Ausland

Anti-IS-Koalition untersucht Tod von syrischen Zivilisten

Nach Berichten über Dutzende zivile Opfer bei Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Koalition im Norden Syriens hat die US-geführte Militärallianz eine offizielle Untersuchung eingeleitet.

Nach der Auswertung „interner und externer Informationen“ gebe es genügend Anhaltspunkte dafür, dass bei Angriffen am 19. Juli Zivilisten getötet worden seien, sagte gestern der Sprecher der Anti-IS-Koalition, Chris Garver.

56 Menschen starben bei Angriff

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in England hatte nach den Luftangriffen nahe der Stadt Manbidsch von mindestens 56 getöteten Zivilisten gesprochen, unter ihnen elf Kinder. Laut den Angaben waren sie auf der Flucht vor Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat, die Manbidsch unter ihrer Kontrolle haben.

Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Informanten in Syrien stützt, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

„Menschliche Schutzschilde“

Koalitionssprecher Garver sagte, Schätzungen zur Opferzahl reichten von zehn bis 73 Toten. Er hatte die IS-Miliz zuvor beschuldigt, Zivilisten als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen.

Seit Wochen versucht eine arabisch-kurdische Koalition, die von den USA unterstützt wird, Manbidsch zurückzuerobern. Mehrere zehntausend Zivilisten flohen bereits vor den Kämpfen.

Moskau lässt Wahlbeobachtergruppe Golos schließen

Knapp zwei Monate vor der russischen Parlamentswahl hat ein Moskauer Gericht auf Antrag des Justizministeriums die Schließung der Wahlbeobachtungsgruppe Golos angeordnet. Die Nichtregierungsorganisation habe gegen das Gesetz zu „ausländischen Agenten“ verstoßen, hieß es gestern. Golos-Anwalt Maxim Krupski kündigte Berufung gegen das Urteil an.

Im April war Golos wegen Verstoßes gegen das Gesetz bereits zur Zahlung von 1,2 Millionen Rubel (rund 16.500 Euro) verurteilt worden - das soll die höchste jemals verhängte Strafe im Rahmen des umstrittenen Gesetzes gewesen sein.

Die russische Justiz hatte 2012 zahlreiche Organisationen zu „ausländischen Agenten“ erklärt. In ihren Fällen wird davon ausgegangen, dass die Gruppierungen Mittel aus dem Ausland erhalten und einer „politischen Tätigkeit“ nachgehen.

Einkaufszentrum in Bremen evakuiert - Mann festgenommen

Die Polizei im deutschen Bremen hat gestern Nacht ein Einkaufszentrum wegen einer möglichen Gefahr durch einen 19-jährigen Algerier evakuiert. Der Mann sei zuvor aus einer Psychiatrie in Niedersachsen geflohen und habe dort „Ich sprenge Euch in die Luft“ gerufen, erklärte die Polizei in Diepholz.

Hinweise darauf, dass der Mann eine konkrete Tat geplant hatte oder mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Verbindung stehe, habe es aber nicht gegeben, so die Polizei. In dem Bremer Einkaufszentrum Weserpark wurde den Polizeiangaben zufolge später allerdings ein Verdächtiger gesehen, bei dem es sich um den Algerier gehandelt haben könnte. Es wurde daraufhin geräumt.

Der 19-Jährige wurde schließlich noch in der Nacht am Bremer Hauptbahnhof festgenommen. Den Angaben der Polizei zufolge hat der Algerier einen Asylantrag in Diepholz gestellt. Eine Sprecherin sagte, der Mann habe gegenüber den Behörden mit dem IS und dem jüngsten Amoklauf von München „sympathisiert“.

Polens Regierungspartei kritisiert EU-Verfahren

Der Chef der polnischen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, hat das Rechtsstaatsverfahren der EU-Kommission gegen sein Land kritisiert. „Dieses Verfahren bewegt sich völlig außerhalb der EU-Verträge“, sagte der frühere Ministerpräsident zu „Bild“ (Donnerstag-Ausgabe). „Das ist nichts als ein fröhliches Schaffen zum Vergnügen der EU-Kommission und ihrer Beamten“, fügte er hinzu.

Selbst die Rechtsberater des Europäischen Rates sähen dieses Verfahren jenseits der Verträge. In den Niederlanden - dem Heimatland des zuständigen EU-Kommissars Frans Timmermans - gebe es nicht einmal ein Verfassungsgericht. Polen wolle lediglich die gleichen Rechte wie alle EU-Länder, sagte Kaczynski.

