Ausland

Seehofer stellt Gemeinschaft mit CDU zur Debatte

Parteichef Horst Seehofer hat in einer Vorstandssitzung der deutschen CSU heute die Verantwortung für das desaströse Bundestagswahlergebnis seiner Partei übernommen. Das sagten heute am Rande der Sitzung Teilnehmer.

Seehofer wolle vorerst offenlassen, ob CDU und CSU auch im neuen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft bilden, hieß es weiter. Er habe nun zunächst eine „inhaltliche Klärung“ mit der Schwesterpartei CDU gefordert. Die CSU müsse jetzt nachweisen, dass sie die eigenen Wahlversprechen mit aller Konsequenz weiterverfolge.

Schulz schlägt Nahles für Fraktionsvorsitz vor

SPD-Chef Martin Schulz hat die amtierende deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles als künftige Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion vorgeschlagen. Das sagte Schulz heute in einer Sitzung der Parteispitze in Berlin, wie die dpa aus Teilnehmerkreisen erfuhr. 

SPD-Chef Martin Schulz und die amtierende deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles

Reuters/Hannibal Hanschke

Schulz schwor seine Partei zuvor auf einen Neustart in der Opposition ein. „Wir beginnen eine neue Saison.“ Die SPD werde sich nicht „wegducken“ und das Wahlergebnis als Auftrag begreifen, „eine starke Opposition in diesem Land zu sein“.

Die Sozialdemokraten würden in dieser neuen Rolle die Debatte über die Zukunft des Landes führen und die Demokratie angesichts des Einzugs der AfD in den Bundestag verteidigen, sagte Schulz. Ziel sei es, aus der Opposition heraus Deutschland „besser und gerechter“ zu machen - in Zukunft dann auch wieder mit einer sozialdemokratisch geführten Regierung.

Japans Ministerpräsident kündigt Neuwahl an

In Japan findet in Kürze eine vorgezogene Wahl statt. Das Parlament werde am Donnerstag aufgelöst, kündigte Ministerpräsident Shinzo Abe heute an. Damit solle eine „nationale Krise“ bewältigt werden. Im Gespräch war zunächst eine Abstimmung am 22. Oktober.

Der Schritt war erwartet worden: Abe nützt damit die derzeit guten Umfragewerte für seine Partei und die Schwäche der Opposition. Zuvor hatte Abe dem Kabinett ein milliardenschweres Konjunkturprogramm vorgeschlagen, um der heimischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Damit könnte er weitere Wähler auf seine Seite ziehen.

Das Konjunkturprogramm umfasst ein Maßnahmenpaket im Volumen von zwei Billionen Yen (rund 15 Mrd. Euro). Es soll bis Jahresende auf die Beine gestellt werden. Schwerpunkte sollen neben Bildung und Kinderbetreuung vor allem Anreize für höhere Unternehmensinvestitionen sein, mit denen die Produktivität angeschoben werden soll.

USA mit neuen unbefristeten Einreisebeschränkungen

US-Präsident Donald Trump will sein umstrittenes Einreiseverbot auf Bürger weiterer Staaten erweitern, darunter Nordkorea und Venezuela. Das ursprüngliche Verbot, das für Bürger aus sechs überwiegend islamischen Ländern gegolten hatte, war gestern ausgelaufen. Die neue Regelung solle am 18. Oktober in Kraft treten, sagte die US-Regierung gestern in Washington.

Die Restriktionen sind dem Weißen Haus zufolge nicht zeitmäßig begrenzt. Wie lange sie gelten sollen, hänge von den jeweiligen Umständen ab. Sie könnten aufgehoben werden, wenn die betreffenden Länder mit der US-Regierung zusammenarbeiteten, „um die Sicherheit der Amerikaner zu gewährleisten“.

Nach der neuen Verfügung gibt es Visasperren für Einwanderer und Besucher aus dem Tschad, Libyen, Syrien, Nordkorea und dem Jemen. Das Gleiche gilt für den Iran - allerdings mit Ausnahme gültiger Visa von Studenten und Austauschschülern, die intensiv überprüft worden sind. Im Falle Venezuelas ist die Einreise für bestimmte Regierungsmitglieder und deren unmittelbare Familienangehörige untersagt, bei Somalia bezieht sich die Sperre auf Immigrantenvisa.

