Ausland

Keine Wahlkampfauftritte: Erdogan warnt Österreich

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat gestern nach der Ankündigung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Österreich zu verbieten, Österreich gewarnt.

„Diese von Österreich ergriffenen Maßnahmen werden auf es selbst zurückfallen“, so Erdogan bei einem Interview mit dem Sender NTV, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. „Der Kampf der Türkei für die Demokratie kann nicht einfach eingeschränkt werden“, so Erdogan weiter. Jene, die das behinderten, „würden einen hohen Preis zahlen“.

Erdogan bestätigte außerdem, dass es Vorbereitungen für eine Veranstaltung im Ausland gebe, an der er teilnehmen werde, „vor 10.000, 11.000 Leuten“, allerdings ohne zu präzisieren in welchem Land diese stattfinden solle.

Kritik auch an den Niederlanden

Davor hatte auch der türkische Europaminister Ömer Celik Kurz kritisiert. Es sei klar, dass sich Kurz „nicht auf demokratische Prinzipien stütze, wenn er so eine Entscheidung“ treffe, so Celik. Kritik gab es auch am niederländischen Regierungschef Mark Rutte, der sich ebenfalls gegen Veranstaltungen türkischer Politiker in den Niederlanden ausgesprochen hatte.

„Mit dieser Vorgehensweise vergiften Österreich und die Niederlande die demokratischen Werte ihrer eigenen Länder“, schrieb er auf Twitter. „Sie tragen zur Entwicklung von rassistischen politischen Bewegungen, die gegen die Werte der Europäischen Union gerichtet sind, bei.“ Auch der niederländische Regierungschef Mark Rutte hatte erklärt, dass Wahlkampfauftritte „nicht wünschenswert“ seien.

Ausnahmezustand könnte verlängert werden

Erdogan kündigte in Istanbul an, dass der Ausnahmezustand in der Türkei nach den Wahlen im Juni noch für Monate ausgedehnt werden könnte. Der Ausnahmezustand war 2016 nach dem gescheiterten Putschversuch verhängt und ist seitdem insgesamt sieben Mal verlängert worden. „Wir werden unseren Kampf nicht nur das siebente Mal weiterführen, acht wenn nötig, neun wenn nötig, zehn wenn nötig“, so Erdogan in Istanbul. „Wir werden dies für den Frieden im Land fortsetzen.“

Die Notstandsgesetze würden nur zur Bekämpfung von Terrorismus angewandt. Später sagte Erdogan jedoch, dass auch Streiks mit ihrer Hilfe beendet würden, um ein besseres Wirtschaftsklima sicherzustellen. Erdogan hatte diese Woche vorgeschlagen, die Wahlen um fast eineinhalb Jahre vorzuziehen, und auf den 24. Juni zu legen. Die Wahlen würden die schrittweise Einführung des Präsidialsystems schneller abschließen, damit erhält Erdogan mehr Macht.

Zehntausende demonstrieren in Budapest gegen Orban

Zehntausende Menschen haben gestern Abend im Zentrum von Budapest gegen die rechtsnationale Regierung von Viktor Orban demonstriert. Die Menge skandierte „Wir sind die Mehrheit!“ und „Demokratie!“. Die Redner riefen dazu auf, immer wieder auf die Straße zu gehen, wenn Orbans Regierung mit repressiven Gesetzen und Maßnahmen gegen die Zivilgesellschaft, unabhängige Medien oder kritische Mitbürger vorgehe. 

Demonstration in Ungarn

APA/AP/Zsolt Szigetvary

Es war die zweite Massenkundgebung in Folge, nachdem Orbans Fidesz-Partei bei den Wahlen am 8. April mit 49 Prozent der Stimmen eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit im Parlament gewonnnen hatte. Auch vor einer Woche hatten Zehntausende in Budapest für die Demokratie demonstriert. Als eine der ersten Maßnahmen der neuen Volksvertretung hatte Orban die Annahme von Gesetzen angekündigt, die die Arbeit von Zivilorganisationen unmöglich machen sollen.

Als Reaktion auf das Gesetz überlegt die Open-Society-Stiftung des US-Milliardärs George Soros ihr Büro in Budapest zu schließen. Die Stiftung unterstützt Zivilorganisationen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, sowie wissenschaftliche Forschungen. Orban hatte Soros im Wahlkampf zum angeblichen Staatsfeind aufgebaut und ihn beschuldigt, eine muslimische Masseneinwanderung nach Europa zu steuern. Beweise für diese Behauptung legte er keine vor.