EU sieht Rechtsstaatlichkeit gefährdetet

Die EU-Kommission hatte Polen eine Frist von drei Monaten für eine weitere Abmilderung der Reformen beim Verfassungsgericht gesetzt. Trotz der Gespräche seit Jahresanfang seien die Hauptaspekte, die das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit gefährdeten, nicht aus der Welt geschafft worden, sagte Kommissions-Vizepräsident Timmermans.

Die Brüsseler Behörde forderte, dass die drei Richter, die von der Vorgängerregierung im Oktober ernannt wurden, ihre Posten antreten müssten. Zudem sollten Urteile veröffentlicht und umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Entscheidungen des Gerichts nicht von einem anderen Staatsorgan abhängig seien. Die nationalkonservative Regierung in Warschau bezeichnete die Vorwürfe als voreilig.

Spanien: Abschluss der Gespräche über Regierungsbildung

Spaniens König Felipe schließt heute seine dreitägigen Gespräche mit Parteienvertretern über die Möglichkeiten einer Regierungsbildung ab. Als letzte trifft er die Vertreter der vier großen Parteien: der Linkspartei Podemos, der liberalen Partei Ciudadanos, der PSOE-Sozialdemokraten und der konservativen Volkspartei (PP) des amtierenden Ministerpräsidenten Mariano Rajoy.

Im Anschluss will der König entscheiden, ob er Rajoy erneut den Auftrag für die Regierungsbildung geben will. Dessen PP war bei der Neuwahl Ende Juni stärkste Kraft geworden, hatte aber die absolute Mehrheit klar verfehlt.

Zweite Parlamentswahl binnen eines halben Jahres

Es war bereits die zweite Parlamentswahl binnen eines halben Jahres, weil Rajoy nach der Abstimmung im Dezember keine Partei für eine Koalition gewinnen konnte. Die Wahl vom Juni erbrachte eine ähnliche Parteienkonstellation. Auch diesmal zeichnet sich noch nicht ab, ob und wie eine Koalitionsregierung für Spanien zustandekommen könnte.

Erneut Geiselnahme: Tagelanger Nervenkrieg in Armenien

Vor über einer Woche haben Regierungsgegner in Armeniens Hauptstadt Eriwan ein Polizeigebäude gestürmt und sieben teils hochrangige Polizisten in ihre Gewalt gebracht. Die ursprünglichen Geiseln wurden zwar mittlerweile freigelassen, nach einem Schusswechsel mit der Polizei nahmen die Regierungsgegner gestern aber neuerlich vier Menschen gefangen. Dass die Regierung die Forderungen der Ultranationalisten erfüllt, gilt als ausgeschlossen - was wohl auch den Besatzern selbst klar ist.

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Inland

Mehrheit sieht keine positiven Effekte der Steuerreform

Für 52 Prozent der österreichischen Bevölkerung hat die Steuerreform laut einer GfK-Umfrage bisher persönlich keine positiven Auswirkungen gehabt. Bei Frauen sind es sogar 59 Prozent, bei Männern 45 Prozent. 82 Prozent machen dafür die steigenden Preise von Gütern des täglichen Gebrauchs verantwortlich.

Daneben machen die Österreicher steigende Betriebskosten (56 Prozent), zunehmende Kosten für Gesundheit (39 Prozent) und Mieterhöhungen (32 Prozent) für die fehlenden positiven Effekte der Steuerreform verantwortlich. Knapp die Hälfte der Menschen, die persönlich Vorteile der Steuerreform spüren (46 Prozent), lassen die zusätzlichen Mittel direkt in den Konsum fließen.

Nur zehn Prozent der Befragten können durch die steuerliche Entlastung mehr Geld sparen. Die beliebtesten Vorsorgeprodukte sind trotz niedriger Zinsen weiterhin das Sparbuch (58 Prozent), der Bausparvertrag (52 Prozent) und die Lebensversicherung (42 Prozent).

Frauen fühlen sich schlechter abgesichert

Im Vergleich zum Vorjahr fühle sich die österreichischen Bevölkerung weit schlechter abgesichert, heißt es. Vor allem Frauen würden unter der Einkommensungleichheit leiden. Durch die hohe Teilzeitquote unter Frauen - die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen in Österreich arbeitet Teilzeit - und das frühere Pensionsalter seien Frauen stark von Altersarmut bedroht, so Christoph Obererlacher, Geschäftsführer von Swiss Life Select, dem Auftraggeber der Studie.

