Letzte Meldung

Preistreiber Sprit: Inflation auf 2,4 Prozent

Die Inflationsrate ist im September auf 2,4 Prozent gestiegen nach 2,1 Prozent im August. Hauptverantwortlich dafür waren um 5,1 Prozent höhere Spritpreise sowie ein verstärkter Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln, Zeitungen und Zeitschriften sowie Beherbergungsdienstleistungen, so die Statistik Austria heute. Wohnungsmieten stiegen um 4,3 Prozent.

Butter im Jahresverlauf stark gestiegen

Lebensmittel waren um durchschnittlich 3,1 Prozent teurer als vor einem Jahr. Einen enormen Teuerungsschub gab es bei Butter mit plus 44,6 Prozent. Für Milch, Käse und Eier stiegen die Preise um insgesamt 5,3 Prozent.

Restaurants und Hotels verzeichneten um durchschnittlich 3,2 Prozent höhere Preise, wofür teurere Bewirtungsdienstleistungen (insgesamt plus 3,0 Prozent) ausschlaggebend waren.

Hauptpreistreiber Freizeit und Kultur

Hauptpreistreiber waren die Ausgaben für Freizeit und Kultur mit einem Anstieg von durchschnittlich 3,5 Prozent, gefolgt von jenen für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Ohne Ausgaben für Freizeit und Kultur hätte die Inflation 2,0 Prozent betragen. Der für die Euro-Zone errechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg im September um 2,6 Prozent nach 2,1 Prozent im August.

Gegenüber dem Vormonat August stieg das durchschnittliche Preisniveau im September um 1,0 Prozent. Hauptpreistreiber waren die Ausgaben für Bekleidung und Schuhe (durchschnittlich plus 22,0 Prozent). Ausschlaggebend dafür waren das Ende der Sommerschlussverkäufe und das Eintreffen der Herbst-Winter-Kollektion.

Ausland

Nordkorea: Atomkrieg könnte jeden Moment beginnen

Nordkoreas stellvertretender UNO-Botschafter Kim In Ryong hat vor den Vereinten Nationen vor dem Ausbruch eines Atomkriegs gewarnt. Die Situation in Nordkorea habe einen „sehr riskanten Punkt erreicht“, sagte Kim gestern (Ortszeit) vor dem Abrüstungsausschuss der UNO.

„Kein anderes Land auf der Welt hat für so eine lange Zeit eine solch extreme und direkte nukleare Bedrohung durch die USA hinnehmen müssen“, sagte er.

Drohung mit Vergeltungsschlag

Nordkorea unterstütze die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine nukleare Abrüstung auf der Welt. Aufgrund der aktuellen Bedrohung durch die Vereinigten Staaten sei für sein Land eine Unterzeichnung des internationalen Atomwaffensperrvertrags jedoch nicht möglich, so Kim. Er drohte den USA zudem damit, dass sie bei einem weiteren Vordringen in den militärischen Einzugsbereich Nordkoreas mit einem Vergeltungsschlag zu rechnen hätten.

Am Sonntag hatte US-Außenminister Rex Tillerson bekräftigt, dass die Vereinigten Staaten um eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm bemüht seien: „Diese diplomatischen Bemühungen werden weitergehen, bis die erste Bombe fällt“, sagte Tillerson dem Sender CNN.

Malta: Entsetzen nach Ermordung von Journalistin

EU-Politiker haben mit Entsetzen auf den Anschlag auf eine maltesische Journalistin reagiert. „Brutaler Mord an Daphne Caruana Galizia: tragisches Beispiel einer Journalistin, die ihr Leben geopfert hat, um die Wahrheit ans Licht zu bringen“, twitterte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani.

Autowrack

AP/Rene Rossignaud

Die 53-jährige Bloggerin war gestern ums Leben gekommen, als ihr Auto in dem Ort Bidnija in der Nähe ihres Hauses explodierte.

War wegen Morddrohungen bei Polizei

Die Hintergründe sind bisher unklar. Maltas Regierungschef Joseph Muscat sprach von einer „tückischen Attacke auf einen Bürger und auf die Meinungsfreiheit“ und versprach, nicht nachzugeben, bis der Tod der Journalistin aufgeklärt sei. Dem staatlichen TV-Sender TVM zufolge hatte sich Caruana Galizia vor zwei Wochen an die Polizei gewandt, weil sie Morddrohungen erhalten habe.

