Ausland

Simbabwe: Amtsenthebung Mugabes wird eingeleitet

Simbabwes Regierungspartei Zanu-PF will morgen im Parlament das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Robert Mugabe einleiten. Das sagte ein Abgeordneter der Partei heute der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte Mugabe ein Ultimatum zum Rücktritt verstreichen lassen. Die Zanu-PF hatte Mugabe eine Amtsenthebung angedroht, falls er nicht bis Mittag das Amt des Präsidenten abgebe.

Ein Amtsenthebungsverfahren müsste zunächst durch eine einfache Mehrheit der Parlamentsabgeordneten auf den Weg gebracht werden. Eine eingesetzte Kommission muss dann untersuchen, ob der Präsident sich schweren Fehlverhaltens oder des Verfassungsbruchs schuldig gemacht hat. Für eine Amtsenthebung wäre dann in beiden Parlamentskammern eine Zweidrittelmehrheit nötig.

„Brexit“: EU will Briten Freihandelspaket bieten

Die EU ist laut Chefunterhändler Michel Barnier bereit, für die Zeit nach dem „Brexit“ ein „höchst ehrgeiziges“ Handelsabkommen mit Großbritannien abzuschließen. Entscheidende Voraussetzung dafür sei aber die Bereitschaft Großbritanniens zur Einhaltung von EU-Standards bei Themen wie Gesundheit, Umwelt und Arbeitnehmerrechten, sagte Barnier heute in Brüssel.

„Wenn wir es schaffen, einen geregelten Ausstieg zu verhandeln und Wettbewerbsgleichheit zu schaffen, gibt es allen Grund für eine ehrgeizige Partnerschaft“, sagte der EU-Chefunterhändler.

Streitfragen weiter offen

Barnier verknüpfte sein Angebot mit der Forderung nach einer baldigen Beilegung der Streitfragen etwa hinsichtlich der offenen Finanzverpflichtungen der Briten und der künftigen Grenze zwischen Irland und Nordirland. Über diese Punkte wird seit Monaten in Brüssel verhandelt.

Es seien bereits Vorbereitungen getroffen worden, um über das von London gewünschte Freihandelsabkommen zu sprechen, sobald die Streitpunkte beigelegt seien, sagte Barnier. „Die EU wird bereit sein, ein höchst ehrgeiziges Freihandelsabkommen anzubieten“, fügte er hinzu.

Neues tschechisches Parlament zusammengetreten

Einen Monat nach der Parlamentswahl in Tschechien sind die Abgeordneten zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Andrej Babis, der liberal-populistische Sieger der Wahl, beharrt auf seinem Plan, eine Minderheitsregierung zu bilden. Koalitionsverhandlungen tat der 63-Jährige heute vor dem Parlament als „verschwendete Zeit“ ab.

„Wenn Sie Interesse an einem Mädchen haben und zehnmal abgelehnt werden, werden Sie es auch nicht weiter belästigen“, sagte der Multimilliardär und Gründer der Protestpartei ANO. Wegen ungeklärter Vorwürfe gegen Babis lehnen die meisten Parteien eine Regierung mit ihm persönlich als Ministerpräsidenten ab. Es geht um EU-Subventionen für ein Wellness-Resort der Babis-Holding.

Unter den 200 Mitgliedern des Abgeordnetenhauses, der wichtigeren der beiden Kammern, sind 125 Parlamentarier Neulinge - eine Rekordzahl. ANO kommt auf 78 Sitze.

US-Bomben auf Drogenfabriken in Afghanistan

Piloten der US-Luftwaffe haben in der Nacht auf heute in Afghanistan zum ersten Mal Bomben auf mehrere Drogenfabriken abgeworfen. Das bestätigte der Oberbefehlshaber der NATO- und der US-Streitkräfte im Land, General John Nicholson, in einer landesweit übertragenen Pressekonferenz heute Nachmittag (Ortszeit).

Der gemeinsame Einsatz mit afghanischen Streitkräften in der südafghanischen Provinz Helmand habe es gezielt auf die finanziellen Ressourcen der radikalislamischen Taliban abgesehen. Die Provinz Helmand ist das Zentrum des Schlafmohnanbaus in Afghanistan, der 80 bis 90 Prozent allen Opiums der Welt hervorbringt.

