Spendenaffäre: Frankreichs Arbeitsminister vernommen
In der Affäre um illegale Parteispenden und den Steuerbetrug der L’Oreal-Milliardärin Liliane Bettencourt hat die Polizei erstmals Frankreichs Arbeitsminister Eric Woerth vernommen. Der Minister wies dabei alle Anschuldigungen zurück, sagte sein Anwalt Jean-Yves Leborgne nach der Befragung gestern Abend in Paris. Woerths Kontakte zu Bettencourt bringen die Pariser Regierung seit Wochen in Bedrängnis.
Woerth wird vorgeworfen, er habe als Schatzmeister der konservativen Regierungspartei UMP illegale Parteispenden von Bettencourt angenommen, darunter 150.000 Euro für den Präsidentschaftswahlkampf von Nicolas Sarkozy im Jahr 2007. Außerdem wird Woerth ein Interessenkonflikt vorgehalten, weil seine Frau ausgerechnet für Bettencourts Vermögensverwaltung arbeitete, während er bis März als Haushaltsminister hart gegen Steuersünder vorgehen wollte.
Daher wurde er verdächtigt, vom Steuerbetrug der reichsten Frau Frankreichs gewusst und ihn womöglich gedeckt zu haben. Woerth wurde nun von der Finanzpolizei rund acht Stunden lang in seinem Ministerium zu den Vorwürfen als Zeuge befragt, nicht als Beschuldigter. Dem Vorwurf der unerlaubten Spendenannahme habe der Minister „mit besonderem Nachdruck“ widersprochen, sagte sein Anwalt.
Publiziert am 29.07.2010