Russland plant Bau von neuem Weltraumbahnhof
Russland will mit dem Bau eines Weltraumbahnhofs im Fernen Osten des Riesenreichs bereits ab 2015 seine Abhängigkeit vom Kosmodrom im kasachischen Baikonur verringern. Regierungschef Wladimir Putin bewilligte für das Projekt in Wostotschny nahe der Grenze zu China in einer ersten Tranche 24,7 Milliarden Rubel (etwa 626 Millionen Euro), wie russische Zeitungen heute berichteten.
Das Kosmodrom soll ab 2015 den Betrieb für unbemannte und spätestens ab 2020 für bemannte Flüge aufnehmen, wurde Putin zitiert. „Das wird die komplette Unabhängigkeit unserer Weltraumaktivität garantieren.“
Sojus-Raketen als Shuttle-Ersatz
Moskau betreibt in der nordrussischen Stadt Plessetzk bereits einen Weltraumbahnhof, dieser ist aber technisch nicht für Raketen vom Typ Sojus geeignet. Daher nutzt die Weltraumbehörde Roskosmos die Anlage in Baikonur in der zentralasiatischen Steppe, für die Moskau noch bis 2050 jährlich 150 Millionen US-Dollar (rund 116 Millionen Euro) Pacht zahlt.
Spätestens im kommenden Jahr will die US-Raumfahrt-Organisation NASA Abschied von den amerikanischen Space-Shuttles nehmen. Nach dem Ende der Ära ist dann die Internationale Raumstation ISS vorerst nur noch mit Sojus-Raketen zu erreichen.
Publiziert am 20.07.2010