Sie ist außerdem Hochburg der Taliban. Sie besteuern Schlafmohnanbau und Drogenschmuggel, was ihrer Kriegskasse nach wechselnden Angaben jährlich 200 bis 400 Millionen Dollar einbringt.

UNO meldete Rekordernte

Erst vergangene Woche hatte die UNO die größte Opiumernte in der Geschichte des Landes gemeldet: Geschätzte 9.000 Tonnen hätten mehrere Ernten in 24 der 34 Provinzen in diesem Jahr hervorgebracht, hieß es im Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Das seien 87 Prozent mehr als noch 2016.

Schlafmohnpflanzen wuchsen auf rund 328.000 Hektar. In Helmand allein seien die Anbauflächen um 79 Prozent gewachsen. Ein Sprecher der Taliban, Kari Jusuf Ahmadi, wies Nicholsons Angaben zurück. Es gebe in den Gegenden keine Drogenproduktion. Die USA wollten nur verstecken, dass sie Zivilisten angegriffen hätten.

Zivile Opfer befürchtet

Ein Provinzratsmitglied, das namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, es habe bei den Angriffen möglicherweise zivile Opfer gegeben. „Die meisten, die in solchen Fabriken arbeiten, sind Zivilisten.“

Weißrussland wirft Ukrainer Spionage vor

Der Geheimdienst der Ex-Sowjetrepublik Weißrussland hat nach eigener Darstellung einen ukrainischen Journalisten als Agenten enttarnt und festgenommen. Gegen den Mitarbeiter des staatlichen ukrainischen Radios sei Anklage erhoben worden, sagte Dimitri Pobjarschin vom weißrussischen Geheimdienst KGB heute in Minsk.

Der Ukrainer soll ein Netzwerk aus Informanten aufgebaut haben, ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Pobjarschin zufolge gab der Verdächtige zu, Mitarbeiter der ukrainischen militärischen Aufklärung zu sein.

Ukrainischer Abgeordneter: „Provokation“

Zudem sei der Verdächtige mit einem Berater der ukrainischen Botschaft in Minsk in Kontakt gestanden, hieß es. Der Berater sei daher zur unerwünschten Person erklärt worden, sagte Pobjarschin der Agentur Belta zufolge. Der ukrainische Parlamentarier Dmitri Tymtschuk bezeichnete die Vorwürfe in einem Facebook-Eintrag als „Provokation“ und „gemeinsame Operation weißrussischer und russischer Geheimdienste“.

Weißrussland gilt für Kiew als wichtiger Mittler im Konflikt mit dem Nachbarn Russland. In der Hauptstadt Minsk finden regelmäßig unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Gespräche mit Vertretern prorussischer Separatisten aus den Gebieten Luhansk und Donezk statt.

Irakisches Gericht: Kurdenreferendum verfassungswidrig

Das oberste irakische Gericht hat das Referendum der Kurden über die Unabhängigkeit für verfassungswidrig erklärt. In einer heute veröffentlichten Erklärung des Gerichts hieß es, das Referendum von Ende September sei „verfassungswidrig“ und damit alle daraus resultierenden „Konsequenzen und Ergebnisse“ nichtig.

Militäroffensive schwerer Schlag für Kurden

Die irakischen Kurden hatten am 25. September über die Unabhängigkeit abgestimmt. Sie votierten praktisch geschlossen für die Abspaltung von Bagdad. Daraufhin startete die irakische Zentralregierung eine Militäroffensive, bei der sie den Kurden praktisch alle Gebiete außerhalb der Autonomieregion abnahm.

Insbesondere der Verlust der Ölförderregion um Kirkuk ist ein schwerer Schlag für die Kurden. Das Debakel verschärfte auch die bestehenden Spannungen zwischen den großen Kurdenparteien PUK und DPK weiter.

