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Spitzenreiter Spanien

Erstmals seit einem jahrelangen Wachstum der Überweisungen von Arbeitsmigranten in ihre Heimatländer hat Eurostat für 2009 einen Rückgang der Zahlungen aus EU-Staaten verzeichnet. 29,6 Milliarden Euro überwiesen Migranten in ihre Heimatländer. Das ist ein Rückgang um vier Prozent gegenüber dem Jahr 2008 (31,8 Mrd. Euro). Für 2010 wird dennoch weltweit wieder ein Anstieg erwartet.

Die Jahre zuvor gab es ein stetiges Wachstum der finanziellen Rückflüsse von Migranten aus EU-Ländern. 2004 lag die Summe noch bei 19,4 Milliarden Euro. Informelle und zum Teil auch illegale Kanäle werden in diesen Erhebungen nicht erfasst. Auch Saisonarbeiter und grenzüberschreitende Pendler werden gesondert berechnet. