Inland

Budget für IHS-Chef „pragmatischer Anfang“

Das am Donnerstag im Parlament beschlossene Doppelbudget 2018/19 ist für den Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Martin Kocher, ein „pragmatischer Anfang“ mit „ganz kleinen“ Reformschritten. Langfristig sieht er allerdings großen Reformbedarf vor allem in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Pensionen und Föderalismus.

Der Konjunkturhöhepunkt ist laut Kocher für heuer bereits erreicht. Nicht der US-Handelsstreit, sondern ein harter „Brexit“ berge mehr Gefahr für die heimische Konjunktur, warnte der Ökonom heute in der ORF-„Pressestunde“.

Mehr dazu in „Erst ganz kleine Schritte“

Kneissl: Nicht Ansprechpartner für türkische Innenpolitik

Nach dem Wahlkampfauftrittsverbot für türkische Politiker in Österreich und der Kritik aus Ankara daran hat FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl mit ihrem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu telefoniert. „Wir sind nicht Ansprechpartner für die türkische Innenpolitik“, so die Außenministerin heute in einer Aussendung. Diese müsse in der Türkei diskutiert und entschieden werden, so Kneissl.

„Wir sind Ansprechpartner für die türkische Außenpolitik und haben Interesse an einem soliden Fundament in unseren außenpolitischen Beziehungen mit der Türkei, die ich mit meinem türkischen Kollegen unabhängig von Wahlkämpfen auch weiterhin gestalten werde“, so die Außenministerin.

Kneissl äußerte zwar Verständnis dafür, dass es in Wahlkämpfen zu überspitzter und oft auch emotionaler Rhetorik komme, mahnte aber zu Sensibilität, um die „bilateralen Beziehungen im Interesse der Menschen türkischer und österreichischer Abstammung“ auch in Zukunft erfolgreich gestalten zu können.

Erdogan will Wahlkampf im Ausland betreiben

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will unterdessen auch im Ausland Wahlkampf für die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Juni betreiben. „Ich werde in einer Sporthalle mit einer Kapazität von 10.000 bis 11.000 Menschen - das Land werde ich jetzt nicht nennen - so Gott will vor meinen türkischen Staatsbürgern sprechen“, sagte Erdogan gestern Abend in einem Interview des Senders NTV.

Der Auftritt sei am Rande „einer Versammlung einer internationalen Organisation“ geplant, ließ Erdogan durchblicken, ohne weitere Details bekanntzugeben. Wahlkampfauftritte Erdogans im Ausland - etwa in Österreich oder Deutschland - hatten schon der Vergangenheit für Aufregung und zuletzt neuerlich für Diskussionen gesorgt.

„In Österreich unerwünscht“

In Wien stellte die Regierung heute erneut klar, sie wolle sich durch Aussagen Erdogans und seines Europaministers Ömer Celik nicht beirren lassen. „Türkische Wahlkampfauftritte sind in Österreich unerwünscht, und wir lassen diese daher auch nicht mehr zu“, sagte ein Sprecher von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Die notwendigen gesetzlichen Grundlagen seien in der Zwischenzeit geschaffen worden, so der Sprecher.

Auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky wies in einer Aussendung Drohungen Erdogans zurück. „Wir brauchen in unserem Land keinerlei Wahlkampfauftritte türkischer Politiker und es ist außerordentlich zu begrüßen, diese schon vorab zu verbieten.“

Pilz setzt sich vor Schubhaftzentrum für Afghanen ein

Listengründer Peter Pilz hat sich heute für einen afghanischen Flüchtling starkgemacht, dem morgen die Abschiebung droht. Gemeinsam mit dem Bruder des abgelehnten Asylwerbers postierte sich Pilz vor einem Wiener Schubhaftzentrum und zeigte sich dort besorgt, dass dem Mann bei einer Rückführung nach Afghanistan die Steinigung drohe.

Grund für die entsprechende Befürchtung ist, dass der bei der Pressekonferenz anwesende Bruder des Mannes zum Christentum konvertiert ist. Pilz zufolge werde, sobald der lokale Mullah davon erfahre, die Steinigung des Mannes vorbereitet. Nach Angaben des Bruders hat es sich bereits in der Heimat herumgesprochen, dass er nunmehr Christ ist.

