Flutwelle nach Dammbruch an der Neiße
Nach dem Bruch einer Staumauer im polnischen Radomierzyce rollt eine Flutwelle entlang der Neiße nach Süden Richtung Görlitz. Sie wird in der Nacht in der deutsch- polnischen Grenzstadt erwartet, teilte der Katastrophenschutzstab des Landkreises Görlitz mit. „Die Bevölkerung wird gebeten, ihre Häuser zu verlassen und höhergelegene Orte aufzusuchen.“
Am Witka-Stausee in Polen gegenüber von Hagenwerder sei die Staumauer gebrochen, teilte die sächsische Behörde unter Berufung auf die Polizei im Nachbarland mit. Das sei bestätigt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Frank Wend, der Nachrichtenagentur dpa.
Erste Evakuierungen
Entlang der Neiße liefen bereits Evakuierungen, weitere würden vorbereitet. Die Bevölkerung wird über Lautsprecherwagen informiert, hieß es aus dem Katastrophenschutzstab. „Bitte bringen Sie sich umgehend in Sicherheit!“, mahnte der Katastrophenschutzstab. Das Straßentheaterfestival Via Thea sagte Veranstaltungen in Flussnähe ab und suchte Ausweichspielorte.
Bereits mehrere Tote
Bei Überschwemmungen im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien kamen bereits acht Menschen ums Leben. Im sächsischen Neukirchen wurden gestern beim Auspumpen eines Kellers die Leichen von zwei Männern und einer Frau gefunden, wie die Polizei in Chemnitz mitteilte. In Tschechien ertranken vier Männer. Ein weiterer Hochwassertoter wurde in Polen gemeldet.
Katastrophenalarm auch in NÖ
Durch die starken Regenfälle verschärfte sich gestern auch die Lage im Weinviertel in Niederösterreich: Bezirkshauptmann Stefan Grusch hat nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos für den Raum Zellerndorf Katastrophenalarm gegeben.
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Publiziert am 07.08.2010