Kern hält Anti-Terror-Gesetze für ausreichend

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hält die bestehenden Anti-Terror-Gesetze in Österreich für ausreichend. Gleichzeitig tritt der Regierungschef in einem Interview für die „Salzburger Nachrichten“ (Donnerstag-Ausgabe) aber für eine strenge Einhaltung der bestehenden Regelungen ein. Kern glaubt auch, dass die Asylhöchstzahl von 37.500 Flüchtlingen heuer halten wird.

„Strengere Gesetze sind nicht immer eine Patentantwort. So hätte etwa der Einsatz der Armee im Inland den Einzeltäter von München wohl auch nicht aufgehalten“, sagt Kern zu einem entsprechenden Vorschlag des bayrischen Innenministers Joachim Hermann. Allerdings gehören die bestehenden Gesetze für den Bundeskanzler „rigoros angewandt. Da muss es eine Null-Toleranz-Politik geben.“

Notverordnung nicht ausgeschlossen

Zur Flüchtlingspolitik stellt Kern fest: „Wenn die Entwicklung stabil bleibt, kann die Obergrenze eingehalten werden. Daher ist die Unterstützung für die Ungarn sinnvoll und notwendig. Sie ist ein Baustein, damit nicht mehr als 37.500 Flüchtlinge dieses Jahr zum Asylverfahren zugelassen werden. Wenn nicht, muss es weitere Maßnahmen geben“, schließt der Bundeskanzler auch die Notverordnung nicht aus, auf die vor allem die ÖVP drängt.

Wirtschaft

Saftige Geldstrafe für Noteinsatz im olympischen Dorf

Brasiliens Arbeitsministerium hat den Organisatoren der Olympischen Spiele für den Noteinsatz von 630 Arbeitern wegen rechtlicher Verstöße eine Geldstrafe auferlegt.

Die Organisatoren und beteiligte Firmen müssten für den Einsatz zur Behebung von Mängeln im olympischen Dorf insgesamt 315.000 Reais (87.000 Euro) Strafe bezahlen, berichtete „Folha de Sao Paulo“.

Das entspricht 500 Reais (138 Euro) pro Arbeiter. Dabei geht es neben fehlenden Papieren um eine Überschreitung von Arbeitszeiten.

Nach massiven Beschwerden etwa der australischen Delegation waren Mängel wie defekte Wasserleitungen von den kurzfristig verpflichteten Arbeitern behoben worden - rund um die Uhr wurde gearbeitet. Bis Ende der Woche sollen alle 31 Hochhausblöcke bezugsfertig sein. In der Spitze sollen bis zu 18.000 Sportler, Betreuer, Ärzte und weitere Delegationsmitglieder aus über 200 Ländern in der Anlage wohnen.

Samsung steigert mit Smartphone-Geschäft Gewinn

Florierende Geschäfte mit neuen Smartphones haben Samsung im zweiten Quartal zu dem besten Ergebnis seit mehr als zwei Jahre verholfen. Der operative Gewinn sei um 18 Prozentpunkte auf umgerechnet rund 6,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte der südkoreanische Elektronik-Konzern heute mit.

Während Erzrivale Apple zuletzt das zweite Quartal in Folge einen Umsatzrückgang erlitt, steigerte Samsung die Erlöse in den drei Monaten von April bis Juni binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf rund 40,5 Milliarden Euro. Im zweiten Halbjahr befürchtet das Unternehmen allerdings Gegenwind durch neue Smartphones der Konkurrenz.

Vor allem in der Mobilfunksparte lief es im abgelaufenen Quartal dank reger Nachfrage nach den neuen Galaxy-S7-Modellen rund. Hier schnellte der Umsatz um 57 Prozent nach oben auf den höchsten Wert seit zwei Jahren. Noch im vergangenen Jahr schrumpfte das Geschäft, weil Apple mit dem größeren iPhone 6 dem Weltmarktführer Marktanteile im Obersegment abjagte. Die Sparte bleibt nun auf Kurs, 2016 erstmals seit drei Jahren den Gewinn wieder zu steigern.

