Ausland

Erneut Tausende bei PEGIDA-Kundgebung in Dresden

Eine Woche nach dem Demonstrationsverbot wegen einer Terrordrohung sind heute im deutschen Dresden wieder mehrere tausend PEGIDA-Anhänger auf die Straße gegangen. Die Sympathisanten der Bewegung versammelten sich am Nachmittag auf dem Theaterplatz vor der Semperoper.

Nicht weit davon entfernt demonstrierte das Bündnis „Dresden für alle“ für eine weltoffene Stadt. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften im Einsatz.

Gründer Bachmann musste gehen

Die Kundgebung war die erste seit dem Rücktritt des PEGIDA-Gründers Lutz Bachmann. Er hatte am vergangenen Mittwoch alle Funktinnen niedergelegt, nachdem ein Selfie mit Hitler-Bart und Postings im Sozialen Netzwerk Facebook mit menschenverachtenden Bezeichnungen für Ausländer bekanntgeworden waren. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen den 41-Jährigen.

Wegen einer Terrordrohung mutmaßlicher Islamisten gegen Bachmann waren am vergangenen Montag alle Demonstrationen in der sächsischen Landeshauptstadt verboten worden.

Dutzende Taliban in Afghanistan und Pakistan getötet

Bei einer Offensive der Sicherheitskräfte sind nach Polizeiangaben im Norden Afghanistans Dutzende Kämpfer der radikalislamischen Taliban getötet worden. Bei den Kampfhandlungen im Bezirk Imam Saheb seien mindestens 63 Extremisten getötet und etwa 50 verwundet worden, teilte der Polizeisprecher der Provinz Kunduz, Sayed Sarwar Hosseini, heute mit.

Bei dem gemeinsamen Einsatz der afghanischen Streitkräfte, der Polizei und des Inlandsgeheimdienstes nahe der tadschikischen Grenze seien die Rebellen aus mehreren Dörfern vertrieben worden. Dabei seien auch zehn Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen. Die Taliban kommentierten die Berichte der Behörden nicht.

Mindestens 35 Tote in Pakistan

In Pakistan wurden bei Luftangriffen im Stammesgebiet Nordwaziristan nach Angaben der pakistanischen Streitkräfte mindestens 35 Extremisten getötet. Unter den Toten seien ausländische Kämpfer, hieß es. Zu ihrer Nationalität gab es keine Angaben. Die Streitkräfte hätten Verstecke mutmaßlicher Taliban-Kämpfer im Bezirk Datta Khel nahe der afghanischen Grenze bombardiert, teilte die Armee mit. Das Stammesgebiet im Nordwesten Pakistans dient mutmaßlich unter anderen usbekischen, tschetschenischen und afghanischen Islamisten als Unterschlupf.

USA und Indien vereinbaren zivile Atomkooperation

US-Präsident Barack Obama und der indische Regierungschef Narendra Modi haben den Weg für eine engere zivile Atomkooperation beider Länder freigemacht. Beide Seiten unterzeichneten heute ein Abkommen, das einen jahrelangen Stillstand der Zusammenarbeit bei der zivilen Nutzung der Atomenergie überwindet. Obama absolviert seinen zweiten Besuch seit seinem Amtsantritt in Indien.

Er sprach bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von einem „Durchbruch“ und einem „wichtigen Schritt“ beim Ausbau der bilateralen Partnerschaft. Die USA und Indien hatten 2008 ein Abkommen geschlossen, das dem Subkontinent Zugang zu Atomtechnologie sicherte. Aufgrund strenger indischer Haftungsregelungen im Falle von Atomunfällen waren US-Konzerne jedoch nicht zur konkreten Zusammenarbeit bereit.

Beide Politiker trafen sich zu einem dreistündigen Arbeitsessen in Neu-Delhi. Zuvor hatte Modi mit dem Protokoll gebrochen, als er Obama und dessen Ehefrau Michelle bereits auf dem Flughafen der indischen Hauptstadt begrüßte. Berichten zufolge waren die Obamas auch zu einem privaten Abendessen in Modis Haus in Neu-Delhi eingeladen.

