Heinisch-Hosek: Frauenwehrpflicht erst „am Ende des Weges“

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat sich heute in der Diskussion über eine Wehrpflicht für Frauen nicht dezidiert dagegen ausgesprochen. Allerdings sei das für sie „kein Thema, solange Frauen in wesentlichen Lebensbereichen immer noch benachteiligt sind“, erklärte sie gegenüber der APA. Bis dahin habe man noch „ein ganzes Stück des Weges vor uns, und die Wehrpflicht für Frauen kann erst am Ende des Weges kommen“.

Langfristig könne man „im Sinne der Gleichstellung“ darüber reden, so die Ministerin. Zuvor gelte es aber, die Lohnschere zu schließen und die unbezahlte Arbeit gerecht zu verteilen, zumal auch der aktuelle Frauenbericht gezeigt habe, dass Österreich von echter Gleichberechtigung noch weit entfernt sei.

Fischer: Angleichung „logisch“

Losgetreten wurde die Diskussion von Bundespräsident Heinz Fischer, der erklärt hatte, er könne sich die Einführung der Wehrpflicht auch für Frauen vorstellen. Das sei allerdings kein aktuelles, sondern ein längerfristiges Thema, betonte Fischer, formal auch Oberbefehlshaber des Bundesheers, in den „Vorarlberger Nachrichten“ (Donnerstag-Ausgabe).

Fischer verwies in dem Interview darauf, dass in der Vergangenheit geschaffene Ungleichbehandlungen zwischen Männern und Frauen derzeit abgebaut würden - etwa durch die Angleichung des Pensionsantrittsalters bis 2035. Daher wäre es aus seiner Sicht „logisch“, auch einen Ansatz zur Gleichbehandlung bei Landesverteidigung und Sozialdiensten zu finden.

Publiziert am 22.07.2010