VW nennt Details zu neuen Milliardenlasten aus Abgasaffäre

Europas größter Autobauer Volkswagen legt heute seine Halbjahresbilanz vor und erläutert darin die Details neuer milliardenschwerer Lasten aus der Affäre um manipulierte Abgaswerte. Mit ersten Eckzahlen hatte der Konzern bereits vergangene Woche angegeben, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern binnen Jahresfrist um 22 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro absackte.

Darin enthalten sind 2,2 Milliarden Euro neue „negative Sondereinflüsse“, wobei noch unklar ist, wie viel genau davon mit der Diesel-Krise zusammenhängt. Nach altem Stand hatte Volkswagen 16,2 Milliarden Euro für die Affäre in der Bilanz zurückgestellt.

Verkäufe auf Wachstumskurs

Blendet man die Diesel-Lasten aus, ist der VW-Konzern dagegen gut unterwegs und legte zu. Ein Grund für den Schub ist die Wende bei der lange renditeschwachen VW-Kernmarke. Sie startete nach Verlusten zum Jahresende 2015 und einem schwachen Startquartal durch. Zu den genauen Gewinnzahlen dahinter ist bisher aber noch nichts bekannt.

Fest steht allerdings schon, dass die Verkäufe des Konzerns wegen des starken Monats Juni auf Wachstumskurs sind: 5,12 Millionen Fahrzeuge - vom kleinen VW Up bis zum schweren Scania-Lkw - sind per Juni 1,5 Prozent Verbesserung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015.

Facebook-Gewinn explodiert dank sprudelnder Werbeerlöse

Ein boomendes Werbegeschäft hat im zweiten Quartal die Kassen bei Facebook klingeln lassen. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar zu, der Gewinn sprang um 186 Prozent auf unter dem Strich 2,1 Milliarden Dollar (derzeit etwa 1,9 Milliarden Euro). Das teilte das Unternehmen gestern nach US-Börsenschluss mit.

Erwartungen deutlich übertroffen

Die Quartalsergebnisse übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktie kletterte nachbörslich zunächst um mehr als sechs Prozent und erreichte außerhalb des regulären Handels ein Rekordhoch bei über 130 Dollar.

Der Anteil der Werbung auf mobilen Geräten an den Anzeigenerlösen von Facebook wuchs im Jahresvergleich von 76 auf 84 Prozent. Das weltgrößte Onlinenetzwerk hatte Ende Juni 1,71 Milliarden aktive Nutzer pro Monat.

„Brexit“ lässt britsches Verbrauchervertrauen sinken

Die Stimmung der britischen Verbraucher ist nach dem „Brexit“-Votum kräftig gesunken. Der Index für das Verbrauchervertrauen des Instituts YouGov und des Centre for Economics and Business Research (CEBR) fiel im Juli um fast fünf Punkte auf 106,6 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit drei Jahren.

„Die Öffentlichkeit ist immer noch mit dem Verarbeiten des EU-Referendums beschäftigt, aber das Verbrauchervertrauen ist einen Monat nach der Abstimmung eindeutig auf Talfahrt gegangen“, sagte ein YouGov-Vertreter heute. Die Briten sorgten sich vor allem um den Wert ihrer Eigenheime.

Dies könne sich stark auf den Immobiliensektor und die gesamte Wirtschaft auswirken, warnte CEBR-Direktor Scott Corfe. Zuvor hatten bereits andere Umfragen einen Einbruch des britischen Verbrauchervertrauens ergeben.

Sport

Fußball: Arnautovic schwört Stoke City Treue

Marko Arnautovic wird in der englischen Premier League weiter für Stoke City auf Torjagd gehen. Entgegen aller Wechselgerüchte unterschrieb der Wiener für vier weitere Jahre bei den „Potters“. Der ÖFB-Teamspieler zeigte sich über den Abschluss des langwierigen Prozesses erleichtert: „Manchmal dauert es etwas länger, die richtige Entscheidung zu treffen, und diese kommt von meinem Herzen.“

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Tennis: Thiem muss in Toronto aufgeben

Kanada bleibt für ÖTV-Ass Dominic Thiem weiter kein guter Boden. Nachdem der 22-jährige Niederösterreicher beim heuer in Toronto ausgetragenen Rogers Cup in den letzten beiden Jahren jeweils schon zum Auftakt ausgeschieden war, machten ihm heuer Probleme mit der Hüfte einen Strich durch die Rechnung. Nach einem Freilos in der ersten Runde musste Thiem gestern gegen den Südafrikaner Kevin Anderson beim Stand von 1:4 die Notbremse ziehen und aufgeben.

