Ausland

USA und Russland einig über Waffenruhe für Syrien

Die USA und Russland haben sich grundsätzlich über Schritte zu einer Waffenruhe im Syrien-Konflikt verständigt. Allerdings müssten bis dahin noch Einzelheiten geklärt werden, erklärten die Außenminister beider Länder gestern am späten Abend nach Verhandlungen in Genf. Experten beider Länder sollten sich in den kommenden Tagen zur Klärung noch offener Fragen treffen.

Noch etliche Fragen offen

„Wir wollen keine Vereinbarung, die nicht durchsetzbar wäre“, sagte US-Außenminister John Kerry bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow. Auch der russische Außenminister wies darauf hin, dass vor einem möglichen Durchbruch zu einer friedlichen Lösung im Syrien-Konflikt noch etliche einzelne Fragen zu klären seien.

Dazu gehört nach Angaben beider Politiker das Vorgehen gegen terroristische Gruppierungen wie die Al-Nusra-Front. Dennoch seien aber zwischen Washington und Moskau nun die „große Mehrheit“ der technischen Debatten über Schritte zu einer Waffenruhe und zur Verbesserung der humanitären Hilfe für notleidende Menschen in Syrien geklärt worden, erklärte der US-Außenminister.

Erste Menschen verlassen Deraja

Nach vier Jahren Belagerung durch syrische Regierungstruppen vereließen indes die ersten Bewohner den Ort Daraja am südlichen Rand der Hauptstadt Damaskus.

Der regimenahe libanesische TV-Kanal al-Majadin meldete heute, Busse transportierten Männer, Frauen und Kinder in andere Orte. Unter ihnen seien auch Rebellen. Der UNO-Beauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, äußerte sich besorgt über das Schicksal der betroffenen Menschen.

Die Rebellenhochburg Daraja wird seit 2012 belagert. Für die syrische Armee ist der Ort wichtig, weil er direkt an einem Militärflughafen liegt. Daraja war regelmäßig Ziel von Luftangriffen des Regimes mit international geächteten Fassbomben.

Beben in Italien: Zahl der Toten stieg auf 278

Die Zahl der Toten nach dem katastrophalen Erdbeben in Mittelitalien ist auf 278 gestiegen. Das hat der Zivilschutz gestern Abend bekanntgegeben. Allein in dem am stärksten betroffenen Ort Amatrice in der Region Latium stieg die Zahl von 207 auf 218, wie der Sender RaiNews24 unter Berufung auf offizielle Stellen berichtete. Insgesamt starben nach diesen Angaben in Latium 229 Menschen, in der Region Marken 49. 238 Verschüttete seien lebend geborgen worden.

Feuerwehrleute auf der Suche nach Überlebenden

Reuters/Max Rossi

Morgen nationaler Trauertag

In den hektischen Bemühungen, noch Überlebende unter den Trümmern zu finden, bereiten sich im italienischen Bebengebiet die Überlebenden auf die ersten Begräbnisse von toten Angehörigen und Freunden vor. Der morgige Tag wurde zum nationalen Trauertag erklärt. Der Bürgermeister von Amatrice sagte unterdessen, dass der gesamte alte Stadtkern abgerissen werden müsse.

Mehr dazu in Weiter Ungewissheit über Vermisstenzahl

Kern trifft Merkel und Amtskollegen in Berlin

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) kommt heute nahe Berlin mit seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Slowakei, Bulgariens und Kroatiens zusammen. Bei dem Treffen zur „Zukunft Europas“ im Vorfeld des EU-Sondergipfels am 16. September in Bratislava wird vor allem der „Brexit“, aber wohl auch die Themen „Flüchtlinge“ und „EU-Türkei“ erörtert.

Merkel will sich vor dem Gipfel mit allen EU-Staats- und Regierungschefs abstimmen. Anlässlich eines Mittagessens in Schloss Meseberg ist Kern morgen mit Boiko Borissow (Bulgarien), Robert Fico (Slowakei) und Tihomir Oreskovic (Kroatien) an der Reihe.

Merkel fordert Neuaufstellung der EU

Die deutsche Kanzlerin forderte eine grundsätzliche Neuaufstellung der EU wegen des angekündigten Austritts Großbritanniens. Kurz vor dem Treffen machte Kerns Parteikollege und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil mit Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik auf sich aufmerksam. „Die ‚Wir schaffen das‘-Politik ist unverantwortlich“, sagte Doskozil zur „Kronen Zeitung“ (Freitagausgabe). Das deutsche Boulevardblatt „Bild“ titelte: „Ösis stänkern gegen Merkel“.

