Ausland

Barcelona-Anschlag: Keine Spur von Hauptverdächtigem

Nach dem Terroranschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona ist der Haupttäter von Barcelona möglicherweise noch immer auf freiem Fuß. Die Aufmerksamkeit der Polizei richtete sich nach Medienberichten zuletzt vor allem auf einen flüchtigen Marokkaner.

Der 22-Jährige sei der Bruder eines der getöteten Verdächtigen von Cambrils. Er komme aus der Kleinstadt Ripoll rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona. Die Polizei durchsuchte dort zuletzt auch das Haus eines Imams, wie der der katalanische Innenminister Joaquim Forn bestätigte. Nach spanischen Medienberichten könnte er Teil der Terrorzelle gewesen sein.

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„Nicht in unserem Namen“

Die Mutter des als gesuchten 22-Jährigen fordert ihren Sohn unterdessen nach einem Medienbericht zur Aufgabe aufgefordert. Er solle sich der Polizei stellen, zitierte das Nachrichtenportal des katalanischen Rundfunksenders Televisio de Catalunya i Catalunya Radio über Twitter die Frau.

Während einer Versammlung vor dem Rathaus von Ripoll distanzierten sich gestern zudem rund 40 Familienangehörige sowie Bekannte der am Terroranschlag in Barcelona und der vereitelten Attacke in dem Küstenort Cambrils beteiligten mutmaßlichen Terroristen von den Taten. Sie trugen Plakate mit der Aufschrift „Nicht in unserem Namen“. Zudem gedachten die Angehörigen in einer Schweigeminute der 13 Opfer des Anschlags in Barcelona vom Donnerstag sowie des Opfers der vereitelten Attacke in Cambrils.

Irak: Armeeoffensive bei Tal Afar

Die irakische Armee hat eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Tal Afar von der terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gestartet. Das verkündete der irakische Regierungschef Haider al-Abadi in einer Fernsehansprache. Die IS-Kämpfer hätten nun „keine andere Wahl, als sich zu ergeben oder getötet zu werden“.

Tal Afar ist die letzte IS-Hochburg in der Umgebung der Großstadt Mossul, welche die Armee Anfang Juli nach monatelangen Kämpfen zurückerobert hatte. In Vorbereitung auf die Offensive hatte die irakische Luftwaffe diese Woche Kommandozentren, Waffenlager und Truppenansammlungen der IS-Miliz in der nordirakischen Stadt bombardiert.

Tal Afar liegt rund 70 Kilometer westlich von Mossul. Neben Tal Afar kontrollieren die IS-Kämpfer noch die Stadt Hawiya in der Provinz Kirkuk sowie Teile der Provinz Anbar. In Syrien halten die Islamisten noch Raqqa, doch scheint es nur noch eine Frage der Zeit, dass sie ihre einstige Hochburg in Syrien verlieren.

Venezuelas Parlament verweigert die Entmachtung

Der Konflikt um die Gewaltenteilung in Venezuela spitzt sich zu. Das von der Opposition dominierte Parlament Venezuelas hat gestern seine Entmachtung durch die übergeordnete Verfassungsgebende Versammlung strikt abgewiesen. „Dieses Parlament bestätigt seine Kompetenz als legislatives Organ“.

Das erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Nationalversammlung, Freddy Guevara, auf einer Sondersitzung. Die von Präsident Nicolas Maduro einberufene, linientreue Verfassungsgebende Versammlung hatte am Freitag per Dekret die Entmachtung des Parlaments beschlossen und dessen Aufgaben übernommen.

Sondersitzung der Nationalversammlung von Venezuele mit internationalen Diplomaten

Reuters/Carlos Garcia Rawlins

In Caracas akkreditierte Diplomaten aus 19 Staaten, unter ihnen auch aus Deutschland und Österreich, wohnten der Sondersitzung des Parlaments bei, berichtete die Zeitung „El Nacional“. Maduro wird vorgeworfen, er wolle im Land mit den größten Ölreserven der Welt eine Diktatur einrichten.

