Russland will Anspruch auf Arktis untermauern

Mit der größten Arktis-Expedition seit zehn Jahren will Russland seinen Anspruch auf Teile der gewaltigen Rohstoffvorkommen dort untermauern. Der Atomeisbrecher „Jamal“ und das Forschungsschiff „Akademiker Fjodorow“ mit 50 Experten an Bord sollen in den kommenden drei Monaten wichtige Daten sammeln.

Damit solle bewiesen werden, dass der Meeresboden eine natürliche Verlängerung des russischen Festlandes ist und Moskau daher das Recht habe, dort Rohstoffe abzubauen. Das berichteten russische Medien heute unmittelbar vor Beginn der Expedition aus dem Hafen von Archangelsk im Norden des Landes.

Auch mit militärischer Gewalt durchsetzen

Russland hat immer wieder klargemacht, seine Interessen in der Arktis notfalls auch mit militärischer Gewalt durchzusetzen. Zunächst aber sollten Forscher weiter Argumente sammeln, berichtete die Zeitung „Wremja Nowostej“. An Bord seien jedoch auch Vertreter des Verteidigungsministeriums. Die Ergebnisse dienten als Grundlage für einen Antrag bei den Vereinten Nationen, die Russland, so die Idee in Moskau, den Festlandsockel im Eismeer dann offiziell zuerkennen sollen.

Publiziert am 28.07.2010