Zu Geschäften von Frau des Regierungschefs recherchiert

Über die Grenzen Maltas hinaus hatte Caruana Galizia mit Berichten für Aufsehen gesorgt, dass eine in den Panama-Papers erwähnte Firma der Frau von Regierungschef Muscat gehöre. Muscat hatte diese Darstellung als Lüge bezeichnet.

„Ich bin tief entsetzt über den Tod von Daphne Caruana Galizia“, sagte Sven Giegold, Abgeordneter der Grünen/EFA-Fraktion im EU-Parlament, laut einer Mitteilung. Caruana Galizia war Zeugin des U-Ausschusses zu Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Sie habe „eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung schwerwiegender Vorwürfe zu Geldwäsche und Korruption in Malta einschließlich Anschuldigungen gegen hochrangige Mitglieder der maltesischen Regierung“ gespielt, sagte Giegold und fügte hinzu: „Solche Vorfälle erinnern an Putins Russland, nicht an die Europäische Union.“

Florida ruft vor Rassisten-Rede Notstand aus

Vor einem Auftritt des US-Rassisten Richard Spencer ist im Norden Floridas der Notstand ausgerufen worden. „Wir leben in einem Land, in dem jeder das Recht hat, seine Meinung zu äußern, aber wir haben keinerlei Toleranz gegenüber Gewalt - und die öffentliche Sicherheit ist immer unsere höchste Priorität“, begründete Floridas Gouverneur Rick Scott gestern (Ortszeit) die Maßnahme.

Auftritt vor tödlicher Gewalt in Charlottesville

Spencer, eine Führungsfigur der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung, will am Donnerstag an der Universität von Florida in Gainesville eine Rede halten. Im August war der 39-Jährige bei einer Demonstration weißer Nationalisten in Charlottesville im Bundesstaat Virginia aufgetreten, die in tödliche Gewalt umschlug. Gouverneur Scott sagte, durch den geplanten Auftritt Spencers an der Universität von Florida bestehe die „unmittelbare“ Gefahr eines Notstands.

Die Universität von Florida hatte zugestimmt, Spencer im Namen der Meinungsfreiheit sprechen zu lassen, versicherte aber, den Rassisten nicht eingeladen zu haben. Gestern demonstrierten Studenten gegen den geplanten Auftritt Spencers und forderten die Hochschule auf, die Rede abzusagen.

EU: Städte sollen sich besser gegen Terror wappnen

Städte und Gemeinden müssen nach Ansicht der EU-Kommission deutlich mehr tun, um sich gegen terroristische Angriffe zu wappnen. Die Brüsseler Behörde schlägt laut einem Bericht der deutschen „Welt“ (Dienstag-Ausgabe) einen „Aktionsplan zum verbesserten Schutz öffentlicher Räume“ vor, der in den kommenden 16 Monaten umgesetzt werden soll.

Wichtige Maßnahmen seien dabei „innovative und diskrete Barrieren, um Städte zu schützen, ohne ihren offenen Charakter zu ändern“, schreibt die EU-Kommission in einer Mitteilung, die morgen veröffentlicht werden soll.

Sorge wegen Sicherheit von Zügen

Der Fokus der Terroristen wende sich immer stärker hin zu öffentlichen Räumen wie Fußgängerzonen, touristischen Zielen, Transport- und Einkaufszentren, Konzerthallen und öffentlichen Plätzen in der Stadt, heißt es zur Begründung. In diesen Bereichen seien die Mitgliedsstaaten „signifikant verwundbar“.

Sorge bereitet Brüssel auch die Sicherheit von Zügen: „Züge sind ein Hochrisikoziel, weil die gesamte Infrastruktur von ihrer Natur her offen ist“, heißt es. Man arbeite „an weiteren Maßnahmen, um die Sicherheit von Zugspassagieren zu verbessern“.

Dutzende Tote bei US-Luftangriff auf IS im Jemen

Bei einem US-Luftangriff auf zwei Trainingslager der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Jemen sind laut US-Angaben gestern Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handle es sich um Mitglieder der IS-Miliz, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Ziel des Angriffs seien Lager in der Provinz al-Baida gewesen, in denen die Kämpfer mit Maschinengewehren, Sturmgewehren und Panzerfäusten trainiert hätten. Die Miliz habe sich in abgelegene Regionen in dem arabischen Land zurückgezogen, um sich auf Angriffe auf die USA und ihre Verbündeten vorzubereiten.

