Inland

Strache empfiehlt Hofer als Außenminister

FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache hat seinen Vize Norbert Hofer als nächsten Außenminister empfohlen. Hofer sei ein diplomatischer Mensch mit großer Verantwortung, so Strache heute in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast - Extra“. Für sich selbst strebe er im Falle einer Regierungsbeteiligung die Bereiche Innere Sicherheit und Sozialpolitik an.

Als Bedingung für eine Koalition nannte der FPÖ-Chef mehr direkte Demokratie. So soll etwa ab 100.000 Unterschriften eine Volksabstimmung erzwungen werden können. Das Ziel dabei: mehr Durchsetzungsgewalt für die Bevölkerung. Er denke dabei unter anderem an eine Abstimmung über das EU-Kanada-Handelsabkommen CETA.

Audio dazu in oe1.ORF.at

Frauenring vermisst im Wahlkampf Frauenpolitik

Der Österreichische Frauenring hat die frauenpolitischen Positionen der Parteien näher unter die Lupe genommen und zieht ein ernüchterndes Resümee. „Frauenpolitik ist im Wahlkampf kein Thema“, kritisierte die Vorsitzende Sonja Ablinger im Gespräch mit der APA. Auch das Reißverschlusssystem auf den Kandidatenlisten dürfte schlussendlich nicht zu einem viel höheren Frauenanteil im Parlament führen.

Der Frauenring schickte Anfang August einen Fragenkatalog an die bundesweit kandidierenden Parteien. Mit Ausnahme der FPÖ und der FLÖ antwortete jede Partei, von der Liste Gilt und den Weißen habe es mangels Parteiprogramms keine inhaltlichen Positionierungen gegeben. Die ÖVP habe den Fragenkatalog nicht im Detail beantwortet, sondern Kurztexte zu einigen Themen geliefert. Gefragt wurde etwa, welche Maßnahmen die Partei gegen Ungleichheiten für Frauen auf dem Arbeitsmarkt plane oder wie die politische Partizipation von Frauen gefördert werden soll.

Forderungen „weiter aktuell“

„Was man im Wahlkampf insgesamt merkt und das ist bedauerlich: Frauenpolitik ist kein Thema“, stellte Ablinger fest. Zwar würden sich bei SPÖ und Grünen engagierte Frauenpolitikerinnen finden, die Parteien und ihre Spitzen machen es aber zu wenig zum Thema, kritisierte sie.

Ablinger verweist darauf, dass Forderungen aus dem Frauenvolksbegehren vor 20 Jahren noch heute aktuell seien, etwa wenn über Lohntransparenz und den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung diskutiert werde. Besonders ärgerlich findet die Vorsitzende, dass die Unterhaltsreform ebenso wenig thematisiert werde.

Positiv wertet der Frauenring zumindest das generelle Bekenntnis der Parteien dazu, dass es mehr Geld für den Gewaltschutz geben soll. SPÖ und Grüne würden sich außerdem für gesetzliche Quotenregelungen aussprechen. Ohne diese dürfte es auch keinen wesentlich höheren Frauenanteil im Nationalrat geben, fürchtet Ablinger. Der Reißverschluss bei der Listenerstellung sei zu wenig.

Der Frauenring will nicht nur im Wahlkampf auf die frauenpolitischen Forderungen aufmerksam machen. Auch nachdem die Wahl geschlagen ist, bei der Regierungsbildung, werde man darauf hinweisen, kündigte die frühere SPÖ-Abgeordnete an.

Ausland

Konservative gewinnen Parlamentswahl in Neuseeland

In Neuseeland hat Premierminister Bill English mit seiner konservativen Partei die Parlamentswahl klar gewonnen. Die seit 2008 regierende National Party kam nach Auszählung fast aller Stimmen heute auf 46,2 Prozent. Die Labour-Opposition unter Spitzenkandidatin Jacinda Ardern, die sich nach einer Aufholjagd Hoffnung auf einen Machtwechsel gemacht hatte, landete mit etwa 35,7 Prozent weit dahinter.

Trotz des klaren Vorsprungs reicht es English aber nicht zu einer eigenen Mehrheit der Sitze im Parlament von Wellington. Die National Party ist damit auf die Unterstützung eines Koalitionspartners angewiesen. Als wahrscheinlichster Partner gilt die populistische Antieinwanderungspartei New Zealand First (NZF, Neuseeland zuerst), die auf etwa 7,5 Prozent kam. Die Grünen erreichten 5,8 Prozent.

„Gemeinsamer Boden“

English kündigte bereits an, das Gespräch mit der NZF zu suchen, um „gemeinsamen Boden“ auszuloten. Neuseeland brauche nun eine „starke und stabile Regierung“. Der 55-Jährige ist erst seit Dezember vergangenen Jahres Regierungschef. Zuvor war er Finanzminister.

