Vorwürfe gegen Lebensgefährten von Playmate Smith

Im Prozess um den Tod des früheren US-Models und Playmates Anna Nicole Smith (1967-2007) hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen ihren früheren Lebensgefährten und zwei Ärzte erhoben. Ihr langjähriger Partner Howard K. Stern sowie der Arzt Sandeep Kapoor und die Psychiaterin Khristine Eroshevich hätten das Model jahrelang ohne medizinischen Grund systematisch mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt, sagte Staatsanwältin Renee Rose gestern vor einem Gericht in Los Angeles.

Streit um Milliardenerbe

Smith war im Februar 2007 an einem Cocktail aus Methadon, Antibiotika, Antidepressiva und anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten gestorben. Smith hatte sich 1992 für den „Playboy“ ausgezogen und war im Jahr darauf zum „Playmate des Jahres“ gewählt worden. Mit 26 Jahren heiratete sie den 89-jährigen, milliardenschweren Ölunternehmer Howard Marshall. Als er 14 Monate nach der Hochzeit starb, begann ein erbitterter Rechtsstreit um sein Vermögen von rund 1,6 Milliarden Dollar.

Angeklagte bestreiten Vorwürfe

Um an die Medikamente für Smith zu gelangen, nutzten die Ärzte laut Staatsanwaltschaft gefälschte Patientennamen. Die drei Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück. Sterns Anwalt sagte am Mittwoch, die Verschreibung der Medikamente unter falschen Namen sei nötig gewesen, um den Namen des Ex-Playmates aus der Sensationspresse herauszuhalten.

Stern habe nur das Beste für Smith gewollt und sich auf das Urteil der Ärzte verlassen. Außerdem sei Smith „nicht abhängig gewesen“, sondern habe die Medikamente genommen, um mit dem Tod ihres Sohnes im September 2006 klarzukommen. Ihr 20-jähriger Sohn Daniel war auf den Bahamas an einer Überdosis Drogen gestorben.

Publiziert am 05.08.2010