Roten Khmer: 19 Jahre Haft für Ex-Folterchef
Im ersten Prozess gegen einen Spitzenvertreter der Roten Khmer ist heute der frühere mutmaßliche Folterchef des kambodschanischen Schreckensregimes, Kaing Guek genannt Duch, zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Der 67-Jährige muss aber nur 19 Jahre davon absitzen, weil ihm das Sondertribunal in Phnom Penh elf Jahre Haft anrechnete und fünf weitere Jahre wegen Kooperation mit dem Gericht erließ. Die Anklage hatte 40 Jahre Haft gefordert.
12.000 Menschen gefoltert
Duch wurde von dem von den Vereinten Nationen unterstützten Tribunal für schuldig befunden, an der Tötung von mindestens 14.000 Menschen im berüchtigten Gefängnis Tuol Sleng (S-21) beteiligt gewesen zu sein. Richter Nil Nonn sagte, der ehemalige Mathematiklehrer sei ein Kriegsverbrecher. Es gebe aber nicht ausreichend Beweise, dass Duch selbst seine Opfer gefoltert habe.
Unter seiner Leitung wurden in dem Gefängnis mehr als 12.000 Menschen gefoltert und ermordet. Duch stellte sich im Prozess aber als kleines Rädchen im Getriebe dar.
Publiziert am 26.07.2010