Moskau hat keine Benachrichtung über US-Klage

Russland ist nach eigenen Angaben nicht offiziell über die Klage der US-Demokraten wegen der angeblichen Beeinflussung der Präsidentenwahl benachrichtigt worden. Moskau habe von der Klage aus den Medien erfahren, teilte das russische Außenministerium gestern mit.

Es sei noch zu früh darüber zu sprechen, welche Schritte Russland im Zusammenhang mit der Beschuldigung nun einleiten werde. „Sollten diese Informationen wahr sein, dann dürfte es sich offenbar um eine Art Versuch der Demokraten handeln, ihre Niederlage zu rechtfertigen“.

Klage gegen Russland, Trump und Wikileaks

Die US-Demokraten haben das Wahlkampfteam von Donald Trump, Russland und das Enthüllungsportal WikiLeaks wegen Beeinflussung der US-Präsidentenwahl verklagt. In der am Freitag bei einem Bundesgericht in New York eingereichten Klageschrift wirft die Partei führenden Mitarbeitern aus Trumps Wahlkampfteam, der Regierung in Moskau und dem russischen Militärgeheimdienst Verschwörung vor.

Sie hätten sich abgesprochen, um der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu schaden. Computer der Demokraten seien zudem gehackt worden, um Trump 2016 zum Wahlsieg zu verhelfen. Russland hat die Vorwürfe der Wahleinmischung zurückgewiesen. Seit Mai 2017 untersucht Sonderermittler Robert Mueller die Vorgänge.

Deutsche SPD wählt neue Vorsitzende

Auf dem Parteitag der deutschen Sozialdemokraten in Wiesbaden will sich die Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Andrea Nahles, heute auch zur Parteivorsitzenden wählen lassen. Gegen sie tritt die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange an. Die Parteispitze steht allerdings hinter Nahles, weshalb ihre Wahl als sicher gilt.

Mit Spannung wird jedoch erwartet, welches Ergebnis Nahles nach den Personalquerelen der vergangenen Wochen erzielt. Mit der Fraktionschefin würde erstmals eine Frau an die SPD-Spitze rücken. Derzeit wird die Partei kommissarisch von Finanzminister Olaf Scholz geführt. Die Neuwahl wurde erforderlich, nachdem der frühere Vorsitzende Martin Schulz zurückgetreten war.

Kubas neuer Präsident Diaz-Canel empfing Maduro

Schulterschluss zwischen Verbündeten: Kubas neuer Präsident Miguel Diaz-Canel hat als erste offizielle Amtshandlung seinen venezolanischen Kollegen Nicolas Maduro empfangen. Im Palast der Revolution wurde Maduro gestern mit militärischen Ehren empfangen. Bei dem Treffen war auch Diaz-Canels Ehefrau Lis Cuesta dabei. Die Rolle der First Lady gab es in Kuba bisher nicht.

Miguel Diaz-Canel und Nicolas Maduro

APA/AFP/Yamil Lage

„Kuba und Venezuela haben das Potenzial, ihre Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen fortzusetzen, um die Völker Lateinamerikas und der Karibik voranzubringen“, sagte Maduro. Venezuela ist Kubas engster Alliierter in der Region. Trotz der schweren Krise in dem südamerikanischen Land schickt Venezuela im Austausch gegen Ärzte über 50.000 Fässer Öl pro Tag auf die Karibikinsel.

Diaz-Canel war vor wenigen Tagen vom kubanischen Parlament zum Nachfolger von Präsident Raul Castro gewählt worden. Ein drastischer Politikwechsel wird unter dem treuen Kader der Kommunistischen Partei nicht erwartet.

Paraguay wählt neuen Präsidenten

Paraguay wählt einen Nachfolger des konservativen Präsidenten Horacio Cartes. Als Favorit der Wahl heute gilt Mario Abdo Benitez, Sohn des ehemaligen Privatsekretärs von Diktator Alfredo Stroessner (1954-1989) und Kandidat der mächtigen Colorado-Partei. Sein stärkster Rivale ist Efrain Alegre von der Mitte-Links-Koalition Ganar. Amtsinhaber Cartes darf laut Verfassung nicht noch einmal antreten.

