USA: Hochrangiger Fed-Mitarbeiter warnt vor Deflation

Ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Notenbank Fed hat die USA vor einer wirtschaftlichen Stagnation gewarnt, wie sie Japan in den 1990er-Jahren erlebte. „Die USA sind heute näher an einer Entwicklung auf die japanische Art als jemals zuvor in der jüngsten Geschichte“, schrieb James Bullard, der als Mitglied des Offenmarktausschusses, des wichtigsten Gremiums der US-Notenbank, über die Geldpolitik des Landes mitentscheidet, in einem gestern veröffentlichten Artikel.

Ein Ausweg aus der Deflation sei problematisch, schreibt Bullard in seiner düsteren Prognose weiter, „aber Hoffnung ist keine Strategie“.

Um einer sich selbst verstärkenden Spirale aus fallenden Preisen, gelähmten Unternehmen und sich immer weiter verlangsamendem Wachstum zu entkommen, sollten sich die USA nach Auffassung Bullards wieder auf Maßnahmen besinnen, wie sie zur Bekämpfung der Finanzkrise getroffen wurden. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte die Notenbank Hunderte Milliarden Dollar in die Märkte und das Bankensystem gepumpt.

Japans „verlorenes Jahrzehnt“

Bei einer Deflation sinken die Preise für Waren und Dienstleistungen auf breiter Front. Dies führt zu sinkenden Gewinnen bei den Unternehmen und - wenn der Prozess lange anhält - auch zu massiven Verlusten an Arbeitsplätzen und damit wiederum sinkender Nachfrage und Kaufkraft der Konsumenten, was die Unternehmen in weitere Schwierigkeiten bringt. Japan war seit 1993 von einer lang anhaltenden, oft als „verlorenes Jahrzehnt“ bezeichneten Deflation betroffen.

Publiziert am 29.07.2010