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Ermittlungen eingeleitet
Zudem soll bis Mitte August ein Entlastungsbohrloch fertig sein. BP werde sich auch dann noch an den Aufräumarbeiten beteiligen, wenn das Bohrloch schon lange verschlossen sei, versicherte Dudley.
Die von Experten „Static Kill“ genannte Aktion, bei der Schlamm und Zement von oben in das Bohrloch gepresst wird, solle am Dienstag stattfinden, sagte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, am Freitag. Zunächst waren Sonntag oder Montag als Termin angepeilt worden. Als Grund für die Verzögerung nannte Allen, dass sich unerwartet Gestein in der Entlastungsbohrung gefunden habe. Das müsse zunächst beseitigt werden.
Etwa fünf bis sieben Tage nach diesem Manöver soll damit begonnen werden, die außer Kontrolle geratene Quelle quasi von unten zu stopfen, indem über die Entlastungsbohrung Zement in sie gepumpt wird. Mit diesem „Bottom Kill“ soll dann das Loch endgültig gestopft werden.
BP will Steuererleichterungen
Für den Energiekonzern ist die Ölkatastrophe mittlerweile ein Milliardengrab geworden. Erstmals seit 1992 hat das Unternehmen rote Zahlen geschrieben. Von März bis Juni erzielte BP einen Rekordverlust von 17,2 Mrd. Dollar (13,20 Mrd. Euro). Um Kosten zu sparen, hat der Konzern angekündigt, das Geld für die Aufräumarbeiten von der Steuer absetzen zu wollen. Diese Pläne stießen auf heftige Kritik.
Der Senator von Florida, Bill Nelson, forderte, der US-Kongress müsse das Vorhaben von BP überprüfen, in den USA fast zehn Milliarden Dollar weniger Steuern zu zahlen. Er sei entsetzt gewesen, als er davon erfahren habe, sagte Nelson, der dem Finanzausschuss des US-Senats angehört.
Ermittlungen gegen drei Firmen
Zudem bereiten mehrere US-Behörden einem Zeitungsbericht zufolge strafrechtliche Ermittlungen gegen mindestens drei Firmen im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe vor. Die Untersuchungen richteten sich gegen BP, Transocean und
Halliburton, berichtete die „Washington Post“ und berief sich unter anderem auf Polizeikreise. Bis es zu Anklagen kommen könne, werde aber möglicherweise mehr als ein Jahr vergehen.
„So ist die Welt nun einmal“
BP selbst will nach eigenen Angaben aus seinen Fehlern gelernt haben und sich von Grund auf verändern. Auf die Frage, warum dazu erst die Ölkatastrophe nötig gewesen sei, antwortete der abgelöste BP-Chef Tony Hayward wieder einmal ungeschickt: „So ist die Welt nun einmal.“ Der Manager stand wegen unsensibler Äußerungen immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Künftig soll er sich um die BP-Geschäfte in Russland kümmern.
Als Abfertigung bekommt der 53-jährige Brite ein Jahresgehalt in Höhe von 1,045 Mio. Pfund (1,247 Mio. Euro). Anschließend beträgt seine Rente 600.000 Pfund jährlich. Außerdem besitzt er noch Aktienoptionen.
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Publiziert am 31.07.2010