Präsident Muhammadu Buhari wieder in Nigeria

Nach einem rund dreimonatigem Krankenaufenthalt in London ist Nigerias Präsident Muhammadu Buhari gestern in seine Heimat zurückgekehrt. Aus der Präsidialkanzlei in Abuja verlautete, Buhari werde morgen in einer Rede an die Nation eine Erklärung abgeben.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari

APA/AFP/Sunday Aghaeze

Die lange Abwesenheit des 74-jährigen Präsidenten hatte in Afrikas bevölkerungsreichstem Land zu politischer Verunsicherung geführt. Die schweren Gesundheitsprobleme des Präsidenten wurden bereits im Juni 2016 offenkundig. Damals begab er sich nach London, um sich nach offiziellen Angaben wegen einer chronischen Ohrentzündung behandeln zu lassen.

Buhari hatte im Wahlkampf mit Reformen und einem schärferen Kampf gegen die Korruption geworben. Seine krankheitsbedingten Abwesenheiten hatte die Frage aufgeworfen, in wie weit er noch zur Umsetzung seiner Pläne in der Lage ist. In Nigerias Hauptstadt Abuja wurde zuletzt bei öffentlichen Kundgebungen der Rücktritt Buharis gefordert. Einer der Veranstalter, Deji Adeyanju, zeigte sich nun zufrieden: „Wir haben die Kundgebungen organisiert, um seine Rückkehr zu erreichen.“

Erdogan-Attacke gegen deutschen Außenminister Gabriel

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) in einer scharfen persönlichen Attacke vor weiterer Kritik an der Türkei gewarnt. „Er kennt keine Grenzen“, kritisierte Erdogan gestern in einer im Fernsehen übertragenen Rede mit Blick auf Gabriel.

An die Adresse des deutschen Ministers fügte Erdogan hinzu: „Wer sind Sie, dass Sie mit dem Präsidenten der Türkei reden? Beachten Sie Ihre Grenzen!“ Des Weiteren kritisierte der türkische Präsident, dass Gabriel versuche, „uns eine Lektion zu erteilen“. Wiederum an den Gabriel gerichtet fügte Erdogan hinzu: „Wie lange sind Sie eigentlich in der Politik? Wie alt sind Sie?“

Mit seiner Kritik reagierte Erdogan offenbar darauf, dass sich Gabriel - wie andere deutsche Politiker auch - jede Einmischung des türkischen Präsidenten in den deutschen Wahlkampf verbeten hatte. Erdogan hatte türkischstämmige Wähler in Deutschland zuvor aufgefordert, bei der deutschen Bundestagswahl im September nicht CDU, SPD oder Grüne zu wählen.

Tausende bei Anti-Rassismus-Demo in Boston

Eine Woche nach der Eskalation der Gewalt in der US-Stadt Charlottesville sind gestern in Boston mehrere tausend Menschen gegen Rassismus und Hass auf die Straße gegangen. Zugleich gab es in einem nahe gelegenen Park eine - nach Augenzeugenberichten deutlich kleinere - Demonstration für freie Meinungsäußerung. Die Veranstaltungen wurden stark abgesichert, nachdem es in Charlottesville bei einer Kundgebung ultrarechter Gruppen zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten gekommen war.

Anti-Rassismus-Demo in Boston

Reuters/Stephanie Keith

Die Demonstration für freie Meinungsäußerung war schon vor den Vorfällen in Charlottesville geplant gewesen, auch haben sich die Organisatoren von der dortigen Gewalt distanziert. Medienberichten zufolge standen auf der Rednerliste allerdings mehrere Personen, die mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht werden. Zudem wurde befürchtet, dass sich Ultrarechte unter die Kundgebungsteilnehmer mischen könnten.

Daher hatte die Stadt vorsichtshalber Hunderte von Polizisten aufgeboten, um eine etwaige Wiederholung der Szenen von Charlottesville zu verhindern. Dort war am Ende eine Frau getötet worden, als ein mutmaßlicher Rechtsextremist sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten steuerte. Berichte über Gewalt in Boston gab es jedoch zunächst nicht.

Messerattacke in Finnland: Weitere Festnahmen

Nach dem Messerangriff eines Marokkaners im finnischen Turku hat die Polizei gestern vier weitere Personen aus dem nordafrikanischen Land festgenommen. Sie stehen nach Angaben der Behörden möglicherweise in Verbindung mit der Attacke auf Passanten, bei der am Freitag zwei Menschen getötet und weitere acht verletzt wurden. Der Vorfall wurde offiziell als terroristischer Anschlag eingestuft.