UNICEF: Kindern geht es teils schlechter als Eltern

Jedem zwölfte Kind auf der Welt geht es einem Bericht des UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF) zufolge schlechter als seinen Eltern. Weltweit sei für 180 Millionen Kinder in 37 Ländern die Wahrscheinlichkeit höher, in extremer Armut zu leben, nicht in die Schule zu gehen oder an Gewalt zu sterben als noch vor 20 Jahren, hieß es in dem heute in New York veröffentlichten Bericht. Gründe dafür seien vor allem Konflikte und schlecht arbeitende Regierungen.

Den stärksten Niedergang der Lebensqualität von Kindern beobachteten die Autoren des Berichts im Südsudan, auch in der Zentralafrikanischen Republik, in Syrien und im Jemen ging es Kindern schlechter als ihren Eltern.

In mehr als 14 Ländern, darunter beispielsweise Kamerun und Simbabwe, stieg die Zahl der Menschen in extremer Armut. In 21 Ländern, darunter Syrien und Tansania, sank die Zahl der Kinder in Volksschulen. In 19 Ländern stieg die Zahl der Kinder, die durch Gewalt ums Leben kamen, darunter im Irak, in Libyen und in der Ukraine.

Inland

Österreich bei Gehaltsschere weiter im EU-Schlussfeld

Österreich holt beim Gender-Pay-Gap (Gehaltsschere) auf, aber nur sehr langsam: Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern lag 2015 bei 21,7 Prozent, wie die heute veröffentlichten Eurostat-Daten zeigen. Damit befindet sich Österreich zwar nicht mehr auf dem vorletzten Platz, dennoch ist der Gender-Pay-Gap nur in Estland, Tschechien und Deutschland noch größer. Der EU-Durchschnitt betrug 16,3 Prozent.

Schlusslicht Estland

Das Schlusslicht im Europavergleich ist nach wie vor Estland, wo sich der Unterschied auf 26,9 Prozent belief. Danach kommen Tschechien mit 22,5 Prozent und Deutschland mit 22,0 Prozent. Österreich konnte im Vergleich zu 2014 einen knappen Prozentpunkt gutmachen, ist aber nach wie vor weit entfernt von den Spitzenreitern in der EU.

Die größte Lohngerechtigkeit gibt es in Italien und Luxemburg mit jeweils nur 5,5 Prozent Unterschied. Auch in Rumänien (5,8 Prozent) und Belgien (6,8 Prozent) ist der Wert vergleichsweise niedrig.

Mehr Transparenz bei Gehalt gefordert

In den jüngsten Eurostat-Daten zum Jahr 2015 wurden auch Vergleichszahlen von anderen Jahren herangezogen. Die Zahlen von Kroatien, Malta und Irland stammen aus dem Jahr 2014. Vom krisengeschüttelten Griechenland wurden seit 2010 keine Daten mehr gemeldet.

Gleichzeitig veröffentlichte die EU-Kommission heute Umfrageergebnisse aus dem Eurobarometer. Laut diesen finden es 90 Prozent der Europäer nicht akzeptabel, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Mehr als die Hälfte der Befragten fordern mehr Transparenz, was das Gehalt betrifft.

Aktionsplan der EU

Die EU-Kommission will mit einem Aktionsplan gegen die Ungleichheit ankämpfen. Dieser sieht unter anderem die Förderung von Projekten für mehr Frauen in Führungsetagen vor. Konkrete Vorschläge sollen folgen.

Justizministerium reicht Bericht über Weisungen nach

Später als vorgesehen berichtet das Justizministerium über erfolgte Weisungen in Strafsachen. Laut Staatsanwaltschaftsgesetz müsste das jährlich erfolgen, was laut der Rechercheplattform Addendum nicht erfolgt ist.

Für den Zeitraum 2009 bis 2014 solle das nun in den kommenden Tagen erfolgen, hieß es heute auf APA-Anfrage aus dem Justizministerium. Einen Rechtsbruch sieht man darin nicht.

ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter sieht „keine stichhaltigen Vorwürfe“ für einen Gesetzesbruch. „Ich habe mich seit meinem Amtsantritt gegenüber dem Parlament bei jedem Anlassfall zum Weisungsrat, in Form von parlamentarischen Anfragebeantwortungen, ausführlich erklärt“, meinte er in einer Stellungnahme. In einem Brief an das Nationalratspräsidium werde zudem hervorgehen, dass es legitime Gründe für die Verzögerung gebe.