Brasilien: Polizei belangt Lula wegen Korruption

Die brasilianische Polizei hat den Vertrauten der suspendierten Präsidentin Dilma Rousseff, Luiz Inacio Lula da Silva, gestern der Korruption und der Geldwäsche im Zusammenhang mit der Petrobras-Affäre beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft hat nun drei Monate Zeit, um den Polizeibericht zu prüfen und möglicherweise Klage zu erheben.

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff vor dem Senat befindet sich unterdessen in der entscheidenden Phase. Der Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras erschüttert Brasilien seit Jahren. Neben Lulas und Rousseffs Arbeiterpartei (PT) sind auch andere Parteien in die Korruptionsaffäre verwickelt.

Bereits wegen Behinderung der Justiz angeklagt

In ihrem von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenen Bericht beschuldigt die Bundespolizei außer Lula, der von 2003 bis 2010 als Staatschef amtierte, auch dessen Frau Marisa Leticia Lula da Silva der passiven Bestechung und Geldwäsche sowie drei weitere Verdächtige.

Lula ist bereits wegen Behinderung der Justiz in Zusammenhang mit der Aufklärung der Petrobras-Affäre angeklagt. Die Polizei wirft dem Ehepaar vor, von der Baufirma OAS Güter im Wert von 670.000 Euro zum derzeitigen Umrechnungskurs illegal erhalten zu haben.

Unter anderem geht es um ein Appartement im Badeort Guaruja, das der OAS-Konzern Lula überlassen und dessen Besitz er den Behörden verschwiegen haben soll. Die Firma steht im Verdacht, in den Petrobras-Schmiergeldskandal verwickelt zu sein.

Berufungsprozess zu Breiviks Haftumständen im Jänner

Der vom norwegischen Staat angestrengte Berufungsprozess gegen das Urteil zu den Haftbedingungen des rechtsextremen Attentäters Anders Behring Breivik findet im Jänner statt. Die Leiterin des Berufungsgerichts, Mari Fjaertoft Trondsen, sagte das gestern der Nachrichtenagentur AFP.

Der ursprünglich vorgesehene Termin vom 29. November sei geplatzt, weil Breiviks Anwalt, Oystein Storrvik, zu diesem Zeitpunkt wegen eines anderen Falls verhindert sei. Das genaue Datum und der Ort würden später bekanntgegeben, hieß es.

Haftumstände „unmenschlich“

Möglich sei das Hochsicherheitsgefängnis Skien etwa hundert Kilometer südlich von Oslo, wo aus Sicherheitsgründen bereits das Verfahren in erster Instanz stattfand. Breivik hatte gegen seine Haftbedingungen geklagt.

Ein Gericht in Oslo hatte im April geurteilt, Breiviks Haftumstände seien wie von ihm vorgetragen „unmenschlich“ und verstießen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Deren Artikel drei besagt: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden“.

Seit fast fünf Jahren in Einzelhaft

Die Richterin verwies insbesondere darauf, dass der 37-Jährige seit fast fünf Jahren in Einzelhaft sitze. Der Staat wurde zudem dazu verurteilt, Breiviks Prozesskosten zu übernehmen. Nicht durchsetzen konnte sich der verurteilte Massenmörder hingegen mit der Klage gegen die Kontrolle seiner Kontakte zur Außenwelt.

Breivik hatte im Juli 2011 zunächst acht Menschen bei einem Bombenanschlag in Oslo getötet und anschließend auf der Insel Utöya 69 Teilnehmer eines Sommerlagers der sozialdemokratischen Jugendorganisation erschossen. Er wurde zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt, der Höchststrafe in Norwegen. Die Inhaftierung kann verlängert werden, wenn die Behörden in ihm weiterhin eine Gefahr sehen.

Präsidentenwahl in Gabun mit hohem Konfliktpotenzial

In der Republik Gabun sind heute gut 600.000 Wähler zu einer Präsidentenwahl aufgerufen. Amtsinhaber Ali Bongo bewirbt sich für ein weiteres Mandat von sieben Jahren. Insgesamt wurden 14 Kandidaten zugelassen, aber für den 57-jährigen Präsidenten gibt es nur einen ernsthaften Rivalen - den Ex-Präsidenten der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Jean Ping. Der 73-jährige Ping sicherte sich in Vor-Absprachen den Rückhalt der meisten Bongo-Gegner.