Der Jemen ist das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel. In dem Land kämpfen seit 2015 die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der von einer von Saudi-Arabien geführten Koalition unterstützt wird.

Haft für zwei katalanische Separatisten

Im Katalonien-Konflikt ist gegen zwei Anführer der Unabhängigkeitsbewegung Haftbefehl erlassen worden. Wie gestern Abend aus Justizkreisen verlautete, ordnete ein Richter nach einer Anhörung vor dem nationalen Strafgericht in Madrid gegen Jordi Sanchez und Jordi Cuixart Untersuchungshaft an.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Chefs der einflussreichen Organisationen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Omnium „aufrührerisches Verhalten“ vor.

Polizeichef wieder auf freiem Fuß

Zuvor war der katalanische Polizeichef Josep Lluis Trapero nach einer Anhörung in Madrid unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Die Auflagen für Trapero sehen vor, dass er Spanien nicht verlassen darf und sich alle zwei Wochen bei Gericht melden muss. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Antrag auf Untersuchungshaft für Trapero ebenfalls auf „aufrührerisches Verhalten“ verwiesen. Darauf stehen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Vorwürfe zu Demo in September

Bei den Vorwürfen gegen Sanchez und Cuixart geht es um eine Demonstration am 20. September. Demonstranten hatten damals Angehörige der spanischen Guardia Civil stundenlang eingekesselt, als die Beamten mit Blick auf das verbotene Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober Büros der Regionalregierung in Barcelona durchsuchten. Sanchez und Cuixart sollen die Demonstranten angespornt haben.

Bei dem von der spanischen Justiz als rechtswidrig eingestuften Referendum sprachen sich 90 Prozent der Abstimmungsteilnehmer für eine Abspaltung der Region aus, die Wahlbeteiligung lag bei 43 Prozent.

Gingrich-Tweet voller Fehler sorgt für Erheiterung

Ein mit zahlreichen Fehlern gespickter Tweet von Newt Gingrich, dem früheren republikanischen Sprecher des US-Repräsentantenhauses, hat gestern im Netz für Erheiterung gesorgt. Gingrich hatte in dem Tweet US-Präsidenten Donald Trump für einen Auftritt mit dem Toprepublikaner Mitch McConnell gelobt und dabei in fünf Wörter Fehler eingebaut.

Gingrich ersetzte den Tweet durch eine korrigierte Fassung und schrieb zusätzlich, dass seine Gedanken oft schneller als seine Finger wären. Die geäußerte Auffassung sei „trotzdem richtig“. Nutzer hingegen mutmaßten über eine mögliche Berauschung und zogen Vergleiche mit Trumps „covfefe"-Tweet. Trump hatte damals mit einem Tweet mit dem Inhalt „Trotz der andauernden negativen Presse covfefe“ für Spott und Erheiterung gesorgt.

Trump hatte sich mit McConnell, der republikanischer Mehrheitsführer im Senat ist, getroffen, um nach heftiger Kritik an den Republikanern Einigkeit zu demonstrieren. „Wir stehen uns wahrscheinlich näher als jemals zuvor“, erklärte der Präsident. „Wir kämpfen für dieselben Dinge.“

Trump nannte dabei eine umfassende Steuerreform und eine bessere Krankenversicherung. In den vergangenen Wochen hatte sich Trump wiederholt äußerst frustriert über seine Parteikollegen im Senat geäußert, die nichts zusammenbrächten, obwohl sie in der Mehrheit seien. Trump hatte sich wiederholt herablassend über McConnell geäußert.

Inland

SPÖ will mit ÖVP und FPÖ Gespräche führen

Die SPÖ will mit ÖVP und FPÖ Gespräche führen. Das beschlossen die Parteigremien der Sozialdemokraten gestern Nachmittag. Man wolle keine Türe zuschlagen, so SPÖ-Chef Christian Kern. Er wird offenbar auch weiterhin diese Position ausüben. Er habe die Vertrauensfrage gestellt und sei bestätigt worden, so Kern. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl dementierte indes Spekulationen, dass er sich gegen Unterredungen mit der FPÖ gestellt habe.