180-Grad-Wende in den Beziehungen

Das Verhältnis beider Politiker zueinander gilt als freundschaftlich. „Barack und ich haben eine enge Freundschaft begonnen (...), diese Chemie hat nicht nur mich und Barack enger zusammengebracht, sondern auch Washington und Delhi und die Völker beider Länder“, sagte Modi. Obama sagte, die neue „Freundschaft“ mit Modi spiegele die natürliche Affinität beider Länder wider.

Vor seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres hatten die USA Modi noch als unerwünschte Person behandelt und ihm ein Visum verweigert. Denn dem Premierminister hängen Vorwürfe in Zusammenhang mit antimuslimischen Ausschreitungen nach, bei denen im Jahr 2002 während seiner Amtszeit als Regierungschef des westindischen Bundesstaats Gujarat mindestens 1.000 Menschen getötet worden waren. Modi und anderen BJP-Politikern wurde vorgeworfen, die Krawalle angefacht zu haben.

Demonstrant im ägyptischem Alexandria erschossen

Am vierten Jahrestag der Revolte in Ägypten ist bei Protesten von Islamisten in der nördlichen Küstenstadt Alexandria ein Demonstrant von der Polizei erschossen worden.
Der Mann habe auf Beamte geschossen, teilte die Polizei mit. Diese hätten daraufhin das Feuer erwidert und den Demonstranten getötet. Drei weitere Demonstranten wurden verletzt.

Erinnerung an Revolte 2011

Mit Kundgebungen wurde heute in Ägypten an den Beginn der Revolte am 25. Jänner 2011 erinnert. Der Aufstand führte im Februar 2011 zum Sturz des langjährigen Staatschefs Hosni Mubarak. Das nordafrikanische Land kommt seitdem nicht zur Ruhe. Der Mitte 2012 erste frei gewählte Präsident Ägyptens, der Islamist Mohammed Mursi, wurde nach einem Jahr im Amt vom Militär gestürzt, das daraufhin die Macht übernahm.

Seitdem gehen die Behörden mit aller Härte gegen Anhänger der Mursi nahestehenden islamistischen Muslimbruderschaft vor. Außerdem greifen die Behörden verstärkt gegen linke und säkulare Oppositionelle durch, die zwar den Sturz Mursis gutheißen, aber auch den Nachfolger Abdel Fattah al-Sisi kritisieren.

Briten wollten angeblich Regimegegner an Gaddafi ausliefern

Großbritanniens Regierung hat nach Informationen des „Guardian“ enger als bisher bekannt mit dem getöteten libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi zusammengearbeitet und Regimekritiker massiv unter Druck gesetzt.

Das gehe aus Dokumenten hervor, die nach Gaddafis Sturz 2011 in Tripolis sichergestellt wurden und nun als Grundlage für eine Schadensersatzklage von Dissidenten dienen sollen, berichtete der „Guardian“.

„Exzellente Zusammenarbeit“

Unter anderem habe sich der frühere Premierminister Tony Blair 2007 in einem Brief bei Gaddafi dafür entschuldigt, dass ein Gericht die Auslieferung von Regimegegnern nach Libyen verhindert habe. Außerdem habe er sich für die „exzellente Zusammenarbeit“ bei der Bekämpfung von Terroristen bedankt.

Londoner Anwälte bereiteten eine Klage im Namen von zwölf Gaddafi-Gegnern vor, heißt es im „Guardian“. Sechs Libyer, die Witwe eines weiteren sowie fünf Briten, die aus Libyen und Somalia stammten, werfen der britischen Regierung unter anderem Freiheitsentzug, Erpressung und Amtsmissbrauch vor.

Ein Sprecher Blairs sagte, es sei kein Geheimnis, dass Libyen und Großbritannien bei der Terrorbekämpfung kooperiert hätten. Der Labour-Politiker, der von 1997 bis 2007 britischer Premier war, steht zudem wegen der verzögerten Veröffentlichung einer Untersuchung zum Irak-Krieg unter Druck.

Boko-Haram-Kämpfer greifen Millionenstadt in Nigeria an

In Nigeria haben mutmaßliche Kämpfer der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram einen Angriff auf die Großstadt Maiduguri gestartet. Militär- und Regierungsvertreter sagten heute, die Gefechte hätten kurz nach Mitternacht begonnen. Ein-Reuters-Augenzeuge sagte, Militärhubschrauber umkreisten die Stadt und Gefechtslärm sei zu hören.