Mehrere Tote bei Unruhen nach letzter Wahl

Die Wahl birgt erhebliches Konfliktpotenzial. Nach der Wahl 2009 gab es bei Unruhen mehrere Tote, es wurde eine Ausgangssperre verhängt. Der Erdölsektor, Haupteinnahmequelle des zentralafrikanischen Landes, ist im Niedergang, Tausende Arbeiter wurden entlassen.

Fünf Terrorverdächtige in Großbritannien festgenommen

Die Polizei in Großbritannien hat gestern fünf Terrorverdächtige festgenommen. Wie die West Midlands Police mitteilte, handelt es sich um drei Männer in Birmingham und zwei weitere im mittelenglischen Stoke-on-Trent. In Birmingham sei vorsorglich auch ein Sprengstoffkommando der britischen Armee hinzugerufen worden.

Männer im Alter von 18 bis 37 Jahren

Die Männer im Alter von 18 bis 37 Jahren werden verdächtigt, terroristische Taten begangen, geplant oder angezettelt zu haben. Die Festnahmen seien aufgrund von Geheimdienstinformationen erfolgt, teilte die Polizei mit. Mehrere Wohnungen seien durchsucht worden. Die Ermittlungen dauerten an.

Inland

Hahn wegen Visafreiheit für Türken skeptisch

EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn erachtet die Einführung der visafreien Einreise türkischer Staatsbürger in die EU bis 1. Oktober „theoretisch“ für „möglich“. Aber: „Die, die sich intensiv mit der Materie befassen, sind relativ skeptisch, dass dem so sein wird“, sagte Hahn gestern Abend gegenüber Ö1 zu entsprechenden Aussagen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Alpbach.

Für eine Visafreiheit müsse die Türkei die dafür vorgesehenen Kriterien erfüllen, erklärte Hahn im „Europajournal“ des ORF-Radios. „Es liegt an der Türkei.“

Vielteiliger Aktionsplan

Der EU-Kommissar betonte zudem, dass der vereinbarte Aktionsplan vom Vorjahr mehrere Elemente umfasse, abgesehen vom Flüchtlingsdeal und der Visaliberalisierung die Aktivierung der Beitrittsverhandlungen und die Adaptierung der Zollunion. „Diese Elemente stehen nebeneinander und bedingen einander nicht.“

Ebenso zurückhaltend wie zur Visafreiheit äußerte sich Hahn zur Ansicht des türkischen Botschafters in Brüssel, wonach ein EU-Beitritt Ankaras innerhalb von fünf Jahren erreichbar wäre: Alles, was den Beitritt eines Landes zur Europäischen Union betreffe, bedürfe der Einstimmigkeit aller EU-Mitgliedstaaten, erklärte Hahn.

„Ergebnisoffene“ Verhandlungen

Die Verhandlungskapitel, die sich mit der Rechtsstaatlichkeit befassen, seien noch nicht eröffnet. Außerdem hänge der Prozess von den Zypern-Gesprächen und der politischen Lage insgesamt ab. „Ich kann mir - ehrlich gesagt - nicht vorstellen, dass in so einer kurzen Zeit die Gespräche abgeschlossen sein können.“ Die Verhandlungen müssten darüber hinaus „ergebnisoffen“ geführt werden.

Hahn betonte, dass es im Interesse der EU sei, Stabilität in der Türkei zu haben. Die Türkei sei einer, „wenn nicht der wesentlichste Partner“, sagte der ÖVP-Politiker und verurteilte erneut den Putschversuch.

Sport

Fußball: Bayern starten mit Schützenfest

Bayern München ist gestern Abend mit einem Schützenfest in die neue Saison der deutschen Bundesliga gestartet. Der Doublegewinner setzte sich in der Allianz Arena ohne Mühe mit 6:0 gegen Werder Bremen durch. Die Hälfte aller Tore erzielte Polens Stürmerstar Robert Lewandowski. ÖFB-Star David Alaba, der wieder in der linken Verteidigung spielte, wurde bei den Bayern ebenso ausgewechselt wie Florian Grillitsch bei Werder.

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Erste Liga: LASK schließt zu Liefering auf

Der LASK hat gestern in der siebenten Runde der Ersten Liga mit einem Auswärtssieg im Schlagerspiel gegen Kapfenberg wieder zu Leader Liefering aufgeschlossen. Die Salzburger stehen zwar weiterhin ohne Niederlage an der Tabellenspitze, hatten aber beim 1:1 gegen Austria Lustenau hart zu kämpfen.

