Ausland

Clinton rückt Trump in die Nähe von Rassisten

Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat ihren Kontrahenten Donald Trump in die Nähe von Rassisten gerückt. „Ein Mann, der lange Zeit rassistische Diskriminierungen geäußert hat, der düstere Verschwörungstheorien auf der Basis von Berichten in Revolverblättern und den Tiefen des Internets wälzt, sollte niemals unsere Regierung führen oder den Befehl über unser Militär haben“, sagte Clinton gestern auf einer Kundgebung in Reno im US-Bundesstaat Nevada.

Eine rechtsgerichtete Strömung versuche, die Republikanische Partei zu dominieren, sagte sie. Trumps neuer Wahlkampfleiter Stephen Bannon stehe für diese Linie. Clinton wies auch Trumps Vorwürfe zurück, Clinton könnte größere gesundheitliche Probleme haben. „Seine jüngsten Fieberträume handeln von meiner Gesundheit. Ich kann nur sagen: Träume weiter!“, sagte Clinton.

Trump seinerseits attackierte Clinton erneut wegen Vorwürfen, sie habe als Außenministerin ihr Amt mit privaten Interessen vermischt. Trump nannte die von Hillary Clintons Ehemann Bill gegründete Clinton Foundation „eine kriminelle Unternehmung“. Sie sei „schlimmer als Watergate“, sagte er mit Blick auf die berühmte Affäre, die einst den republikanischen Präsidenten Richard Nixon zu Fall gebracht hatte.

Tote bei Anschlag auf Restaurant in Somalias Hauptstadt

Bei einem Anschlag der radikalislamischen Terrororganisation Al-Schabab auf ein Restaurant in Mogadischu sind einem Augenzeugen zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Zunächst griffen die Angreifer das Banadir-Restaurant am Lido-Strand mit einer Autobombe an, dann schossen Kämpfer der Gruppe dort um sich, wie Polizeisprecher Ahmed Aloley gestern erklärte.

Die Sicherheitskräfte seien dabei, die Angreifer zurückzuschlagen. Zur Zahl möglicher Opfer gab es zunächst noch keine Angaben. Al-Schabab bekannte sich in einer Radiobotschaft zu dem Anschlag.

Festnahme nach Störung von Merkels Konvoi in Prag

In Prag ist ein Mann festgenommen worden, der mit seinem Wagen den Konvoi der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) behindern wollte. Nach Angaben der Polizei versuchte der in einem schwarzen Mercedes sitzende Mann gestern, sich Merkels Kolonne anzuschließen, als diese auf dem Weg vom Flughafen zum Regierungssitz war. Merkels Sicherheit sei aber „nicht gefährdet“ gewesen.

Der Mann versuchte der Polizei zufolge, die Beamten von der Straße zu drängen, die den Konvoi absicherten. Die Polizisten hätten ihn unter Androhung von Waffengewalt gestoppt, sagte ein Polizeisprecher, ohne sich zur Identität des Fahrers zu äußern. Er wurde verhört, über sein Motiv wurde zunächst nichts mitgeteilt. Nach Angaben der Polizei handelte er allein und war unbewaffnet, in seinem Auto wurden jedoch schwere Gegenstände wie Betonklötze gefunden.

Tschechien weiter gegen Verteilung von Flüchtlingen

Merkel befand sich auf Staatsbesuch in Tschechien und wollte unter anderem in Sachen verbindliche Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Staaten vermitteln. Tschechien lehnt das jedoch weiter ab. Es gebe beim Thema Migration unterschiedliche Meinungen mit Deutschland, sagte Ministerpräsident Bohuslav Sobotka nach einem Treffen. Das betreffe etwa die geplante Reform des Asylsystems in der EU.

„Da kann Tschechien nicht mit einem System einverstanden sein, das auf Pflichtquoten basieren sollte“, sagte Sobotka mit Blick auf ein EU-Treffen in Bratislava Mitte September. Auch Merkel räumte Differenzen in der Flüchtlingspolitik ein. Beide Politiker betonten jedoch, dass man sich bei der Forderung nach einer Stärkung der EU-Außengrenzen und dem Festhalten am Migrationsabkommen mit der Türkei einig sei.