Fast 200 Geiseln freigelassen

Unterdessen ließ Boko Haram fast 200 Geiseln frei. Es handele sich hauptsächlich um Frauen und Kinder, die vor knapp drei Wochen aus einem Dorf im Nordosten des Landes entführt worden seien, teilte ein Behördenvertreter gestern mit. Insgesamt seien 192 Geiseln freigelassen worden. Die Angaben wurden aus Militärkreisen bestätigt.

Massaker in Dorf Katarko verübt

Boko Haram hatte am 6. Jänner das Dorf Katarko im Bundesstaat Yobe überfallen. Etwa 25 Männer wurden nach Augenzeugenberichten getötet, mehrere Häuser niedergebrannt. Die Extremisten brachten zudem 218 Frauen und Kinder in ihre Gewalt und verschleppten sie. „Nun wurden 192 unserer Frauen und Kinder wieder freigelassen“, sagte Goni Mari von der Ortsverwaltung von Katarko.

Boko Haram, was sich sinngemäß mit „westliche Bildung ist Sünde“ übersetzen lässt, kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im armen und mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Erst am vergangenen Dienstag hatte sich die Gruppe zu einem Angriff mit Hunderten Toten auf die Handelsstadt Baga am Tschadsee Anfang des Jahres bekannt.

„Marsch der leeren Töpfe“ in Venezuela

Tausende Menschen haben gestern in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gegen Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und die hohe Inflation protestiert. Zu dem „Marsch der leeren Töpfe“ hatte das Oppositionsbündnis Mesa de Unidad Democratica (MUD) aufgerufen. Die Demonstranten führten Schilder mit Aufschriften gegen die linke Regierung von Präsident Nicolas Maduro mit sich.

Sie zogen in der Hauptstadt Caracas durch die Straßen, machten mit leeren Töpfen Lärm und forderten den Rücktritt Maduros. An der Abschlusskundgebung nahm auch der konservative Herausforderer Maduros bei der Präsidentschaftswahl 2013, Henrique Capriles, teil.

Maduro beklagt „Wirtschaftskrieg“

Maduro sprach von einem „Wirtschaftskrieg“ gegen Venezuela, das schwer unter dem Einbruch der Erdölpreise leidet. Über 90 Prozent der Deviseneinnahmen stammen aus dem Ölgeschäft. Maduro warf Unternehmen vor, das Volk zu sabotieren und Lebensmittel zu verstecken.

Dagegen machte der Oppositionspolitiker Capriles die Regierung für die Krise verantwortlich. Die oppositionelle Ex-Abgeordnete Maria Corina Machado sagte, die Regierung sei in ihrer „Endphase“. „Maduro ist das Chaos“, sagte sie bei der Protestveranstaltung.

Venezuela befindet sich in einer tiefen Wirtschaftskrise mit Rezession. Grund ist vor allem der Absturz des Ölpreises auf dem Weltmarkt, der stark sinkende Einnahmen für das Land zur Folge hat. Die Inflation ist auf einem Rekordhoch. 2014 überstieg sie die 60-Prozent-Marke.

Inland

Brandstetter hat Verständnis für Justizproteste

Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) signalisiert Verständnis für die Proteste der Richter und Staatsanwälte gegen befürchtete Gehaltskürzungen. In der Tat seien diese Berufsgruppen von der jüngst beschlossenen Neuregelung „vergleichsweise doch stärker betroffen“, sagte er heute in der ORF-Sendung „Hohes Haus“. „Daher verstehe ich, dass sie zu solchen Maßnahmen greifen.“

Regierung „natürlich bereit, nachzubessern“

Er wisse aber, dass Beamtenstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) „alles tut, um hier zu einer Konsenslösung“ zu finden, beteuerte Brandstetter den guten Willen der Regierung. Nicht zuletzt mit dem entsprechenden Entschließungsantrag im Parlament hätten die Regierungsparteien doch deutlich signalisiert, „dass man natürlich bereit ist, hier nachzubessern“.

