IWF: Die Risiken für die US-Wirtschaft wachsen
Der Aufschwung in den USA ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zunehmend gefährdet. Die expansive Finanz- und Geldpolitik habe die größte Volkswirtschaft zwar aus der tiefsten Krise seit Jahrzehnten herausgeführt, heißt es in einem heute veröffentlichten Länderbericht. Nun falle die Erholung aber nur moderat aus, „und der Ausblick ist unsicher“.
Die Binnennachfrage sei schwach und der Arbeitsmarkt entwickle sich schleppend. Als große Gefahren nennt der IWF einen weiteren Einbruch auf dem US-Wohnimmobilienmarkt und Auswirkungen neuer Probleme auf ausländischen Finanzmärkten. Die europäische Schuldenkrise hat auch in den USA viele Sorgen ausgelöst.
Relativ günstige Prognosen
Dabei sehen die IWF-Schätzungen zum US-Wachstum relativ günstig aus. Der Fonds erwartet in diesem Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,3 Prozent und im kommenden Jahr flachere 2,9 Prozent. Die US-Erholung sei aber immer noch von Hilfen der Politik abhängig und gerate zunehmend unter Wolken, heißt es in dem Bericht. Schuldenabbau und die Reformen im Finanzsektor seien die größten Herausforderungen für den Staat.
Angesichts der Erholung sollten die USA nach Auffassung des IWF langsam den Ausstieg aus den staatlichen Konjunkturimpulsen ins Auge fassen. Der IWF rät den USA zudem dringend, ihre Staatsfinanzen auf einen soliden Pfad zurückzuführen und dabei über den von ihr geplanten Defizitabbau noch hinauszugehen.
Publiziert am 30.07.2010