Tschechien: Irrtümlich 380 Spione geoutet

Die tschechischen Behörden haben irrtümlich die Namen von 380 Offizieren der militärischen Auslandsspionage und ihrer Mitarbeiter veröffentlicht. Wie die tschechische Tageszeitung „Mlada fronta Dnes“ (Montag-Ausgabe) weiter berichtete, handelt es sich um Leute, die schon für die Kommunisten spioniert hatten und nach der Wende im Jahr 1989 vom neuen Geheimdienst übernommen wurden.

Mehrere von ihnen seien bis heute in der Spionage tätig, und ihr Leben könnte so in Gefahr sein, schrieb das Blatt. „Wenn dem so ist, dann ist es ein großes Malheur. Diese Leute müssen sofort nach Hause beordert werden“, sagte der Geheimdienstexperte und frühere Militärspionage-Chef Jiri Ruzek dem Blatt.

Das Verteidigungsministerium versucht, die Affäre herunterzuspielen. Sein Sprecher Jan Pejsek sagte, der militärische Nachrichtendienst „nimmt das Problem wahr, allerdings gibt es keine direkte Bedrohung der Tätigkeit der Agentur“.

Publiziert am 02.08.2010