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Auch warnende Töne
Erste-Chef Andreas Treichl hatte nie einen Zweifel gelassen, dass seine Gruppe den Test schafft. „Wir sind mit den Ergebnissen des ‚Stresstests‘ zufrieden“, erklärte Treichl am Freitag in einer ersten Reaktion, „speziell weil für die österreichischen Banken strengere Parameter verwendet wurden als in den CEBS-Richtlinien vorgegeben“.
Treichl: Achtung bei Rankings
Treichl geht davon aus, dass nun europaweit „Rankings“ nach diesen Tests erstellt werden. „Grundsätzlich stehen wir auch Ranglisten durchaus positiv gegenüber“, meinte der Erste-Chef. „Aber man sollte dabei berücksichtigen, dass Retail-Banken mit ihrem im Vergleich zu anderen Finanzinstituten wesentlich höheren Anteil an Risikoaktiva generell eher geringere Kapitalquoten aufweisen. Wobei das keineswegs auf ein riskanteres Geschäftsmodell hinweist.“
Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung hatten Bankenchefs die Sorge geäußert, die Ergebnisse könnten „falsch“ interpretiert werden.
Das Szenario im Detail
Basis der Annahmen sind die Bilanzdaten 2009. Es wurde beispielsweise für das Kerngeschäft der Erste Group - abgesehen von Verlängerungen ablaufender Kredite - kein Volumenswachstum angenommen. Das Betriebsergebnis wäre durch weniger Zinsüberschuss und weniger Neugeschäft unter Druck.
Zusätzlich dazu wurden ein Rückgang beim Provisionsüberschuss wegen reduzierter Transaktionsvolumina und ein geringeres Handelsergebnis gesehen. Die Kosten wurden unverändert angesetzt. Im Kreditbereich wurde ein starker Anstieg in den schlechtesten Ratingklassen simuliert.
Staatsanleihen-Schock simuliert
Annahmen zum „Staatsanleihen-Schock“: In diesem Szenario wurden zusätzlich höhere Abschläge zwischen 4,7 Prozent (Deutschland) und 23,1 Prozent (Griechenland) auf im Handelsbuch enthaltene Länderrisiken (etwa griechische Staatsanleihen, Anm.) vorgenommen. Der für Österreich angenommene Abschlag lag bei 5,6 Prozent.
RZB: „Haben klar bestanden“
Auch RZB-Risikovorstand Johann Strobl freute sich und resümierte: „Wir haben klar bestanden.“ Er wies aber auf mangelnde Vergleichbarkeit der Testergebnisse innerhalb Europas und zwischen Bankengruppen hin.
Unter Stress würde die RZB nach zwei schweren Jahren (Rezession, mehr Arbeitslosigkeit, höhere Kreditausfälle) in der Kernkapitalrate auf 7,9 Prozent zurückfallen. Rechnet man in einem zweiten Schockszenario noch Kursausfälle bei Staatsanleihen (Sovereigns) ein, fiele sie auf 7,8 Prozent zurück.
Strobl sprach von einer „insgesamt sehr vernünftigen Sache“, dass CEBS einen relativ konkreten Rahmen vorgab und den nationalen Aufsehern Spielraum einräumte, bei Bedarf strenger vorzugehen. „Das war in Österreich der Fall. Es stört uns nicht. Uns ist es lieber, dass man im Belastungstest eine plausible Vorgangsweise wählt und nachher niemand sagt, dass da was schöngerechnet ist.“
Auf der anderen Seite ist das für Strobl aber auch das Haar in der Suppe. Die Vergleichbarkeit sei aus vielerlei Gründen eingeschränkt. Für die österreichischen Banken hat man vor allem für Zentral- und Osteuropa (CEE) schärfere Rezessionsszenarien angenommen als im „normalen“ CEBS-„Stress“-Szenario.
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Publiziert am 24.07.2010