Blau Weiß Linz und Wacker Innsbruck trennten sich wie WSG Wattens und der SV Horn mit einem Remis. Einen klaren Sieg feierte dafür der FAC in Wiener Neustadt.

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Tennis: Thiem zum US-Open-Auftakt gegen Australier

Der als Nummer acht gesetzte Niederösterreicher Dominic Thiem bekommt es in der ersten Runde der US Open mit dem Australier John Millman zu tun. Das ergab die gestern in Flushing Meadows vorgenommene Auslosung.

Bei den Damen kämpfte sich Barbara Haas erfolgreich durch die Qualifikation. Die 20-jährige Oberösterreicherin gibt damit in New York ihr Debüt bei einem Grand-Slam-Turnier.

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Europa League: Auf ÖFB-Trio warten Topduelle

Die Fans von Red Bull Salzburg, Rapid und Austria dürfen sich in der Gruppenphase der Europa League auf attraktive Gegner freuen. Fortuna bescherte dem ÖFB-Trio bei der Auslosung gestern in Monaco Schlagerspiele.

So bittet Salzburg etwa den deutschen Traditionsclub Schalke 04 zum Nachbarschaftsderby, Rapid muss gegen Athletic Bilbao bestehen, die Austria gegen AS Roma.

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Wirtschaft

Fed-Chefin Yellen sieht mehr Argumente für Zinserhöhung

Die Argumente für eine Zinsanhebung haben nach Einschätzung der Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, in den vergangenen Monaten an Zugkraft gewonnen. Es gebe Verbesserungen auf dem US-Arbeitsmarkt, zudem werde ein moderates Wirtschaftswachstum erwartet, sagte Yellen gestern in einer Rede auf der Notenbankerkonferenz der Fed in Jackson Hole in Wyoming.

Yellen signalisierte in ihrer Rede nicht, wann genau die US-Zentralbank den nächsten Zinsschritt wagen will. Ihre Bemerkungen verstärkten aber die Sichtweise, dass die Fed noch in diesem Jahr die Zinsen anheben könnte.

Vor rund acht Jahren hatte die Fed in der Finanzkrise den Leitzins auf das Rekordtief von null bis 0,25 Prozent gesenkt. Im Dezember hob sie den Zins dann erstmals wieder an auf 0,25 bis 0,50 Prozent, verzichtete seither aber auf weitere Erhöhungen. Der zuständige Fed-Ausschuss befasst sich Ende September das nächste Mal mit dem Leitzins.

Ryanair sieht trotz sinkender Ticketpreise Gewinnprognose

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hält trotz sinkender Ticketpreise an ihrer Ergebnisprognose fest. Der Überschuss werde in dem bis Ende März 2017 laufenden Geschäftsjahr um etwa 13 Prozent auf 1,38 bis 1,43 Mrd. Euro zulegen, teilte die Airline gestern mit. Das wäre ein Rekordergebnis.

Ticketpreise um acht bis neun Prozent gefallen

Die durchschnittlichen Ticketpreise dürften in den sechs Monaten bis Ende September um acht bis neun Prozent gefallen sein und damit stärker als von Ryanair erwartet. Die Fluggesellschaft habe jedoch ihre Kosten stärker als geplant senken können.

Außerdem sei der Auslastungsfaktor trotz des „Brexit“-Votums gestiegen. Europas nach Passagierzahlen größte Airline hat ihren wichtigsten Standort in Stansted im Umland von London.

Chronik

Erneut Basejumper in der Schweiz tödlich verunglückt

Ein mit einem Wingsuit ausgerüsteter Basejumper ist gestern im Berner Oberland tödlich verunglückt. Nach Berichten von schweizerischen Medien handelte es um einen 28 Jahre alten Deutschen, der seinen Sprung via Smartphone live auf Facebook übertrug. Der Unfall ist der dritte dieser Art in der Region binnen kurzer Zeit.

Schwierigkeiten beim Flug

Der Mann sprang vom Alpschelehubel in Kandersteg ab. Nach ersten Erkenntnissen hatte er kurz nach dem Absprung Schwierigkeiten beim Flug, bevor er auf dem Boden aufschlug. Die Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen, wie die Kantonspolizei mitteilte.