Grund für Ablehnung unbekannt

Warum der Asylantrag des Afghanen abgelehnt wurde, während sein Bruder anerkannt wurde, sei nicht bekannt. Laut Pilz spricht der Mann exzellent Deutsch, absolviert eine Ausbildung an einer HTL und hilft bei der Caritas. Pilz stellte die Vermutung in den Raum, dass der Unterschied sei, dass er im Gegensatz zu seinem Bruder Muslim ist, wenn auch kein besonders gläubiger. Laut Pilz stehen im ablehnenden Bescheid Falschangaben, etwa dass der Mann keine Familienangehörigen in Österreich habe und keine Ausbildung mache.

Pilz ersuchte nun Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), umgehend tätig zu werden. Denn es sei unverständlich, dass ein gut integrierter Mann der Gefahr einer Steinigung ausgesetzt werde, während Hassprediger in Moscheen oder „Spitzel“ des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Land bleiben dürften.

Ausland

Sicherheitsrat will UNO-geführten Dialog zu Syrien

Der UNO-Sicherheitsrat will den Dialog zu Syrien neu aufsetzen. Darauf einigten sich heute Vertreter aller 15 Mitgliedsländer am Ende einer zweitägigen Klausurtagung in Schweden. Das Basel Institute of Commons and Economics kritisierte indes erneut die Angriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf mutmaßliche Chemiewaffendepots in Syrien. Diese hätten Tausende Menschenleben kosten können.

„Es ist nötig, den UNO-geführten politischen Prozess wiederzubeleben und zu stärken“, sagte Perus UNO-Botschafter Gustavo Meza-Cuadra in Gegenwart von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres am Ende des Treffens in informeller Atmosphäre.

Peru hat in diesem Monat turnusgemäß die Präsidentschaft des Rates inne. Der UNO-Sicherheitsrat ist in der Syrien-Frage seit Jahren gespalten, vor allem in der Frage einer Reaktion auf den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Duma am 7. April.

Die Teilnehmer einigten sich auch darauf, ihre Bemühungen mit Blick auf die humanitäre Lage in Syrien zu verstärken. Die Klausurtagung fand in diesem Jahr auf Einladung Schwedens in der Sommerresidenz des früheren UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld (1905-1961) im schwedischen Backakra statt.

Ermittlungen bei deutschem Bundesamt für Migration

Die Zahl der zu Unrecht bewilligten Asylanträge beim deutschen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist laut einem Medienbericht offenbar deutlich höher als bisher bekannt.

Inzwischen werde gegen 2.000 Antragsteller ermittelt, denen „trotz formeller und materieller Verstöße ein Schutzstatus gewährt wurde“, zitiert die „Bild“ (Montag-Ausgabe) aus einem internen Schreiben der Sicherheitsbehörden.

Am Freitag war bekanntgeworden, dass die ehemalige Leiterin der BAMF-Außenstelle in Bremen in 1.200 Fällen Asylanträge zu Unrecht bewilligt haben soll. Gegen sie und fünf weitere Beschuldigte, darunter ein Dolmetscher und drei Anwälte, wird deshalb ermittelt.

Andrea Nahles als erste Frau zu SPD-Chefin gewählt

Andrea Nahles ist neue Vorsitzende der SPD in Deutschland. Ein Sonderparteitag wählte die 47-Jährige heute in Wiesbaden mit einer Zustimmung von 66,35 Prozent zur ersten Frau an der Spitze in der knapp 155-jährigen Parteigeschichte. Die Bundestagsfraktionschefin setzte sich in einer Abstimmung gegen Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange durch.

Die SPD will sich im Zuge ihrer angestrebten Neuaufstellung auch programmatisch erneuern. Bis zum Jahr 2020 will die Partei „Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit liefern“, wie es in einem Beschluss heute hieß.

SPD muss „digitalen Kapitalismus“ bändigen

Nahles sieht eine der großen Herausforderungen für die deutsche Sozialdemokratie in der Bändigung des digitalen Kapitalismus. Unternehmer, Einzelhändler und Handwerker müssten heute mit großen digitalen Plattformen konkurrieren, sagte Nahles in ihrer Bewerbungsrede.

