Ost-Expansion heimischer Banken gebremst

Von dem teilweise dramatischen Anstieg der „notleidenden“ Kredite in den Ländern Mittel- und Osteuropas, hervorgerufen durch die Wirtschaftskrise, sind österreichische Banken besonders betroffen, weil sie gerade in den Ländern mit sehr ungünstiger Kreditentwicklung stark engagiert sind.

So gilt derzeit etwa jeder vierte Kredit in Rumänien als „notleidend“, ist also als zweifelhaft oder uneinbringlich eingestuft. Dennoch scheinen die österreichischen Beteiligungen in der Region profitabel zu sein, und die Banken setzen ihre Expansion fort, wenn auch deutlich vorsichtiger als bisher, heißt es in einer aktuellen Analyse des FIW (Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft).

Finanzsektor absoluter Schwerpunkt

Mehr als die Hälfte der österreichischen Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa (MOEL) entfallen auf den Finanzsektor - durchschnittlich sind es 54 Prozent aller FDI in diesen Ländern, in einigen Staaten wie Kroatien, Russland und der Ukraine sogar bis zu 80 Prozent.

Das dürfte auch der Grund für den überproportionalen Rückgang der österreichischen Direktinvestitionen in den MOEL im vergangenen Jahr sein: 2009 dürften auf diesem Sektor vermutlich mehr Desinvestitionen und Rückzahlungen von firmeninternen Krediten erfolgt sein als Neuinvestitionen oder neue Kreditvergaben, heißt es im aktuellen „Policy Brief“ des FIW, eines Gemeinschaftsprojekts des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) und des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO).

Publiziert am 05.08.2010