Gaza-Flottenangriff: Israel stimmt UNO-Untersuchung zu

Israel gibt seinen Widerstand gegen eine UNO-Untersuchung des tödlichen Angriffs auf die Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern auf. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe gestern UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon darüber informiert, teilte Netanjahus Büro in Jerusalem mit. Damit würde Israel eine Bedingung der türkischen Regierung für die Wiederherstellung normaler Beziehungen erfüllen.

„Wir sind sicher, dass die Fakten auf unserer Seite sind“, sagte der israelische Regierungssprecher Mark Regev und fügte hinzu: „Wir haben keinerlei Problem mit einem glaubwürdigen, objektiven Gremium.“ Ob Israel Zusicherungen gemacht wurden, die zu diesem Sinneswandel beigetragen haben, wollte der Sprecher nicht sagen.

Angehörige der israelischen Eliteeinheit „Shayetet 13“ hatten Ende Mai acht türkische Palästina-Solidaritätsaktivisten und einen türkisch-amerikanischen Doppelstaatsbürger an Bord des Schiffes „Mavi Marmara“ in internationalen Gewässern im Mittelmeer getötet. Das Schiff gehörte zu einer Flottille, die Hilfsgüter für die palästinensische Bevölkerung in den Gazastreifen bringen sollte, gegen den Israel eine Blockade verhängt hat.

Israelische und türkische Vertreter in Kommission

UNO-Generalsekretär Ban sagte in New York, er habe sowohl einen israelischen als auch einen türkischen Vertreter in das vierköpfige Gremium zur Untersuchung des Vorfalls vom 31. Mai berufen.

Das von Ban gebildete Gremium soll am 10. August die Arbeit aufnehmen und vom früheren neuseeländischen Regierungschef Geoffrey Palmer geleitet werden. Auch der scheidende kolumbianische Präsident Alvaro Uribe soll der Gruppe angehören.

Publiziert am 02.08.2010