Inland

Kurz verteidigte in deutscher TV-Show Koalition mit FPÖ

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat gestern während seines Berlin-Besuchs bei einem Auftritt in der ARD-Show „Maischberger“ die Koalition mit der FPÖ verteidigt. Die FPÖ sei bereit, sich an das Koalitionsprogramm zu halten, so Kurz in der Sendung mit dem Titel „Kanzler Kurz: Wunderknabe oder politischer Scharfmacher“.

Dieses habe eine klar proeuropäische Orientierung. Es gebe für ihn auch „rote Linien“. Allerdings gelte das nicht nur „nach rechts“. Es sei in der Vergangenheit in Österreich auch gegen Leute gehetzt worden, die reich seien, sagte er. Das lehne er ebenfalls ab.

Zu Straches Vergangenheit befragt

Kurz wurde auch zur Vergangenheit von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am rechten Rand befragt. Er sprach sich dafür aus, Politikern bei kritischem Hinsehen auch eine Chance zur Weiterentwicklung einzuräumen. Der FPÖ-Chef habe von „Jugendsünden“ gesprochen.

Strache habe zudem immer eingegriffen, wenn es in der jüngeren Vergangenheit problematische Äußerung von FPÖ-Politikern gegeben habe. Auf Kritik der Israelitischen Kultusgemeinde angesprochen, verwies er auf das Regierungsprogramm, das sich „deutlich“ gegen Antisemitismus ausspreche. Er verwies zudem auf das Wahlergebnis, das einen Wunsch nach Veränderung zeige.

Kurz: AfD mit FPÖ nicht zu vergleichen

Dass er etwa in der Frage des Burka-Verbots eine anderen Meinung vertrete also vor einigen Jahren, rechtfertigte er mit einem Verweis auf die Flüchtlingskrise und Probleme mit dem islamischen Extremismus. Auch Maßnahmen wie die Kontrolle von Handys von Flüchtlingen und Migranten verteidigte er. Mit diesen könnte man Reiserouten und falsche Angaben prüfen. Er forderte erneut eine „Umkehr“ in der Asylpolitik.

Für Deutschland hoffe er, dass es bald eine starke Regierung gebe. Dazu, dass die CDU eine Koalition mit der Alternative für Deutschland (AfD) ausschließe, sagte Kurz: „Das ist das gute Recht der CDU.“ Die AfD sei mit der FPÖ nicht zu vergleichen, so Kurz, wobei er allerdings nicht auf inhaltliche Aspekte einging. Die FPÖ habe nämlich gezeigt, dass sie zur Regierungsarbeit bereit sei. Kurz kritisierte auch, dass „ständig ein Rechtsruck herbeigeredet“ werde.

Treffen mit Merkel

Kurz traf gestern in Berlin auch mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Nach einem Empfang mit militärischen Ehren und anschließenden Gesprächen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stellten sich beide der Presse. Beide betonten die gute Zusammenarbeit sowohl auf bilateraler Ebene als auch in der EU-Politik - trotz teils unterschiedlicher Positionen. Angesprochen auf die FPÖ-Regierungsbeteiligung sagte Merkel, man werde die Koalition „an ihren Taten messen“ und beobachten - „stärker, als man es sonst getan hätte“.

Mehr dazu in „Wichtige Partner in vielen Fragen“

Außenministerin Kneissl auf Antrittsbesuch in Sofia

FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl besucht heute das derzeitige EU-Ratspräsidentschaftsland Bulgarien. Bei Gesprächen mit ihrer Amtskollegin Ekaterina Sachariewa in Sofia soll vor allem die EU-Ratspräsidentschaft beider Länder besprochen werden. Derzeit führt Bulgarien den EU-Ratsvorsitz, im Juli übernimmt Österreich für ein halbes Jahr.

Aber auch das Migrationsthema stünde auf der Agenda, sagte Kneissl-Sprecherin Elisabeth Hechenleitner zur APA. Laut bulgarischem Außenministerium soll zudem über die EU-Integration der Westbalkan-Länder (Serbien, Montenegro, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Albanien und Kosovo), den „Brexit“, die Kohäsionspolitik und den Finanzrahmen der EU gesprochen werden.

Blümel für EU-Agenden zuständig

Es handelt sich um die dritte Auslandsreise Kneissls nach der Slowakei und Italien. Seit 8. Jänner ist Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) für die zuvor im Außenministerium angesiedelten EU-Agenden zuständig.