Beide Kandidaten dürften die liberale Wirtschaftspolitik der Regierung Cartes’ weiterführen. Mit nur knapp sieben Millionen Einwohnern und einer Sojaproduktion von mehr als acht Millionen Tonnen, die fast ausschließlich exportiert wird, hat Paraguay im letzten Jahrzehnt ein anhaltendes Wirtschaftswachstum von durchschnittlich fünf Prozent im Jahr verzeichnet. Dennoch leben noch immer mehr als ein Viertel der Menschen in dem südamerikanischen Land in Armut.

Neben dem Staatschef werden auch die 45 Senatsmitglieder und die 80 Abgeordneten des Parlaments sowie die 17 Gouverneure neu gewählt. Der neue Präsident soll seine fünfjährige Amtszeit am 15. August antreten.

Aus für Atomtests: Weltweites Lob für Kims Ankündigung

Mit seiner Ankündigung, dass die nordkoreanischen Atomtests „vollendet“ seien und es keine Raketentests mehr geben werde, hat der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un gestern weltweit positive Reaktionen und Lob hervorgerufen. Südkorea sieht darin eine „sehr positive Grundlage“ für das nahende Gipfeltreffen Ende nächster Woche. Lob kam auch aus China, Russland begrüßte Kims Entscheidung. Die EU sieht in der Ankündigung einen lang erhofften Schritt. Und auch US-Präsident Donald Trump gab sich per Twitter besänftigt. Doch Kims Ankündigung könnte noch einen Haken haben.

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Inland

Salzburg wählt neuen Landtag

Das Bundesland Salzburg wählt heute einen neuen Landtag. Der Wahl stellen sich in allen sechs Bezirken ÖVP, SPÖ, Grüne, FPÖ, NEOS, die FPS des früheren FPÖ-Obmannes Karl Schnell und die SBG des ehemaligen Team-Stronach-Landesrates Hans Mayr. Die KPÖ kandidiert in der Stadt Salzburg und im Flachgau, die CPÖ nur im Flachgau. Wahlschluss ist um 16.00 Uhr.

Vierte Wahl nach Machtwechsel im Bund

Umfragen deuten auf einen Sieg der ÖVP hin. Ihr Parteichef, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, äußerte vor der Wahl keine Präferenzen, mit welchem Partner er künftig regieren will. Die vergangenen fünf Jahre bestand die Landesregierung aus ÖVP, Grünen und bis Jänner 2018 auch aus Hans Mayr.

Mit Salzburg endet die erste Landtagswahl-Serie nach dem Machtwechsel im Bund. Bei den bisher drei Urnengängen wurden die Amtsinhaber gestärkt. Die Grünen, die im Oktober 2017 aus dem Nationalrat gewählt wurden, konnten sich in Niederösterreich und Tirol im Landtag halten, in Kärnten aber nicht. NEOS schaffte es in Kärnten nicht ins Landesparlament, dafür in Niederösterreich und Tirol.

Gemeinden müssen Schreibmaschinen nutzen

Salzburgs Gemeinden müssen bei der Landtagswahl wieder Schreibmaschinen verwenden. Der scheidende Landtag hat die modernisierte Bundesgesetzgebung nicht übernommen, die den Einsatz von Computern ermöglicht.

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Faßmann gegen Strafen bei Sprachdefiziten von Schülern

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) ist gegen Geldstrafen für Eltern, die nicht am Spracherwerb der Kinder mitwirken, wie es Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl gefordert hatte. „Ich bin ein Sanktions- und Strafrealist, das ist immer die Ultima Ratio einer Angelegenheit“, sagte Faßmann gestern im Ö1-Mittagsjournal. Vorher müsse man das System gut aufstellen, damit es ohne Sanktionen auskomme.

Der Minister verteidigte die diese Woche von der Regierung beschlossenen Deutschförderklassen. Dass es statt rund 230 nur rund 80 zusätzliche Klassen geben soll, stört ihn nicht. Es gehe nicht um die Größe, sondern darum, das Ziel zu erreichen, dass Schüler nicht zurückbleiben. Stimmen aus den Bundesländern, die meinten, dass deutlich mehr Mittel und Ressourcen für die Deutschförderung notwendig seien, wundern Faßmann nicht. Das seien „Trittbrettfahrer“, die mehr Geld aus Wien wollten.