Er selbst sei mit der Richterschaft in Kontakt und hoffe, dass die Bevölkerung von deren Protestmaßnahmen nicht zu stark betroffen werde, etwa durch massive Ausfälle bei den Verhandlungen, sagte Brandstetter. „Diese Auswirkungen sollte man tunlichst vermeiden.“

EZB-Politik schadet Österreich laut Schelling nicht

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sieht angesichts der lockeren EZB-Geldpolitik „für Österreich keine negativen Auswirkungen“, hat er laut Tageszeitung „Österreich“ (Sonntag-Ausgabe) gesagt. „Wir haben auch kein Deflationsproblem. Was passieren kann, ist, dass der Euro noch einmal leicht abfällt.“ Ein schwacher Euro-Kurs biete etwa Vorteile beim Export. Problematischer sei der starke Schweizer Franken.

Wegen des starken Franken kündigte der Minister im „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe) dann auch an, dass er „das Spekulationsverbot wieder aufgreifen und im Zuge der Franken-Krise das Bewusstsein noch einmal schärfen“ wolle - in den Bundesländern, mit denen es schon einzelne Vorgespräche gegeben habe. „Man muss jeden Fremdwährungskredit mit einem bestimmten Risiko sehen“, so Schelling.

Kritik an Wien

Weiters sagte Schelling gegenüber „Österreich“: „Wien und auch andere Gemeinden wären gut beraten gewesen, hier früher auszusteigen. Wien hat sehr langfristige Kredite, also kann sich das einpendeln. Für die Zukunft sollte man aber daraus lernen.“

„Für Österreicher, die Kredite in Franken haben, heißt das, dass sie jetzt um 20 bis 25 Prozent höhere Schulden haben. Die Schweizer wollten mit diesem Schritt offenbar dem Paket der EZB vorgreifen“, so Schelling laut „Österreich“. „Ich denke aber nicht, dass der Franken langfristig so hoch bleibt, da sich die Schweiz das gar nicht leisten kann. Die Exporte werden zu teuer - und der Tourismus in der Schweiz bricht ein.“

Apotheker wollen strengere Regeln für Online-Arzneikäufe

Ab Mitte 2015 sollen österreichische Apotheken rezeptfreie Medikamente auch via Internet verkaufen können. Nun will der Apothekerverband aber noch härtere Durchführungsregeln für den eben erst liberalisierten Onlinehandel. „Ungleichheiten zwischen dem stationären Handel und Onlineversendern“ sollen noch ausgemerzt werden, fordert die Apotheker-Berufsvertretung laut dem Wirtschaftsmagazin „trend“ vom Gesundheitsministerium.

Rund 65 österreichische Apotheken wollen auch online an den Start gehen, hatte eine Umfrage des auf Pharmahandel spezialisierten Beratungsunternehmens Sempora kürzlich ergeben.

Onlinehändler sollen zahlen

Geht es nach dem Präsidenten der Berufsvertretung selbstständiger Apotheker, Christian Müller-Uri, soll beispielsweise ein „Nachtdienstausgleichsfonds“ etabliert werden. In diesen sollen die Betreiber von Internetshops einzahlen müssen, berichtete der „trend“. Auch wird gefordert, dass vor jedem Onlineeinkauf von Arzneimitteln außerdem ein mehrstufiges Webformular ausgefüllt werden muss, in dem Kunden Risikobewusstsein und Beratungsleistungen bestätigen.

Um die Logistikkette kontrollieren zu können, solle auch die verpflichtende Kennzeichnung der Pakete als Arzneimittellieferung vorgeschrieben werden, so die stationären Apotheker. Der Onlinehandel solle grundsätzlich nicht durch zu viele Vorschriften unmöglich gemacht werden, hieß es dazu laut dem Magazin aus dem Gesundheitsministerium.

Sport

Ski alpin: Vonn holt in St. Moritz 64. Sieg vor ÖSV-Duo

Mit zwei ÖSV-Podestplätzen ist heute der letzte Super-G der Damen vor der WM in Vail/Beaver Creek in St. Moritz zu Ende gegangen. Anna Fenninger und Nicole Hosp mussten sich nur US-Superstar Lindsey Vonn geschlagen geben, die mit ihrem 64. Weltcup-Sieg auch die Führung im Disziplinenweltcup von Fenninger übernahm. Mit insgesamt fünf Österreicherinnen in den Top Acht war es trotz des verpassten Sieges ein tolles Ergebnis aus rot-weiß-roter Sicht.