NZF-Chef Winston Peters (72) lehnte es am Wahlabend allerdings ab, sich auf ein Bündnis festzulegen. Die NZF saß sowohl mit den Konservativen als auch mit Labour schon in der Regierung. Theoretisch möglich - wenn auch sehr unwahrscheinlich - wäre auch ein Bündnis von Labour, NZF und Grünen. Zudem kämen die Grünen auch als alleiniger Koalitionspartner der Konservativen infrage. Sie hatten das im Wahlkampf allerdings ausgeschlossen.

Deutsche Bundestagswahl: Letzte Termine für Kandidaten

Die deutschen Parteien werben heute noch ein letztes Mal um unentschlossene Wähler. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte ihren Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern. An der Seite von Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) machte sie in Stralsund einen Bummel über die Einkaufsmeile und verteilte Infomaterial. Anschließend besuchte sie Greifswald, wo sie bei Reanimationsübungen des Deutschen Roten Kreuzes an einer Puppe Wiederbelebungstechniken übte.

Bei einem Auftritt in Berlin rief Merkel zuvor zu einer letzten Mobilisierung auf. Es gebe noch viele unentschlossene Wähler, um die man kämpfen müsse, sagte sie vor CDU-Aktivisten. Diese sollten vor allem mit dem Bekenntnis der Union zu einer stärkeren Familienförderung, dem Verzicht auf Steuererhöhungen und der Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen werben.

Auch den anderen Kandidaten steht heute noch ein Terminreigen bevor. SPD-Kandidat Martin Schulz spricht in Aachen zu Anhängern und interessierten Bürgern. Die Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir setzen einen 42-stündigen „Marathon“ durch alle Bundesländer fort. FDP-Chef Christian Lindner macht Station in Düsseldorf, und Linken-Kandidat Dietmar Bartsch kommt nach Rostock.

Bangladesch setzt Truppen für Rohingya-Hilfe ein

Bangladesch hat heute Soldaten in das Grenzgebiet zu Myanmar geschickt, die bei der Versorgung der aus dem Nachbarland geflohenen Rohingya helfen sollen. Die Soldaten sollen von morgen an im Grenzbezirk Cox’s Bazar Hilfsgüter verteilen und Notunterkünfte bauen. Das teilte der Militärsprecher Oberstleutnant Rashidul Hasan in der Hauptstadt Dhaka mit.

Etwa 430.000 Angehörige der muslimischen Volksgruppe der Rohingya sind aus dem buddhistischen Myanmar nach Bangladesch geflohen. In Myanmar waren im Zuge eines Militäreinsatzes gegen Rohingya-Rebellen zahlreiche Ortschaften zerstört worden. Nach UNO-Angaben hat etwa die Hälfte der Flüchtlinge noch keine feste Unterkunft und kaum Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten.

Überschwemmtes Flüchtlingslager

Reuters/Mohammad Ponir Hossain

Bangladesch hat Land zum Aufbau von 14.000 Behausungen für 85.000 Flüchtlingsfamilien bereitgestellt. Außerdem werden Grenzwächter eingesetzt, um die Weiterreise der Flüchtlinge in andere Landesteile zu verhindern.

Trump: Teams sollten protestierende NFL-Spieler entlassen

US-Präsident Donald Trump hat die Teambesitzer der National Football League (NFL) aufgefordert, Spieler zu entlassen, die während des Abspielens der amerikanischen Nationalhymne knien. „Es ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber unserer Tradition. Es ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber allem, für das wir stehen“, sagte Trump gestern auf einer Wahlkampfveranstaltung in Huntsville im US-Bundesstaat Alabama für den dortigen republikanischen Senator Luther Strange.

„Würdet ihr es nicht liebend gerne sehen, dass ein NFL-Teambesitzer sagen würde, ‚Nehmt den Hurensohn vom Feld. Weg damit! Er ist gefeuert‘, wenn jemand die Flagge nicht respektiert?“, polterte Trump unter lautem Applaus. Wer den Mut dazu habe, solle für eine Woche die „beliebteste Person im ganzen Land sein“. Außerdem forderte Trump die Zuschauer auf, solche Spiele aus Protest zu verlassen.

NFL-Spieler Eric Reid kniet während der Nationalhymne

APA/AP/John Froschauer

Einige Sportler weigern sich seit gut einem Jahr, während der Nationalhymne zu stehen, die bei fast jeder Sportveranstaltung gespielt wird. Grund dafür ist die nach ihrer Meinung ungerechte Behandlung von Minderheiten im Land - insbesondere die Polizeigewalt gegenüber schwarzen US-Bürgern. Initiator der Protestbewegung ist Colin Kaepernick, ehemaliger Quarterback der San Francisco 49ers. Trump hatte bereits zuvor erklärt, er sei der Grund, warum Kaepernick im Moment arbeitslos sei.