Andrea Nahles während ihrer Rede am Sonderparteitag der SPD

APA/AFP/Daniel Roland

Die Internetkonzerne übernähmen keine soziale Verantwortung, spülten die Gewinne in die Taschen weniger Superreicher im Silicon Valley und machten mit den Daten von Kunden und Verbrauchern sogar noch politische Geschäfte.

„Solidarischen Ordnungsrahmen schaffen“

„Während die Einzelhändler Steuern und Abgaben bei uns in den Städten zahlen, ausbilden, vor Ort Verantwortung übernehmen, dem Sportverein spenden, kann die Plattform die Gewinne in die nächste Steueroase abziehen.“ Die Regeln, die den digitalen Kapitalismus zu einer solidarischen Marktwirtschaft machten, müssten erst noch erfunden werden, sagte Nahles.

„Wer, wenn nicht wir, sollte das tun?“ Die SPD müsse die Partei sein, die einen solidarischen Ordnungsrahmen für die Digitalisierung schafft. Eine in Europa gerade diskutierte Idee ist ein neues Besteuerungssystem für Digitalkonzerne wie Google und Amazon.

Manifest gegen „neuen Antisemitismus“ in Frankreich

In einem gemeinsamen Manifest prangern 300 Vertreter der französischen Gesellschaft einen „neuen Antisemitismus“ in Frankreich an. In der heute in der Zeitung „Le Parisien“ veröffentlichten Erklärung kritisieren sie eine „lautlose ethnische Säuberung“ in einigen Stadtvierteln, die auf eine „islamistische Radikalisierung“ zurückzuführen sei. Den Medien werfen sie vor, über die Entwicklung zu schweigen.

Soll „nationale Angelegenheit“ werden

„Wir fordern, dass der Kampf gegen dieses Scheitern der Demokratie, den Antisemitismus, zur nationalen Angelegenheit erklärt wird, bevor es zu spät ist. Bevor Frankreich nicht mehr Frankreich ist“, heißt es in dem Manifest.

Zu den Unterzeichnern gehören Politiker aus dem rechten wie linken Lager wie Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und der ehemalige sozialistische Ministerpräsident Manuel Valls, außerdem Künstler wie der Sänger Charles Aznavour und der Schauspieler Gerard Depardieu, ferner Intellektuelle und Vertreter der jüdischen und muslimischen Gemeinden sowie der katholischen Kirche.

Mehrere schockierende Vorfälle

In der jüngeren französischen Geschichte seien elf Juden „von radikalen Islamisten getötet und zum Teil gefoltert“ worden, erklären die Unterzeichner. Sie verweisen unter anderem auf Ilan Halimi, der 2006 verschleppt und drei Wochen lang gefoltert wurde, die Erschießung von drei Schülern und einem Lehrer vor der jüdischen Schule in Toulouse 2012 und den Anschlag auf den jüdischen Supermarkt Hyper Cacher in Paris 2015.

Für Entsetzen sorgte 2017 auch der Fall von Sarah Halimi, die von ihrem muslimischen Nachbarn aus dem Fenster gestoßen worden sein soll, und die Ermordung der 85-jährigen Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll Ende März.

„Jüdische Franzosen sind 25-mal mehr gefährdet, angegriffen zu werden, als ihre muslimischen Mitbürger“, heißt es in dem Manifest weiter. Rund 50.000 Juden seien zum Umzug gezwungen, weil sie in einigen Städten nicht mehr sicher seien und ihre Kinder nicht mehr zur Schule gehen könnten. Frankreich hat die größte jüdische Gemeinde Europas mit geschätzt rund einer halben Million Mitglieder.

Journalist bei Krawallen in Nicaragua erschossen

Bei den seit Tagen anhaltenden Protesten gegen die geplante Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge in Nicaragua ist ein Journalist getötet worden. Der Reporter Angel Eduardo Gahona wurde in der Stadt Bluefields erschossen, wie die Regierung des mittelamerikanischen Landes heute bestätigte. Die Behörden machten „kriminelle rechte Gruppen“ für die Tat verantwortlich.

Von Kugel in Kopf getroffen

Auf einem Video war zu sehen, wie sich der Mann mit einer Videokamera einer bei den Ausschreitungen zerstörten Bankfiliale nähert und die Szene beschreibt. Dann wird er von einer Kugel in den Kopf getroffen und bricht zusammen. Nach Angaben der Regierung war der Reporter bei einem staatlichen Fernsehsender beschäftigt. Kollegen hingegen sagten, er habe als freier Mitarbeiter für private Sender gearbeitet.