Sudan nicht mehr auf der Liste

Mit Nordkorea und Venezuela sind erstmals Länder auf der Liste, die nicht überwiegend von Muslimen bewohnt werden. Die übrigen Länder sind der Iran, Libyen, Syrien, der Tschad, der Jemen und Somalia. Diese Staaten genügten den Anforderungen der USA für ausreichende Sicherheitsüberprüfungen von Visaantragstellern und Informationsaustausch nicht, hieß es in der Mitteilung.

Irakischen Reisenden ist die Einreise in die USA nicht von vorneherein verboten, sie müssen aber mit strengen Sicherheitsüberprüfungen rechnen. Der Sudan ist nicht mehr auf der Liste.

Die neuen Beschränkungen sind in ihrer Begründung detaillierter und konkreter auf die jeweils einzelnen betroffenen Länder zugeschnitten als die vorausgegangenen 90-tägigen Restriktionen für die sechs mehrheitlich muslimischen Länder.

Unabhängigkeitsvotum der nordirakischen Kurden gestartet

In den nordirakischen Kurdengebieten hat heute Früh die umstrittene Volksabstimmung über die Unabhängigkeit begonnen. Mehr als 5,2 Millionen Wähler sollen darüber entscheiden, ob sich die kurdischen Autonomiegebiete vom Rest des Irak abspalten.

Es wird mit einer großen Mehrheit für die Unabhängigkeit gerechnet. Die Abstimmung ist allerdings rechtlich nicht bindend.

Eine irakische Kurdin bei der Stimmabgabe

APA/AFP/Marwan Ibrahim

Gegen das Referendum gibt es starken Widerstand. Die Zentralregierung in Bagdad sagte, es sei nicht verfassungsgemäß. Das Nachbarland Iran schloss zuvor den Luftraum zu den Kurdengebieten. Die Türkei nannte die Abstimmung „illegal und ungültig“ und drohte mit Sanktionen. Auch die USA als wichtiger Verbündeter der Kurden im Nordirak und die UNO sprachen sich gegen das Referendum aus.

Kurdenpräsident Massud Barsani verteidigte die Abstimmung und sagte, die Partnerschaft mit Bagdad sei gescheitert. Er bot der Zentralregierung Verhandlungen über die kurdische Unabhängigkeit an.

Obama warnte laut Bericht Zuckerberg vor Russland

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat den Chef des Onlinenetzwerks Facebook, Mark Zuckerberg, nach Medieninformationen Ende 2016 vor russischen Manipulationen gewarnt. Wie die „Washington Post“ gestern berichtete, nahm Obama Zuckerberg zu diesem Zweck zwei Monate vor dem Amtsantritt seines Nachfolgers Donald Trump am Rande eines internationalen Treffens in Lima beiseite. Dabei habe er ihm die Gefahr von „Fake News und politischer Desinformation“ vor Augen geführt.

Die Unterredung fand dem Bericht zufolge wenige Tage nach Zuckerbergs Äußerung statt, wonach die Idee einer Manipulation von Nachrichten auf seinem Netzwerk zur Beeinflussung der Präsidentschaftswahl im November abwegig sei. Sollten Facebook und die Regierung der Gefahr nicht entgegentreten, werde es bei der kommenden Präsidentschaftswahl noch schlimmer zugehen, warnte Obama der Zeitung zufolge.

Zuckerberg habe eingeräumt, dass „Fake News“ ein Problem seien, auf Facebook jedoch nicht häufig vorkämen und dass ihnen nur schwer beizukommen sei. Die Zeitung berief sich bei ihrem Bericht auf eine anonyme Quelle, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Kushner soll privates Mailkonto dienstlich genutzt haben

Der Schwiegersohn des US-Präsidenten und Berater des Weißen Hauses, Jared Kushner, hat ein privates E-Mail-Konto für die Kommunikation mit Regierungsmitarbeitern genutzt. Das berichtete Politico gestern unter Berufung auf E-Mails, die dem Magazin vorlagen. Laut Angaben hatte Kushner die E-Mail-Adresse im vergangenen Dezember in der Übergangsphase nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten eingerichtet. Kushner habe das private Konto neben seiner offiziellen E-Mail-Adresse genutzt.