Erst am 17. August waren im benachbarten Lauterbrunnental, das als „Mekka“ der Basejumper gilt, zwei Männer ums Leben gekommen. Einer von ihnen war der weltbekannte Basejumper Uli Emanuele aus Südtirol.

D: Knochenfund gibt Hinweise auf Mord vor 300 Jahren

In Hannover sind möglicherweise die Knochen eines vor 300 Jahren verschwundenen Grafen und damit vermutlich ein Mord entdeckt worden. Die sterblichen Überreste eines Menschen wurden bei Renovierungsarbeiten in einem Schloss gefunden. „Die Leiche lag in rund acht Metern Tiefe unter dem Fundament“, sagte Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, gestern.

Die Knochen könnten dem Grafen Philipp Christoph von Königsmarck gehören, der in der Nacht auf den 1. Juli 1694 in Hannover spurlos verschwunden war. Die sterblichen Überreste waren am 10. August entdeckt und in der Medizinischen Hochschule Hannover untersucht worden. Eine genaue Todesursache konnten die Experten nicht mehr feststellen.

Von Königsmarck war ein hannoverscher Offizier und Hofkavalier. Er hatte eine Liebesbeziehung mit Prinzessin Sophie Dorothea von Braunschweig und Lüneburg, die verheiratet war. Beide planten die Flucht, wurden aber verraten. Daraufhin verschwand der Graf spurlos. Nun soll die DNA mit der von noch lebenden Nachfahren verglichen werden. Sollte es eine Übereinstimmung geben, „dann könnten wir doch noch den Nachweis erbringen, dass es Mord war“, sagte Klinge.

Medien

Ehemaliger Ö1-Kulturchef Parschalk verstorben

„Ich war fanatischer Kulturjournalist, ich habe mich wahnsinnig interessiert, wenn irgendeine Pressekonferenz war oder wenn es darum ging, kulturpolitische Maßnahmen wiederzugeben und zu vermitteln und darzustellen für die Hörer“, hatte Volkmar Parschalk über seine Leidenschaft für seinen Beruf gesagt. Der langjährige Leiter der Hauptabteilung Kultur des Radiosenders Ö1 ist im Alter von 82 Jahren verstorben. ==

Mehr dazu in oe1.ORF.at

„WirtschaftsBlatt“-Mitarbeiter streben Buy-out an

Die Mitarbeiter des „WirtschaftsBlatts“ wollen die Tageszeitung weiterführen und streben einen Mitarbeiter-Buy-out an. Ein entsprechender Beschluss wurde in einer Mitarbeiterversammlung sowie in den Reihen der Redaktion der Wirtschaftszeitung gefasst. Verhandlungen mit der Geschäftsführung sollen rasch aufgenommen werden.

Die Styria Media Group, zu der neben dem „WirtschaftsBlatt“ auch „Die Presse“ und die „Kleine Zeitung“ gehören, hatte Mitte August die Einstellung der Tageszeitung mit 2. September angekündigt. Zuletzt prüfte der Medienkonzern unter der Leitung von Styria-Vorstandschef Markus Mair Interessensbekundungen von etwaigen Investoren, die nach dem Einstellungsbeschluss die Möglichkeiten einer Fortführung sondiert hatten.

Zu diesen Interessenten gehören nun offenbar auch die Mitarbeiter des „WirtschaftsBlatt“ selbst. Nächste Woche wolle man dazu mit konkreteren Details an die Öffentlichkeit gehen, war gestern aus dem Kreis der Mitarbeiter der Tageszeitung zu hören. Von der Einstellung des Blattes wären insgesamt 66 Mitarbeiter betroffen.

Science

Obama schafft größtes Meeresschutzgebiet der Welt

Die USA haben vor Hawaii das größte Meeresschutzgebiet der Welt ausgewiesen. US-Präsident Barack Obama weitete das von seinem Vorgänger George W. Bush bereits 2006 geschützte Areal gestern unter Ausnutzung seiner Exekutivrechte noch einmal um mehr als das Vierfache aus.

Es umfasst nun 1,5 Millionen Quadratkilometer. Das Papahanaumokuakea Marine National Monument löst damit ein Schutzgebiet vor den Cookinseln als größtes Meeresschutzgebiet der Welt ab.

24 Walarten vor Hawaii

Obama ist auf Hawaii geboren worden und schützt damit auch seine Heimat - vor Hawaii liegen nun 98 Prozent der geschützten Meeresgewässer der USA.