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Handball-WM: „Riesenmöglichkeit“ für ÖHB-Team

Ausgerechnet Gastgeber Katar baut sich heute (16.30 Uhr MEZ, live in ORF Sport + und im Livestream) im WM-Achtelfinale vor Österreichs Handball-Männern auf. ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson sieht im Duell gegen die großteils aus eingebürgerten Spielern bestehende Mannschaft aber eine „Riesenmöglichkeit, noch einen Schritt zu machen“.

ÖHB-Kapitän Viktor Szilagyi sieht in dem Fakt, dass Katar „eben keine gewachsene Truppe ist“ auch den größten Vorteil für Österreich, das sich mit Kontinuität in den letzten Jahren großen Respekt erspielen konnte.

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Tennis: Nadal zieht Anderson in Melbourne den Nerv

Rafael Nadal ist heute ohne Probleme ins Viertelfinale der Australian Open eingezogen. Dass er gegen den starken Aufschläger Kevin Anderson nur drei Sätze benötigte, lag vor allem an einer Schlüsselszene zu Ende des ersten Satzes. Fast gleichzeitig mit Nadal kam auch Tomas Berdych weiter. Im Viertelfinale kommt es nun zum Duell zwischen dem Spanier und dem Tschechen.

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Wirtschaft

Kommissarin Bulc will europaweite Pkw-Maut

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc macht sich für eine europaweite kilometerabhängige Pkw-Maut stark. Sie sei „der Meinung, dass es Sinn macht, dass wir mittelfristig an einem europäischen System für Lkw und Pkw arbeiten, das die Erhebung von Straßenbenutzungsgebühren für alle EU-Länder einheitlich regeln könnte“, sagte Bulc der „Welt am Sonntag“.

Gebühr soll sich an gefahrenen Kilometern orientieren

Die Höhe der Abgabe solle sich dabei „ausschließlich an der Zahl der gefahrenen Kilometer orientieren und nicht zeitabhängig sein“, sagte Bulc. Das sei fair, und niemand werde diskriminiert. „Egal, woher man kommt, jeder zahlt nur für die tatsächlich gefahrene Strecke. Und es wird europaweit mit einem Gerät abgerechnet.“

Unterschiedliche Systeme „Belastung“ für Autofahrer

Die vielen unterschiedlichen Systeme und Lösungen in Europa seien für die Autofahrer „eine Belastung und ein Mobilitätshindernis“. Ob eine „Euro-Maut“ für die einzelnen EU-Mitgliedsländer zur Pflicht wird, ließ Bulc offen. „Ebenso gut ist es möglich, dass sie optional ist - also dass die Länder selbst entscheiden, ob und auf welchen Straßen sie eine kilometerabhängige Straßennutzungsgebühr erheben wollen.“ Wichtig sei, dass die Einnahmen „an die jeweiligen EU-Länder zurückfließen, die sie dann für den Bau und den Erhalt ihrer nationalen Infrastruktur einsetzen“.

Bulc wird am Dienstag in Berlin im Verkehrsausschuss erwartet. Gegen die Mautpläne des deutschen Verkehrsministers Alexander Dobrindt, der seinen Landsleuten den Vignettenpreis über eine niedrigere Kfz-Steuer zurückerstatten will, hat die EU-Kommissarin europarechtliche Einwände.

VKI: Private Pflegeversicherungen wenig sinnvoll

Wer in Österreich pflegebedürftig wird, hat einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegegeld. Will man schon in gesunden Jahren vorsorgen, kann man sich privat versichern lassen. Anbieter für private Pflegeversicherungen gibt es zwar viele, doch genutzt werden ihre Angebote in Österreich aber kaum - weil sie teuer seien und wenig bringen würden, meint der Verein für Konsumenteninformation (VKI).

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Chronik

Killer gesteht Ermordung von 15 Studenten in Mexiko

Ein Mitglied des mexikanischen Verbrecherkartells Guerreros Unidos hat die Ermordung von mindestens 15 der seit Monaten verschwundenen 43 Studenten gestanden.