NEOS stellt Anfrage

NEOS gab sich mit der Antwort des Justizministeriums nicht zufrieden. In einer parlamentarischen Anfrage will Justizsprecherin Irmgard Griss nun wissen, ob die Verzögerung einen Gesetzesverstoß bedeute. Auch Auskunft über die noch ausstehenden Zahlen will man erhalten.

Griss hält es für „überaus fragwürdig, wenn eine gesamte Legislaturperiode lang kein Weisungsbericht erstattet wird“. Brandstetters Argument sei für sie „nicht überzeugend“. Sie fordert nun vor allem Zahlen zu Weisungen der Jahre 2013 bis 2017 ein. Das Ministerium hatte zuvor angekündigt, diese bald nachzuliefern

Rektoren gegen „Studieren auf Österreichisch“

Die Universitätenkonferenz (uniko) plädiert für Änderungen im Studienrecht. Unter anderem sollen die Zahl der Prüfungsantritte auf maximal zwei reduziert und Konsequenzen für jahrelange Prüfungsinaktivität bis zur Exmatrikulation eingeführt werden, so uniko-Präsident Oliver Vitouch heute bei einer Pressekonferenz.

„Marode Filialen von Wolkenkuckucksheim“

Vitouch ortete zwei gravierende Probleme im Unibereich: das „Studieren auf Österreichisch“ und das „Forschen auf Österreichisch“. Er verlangt daher eine „beherzte Strukturreform im Bereich des Studienrechts“: „Die Universitäten müssen wieder als Universitäten funktionieren, nicht als marode Filialen von Wolkenkuckucksheim.“

In keinem anderen Hochschulsystem der Welt gebe es Vitouch zufolge bei Prüfungen bis zu vier Wiederholungsmöglichkeiten, könne man jahrelang keine Prüfung absolvieren oder beliebig viele Studien inskribieren.

In der Forschung müsse anteilsmäßig mehr Geld für die Grundlagenforschung zur Verfügung stehen. Hier seien die Mittel „sehr bescheiden“ dotiert. Im Gegensatz dazu seien in den vergangenen Jahren vor allem die Mittel für betriebliche Forschungsförderung und die Forschungsprämie stark gestiegen. Diese bezögen sich aber hauptsächlich auf die Produktentwicklung.

„Uniko plant Universitäten ohne Studierende“

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) spricht sich gegen die geforderte Verschärfung des Studienrechts aus. „Die uniko plant offenbar Universitäten ohne Studierende“, so die stellvertretende ÖH-Vorsitzende Marita Gasteiger in einer Aussendung. „Wir brauchen ein Umfeld, das Studierende fördert, anstatt sie mit allen Mitteln am Studium zu hindern.“

Wirtschaft

Bitcoin auf neuem Rekordhoch

Der Höhenflug der Internetwährung Bitcoin geht weiter: Die Kryptowährung kletterte heute um 5,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 8.099,99 Dollar (6.867,31 Euro). Die Aussicht auf eine Einführung eines Bitcoin-Futures in den USA halte Investoren bei Laune, sagte Timo Emden, Deutschland-Chef des Onlinebrokers DailyFX. Damit rücke die Marke von 10.000 Dollar ins Visier.

Wetten auf den Absturz

Mit Hilfe von Terminkontrakten können sich Anleger gegen Kursausschläge absichern. Dadurch wird die Internetwährung, deren Kurs sich seit Jahresbeginn fast verneunfachte und deren Preis Anfang November binnen weniger Tage um rund 30 Prozent abgestürzt war, für institutionelle Anleger attraktiver.

Die Schweizer Bank Vontobel hatte am Freitag zwei „Short Mini Futures“ auf den Markt gebracht. Sie richten sich an Privatanleger, die auf einen Bitcoin-Kursverfall wetten wollen.

