos zurückließ.

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Osterfestspiele: Burgstaller als Zeugin bei Prozess

Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) hat heute wieder einen Auftritt vor Gericht gehabt - dieses Mal als Zeugin im Schadenersatzprozess der Osterfestspiele. Ihre Aussagen sollten beleuchten, warum Ex-Osterfestspiel-Manager Dewitte hohe Provisionen kassiert haben soll.

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Science

Historiker und Publizist Arno Lustiger gestorben

Der Historiker und Publizist Arno Lustiger ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das bestätigte der Zentralrat der Juden heute in Frankfurt in Deutschland. Lustiger hatte den Holocaust überlebt und galt als wichtige akademische Instanz für die Geschichte der Juden in dieser Zeit.

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Pferde erkennen Gesicht und Stimme ihres Besitzers

Viele domestizierte Tiere erkennen ihre Besitzer entweder an der Stimme oder am Gesicht. Britische Wissenschaftler konnten nun erstmals nachweisen, dass Pferde die beiden Sinneswahrnehmungen - genau wie der Mensch - miteinander verknüpfen können.

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Leute

Die mächtigsten Promis: Lopez führt „Forbes“-Liste an

Vom US-Magazin „Forbes“ ist heute die diesjährige Liste der mächtigsten Promis veröffentlicht worden. Auf dem ersten Platz der „Tops Celebrity 100 List“ findet sich US-Star Jennifer Lopez vor der TV-Moderatorin Oprah Winfrey und Teenie-Star Justin Bieber.

Erstmals in die Top Ten schaffte es auf Platz vier die Sängerin Rihanna. Auf den Plätzen folgen Lady Gaga, Britney Spears, Kim Kardashian, Katy Perry, Tom Cruise und Steven Spielberg.