Frankreich: Roma kommen Zwangsräumung ihrer Siedlung zuvor

Inmitten der hitzigen Debatte in Frankreich über den Umgang mit Roma ist eine Gruppe von rund 160 einheimischen Roma durch vorzeitige Abreise einer Zwangsräumung ihrer Übergangssiedlung im Nordosten des Landes zuvorgekommen.

Die Räumung des Gebietes in Villersexel im Departement Haute-Saone habe nicht stattgefunden, weil die Roma in der Nacht auf heute abgereist seien, sagte ein Vertreter der Gendarmerie in Vesoul. Die Roma hatten mit ihren etwa 50 Wohnwagen am Montag in Villersexel Station gemacht und wollten ursprünglich noch einen Tag bleiben.

Schärferes Vorgehen gegen illegale Ausländer

Die französische Regierung hatte am Mittwoch nach einem Spitzentreffen im Elyseepalast angekündigt, entschiedener gegen illegale Roma-Siedlungen vorzugehen. Roma aus Bulgarien und Rumänien würden nach Gesetzesverstößen „nahezu umgehend“ in ihre Heimatländer abgeschoben. Staatschef Nicolas Sarkozy kündigte überdies an, allgemein schärfer gegen straffällige Ausländer vorzugehen.

Die rechtsextreme Partei Front National (FN) forderte Sarkozy auf, seine Ankündigungen konsequent umzusetzen. Das beinhalte „die tatsächliche und endgültige Abschiebung von straffälligen Ausländern“, einen sofortigen Einwanderungsstopp und eine grundlegende Reform des Staatsbürgerschaftsrechts, erklärte FN-Vizechefin Marine Le Pen in Paris.

Sozialisten, Grüne und Kommunisten hatten Sarkozys Regierung eine fremdenfeindliche und rassistische Politik vorgeworfen.

Publiziert am 31.07.2010