Ausland

Trump verteilte „Fake News Awards“

US-Präsident Donald Trump hat in der Nacht auf heute „Fake News Awards“ für aus seine Sicht besonders unredliche und falsche Berichterstattung verliehen. Gleich viermal fand sich auf der Liste, deren exaktes Zustandekommen nicht näher begründet wurde, der Sender CNN.

Auf Platz eins landete Paul Krugman, Nobelpreisträger und Kolumnist der „New York Times“. Grund: Er habe behauptet, die US-Wirtschaft werde sich nie „erholen“, dabei boome sie extrem. Auf Platz zwei folgt ein Reporter des Senders ABC. Erst auf Platz drei landete der Sender CNN, das kam angesichts der innigen Feindschaft, mit der Trump CNN öffentlich verfolgt, für viele überraschend. Dafür wurde CNN dann mehrmals benannt.

„Preise“ gingen an einzelne Berichte

Platz vier ging an eine Berichterstattung des „Time Magazine“, der fünfte Rang an einen Bericht der „Washington Post“. Wider Erwarten landete die „New York Times“, von Trump anhaltend beschimpft und fälschlich sinkender Auflagen bezichtigt - wenn auch regelmäßig gelesen -, erst wieder auf Platz zehn.

Die „Awards“ wurden jeweils für einzelne Ereignisse einer Berichterstattung benannt, nicht für Medien generell. Platz elf der Liste ging im weitesten Sinn an Berichte über eine Einmischung Russlands in die Präsidentenwahl 2016. Einen klaren Adressaten gab es nicht, aber Großbuchstaben: „ES GIBT KEINE GEHEIMEN ABSPRACHEN!“

Twitter-Bekanntgabe scheiterte am Link

Der Versuch, den „Fake News Award“ per Twitter zu vergeben, ging in der Nacht allerdings ins Leere. Der Link für seine Medienschelte, den Trump seiner Twitter-Botschaft hinzufügte, funktionierte nicht. Möglicherweise brach der Server wegen hoher Nachfrage zusammen. Wer nachsehen wollte, welches Medium aus Sicht des Präsidenten besonders unkorrekt berichtet habe, landete lange Zeit im digitalen Nichts. US-Medien berichteten dann unter Berufung auf das Weiße Haus über die Rangliste.

Trump: „Gibt Reporter, die ich respektiere“

In einem zweiten Tweet fügte Trump hinzu: „Trotz einer teilweise sehr korrupten und unredlichen Berichterstattung gibt es viele Reporter, die ich respektiere. Und es gibt viele GUTE NACHRICHTEN für das amerikanische Volk, auf die man stolz sein kann!“ Das ist ein zwar eingeschränktes, aber seltenes Trump-Lob für Journalisten.

Facebook prüft russischen Einfluss auf „Brexit“-Referendum

Facebook wird nach Druck aus der britischen Politik ausführlich prüfen, ob das Onlinenetzwerk für russische Kampagnen zur „Brexit“-Entscheidung missbraucht wurde. Dabei solle nach weiteren Accounts gesucht werden, bei denen es eine Verbindung zu russischen Stellen geben könnte, so Facebook gestern in einem Brief an einen Ausschuss des britischen Parlaments.

In einem ersten Schritt war nur geprüft worden, ob bekannte Facebook-Profile, die bereits als von Russland beeinflusst galten, vor dem „Brexit“-Referendum aktiv gewesen seien. Dabei gab es laut Facebook nur „minimale“ Aktivität. Der Ausschuss für Digitaltechnik, Kultur, Medien und Sport des britischen Unterhauses (DCMS) fand die Antwort jedoch unzureichend.

Auch Twitter zu Datenherausgabe aufgefordert

Es sei bekannt, dass russische Stellen Twitter-Bots während des „Brexit“-Referendums betrieben hätten, sagte der Vorsitzende Damian Collins. Es sei wahrscheinlich, dass sie auch auf Facebook unterwegs gewesen seien. Der Ausschuss hatte außer Facebook auch den Kurzmitteilungsdienst Twitter zur Herausgabe von Daten aufgefordert.