Mehr dazu in SPÖ wartet auf Einladung

Wahlbeteiligung stark wie nie zuvor gestiegen

Die Wahlbeteiligung ist bei dieser Nationalratswahl gestiegen wie nie zuvor in der Zweiten Republik: Schon nach Auswertung des ersten Teils der Briefwahl gestern gab es einen Zuwachs von 4,50 Prozentpunkten auf nun 79,41 Prozent - und mit Auszählung der noch ausständigen knapp 37.000 Wahlkarten am Donnerstag wird das Plus auf fünf Punkte und die Beteiligung auf fast 80 Prozent steigen.

Diese Nationalratswahl - die den vierten Machtwechsel der Zweiten Republik brachte - hat bewiesen, dass die Österreicher durchaus zu mobilisieren sind, wenn sie das Gefühl haben, dass es „wirklich um etwas geht“. Das zeigte sich schon beim Bundespräsidenten-Wahlmarathon im Vorjahr. Da stieg am dritten Wahlsonntag, bei der Wiederholung der aufgehobenen Stichwahl, die Beteiligung überraschend noch einmal (auf 74,21 Prozent) an.

Starker Anstieg zuletzt 1995

Ähnlich stark wie heuer wuchs die Beteiligung bisher erst einmal - und zwar auch bei einer von der ÖVP (damals Wolfgang Schüssel) ausgerufenen vorzeitigen Neuwahl im Jahr 1995. Damals stieg die Teilnahme um 4,04 Punkte auf 85,98 Prozent.

Ein großer Teil der Wähler nützt mittlerweile die Briefwahl: Fast 15 Prozent der gültigen Stimmen der Nationalratswahl wurden auf dem Postweg oder per Briefwahlkarte im „eigenen“ Wahlkreis abgegeben. Am Donnerstag müssen die Landeswahlbehörden noch knapp 37.000 Stimmen auszählen, die am Wahlsonntag entweder per Wahlkarte oder per Briefwahl in einem „fremden“ Wahlkreis abgegeben wurden.

Weit von Rekordwerten entfernt

Die dann nicht ganz 80 Prozent sind allerdings bei weitem kein Rekordwert der nunmehr 22 Wahlen seit 1945. Denn bis 1986 lag die Beteiligung immer über 90 Prozent, bis 2002 nutzten noch immer mehr als vier Fünftel ihr Wahlrecht - und somit wird die jetzige Beteiligung nur die beste seit 2006. Bis 1992 bestand allerdings in einigen Bundesländern Wahlpflicht.

Wenige Bürgermeisterinnen im europäischen Vergleich

In Europas Politik ist Geschlechtergerechtigkeit immer noch ein kühner Traum, zeigt eine neue Europaratsstudie, laut der verpflichtende Quoten helfen, den Frauenanteil zu heben. Österreich liegt beim Frauenanteil teils über oder im Durchschnitt der Europaratsstaaten. Auf regionaler und lokaler Ebene hinkt Österreich aber hinterher.

So gibt es hierzulande nur eine Landeshauptfrau, nur 6,6 Prozent Bürgermeisterinnen, und auch die 31,2 Prozent Landesrätinnen sind weniger als im Europaratsdurchschnitt.

Im Nationalrat über Durchschnitt

Dagegen sind im Parlament mehr Frauen vertreten als im Schnitt der Europratsstaaten, was wohl an den parteiinternen Quoten und dem Verhältniswahlrecht liegt. Im Nationalrat ist der Frauenanteil bei 33,3 Prozent, im Bundesrat bei 31,1 Prozent und in den Landtagen bei 32,5 Prozent.

Auch bei den Diplomatinnen schneidet Österreich mit 24,7 Prozent Botschafterinnen deutlich besser ab. Knapp unter dem Durchschnitt ist mit 31,7 Prozent der Wert für die weiblichen Mitglieder der Höchstgerichte. Der Frauenanteil in der Regierung (23,1 Prozent) liegt fast genau im Europaratsdurchschnitt.

Richteramt für Frauen offener als Präsidentenamt

Alle Europaratsmitglieder zusammen gesehen ist der Frauenanteil mit 33 Prozent bei den obersten Gerichtshöfen am höchsten. Aber nur 25,6 Prozent der Abgeordneten und 17 Prozent der Premiers, Landeshauptleute und Bürgermeisterposten sind von Frauen besetzt.