Gewalt kein reines Schulthema

Konfrontiert mit Problemen von Lehrern in Klassen mit überwiegend Kindern mit Migrationshintergrund äußerte Faßmann Verständnis. Das Problem müsse man aber viel grundsätzlicher angehen, denn mit Stadtplanung, Stadtentwicklung und Wohnbaupolitik könne man auch Schulsegregation verhindern. Das sei allerdings keine ausschließliche Angelegenheit des Bildungsministers.

Das Thema zunehmender Gewalt an Schulen, auch an Lehrern, bei dem Faßmann gerne harte Daten hätte, müsse man zwar in der Schule thematisieren. Gewalt und Gewaltbereitschaft begännen allerdings schon sehr viel früher und außerhalb des Schultors. Der Bildungsminister könne auch hier „nur inkrementell etwas tun“.

Gegen Kopftuch bei Lehrerinnen

Zu seinen Aussagen noch als Leiter des Expertenrats für Integration, als er sich gegen Kopftuch tragende Lehrerinnen an öffentlichen Schulen ausgesprochen hatte, steht Faßmann weiter. „Ich halte das religionsneutrale Auftreten von Vertretern der öffentlichen Hand für eine gebotene Maßnahme, mit der Einschränkung Privatschulen und bekenntnisorientierter Religionsunterricht.“

Er sei aber nicht der oberste Dienstherr über Beamte, und es gebe wichtigere Probleme im Bereich der Schule. Er hoffe aber „auf eine gewisse Lernbereitschaft derer, die es betrifft, auch der Community, um auch den Schritt in eine säkulare Gesellschaft zu tätigen.“

Wirtschaft

EU und Mexiko bei neuem Freihandelsabkommen einig

Nach monatelangen Verhandlungen haben die EU und Mexiko einen Durchbruch für ein runderneuertes Freihandelsabkommen erzielt. Dies teilten beide Seiten gestern Abend in Brüssel mit. Es blieben allerdings noch Einzelheiten zu klären, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der EU-Kommissare Cecilia Malmström und Phil Hogan und des mexikanischen Wirtschaftsministers Ildefonso Guajardo Villarreal.

Es geht um die Aktualisierung eines Handelsabkommens, das seit dem Jahr 2000 gilt. Es soll ausgeweitet und modernisiert werden. „Dies wird dazu beitragen, unsere Handelsbeziehungen bereit zu machen, um den Chancen und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen“, hieß es in der Erklärung.

Zollfreier Handel

Mit dem erneuerten Abkommen können nach Angaben der EU-Kommission praktisch alle Waren zollfrei zwischen der EU und Mexiko gehandelt werden, auch landwirtschaftliche Güter. Einfachere Zollabfertigung soll europäischen Unternehmen nützen, so etwa der Pharmaindustrie und dem Maschinenbau.

Zudem sagen beide Seiten zu, ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zu erfüllen. Darüber hinaus sei es das erste Handelsabkommen, das auch Korruption im privaten und öffentlichen Sektor bekämpfe, hieß es weiter.

Das Handelsvolumen zwischen Mexiko und der EU betrug zuletzt rund 62 Milliarden US-Dollar (etwa 50 Mrd. Euro). Von 2000 bis 2015 flossen rund 156 Milliarden US-Dollar (127 Mrd Euro) an Investitionen aus der EU nach Mexiko. Für Mexiko ist die EU drittgrößter Handelspartner. Für die EU liegt das Land auf Platz 15 der wichtigsten Partner.

Türkische Zentralbank überlegt Zinserhöhung

Die türkische Zentralbank signalisiert angesichts einer hohen Inflation ihre Bereitschaft zu Gegenmaßnahmen. Das Preisgebaren werde genau verfolgt und eine weitere geldpolitische Straffung - falls notwendig - umgesetzt, teilte Notenbankchef Murat Cetinkaya gestern mit.

Die Zentralbank dürfte nach einer Umfrage unter Experten die Leitzinsen bei ihrer nächsten Sitzung Ende April um 0,5 Prozent auf 13,25 Prozent anheben.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drängt seit längerem darauf, zur Ankurbelung der Konjunktur die Zinsen zu senken. Experten zufolge müsste die Zentralbank die Geldpolitik aber straffen, um die Inflation in den Griff zu bekommen.