Türkei fliegt Luftangriffe auf PKK im Nordirak

Die türkische Luftwaffe hat Angriffe auf Stellungen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak geflogen. Auch Positionen in der osttürkischen Provinz Van seien bombardiert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu heute unter Berufung auf die Streitkräfte.

Zwei PKK-Anhänger „außer Gefecht“

Zwei PKK-Anhänger seien „außer Gefecht gesetzt“ worden, hieß es - was getötet, verletzt oder gefangengenommen bedeuten kann. Außerdem habe die Armee Munitionslager zerstört.

Die türkische Luftwaffe fliegt immer wieder Angriffe auf die PKK, deren Hauptquartier in den nordirakischen Kandil-Bergen liegt. Ein Mandat, das türkische Militäreinsätze im Irak und in Syrien erlaubt, will die islamisch-konservative Regierung verlängern. Sie hat dazu heute eine Sondersitzung des Parlamentes einberufen.

Referendum trübt Beziehung

Die Türkei unterhält generell gute Beziehungen zu der kurdischen Regionalregierung im Nordirak. Zurzeit werden diese jedoch von dem für Montag geplanten Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak überschattet. Die Türkei fordert die Absage der Abstimmung.

Erst gestern hatte der nationale Sicherheitsrat der Türkei das Referendum als „illegal und inakzeptabel“ bezeichnet. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor mit Sanktionen gedroht, sollte die Volksabstimmung stattfinden. Ministerpräsident Binali Yildirim forderte die Führung im Nordirak ebenfalls dazu auf, nicht auf das Referendum zu bestehen.

Flüchtlinge: Ermittlung gegen Kapitän von NGO-Schiff

Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Trapani hat Ermittlungen gegen den Kapitän des Schiffes „Vos Hestia“ eingeleitet, mit dem die NGO Save the Children Flüchtlinge im Mittelmeer rettet. Der Vorwurf lautet auf Beihilfe zur Schlepperei, berichteten italienische Medien heute.

Die Ermittlungen gegen den Kapitän laufen im Rahmen einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft von Trapani gegen die deutsche Hilfsorganisation Jugend Rettet. Diese wird beschuldigt, bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer mit Schleppern zusammengearbeitet zu haben.

„Stets im Einklang mit den Gesetzen“

Ihr Rettungsschiff „Iuventa“ war im August auf der Insel Lampedusa beschlagnahmt und nach Sizilien gebracht worden. Ein Gericht in Trapani muss dieser Tage über einen Antrag der deutschen NGO entscheiden, die das Rettungsschiff zurückfordert.

Save the Children verteidigte den Kapitän: „Wir haben bei unseren Rettungseinsätzen im Mittelmeer stets im Einklang mit den Gesetzen gehandelt“, hieß es in einem Schreiben der NGO. Die Rettungseinsätze seien stets unter der Regie der italienischen Küstenwache und in Absprache mit den italienischen Behörden erfolgt. Gegen die Hilfsorganisation selbst liefen keine Ermittlungen.

Wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Schlepperei hatte die italienische Regierung Druck auf die im Mittelmeer aktiven NGOs gemacht, um sie zur Unterzeichnung eines von Rom verfassten Verhaltenskodex zu bewegen. Die meisten Hilfsorganisationen, darunter Save the Children, unterzeichneten den Regelkatalog. Jugend Rettet akzeptiert ihn nicht.

Katalanen trotzen Druck aus Madrid gegen Unabhängigkeit

Ungeachtet des steigenden Drucks aus Madrid hält die katalanische Regierung am umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum fest. „Jedes Vorgehen erweist sich als Bumerang gegen sie selbst“, kommentierte Regierungssprecher Jordi Turull gestern die Ankündigung des spanischen Innenministers, weitere Sicherheitskräfte in die Region im Nordosten des Landes zu entsenden. Auch der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont gab sich trotzig: „Tut uns leid, Spanien - Katalonien stimmt über die Unabhängigkeit ab, ob es euch gefällt oder nicht.“

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Sport

Erste Liga: Ried nützt nächsten Wr.-Neustadt-Patzer

Die Spitze in der Ersten Liga ist gestern in der zwölften Runde noch näher zusammengerückt. Tabellenführer Wiener Neustadt gab mit einem 1:1-Heimremis gegen Austria Lustenau zum dritten Mal in Folge Punkte ab und liegt nur noch einem Zähler vor der SV Ried, die beim FAC in Wien mit 4:1 gewann. Der Bundesliga-Absteiger aus Oberösterreich schob sich an Hartberg vorbei, das bei Wacker Innsbruck nicht über ein 0:0 hinauskam.