Merkel weiter nach Warschau

Merkel trifft sich nach einer Woche der Gespräche mit mehreren EU-Spitzenvertretern heute in Warschau noch mit ihren Kollegen aus Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Die vier Staaten der sogenannten Visegrad-Gruppe gehören zu den entschiedensten Gegnern einer EU-Quote und den härtesten Kritikern der deutschen Flüchtlingspolitik. Merkel sagte aber, sie pflege enge Kontakte zu allen Visegrad-Staaten.

Finnland will Grundeinkommen von 560 Euro testen

In Finnland soll ab kommendem Jahr ein monatliches bedingungsloses Grundeinkommen von 560 Euro getestet werden. Das finnische Sozialministerium stellte gestern einen Gesetzentwurf vor, demzufolge 2.000 zufällig in der Bevölkerung ausgesuchte Testpersonen im erwerbsfähigen Alter das Grundeinkommen erhalten sollen. Ihnen werde eine ähnlich zusammengesetzte Kontrollgruppe gegenübergestellt, deren Mitglieder kein Grundeinkommen bekämen.

Das seit 2012 in der Rezession steckende Land erhofft sich von einem bedingungslosen Grundeinkommen eine Vereinfachung seines komplexen Sozialsystems, das Arbeitslosigkeit, Unterbringung, Ausbildung und Elterngeld umfasst. Letztlich will die Mitte-rechts-Regierung von Ministerpräsident Juha Sipilä damit auch die Staatsausgaben verringern und die Furcht abbauen, dass Zuwendungen wegfallen, sobald jemand einen Job annimmt.

Europäische Premiere

Das jetzt vorgeschlagene Grundeinkommen von 560 Euro im Monat nimmt sich bescheiden aus. In Finnland gibt ein Haushalt monatlich rund 3.000 Euro aus. Die ursprünglich aus dem linken Lager stammende Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wird im Grundsatz mittlerweile von einem breiten politischen Spektrum in Finnland unterstützt. Finnland könnte das erste europäische Land sein, das das Grundeinkommen auf nationaler Ebene testet.

Im Juni hatten etwa bei einem Volksentscheid in der Schweiz fast 77 Prozent der Teilnehmer die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens abgelehnt. Die Gesetzesinitiative hatte keinen Betrag für das bedingungslose Grundeinkommen festgelegt, die Initiatoren empfahlen aber ein monatliches Einkommen in Höhe von 2.500 Schweizer Franken (2.260 Euro) für jeden Erwachsenen und 625 Franken für jeden Minderjährigen.

Kolumbien: Präsident ordnet Waffenstillstand mit FARC an

Nach der Einigung auf einen Friedensvertrag mit der linken Guerillaorganisation FARC hat der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos einen endgültigen Waffenstillstand erklärt. „Als Staatschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte habe ich einen definitiven Waffenstillstand ab kommendem Montag angeordnet“, sagte Santos gestern. „Damit endet der bewaffnete Konflikt mit der FARC.“

Am Vortag einigten sich die Unterhändler beider Seiten in Kuba auf ein Friedensabkommen. In fast vierjährigen Verhandlungen hatten sich die Regierung und die FARC auf eine Landreform, die künftige politische Teilhabe der Rebellen, neue Ansätze im Kampf gegen den Drogenhandel und eine Entschädigung der Opfer verständigt.

Bereits seit Ende Juni galt eine vorläufige Waffenruhe. In den Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs waren seit den 1960er Jahren über 220.000 Menschen getötet und Millionen aus ihren Heimatorten vertrieben worden.

Inland

Richter und Ankläger gegen Sobotkas Strafrechtsideen

Richter und Staatsanwälte halten nichts von dem Vorstoß von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), kleinere Delikte wie Ladendiebstähle aus dem Strafrecht herauszunehmen und stattdessen mit Verwaltungsstrafen zu ahnden. Das sei „Sommerloch-Populismus“ und „völlig entbehrlich“, meinte Richter-Präsident Werner Zinkl im „Standard“ (Freitag-Ausgabe).