Einsatzkräfte in Turku, Finnland

APA/AFP/Bernat Majo

Die Polizei teilte weiter mit, der 18 Jahre alte Angreifer habe offenbar gezielt Frauen angegriffen. Die beiden Getöteten und sechs Verletzte seien Frauen. Der Attentäter sei 2016 nach Finnland gekommen. Der finnische Sender MTV berichtete, der Asylantrag des 18-Jährigen sei abgelehnt worden.

Die Polizei hatte dem Täter ins Bein geschossen und nahm ihn fest. Der Täter verweigere die Aussage, hieß es. Die Polizei ermittelt wergen zweifachen Mordes und achtfachen Mordversuchs. Gegen einen fünften Verdächtigen wurde ein internationaler Haftbefehl ausgestellt.

Erster Terroranschlag des Landes?

„Sollte sich der Terrorverdacht bestätigen, wäre es das erste Mal in Finnland“, sagte unterdessen Ministerpräsident Juha Sipilä. „Wir hatten es schon befürchtet: Wir sind keine Insel mehr.“ Finnland sei aber immer noch „eines der sichersten Länder der Erde“.

Erst im Juni hatte der finnische Geheimdienst SUPO vor der steigenden Gefahr islamistischer Anschläge in dem Land gewarnt. Aktivisten aus Finnland hätten sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen, hatte die Behörde erklärt. In Finnland selbst würden rund 350 Extremisten überwacht.

Deutscher Autor auf türkischen Antrag in Spanien verhaftet

Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli ist in Spanien festgenommen worden. Sein Anwalt Ilias Uyar sagte laut dpa, der Festnahmeantrag sei aus der Türkei gekommen. Aus dem deutschen Außenministerium hieß es gestern, man kenne den Fall und bemühe sich um konsularische Betreuung.

Schriftsteller Dogan Akhanli

APA/AFP/Henning Kaiser

Akhanli lebt seit seiner Flucht aus der Türkei im Jahr 1991 in Deutschland und hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. Was ihm vorgeworfen wird, war zunächst unklar. Anwalt Uyar sagte dem Kölner „Stadt-Anzeiger“, bei der spanischen Polizei sei ein Dringlichkeitsvermerk der internationalen Polizeibehörde Interpol vorgelegen.

Deutschland will Auslieferung verhindern

Deutschland hat die spanische Regierung ersucht, den festgenommenen Akhanli nicht an die Türkei auszuliefern und am Auslieferungsverfahren beteiligt zu werden. Dpa-Angaben zufolge wandte sich die deutsche Botschaft in Madrid auf Bitten von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit einem entsprechenden Wunsch an die Regierung in Madrid.

Akhanli hat sich in seinen Werken auch mit der Verfolgung der Armenier in der Türkei befasst. 2010 hatte ihn ein Istanbuler Gericht wegen eines Raubüberfalls vor 21 Jahren angeklagt. Akhanli saß vier Monate in U-Haft, bevor er ausreisen konnte. Ein dringender Tatverdacht liege nicht mehr vor, hatte das Gericht entschieden. Der Schriftsteller Günter Wallraff war als Beobachter im Gerichtssaal und sprach von einem politisch motivierten „Schauprozess“.

Norwegen: Greenpeace-Aktivisten weiter festgesetzt

Nachdem die norwegische Küstenwache am Donnerstagabend das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ und die gesamte Crew - darunter auch zwei Aktivistinnen aus Österreich - festgenommen hat, ist diese gestern nach Angaben von Greenpeace Österreich am norwegischen Festland in Tromsö angekommen.

Die Crew ist demnach weiterhin festgesetzt und werde befragt. Das Greenpeace-Schiff und die Anlegestelle dürften sie nicht verlassen, doch könnten sie sich darauf frei bewegen.

Nach einer Protestaktion vor einer Ölbohrplattform des norwegischen Konzerns Statoil in der Arktis hatte die norwegische Küstenwache die Crew des Greenpeace-Schiffs festgenommen. Das Schiff wurde laut Greenpeace Österreich beschlagnahmt.