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Tennis: Thiem gewinnt Krimi bei Laver Cup in Prag

Dominic Thiem hat seine Feuertaufe beim neu geschaffenen Laver Cup in Prag bestanden. Der Weltranglistensiebente aus Niederösterreich rang gestern den US-„Aufschlagriesen“ John Isner in einem wahren Tenniskrimi im Match-Tiebreak nieder und sorgte damit für eine 2:0-Führung Europas im Vergleichskampf mit einer Weltauswahl. Nach dem ersten Tag liegen die Europäer mit 3:1 voran. Heute ist Thiem nicht im Einsatz.

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Wirtschaft

Autoindustrie kann Kosten für Dieselupdates absetzen

Die deutsche Autoindustrie kann die Kosten für die Softwareupdates bei Millionen Dieselautos steuerlich absetzen. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken. „Die den Herstellern entstehenden Kosten sind bilanzrechtlich Betriebsausgaben der Unternehmen“, schreibt Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake in einem Papier, das der Zeitung vorliegt.

Die Hersteller dürfen ihren Gewinn somit um die Kosten für die über fünf Millionen Softwarenachrüstungen mindern. Allein bei Updatekosten von 100 bis 200 Euro je Fahrzeug ließe sich der Gewinn branchenweit um bis zu eine Milliarde Euro mindern und ein dreistelliger Millionenbetrag an Steuern sparen, schreibt die „Süddeutsche“.

Keine Absetzbarkeit für Private

Auch die „Umweltprämien“ der Branche beim Kauf neuer Dieselfahrzeuge - und damit Rabatte - gelten nach Angaben aus Regierungskreisen als absetzbar. Damit dürften die Verursacher die Folgen der Abgasaffäre steuerlich geltend machen, nicht aber die Betroffenen. Unternehmen oder Privatpersonen können eine mögliche Wertminderung ihrer Fahrzeuge nicht absetzen. Das hatte die Regierung nach Beginn der Affäre im Fall Volkswagen (VW) klargestellt.

Die Opposition kritisiert das Vorgehen heftig. Die Autokäufer blieben auf ihrem Schaden sitzen und mit ihren Steuern werde die Autoindustrie alimentiert, sagte Linken-Verkehrspolitiker Herbert Behrens. Beim Dieselgipfel von Bund, Ländern und Autobranche Anfang August hatten die deutschen Hersteller neue Abgassoftware für zusätzliche 2,8 Millionen Wagen zugesagt. Bei 2,5 Millionen VW-Dieseln ist das amtlich angeordnet.

Air-Berlin-Verkauf soll bis zu 350 Millionen bringen

Der Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin bringt wohl genug Geld in die Kasse, um den staatlichen Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro zurückzuzahlen. Wie die „Bild“-Zeitung und die Berliner „B.Z.“ (Samstag-Ausgaben) berichteten, geht der Gläubigerausschuss von Gesamteinnahmen zwischen 250 und 350 Millionen Euro aus.

Damit solle der Kredit zurückgezahlt werden, den die Bundesregierung bereitgestellt hatte, um Air Berlin während der Verkaufsverhandlungen in der Luft zu halten. Details zur Zerschlagung von Air Berlin und zum Verkauf der Einzelteile an verschiedene Bieter sollen am Montag bekanntgegeben werden.

Offenbar Streit um Flugrechte in Düsseldorf

Wie die „Rheinische Post“ (Samstag-Ausgabe) berichtete, müsse noch ein Streit zwischen Lufthansa und easyJet um besonders begehrte Flugrechte in Düsseldorf beigelegt werden. Im Umfeld des Gläubigerausschusses heiße es, der britische Billigflieger wolle nicht nur seine Präsenz in Berlin erhöhen, sondern auch in Düsseldorf relativ viele Start- und Landerechte übernehmen.

Lufthansa wolle aber nicht auf alle diese Routen verzichten. Es gehe um wichtige Strecken etwa nach München oder Hamburg. Air Berlin hatte in der Nacht auf gestern angekündigt, einen Verkauf an Lufthansa und easyJet anzustreben. Die Gewerkschaften drängen nun darauf, dass die neuen Eigentümer auch die Beschäftigten übernehmen. Laut „Bild“ und „B.Z.“ sind am Montag in Berlin und am Dienstag in Düsseldorf Betriebsversammlungen geplant.

Streit um Tata: Thyssenkrupp beschloss Arbeitsgruppe

Der Aufsichtsrat des deutschen Industriekonzerns Thyssenkrupp hat heute über die umstrittene geplante Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata Steel beraten. Die Kapitalseite und die Arbeitnehmervertreter einigten sich lediglich darauf, eine gemeinsame Arbeitsgruppe einzurichten, wie aus einer Mitteilung von Thyssenkrupp hervorgeht.

Dieses Gremium werde auf Unternehmensseite von Arbeitsdirektor Oliver Burkhard, auf Arbeitnehmerseite von IG-Metall-Sekretär Markus Grolms geleitet, teilte das Unternehmen mit. Thyssenkrupp und Tata Steel wollen ihre Stahlaktivitäten in Europa zusammenlegen und so den zweitgrößten europäischen Stahlproduzenten nach ArcelorMittal schmieden.