Höchstes Amt besonders männlich

Besonders niedrig ist der Frauenanteil laut der heute veröffentlichen Untersuchung in den führenden Positionen der Exekutive. 11,4 Prozent der Staatsoberhäupter (in Systemen mit direkter Volkswahl gar nur 9,5 Prozent), 12,2 Prozent der Regierungschefs und 22,4 Prozent der Minister waren im Jahr 2016 Frauen. Klar männerdominiert ist die Diplomatie mit nur 13 Prozent Botschafterinnen.

„Diese Zahlen zeigen, dass Europa immer noch einen weiten Weg vor sich hat, um Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen“, kritisierte Europaratsgeneralsekretär Thorbjörn Jagland die Daten aus den 46 Staaten des Europarates. Der norwegische Ex-Außenminister rief die Staaten auf, „positive Schritte“ für eine stärkere Vertretung von Frauen in öffentlichen Entscheidungsprozessen zu machen.

Studie: Quote wirkt

Die Experten stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Frauenquoten eine positive Auswirkung auf die Vertretung von Frauen in den Parlamenten haben. Parteien spielten diesbezüglich eine bedeutende Rolle durch freiwillige Geschlechterquoten, die sich ebenfalls positiv auswirken. Laut der Studie ist auch das Verhältniswahlrecht der Vertretung von Frauen in der Politik zuträglicher als das Mehrheitswahlrecht.

Eurofighter: Airbus wirft Republik erfundene Argumente vor

Eurofighter-Hersteller Airbus weist die Betrugsvorwürfe der Republik Österreich im Zusammenhang mit dem Verkauf und der Lieferung von Abfangjägern bekanntlich zurück. Wie genau, geht aus der Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft Wien hervor, aus der nun die Tageszeitung „Der Standard“ (Dienstag-Ausgabe) nun zitiert. Bei den Gegengeschäften sieht das Unternehmen ein erfundenes Argument.

Berufung auf Gutachten

Der Republik Österreich sei bekannt gewesen, dass Gegengeschäfte Kosten verursachen, zusätzliche Kosten seien ihr daraus entgegen ihren Vorwürfen nicht entstanden. Der Verkäufer habe diese bereits in seine Bruttogewinnmarge mit fünf Prozent des Gesamtpreises eingerechnet.

Auch dass Airbus die entstandenen Kosten für die Gegengeschäfte im Volumen von vier Milliarden Euro hätte gesondert ausweisen müssen, bestreitet das Unternehmen und beruft sich dabei auf ein Gutachten von Martin Spitzer, der an der Wirtschaftsuniversität Bürgerliches Recht lehrt.

Keine Aufklärung gefordert?

Zudem habe die Republik „nach Einlangen der ersten Angebote mehrmals Aufklärung zu verschiedenen Positionen des Angebots ... gefordert“, auf Gegengeschäftskosten hätten sich die aber nie bezogen. Dasselbe gelte für die Vergleichsgespräche, die 2007 im Vergleich endeten, der die Reduzierung von 18 auf 15 Flugzeuge brachte.

„Aus dem enormen Detailgrad aller übrigen verlangten Informationen ... ergibt sich ganz klar, dass die Republik in der Vergangenheit an der Angabe dieser Kosten kein wirkliches Interesse hatte, sondern dieses Argument erst für die Erstellung der Sachverhaltsdarstellung erfunden hat“, um einen „seitens Einzelner parteipolitisch herbeigesehnten Vertragsausstieg überhaupt argumentieren zu können“, schreiben die Anwälte von Airbus.

Beratervorwurf laut Airbus falsch

Auch der Vorwurf, 183,4 Mio. Euro seien in die Flugzeuge eingepreist worden, aber an der Republik nahestehende „Berater“ geflossen, sei falsch - dafür fänden sich auch keine Anhaltspunkte in den Akten.

Anders als von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) insinuiert, sei das Konstrukt mit den Gegengeschäften nicht von Eurofighter gewünscht und gewählt worden. Tatsächlich habe „die Republik solche Gegengeschäfte in einem bis dahin nicht dagewesenen Umfang gefordert. An diesen zusätzlich von der Republik Österreich verlangten (Fremd-)Geschäften hatten die beteiligten Unternehmen nicht das geringste Interesse“, glauben die Airbus-Anwälte.

Sport

Olympia: ÖOC hadert mit Tiroler Nein

Die Entscheidung der Tiroler Bevölkerung gegen eine Bewerbung Innsbrucks für die Olympischen Winterspiele 2026 ist beim Österreichischen Olympischen Comitee (ÖOC) mit Enttäuschung aufgenommen worden.