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Chronik

Erneut Gewitter und Überschwemmungen

Die Unwetterserie in Oberösterreich reißt nicht ab. Betroffen waren in der Nacht auf heute die Bezirke Vöcklabruck und Grieskirchen sowie Teile des Mühlviertels. Mehr als 1.300 Feuerwehrleute standen im Einsatz.

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Unwetter auch in Niederösterreich

Auch in den niederösterreichischen Bezirken Melk und St. Pölten gab es in der Nacht schwere Unwetter. Die Feuerwehr musste zu fast 180 Einsätzen ausrücken. 1.200 Feuerwehrleute waren mehrere Stunden im Großeinsatz.

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Drogenboss darf nach 30 Jahren Haft in Hausarrest

Nach rund 30 Jahren Haft soll ein berüchtigter mexikanischer Drogenboss aus dem Gefängnis entlassen worden, um den Rest der Haftstrafe im Hausarrest zu verbüßen. Ernesto Fonseca Carrillo alias „Don Neto“, war neben Drogenhandel für den Mord an einem Agenten der US-Antidrogenbehörde DEA verantwortlich gemacht worden. Er wurde 1985 gefasst und zu 40 Jahren Haft verurteilt.

Nach Angaben des Portals Milenio ist der Gesundheitszustand von „Don Neto“ schlecht, weshalb er vor dem Transport Richtung Mexiko-Stadt erst noch in der Ambulanz des Hochsicherheitsgefängnis Puente Grande im Bundesstaat Jalisco behandelt wurde, wo er inhaftiert war. Er war einer der Mitgründer des Guadalajara-Kartells. Das genaue Alter von „Don Neto“ ist unklar, Schätzungen reichen von 73 bis 86 Jahre.

Missbrauchsvorwürfe gegen Finanzchef des Vatikans

Die australische Polizei prüft Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen den Finanzchef des Vatikans, George Pell. Ob Anklage gegen den australischen Kardinal erhoben werde, stehe noch nicht fest, teilte die Polizei heute im Bundesstaat Victoria mit. Der australische Rundfunk hatte zuvor berichtet, Pell werde von zwei Männern bezichtigt, sie Ende der 70er Jahre missbraucht zu haben.

Zudem soll sich Pell in den 80er Jahren nackt vor drei Jungen gezeigt haben. In einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung wies der 75-Jährige die Vorwürfe zurück. Es handele sich um eine „skandalöse Schmutzkampagne“ gegen ihn. Der ehemalige Erzbischof von Sydney war 2014 von Papst Franziskus zum Finanzchef des Vatikans ernannt worden.

Anfang des Jahres war Pell vier Tage lang von der australischen Missbrauchskommission zu Vorwürfen gegen Geistliche in seiner Heimat befragt worden. Dabei räumte er persönliche Fehler im Umgang mit den Anschuldigungen ein. Nach eigenen Angaben erfuhr Pell etwa im Jahr 1974 von sexuellen Übergriffen eines Priesters. Der Kardinal sagte dazu, er hätte daraufhin „mehr tun müssen“.

Religion

Papst Franziskus in Krakau mahnt Jugendliche

Mit dem Wahlspruch seines Vor-Vorgängers Johannes Paul II. hat sich Papst Franziskus am gestern Abend an tausende Jugendliche in Krakau gewandt. „Fürchtet Euch nicht!“ rief er den etwa 16.000 jungen Menschen aus aller Welt zu, die sich unter dem Fenster des Bischofspalasts in Krakau versammelt hatten.

Mit dem „Gespräch unter dem Fenster“ knüpfte er an eine Tradition Johannes Paul II. an - und begann mit dem Aufruf zu einer Schweigeminute für den 22-jährige Maciej Ciesla. Der Grafikstudent hatte als Freiwilliger den Weltjugendtag mit vorbereitet und war an Krebs erkrankt. „Alle Zeichnungen auf den Fahnen sind von ihm. In dieser Arbeit hat er seinen Glauben gefunden.", sagte Franziskus. Ciesla starb am 2. Juli.“

Besuch des polnischen Nationalheiligtums

Das „offizielle“ Programm des Papstes auf dem Weltjugendtag soll heute beginnen. Franziskus wird dabei im Wallfahrtsort Tschenstochau erwartet. Die Stadt im Süden Polens - rund 120 Kilometer von Krakau entfernt - gehört zu den bekanntesten Wallfahrtsorten weltweit. Dort befindet sich die Schwarze Madonna; das rund 600 Jahre alte Gnadenbild der Mutter Gottes gilt als Nationalheiligtum Polens.