Unterschiedliche Angaben zu Anzahl der Todesopfer

Gestern hatten Menschenrechtsorganisationen von mindestens 25 Todesopfern bei den Protesten berichtet. Die Regierung hingegen geht von etwa zehn Toten aus. In der Hauptstadt Managua sowie in Leon, Masaya und Esteli gehen Polizisten und regierungsnahe Schlägertrupps seit Tagen mit Gewalt gegen die Demonstranten vor.

Mindestens 52 Tote bei Anschlag in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Zentrum zur Registrierung von Wählern in Kabul sind heute jüngsten Angaben zufolge mindestens 52 Menschen getötet worden. 112 Menschen seien bei der Tat in der afghanischen Hauptstadt verletzt worden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit.

Zentrum für Wählerregistrierung in Kabul

APA/AP/Rahmat Gul

Der mit einer Sprengstoffweste ausgestattete Angreifer sei zu Fuß zu der Ausweisstelle in einem schiitischen Stadtteil im Westen der Hauptstadt gekommen, hieß es aus dem Innenministerium weiter. In der Behördenaußenstelle können Bürger Ausweise beantragen, die sie für die Teilnahme an Parlaments- und Provinzwahlen im Oktober benötigen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich über ihr Sprachrohr Amak zu dem Anschlag. Zuvor hatte ein Taliban-Sprecher via Twitter erklärt, seine radikalislamische Gruppe stehe nicht hinter der Tat.

Trump: „Weit von Einigung mit Nordkorea entfernt“

US-Präsident Donald Trump sieht eine Einigung mit Nordkorea im Ringen um das Atom- und Raketenprogramm des Landes noch in weiter Ferne. Das schrieb Trump heute auf Twitter. Nordkorea hatte kurz vor dem historischen Gipfeltreffen überraschend den vorläufigen Stopp seiner Atomversuche und Tests mit Interkontinentalraketen verkündet.

Trump schrieb, vielleicht werde man Erfolg haben, vielleicht auch nicht - „wir werden sehen“. Für Ende Mai oder Anfang Juni steht ein Treffen Trumps und Kim Jong Un im Raum. In einem anderen Tweet verwahrte sich Trump gegen Kritik, die US-Regierung lasse sich von Kims Verhalten blenden. Während die USA in den Verhandlungen mit Pjöngjang nichts aufgegeben hätten, habe Nordkorea einer Denuklearisierung zugestimmt und den Teststopp verkündet.

Zunehmende Kritik

An Trumps Position gibt es in den USA zunehmend Kritik. US-Medien schrieben, er lasse sich von Kims Ankündigungen an der Nase herumführen. Dieser mache vor den Gipfeln nur gut Wetter und bediene Trumps Eitelkeit.

Es handle sich um kein substanzielles Einlenken des Machthabers, könne doch Nordkorea die Atomversuche jederzeit wieder anfahren. Auch habe es sein Programm nicht aufgegeben.

Auftrieb für Gipfelvorbereitungen

Nach der nordkoreanischen Ankündigung eines Atom- und Raketenteststopps werden in Südkorea die Vorbereitungen für den Gipfel am Freitag mit vorsichtigem Optimismus vorangetrieben. Nach Behördenangaben von heute verzichtet der südkoreanische Präsident Moon Jae In für die kommenden Tage auf alle auswärtigen Termine, um sich auf das Treffen mit Kim an der innerkoreanischen Grenze vorzubereiten.

Für morgen waren weitere Gespräche auf Arbeitsebene vorgesehen, um Fragen des Protokolls, der Sicherheit und des Umgangs mit den Medien zu besprechen.

Wirtschaft

Weltbank bekommt mehr Geld in die Hand

Die Weltbank bekommt für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten deutlich mehr Geld in die Hand. Die Mitgliedsstaaten des Entwicklungskomitees der Weltbank stimmten gestern bei ihrer Frühjahrstagung in Washington für eine Kapitalaufstockung um 13 Mrd. Dollar (10,5 Mrd. Euro), wie die Weltbank mitteilte. Ausschlaggebend war dabei die Zustimmung der USA, die sich zuvor noch einer Etaterhöhung widersetzt hatten.

