WikiLeaks: Auch Waffen aus Österreich in Afghanistan entdeckt

Die auf der Enthüllungswebseite WikiLeaks veröffentlichten geheimen Militärakten zum Afghanistan-Einsatz enthalten auch Hinweise auf Waffen und Munition aus Österreich. Diese seien von bewaffneten Gruppen in dem Land am Hindukusch verwendet worden. Informationen der Wiener Zeitung „Der Standard“ zufolge finden sich Berichte über österreichische Mörsermunition, Granatwerfer und Handgranaten, die von der US-Armee zwischen 2006 und 2009 sichergestellt und zerstört wurden.

„Wir sind dabei uns anzusehen, auf welchem Weg das dorthin gekommen ist“, sagte der Sprecher des Außenministeriums Peter Launsky-Tieffenthal heute der Deutschen Presse-Agentur. „Alles was wir sagen können ist, dass es nicht auf legalem Weg dorthin gekommen ist“, erklärte Innenministeriumssprecher Harald Noschiel. Es sei jedoch nicht sicher, ob man noch herausfinden könne, wer die Waffen geliefert habe, fügte er hinzu.

Das österreichische Gesetz erlaubt es nur dann, Kriegsmaterialien zu liefern, wenn in dem betreffenden Gebiet kein Konflikt herrscht oder auszubrechen droht. Es sei denkbar, dass Waffen und Munition über Pakistan nach Afghanistan gebracht worden sein könnten, zitierte „Der Standard“ den Österreich-Korrespondenten der Militärzeitschrift „Jane’s Defence Weekly“, Georg Mader. „Granatwerfer sind ja nicht kompliziert. Man kann sie auf drei Eseln transportieren“, sagte er.

Publiziert am 29.07.2010