Sobotka hatte dafür plädiert, kleinere Delikte mit Verwaltungsstrafen von 200 Euro zu ahnden - samt sofortigem Zugriff auf das Eigentum des Beschuldigten, was einen größeren Lerneffekt brächte. Im Strafverfahren gibt es aber höhere Rechtsschutzstandards, hält Zinkl dem entgegen.

Auch Gerhard Jarosch, Präsident der Staatsanwältevereinigung, verwies auf das im Strafverfahren bestehende Recht auf einen Anwalt oder Dolmetscher - und die Trennung von Kläger und Richter. Er habe „massive Bedenken“ gegen Sobotkas Idee. Oft stelle sich auch erst im Rahmen einer strafrechtlichen Verhandlung heraus, ob jemand weitere Delikte begangen hat, merkte Zinkl noch an.

EU-Treffen: Kern pocht auf Investitionspolitik

Im Vorfeld des „Brexit“-Sondergipfels am 16. September in Bratislava haben die europäischen Sozialdemokraten heute in Paris mehr Investitionen im Wirtschafts- und Sicherheitsbereich gefordert. „Wir müssen wieder zurückkommen zur Einhaltung des Wohlstandsversprechens, aber auch des Sicherheitsversprechens“, sagte Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) nach Ende des Treffens.

Neben einer verstärkten Kooperation bei der Verhinderung von Steuervermeidung durch Großkonzerne sei auch darüber diskutiert worden, „wie man mit Infrastrukturinvestitionen in möglichst intelligenter Form Jobs schaffen kann“, so Kern. Es gelte, über den Juncker-Fonds, der Investitionen in Höhe von 315 Mrd. Euro generieren will, hinauszugehen.

Bekenntnis zu EU-Außengrenzschutz

Zentral sei es, endlich die Folgen der Wirtschaftskrise zu überwinden, betonte der Bundeskanzler im APA-Gespräch. Denn in vielen Bereichen Europas seien die Vorkrisenstandards noch immer nicht erreicht, etwa was die Beschäftigung oder die Industrieproduktion betreffe. „Es kann nicht sein, dass es in Europa ganze Generationen gibt, die das Gefühl haben, ihren Kindern wird’s nicht mehr besser gehen“, so Kern.

In der Sicherheits- und Migrationspolitik bekannte sich Kern zu dem Ziel, rasch zu einem effektiven EU-Außengrenzschutz zu kommen und zugleich rasch Aufnahmezentren für Flüchtlinge nahe an den Herkunftsländern zu schaffen. Ziel sei es „nach dem Muster der Türkei weitere Kooperationen aufzustellen“. Aktuell verliefen die Verhandlungen mit Libyen allerdings „zäh“. Zentral sei hier etwa auch die Finanzierungsfrage, wo „Europa Farbe bekennen muss“, so Kern. „Das wird nicht ohne weitere zusätzliche Mittel funktionieren können.“

Kein Echo in Sachen Türkei-Gesprächsstopp

Kern nutzte das Treffen auch dazu, den österreichischen Wunsch nach einem Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei zu deponieren. Seine Kollegen hätten zwar „verständnisvoll“ reagiert, „die Grundidee ist aber schon, die Beitrittsverhandlungen weiterlaufen zu lassen“, so Kern. Prinzipiell sei die Skepsis gegenüber der Türkei aber auch bei seinen sozialdemokratischen Kollegen vorhanden. Offen sei allerdings noch, wie man mit dieser auf EU-Ebene umgehe.

Hofburg-Wahl: Was sich beim Abstimmen ändert

Der Wahlkampf für die dritte Hofburg-Abstimmung kommt langsam auf Touren, und das Innenministerium versucht im Vorfeld, die Wahlbehörden möglichst genau zu instruieren, um Beschwerden von vornherein auszuschließen.