Inland

NEOS sucht Allianzen mit Kleinparteien

NEOS hat gestern in Krumpendorf (Kärnten) mit einer Mitgliederversammlung inoffiziell den Wahlkampf für die Nationalratswahl eröffnet. Es wurde beschlossen, Allianzen mit Namenslisten und anderen Kleinparteien für die Wahl zu suchen.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Rätsel hinter den Weißen geklärt

Hinter der überraschend aufgetretenen Liste der Weißen stehen unterdessen drei Abgeordnete des Team Stronach (TS). Waltraud Dietrich, Leo Steinbichler und Ulla Weigerstorfer haben mit ihren Unterschriften die Kandidatur ermöglicht, bestätigte Steinbichler gestern einen ZIB2-Bericht. Für die bundesweite Kandidatur mussten die Weißen angesichts der drei Unterschriften von NR-Abgeordneten somit keine Unterstützungserklärungen sammeln.

Steinbichler beschrieb die neue Bewegung als teilweise auch sein Projekt, „weil es mir sehr sinnvoll erscheint“. Es handle sich dabei um keine Partei, sondern um eine Bewegung, die vor allem den Ausbau der direkten Demokratie forciere. Während Steinbichler als Weißen-Spitzenkandidat in Oberösterreich antreten will, überlegt Dietrich laut eigener Aussage noch eine Kandidatur und will weiterhin Mitglied vom TS bleiben. Und auch Weigerstorfer soll angeblich noch abwarten.

Schnell-Liste tritt mit zwei Namen an

Die Freie Liste Österreich (FLÖ) hat ebenfalls in allen Bundesländern Landeswahlvorschläge eingereicht, aber mit zwei unterschiedlichen Namen. In Kärnten ist der Namensbestandteil Freie Partei Salzburg ausgeschrieben, in den anderen acht Ländern abgekürzt mit FPS. Dies wirft Fragen zum Bundeswahlvorschlag auf - muss der Parteiname doch auf allen Wahlvorschlägen gleich lauten.

Konkret dürfen die Ergebnisse unterschiedlich bezeichneter Landesparteien nicht zusammengezählt werden, wenn es etwa darum geht, ob eine Partei die Vier-Prozent-Hürde geschafft hat oder die Restmandate auf Bundesebene zu verteilen. Eine Möglichkeit für die Partei Karl Schnells wäre, dass sie zwei Bundeswahlvorschläge einreicht - einen für die acht Landesparteien mit dem Namen Freie Liste Österreich & FPS Liste Dr. Karl Schnell (FLÖ) und einen zweiten für die Kärntner, die als Freie Liste Österreich & Freie Partei Salzburg Liste Dr. Karl Schnell antreten.

Die Wahlbehörden werden in der nächsten Woche diskutieren, wie vorgegangen werden muss. Spätestens am Donnerstag müssen die Landeswahlvorschläge abgeschlossen und veröffentlicht werden. Die letzte Entscheidung über die Kandidaten liegt allerdings bei der Bundeswahlbehörde, die am 31. August tagt. Sie kann allenfalls auch Entscheidungen von Landeswahlbehörden korrigieren.

Mehr dazu in Die Weißen als Überraschungskandidat

Rotraud Perner verlässt SPÖ

Die Psychoanalytikerin Rotraud Perner ist aus der SPÖ ausgetreten. Als Grund nannte sie gestern in einem offenen Brief ihrer Meinung nach frauenverachtende Aussagen von Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler. Perner war in den 1970er und 1980er Jahren selbst für die SPÖ Bezirksrätin und Landtagskandidatin. Nun meinte sie nur noch: „Mir reicht’s!“

Anlass für Perners Parteiaustritt waren Angriffe Niedermühlbichlers gegen „politisch unbedarfte Quereinsteigerinnen“ der ÖVP. Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer hatte sich gefragt, „welche politischen Konzepte eine Miss Burgenland, eine Ex-Miss-Austria oder eine Weinkönigin einbringen können“.

