Geldmangel: Russland verschiebt Vernichtung von Chemiewaffen

Russland verschiebt die Vernichtung Tausender Tonnen Chemiewaffen wegen knapper Kassen um bis zu drei Jahre. Der international vereinbarte Endtermin April 2012 könne nicht eingehalten werden, teilte das Außenministerium in Moskau morgen nach Angaben der Agentur Interfax mit. Bisher wurden etwa 19.500 Tonnen giftiger Substanzen und damit etwa die Hälfte der russischen Chemiewaffen zerstört.

Russland hatte von der Sowjetunion das mit etwa 40.000 Tonnen weltweit größte Arsenal an Chemiewaffen geerbt, das mit ausländischer Finanzhilfe beseitigt werden soll. Moskau habe die Unterzeichner der Chemiewaffenkonvention über die Verzögerung informiert, hieß es. Bereits Anfang 2009 hatte die Behörde für die Lagerung und Vernichtung von Chemiewaffen gewarnt, die Zerstörung könne sich aufgrund des Sparzwangs in Russland möglicherweise deutlich verschieben.

Die USA räumten bereits ein, dass sie den international vereinbarten Zeitplan vermutlich ebenfalls nicht einhalten können.

Publiziert am 03.08.2010