Der Leitfaden für Wahlbeihelfer ist neu und deutlich umfangreicher. Aber auch für die Wählerinnen und Wähler wird sich manches ändern.

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Sport

Europa League: Rapid steigt trotz Niederlage auf

Trotz einer 0:2-Heimpleite gegen AS Trencin im Allianz Stadion, der ersten Niederlage in der neuen Arena, ist Rapid heute in die Gruppenphase der Europa League eingezogen. Der 4:0-Sieg in der Slowakei reichte den Wienern nämlich zum Aufstieg.

Die Hütteldorfer agierten wesentlich schwächer als im Play-off-Hinspiel vor einer Woche und bekamen die Partie erst nach einer Gelb-Roten Karte für Denis Janco in den Griff.

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Champions League: Auslosung bringt viele Schlagerspiele

Die Auslosung der UEFA Champions League in Monaco hat heute zahlreiche Aufeinandertreffen zwischen europäischen Topclubs gebracht. So spielt in der Gruppenphase etwa Titelverteidiger Real Madrid gegen Borussia Dortmund.

Ebenfalls ein spanisch-deutsches Duell gibt es zwischen dem heurigen Finalisten Atletico Madrid und Bayern München. Der FC Barcelona muss sich unter anderen mit Manchester City messen.

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Formel 1: Hamilton wird in Spa-Francorchamps strafversetzt

Lewis Hamilton wird beim Formel-1-Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps strafversetzt. In seinem Mercedes wird ein neuer Motor zum Einsatz kommen. Es ist der bereits sechste in dieser Saison, nur fünf sind erlaubt.

Der Brite wird damit am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) voraussichtlich vom Ende des Feldes starten. Gelingt Hamilton keine Aufholjagd bis Rang sieben, droht der Verlust der WM-Führung an seinen Teamkollegen Nico Rosberg.

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Wirtschaft

Heta im ersten Halbjahr dank FMA-Schuldenschnitts positiv

FMA-Schuldenschnitt sei Dank: Die Abbaugesellschaft der früheren Hypo Alpe-Adria, die Heta Asset Resolution, bilanziert zum Halbjahr positiv. Der bisherige Verlauf des Abbaues liege über den Erwartungen. Jedoch würden die verbleibenden Assets „durchaus schwerer zu verwerten sein“, so Heta-Chef Sebastian Schoenaich-Carolath gestern Abend in einer Unternehmensaussendung.

Wirksamer Schuldenschnitt

Dank der Umsetzung des Schuldenschnitts durch die Finanzmarktmarktaufsicht (FMA) - 54 Prozent für vorrangige Gläubiger, nachrangige Gläubiger zur Gänze - erzielte die Heta im ersten Halbjahr 2016 in ihrem Einzelabschluss einen Periodenüberschuss nach Steuern von 7,5 Mrd. Euro - im Konzernabschluss sind es 6,94 Mrd. Euro.

Alleine aus dem riesigen Effekt des Schuldenschnitts stammen 7,15 Mrd. Euro. Das außerordentliche Ergebnis resultiert daraus, dass die Verbindlichkeiten der früheren Hypo - durch den Schuldenschnitt auf 46 bzw. null Prozent - um 9,45 Mrd. Euro verringert wurden.

Große Anzahl von Rechtsstreitigkeiten

Das rein operative Ergebnis zum Halbjahr liegt bei 330 Mio. Euro. Personal-, Zins- und Sachaufwendungen seien gesunken. Im Schuldenschnitt der FMA war ja auch der Zinsaufwand für berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten in der laufende Verzinsung auf null Prozent gestrichen worden.

Die Heta weist in ihrer Aussendung darauf hin, dass sie sich immer noch mit einer großen Anzahl von Rechtsstreitigkeiten konfrontiert sieht. Diese könnten die zukünftige Entwicklung der Heta wesentlich beeinflussen und „beinhalten erhebliche Risiken“.