Niedermühlbichler bedauert Aussagen

Niedermühlbichler hat seine Aussagen zu ÖVP-Kandidatinnen, die zum Parteiaustritt von Perner geführt haben, bedauert. „Es steht mir selbstverständlich fern, den drei Kandidatinnen ihre berufliche Qualifikation abzusprechen, die Frage nach der politischen Qualifikation muss aber gestattet sein.“

Auch bei anderen Quereinsteigern, etwa bei Rudolf Taschner „mit seinen eigenwilligen Aussagen zum Thema Kindererziehung“, habe man deren Eignung hinterfragt, betonte Niedermühlbichler.

Sport

Fußball: Leipzig verpatzt Auftakt bei Schalke

Deutschlands Vizemeister Leipzig ist gestern mit einer Niederlage in die neue Saison gestartet. Das Überraschungsteam der vergangenen Spielzeit musste sich mit drei Österreichern in der Startelf bei Schalke geschlagen geben.

Aufsteiger Hannover 96 feierte dank ÖFB-Legionär Martin Harnik einen Auftaktsieg in Mainz. Werder Bremens Florian Kainz ließ in Hoffenheim eine Riesenchance aus fünf Metern liegen und verlor noch durch ein spätes Tor.

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Fußball: Rot für Arnautovic nach Tätlichkeit

Marko Arnautovic hat sich in der zweiten Runde der englischen Premier League zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Der Neuzugang von West Ham United wurde gestern im Spiel gegen Southampton bereits in der ersten Hälfte mit einer glatten Roten Karte vom Platz gestellt.

Das Match ging nach spannendem Spielverlauf auch noch für die „Hammers“ verloren. Auf der Erfolgswelle schwimmt zum Ligaauftakt vor allem Manchester United.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Thiem hadert mit Bällen in Cincinnati

Nach der überraschend klaren Viertelfinal-Niederlage in Cincinnati gegen den Spanier David Ferrer hat Dominic Thiem die Ursache dafür rasch gefunden - die Bälle. Mit denen kam er wie im Vorjahr hier nicht zurecht.

„Ich finde, sie sind relativ tot. Ich kriege damit einfach kein gutes Gefühl zusammen“, so Thiem, der seinen Fokus umgehend auf die am 28. August beginnenden US Open richtete. Dort wird zu seinem Glück wieder mit anderen Bällen gespielt.

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Wirtschaft

Zeitung: Über zehn Interessenten für Air Berlin

Für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin gibt oder gab es offenbar deutlich mehr Interessenten als bisher bekannt. „Wir haben mit mehr als zehn Interessenten gesprochen, darunter mit mehreren Fluglinien“, sagte Vorstandschef Thomas Winkelmann der „Bild am Sonntag“.

Die Gespräche würden am Wochenende und in der kommenden Woche weitergeführt. Ein Komplettverkauf sei unwahrscheinlich. „Es wird nicht einen, sondern zwei oder drei Käufer geben.“ Die Geschäftsbereiche Langstrecken, Geschäftsflüge und Urlaubsreisen seien zu unterschiedlich.

Verkaufsabschluss „bis spätestens September“

Air Berlin spricht nach eigenen Angaben aktuell mit der Lufthansa und zwei weiteren Unternehmen. Als Interessenten gelten die britische Billiglinie Easyjet, Tuifly sowie die Thomas-Cook-Tochter Condor. Die Verhandlungen hatten dem Vernehmen nach am Freitag begonnen und sollen schon bald beendet werden. Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz beantragt, nachdem der Großaktionär und Partner Etihad der Fluggesellschaft die finanzielle Unterstützung entzogen hatte.

Für Winkelmann ist bei den Verhandlungen Eile geboten. Einen Verkauf im bisher genannten Zeitfenster bis November ist aus seiner Sicht zu spät. „Wir wollen den Verkauf spätestens im September abschließen. Sonst schwindet das Vertrauen der Kunden in die Airline“, sagte er.

Air-Berlin-Hochbetrieb bei Konsumentenschützern

Seit der Air-Berlin-Pleite stehen unterdessen die Telefone der Konsumentenschützer nicht mehr still. Viele Urlauber sind verunsichert, ob ihr bereits bezahlter Air-Berlin-Flug noch stattfinden wird.

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Bonusprogramm vorübergehend eingestellt

Kunden der insolventen Fluglinie können nun auch ihre gesammelten Flugmeilen nicht mehr gegen Gratisflüge oder andere Prämien einlösen. „Wir müssen das Meilensammeln und das Meileneinlösen solange aussetzen, bis wir Klarheit über die Situation bei Air Berlin erlangt haben“, hieß es auf der Seite des Programms Topbonus.