Geänderte Regeln für Kreditvergabe

Die Kapitalaufstockung geht mit einer Änderung der Regeln für die Kreditvergabe einher. Die Hilfen für „Gebiete, die am stärksten auf Finanzierung angewiesen sind“, sollten verstärkt werden, hieß es in der Mitteilung des Entwicklungskomitees der Weltbank, in dem die 189 Mitgliedsstaaten vertreten sind.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sprach von einer „historischen Vereinbarung“. Die Mitglieder hätten damit ihr „erneuertes Vertrauen in die globale Kooperation“ zum Ausdruck gebracht. Die Vereinbarung sei das Ergebnis von drei Jahren zäher Verhandlungen, erklärte Kim. Die Bank sei dazu aufgefordert worden, arme Länder bei der Bewältigung einer Reihe neuer Herausforderungen wie dem Klimawandel, Flüchtlingen und Pandemien zu unterstützen.

Mnuchin: Hilfen können auf „ärmste“ Länder ausgerichtet werden

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte kurz vor dem Votum grünes Licht für die Kapitalaufstockung gegeben. Er zeigte sich zufrieden mit den neuen Regularien für die Kreditvergabe. Dadurch werde ermöglicht, die Hilfen auf die „ärmsten“ Länder auszurichten. Bei der vorherigen Tagung im Oktober hatte Mnuchin die Zustimmung zu einer Kapitalaufstockung noch mit dem Argument verweigert, dass die Kreditvergabe ineffizient geregelt sei.

Die USA sind der größte Beitragszahler der Weltbank. Bei der Neuregelung der Kreditvergabe geht es ihnen offenbar vor allem darum, dass China künftig weniger oder gar nicht von Finanzhilfen der Institutionen profitiert - da die Volksrepublik nicht zu dem „ärmsten“ Staaten zählt. Die neuen Regularien würden Anreize für wohlhabendere, kreditwürdige Staaten bieten, sich Kapital auf dem Markt zu beschaffen, erklärte Mnuchin.

China hat Bedenken

Chinas stellvertretender Finanzminister Zhu Guangyao erklärte, Peking unterstütze die Kapitalerhöhung der Weltbank, habe aber Bedenken wegen der neuen Kreditregelungen. Die Regierung hoffe, dass die Weltbank die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Länder bei der Kreditvergabe berücksichtigen werde. Weltbank-Chef Kim gab zu, dass sich die Kredite an China verringern würden.

Sport

Marathon: Herzog kämpft sich in Wien zu EM-Ticket

Der 35. Vienna City Marathon hat heute vor allem aus österreichischer Sicht einen Laufkrimi gebracht. Peter Herzog absolvierte bei sommerlichen Temperaturen die 42,195 km durch Wien in 2:16:57 Stunden und blieb als Gesamtzehnter hauchdünn unter dem Limit für die EM in Berlin.

Für einen Überraschungssieg sorgte indes der Marokkaner Salaheddine Bounasser, der sich gegen die kenianischen Favoriten durchsetzte und in persönlicher Bestzeit gewann. Bei den Damen verteidigte Nancy Kiprop erfolgreich ihren Titel, verpasste aber auf den letzten Metern den Streckenrekord.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Gregoritsch trifft bei Augsburg-Sieg

Augsburg hat heute mit einem Heimsieg gegen Mainz den Klassenerhalt in der deutschen Bundesliga gesichert. Michael Gregoritsch hatte mit seinem Tor zum 1:0 großen Anteil daran.

Während Augsburg nun bei 40 Punkten hält, muss Karim Onisiwo mit Mainz weiter um den Klassenerhalt bangen. Seine Mannschaft liegt drei Runden vor Saisonende nur dank der besseren Tordifferenz vor dem Relegationsplatz.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Elfter Triumph von Nadal in Monte Carlo

Rafael Nadal hat heute das Masters-1000-Turnier zum elften Mal gewonnen. Der als Nummer eins gesetzte Titelverteidiger setzte sich im Finale gegen den Japaner Kei Nishikori klar in zwei Sätzen durch und verteidigte damit auch seine Führung in der Weltrangliste. Der Spanier, der im Viertelfinale Dominic Thiem aus dem Bewerb geworfen hatte, blieb im gesamten Turnier ohne Satzverlust und stellte zwei neue Rekorde auf.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Mann erschoss vier Restaurantbesucher in Nashville

Nahe Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) hat ein Mann in der Nacht auf heute nach Angaben der Polizei vier Menschen getötet und vier verletzt. Don Aaron von der Polizei in Nashville sagte, die Tat habe sich vor und in einem Restaurant der Kette Waffle House ereignet.