Angebot und Nachfrage

Bitcoin ist die größte und bekannteste Internetwährung. Für diese Währungen steht keine Regierung oder Zentralbank ein. Ihr Kurs wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Geschaffen wird das Geld von Nutzerinnen und Nutzern, deren Computer dafür komplexe Algorithmen berechnen.

Da Beträge schnell und anonym transferiert werden können, ist das Geld auch für jene interessant, die illegale Geschäfte betreiben oder Kapitalkontrollen umgehen wollen. Gleichwohl beschäftigt sich inzwischen nahezu jede größere Bank mit der Internetwährung und der dahinter stehenden Technologie Blockchain.

Alibaba investiert Milliarden in Supermärkte

Der chinesische Internethändler Alibaba setzt wie US-Rivale Amazon mit einem Milliardenzukauf verstärkt auf stationäre Supermärkte. Für umgerechnet 2,5 Mrd. Euro übernimmt Alibaba einen Anteil von mehr als einem Drittel an Chinas größtem Betreiber von Warenhäusern, Sun Art.

Stationäre Geschäfte seien für Verbraucher unverzichtbar und sollten durch Datentechnologie und persönliches Service in der Digitalwirtschaft gestärkt werden, sagte Alibaba-Chef Daniel Zhang heute. Die Beteiligung ziele auf den 500 Mrd. Dollar (424 Mrd. Euro) schweren Lebensmitteleinzelhandel in China ab. Davon würden rund 85 Prozent „offline“ umgesetzt.

Neue Bündnisse

Alibaba geht dafür ein Bündnis mit dem französischen Supermarktbetreiber Auchan und dem taiwanesischen Konglomerat Ruentex ein. Alibaba übernehme Sun-Art-Anteile von Ruentex und steige damit hinter Auchan zum zweitgrößten Anteilseigner auf.

Sun Art betreibt in China rund 450 große Verbrauchermärkte unter den Marken Auchan und RT-Mart. Alibaba investierte seit 2015 bereits mehr als 9,3 Mrd. Dollar in Geschäfte. US-Rivale Amazon war im Sommer mit der Übernahme der US-Biokette Whole Foods Market für fast 14 Mrd. Dollar in großem Stil in den USA in den Handel mit frischen Lebensmitteln eingestiegen und hatte mit dem Zukauf weltweit die traditionellen Handelsfirmen aufgeschreckt.

Sport

Football: Horroreinstand in NFL für Buffalo-Quarterback

Für Nathan Peterman hat sich gestern der Traum erfüllt, in der National Football League (NFL) als Starting-Quarterback zu spielen. Sein Einstand bei den Buffalo Bills wurde für den 23-Jährigen aber zum Desaster. Der Rookie warf beim 24:54-Debakel gegen die Los Angeles Chargers nur einen Pass mehr zu seinen Teamkollegen als zum Gegner.

Am Ende waren es fünf Interceptions in nur einer Hälfte. „Ich werde versuchen, dass das nie wieder passiert“, sagte Peterman in der Hoffnung, dass seine Karriere noch eine Fortsetzung hat.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Gestohlene John-Lennon-Tagebücher: Festnahme in Berlin

Ein Mann, der versucht haben soll, Tagebücher und andere gestohlene Objekte aus dem Nachlass von John Lennon zu verkaufen, ist heute in Berlin festgenommen worden.

Gegen den 58-Jährigen wird nach Angaben der Berliner Polizei wegen Betrugs und Hehlerei ermittelt. Ein zweiter Verdächtiger wird den Polizeiangaben zufolge in der Türkei vermutet und sei deswegen nicht greifbar.

Lennon (1940-1980) hatte seinen Besitz seiner Frau Yoko Ono hinterlassen. Die Gegenstände wurden der Lennon-Witwe 2006 in New York gestohlen.

Anklage verlangt Haftstrafen für Schlecker-Familie

Der deutsche Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für mehrere Jahre ins Gefängnis. Im Prozess vor dem Landgericht Stuttgart, in dem seit März die Pleite der Drogeriekette juridisch aufgearbeitet wird, beantragten die Vertreter der Anklage heute drei Jahre Haft für den 73-Jährigen. Geldstrafen fordert die Staatsanwaltschaft nicht.