„Es war ein großer Schock“, sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss, der sich vor allem über das Ergebnis in Kitzbühel verwundert zeigte. Auch ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel haderte mit dem Tiroler Nein: „Es ist eine versäumte Chance.“

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ÖFB: Fink und Foda im Teamchefrennen

Bis zum 30. Oktober soll der Nachfolger von Marcel Koller als Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft feststehen. Am Wochenende kam Bewegung in die Causa. Sportdirektor Peter Schöttel präsentierte der Taskforce des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) eine Liste mit zehn Kandidaten.

Darauf sollen auch die Namen Thorsten Fink und Franco Foda stehen. Die Austria bestätigte auch die Anfrage des ÖFB zu Fink. Sturm-Coach Foda deutete zumindest eine Kontaktaufnahme an.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Airbus übernimmt Teilsparte von Bombardier

Der kanadische Flugzeughersteller Bombardier erhält mitten im Handelsstreit mit dem US-Hersteller Boeing Unterstützung durch den europäischen Flugzeugkonzern Airbus. Airbus übernimmt die Mehrheit an den CSeries-Passagierflugzeugen, wie die Unternehmen gestern mitteilten. Damit kommen die Europäer beim zweiten Versuch zum Zug, Zugriff auf die Mittelstreckenmaschinen zu erhalten.

„Das ist eine strategische Entscheidung“, sagte Bombardier-Chef Alain Bellemare. „Wir tun das nicht wegen der Boeing-Anträge. Wir schließen das Geschäft ab, weil es der strategisch richtige Schritt für Bombardier ist.“ Boeing wies die Vereinbarung umgehend als „fragliches Geschäft zwischen zwei staatlich subventionierten Firmen“ zurück.

Einigung binnen weniger Wochen

Airbus erhält im Rahmen der Vereinbarung 50,01 Prozent an der Bombardier-Tochter CSALP, welche die Flugzeuge produziert und verkauft. Bombardier kommt nach Abschluss des Geschäfts auf 31 Prozent, 19 Prozent liegen bei der kanadischen Provinz Quebec. Die Gespräche hätten im August begonnen, sagte Airbus-Chef Tom Enders. Schon 2015 hatte Airbus mit den Kanadiern über einen Einstieg verhandelt, Enders hatte die Gespräche jedoch abgebrochen.

Inzwischen habe sich die Lage bei Bombardier deutlich verändert: Die Flugzeuge der C-Serie seien inzwischen in Betrieb und hätten ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. „Das ist eine gänzlich neue Situation“, sagte er. Die Maschinen haben zwischen 110 und 130 Sitzplätze und sind damit kleiner als die meisten Airbus-Flugzeuge.

Streit mit Boeing über Strafzölle

Airbus kündigte an, einige Maschinen in seinem Werk im US-Bundesstaat Alabama zu fertigen, um von dort aus Kunden in den USA zu beliefern. Eine Fertigung in den USA bedeute, dass die Maschinen nicht von den möglichen US-Strafzöllen im Gesamtvolumen von 300 Prozent betroffen seien, sagte Bellemare.

Hintergrund der Strafzölle ist der Kauf von 75 Maschinen der C-Serie durch die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines. Boeing beschwerte sich, dass die Maschinen wegen ungerechter Subventionen deutlich unter dem üblichen Preis verkauft worden seien. Delta erklärte nun, an dem Kauf der CSeries-Maschinen festhalten zu wollen.

Der Streit zwischen Boeing und Bombardier hat sich zu einem größeren multilateralen Handelsstreit entwickelt, in den sich auch die britische Premierministerin Theresa May eingeschaltet hatte. Bombardier ist der wichtigste Arbeitgeber in Nordirland. May hatte deswegen US-Präsident Donald Trump aufgefordert einzugreifen, um Arbeitsplätze in Großbritannien zu sichern.

Insider: China erwägt Einstieg bei Ölkonzern Saudi Aramco

China denkt Insidern zufolge über einen Einstieg beim saudi-arabischen Ölgiganten Saudi Aramco nach. Die Volksrepublik wolle sich bis zu fünf Prozent an dem Unternehmen durch einen Direktkauf von Aktien sichern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen gestern.