Einsatzort in Nashville

APA/AP/The Tennessean/George Walker IV

Der 29-jährige Schütze sei um 3.25 Uhr Ortszeit (9.25 Uhr MESZ) mit seinem Pick-up eingetroffen. Er habe zwei Menschen vor dem Restaurant erschossen und dann weiter in den Räumlichkeiten auf Restaurantbesucher geschossen. Ein Opfer starb sofort. Das vierte Opfer sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Zu Fuß geflohen

Ein Kunde habe dem Schützen das Gewehr entrissen und hinter eine Theke geworfen, sagte Aaron. „Keine Frage - er hat dadurch viele Leben gerettet.“ Der Täter sei zu Fuß geflohen. Zunächst hieß es, er sei dabei nackt gewesen. Später erklärte die Polizei, der Gesuchte trage schwarze Hosen und kein Hemd, habe in seiner Jacke aber zusätzliche Munition bei sich gehabt.

Ein Großaufgebot nahm die Fahndung auf, unterstützt von einem Hubschrauber. Der Vorwurf lautet auf mehrfachen Mord. Das Motiv war unklar.

Menschenhandel: US-Schauspielerin als Sektenhelferin

Menschenhandel für eine geheime Sekte lautet der Vorwurf gegen US-Schauspielerin Allison Mack, die am Freitag festgenommen worden ist. Mack soll andere Schauspielerinnen für eine angebliche Selbsthilfegruppe rekrutiert haben, in der sie dann zu Sex mit dem Anführer der Organisation, Keith Raniere, gezwungen sein sollen.

Vielen Opfern soll ein Brandzeichen mit den Initialen Ranieres aufgedrückt worden sein, einige mussten laut Anklage auch extrem hungern, um Ranieres Vorstellungen zu entsprechen. Erpresst wurden die Frauen mit kompromittierendem Material, das sie selbst liefern mussten.

Mehr dazu in Gezielte Anwerbung als „Sklavinnen“

Schweiz: Zwei Österreicherinnen von Lawine mitgerissen

Eine 33-jährige und eine 44-jährige Frau aus Österreich sind heute Nachmittag auf der Cima di Rosso im Bergell im Schweizer Kanton Graubünden von einer Lawine überrascht worden. Der lockere Schnee riss sie rund 200 Meter weit mit. Beide wurden mit Verletzungen ins Spital geflogen.

Die Frauen waren gemeinsam mit einem Begleiter in der Früh von der Fornohütte über die Nordwand zur Cima di Rosso aufgestiegen, teilte die Kantonspolizei Graubünden mit. Auf rund 3.200 Meter Seehöhe wurde die Dreiergruppe von der Lockerschneelawine überrascht.

Die Österreicherinnen wurden im Gegensatz zu ihrem Begleiter mitgerissen. Der Mann erlitt einen Schock. Eine Frau trug leichte, die andere mittelschwere Verletzungen davon. Rettungshubschrauber flogen sie ins Kantonsspital nach Chur.

Anhänger löste sich: Schwerer Unfall mit Reisebus

Auf einer Autobahnüberführung nahe Graz bei Peggau hat es heute einen schweren Unfall gegeben. Ein Anhänger war auf der Gegenfahrbahn mit einem Reisebus kollidiert. Die Anhängerkupplung hatte sich gelöst. Eine Pkw-Lenkerin fuhr dem Bus auf und wurde schwer verletzt.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Mann starb bei Motorradunfall in Gratwein

Ein 68-jähriger Motorradfahrer verunglückte heute in Gratwein im Bezirk Graz-Umgebung tödlich. Der Mann fuhr aus noch unbekannter Ursache in einen Maschendrahtzaun.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Radfahrer kollidierte mit Reh