Wegfall bis zu 4.000 Jobs

Am Mittwoch unterzeichneten sie eine entsprechende Absichtserklärung. Die Fusion in einem Joint Venture soll Angaben zufolge zum Wegfall von bis zu 4.000 Jobs führen, rund die Hälfte davon bei Thyssenkrupp.

Mehr als 7.000 Menschen hatten gestern auf Aufruf der IG Metall gegen die Fusion protestiert. Die Gewerkschaft fürchtet weitere Stellenstreichungen zu einem späteren Zeitpunkt sowie Standortschließungen und spricht sich auch gegen die geplante Verlegung des Firmensitzes in die Niederlande aus, um die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Unternehmen zu gewährleisten.

Moody’s stuft Großbritannien wegen „Brexit“ herab

Moody’s hat das Rating Großbritanniens um eine weitere Stufe gesenkt. Die langfristigen Verbindlichkeiten würden jetzt nur noch mit „Aa2“ bewertet nach zuvor „Aa1“, teilten die Bonitätswächter gestern mit. Grund für die Herabstufung sei der bevorstehende „Brexit“, der die britische Wirtschaft belasten dürfte.

Die US-Agentur bescheinigt dem Land damit aber noch eine sehr gute bis gute Bonität mit einer hohen Zahlungswahrscheinlichkeit. Außerdem werde der Schuldenberg vermutlich steigen. Den Ratingausblick hob Moody’s auf „stabil“ von zuvor „negativ“ an. Damit droht zunächst keine weitere Herunterstufung. Die britische Regierung erklärte, dass die Einschätzung von Moody’s auf veralteten Daten basiere.

May will Übergangsfrist

Die britische Premierministerin Theresa May hatte gestern in Florenz eine Grundsatzrede zum „Brexit“ gehalten. Dabei forderte sie eine bis zu zweijährige Übergangsfrist über den geplanten Austrittstermin im März 2019 hinaus. In dieser Zeit könnte London weiter Beiträge ins EU-Budget einzahlen, deutete May an. Zudem werde Großbritannien alle Verpflichtungen einhalten, die es während seiner Mitgliedschaft gemacht habe.

Mehr dazu in GB will Budgetverpflichtungen einhalten

Über 400.000 Unterschriften gegen Aus für Uber in London

In London wächst der Protest gegen den Rausschmiss des Fahrdienstvermittlers Uber. 470.000 Menschen hatten bis heute eine Petition des Unternehmens für den Verbleib des Fahrdienstes in der britischen Hauptstadt unterzeichnet.

Dort buchen nach Firmenangaben rund 3,5 Millionen Menschen Fahrten über die App. Mehr als 40.000 Fahrer böten in London ihre Dienste auf der Plattform an. Sie müssten nun um ihren Job fürchten. In einer repräsentativen Umfrage des Nachrichtensenders Sky News waren 60 Prozent der befragten Londoner für den Verbleib von Uber. 29 Prozent waren dagegen, der Rest unentschieden.

Die Londoner Nahverkehrsbehörde wirft dem US-Start-up Verantwortungslosigkeit vor. Deshalb werde die bis zum 30. September laufende Lizenz nicht verlängert. Uber will gegen die Entscheidung vor Gericht ziehen. Dafür hat die Firma drei Wochen Zeit - und wird dann während des Einspruchsverfahrens weiterfahren können.

Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat nach Widerstand von Investoren Pläne für eine neue Aktienstruktur zur Sicherung seines Einflusses im Konzern aufgegeben. Die Einführung einer zusätzlichen Anteilsklasse ohne Stimmrechte sei abgeblasen worden, teilte der Unternehmer gestern mit.

Zuckerberg hatte eigentlich sicherstellen wollen, dass er trotz großer Aktienverkäufe nicht die Kontrolle über das Onlinenetzwerk verliert. Er und seine Frau Priscilla Chan haben angekündigt, im Laufe ihres Lebens fast ihre gesamte Facebook-Beteiligung für wohltätige Zwecke zu spenden.

„Nicht mehr nötig für Machterhalt“

Anleger hatten gegen die Abspaltung einer stimmrechtslosen Aktienkategorie geklagt. Laut Zuckerberg ist das für seinen Machterhalt nun ohnehin nicht mehr nötig. Dank der guten Kursentwicklung sei er inzwischen so reich, dass er sein philanthropisches Engagement finanzieren und zugleich in den nächsten 20 Jahren die Kontrolle bei Facebook behalten könne.

Am Versprechen, im Laufe seines Lebens 99 Prozent seiner Aktien zu spenden, ändere sich nichts. Im Gegenteil: Bereits in den nächsten 18 Monaten will Zuckerberg weitere Anteile in Milliardenhöhe abstoßen, um mit dem Erlös etwa Bildung und Wissenschaft zu fördern.