Der Trump-Berater habe die Adresse des Weißen Hauses für Regierungssachen genutzt, sagte sein Anwalt Abbe Lowell laut Politico in einer Stellungnahme. Weniger als 100 E-Mails zwischen Kushner und Regierungsmitarbeitern seien zwischen Jänner und August über den privaten Account gelaufen. In den meisten Fällen seien so Zeitungsartikel und politische Kommentare weitergeleitet worden.

Erinnerung an Clintons Mail-Affäre

Zu den Sendern und Adressaten hatten laut Bericht unter anderen der ehemalige Stabschef im Weißen Haus, Reince Priebus, sowie der ehemalige Chefstratege des Präsidenten, Steve Bannon, gehört. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass Kushner irgendwelche heiklen oder geheimen Informationen über seine private E-Mail-Adresse ausgetauscht habe.

Noch kurz vor Kushners Einrichtung des privaten E-Mail-Kontos hatten die Republikaner im Wahlkampf der Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, vorgeworfen, während ihrer Zeit als Außenministerin eine persönliche E-Mail-Adresse für Regierungsangelegenheiten genutzt zu haben.

Inland

Holzinger leitet VfGH-Nachbesetzungen ein

Präsident Gerhart Holzinger hat die Nachbesetzung seines und zweier Richterposten im Verfassungsgerichtshof (VfGH) eingeleitet: Er teilte dem Kanzler, der Nationalratspräsidentin, dem Bundesratspräsidenten und dem Bundespräsidenten in einem Brief mit, dass diese drei Positionen mit 1. Jänner vakant werden. Die Entscheidung wird wohl erst die nächste Regierung fällen.

Dauern die Regierungsverhandlungen nach der Wahl am 15. Oktober lange, könnte es sein, dass die Nachfolger von Holzinger (von der Regierung vorzuschlagen), Rudolf Müller (Vorschlag Nationalrat) und von Eleonore Berchtold-Ostermann (Vorschlag Bundesrat) am 1. Jänner noch nicht ernannt sind.

Vizepräsidentin kann übernehmen

Der VfGH bleibt aber handlungsfähig: Vizepräsidentin Brigitte Bierlein übernimmt vorübergehend die Aufgaben des Präsidenten, die Mitglieder werden bei Sessionen von Ersatzmitgliedern vertreten.

Der Präsident und die beiden VfGH-Mitglieder wurden heuer 70 Jahre alt und müssen deshalb mit Jahresende in Pension gehen. Die Ausschreibung muss laut Gesetz „unverzüglich“ erfolgen - das heißt binnen eines Monats nach Holzingers Brief.

Es ist davon auszugehen, dass die neue Regierung alle drei Posten „im Paket“ besetzt. Denn die Besetzung von VfGH-Positionen erfolgt nach parteipolitischen Gesichtspunkten - was bedeutet, dass sich Koalitionspartner das Vorschlagsrecht aufteilen. Holzinger ist parteiunabhängig und wurde konsensual von der Großen Koalition vorschlagen, war aber der Wunschkandidat der SPÖ. Müller kam auf einem SPÖ-Ticket in den VfGH, Berchtold-Ostermann auf einem ÖVP-Ticket.

0,8 Prozent: Ernüchternde „Relocation“-Bilanz für Österreich

Das umstrittene „Relocation“-Programm zur Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU läuft morgen offiziell aus. Die Bilanz fällt ernüchternd aus. Nach Zahlen der EU-Kommission haben die Mitgliedsstaaten nur 26,3 Prozent der vorgeschriebenen Ziele erfüllt.

Verheerend ist die Bilanz für Österreich, das nur 15 statt 1.953 Flüchtlinge (0,8 Prozent) aufgenommen hat. Das 2015 beschlossene Programm sollte die von der Flüchtlingskrise besonders betroffenen Staaten Italien und Griechenland entlasten. Es war auf zwei Jahre befristet.

NR-Wahl: NEOS will EU „liebevoll treten“

NEOS hat heute wieder einen seiner „Chancen-Pläne“ präsentiert, diesmal für ein „engagiertes Europa“. „Man kann es sehen wie ein Fahrrad: Europa muss bewegt werden, sonst fällt’s um. Man muss es liebevoll treten“, so Parteichef Matthias Strolz. Gefordert werden eine Unionsbürgerschaft und eine gemeinsame Armee, denn die Neutralität sei ohnehin „eine ausgehöhlte Phrase“.