Dadurch erhielte Saudi-Arabien die Möglichkeit, auch andere Optionen als den klassischen Börsengang in Betracht zu ziehen. „Die Chinesen wollen sich Ölvorräte sichern“, sagte die Quelle. „Sie sind bereit, die gesamten fünf Prozent zu nehmen - oder sogar mehr - alleine.“

Ein Börsengang von Aramco könnte der größte aller Zeiten werden. Saudi-Arabien will nach früheren Angaben bis zu fünf Prozent der Anteile an die Börse bringen und damit schätzungsweise 100 Milliarden Dollar erlösen. Die Papiere sollten an der Börse in Riad sowie an einem internationalen Finanzplatz notiert werden. Als Favoriten galten zuletzt New York und London.

Chronik

Drei Tote durch Sturm „Ophelia“ in Irland

Durch die Auswirkungen des früheren Hurrikans „Ophelia“ sind in Irland gestern drei Menschen ums Leben gekommen. Am Nachmittag starb ein Mann im Osten des Landes, als ein Baum auf sein Auto stürzte. Zuvor war eine etwa 50-jährige Autofahrerin im Süden des Landes ebenfalls von einem umstürzenden Baum getötet worden. Ein Mann Anfang 30 kam im Süden Irlands bei einem Unfall mit einer Motorsäge um. Er hatte versucht, einen umgestürzten Baum zu beseitigen, wie die Polizei mitteilte.

„Ophelia“ sorgt für Alarmstufe Rot im Süden und Westen von Irland.

Der Sturm erreichte die irische Atlantikküste mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h und zog im Lauf des Tages über die Insel hinweg in Richtung Großbritannien und Nordirland. Dem Energieunternehmen ESB Networks zufolge waren etwa 360.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Das Dach eines Fußballstadions in Cork im Süden des Landes stürzte teilweise ein.

Irlands Ministerpräsident Leo Varadkar leitete eine Sitzung des nationalen Krisenstabs. „Bleiben Sie drinnen, bis der Sturm vorbeigezogen ist“, sagte er. „Ich möchte nicht, dass jemand glaubt, das wäre irgendetwas anderes als ein nationaler Notstand“, sagte der irische Regierungschef.

Heftigster Sturm seit 50 Jahren

„Ophelia“ ist bereits der zehnte Hurrikan, der sich in dieser Saison über dem Atlantik zusammengebraut hat. Der Sturm erreichte Mitte vergangener Woche südwestlich der Azoren seinen Höhepunkt, seitdem bewegt er sich in Richtung Nordosten. Mit dem Eintritt in kühlere Regionen hat „Ophelia“ teilweise an Kraft verloren und ist nun kein Hurrikan mehr. Doch die Rede ist vom heftigsten Sturm in Irland seit 50 Jahren.

Öffentliches Leben lahmgelegt

Schulen und Behörden blieben geschlossen, auch heute sollte der Unterricht ausfallen. Fährverbindungen wurden vorübergehend eingestellt, Gerichtsverhandlungen verschoben. Patienten wurden aufgefordert, Arzttermine zu verlegen. Teile der irischen Armee wurden in Bereitschaft versetzt. Der Flughafen in Dublin teilte mit, rund 160 Flüge seien gestrichen worden.

Im britischen Nordirland sollten die Schulen heute ebenfalls geschlossen bleiben. Der britische Wetterdienst warnte vor umherfliegenden Trümmerteilen. Auch mit Stromausfällen und Überschwemmungen in Küstennähe sei zu rechnen. Auch für Schottland, Wales und den Nordwesten Englands wurden starke Winde vorausgesagt. „Ophelia“ weckt Erinnerungen an den „Great Storm“ (großen Sturm), der am 16. Oktober 1987 über Großbritannien fegte. Bei dem Unwetter starben 18 Menschen.

Waldbrände in Spanien und Portugal: Mindestens 39 Tote

Bei Waldbränden in Portugal sind nach Angaben der Zivilschutzbehörde mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Damit droht eine Wiederholung der Katastrophe vom Juni, als mindestens 63 Menschen in den Flammen ihr Leben verloren. Die Behörden riefen die Menschen gestern dazu auf, selbst gegen die Flammen vorzugehen, da nicht überall auf die Feuerwehrleute gewartet werden könne.

Zwei Männer versuchen einen Waldbrand in Portugal zu löschen

APA/AP/Armando Franca

Besonders betroffen sind die Bezirke Coimbra und Castelo Branco in der Mitte des Landes sowie weiter nördlich der Bezirk Viseu. Auch in der nordwestspanischen Provinz Galicien starben mindestens drei Menschen bei Bränden.