Das Urteil wird am Montag nächster Woche erwartet. Den Vorwurf des Bankrotts hielten sie im Wesentlichen für bewiesen, betonten die Staatsanwälte in ihrem Plädoyer. Schlecker soll ihnen zufolge vor der Insolvenz des Unternehmens Geld zur Seite geschafft und so dem Zugriff der Gläubiger entzogen haben. Als Einzelkaufmann haftete er mit seinem privaten Vermögen für die Firma.

Schadenssumme bei 16 Mio. Euro

Auch für Schleckers mitangeklagte Kinder forderte die Anklage Haftstrafen - zwei Jahre und zehn Monate für Sohn Lars, zwei Jahre und acht Monate für Tochter Meike. Den Geschwistern, denen Schleckers Logistik-Tochterfirma LDG gehörte, werden Bankrott, Beihilfe zum Bankrott, Insolvenzverschleppung und Untreue vorgeworfen.

Insgesamt summierte die Staatsanwaltschaft heute die Schäden auf gut 16 Mio. Euro. Im Vergleich zur ursprünglichen Anklageschrift verkürzte sich die Liste der Vorwürfe um einige Punkte. Unter anderem geht es um Geldgeschenke sowie um Kosten, die Anton Schlecker für seine Kinder übernahm - vor allem aber um die Stundensätze, die das Mutterunternehmen an die LDG zahlte und die aus Sicht der Anklage deutlich zu hoch gewesen sein und damit die Insolvenzmasse geschmälert haben sollen.

„Nicht für Scheitern bestrafen“

Dass die einst größte Drogeriemarktkette Europas 2012 in die Pleite schlitterte und Zehntausende Menschen ihren Job verloren, wird Schlecker vor Gericht nicht vorgeworfen, wie sowohl die Verteidigung als auch die Anklage erneut betonten. „Es kann nicht darum gehen, den Unternehmer Anton Schlecker irgendwie für sein Scheitern zu bestrafen“, sagte Anwalt Norbert Scharf.

„Twitter-Mörder“ in Japan angeklagt

In Japan ist ein als „Twitter-Mörder“ bekannter junger Mann in einem ersten Fall wegen Mordes angeklagt worden. Dem 27-jährigen Takahiro S. wurde heute der Mord an der 23-jährigen Aiko Tamura zur Last gelegt, wie die Behörden mitteilten. S. soll insgesamt neun Menschen, zumeist junge Frauen, über den Kurzbotschaftendienst Twitter zu sich nach Hause gelockt und dort ermordet haben.

Die Polizei hatte Ende Oktober zahlreiche Leichenteile in der Wohnung des Mannes entdeckt - der 27-Jährige hatte daraufhin ein Geständnis abgelegt. Die 23-jährige Tamura hatte S. nach Polizeiangaben am 23. Oktober erst in seiner Wohnung gewürgt und dann aufgehängt, „um sie zu töten“. Demnach handelte es sich bei den meist weiblichen Opfern des Angeklagten um Menschen, die in Sozialen Netzwerken Selbstmordabsichten geäußert hatten.

Leichenteile in Wohnung gefunden

Ein Polizeisprecher erklärte nun, der Angeklagte habe gesagt, keines der Opfer habe wirklich sterben wollen. „Sie suchten lediglich jemanden, mit dem sie reden können.“

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten fanden die Beamten Ende Oktober abgetrennte Köpfe in Kühlboxen und weitere Leichenteile in großen Kisten mit Katzenstreu. Der Festgenommene hatte in der Vernehmung gestanden, „die Leichen bearbeitet zu haben, um die Beweisstücke zu verstecken“. Nun wird die Anklage auf Mord in insgesamt neun Fällen erwartet.

Kultur

Ross, Mars und Gomez bei American Music Awards gefeiert

Preise für Bruno Mars, Comeback für Selena Gomez und eine Ehrung für das Lebenswerk von Soul-Diva Diana Ross: Mit einer starbesetzten Gala sind in Los Angeles in der Nacht auf heute die American Music Awards verliehen worden. Sänger Mars war mit acht Nominierungen als Favorit in die Verleihung gegangen, konnte aber aufgrund seiner Welttournee nicht live dabei sein.