Die jungen Leute seien ihm von Polizeichefs lebend übergeben worden, gemeinsam mit Komplizen habe er sie dann erschossen, sagte der als „El Cepillo“ bekannte Auftragskiller in seiner Vernehmung, wie die Zeitung „Milenio“ am Wochenende unter Berufung auf Aussageprotokolle berichtete. Mindestens weitere 25 Studenten starben seinen Aussagen zufolge an Erstickung.

Leichen verbrannt

Auch andere Bandenmitglieder hatten bereits die Ermordung von Studenten und die Verbrennung von Leichnamen eingeräumt. Eltern der in der Stadt Iguala verschwundenen jungen Leute glauben dagegen weiter, dass die Studenten noch am Leben sind. Sie wollen die Suche so lange fortsetzen, bis es eine eindeutige Identifizierung der Opfer gibt. Österreichischen Forensikern gelang es bisher nicht, sterbliche Überreste zu identifizieren, da die auf einer Müllkippe entdeckten Leichenteile zu stark verbrannt waren.

In dem Fall wurden bisher rund 100 Verdächtige festgenommen, darunter Polizisten und Bandenmitglieder. Gegen den Bürgermeister von Iguala und seine Frau wurde bereits Anklage erhoben. Der Rathaus-Chef soll die Tat angeordnet haben, um zu verhindern, dass die Studenten eine Rede seiner Ehefrau stören. Nach Medienberichten von Sonntag wurde vorige Woche auch die Rechtsberaterin eines lokalen Sicherheitschefs festgenommen, die in den Fall verwickelt sein soll.

Die 43 Studenten waren am 26. September 2014 in Iguala im Bundesstaat Guerrero von der örtlichen Polizei verschleppt und der kriminellen Organisation Guerreros Unidos übergeben worden. Die Tat warf ein Schlaglicht auf die engen Verbindungen zwischen Politikern, Polizisten und Verbrechern in Mexiko und sorgt seit Monaten weltweit für Schlagzeilen.

Lawinendrama in Frankreich - sechs Skiwanderer tot

In den französischen Hochalpen ist es gestern zu einem Lawinendrama gekommen - Schneemassen haben sechs Franzosen des nationalen Alpinclubs mitgerissen und getötet. Die Lawine erfasste die vier Männer und zwei Frauen im französischen Queyras-Massiv bei Ceillac, teilte die zuständige Präfektur heute mit.

Drei tote Skiwanderer wurden noch in der Nacht gefunden, die übrigen der Gruppe heute Vormittag nach der Wiederaufnahme der umfassenden Suche. Seit gestern Mittag gab es den Angaben zufolge keinen Kontakt mehr zu der Gruppe der als erfahren beschriebenen Skifahrer.

Suche musste abgebrochen werden

Die etwa 50 bis 70 Jahre alten Skiwanderer hatten bei guter Wetterlage und einer mittleren Lawinengefahr ihre Tour begonnen. Weil ein Lawinenunglück befürchtet wurde, brachen Hilfsmannschaften auf, unterstützt von zwei Teams mit Suchhunden und einem Helikopter. In der Nacht auf heute musste die Suche jedoch als zu gefährlich für einige Stunden unterbrochen werden.

Die von der Lawine begrabenen Skifahrer starben auf etwa 2.500 Meter Höhe im Bachas-Tal. „Eine Schneeplatte hatte sich gelöst und dann alle unter sich begraben“, sagte ein Sprecher der Hochgebirgsgendarmerie.

Erst am Donnerstag waren zwei Männer im Ecrins-Massiv der französischen Hochalpen in einer Lawine ums Leben gekommen. Jährlich sterben in Frankreich etwa 30 Menschen durch Schneeabgänge.

Verdächtige nach Mord an Hochschwangerer in U-Haft

Nach der grausamen Verbrennung einer 19-jährigen Hochschwangeren in Berlin sind die beiden Verdächtigen in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter erließ gestern Abend Haftbefehl gegen die beiden jungen Männer, wie ein Sprecher der Polizei heute sagte. Einer der beiden hatte die Tat zuvor gestanden.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um den ebenfalls 19 Jahre alten Ex-Partner des Opfers und dessen gleichaltrigen Freund. Sie sollen die Frau am Donnerstagabend in einem Waldstück bei lebendigem Leib verbrannt haben. Zuvor war ihr mehrfach mit einem Messer in den Bauch gestochen worden. Spaziergänger fanden die Leiche am Freitagmorgen.

