Iran will über Urananreicherung im Ausland verhandeln

Der Iran hat sich bereit erklärt, unverzüglich Verhandlungen über eine Urananreicherung im Ausland zu beginnen. Der iranische Außenminister, Manuschehr Mottaki, sagte gestern in Istanbul, seine Regierung werde morgen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ihre Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Wiener Gruppe aus den USA, Russland und Frankreich überreichen. „Und dann können wir sofort mit den Verhandlungen über die Einzelheiten eines Tauschs von nuklearen Brennstoffen beginnen“, fügte Mottaki hinzu.

Auf Vermittlung Brasiliens und der Türkei hatte Teheran Mitte Mai eingewilligt, im Austausch gegen Brennstäbe für seinen medizinischen Forschungsreaktor 1.200 Kilogramm schwach angereichertes Uran in der Türkei zu lagern und später stärker angereichertes Uran aus Russland und Frankreich zu beziehen.

EU beschließt neue Sanktionen

Gleichzeitig aber kündigte Teheran an, auch weiterhin Uran im eigenen Land anreichern zu wollen. Daraufhin verhängte der UNO-Sicherheitsrat zum vierten Mal Sanktionen gegen den Iran.

Die EU-Außenminister beschließen indes heute die bislang schärfsten EU-Sanktionen gegen den Iran. Nach den USA verabschiedet nun auch Europa neue Strafen, die weit über die Sanktionen der Vereinten Nationen hinausgehen. Die EU-Sanktionen umfassen die Bereiche Handel, Energie, Finanzen und Transport.

Publiziert am 25.07.2010