Weil er ungebremst mit einem Reh kollidiert ist, hat sich heute ein 25-jähriger Mountainbiker in Wagenbach an der Lafnitz (Steiermark) schwere Verletzungen zugezogen. Der Mann musste vom Rettungshubschrauber ins Spital gebracht werden.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Zwei Mountainbiker schwer verletzt

Im Bezirk Liezen (Steiermark) verunglückten gestern zwei Mountainbiker schwer. In der Nähe des Grundlees stürzte ein Mann 25 Meter ab. Ein anderer Mountainbiker stürzte auf einer Forststraße und verletzte sich ebenfalls schwer.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Kultur

Tote Hosen mit erstem China-Auftritt

Das erste Konzert der deutschen Rockformation Tote Hosen in China ist zum Erfolg geworden. Die Musiker traten gestern auf dem Festival Yugong Yishan vor den Toren Pekings auf. Unweit der Großen Mauer spielten sie als eine der Hauptattraktionen der zweitägigen Veranstaltung vor gut tausend Zuschauern trotz Dauerregens und Windes.

Unser erstes Mal in China. Xie Xie!

A post shared by Die Toten Hosen (@dietotenhosen_official) on

Angesichts der schlechten Wetterlage war Campino anfangs ein wenig enttäuscht. Doch die Widrigkeiten spornten die Gruppe erst recht an: „Zu sehen, wie viele Leute sich da den ganzen Tag in den Regen stellen und sich trotz der Umstände eine gute Zeit machen - das ist dann so ein Moment, da gehst du raus und willst dir zweimal so viel Mühe geben wie sonst“, sagte er nach dem Konzert.

Songs mussten durch Zensur

Campino berichtete, dass die chinesische Zensur die Songs vorher überprüft und auch einige nicht zugelassen habe. So konnte die Gruppe den Song „Liebeslied“, in dem es um eine Straßenschlacht in Berlin geht, nicht spielen.

Andere Lieder, die der Sänger als heikel empfand, waren hingegen kein Problem. Campino zeigte sich diesbezüglich gelassen: „Es ist die Art und Weise, wie du etwas bringst. Du kannst ein völlig harmloses Lied so singen, dass die Leute eine andere Verbindung dazu haben und den Subtext verstehen. Der Subtext kann nie gestrichen werden.“

Vanessa Mai sagt nach Probenunfall Termine ab

Der deutsche Schlagerstar Vanessa Mai hat sich bei einem Probenunfall an der Wirbelsäule verletzt und alle Termine für die kommende Woche abgesagt. „Sie wurde am Sonntag in einer Klinik in Süddeutschland durchgecheckt und muss eine Halskrause tragen“, bestätigte ein Sprecher der 25-Jährigen. Die abschließende Diagnose der Ärzte stand noch aus. „Sie braucht auf jeden Fall Ruhe.“

Vanessa Mai

picturedesk.com/Franck Patrick

Kurz Bewusstsein verloren

Laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ verletzte sich Mai gestern vor einem Auftritt in Rostock bei einer Bühnenprobe mit einem Tänzer bei einer Hebefigur schwer am Rücken. Nach Informationen der Zeitung verlor sie kurz das Bewusstsein.

Ein Notarzt habe Mai künstlich beatmet, bevor sie in eine Klinik gebracht worden sei. Das für gestern Abend geplante Konzert in Rostock, das dritte ihrer Tournee, wurde kurzfristig abgesagt.

Lifestyle

„Microdosing“: Job-Doping mit Hippie-Droge LSD

Früher galt es als Rauschmittel der Subkultur, jetzt ist LSD zum Selbstoptimierungsstimulans für die Leistungsgesellschaft geworden - zumindest in manchen Milieus. Im auf Leistung gepolten Silicon Valley etwa ist die einstige Hippie-Droge jedenfalls schon recht verbreitet, schreiben US-Medien.

Nun gibt es einen Berater für die Dosierung des „Wundermittels“. Der US-Psychedelika-Experte Paul Austin ist sich sicher: „Wer LSD in Mikrodosen nimmt, wird die künftige Arbeitswelt beherrschen.“ Doch auch in sehr geringer Dosierung birgt es Risiken, warnen Experten.