Am Nachmittag will sich Franziskus in Krakau mit den Teilnehmern des Weltjugendtages treffen. Zum Auftakt seines fünftägigen Besuches hatte Franziskus Polens national-konservative Regierung zur Aufnahme von Flüchtlingen aufgefordert.

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Kultur

Peaches: Sexuelle Befreiung mitten im MuseumsQuartier

Drei Tage lang hat die kanadische, in Deutschland lebende Musikerin Peaches im Rahmen des ImPulsTanz-Festivals mit interessierten Laien eine Performance eingearbeitet.

Gestern Abend wurde das Ergebnis präsentiert, zuerst im Museum für Moderne Kunst (MUMOK) und dann davor, mitten im Wiener MuseumsQuartier auf einer Bühne. Wer Peaches und ihre martial-brachial-feministischen Shows kennt, wusste, was ihn erwartet.

Peaches im Museumsquartier

ORF.at/Simon Hadler

Dabei begann es im MUMOK vergleichsweise harmlos. Auf mehrere Stockwerke verteilt boten die rund 20 Künstler einzelne Performances dar. Besondere Intensität entwickelte etwa die Begegnung mit einer Frau, die mit verbunden Augen auf einem Holz balancierte und immer wieder strauchelte. Ihr Mantra: „In these uncertain times“. Dann kommt jemand aus dem Publikum auf die Idee, ihr die Hand zu reichen - und plötzlich hat es Sinn: In unsicheren Zeiten muss man zusammenhalten.

Tanzen und schmusen bis zur Ekstase

Später, auf der Bühne vor gut 1.000 Zuschauern, von denen nicht wenige zufällig im MuseumsQuartier anwesend waren, ging es ordentlich zur Sache. Ein nackter Mann übergoss einen zweiten mit einer großen Flasche Waschmittel. Frauen schmusten mit Frauen, Männer mit Männern. Frauen tanzten ekstatisch - unten ohne, oben ohne, ganz ohne.

Peaches im Museumsquartier

ORF.at/Simon Hadler

Eine Performance, die nur auf Skandal abzielt, wo sich doch über so etwas nicht einmal mehr die „Kronen Zeitung“ aufregt? Dieser Verdacht kam keinen Moment lang auf. Die Botschaften, unterstrichen von Peaches’ Songs und skandiert von den Protagonisten des Abends, übertrugen sich emotional ohne Umwege aufs Publikum.

Einfache Botschaften - aber wirkungsvoll

Als da wären: Befreie dich von deinen Ängsten, zeige dich, so wie du bist, egal ob hetero oder queer - und ganz egal, wie dein Körper aussieht, nur keine Scham. Klingt banal, fühlt sich aber befreiend an. Dann: Sprenge die Ketten unnötiger Konventionen, lebe nach deinen eigenen Regeln.

Und schließlich: Radikale sollen schauen, wo sie bleiben, egal ob christlich oder muslimisch. Eine klare Ansage auch an Terroristen und ihre Sympathisanten: Wir fürchten uns nicht - die Party gehört uns. Und sie gehörte dem Publikum, das frenetisch jubelte und mittanzte. (hadl)

Bures eröffnet die Salzburger Festspiele 2016

Die Salzburger Festspiele 2016 werden morgen in der Felsenreitschule in der Stadt Salzburg offiziell von Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) eröffnet. Die Festrede hält der Kulturphilosoph Konrad Paul Liessmann, am Abend geht mit der Uraufführung „The Exterminating Angel“ von Thomas Ades nach dem Bunuel-Film „Der Würgeengel“ die erste Oper im Haus für Mozart über die Bühne.

Auf dem Opernprogramm stehen insgesamt drei Neuinszenierungen, im Schauspiel bringt der scheidende Intendant Sven-Eric Bechtolf drei gewichtige Werke, und zwar „Endspiel“ von Samuel Beckett, „Der Sturm“ von William Shakespeare und „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ von Thomas Bernhard auf die Bühne.