Vor den nördlichen Inseln des US-Bundesstaates Hawaii befinden sich unter anderem die Reviere von 24 Walarten wie etwa Blauwalen. Auch zahlreiche Haie sind dort zu Hause. Geschützt werden aber auch Unterseevulkane und Korallenriffe.

Wracks gesunkener Schiffe und abgeschossener Flugzeuge

In der Gegend, Schauplatz zahlreicher Schlachten im Zweiten Weltkrieg, liegen viele Wracks gesunkener Schiffe und abgeschossener Flugzeuge auf Grund, darunter ein Flugzeugträger der US-Flotte.

Sie stehen zwar nicht unter Schutz, gelten aber als ausgesprochen wertvolle Objekte für die Wissenschaft.

Kultur

Komponist Hans Zimmer gewinnt Rechtsstreit um Filmmusik

Der oscarprämierte Filmkomponist Hans Zimmer (58) hat einen Gerichtsstreit in Kalifornien um Urheberrechtsverletzung gewonnen. Der Kläger, US-Komponist Richard Friedman, habe seine Klage zurückgezogen und sich zudem bei Zimmer entschuldigt, teilte Zimmers Anwältin Candace Carlo gestern der dpa mit. Das Verfahren drehte sich um die Filmmusik für das Sklavendrama „12 Years a Slave“ (2013).

Fehlerhaftes Urteil eines Musikexperten

Friedman hatte Zimmer vorgeworfen, der gebürtige Frankfurter habe Kompositionen für den Film von einem seiner Werke kopiert. In einer Entschuldigung räumte Friedman nun ein, er habe sich beim Einbringen der Klage auf das fehlerhafte Urteil eines Musikexperten gestützt. Zimmer hatte die Plagiatsvorwürfe von Beginn an zurückgewiesen.

Zimmer gehört zu den profiliertesten Filmkomponisten und hat für „Der König der Löwen“ (1994) bereits einen Oscar erhalten. Insgesamt war er zehnmal für einen Oscar nominiert, darunter mit seiner Filmmusik für „Interstellar“, „Inception“ und „Gladiator“. 

Zehntes Mal Festival gegen Rechts in deutschem Ort Jamel

Im von zahlreichen Neonazis bewohnten deutschen Ort Jamel hat das zehnte Musikfestival für Demokratie und Toleranz „Jamel rockt den Förster“ begonnen. Initiatoren sind Birgit und Horst Lohmeyer. Das Künstlerpaar erlebt seit Jahren Anfeindungen durch die offen Rechtsextremen, die den größten Teil des Ortes bewohnen. Das Festival entstand als Reaktion auf Versuche, die Eheleute wieder zu vertreiben.

In diesem Jahr zogen vor allem der Sänger und Schlagzeuger Bela B. von den Ärzten sowie die Band Fettes Brot viele Gäste an. Die 1.200 Karten für die Eröffnungsveranstaltung gestern Abend waren nach Angaben der Veranstalter schon seit Längerem vergriffen. Für morgen sind unter anderen Wolf Maahn mit Band, die Rapperin Sookee und die Tequila & the Sunrise Gang angekündigt.

Panorama

Dritte Bosporus-Brücke in Istanbul eröffnet

Die dritte Bosporus-Brücke zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil Istanbuls ist gestern ihrer Bestimmung übergeben worden. Die in einer Bauzeit von weniger als vier Jahren fertiggestellte Hängebrücke überspannt die Meerenge an der Einmündung in das Schwarze Meer auf 1,4 Kilometern Länge. Mit einer achtspurigen Autobahn und zwei Eisenbahngleisen verbindet sie den europäischen und den asiatischen Teil von Istanbul.

Sultan-Selim-Brücke

AP/AFP/Ozan Kose

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nahm an der Eröffnungsfeier teil. Die von türkischen Fernsehkanälen live übertragene Feier fand vor Tausenden Anhängern der islamisch-konservativen Regierungspartei APK statt, die rote türkische Fahnen mit Stern und Halbmond schwenkten.

Die dritte Bosporus-Brücke ist ihrer Bestimmung übergeben worden.

Nach den Klängen der Nationalhymne trug ein Gebetrufer Verse aus dem Koran vor. Benannt ist die Brücke nach Sultan Selim I., „dem Gestrengen“, der Anfang des 16. Jahrhunderts regierte und den Herrschaftsbereich des Osmanischen Reiches bis zur arabischen Halbinsel ausweitete.