Mehr dazu in „Supermensch“ statt „Acid-Head“

IT

Neue EU-Verordnung zu grenzenloser Überwachung

Nachdem die USA mit dem „Cloud Act“ im März die EU vor vollendete Tatsachen gestellt hatten, haben nun die Europäer nachgezogen.

Am Dienstag stellte die Kommission ihre Verordnung zur „Sicherung von Beweismitteln in der Cloud“ vor. Hauptmaßnahme ist ein neuer elektronischer Durchsuchungsbefehl, der in der gesamten EU gilt. Internetfirmen und Telekoms müssen in Zukunft binnen zehn Tagen die verlangten Daten liefern, in Notfällen gelten sechs Stunden.

Die jeweiligen nationalen Strafverfolger sind bei diesen grenzüberschreitenden Datenanforderungen ausgeschaltet. Damit gibt es für Betroffene praktisch keine rechtsstaatlichen Möglichkeiten, gegen Durchsuchungen ihrer Kommunikation nachträglich vorzugehen, bemängeln die Kritiker der Maßnahme. Sie verweisen auch darauf, dass in den EU-Mitgliedsstaaten Polen und Ungarn die Unabhängigkeit der Justiz nicht mehr garantiert ist.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Religion

Salzburg: Kinder blicken hinter Klostermauern

16 Salzburger Ordensgemeinschaften und das Priesterseminar haben gestern ihre Häuser geöffnet und gezeigt, wie sie dort leben. „Du bist ein kostbarer Schatz“ lautete das Motto des Tages, zu dem die Katholische Jungschar Salzburg einlud. „Die Aussicht hier oben ist wunderbar. Ich hätte mir nicht gedacht, dass die Kapuziner so schön wohnen“, schwärmte die 15-jährige Theresa Reindl aus der Pfarre Kuchl. Sie war eine von 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim „Tag der geistlichen Berufe“ in Salzburg.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Britische Medien: Pippa Middleton erwartet erstes Kind

Ihre große Schwester, die britische Herzogin Kate, wird demnächst ihr drittes Baby zur Welt bringen. Im Herbst ist es dann wohl auch bei Pippa Middleton so weit: Britische Medien berichteten heute, die 34-Jährige erwarte ihr erstes Kind. Im vergangenen Jahr hatte sie den Banker James Matthews geheiratet.

Pippa Middleton und James Matthews bei ihrer Hochzeit

Reuters/Justin Tallis

Der Geburtstermin sei im Oktober, berief sich die Zeitung „The Sun on Sunday“ laut der Nachrichtenagentur Reuters auf einen ungenannten Freund des Paares. Pippa Middleton wurde weltweit als Brautjungfer ihrer Schwester bei deren Hochzeit im Jahr 2011 bekannt. Kate ist die Ehefrau von Prinz William, dem Zweiten in der britischen Thronfolge.

Älteste Frau der Welt mit 117 Jahren verstorben

Die vermutlich älteste Frau der Welt ist im Alter von 117 Jahren in Japan gestorben. Nabi Tajima, geboren am 4. August 1900, sei gestern in einem Krankenhaus auf der Insel Kikai in der Region Kagoshima gestorben, teilte ein Behördenvertreter heute mit.

Nabi Tajima

APA/AFP/Jiji Press

Tajima, die seit September 2015 den Titel als älteste Frau Japans trug, könnte Medienberichten zufolge auch die älteste Frau weltweit gewesen sein. Seitdem im September vergangenen Jahres Violet Brown in Jamaika mit 117 Jahren gestorben war, prüfte das Guinness-„Buch der Rekorde“, wem der Titel des ältesten Menschen der Welt zustand - und war bereit, Tajima den Titel zuzusprechen.

An Altersschwäche verstorben

Tajima habe in einem Seniorenheim gelebt und sei im Jänner wegen zunehmender Schwäche in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der Behördensprecher Susumi Yoshiyuki mit. Dort sei sie nun an Altersschwäche gestorben.

Mit dem 112-jährigen Masazo Nonaka lebt auch der älteste Mann der Welt in Japan, wie das Guinness-„Buch der Rekorde“ am 10. April mitteilte. Japan ist bekannt dafür, dass die Menschen sehr alt werden. Nach Angaben der Regierung lebten dort im vergangenen Jahr rund 68.000 Menschen, die 100 Jahre oder älter waren.