Sinti und Roma gedenken in Auschwitz
Sinti und Roma haben zum 66. Jahrestag der SS-Mordaktion an ihren Angehörigen im KZ Auschwitz auf Menschenrechtsverletzungen in Teilen Europas hingewiesen. „Der jüngst erfolgte Rechtsruck in Ungarn und anderen Ländern muss uns mit großer Sorge erfüllen“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, heute im ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslager Birkenau.
Rose appellierte an die nationalen Regierungen, Sinti- und Roma-Organisationen stärker zu unterstützen und sie als gleichberechtigte Partner zu akzeptieren. Roma-Vertreter aus mehreren europäischen Ländern kritisierten, dass ihre Situation ungeachtet der EU-Programme nicht besser werde und die EU-Hilfe die Mitglieder der Minderheit nicht erreichten.
Die Nationalsozialisten hatten 1940 im besetzten Polen das Konzentrationslager Auschwitz errichtet. Ein Jahr später wurde im benachbarten Birkenau ein Vernichtungslager gebaut. Ende Februar 1943 entstand dort ein „Familienlager für Zigeuner“, wohin die Nationalsozialisten Sinti und Roma aus besetzten Ländern Europas verschleppten. Insgesamt wurden während der NS-Gewaltherrschaft Schätzungen zufolge rund 500.000 Angehörige der Minderheit getötet.
Publiziert am 02.08.2010