Für die Auszeichnung als bester Künstler bedankte er sich per Video. „Ich wünschte, ich könnte mit euch allen feiern, aber ich bin Millionen Meilen weit entfernt.“ Daneben räumten auch Künstler und Bands wie Keith Urban, Lady Gaga, Shawn Mendes und The Chainsmokers Preise ab.

Ross-Tochter moderierte Gala

Die Sängerin Gomez meldete sich - frisch erblondet - mit ihrem ersten Auftritt im US-Fernsehen in diesem Jahr zurück, nachdem sie im September bekanntgegeben hatte, dass sie eine Nierenspende erhalten hatte. Auch Musiker wie Pink, Kelly Clarkson und Demi Levato traten auf. Christina Aguilera sang im Andenken an die 2012 gestorbene Pop-Ikone Whitney Houston einige Songs aus deren Hitfilm „The Bodyguard“.

Diana Ross

APA/AFP/Valerie Macon

Ross wurde mit einer Auszeichnung für ihr Lebenswerk geehrt, ihre Tochter Tracee Ellis Ross moderierte die Gala. Die American Music Awards werden seit 1973 verliehen. Die Nominierungen basieren auf Albumverkaufszahlen der Musiker. Über die Gewinnerinnen und Gewinner können Fans im Internet abstimmen.

„Justice League“ enttäuscht an US-Kinokassen

Batman und Wonder Woman von der „Justice League" haben die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts erobert - allerdings mit enttäuschenden Zahlen.

Der Actionfilm mit Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams und Gal Gadot in den Hauptrollen spielte an seinem Eröffnungswochenende in den USA und Kanada rund 96 Mio. Dollar (etwa 81 Mio. Euro) ein und damit deutlich weniger als erwartet, wie der "Hollywood Reporter“ gestern berichtete.

Unerwarteter Platz zwei für „Wunder“

Ein anderer starbesetzter Film schlug sich dagegen deutlich besser als erwartet: "Wonder" („Wunder“) mit Julia Roberts und Owen Wilson spielte rund 27 Mio. Dollar ein und landete auf dem zweiten Rang. Der Film handelt von einem kleinen Buben mit deformiertem Gesicht, der erstmals in die Schule geht.

Der Sieger der beiden Vorwochen, die Göttersaga „Thor: Tag der Entscheidung“, rutschte dagegen mit rund 22 Mio. Dollar auf den dritten Platz ab.

Gesundheit

Science

Religion

Panorama

Londoner Doppeldeckerbusse fahren mit Kaffeesatz-Diesel

Einige der berühmten Doppeldeckerbusse in London sollen künftig mit aus Kaffeesatz hergestelltem Biodiesel fahren. Das teilte der Energiekonzern Shell heute mit. Mit Hilfe von Shell entwickelte das britische Technologieunternehmen Bio-Bean einen Kraftstoff namens B20, von dem ein Teil aus Kaffeesatz gewonnen wird.

Keine Umrüstung nötig

Für die Herstellung sammelte Bio-Bean große Mengen an Kaffeesatz von Kaffehausketten in der britischen Hauptstadt ein und verarbeitete sie zu Kaffeeöl. Von heute an sollen nun Busse den neuen umweltfreundlichen Sprit tanken. Sie müssten dafür nicht umgerüstet werden, hieß es in der Shell-Mitteilung.

Bus in London

Reuters/Neil Hall

Mit der Aktion wollen die Unternehmen auf die ungenutzten Ressourcen hinweisen, die täglich im Abfall landen. „Wir haben in Großbritannien angefangen, aber stellen Sie sich das Potenzial eines Landes wie Deutschland vor, in dem mehr als 61 Milliarden Tassen Kaffee pro Jahr getrunken werden. Wenn wir unseren Umgang mit Reststoffen ändern, können wir in Zukunft nachhaltigere Städte schaffen“, sagte Bio-Bean-Gründer Arthur Kay der Mitteilung zufolge.

Luft nach oben

Das Recycling hat noch Luft nach oben: Bio-Bean kann derzeit 50.000 Tonnen Kaffeesatz im Jahr verarbeiten - allein in London fallen aber 200.000 Tonnen im Jahr an.