Laut dem Chef von Facebook Großbritannien, Simon Milner, werden nun zügig die mit Russland verbundenen Onlinekonten auf eine mögliche Einmischung genauer überprüft, wie er in einem Brief an den Ausschuss schrieb. Das werde mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

In den USA sieht Facebook nach monatelangen Untersuchungen einen koordinierten Versuch von russischer Seite, die Spannungen in der amerikanischen Gesellschaft zu verstärken und zur Wahl von Donald Trump zum Präsidenten beizutragen. In Frankreich blockierte Facebook im vergangenen Jahr vor der Parlamentswahl Zehntausende fingierte Profile. Es wurde immer wieder spekuliert, genauso sei auch versucht worden, ein Ja zum Austritt Großbritanniens aus der EU herbeizuführen. Die russische Regierung weist alle Vorwürfe zurück.

Bericht: Gipfel mit Erdogan und EU-Spitzen geplant

Im Bemühen um eine Annäherung zwischen Brüssel und Ankara wollen führende EU-Vertreter laut einem Bericht den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zu einem Spitzentreffen empfangen. Die Begegnung sei für Ende März in Brüssel oder Sofia geplant, berichtete die deutsche „Welt“ (Donnerstag-Ausgabe) unter Berufung auf EU-Diplomatenkreise.

Die EU soll dabei durch Kommissionschef Jean-Claude Juncker, Ratspräsident Donald Tusk, Parlamentspräsident Antonio Tajani und den bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borissow als Repräsentant der amtierenden EU-Ratspräsidentschaft vertreten werden. Das bisher letzte Treffen der EU-Spitzen mit Erdogan hatte im Mai des vergangenen Jahres am Rande eines NATO-Gipfels in Brüssel stattgefunden.

Gemeinsame Interessen betonen

Ziel der Beratungen im März sei es, neben dem Trennenden vor allem auch gemeinsame Interessen zu betonen, hieß es in dem „Welt“-Bericht. Zu dem Westbalkan-Gipfel im Mai werde Ankara hingegen nicht eingeladen. „Anders als die Länder des Westbalkans wollen wir die Türkei derzeit nicht mit dem Thema EU-Erweiterung in Verbindung bringen“, zitierte die Zeitung einen EU-Diplomaten.

Nach einem Jahr voller Konflikte ist die Türkei derzeit darum bemüht, das Verhältnis zu ihren wichtigsten Handelspartnern in Europa zu normalisieren. Anfang Jänner reiste Erdogan daher bereits nach Paris, einen Tag später besuchte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu seinen deutschen Kollegen Sigmar Gabriel in Goslar. FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl plant kommende Woche einen Türkei-Besuch und ein Zusammentreffen mit Cavusoglu.

Friedliche Lösung im Korea-Konflikt könnte scheitern

US-Präsident Donald Trump zieht das Scheitern einer diplomatischen Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea ins Kalkül. Er hoffe zwar, dass die Krise friedlich gelöst werden könne, sagte Trump gestern in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters im Weißen Haus. „Aber es ist sehr gut möglich, dass das nicht gelingt.“

Gleichzeitig erhob der US-Präsident schwere Vorwürfe gegen Russland. Die Regierung in Moskau helfe Nordkorea dabei, die internationalen Sanktionen zu unterlaufen. „Russland hilft uns bei Nordkorea überhaupt nicht.“

„Aber sie sind nah dran“

Dagegen lobte er China für seine Bemühungen, die Öl- und Kohlelieferungen an das kommunistische Land zu unterbinden, auch wenn die Regierung in Peking mehr tun könnte. Die chinesische Hilfe werde allerdings durch Russland zum Teil aufgehoben: „Russland macht einen Teil dessen zunichte, was China leistet.“

Noch sei Nordkorea nicht in der Lage, die USA mit Raketen anzugreifen, ergänzte Trump: „Sie sind noch nicht so weit, aber sie sind nah dran. Und jeden Tag kommen sie dem näher.“ Nach dem Test einer Interkontinentalrakete im November erklärte die Führung in Pjöngjang, das gesamte Gebiet der USA läge in der Reichweite nordkoreanischer Atomangriffe.