Ein Airline-Sprecher sagte der dpa: „Air Berlin bedauert, dass der Mehrheitseigner das Topbonus-Programm offenbar nicht weiterführen will.“

Nokia will mit Smartphones zurück an Weltspitze

Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia will mit Smartphones zurück an die Weltspitze und die Platzhirsche Apple und Samsung angreifen. „Unser Ziel ist es, innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre wieder zu den Top-3 Smartphone-Herstellern zu gehören“, sagte der Chef des Namensrechteinhabers und Herstellers HMD Global, Florian Seiche, der Zeitung „Welt am Sonntag“.

Derzeit belegen Samsung aus Südkorea, der US-Riese Apple und der chinesische Huawei-Konzern die ersten drei Ränge auf dem Smartphone-Markt. „Zusammen mit Foxconn und unserer Marke können wir das schaffen“, sagte Seiche.

Mit dem Auftragsfertiger Foxconn, der auch zahlreiche Apple-Geräte produziert, war HMD eine strategische Partnerschaft eingegangen. Nokia galt einst als Weltmarktführer bei Handys. Dem finnischen Unternehmen gelang jedoch nicht der Anschluss an den Smartphone-Markt, der maßgeblich von Apples iPhone eingeläutet wurde.

Chronik

Bahnhof geräumt: Festnahme im südfranzösischen Nimes

Sicherheitskräfte haben den Bahnhof nach im südfranzösischen Nimes gestern Abend kurzzeitig geräumt und abgesperrt. Die Polizei wurden den Angaben zufolge von einem Bahnhofsbesucher alarmiert, nachdem dieser einen bzw. mehrere bewaffnete Personen gesehen haben soll.

Polizisten am Bahnhof in Nimes

APA/AFP/Patricia De Melo Moreira

Um den Bahnhof herum wurde eine Sicherheitsabsperrung errichtet. Die Menschen im Bahnhof sowie in einem TGV-Zug auf dem Bahnsteig wurden nach Angaben der zuständigen Präfektur des Departements Gards kontrolliert. Ein Mann, auf den eine Personenbeschreibung passte und der auch auf den Bildern der Videoüberwachung zu sehen war, wurde den Angaben zufolge festgenommen.

Medienberichten zufolge war der Bahnhof gegen 22.30 wieder zugänglich. Die „Kontrollaktion“ sei wieder beendet, es könne wieder zur Normalität zurückgekehrt werden, wie wenig später auch die Präfektur mitteilte. Bereits zuvor wurden von dieser in sozialen Netzwerken verbreitete Meldungen, dass auch Schüsse gefallen seien, dementiert.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen wegen Vuelta

Nach ergänzenden Informationen des Radionachrichtensenders Franceinfo sei im Gepäck des Festgenommenen eine Schreckschusspistole gefunden worden. Der Sender sprach zudem von einem Fehlalarm.

Nimes war gestern Schauplatz der erste Etappe der diesjährigen Spanien-Rundfahrt. Anlässlich des französischen Vuelta-Gastspiels war auch Innenminister Gerard Collomb in Nimes und verwies dabei auf die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. Außer den bereits eingeplanten rund 2.000 Sicherheitskräften zum Schutz der Veranstaltung in Frankreich waren angesichts des Terroranschlags von Barcelona noch weitere Einheiten der Bereitschaftspolizei im Einsatz.

Stier sorgt für Verkehrschaos auf Autobahn bei Rom

Ein entlaufener Stier hat auf einer Autobahn nahe Rom gestern für ein Verkehrschaos gesorgt. Das Tier sei nach Angaben der Zeitung „La Repubblica“ nördlich der italienischen Hauptstadt von einem nahegelegenen Bauernhof auf die A1 geraten, weswegen sich in direkter Folge der Verkehr Richtung Florenz auf einer Länge von rund vier Kilometer gestaut habe.