Die Flammenwände bedrohen auch Fischerdörfer an der Atlantikküste. In der Kleinstadt Mira im Bezirk Coimbra wurden zahlreiche Häuser ein Raub der Flammen, wie die Zeitung „O Publico“ berichtete. Nur mit Hilfe von 40 freiwilligen Helfern sei es den Feuerwehrkräften gelungen, ein weiteres Vordringen der Flammen zu stoppen, so der Stadtrat von Mira.

150 Brandherde in Spanien, mehr als hundert in Portugal

Besonders betroffen war in Spanien die Region um die Hafen- und Industriestadt Vigo. In der größten Stadt Galiciens und in anderen Gemeinden der Region gab es Rauchschwaden, die von den Waldbränden stammten. In den Vororten Vigos mussten Medienberichten zufolge unter anderen die Besucher eines Einkaufszentrums, die Nachtschichtarbeiter verschiedener Fabriken sowie Dutzende Bewohner der Universitätsresidenz in Sicherheit gebracht werden.

In vielen Ortschaften in Portugal und Spanien wurden Menschen von Zivilschutz und Feuerwehr aus ihren Wohnungen geholt und in Notunterkünfte gebracht. Behördenangaben zufolge gab es in Spanien knapp 150, in Portugal mehr als hundert Feuerherde.

Grafik zu Waldbränden in Portugal und Spanien

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Möglicherweise auch Brandstifter am Werk

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit und starke Winde begünstigten in vielen Gebieten der Iberischen Halbinsel den Ausbruch und die Ausbreitung der Brände, sagte die Feuerwehr.

Der Regierungschef der spanischen Region Galicien, Alberto Nunez Feijoo, beklagte unterdessen im Fernsehen, auch Brandstifter seien am Werk. Es gebe Verdächtige, aber noch keine Festnahmen. Die Lage sei „besorgniserregend“. Allein in Galicien wurden seit Freitag nach amtlichen Angaben rund 4.000 Hektar Wald zerstört.

Von Trier weist Belästigungsvorwürfe von Björk zurück

Der dänische Regisseur Lars von Trier hat Belästigungsvorwürfe der isländischen Sängerin Björk zurückgewiesen. Von Trier sagte gestern der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“, die von Björk indirekt gegen ihn erhobenen Anschuldigungen seien falsch.

Bezug auf „Dancer in the Dark“

Björk hatte gestern, ohne Namen zu nennen, einem Regisseur vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben - der einzige Film, in dem die Sängerin mitgespielt hatte, war von Triers „Dancer in the Dark“. Von Trier erklärte mit Blick auf die Vorwürfe Björks, er habe die Sängerin bei den Dreharbeiten belästigt: „Das war nicht der Fall. Doch dass wir definitiv keine Freunde waren, das ist Fakt.“

Die 51-Jährige hatte auf Facebook geschrieben: „Nachdem ich den Regisseur wiederholt zurückgewiesen habe, war er beleidigt und bestrafte mich.“ Sie gab an, der Skandal um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein habe sie ermutigt, über den Vorfall zu berichten.

Nach ihrer Zurückweisung habe der Regisseur sie als „schwierig“ dargestellt. Ihr sei bewusst geworden, wie verbreitet es sei, „dass ein Regisseur seine Schauspielerinnen anfassen und belästigen kann, soviel er will“ - die Filmbranche billige derartiges Verhalten. In ihrem Fall hätten Dutzende seiner Mitarbeiter die Belästigung ermöglicht und sogar ermutigt.

Produzent dementiert

Produzent Peter Aalbaek Jensen, der mit Von Trier bei zahlreichen Filmen, darunter auch bei „Dancer in the Dark“, zusammengearbeitet hatte, erhob schwere Vorwürfe gegen Björk. „Soweit ich mich erinnere, waren wir die Opfer“, sagte er zu „Jyllands-Posten“.

„Diese Frau war stärker als Lars von Trier, ich und unser Unternehmen zusammengenommen.“ Björk habe alles bestimmt und das Filmprojekt fast abgebrochen. Björk hatte für ihre Rolle in „Dancer in the Dark“ im Jahr 2000 bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis als beste Hauptdarstellerin gewonnen.

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