„Sie haben unsere Präsidenten ausgenutzt“

Während des knapp einstündigen Interviews äußerte Trump Zweifel, ob ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un den Konflikt entschärfen könnte. „Ich bin nicht sicher, ob Gespräche zu irgendetwas Sinnvollem führen könnten“, sagte Trump. Auch Verhandlungen seiner Vorgänger hätten Nordkorea nicht dazu gebracht, bei seinem Raketen- und Atomprogramm einzulenken. „Sie haben 25 Jahre gesprochen, und sie haben unsere Präsidenten ausgenutzt, unsere früheren Präsidenten ... Ich würde mich hinsetzen, weiß aber nicht, ob das das Problem lösen würde.“

US-Justiz erhob Anklage gegen deutschen Dschihadisten

Die US-Justiz hat gegen den in Frankreich inhaftierten deutschen Dschihadisten Christian Ganczarski Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft in New York warf dem 51-Jährigen gestern unter anderem Verschwörung zum Mord sowie die Unterstützung des Terrornetzwerks al-Kaida vor. Ganczarski sei an der Planung von Anschlägen auf US-Bürger beteiligt gewesen.

Laut Anklage traf er sich mehrmals mit Al-Kaida-Chef Osama bin Laden und anderen führenden Vertretern der Terrororganisation. Ganczarski soll der Gruppe logistische Unterstützung geleistet haben. Während der Anschläge vom 11. September 2001 hielt er sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Deutschland auf. Er habe aber gewusst, dass eine große Attacke bevorstehe.

Verbüßt Haftstrafe in Frankreich

Die USA fordern die Auslieferung des Deutschen, der in Frankreich eine 18-jährige Haftstrafe verbüßt. Ganczarski war 2003 in Paris festgenommen und dort 2009 verurteilt worden. Er gilt als Drahtzieher des Selbstmordattentats auf die Ghriba-Synagoge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba von 2002. Unter den 21 Toten waren 14 Deutsche.

Wegen eines Angriffs auf drei Gefängniswärter in der vergangenen Woche droht dem 51-Jährigen in Frankreich ein neues Verfahren wegen versuchten Mordes. Ganczarski hatte die Beamten mit einem Messer verletzt. Die Tat löste in Frankreich landesweite Proteste von Gefängnismitarbeitern aus, die den Personalmangel und die Überbelegung in den Haftanstalten beklagten.

Trump droht China mit Strafgeld

US-Präsident Donald Trump hat China mit „Bußgeldern“ wegen angeblichen Diebstahls geistigen Eigentums gedroht. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Trump gestern, die erwogene Strafe könne hoch ausfallen, nannte aber keinen konkreten Betrag. „Wir sprechen über einen hohen Schadenersatz. Wir sprechen über Zahlen, über die Sie noch nicht einmal nachgedacht haben.“

Bisher deutlichster Hinweis auf Strafen

Die Drohung Trumps war der bisher deutlichste Hinweis darauf, dass die US-Regierung wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen gegen China verhängen will. Trump und sein wirtschaftspolitischer Berater Gary Cohn sagten in dem Interview, China habe US-Firmen gezwungen, ihr intellektuelles Eigentum nach China zu transferieren, wenn sie dort tätig sein wollten.

Die USA haben bereits entsprechende Untersuchungen eingeleitet. Er werde in seiner Rede zur Lage der Nation am 30. Jänner Näheres zu Schritten gegen China sagen, kündigte Trump an.

Gesetz erlaubt Vergeltungszölle

Der Präsident führte nicht näher aus, was er mit einem „Bußgeld“ gegen China meint. Ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1974, das auch als Grundlage für die Ermittlungen gegen China dient, erlaubt Vergeltungszölle auf chinesische Produkte und andere Handelssanktionen, solange China sein Vorgehen nicht ändert.

Die USA wollten gute Beziehungen zu China, so Trump. Allerdings müsse die Volksrepublik die USA auch fair behandeln. Auf die Frage über einen möglichen Handelskrieg wegen erwogener US-Schritte als Reaktion auf chinesische Billigexporte von Stahl-, Aluminium und Solaranlagen erklärte Trump: „Ich glaube nicht, ich hoffe nicht. Aber wenn es so ist, dann ist es so.“

Sport

Rallye: Walkner behauptet Dakar-Gesamtführung

Matthias Walkner hat seine am Vortag übernommene Gesamtführung in der Motorrad-Wertung der Rallye Dakar mit Platz fünf erfolgreich behauptet. Die elfte Etappe von Belen nach Chilecito gewann gestern zwar der Australier Toby Price vor dem Argentinier Kevin Benavides und dem Franzosen Antoine Meo (KTM), Walkner hat aber drei Prüfungen vor Schluss 32 Minuten Vorsprung auf Benavides.