Derzeit gehe in der Sicherheitspolitik viel an Wirkung und Ressourcen verloren, da alle Nationalstaaten eigene Armeen haben, meinte Strolz. Es brauche auch den schrittweisen Aufbau einer europäischen Freiwilligenarmee. Die österreichische Neutralität sei zudem ein Konzept aus vergangenen Tagen und längst einer „europäischen Solidarität“ gewichen, befand Strolz.

NEOS will Debatte über Verfassung

Auf die Frage, ob er also eine Änderung der österreichischen Verfassung will, meinte er, die „Diskussion sollten wir starten“. Die Neutralität werde in künftigen Krisen „nicht Quell der Sicherheit“ sein, sondern nur europäische Zusammenarbeit. So sei es etwa auch „einfach dumpf“, dass die aktive Luftraumüberwachung national und nicht gemeinsam organisiert werde.

Ebenfalls auf der Wunschliste steht die Ausgestaltung einer „Unionsbürgerschaft“ und ein EU-weites allgemeines und gleiches Wahlrecht. Im Bereich Migration und Asyl fordern die NEOS unter anderem ein Ende des „Dublin-Systems“ und die Einführung eines „fairen“ Quotensystems, in Sachen EU-Budget wünscht man sich etwa eine Reform des Förderwesens.

Es gehe um die Rückführung der EU „auf den Pfad der Tugend“, sagte der ehemalige ÖVP-Minister und Zweite Nationalratspräsident Heinrich Neisser, der am „Chancen-Plan“ mitgearbeitet hat. Er hoffe, dass auch die anderen Parteien in die Diskussion um Europa einsteigen.

Neues Studienjahr bringt höhere Beihilfen

Das neue Studienjahr an den Hochschulen bringt unter anderem höhere Studienbeihilfen, eine Angleichung des Studienrechts der Unis und der Pädagogischen Hochschulen (PH), neue Matrikelnummern sowie neue Studien für Quereinsteiger in den Lehrberuf. Außerdem gibt es Änderungen bei der Studienberechtigungsprüfung und bei der Einteilung des Studienjahres.

Die „normale“ Höchststudienbeihilfe steigt mit dem neuen Studienjahr von monatlich 475 auf 560 Euro. Darüber hinaus fallen auch Studierende über 24 Jahre neu in die Gruppe mit erhöhter Beihilfe. Die Zahl der Beihilfenbezieher soll von etwa 40.000 auf 50.000 erhöht werden.

PHs und Unis können künftig außerdem „Quereinsteigerstudien“ anbieten. Wer ein fachlich infrage kommendes Studium bereits abgeschlossen hat und mindestens 3.000 Stunden Berufspraxis vorweisen kann, kann durch ein neues Masterstudium ein Unterrichtsfach eines Lehramtsstudiums absolvieren. So soll ein Quereinstieg in den Lehrerberuf erleichtert werden.

Sport

Tennis: Team Europa gewinnt ersten Laver Cup

Das Team Europa hat den erstmals ausgetragenen Laver Cup im Tennis gewonnen. Der Schweizer Topstar Roger Federer sorgte gestern in Prag mit einem knappen Erfolg gegen den Australier Nick Kyrgios für die Entscheidung zum 15:9-Erfolg gegen die Weltauswahl. Federer musste im letzten Satz einen Matchball abwehren, verhinderte aber den drohenden Ausgleich. Bei einer Niederlage des Schweizers hätte ein Entscheidungsdoppel gespielt werden müssen.

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Bundesliga: Austria trotzt Salzburg Remis ab

Salzburg hat gestern zum Abschluss der neunten Bundesliga-Runde den erstmaligen Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Im Schlagerspiel gegen die Austria mussten sich die „Bullen“ vor eigenem Publikum mit einem torlosen Remis begnügen.

Die Wiener konzentrierten sich im Duell Meister gegen Vizemeister vorwiegend auf die Defensive und trotzten Salzburg nach sechs Niederlagen in Serie wieder einmal einen Punkt ab. Einen großen Anteil daran hatte Patrick Pentz, der den verletzten Osman Hadzikic fehlerlos vertrat.

