Entspannung in Griechenland: Streik bröckelt
Nach tagelangem Streik der griechischen Tank- und Lastwagenbesitzer hat sich am Wochenende die Versorgungssituation im Land fast völlig entspannt. Das Militär übernahm die Belieferung von Krankenhäusern, staatlichen Behörden, Elektrizitätswerken und anderen logistisch wichtigen Bereichen wie Häfen und Flughäfen.
Unter Polizeischutz waren heute Vormittag mehr als die Hälfte der Tankstellen in Athen und der zweitgrößten Stadt Thessaloniki mit Treibstoff versorgt worden. Die Versorgung wurde zunehmend auch in den Provinzen besser. Auch viele Tankwagenbesitzer, die die Regierung zum Dienst verpflichtet hatte, setzten ihre Fahrzeuge ein.
Großer Schaden für Tourismus
Der Streik hatte dem griechischen Tourismus erheblich geschadet. Wegen des Spritmangels mussten Tausende Urlauber ihre Mietwagen abgeben. Andere, die mit dem Wohnmobil oder dem eigenen Wagen unterwegs sind, mussten auf Campingplätzen oder in Hotels ausharren.
Die Gewerkschaft der Tankwagenbesitzer wollte heute Nachmittag entscheiden, ob sie den Streik aussetzt. Dann sollten auch die Lkw-Besitzer folgen, berichtete der griechische Rundfunk.
Protest gegen neues Lizenzgesetz
Die Lastwagenbesitzer protestieren seit Montag gegen ein geplantes Gesetz der Regierung, wonach jeder Inhaber eines Lkw-Führerscheins eine Transportlizenz bekommen kann. Die bisher tätigen Transporteure sehen in der geplanten Gesetzesänderung deshalb eine Art Enteignung ihres Vermögens, weil mit der Öffnung ihres Berufes der Wert ihrer Lizenzen deutlich fallen wird. Heute kostet eine solche Lizenz bis zu 300.000 Euro.
Publiziert am 01.08.2010