Lockerbie-Untersuchung: Cameron sagt USA Hilfe zu

Die Debatte über die umstrittene Freilassung des Lockerbie-Attentäters hat den ersten offiziellen Besuch des britischen Premiers David Cameron im Weißen Haus überschattet.
Cameron kündigte dabei heute an, er wolle die USA bei einer Untersuchung über die Hintergründe der Freilassung nach Kräften unterstützen.

US-Präsident Barack Obama begrüßte die Ankündigung: Es seien alle Informationen willkommen, „die uns einen Einblick und mehr Verständnis dafür geben, warum die Entscheidung getroffen wurde“, erklärte er.

„Angemessene Zusammenarbeit“

Mit Blick auf eine entsprechende Anhörung im US-Kongress Ende des Monats sagte Cameron nach seinem Treffen zu Obama, er wolle eine „angemessene Zusammenarbeit“ sicherstellen. US-Senatoren werfen dem britischen Ölkonzern BP vor, die Freilassung Abdel Basset al-Megrahis vorangetrieben zu haben, um ein Millionengeschäft mit Libyen abzuschließen. Cameron sagte dazu, er habe keine Beweise gesehen, die eine Einflussnahme durch den Ölmulti belegten.

Bei dem Flugzeugattentat nahe der schottischen Stadt Lockerbie 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 189 US-Bürger.

Publiziert am 20.07.2010