Lifestyle

Victoria’s-Secret-Show löst in China Kontroversen aus

Kontroversen überschatten die erste große Modeschau von Victoria’s Secret in China. Schon vor der Fernsehaufzeichnung der Dessous-Show heute in Schanghai gab es unbestätigte Berichte über die Verweigerung von Visa und politische Komplikationen.

Verärgerung über Perry-Kleid

Zur Enttäuschung vieler Fans musste Modelsuperstar Gigi Hadid zu Hause bleiben, obwohl sie fest gesetzt war. Auch konnte der US-Superstar Katy Perry nicht kommen. Hintergrund ist laut Website Page Six die chinesische Verärgerung über einen Auftritt der Sängerin 2015 in Taiwan, das die kommunistische Führung in Peking nur als abtrünnige Provinz betrachtet.

Damals trug Perry in Taipeh ein Kleid mit Sonnenblumen. Es war ein Jahr nach der „Sonnenblumenbewegung“, mit der Studierende der demokratisch regierten Insel gegen die Annäherung an die Volksrepublik protestiert hatten.

Katy Perry 2015 in Taiwan

APA/AFP/Sam Yeh

Aufregung nach Hadid-Video

Topmodel Hadid bestätigte auf Twitter: „Ich bin so geknickt, dass ich nicht in der Lage bin, dieses Jahr nach China zu kommen.“ Sie könne nicht abwarten, die Show im Fernsehen zu sehen. Die 22-Jährige hatte in China Verärgerung ausgelöst, als sie in einem Video Schlitzaugen imitierte. Hadid hat sich entschuldigt.

Der Produzent der Show, Ed Razek, wollte nicht näher auf die Berichte eingehen. Sie seien „kein genauer Spiegel dessen, was ich an Ort und Stelle sehe und erlebe“, zitierte ihn das Magazin „People“.

Leute

Queen Elizabeth und Philip feiern 70. Hochzeitstag

Die 91-jährige britische Königin Elizabeth und ihr fünf Jahre älterer Mann Prinz Philip haben heute ihren 70. Hochzeitstag gefeiert. Sie sind damit das erste amtierende britische Königspaar, das so lange verheiratet ist.

Öffentliche Veranstaltungen von Elizabeth und Philip waren aus diesem Anlass nicht geplant. Für den Abend luden sie ihre Familie und Freunde zu einem privaten Dinner im Schloss Windsor ein, wie britische Medien berichteten.

Queen Elizabeth und Prince Philip

APA/AP/Camera Press/Matt Holyoak

Aus gegebenem Anlass hatte der britische Königspalast bereits am Samstag neue Porträts des Königspaares veröffentlicht. Die britische Post gab eine neue Briefmarkenserie heraus. Eine der Marken zeigt die Ankündigung der Verlobung von Elizabeth und Philip im Buckingham-Palast, eine andere ihre prunkvolle Hochzeit in der Londoner Westminster Abbey am 20. November 1947.

Langsamer Rückzug aus Öffentlichkeit

Elizabeth war damals eine 21-jährige Prinzessin, den Thron bestieg sie knapp fünf Jahre später. Das Paar hat vier Kinder: Thronfolger Charles, Prinzessin Anne und die Prinzen Andrew und Edward. Außerdem zählen acht Enkel und fünf Urenkel zu ihren Nachkommen. Das sechste Urenkelkind wird Herzogin Kate, die Frau von Prinz William, voraussichtlich im April zur Welt bringen.

Zum Goldenen Hochzeitstag 1997 hatte die Queen über die Rolle ihres Prinzgemahls gesagt: „Er war in all diesen Jahren meine Stärke und Stütze.“ Philip selbst sagte, er habe seine wichtigste Aufgabe als Ehemann der Königin stets darin gesehen, „ihr zu dienen, so gut ich konnte“. Der Prinzgemahl zog sich diesen Sommer aus der Öffentlichkeit zurück. Elizabeth übergibt nach und nach mehr Aufgaben an ihren 69-jährigen Sohn Charles.