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Ski alpin: „Traktor“ Reichelt kommt in Fahrt

Der Sieg von Hannes Reichelt 2014 war der bisher letzte österreichische Erfolg auf der Streif. Bei der diesjährigen Ausgabe des Klassikers in Kitzbühel am Samstag (11.25 Uhr, live in ORF eins) gehört der 37-Jährige erneut zum erweiterten Favoritenkreis.

Zuletzt kam Reichelt immer besser in Fahrt. Das dichte Programm an Klassikern ist dem Routinier dabei nur recht: „Einen alten Traktor stellst du auch nicht mehr ab, weil es dann schwerer ist, ihn wieder zu starten.“

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Wirtschaft

Wiener Immobiliengesellschaft WW Holding ist insolvent

Die Immobiliengesellschaft WW Holding AG, Muttergesellschaft der Wienwert AG, hat ein Insolvenzverfahren angekündigt. Grund seien Zahlungsunfähigkeit und eine insolvenzrechtliche Überschuldung. Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens werde vorbereitet und so rasch wie möglich beim zuständigen Insolvenzgericht eingebracht, teilte das Unternehmen heute mit.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Spekulationen um weitere Ablösungen im ÖBB-Aufsichtsrat

Bei den ÖBB soll nicht nur Aufsichtsratspräsidentin Brigitte Ederer gehen, sondern auch die anderen von der SPÖ nominierten Aufseher sollen abgelöst werden, schreibt die „Presse“ (Donnerstag-Ausgabe) und nennt Namen der Nachfolger: Andreas Reichhardt, Barbara Kolm und Helga Berger sollen einziehen. Vom Infrastrukturministerium wird das auf APA-Anfrage nicht bestätigt.

Man führe laufend Diskussionen mit mehreren Kandidaten, auch der Zeitpunkt der Veränderungen sei noch offen, hieß es heute Abend von einem Sprecher des Infrastrukturministeriums zur APA. Fix ist also bisher lediglich die Ablöse von Ederer durch Arnold Schiefer, ehemals Vorstand der ÖBB Rail Cargo und - wie Minister Norbert Hofer (FPÖ) - Burschenschafter. Schiefer sitzt seit 2015 im Vorstand der staatlichen Hypo-Alpe-Adria-Abbaufirma Heta.

Laut „Presse“ FPÖ-nahe Kandidaten

Reichhardt ist neuer Generalsekretär des Infrastrukturministeriums und ebenfalls Burschenschafter (Grenzlandsmannschaft Cimbria), er war stellvertretender Kabinettschef von Ex-Verkehrsminister Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) und Forschungssektionschef. Kolm ist Präsidentin des Friedrich August von Hayek Instituts und Direktorin des Austrian Economics Center, in den Koalitionsverhandlungen war die neoliberale Ökonomin auf FPÖ-Seite beteiligt.

Berger ist Budgetsektionschefin im Finanzministerium und war einst Kabinettschefin von FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer. Dass FPÖ-Minister Hofer die „roten“ ÖBB-Aufsichtsräte ablösen werde, hatten schon mehrere Zeitungen berichtet. Das betreffe die frühere Direktorin in der Europäischen Zentralbank (EZB), Gertrude Tumpel-Gugerell, und Rechtsanwalt Leopold Specht.

Zahl der Flugpassagiere stieg 2017 auf 4,1 Milliarden

Nie zuvor haben die Fluggesellschaften weltweit so viele Passagiere befördert wie 2017. Ihre Zahl stieg im Vergleich zu 2016 um 7,1 Prozent auf 4,1 Milliarden, wie die UNO-Luftfahrtorganisation ICAO gestern mitteilte.

Verantwortlich für den Anstieg seien vor allem die Billigfluglinien, die im vergangenen Jahr allein geschätzt 1,2 Milliarden Passagiere gehabt hätten und damit für rund 30 Prozent des zivilen Luftverkehrs verantwortlich gewesen seien. Die Zahl der Starts stieg auf annähernd 37 Millionen.

Europa weiter größter Markt

Die Zahl der zurückgelegten Flugkilometer aller Passagiere stieg um acht Prozent, hieß es weiter. In diesem Bereich bleibt Europa größter Markt mit einem weltweiten Anteil von 37 Prozent. ICAO-Präsident Olumuyiwa Benard Aliu führte den „gewaltigen Anstieg“ der Passagierzahlen in der zivilen Luftfahrt auf Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Effizienz und Umweltschutz zurück.