IWF erneuert Warnung vor Gefahren für Weltwirtschaft

Trotz allgemein guter Konjunkturaussichten hält der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Warnungen vor drohenden Gefahren für die Weltwirtschaft aufrecht.

„Wachsende finanzielle Verwundbarkeiten, wachsende Spannungen im Handel und der Geopolitik und ein historisch hoher Schuldenstand bedrohen die globalen Wachstumsaussichten“, hieß es gestern bei der Frühjahrstagung des IWF in Washington in der Abschlusserklärung des IWF-Finanzkomitees.

Appell an USA und China

IWF-Direktorin Christine Lagarde sah beim Treffen laut eigenen Aussagen eine Atmosphäre des Dialogs. Es sei aber auch anhaltend die Sorge formuliert werden, dass vielerorts protektionistische Schranken hochgefahren würden. Lagarde sagte, die China und die USA müssten ihren Dialog dringend fortsetzen: friedlich, diskret und stetig. Ein regelbasierter, fairer Welthandel sei unabdingbar.

Der IWF hatte in dieser Woche ein globales jährliches Wachstum von 3,9 Prozent vorhergesagt. Dies sei aber durch Schulden und Protektionismus bedroht. Die Organisation mahnte ihre Mitgliedsländer, angesichts alternder Gesellschaften und lauer Produktivität die Möglichkeit zu nutzen, um mit Strukturreformen und Schuldenabbau den gegenwärtigen Aufschwung zu stützen und widerstandsfähig auszubauen.

Sport

Fußball: Barcelona holt Cup mit Torfeuerwerk

Der FC Barcelona hat den ersten Schritt zum spanischen Double souverän geschafft. Die in der Meisterschaft ebenfalls vor dem Titel stehenden Katalanen zündeten gestern in Madrid im Finale der Copa del Rey gegen Sevilla ein Torfeuerwerk und holten sich zum 30. Mal die Trophäe. Bereits nach 45 Minuten hatten Lionel Messi und Co. in einem einseitigen Endspiel die Weichen auf Sieg gestellt.

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Fußball: Hoffenheim führt Leipzig vor

Ralph Hasenhüttl und RB Leipzig sind in der 31. Runde der deutschen Bundesliga im Kampf um einen Platz in der Champions League nach allen Regeln der Kunst vorgeführt worden. Die „Bullen“ mussten sich gestern Hoffenheim, einem Konkurrenten um die Europacup-Plätze, daheim mit 2:5 geschlagen geben. Schon zur Pause lagen die Leipziger, die ab der 47. Minute zudem zu zehnt auskommen mussten, klar zurück. Im Tabellenkeller gab der HSV ein Lebenszeichen von sich.

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Chronik

Tote bei Gasexplosion in chilenischem Krankenhaus

Bei einer schweren Gasexplosion in einem Krankenhaus in Chile sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Weitere Menschen seien bei dem Unglück in der Stadt Concepción verletzt worden, sagte der örtliche Polizeichef Rodrigo Medina gestern im Radiosender Cooperativa. Auf Fotos waren schwere Schäden zu sehen.

Zerstörung nach Gasexplosion

APA/AFP/Dragomir Yankovic

Vor der Explosion sei in der Klinik Gas ausgetreten, sagte Bürgermeister Alvaro Ortiz der Zeitung „La Tercera“. Mitarbeiter der Gasfirma überprüften daraufhin die Leitungen und ordneten eine Evakuierung des Krankenhauses an. Gerade als Ärzte und Patienten in das Gebäude zurückkehrten, ereignete sich die Explosion.

Das Sanatorio Aleman wurde 1897 in Concepcion gegründet. Heute ist es nach eigenen Angaben die größte Klinik in der Region.

Nach Explosion: Zwangspause für Hunderte Flugzeuge

Nach der Triebwerksexplosion einer Boeing 737 der Fluglinie Southwest Airlines in den USA zu Wochenbeginn, bei der eine Passagierin fast durch ein Fenster gezerrt wurde und daraufhin starb, müssen mit Anweisung von Freitag weltweit fast 700 Maschinen gleichen Typs auf dem Boden bleiben. In der Zwangspause sollen die Triebwerke auf mögliche Schäden überprüft werden. Nach der Explosion am Dienstag hatten sich dramatische Szenen in dem Flugzeug abgespielt. Die Pilotin der Maschine, die notlanden musste, wurde danach als Heldin gefeiert.