Bis es Polizeibeamten gelang, den Stier wieder von der Fahrbahn zu bekommen, war bei den Betroffenen Geduld gefragt. „Wir stehen hier seit 30 Minuten“ postete etwa Francesco D’Amico via Facebook. Nichts geht mehr, gab ein weiterer Betroffener via Twitter bekannt, der den Angaben zufolge bei der geplanten Heimreise bereits über eine Stunde auf eine Geduldsprobe gestellt wurde.

Zug in Indien entgleist: Mindestens 23 Tote

Im Norden Indiens ist gestern ein Passagierzug entgleist, dabei kamen nach Angaben der Polizei mindestens 23 Menschen ums Leben. 40 weitere wurden verletzt, als der Zug in der Nähe von Khatauli im Bundesstaat Uttar Pradesh verunglückte. Die Stadt liegt etwa 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Neu Delhi.

Entgleister Zug in Indien

APA/AP

Helfer versuchten mit Kränen die umgestürzten Waggons aufzurichten, berichtete die Nachrichtenagentur IANS. Es werde befürchtet, dass noch Menschen in dem Wrack eingeschlossen sind.

Einsturz von Parkhaus in Nottingham endet glimpflich

Von einem Parkhaus im englischen Nottingham sind gestern einige Gebäudeteile abgefallen. Auf Fotos war zu sehen, wie mehrere abgestellte Autos im ersten Stock über die Kante hinausragten. Eines schwebte mit einer Achse bereits in der Luft. Trümmerteile versperrten die Einfahrt zu dem Parkhaus. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte.

Auch die Fahrzeuge sollen bei dem Unglück, das sich bereits in den frühen Morgenstunden zugetragen hatte, unbeschädigt geblieben sein. „Wir entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten, die unseren Kunden entstanden sind“, teilte der Parkhausbetreiber am Samstag mit.

Kultur

Zadie Smith: Wurschteln im Kulturengewirr

Tanz, Popkultur und Kolonialismus: Die vielfach preisgekrönte Schriftstellerin Zadie Smith gilt seit ihrem Debüt „Zähne zeigen“ (2000) als eine der wichtigsten Stimmen der britischen Gegenwartsliteratur. Nun erscheint ihr fünfter Roman in deutscher Übersetzung: „Swing Time“ ist die unwiderstehliche Geschichte einer jungen Frau mit englischen und jamaikanischen Wurzeln, die sich zwischen London, New York und Westafrika erst allmählich ihrer selbst bewusst wird.

Mehr dazu in Status: Es ist kompliziert

Trump streicht Besuch bei Feier im Kennedy Center

Nach Boykottankündigungen mehrerer Preisträger hat US-Präsident Donald Trump seine Teilnahme an den diesjährigen Feiern anlässlich der Kennedy-Center-Auszeichnungen abgesagt. Er und First Lady Melania Trump hätten sich entschieden, sich nicht an den „Aktivitäten“ zu beteiligen, um den Geehrten ein Feiern „ohne politische Ablenkungen“ zu ermöglichen, teilte das Weiße Haus gestern mit.

Die Auszeichnungen des renommierten Kennedy Center in Washington werden offiziell Anfang Dezember verliehen. Diesjährige Preisträger sind der Rapper LL Cool J, die Sängerin Gloria Estefan, der Musiker und Produzent Lionel Richie, die Choreografin Carmen de Lavallade und der TV-Produzent Norman Lear.

Traditionell geben der Präsident und die First Lady im Weißen Haus einen Empfang für die Geehrten und nehmen an der Verleihungsgala im Kennedy Center teil.

Breite Front gegen Trump

Lear, der mit progressiven TV-Serien bekannt geworden ist, und De Lavallade, eine der ersten Afroamerikanerinnen, die an der Metropolitan Opera tanzten, hatten jedoch bereits mitgeteilt, dass sie dem Empfang aus Protest gegen Trumps Politik fernbleiben würden. Richie hielt seine Teilnahme offen, und Estefan betonte, sie wolle das - nun von Trump gestrichene - Treffen mit dem Präsidenten nutzen, um ihre Sichtweise klarzumachen.

Das nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannte Kennedy-Zentrum ist die größte Kultureinrichtung in der US-Hauptstadt. Zu den früheren Preisträgern zählen Meryl Streep, Aretha Franklin, Robert De Niro, George Lucas, Tom Hanks und Sting.

Science