Bericht: Uber mit Riesenverlust im ersten Halbjahr

Der umstrittene Fahrdienstvermittler Uber schreibt in diesem Jahr laut einem Medienbericht weiterhin tiefrote Zahlen. Der aggressive Expansionskurs habe dem Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2016 einen Verlust von mindestens 1,27 Milliarden Dollar (1,12 Mrd. Euro) vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen eingebrockt, berichtete der Finanzdienst Bloomberg heute unter Berufung auf Insider.

Die Zahlen kämen aus einer Telefonkonferenz von Finanzchef Gautam Gupta, der Investoren alle drei Monate über die Ergebnisse informiere. Uber ist nicht börsennotiert und muss deshalb keine öffentlichen Finanzberichte vorlegen. Das Unternehmen, das von seinen Geldgebern mit 69 Milliarden Dollar bewertet wird, gibt im Wettkampf mit Rivalen wie Lyft um die Vorherrschaft im Geschäft mit Taxialternativen viel Geld unter anderem zur Rekrutierung von Fahrern aus.

Verluste auch in den USA

In der siebenjährigen Firmenhistorie soll Uber schon mindestens vier Milliarden Dollar verbraucht haben, heißt es in dem Bloomberg-Bericht. Zuletzt habe sich der Trend noch verschärft - in den ersten beiden Quartalen sei auf ein Minus von 520 Millionen Dollar eines in Höhe von 750 Millionen gefolgt. Auch auf dem zwischenzeitlich angeblich schon mal profitablen US-Heimatmarkt soll Uber zuletzt wieder Millionen verloren haben. In China zog Uber jüngst nach hohen Verlusten die Reißleine und legt das dortige Geschäft mit dem lokalen Rivalen Didi Chuxing zusammen.

In Metropolen wie New York versucht die Firma mit Kampfpreisen und Rabattaktionen, die Konkurrenz auf Abstand zu halten - das geht ins Geld. Die Ausgabenoffensive zahlt sich aber offenbar auch in kräftigen Umsatzanstiegen aus. Vom ersten auf das zweite Quartal 2016 sollen die Nettoerlöse um 18 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar gewachsen sein. Das gesamte Buchungsvolumen kletterte derweil Bloomberg zufolge von 3,8 auf mehr als 5,0 Milliarden Dollar.

Chronik

Drei Tote in Kanada nach mutmaßlicher Armbrustattacke

Drei Menschen sind in der kanadischen Metropole Toronto bei einer mutmaßlichen Armbrustattacke getötet worden. Die Polizei teilte heute per Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass drei Tote auf einer Straße im Stadtteil Scarborough gefunden worden seien.

Ein Mensch sei festgenommen worden, die Untersuchung dauere an. Ein Polizeisprecher sagte kanadischen Medienberichten zufolge, dass die Wunden der Toten augenscheinlich von Armbrustbolzen zu stammen schienen. Nähere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Steilküste in Normandie bricht ein - eventuell Verschüttete

Nach dem Einsturz einer Steilküste am Ärmelkanal fürchten die französischen Behörden, dass Menschen verschüttet sein könnten.

„Es besteht der Verdacht, dass sich Menschen unter den aufgehäuften Kreidefelsen befinden“, teilte die Präfektur des Verwaltungsbezirks Seine-Maritime heute mit.

Die Steilküste im Normandie-Ort Saint-Martin-aux-Buneaux stürzte den Angaben zufolge am Nachmittag auf etwa 100 Metern Breite ein. Unter anderem sind Suchhunde im Einsatz.

Science

Gesundheit

Ragweed blüht: Heftige Allergiesaison geht in Verlängerung

Nach einer bisher bereits heftigen Allergiesaison müssen Betroffene weiter leiden: Im Süden und Osten Österreichs setzt das Ragweed zur Blüte an, am Wochenende wird es die ersten Belastungsspitzen geben.

Der verregnete Sommer bescherte der eingeschleppten Pflanzenart optimale Wachstumsbedingungen, Experten rechnen mit einer überdurchschnittlich starken Saison. Ragweed-Pollen gelten als „Superallergen“ - schon in minimalsten Mengen können sie heftige Symptome hervorrufen.