Chronik

Lenker drängte Streifenwagen gegen Leitplanke

Gestern Abend hat ein 31-jähriger Pinzgauer einen Polizeistreifenwagen, der ihn anhalten wollte, in Salzburg gegen eine Leitplanke gedrängt. Die Beamten blieben unverletzt, der Mann konnte trotzdem angehalten und angezeigt werden.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

In Wien-Donaustadt verursachte eine 73-Jährige gestern Abend mit 1,8 Promille Alkohol im Blut einen Auffahrunfall. Sie war an einer Kreuzung in stehende Fahrzeuge gekracht. Es wurden insgesamt drei Personen ins Spital gebracht.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Vulkan brodelt auf Bali: Mehr als 14.000 Anrainer geflohen

Auf der indonesischen Insel Bali rechnen die Behörden mit einem unmittelbar bevorstehenden Ausbruch des Vulkans Mount Agung. Die Lage sei besorgniserregend, es gebe Furcht vor einer plötzlichen Eruption, sagte der Vulkanologe der Regierung, Gede Suantika, gestern. Der über 3.000 Meter hohe Mount Agung im Distrikt Karangasem weist seit Tagen eine erhöhte Aktivität auf.

Vulkan Mount Agung

APA/AFP/Sonny Tumbelaka

Seit gestern Abend gilt die höchste Alarmstufe vier, wie ein Sprecher der Nationalen Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Mehr als 14.000 Anrainer aus Dörfern in der Nähe des Vulkans haben mittlerweile ihre Häuser verlassen.

10.000 Helfer mobilisiert

Lastwagen der Regierung brachten sie in Notunterkünfte, die in Schulen, Sporthallen und auf dem offenen Feld eingerichtet wurden. Gut 10.000 Helfer seien mobilisiert worden, um bei der Evakuierung der Dörfer anzupacken, sagte Sutopo Nugroho von der Katastrophenschutzbehörde weiter. Rund 80.000 Menschen leben im näheren Umkreis des Mount Agung.

Notunterkunft auf Bali

APA/AP/Firdia Lisnawati

Der Berg ist auch bei ausländischen Wanderern beliebt. Zuletzt war der Vulkan in den Jahren 1963 und 1964 ausgebrochen, damals starben etwa 1.500 Menschen. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander, es kommt oft zu Erdbeben und vulkanischen Eruptionen. In Indonesien gibt es etwa 130 aktive Vulkane.

Puerto Rico: Nach Hurrikan droht Dammbruch

Nach den verheerenden Überschwemmungen durch Hurrikan „Maria“ droht auf der Karibik-Insel Puerto Rico der Bruch eines großen Staudamms. „Sturmflutwarnung wegen eines drohenden Dammbruchs“, warnte der Wetterdienst.

Dabei handelt es sich um den Lago Guajataca im Nordwesten des Landes, der Staudamm wird als Wasserkraftwerk zur Stromgewinnung genutzt. Die Bewohner angrenzender Städte und Gemeinden wurde aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben der Zeitung „El Nuevo Dia“ sind 70.000 Menschen bedroht.

„Zerstörung ist enorm“

Bisher wurden mindestens sechs Menschen in dem US-Außengebiet, das östlich der Dominikanischen Republik liegt, durch den Hurrikan getötet. Es wird mit weiteren Opfern gerechnet.

Zerstörtes Haus in Puerto Rico

Reuters/Carlos Garcia Rawlins

„Die Zerstörungen sind enorm, es gibt Hunderttausende Personen, zu denen wir noch nicht gelangen konnten“, sagte die Bürgermeisterin der Hauptstadt San Juan, Carmen Yulin Cruz, dem US-Sender CNN. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner der Insel seien weiter ohne Strom.

„Landshut“ wieder in Deutschland gelandet

Die vor 40 Jahren von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine „Landshut“ ist wieder in Deutschland. In Friedrichshafen am Bodensee landeten heute zwei Frachtflugzeuge, die die in Einzelteile zerlegte Boeing 737 aus Brasilien in die Heimat zurückbrachten. In Friedrichshafen soll die „Landshut“ nun restauriert werden, bevor sie ab Herbst 2019 im Dornier-Museum gezeigt werden soll.

Der Rumpf der Boeing 737 "Landshut" im Frachtraum einer Antonov AN 124 am Flughafen Friedrichshafen (Detschland)

APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die im brasilianischen Fortaleza abgestellte Maschine war schon seit 2008 aufgrund eines schweren Defekts nicht mehr flugfähig. Vor der Verladung in eine ukrainische Antonow 124 - das größte Transportflugzeug der Welt - musste sie demontiert werden. Eine zweite Frachtmaschine brachte weitere Teile nach Friedrichshafen.