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Fußball: Köln vermeidet historischen Fehlstart

In der sechsten Runde der deutschen Bundesliga hat der 1. FC Köln erstmals in dieser Saison angeschrieben. Das Team von Coach Peter Stöger holte gestern bei Hannover ein torloses Remis.

Bei einer weiteren Niederlage wäre Köln jener Club gewesen, der den schlechtesten Saisonstart in der Geschichte der Bundesliga hingelegt hätte. Während Köln Tabellenletzter bleibt, verpasste Hannover den vierten Saisonsieg und damit den Sprung unter die ersten drei.

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Wirtschaft

Lkw-Fahrer protestieren gegen Macrons Arbeitsmarktreform

Französische Lastwagenfahrer haben Protestaktionen gegen die Arbeitsmarktreform von Präsident Emmanuel Macron begonnen. Patrice Clos von der Gewerkschaft Force Ouvriere sprach im Sender Franceinfo heute Früh von etwa 40 Aktionen in Frankreich. Laut Medienberichten blockierten Fernfahrer bereits in der Nacht eine Autobahn nahe der belgischen Grenze und ließen keine Lastwagen durch.

Gewerkschafter hatten unter anderem Blockaden von Treibstoffdepots angekündigt. Ähnlich waren streikende Fernfahrer bereits im vergangenen Jahr im Streit über die Arbeitsrechtsreform der Vorgängerregierung vorgegangen, damals saßen deshalb viele Tankstellen zeitweise auf dem Trockenen.

Der liberale Staatschef Macron will mit der Lockerung des Arbeitsrechts dazu beitragen, die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Die Reformverordnungen sind bereits in Kraft getreten. In den vergangenen Wochen waren mehrere hunderttausend Menschen gegen die Reform auf die Straße gegangen.

Frankreichs Regierung kündigt Glyphosat-Verbot an

Die französische Regierung hat angekündigt, den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat im Alleingang für die kommenden fünf Jahre komplett zu verbieten. Regierungschef Edouard Philippe habe entschieden, dass das Mittel bis zum Jahr 2022 „in Frankreich verboten“ werde, teilte Regierungssprecher Christophe Castaner heute mit.

Das umfasse jeglichen Gebrauch einschließlich der Verwendung in der Landwirtschaft. Die EU-Kommission will die Ende des Jahres auslaufende Zulassung für Glyphosat um zehn Jahre verlängern. Frankreich hat bereits angekündigt, dagegen stimmen zu wollen.

Glyphosat sehr umstritten

Das Herbizid ist hoch umstritten: Während das Internationale Krebsforschungszentrum die Chemikalie als „wahrscheinlich“ krebserregend einstuft, hält die EU-Chemieagentur ECHA ein solches Risiko für „unwahrscheinlich“.

Erst am Freitag hatten sich französische Landwirte mit einer Blockade auf den Pariser Champs-Elysees für den Einsatz von Glyphosat starkgemacht. Die Bauern befürchten, dass bei einem Glyphosat-Verbot in Frankreich französische Landwirte chancenlos gegen ausländische Konkurrenz wären. Zudem würden dann Lebensmittel importiert, bei deren Anbau noch viel mehr Pflanzenschutzmittel eingesetzt worden seien.

Chronik

Pinzgaubahn rammte Lkw: Fünf Verletzte

Eine Garnitur der Pinzgauer Lokalbahn hat heute Vormittag in Piesendorf (Salzburg) den Anhänger eines Sattelschleppers gerammt. Es gibt fünf Verletzte.

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Crash mit Traktor: Biker schwer verletzt

Bei Eugendorf (Salzburg) verunglückte gestern Nachmittag ein Motorradfahrer schwer. Er prallte nach mehreren Überholmanövern gegen ein Traktorgespann, dessen Fahrer gerade nach links abbog.

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Doppeljackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat erneut keiner der Mitspieler auf die richtigen sechs Zahlen getippt. Im Topf bleiben damit nicht ganz 1,7 Mio. Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

1 12 31 32 38 43/Zusatzzahl 27

Beim Joker hatte ein Spieler oder eine Spielerin die richtige Zahlenkombination auf der Quittung. Er oder sie darf sich über rund 235.000 Euro freuen.