Mehr dazu in Fast 700 Triebwerke betroffen

Glimmbrand in Linzer Krankenhaus - Patienten verlegt

Wegen eines Glimmbrandes in einer Zwischendecke des Spitals „Med Campus III“ in Linz sind gestern Mittag 48 Patienten von drei Stationen auf andere Stationen des Spitals verlegt worden. Laut der Sprecherin des Kepler-Universitätsklinikums wurde niemand verletzt. Die Berufsfeuerwehr der Stadt Linz stand im Einsatz.

Im Zuge von Sanierungsarbeiten am Dach des Bau A sei es in den oberen Stockwerken zu einem Glimmbrand in einer Dehnungsfuge gekommen, erläuterte die Kliniksprecherin. Durch die Rauchentwicklung sei man auf den Brand aufmerksam geworden. Patienten oder Mitarbeiter seien nicht gefährdet gewesen, so die Sprecherin. Es habe weder ein offenes Feuer noch Panik im Haus gegeben.

Laut Feuerwehr konnte der Dehnfugenbrand mit Wärmebildkameras rasch lokalisiert werden. Für die Löscharbeiten mussten Wände aufgestemmt werden. Die Klinik will den regulären Betrieb möglichst schnell wieder aufnehmen.

Kultur

Mini-Me: Schauspieler Verne Troyer ist tot

Der als Mini-Me aus den Austin-Powers-Filmen bekannte Schauspieler Verne Troyer ist tot. Er starb im Alter von 49 Jahren. Troyer war Anfang April nach einem Vorfall in seinem Haus in ein Spital in Los Angeles eingeliefert worden. Laut TMZ soll Troyer bis zuletzt lebenserhaltende Maßnahmen erhalten haben.

APA/Getty Images

US-Schausspieler Verne Troyer

Troyer, der auch in Filmen wie „Harry Potter“ oder „Men in Black“ spielte, hatte laut eigenen Angaben mit Alkoholproblemen zu kämpfen. In einer Nachricht auf seinem Facebook-Account heißt es, Troyer habe immer gekämpft, aber dieses Mal sei es zu viel gewesen.

Medien: Sängerin Vanessa Mai bei Proben schwer verletzt

Die Sängerin Vanessa Mai (25) hat sich nach Medienberichten bei einem Unfall mit einem Tänzer während einer Bühnenprobe schwer am Rücken verletzt. Wie die „Bild am Sonntag“ unter Verweis auf das Management der Sängerin meldet, hatte der Schlagerstar bei dem Unfall gestern in Rostock kurz das Bewusstsein verloren.

Ein Notarzt habe Mai künstlich beatmet, bevor sie in eine Klinik gebracht worden sei. Das Konzert in Rostock sei kurzfristig abgesagt worden, berichtet auch das Internetportel Schlager.de mit Verweis auf Fans. Viele Fans sind laut „Bild am Sonntag“ schon am Konzertort gewesen und hätten erst kurz vor dem geplanten Konzert-Beginn die Nachricht bekommen.

Vanessa Mai

picturedesk.com/Franck Patrick

Trends von früher: Bubikopf, Moustache und Wiener Wellen

In der Ausstellung „Mit Haut und Haar“ rollt das Wien Museum das moderne Verhältnis zum Körper auf. Was unternahm der aufgeklärte Mensch nicht alles, um „gepflegt“ zu erscheinen. Im Zentrum der Schau stehen aber weniger Mode und Schönheitskult als die Frage, wie wir unsere Körper gestalten, um zu kommunizieren. Über 500 Exponate nehmen mit in Badestuben und Schönheitssalons, zu Barbieren und Perückenmachern. Der weiblich dominierte Friseurbetrieb existiert erst seit den 1930er Jahren - der Wunsch nach Locken und Bubikopf ebnete ihm den Weg.