Mehr dazu in Hohe Ragweed-Belastung am Wochenende

Leute

Actionstar Seagal bei fruchtigem PR-Termin mit Lukaschenko

Obst und Gemüse vom Diktator: US-Schauspieler Steven Seagal hat bei einem Besuch in Weißrussland von Präsident Alexander Lukaschenko eine Einweisung in die weißrussische Küche bekommen.

Beherzt biss der 64-jährige Actionstar („Alarmstufe Rot“) in eine frische Karotte, die Lukaschenko eigens für ihn bei der Ernte auf einem Acker geschält hatte, wie in einem Video zu sehen war. Besonderes Vergnügen hatten die beiden offenbar bei der Begutachtung einer Melone.

Steven Seagal und Alexander Lukaschenko mit Wassermelone

APA/AFP/Stasevich Andrei Olegovich

Das ist keine weißrussische Karotte

„Das ist sehr gut für die Gesundheit“, sagte Lukaschenko in dem Clip. Seagal - orange getönte Brille, weites schwarzes Hemd - verwies darauf, dass er weißrussische Wurzeln habe. Er ist häufig in Osteuropa zu Gast. In Russland pflegt er Kontakt zu Präsident Wladimir Putin.

Wie örtliche Medien berichteten, war der Schauspieler auf eigenen Wunsch nach Minsk gereist und hatte um ein Treffen mit Lukaschenko gebeten. Der 61-jährige Machthaber regiert sein Land mit harter Hand und gilt als „letzter Diktator Europas“.

Lukaschenko nutzt häufig Besuche westlicher Stars, um Weißrusslands traditionell wichtige Landwirtschaft zu präsentieren. Vergangenes Jahr hatte er dem französischen Schauspieler und Putin-Freund Gerard Depardieu einen Kurs im Umgang mit einer Sense gegeben.

Französische Modeschöpferin Sonia Rykiel ist tot

Die französische Modeschöpferin Sonia Rykiel ist tot. Die „Königin des Strick“ starb im Alter von 86 Jahren, wie ihre Familie der Nachrichtenagentur AFP heute sagte. Berühmt wurde die Designerin unter anderem mit edlen Strickkleidern.

Sonia Rykiel

APA/AP/Christian Hartmann

Mit Rykiel habe die Modewelt eine Pionierin und freie Frau verloren, würdigte Frankreichs Präsident Francois Hollande die am 25. Mai 1930 in Paris geborene Designerin. Sie habe nicht nur Mode entworfen, sondern auch einen Lebensstil. Sie habe Frauen Bewegungsfreiheit verschafft.

Pragmatischer Ansatz

Tatsächlich entwarf Rykiel ihre Mode aus rein pragmatischen Gründen. Während ihrer Schwangerschaft fand sie keine Kleider, die elastisch und bequem waren. Mit Hilfe von Geschäftskontakten ihres damaligen Mannes schuf sie im Jahr 1962 ihre eigene Strickkollektion, zunächst als Umstandsmode. Einige Jahre später eröffnete sie in Paris eine Boutique. Zu den berühmtesten Kundinnen gehörten Brigitte Bardot, Catherine Deneuve und Audrey Hepburn.

Rykiel galt lange Zeit als eine der markantesten Figuren der Pariser Modeszene. Ihre Karriere begann in der Aufbruchsstimmung der 68er-Bewegung. „Es war eine Mode des Protestes“, erinnerte sich die Künstlerin in den 1990er Jahren an ihre Anfänge.

Modehaus in Paris seit 1990

Als junges Mädchen, das noch nicht einmal nähen konnte, befreite sie die Mode von der Diktatur bürgerlicher Anständigkeit. Sie sortierte die Schulterwatte aus, kehrte Nähte nach außen, ließ Röcke ungesäumt und entwarf die ersten Jogginganzüge aus Baumwollvelours.

