Fischer doch gegen Wehrpflicht für Frauen
Bundespräsident Heinz Fischer hat sich heute bemüht klarzustellen, dass er mitnichten für eine Frauenwehrpflicht eintrete. „Ich bin nicht dafür“, sagte er im Ö1-„Mittagsjournal“.
Er habe sich lediglich auf eine „Grundsatzdebatte eingelassen“, ob im Laufe der Zeit und mit fortschreitender Gleichstellung von Mann und Frau „auch über Leistungen im Bereich der Landesverteidigung und der Sozialdienste“ nachgedacht werden könnte. Bei ÖVP und Oppositionsparteien stieß die Idee so oder so auf wenig Gegenliebe.
ÖVP und Opposition gegen Frauenwehrpflicht
ÖVP-Frauensprecherin Dorothea Schittenhelm sieht den verpflichtenden Dienst an der Waffe für Frauen als „überhaupt kein Thema in Europa“ und daher auch nicht hierzulande an. Für die FPÖ verwies deren Vize Norbert Hofer per Aussendung auf die Betreuungsleistungen von Frauen, weswegen eine Verpflichtung zum Wehrdienst nicht gerecht wäre.
Die grüne Jugend- und Zivildienstsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill wiederholte wiederum die Forderung ihrer Partei nach einer Abschaffung der Wehrpflicht. Nur das würde „junge Frauen und Männer aktiv gleich behandeln“, meinte sie per Aussendung. BZÖ-Frauensprecherin Martina Schenk bekräftigte ebenfalls das Eintreten ihrer Partei für ein Aussetzen der allgemeinen Wehrpflicht sowie für ein Berufsheer mit einer Freiwilligenmiliz.
„Am Ende des Weges“
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sprach sich in der Diskussion über eine Wehrpflicht für Frauen nicht dezidiert dagegen aus. Allerdings sei das für sie „kein Thema, solange Frauen in wesentlichen Lebensbereichen immer noch benachteiligt sind“, erklärte sie gegenüber der APA. Bis dahin habe man noch „ein ganzes Stück des Weges vor uns, und die Wehrpflicht für Frauen kann erst am Ende des Weges kommen“.
Publiziert am 22.07.2010