Obonya letztes Mal als „Jedermann“

Die Premiere des „Jedermann“ mit Cornelius Obonya - er wird heuer zum letzten Mal den „Jedermann“ spielen - fand bereits am 23. Juli statt, einen Tag zuvor startete das Festivalprogramm mit Joseph Haydns „Die Schöpfung“ im Rahmen der Ouverture spirituelle. Unter dem sinngemäßen Motto „Träume, die vielleicht zum Erwachen führen“ bieten die Salzburger Festspiele in diesem Sommer 192 Aufführungen in 41 Tagen an 14 Spielstätten.

„Gilmore Girls“-Fortsetzung startet im November

Fans der Kultserie „Gilmore Girls“ müssen nicht mehr lange warten: Ab dem 25. November sind die vier neuen Folgen der Dramaserie bei Netflix zu sehen. Das gab der Streamingdienst gestern (Ortszeit) bekannt. Zeitgleich veröffentlichte er einen 90-sekündigen Trailer.

Darin sind typische Locations der Serie (2000 bis 2007) wie „Luke’s Diner“ zu sehen. In der gezeigten Szene unterhalten sich Mutter und Tochter Gilmore, wieder gespielt von Lauren Graham und Alexis Bledel, am Küchentisch darüber, ob US-Komikerin Amy Schumer (35) Mutter Lorelai mögen würde.

Die neuen 90-minütigen „Gilmore Girls“-Folgen tragen den Titel „A Year in the Life“ („Ein Jahr in dem Leben“) und spielen jeweils im Frühling, Sommer, Herbst und Winter eines Jahres. Neben Graham (49) und Bledel (34) sind auch die früheren Darsteller Melissa McCarthy (45), Liza Weil (39) und Scott Patterson (57) bei der Neuauflage im Herbst dabei.

John Travolta als Mafiosi John Gotti vor der Kamera

Hollywood-Star John Travolta (62, „Pulp Fiction“) steht in dem seit Jahren geplanten Film über den Mafioso John Gotti Sr. nun als das Oberhaupt des berüchtigten New Yorker Verbrecherclans vor der Kamera. Wie das Kinoportal Deadline.com gestern berichtete, sind die Dreharbeiten zu „The Life And Death Of John Gotti“ in Cincinnati (US-Staat Ohio) angelaufen.

Travoltas Ehefrau Kelly Preston (53, „Mit Dir an meiner Seite“) spielt Gottis Frau Victoria. Spencer Lofranco (23) mimt den Sohn John Gotti Jr., Stacey Keach (75) den Mobster Aniello Dellacroce. Regisseur Kevin Connolly will den Film 2017 in die Kinos bringen.

Das Gangsterdrama ist seit 2011 in der Planung. Zeitweise waren Lindsay Lohan, Al Pacino und Joe Pesci für Rollen im Gespräch. Als Regisseur war zunächst Nick Cassavetes, dann Barry Levinson vorgesehen. Probleme mit dem Drehbuch und der Finanzierung des Films verzögerten den Drehstart.

Gesundheit

Panorama

„Pokemon Go“-Spieler in Park eingesperrt

Auf der Jagd nach kleinen Monstern sind in Japan gleich mehrere „Pokemon Go“-Spieler selbst zu Gefangenen geworden. Weil sie in einer öffentlichen Parkanlage der Stadt Yamagata bis in den tiefen Abend hinein so sehr in das Spiel auf ihren Smartphones vertieft waren, merkten die Spieler nicht, als sich die Tore des Parks wie an jedem Tag schlossen, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete.

Als sie den Park in der Nacht in ihren 20 Autos verlassen wollten, standen sie plötzlich vor verriegeltem Tor. Daraufhin gingen bei der zuständigen Wachgesellschaft mehrere Hilferufe ein. Nach einer Stunde schließlich konnten die selbstvergessenen Autofahrer den Park wieder verlassen.

Das Spiel war am Freitag im Geburtsland der „Pokemon“-Monster an den Start gegangen und hatte ähnlich wie zuvor schon in Dutzenden anderen Ländern einen Ansturm ausgelöst. Angesichts von Unfällen mit unaufmerksamen „Pokemon“-Spielern rief die Regierung die Bevölkerung zu Vorsicht und gutem Benehmen auf.