Chinas Wirtschaft wuchs 2017 um 6,9 Prozent

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich 2017 beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um 6,9 Prozent zu, wie das Statistikamt in Peking heute mitteilte. 2016 lag der Anstieg bei 6,7 Prozent, was das kleinste Plus in 26 Jahren war. Die Konjunktur habe sich besser entwickelt als gedacht, so die Statistiker.

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs damit im vergangenen Jahr mehr als dreimal so schnell wie Europas Nummer eins Deutschland, das auf 2,2 Prozent kam.

Zugpferd der Weltwirtschaft

Insidern zufolge gibt China für heuer dasselbe Wachstumsziel wie im Vorjahr aus. Dieses soll weiter bei rund 6,5 Prozent liegen. Investoren aus aller Welt schauen stets mit großem Interesse auf die Pekinger Vorgaben, da sich China in den vergangenen Jahren als Zugpferd der Weltwirtschaft erwiesen hat.

Die Volksrepublik hat aber auch einen großen Schuldenberg angehäuft, der nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zuletzt 256 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachte. Er gilt als Risiko für die gesamte Weltwirtschaft. Kommt es zu Zusammenbrüchen von Unternehmen, drohen Banken Zahlungsausfälle, was zu einer Finanzkrise führen könnte.

Peugeot will auf US-Markt zurückkehren

Der französische Autohersteller Peugeot will wieder auf dem US-Markt Fuß fassen. Zugleich wollen die Franzosen alle Modelle bis 2025 auch in einer Elektroversion anbieten, wie Konzernchef Carlos Tavares auf der Automesse in Detroit gestern sagte.

Bei den weltweiten Expansionsplänen soll Peugeot laut Tavares von der Übernahme der ehemaligen GM-Töchter Opel und Vauxhall profitieren. Die künftigen Modelle in den USA sollen nicht die regulatorischen Anforderungen erfüllen, sondern auch den Geschmack der US-Kunden treffen, sagte der Manager. Zudem dürften bis 2030 80 Prozent der PSA-Wagen mit teilweise autonomen Fahrsystemen ausgestattet sein, jedes zehnte Modell soll bis dahin komplett selbst fahren können.

Im vergangenen Jahr profitierte Peugeout von der Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen den Iran und der Erholung der Märkte im Europa. Der zweitgrößte europäische Hersteller nach Volkswagen steigerte 2017 seinen weltweiten Absatz um knapp sechs Prozent auf 3,15 Millionen Fahrzeuge

Topmanager sehen Innovation vor allem in USA

Bei Innovationen haben nach Ansicht von Managern US-Firmen die Nase vorne. Acht der zehn innovativsten Firmen der Welt und mehr als die Hälfte der 50 innovativsten Unternehmen kommen aus den USA, sagen 1.000 Spitzenmanager, die von der Boston Consulting Group (BCG) befragte wurden. Die Umfrage fand zum zwölften Mal statt.

Abgesehen von der US-Lastigkeit fällt auf, dass sieben der zehn innovativsten Firmen im Digitalbereich verortet sind. „Ging es früher um Produkte, stehen heute Daten und Technologie im Fokus der Unternehmen“, sagt dazu BCG-Österreich-Chef Lukas Haider.

Fokus auf Big Data

Die Auswertung von Big Data ist inzwischen neben der Entwicklung neuer Produkte das wichtigste Innovationsziel, heißt es in dem BCG-Bericht. Prioritäten aus den großen Datensätzen herauszulesen sei entscheidend für den Unternehmenserfolg. Innovationsführer verwenden viel häufiger Big Data und nutzen dabei interne wie auch externe Datenquellen, als das Nachzügler im Innovationsprozess tun.

Fast drei Viertel der innovationsstarken Firmen, aber nur 20 Prozent der schwachen Firmen berichten, dass sie Ideen für neue Projekte aus Sozialen Netzwerken oder aus der Auswertung von großen Datenmengen gewonnen haben.

Alibaba erstmals unter Top Ten

Seit einigen Jahren schon führen Apple und Google dieses Ranking an. Dahinter folgen heuer Microsoft und Amazon vor Samsung. Mit dem Onlinehändler Alibaba ist ein chinesisches Unternehmen neu unter den Top Ten. Der französische Telekomprovider Orange ist auf Rang 19 das bestplatzierte europäische Unternehmen, Siemens liegt auf Rang 21. Österreichische Firmen sind in dieser Liste internationaler Großkonzerne nicht vertreten.