Die Lufthansa-Maschine war am 13. Oktober 1977 von mit der Roten Armee Fraktion (RAF) verbündeten Terroristen entführt worden. Bei einem Zwischenstopp im Jemen wurde Pilot Jürgen Schumann erschossen. Am 18. Oktober stürmte die Anti-Terror-Einheit GSG 9 die Maschine in der somalischen Hauptstadt Mogadischu und befreite die Geiseln unversehrt.

Germanwings-Absturz: Angehörige klagen in Deutschland

Nachdem sie vor einem US-Gericht in Arizona abgeblitzt sind, klagen die Hinterbliebenen der Opfer des Germanwings-Absturzes nun in Deutschland. Fast 200 von ihnen ziehen vor das Landgericht Essen. Er habe die Zivilklagen in der vergangenen Woche dort eingereicht, sagte Rechtsanwalt Elmar Giemulla heute in Berlin.

Klage gegen Flugschule

Einer bereits im Frühjahr eingereichten Musterklage von vier Angehörigen seien nun weitere 194 Hinterbliebene gefolgt. Ein Sprecher des Landgerichts Essen bestätigte das. Die Klage von ursprünglich vier Klägern sei erheblich erweitert worden, sagte er. Sie richte sich gegen eine Flugschule in Arizona und werde der Schule nun zugestellt. Zuvor hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Die Angehörigen verlangen Schmerzensgeld für den Tod ihrer Familienmitglieder. Kopilot Andreas Lubitz hatte den Airbus den Ermittlern zufolge am 24. März 2015 absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert. 150 Menschen starben.

Schwere Depression

Seine Ausbildung bei der im US-Bundesstaat Arizona gelegenen Flugschule hatte Lubitz wegen einer schweren Depression nur mit einer Sondergenehmigung beenden können. Die Kläger werfen der Flugschule nun Versäumnisse vor. Die notwendigen Konsequenzen seien nicht gezogen worden.

Die Klage war bereits im vergangenen Jahr in Arizona am Sitz der Flugschule eingereicht worden. Dort wurde sie zurückgewiesen mit dem Hinweis, sich an ein deutsches Gericht zu wenden. Wenn die deutsche Justiz ablehnt, wollten sich die US-Richter dem Fall erneut widmen.

Kultur

Tank mit 750 Litern Urin in New Yorker Galerie

„Pissed“ ist auf Englisch gesagt jemand, der so richtig sauer und verärgert ist - oder im wörtlichen Sinn eben „angepisst“. Der Künstler Cassils zielt auf diese Formulierung ab: Gut ein halbes Jahr lang hat er mehr als 750 Liter seines Urins gesammelt, die nun in einem Tank in einer New Yorker Galerie zu sehen sind. Vom Geruch bleiben Besucher verschont. Der Behälter hat einen Deckel.

Kritik an Trump

Mit der ungewöhnlichen Installation kritisiert der Transgender-Künstler aus Kanada die Regierung von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte am 22. Februar die von seinem Vorgänger Barack Obama geschaffene Freizügigkeit für Transgender-Menschen rückgängig gemacht. Die Regelung hatte es Transgendern freigestellt, welche Toiletten und Umkleideräume sie etwa in Schulen und Universitäten nutzen.

Auch 200 Plastikflaschen zu sehen

Seit diesem Tag fing Cassils, dessen Arbeiten bereits in Berlin, London und Sao Paulo zu sehen waren, seinen Urin in 200 orangefarbenen Plastikflaschen auf, die mit dem jeweiligen Datum versehen ebenfalls in der Feldman Gallery zu sehen sind. In den rund sieben Monaten kamen mehr als 750 Liter zusammen.

„Pissed“ wird begleitet von Tonmitschnitten eines Berufungsgerichts in den USA und des Schulvorstands im Staat Virginia, die die „Ignoranz und Voreingenommenheit“ von Trumps Entscheidung ausdrücken, wie es in der Beschreibung zur Ausstellung heißt.

40.000 Euro aus Benefizauktion für Schlingensiefs Operndorf

Eine Benefizauktion, die dem von Christoph Schlingensief gegründeten Operndorf Afrika zugutekommen soll, hat mehr als 40.000 Euro erzielt. Das teilte die Stiftung heute mit. Internationale Künstler hatten T-Shirts gestaltet, die gestern in Berlin versteigert wurden.

Beteiligt haben sich rund drei Dutzend Künstler, darunter so bekannte wie Norbert Bisky, Monica Bonvicini, Paul McCarthy, Jonathan Meese, Anselm Reyle, Rosemarie Trockel und Jorinde Voigt.

Der 2010 verstorbene Schlingensief galt als einer der innovativsten Theatermacher Deutschlands. Seit seinem Krebstod führt seine Frau Aino Laberenz das Projekt Operndorf im westafrikanischen Burkina Faso weiter. Inzwischen gibt es dort eine Schule für 300 Kinder, eine Krankenstation und eine Künstlerresidenz.

