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Leichte Entspannung auf dem Immobilienmarkt

Nach einem herben Milliardenverlust braucht der US-Baufinanzierer Freddie Mac erneut Staatshilfe. Das Finanzministerium werde um 1,8 Milliarden Dollar gebeten, teilte Freddie Mac Anfang August mit. Verglichen mit früheren Finanzspritzen nimmt sich diese noch klein aus. Insgesamt steigt die Staatshilfe nun auf 64,1 Milliarden Dollar.

Freddie Mac und der größere Bruder Fannie Mae spielen für die Stabilisierung der US-Immobilienmärkte eine entscheidende Rolle. Sie stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes. Im zweiten Quartal griff alleine Fannie Mae 132.000 Hausbesitzern unter die Arme. Deshalb hatte die Regierung sie in den Turbulenzen des Jahres 2008 aufgefangen und gewährt unbegrenzt Kredit bis 2012. Auch darüber hinaus steht der Steuerzahler noch in begrenztem Umfang für die Verluste aus den Hypotheken gerade.

Im zweiten Quartal schrieb Freddie Mac einen Verlust von sechs Milliarden Dollar. Vor einem Jahr lag das Minus erst bei 840 Millionen Dollar. Die Rückstellungen für faule Kredite gingen zwar zurück, weil die Schuldner ihre Raten wieder pünktlicher zahlen - ein weiteres Zeichen für eine Entspannung auf dem Häusermarkt -, doch hohe Spekulationsverluste machten die Verbesserung zunichte.

Fannie Mae dämmt Verlust ein

Der US-Baufinanzierer Fannie Mae hingegen konnte seinen Verlust im zweiten Quartal deutlich eingrenzen - von 15,2 Milliarden Dollar (11,5 Mrd. Euro) vor einem Jahr auf nun 3,1 Milliarden Dollar. Auch gegenüber dem desaströsen Jahresanfang ist das eine deutliche Verbesserung. Diesen Trend bestätigten auch die großen US-Banken in den vergangenen Wochen. Sie mussten weniger Geld für faule Kredite beiseite legen. Bei Fannie Mae schrumpfte der Betrag binnen eines Jahres von 18,8 Milliarden auf 4,9 Milliarden Dollar.

US-Präsident Barack Obama lässt sich die Baufinanzierer einiges kosten. Denn neben Freddie Mac braucht auch Fannie Mae weitere 1,5 Milliarden Dollar, womit hier die Gesamthilfe auf 86,1 Milliarden Dollar ansteigt. Allerdings scheint sich der eingebrochene Häusermarkt allmählich zu stabilisieren. Im zweiten Quartal hätten die Preise laut Fannie Mae wieder leicht um 2,2 Prozent angezogen - allerdings lägen sie immer noch um 16,9 Prozent unter den Höchstständen aus dem Jahr 2006. Einen endgültigen Stopp des Abwärtstrends erwarten die Experten erst 2011.

Schuldenkreislauf durch Häuserkauf

Als die Häuserpreise stiegen, hatten viele Amerikaner mit dieser „Sicherheit“ im Rücken hohe Schulden für ein neues Auto oder die Verschönerung ihres Anwesens aufgenommen. Mit dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes war nicht nur der Puffer weg, auch die Zinsen in den variablen Kreditverträgen stiegen plötzlich. Zudem verloren viele Menschen in der Wirtschaftskrise ihren Job. Sie konnten ihre Raten nicht mehr zahlen.

Zuletzt waren noch 4,99 Prozent aller Kreditzahlungen 90 Tage oder länger überfällig. Zu Jahresbeginn hatte die Quote noch bei 5,47 Prozent gelegen. Drei Jahre lang war die Zahl der ausstehenden Raten unaufhaltsam gestiegen - dies ist jetzt der erste kräftige Rückgang.

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Publiziert am 10.08.2010