Chronik

52 Tote bei Busunglück in Kasachstan

Bei einem Brand in einem Bus im zentralasiatischen Kasachstan sind nach Behördenangaben 52 Menschen ums Leben gekommen. Der Vorfall ereignete sich heute im Gebiet Aktobe im Zentrum des Landes auf der Strecke zwischen Samara und Schymkent, wie der Zivilschutz mitteilte.

In dem Bus hätten sich 57 Menschen befunden, fünf davon hätten sich retten können, sagte ein Behördenvertreter. Sie würden medizinisch versorgt. Die übrigen seien gestorben. Berichten zufolge waren unter den Passagieren Staatsbürger aus dem benachbarten Usbekistan. Über die Ursache des Brandes lagen zunächst keine Informationen vor.

Nach Tankeruntergang breiten sich vier Ölteppiche aus

Nach dem Tankerunglück vor der Ostküste Chinas haben sich vier Ölteppiche ausgebreitet. Die Meeresbehörde teilte gestern mit, die Ölteppiche seien insgesamt 101 Quadratkilometer groß. Die Behörde versucht, eine Ausbreitung zu verhindern und die Umweltschäden zu untersuchen.

Der iranische Öltanker „Sanchi“ war am 6. Jänner auf hoher See mit einem chinesischen Frachter zusammengestoßen und sofort in Brand geraten. Alle 32 Besatzungsmitglieder kamen dabei vermutlich ums Leben. Nach mehreren Explosionen sank die „Sanchi“ am Sonntag.

Unterwasserroboter sollen Wrack untersuchen

Wie das chinesische Verkehrsministerium gestern mitteilte, liegt das Wrack in 115 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund. Das Ministerium will das Wrack nun mit Unterwasserrobotern untersuchen.

Die „Sanchi“ hatte 136.000 Tonnen Ölkondensat - ein besonders hochwertiges Leichtöl - und bis zu 1.000 Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord. Das Schiff sank, bevor die Ladung komplett verbrannt war.

Experten: Historische Umweltkatastrophe

Nach dem Unglück hatten die chinesischen Behörden zunächst beteuert, dass die Umweltauswirkungen durch das austretende Leichtöl begrenzt seien. Experten warnten jedoch vor einer Umweltkatastrophe von historischem Ausmaß.

Zahl der Straftaten in Japan auf Rekordtief

Japan macht seinem Ruf als eines der sichersten Länder der Welt Ehre. Die seit Jahren sinkende Zahl der ermittelten Straftaten erreichte im vergangenen Jahr ein Rekordtief von 915.111 Fällen, wie japanische Medien heute unter Berufung auf vorläufige Daten der Polizeibehörde berichteten. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent.

Mehr als 70 Prozent davon machen Diebstähle aus. Doch auch diese konnten verringert werden: um 9,3 Prozent auf rund 655.000 Fälle. Das sei dem Umstand zu verdanken, dass die rechtskonservative Regierung mehr Polizisten beschäftigt und noch mehr Sicherheitskameras im Einsatz sind, hieß es.

In den kommenden Jahren dürfte die Überwachung weiter aufgestockt werden. Hinzu kommen unzählige weitere Sicherheitskameras, die von privaten Unternehmen sowie Bürgern installiert wurden. An Morden zählte die Polizei der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt im vergangenen Jahr 920 Fälle, wie aus den vorläufigen Daten weiter hervorgeht.

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat kein Teilnehmer die „sechs Richtigen“ getippt. Das heißt Jackpot bei der Ziehung am Sonntag.

Folgende Gewinnzahlen sind bei der aktuellen Ziehung ermittelt worden:

9 14 15 17 31 42 / Zusatzzahl: 3

Die Zahlen bei Lotto plus waren:

5 12 14 19 30 38

Der richtige Joker lautet:

4 7 6 3 6 9

Alle Angaben ohne Gewähr

IT

Apple will Milliarden in den USA investieren

Apple hat als Reaktion auch auf die US-Steuerreform milliardenschwere Ausgaben im Heimatland angekündigt. Der Technologiekonzern wolle in den kommenden fünf Jahren 30 Milliarden US-Dollar in den USA investieren, teilte das Unternehmen heute im kalifornischen Cupertino mit. Zudem sollen 20.000 neue Jobs an bereits existierenden Standorten entstehen. Ferner wolle Apple einen neuen Campus für seine Mitarbeiter eröffnen.