Der richtige Joker lautet:

9 1 9 6 6 7

Alle Angaben ohne Gewähr

Fast 50.000 Menschen auf Flucht vor Vulkan auf Bali

Aus Furcht vor einem Ausbruch des Vulkans Mount Agung haben sich auf der indonesischen Ferieninsel Bali inzwischen annähernd 50.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Die Sorge vor einer Eruption führt in der Region zu Gerüchten: In Sozialen Netzwerken kursierten heute zahlreiche Bilder, die vermeintlich schon den Ausbruch zeigen - laut Behörden Fälschungen.

Zehntausende sind auf der Flucht. Die Behörden riefen die höchste Warnstufe aus.

Der Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho, stellte klar: „Der Mount Agung ist nicht ausgebrochen. Das sind Bilder von anderen Vulkanen.“ Insgesamt 49.300 Menschen haben mittlerweile ihre Unterkünfte verlassen. Sie verbringen die Nächte nun in Notquartieren.

Allerdings gibt es auch Anrainer, die trotz aller Warnungen bleiben wollen. Zudem kommt es - zumeist tagsüber - immer wieder vor, dass Menschen in die Sperrzone rund um den Vulkan zurückkehren.

Todeszahl nach Beben in Mexiko steigt auf rund 320

Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko mit einer Stärke von 7,1 am vergangenen Dienstag ist die Todeszahl auf 318 gestiegen. Wie die Behörden mitteilten, starben allein in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt mindestens 180 Menschen, zudem 73 im Bundesstaat Morelos und 45 im Bundesstaat Puebla. Insgesamt 69 Menschen konnten bisher in der Hauptstadt aus den Trümmern eingestürzter Häuser befreit werden.

Am Samstag hatte ein Nachbeben der Stärke 6,1 die Menschen im Süden in Angst versetzt, mehrere Häuser und eine Brücke im Bundesstaat Oaxaca stürzten ein. Mexiko erlebte innerhalb von 16 Tagen damit drei schwere Beben. Das Land liegt in einer der am stärksten gefährdeten Erdbebenregionen, aber eine solche Häufung von Beben ist sehr ungewöhnlich.

Science

Überleben im Holocaust als Frage des Alters

Die Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe hat keinen Unterschied gemacht, ob Juden in Österreich vom NS-Regime vertrieben oder ermordet wurden. Ausschlaggebend sei in erster Linie das Alter gewesen, zeigte die Auswertung von über dreißig verschiedenen Quellen durch Experten des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW). Die Ergebnisse des Projekts wurden heute in Wien vorgestellt.

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Religion

Kultur

„Naturgeschichten“ in Wiener MUMOK

Das Museum Moderner Kunst (MUMOK) in Wien widmet sich in einer Ausstellung der Thematik des Menschen, der laufend in die Natur eingreift - von der Gartenkunst bis zum Krieg.

Die Schau führt künstlerische und oft politische Ansätze vor Augen - jenseits von Geschichtsverklärung oder Naturidylle.

Anschauliche Installationen, fast schon klassische Objektkunst und bedrückende Fotodokumentationen sollen hier den Zusammenhang zwischen Mensch und Natur verdeutlichen. So spielen etwa Bilder von Plantagenarbeitern, die aus ihrem Erntematerial Buchstaben formen, auf einen Mangel an Bildung an.

Leute

Song-Contest-Sieger Sobral benötigt neues Herz

Der Gewinner des jüngsten Eurovision Song Contest, der portugiesische Sänger Salvador Sobral, benötigt dringend eine Herztransplantation und liegt derzeit auf der Intensivstation eines Spitals nahe Lissabon.

Wie portugiesische Medien berichten, verabschiedete sich der 27-Jährige in einem Konzert sowie per Videobotschaft von seinen Fans - und zeigte sich dabei hoffnungsvoll.

Dass sein Gesundheitszustand fragil ist, sei bekannt, so der Sänger, der sich wegen seiner schweren Herzrhythmusstörungen bereits bei den Proben zum Song Contest einmal von seiner Schwester vertreten lassen musste, in seiner Botschaft. Nun sei es Zeit, „meinen Körper der Wissenschaft zu übergeben“. Aktuellen Berichten zufolge ist Sobral aufgrund der Schwere seiner Erkrankung an die erste Stelle der Liste der Empfänger von Herztransplantationen vorgerückt.