Im Pariser Viertel Saint-Germain-des-Pres eröffnete sie 1990 ein fünfstöckiges Modehaus, wo es alles gab, was die ungestüme Frau mit den flammend roten Haaren entwarf: Pret-a-porter für Damen, Männer und Kinder, Strickwaren und Accessoires. Aus den Anfängen ist ein florierendes Familienunternehmen mit Millionenumsatz und Geschäften in Dutzenden Ländern geworden.

Kultur

Hollywood legt „Ziemlich beste Freunde“ neu auf

Der französische Kinohit „Ziemlich beste Freunde“ wird in den USA neu verfilmt. Wie die Branchenportale Deadline.com und Variety heute berichteten, soll Neil Burger die Regie übernehmen. Als Hauptdarsteller sind „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston und der Komödiant Kevin Hart an Bord. Die Dreharbeiten sollen Anfang 2017 beginnen. 

Die berührende Sozialkomödie über zwei völlig unterschiedliche Männer, die zu Freunden werden, zählt zu Frankreichs größten Kinohits. 2011 inszenierten Eric Toledano und Olivier Nakache „Ziemlich beste Freunde“ mit Francois Cluzet in der Rolle eines querschnittsgelähmten Aristokraten und dem Komiker Omar Sy, der dessen frech-dreisten Pfleger spielt.

Homer Simpsons neue Stimme erstmals in Berlin zu hören

Neue Staffel, neue Stimme: Bei den „Simpsons“ tut sich einiges. Für Homer gibt es eine neue Stimme, die heute Abend zum ersten Mal zu hören war, als in Berlin vor Fans in einem Kino zwei Folgen der neuen Staffel gezeigt wurden.

Wer der neue Synchronsprecher ist, wurde noch nicht verraten. Und auch für die anwesenden Fans war das Rätsel offenbar nicht zu lösen. Die Stimme klinge aber ganz ähnlich wie die alte, lautete eine mehrfach zu hörende Einschätzung. Mehrere Fans äußerten sich angenehm überrascht. Der bisherige Synchronsprecher, der Homer in deutscher Sprache seit der ersten Folge seine Stimme lieh, war Norbert Gastell. Er starb im vergangenen November im Alter von 86 Jahren.

Princes Anwesen Paisley Park wird Museum

Die legendären Studios des am 21. April gestorbenen Popsängers Prince bei Minneapolis werden im Oktober als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Eröffnung des 5.000 Quadratmeter großen Komplexes wurde von den Organisatoren für den 6. Oktober angekündigt. Eine Woche später ist in Minneapolios ein Gedenkkonzert für den Sänger geplant, der mit 57 Jahren auf dem Anwesen Paisley Park an einer Überdosis Schmerzmitteln starb.

„Zu seinen Lebzeiten haben nur ein paar hundert Menschen die Gelegenheit gehabt, sich das Anwesen anzusehen“, sagte Princes Schwester Tyka Nelson. Künftig könnten die Fans aus aller Welt diese „unglaubliche“ Erfahrung machen. Führungen von 70 Minuten können zum Preis von 38 Dollar (rund 34 Euro) gebucht werden, VIP-Touren ab 100 Dollar.

Vier Studios und Musikklub

In dem Komplex gibt es vier Studios und den NPG Music Club. Die Vermögensverwalter rechnen mit bis zu 2.000 Besuchern pro Tag. Die Besucher können auch Tausende persönliche Hinterlassenschaften von Prince in Augenschein nehmen, darunter seine extrem ausgefallenen Kostüme.

Mit den Jahren entwickelte sich Paisley Park zu einem Zentrum der Musikindustrie, die Studios wurden unter anderen von Madonna, Stevie Wonder und R.E.M. angemietet. In den letzten Lebensjahren veranstaltete Prince in seinen Studios gelegentliche Tanzpartys, die immer sehr kurzfristig angekündigt wurden. Bei einer solchen Party hatte Prince in Paisley Park am 17. April seinen letzten Auftritt.

Panorama