Mehr dazu in Hilfsmittel, um optisch abzuheben

Medien

ATIB verurteilt Angriff auf ORF-Journalisten

In einer Aussendung am späten Abend hat der türkische Verein ATIB gestern die „körperliche Attacke“ auf ein ORF-Team verurteilt. Man erkläre sich mit dem ORF-Jouralisten solidarisch: „Wir sehen darin nicht nur einen Tritt gegen einen freien Journalisten, sondern auch gegen die Pressefreiheit.“

Selbst wenn es sich beim Täter um kein ATIB-Mitglied handle, bedauere man „aufs Tiefste, dass eine derart friedstörende Tat begangen wurde“, heißt es in der Aussendung.

Bei Dreharbeiten hatte ein Mann am Freitag in einem Park in der Nähe eines ATIB-Lokals in Wien-Brigittenau zuerst dem Kameramann die Kamera ins Gesicht geschlagen und dann den Reporter getreten.

Grund für den Dreh waren Berichte über eine Veranstaltung in der Moschee, bei der Buben in Tarnanzügen eine Schlacht aus dem Ersten Weltkrieg nachstellten. ATIB hat sich davon mehrfach distanziert und den für die Moschee verantwortlichen Iman suspendiert.

Religion

Frauen beraten erstmals Glaubenskongregation

Papst Franziskus hat erstmals Frauen als Beraterinnen für die Glaubenskongregation ernannt. Unter den fünf neu ernannten Beratern, die der Vatikan laut Kathpress gestern bekanntgab, sind drei Frauen. Zu ihnen gehört die Juristin Linda Ghisoni, die im November bereits zur Untersekretärin im Dikasterium für Laien, Familie und Leben ernannt wurde.

Außerdem ernannte Franziskus die Fundamentaltheologin Michelina Tenace von der Päpstlichen Universität Gregoriana und die Pariser Theologin Laetitia Calmeyn zu Beraterinnen der Glaubenskongregation.

Für fünf Jahre ernannt

In der Internationalen Theologischen Kommission, die der Glaubenskongregation angegliedert ist, gibt es schon länger Frauen. Die beiden anderen neu ernannten Konsultoren der Kongregation sind Sergio Paolo Bonanni, ebenfalls Theologe an der Gregoriana, sowie Manuel Jesus Arroba Conde, Kirchenjurist an der Päpstlichen Lateran-Universität.

Die insgesamt 30 Berater der Kongregation, Konsultoren genannt, werden für fünf Jahre ernannt und arbeiten den Mitgliedern der Glaubenskongregation zu. Die Konsultoren treffen sich in der Regel wöchentlich. Die behandelten Fragen sowie die Gutachten der Konsultoren werden anschließend dem Kollegium der Mitglieder der Kongregation zur Entscheidung vorgelegt. Dieses trifft sich in der Regel monatlich.

Leute

Vier ehemalige US-Präsidenten bei Bush-Begräbnis

Rund 1.500 Trauergäste und vier ehemalige US-Präsidenten haben gestern in Houston (Texas) Abschied von der früheren First Lady Barbara Bush genommen. „Sie hat unser Leben mit Lachen und Freude erfüllt“, sagte ihr Sohn Jeb Bush in der St. Martin’s Episcopal Church sichtlich bewegt in seiner Trauerrede. Barbara Bush war am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben.

Die ehemaligen Präsidenten, Barbara Bushs Witwer George H.W. (93) und ihr Sohn George Bush, nahmen ebenso Abschied wie First Lady Melania Trump. Neben ihnen saßen Hillary und Bill Clinton und das vormalige First Couple Barack und Michelle Obama mit in der ersten Reihe.

Verabschiedung von Barbara Bush

Reuters/David Philip

Trump spielte Golf

US-Präsident Donald Trump war derweil in Florida zum Golfen. Er hatte zuvor ausrichten lassen, „aus Respekt vor der Bush-Familie“ nicht an der Zeremonie teilnehmen zu wollen. Trump twitterte heute, er denke an die Bush-Familie, bete für sie und werde die Feier an diesem „wundervollen Tag“ im Fernsehen verfolgen.

Im Anschluss an die Feier wurde Barbara Bush an der Bush Library an der Texas A&M University beigesetzt, gut 160 Kilometer nordwestlich von Houston. Barbara Bushs letzte Ruhestätte liegt ganz in der Nähe des Grabes ihrer Tochter Robin, die 1953 im Alter von drei Jahren an Leukämie gestorben war.