Bergung von AirAsia-Wrack erneut gescheitert

Erneut sind indonesische Suchmannschaften bei der Bergung der abgestürzten AirAsia-Maschine gescheitert. Nachdem bereits gestern der Versuch misslungen war, das Wrack zu heben, ist auch ein zweiter Versuch heute fehlgeschlagen. Ursache seien gerissene Riemen gewesen, berichteten örtliche Medien.

Auch erneut starke Strömungen hätten ein Gelingen verhindert, hieß es beim Fernsehsender TV One. Allerdings fanden Marinetaucher die Leiche einer Passagierin. Damit hat sich die Zahl der geborgenen Todesopfer auf 70 erhöht.

Die AirAsia-Maschine mit der Flugnummer QZ8501 war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus ungeklärten Gründen in die Javasee gestürzt. An Bord des Billigfliegers waren 162 Menschen, die alle ums Leben kamen. Taucher fanden die Flugschreiber zwei Wochen nach dem Absturz im Meer.

Gesundheit

Ebola: WHO sieht Trendwende

Der Kampf gegen Ebola macht deutliche Fortschritte, ist nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber noch lange nicht gewonnen. „Wir haben eine Trendwende geschafft, den schlimmsten Fall verhindert“, sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan heute in Genf.

Kosten bei 3,6 Mrd. Euro

Zugleich sagte der UNO-Beauftragte für Ebola, David Nabarro: „Der Ausbruch ist noch nicht vorbei.“ Um Ebola in den betroffenen Ländern zu besiegen, werde noch viel Geld und Engagement benötigt. Bisher habe der Kampf gegen die Seuche vier Mrd. Dollar (3,6 Mrd. Euro) gekostet, sagte Nabarro auf einer Sondersitzung des WHO-Exekutivrats.

Die WHO-Generaldirektorin warb dafür, aus der bisher beispiellosen Herausforderung tiefgreifende Konsequenzen zu ziehen. Die WHO in ihren internen Strukturen und auch alle Staaten der Welt müssten ihre Vorbereitungen für eine solche Gesundheitskrise massiv verstärken. In Westafrika sind seit Ausbruch der Seuche 21.800 Menschen an Ebola erkrankt, rund 8.670 sind bereits daran gestorben.

Kultur

Hunderttausend feiern Kulturhauptstadt Mons

Mehr als hunderttausend Menschen haben gestern im belgischen Mons der Kälte getrotzt, um die europäische Kulturhauptstadt 2015 zu feiern. Den offiziellen Startschuss für unzählige Ausstellungen, Kunstprojekte und Feierlichkeiten gab das belgische Königspaar.

König Philippe und Königin Mathilde eröffneten eine große Van-Gogh-Ausstellung, in der vor allem Werke des Künstlers aus der Zeit eines zweijährigen Aufenthaltes in Mons und Umgebung zu sehen sind. Am Abend gab es ein riesiges Feuerwerk, das ebenso wie alle anderen Veranstaltungen von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert wurde.

„Mehr als hunderttausend Menschen haben teilgenommen“, sagte Bürgermeister Elio Di Rupo, „Mons 2015 hat die erste Herausforderung gemeistert.“ Die belgische Stadt trägt in diesem Jahr zusammen mit dem tschechischen Pilsen den Titel Europäische Kulturhauptstadt.

IT

Widerrechtliche Testabos bei Google Play

„Damit Ihnen keine Kosten entstehen, müssen Sie vor dem Ende der Testphase kündigen“ - so lautet eine Formulierung in den AGB von Google Play, dem App-Store von Google. Dort können Smartphone-Benutzer Apps und Abos für Musik und Zeitungen kaufen - oder eine Zeit lang kostenlos testen. Am Ende der Testphase wird ein kostenloses Abo automatisch in ein kostenpflichtiges umgewandelt. Das ist aber nach österreichischem Recht unzulässig.

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