Geithner: US-Wirtschaft fällt nicht in Rezession zurück
Ein Rückfall der US-Wirtschaft in die Rezession ist nach Einschätzung von Finanzminister Timothy Geithner unwahrscheinlich. In den nächsten ein bis zwei Jahren werde die Konjunktur an Fahrt gewinnen, sagte Geithner gestern dem Sender NBC. „Es wird seine Zeit dauern, um den Schaden zu reparieren und diesem zu entwachsen.“ Dann werde es wieder zu Stellenaufbau und anziehenden Investitionen kommen.
Zuletzt hatten Frühindikatoren die Sorge geschürt, dass sich die Wirtschaft nicht stark genug erhole. Die Daten signalisierten, dass die Phase der höchsten Konjunkturdynamik in den USA bereits vorüber ist. Vor allem die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit beunruhigte Experten.
Steuerprivilegien für Reiche fallen
Die USA müssen sich Geithner zufolge zum Abbau des Budgetdefizits bekennen. Ein Schritt sei das geplante Ende der Steuerbegünstigungen von Spitzenverdienern in diesem Jahr, sagte Geithner dem TV-Sender ABC. Davon seien nur zwei bis drei Prozent der reichsten Amerikaner betroffen - jene, die mehr als 250.000 Dollar im Jahr verdienten. „Ich denke nicht, dass dies einen negativen Effekt auf das Wachstum haben wird“, erklärte Geithner. Es sei wichtiger, Niedrigverdienern mit Steuersenkungen zu helfen und Firmen zu unterstützen.
Die Vorgängerregierung hatte die Vergünstigungen für Reiche eingeführt, die dieses Jahr auslaufen. Republikaner wie auch einige Demokraten plädieren für eine Verlängerung der Abgabekürzungen. In diesem Etatjahr rechnet die US-Regierung mit einem Defizit in Höhe von 1,47 Billionen Dollar (1.140 Mrd. Euro). Im kommenden Jahr soll das Loch in der Staatskasse bei 1,42 Bill. Dollar liegen.
Publiziert am 25.07.2010