Zudem rechnet Apple nun mit einer Steuerzahlung in Höhe von rund 38 Milliarden Dollar für bisher außerhalb der USA vorhandenes Kapital, das nun ins Heimatland zurückgeholt werden soll.

US-Konzerne wie Apple und Microsoft horten riesige Dollar-Beträge im Ausland. Ziel der jüngst in Kraft getretenen Steuerreform von Präsident Donald Trump ist es unter anderem, diese Gelder wieder in die Vereinigten Staaten umzuleiten.

Medien

Debatte.ORF.at im neuen Gewand

Die Debatten in ORF.at präsentieren sich in neuem Gewand: Die Übersicht über die Debatten wurde erneuert, das Update bringt ein attraktiveres Layout mit größeren Bildern und neuer Typografie. Langjährige Kenner von ORF.at werden vielleicht die grafische Referenz an eine Version der Debattenübersicht aus den Frühzeiten von ORF.at erkennen.

Vor allem ist debatte.ORF.at nun „responsive“, d. h. auch auf Smartphones und Tablets optimiert und unterwegs nutzbar. Gleichzeitig sind auch die Anmelde- und Registrierungsfunktionen unter login.ORF.at überarbeitet worden. Auch diese sind nun mobil optimiert nutzbar.

Nichts geändert hat sich am bewährten Diskussionssystem. Und weiterhin bietet ORF.at ein umfassendes Debattenpaket zu allen relevanten aktuellen Ereignissen, das im Kontext der TV-, Radio- und Onlineberichterstattung den Diskussions- und Meinungsbildungsprozess unterstützt.

Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ soll TV-Serie werden

Nach dem durchschlagenden Erfolg des Buchs „Fire and Fury“ sollen die Enthüllungen über die Präsidentschaft von Donald Trump bald auch als Serie im TV zu sehen sein. Die Produktionsfirma Endeavor Content habe sich die Rechte an dem Stoff gesichert, berichteten der „Hollywood Reporter“ und „Variety“ gestern. Autor Michael Wolff wird den Berichten zufolge als ausführender Produzent der Serie fungieren.

Das Buch „Fire and Fury: Inside the Trump White House“ (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus) hatte in den USA für erheblichen Wirbel gesorgt. Trumps Anwälte hatten vergeblich versucht, das Erscheinen des Buches zu verhindern, das sich sofort zu einem Bestseller entwickelte.

„Fire and Fury“ enthält zahlreiche Aussagen von wichtigen Mitarbeitern im Weißen Haus, die Zweifel an Trumps Eignung für das Präsidentenamt äußern. Eine der wichtigsten Quellen in dem Buch ist Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon.

Kultur

Das Jubeljahr des Jugendstils

Im Jahr 1918 ist das Wiener Fin de Siecle endgültig zu Ende gegangen: Die Künstler Gustav Klimt, Egon Schiele und Kolo Moser sind im letzten Kriegsjahr gestorben und werden heuer mit umfangreichen Ausstellungen gewürdigt.

Den Anfang macht die Schau „Wien um 1900“ im Leopold Museum, der bekanntesten Anlaufstelle in puncto Jugendstil. Dabei war Wien nicht immer für diese Epoche berühmt. Erst mit der Blockbuster-Schau „Vienna 1900“ im Museum of Modern Art in New York vor 30 Jahren wurde aus der „Sissi“-Stadt die Klimt-Metropole.

Mehr dazu in Heroen der Wiener Moderne

Gesundheit

Religion

Papst: Chiles Jugend soll sich einmischen wie Jesus

Der Papst hat die Jugend Chiles zu einer aktiven Mitgestaltung des Landes aufgerufen. Von der Skepsis der Erwachsenen sollten sie sich dabei nicht entmutigen lassen, sagte er gestern Abend (Ortszeit) bei einer Begegnung mit jungen Menschen in Chiles Nationalheiligtum Maipu. Der Wallfahrtsort am Rand der Hauptstadt Santiago erinnert an die Unabhängigkeit des Landes vor 200 Jahren. Bei der Fahrt dorthin im Papamobil wurde Franziskus von Tausenden jubelnden und singenden Zuschauern begrüßt.

Mehr dazu in religion.ORF.at