Neuer Roth-Roman zeichnet düsteres Venedig-Bild

Ein düsteres Bild der Lagunenstadt zeichnet Gerhard Roth im ersten Band seiner neuen Venedig-Trilogie. „Die Irrfahrt des Michael Aldrian“ verläuft per Wassertaxi durch die Kanäle der Stadt. Immer tiefer gerät die Hauptfigur in ein ausweglos scheinendes Labyrinth aus brutaler Gewalt - und der Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt. Roth, heuer 75 Jahre alt geworden, schont in diesem literarischen Kriminalroman die Nerven der Leser nicht.

Mehr dazu in Roths „Italienische Reise“

Gesundheit

Panorama

Kalaschnikow-Denkmal in Moskau zeigt Nazi-Gewehr

Der legendäre Erfinder der Kalaschnikow neben einem deutschen Gewehr - ein Denkmal für Michail Kalaschnikow und die von ihm erfundene weltberühmte Waffe in Moskau ist nach einem Versehen des Bildhauers nachträglich mit einer Flex bearbeitet worden. Arbeiter rückten gestern an, um eine Abbildung der falschen Waffe zu entfernen.

Nachbearbeitetes Denkmal

APA/AFP/Mladen Antonov

„Wir haben die Informationen über einen Fehler geprüft. Er wurde bestätigt. Der Bildhauer Salawat Schtscherbakoff hat seinen Fehler zugegeben“, erklärte die russische Militärhistorische Gesellschaft gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. Die Gesellschaft war eine der treibenden Kräfte hinter dem Kalaschnikow-Denkmal.

Kalashnikov Denkmal in Moskau

APA/AP/Pavel Golovkin

Gewehr wurde an Ostfront eingesetzt

Die Panne wurde nur wenige Tage nach der Einweihung des Denkmals entdeckt. Eine sieben Meter hohe Statue des legendären Waffenerfinders zeigt Kalaschnikow korrekt mit einem AK-47 in den Händen. Doch auf einem kleineren Denkmal in der Nähe, das der Geschichte des Sturmgewehrs gewidmet ist, war dagegen die deutsche Waffe aus der Nazi-Zeit abgebildet - ein StG44. Das Gewehr wurde ausgerechnet von deutschen Truppen an der Ostfront eingesetzt.

Der Ingenieur Kalaschnikow, der in der ehemaligen Sowjetunion Heldenstatus genoss, war 2013 gestorben. Die Kalaschnikow wurde zum Standardgewehr der Sowjettruppen.

Lifestyle

Topmodels der 90er Jahre gedachten Versace

Bei dem Defilee des Modehauses Versace im Rahmen der Mailänder Modewoche haben gestern fünf Topmodels der 90er Jahre des vor 20 Jahren gestorbenen Stardesigners Gianni Versace gedacht. Bei der von Versaces Schwester Donatella präsentierten Modenschau traten die Frau des französischen Ex-Staatschefs, Carla Bruni-Sarkozy, Claudia Schiffer, Naomi Campbell, Cindy Crawford und Helena Christensen auf.

Modells auf dem Laufsteg

APA/AFP/Miguel Medina

Die fünf Topmodels, die für Versace über den Laufsteg gingen, zeigten sich in silbernen, langen Kleidern. Donatella Versace präsentierte bei der Show mehrere Kreationen ihres Bruders aus den 80er und 90er Jahren. „Gianni, du warst ein Genie und hast die Macht der Frauen erkannt“, sagte Donatella Versace.

Gianni Versace wurde am 15. Juli 1997 in Miami mutmaßlich vom Serienkiller Andrew Cunanan erschossen, der wenige Tage später auf der Flucht Suizid beging. Donatella Versace übernahm nach dem Tod ihres Bruders die kreative Führung des Modelabels.

Leute

Justin Bieber engagiert sich für Black Lives Matter

Teeniestar Justin Bieber hat sich hinter die US-Bewegung Black Lives Matter gestellt, die Polizeigewalt gegen Schwarze anprangert. „Ich bin ein weißer Kanadier, und ich werde nie wissen, wie es sich anfühlt, ein Afroamerikaner zu sein“, erklärte Bieber gestern (Ortszeit) im Onlinedienst Instagram. Aber er sei bereit, aufzustehen und seine Stimme gegen Rassismus einzusetzen, fügte er hinzu.

„Wir sind alle Gottes Kinder, und wir sind alle gleich“, schrieb der 23-Jährige weiter.

In den vergangenen Jahren hatten Fälle von tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze immer wieder wütende und teilweise gewalttätige Proteste in den USA ausgelöst. Die Initiative Black Lives Matter (Das Leben von Schwarzen zählt) ist seither zu einer Massenbewegung geworden.