Russland vor größter Privatisierungswelle seit Ära Jelzin
Russland steht offenbar vor der größten Privatisierungswelle seit der Ära Jelzin in den frühen 1990er Jahren. Aus dem Finanzministerium erfuhr Reuters gestern in Moskau, dass die Regierung zwischen 2011 und 2013 Minderheitsanteile an zehn wichtigen Unternehmen verkaufen will.
Mit den erwarteten Einnahmen von umgerechnet 22,5 Milliarden Euro wolle der Staat Haushaltslöcher stopfen, um das Etatdefizit auf vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Das Vorhaben sei in einer von Ministerpräsident Wladimir Putin geleiteten Sitzung gebilligt worden. Putins Sprecher Dimitri Peskow lehnte eine Stellungnahme ab.
Energiekonzerne, Banken und Bahn
Den Angaben zufolge will sich der Staat von 27,1 Prozent der Anteile am Pipeline-Monopolisten Transneft trennen. Außerdem sollen 24,16 Prozent des Ölförderers Rosneft sowie 9,3 beziehungsweise 24,5 Prozent der beiden größten Banken Sberbank und VTB veräußert werden. Schließlich will der Staat 25 Prozent minus eine Aktie an der Bahngesellschaft RZhD abgeben.
Auf der Liste stehen weiters 28,11 Prozent des Stromnetzbetreibers FSK und 9,38 Prozent des Wasserkraftwerksbetreibers RusHydro. Trennen will sich der Staat auch von je 49 Prozent an der Hypothekenanstalt AIZhK und der Agrarbank Rosselkhozbank. Schließlich stehen 25 Prozent minus eine Aktie von der Reederei SovComFlot zum Verkauf.
Publiziert am 25.07.2010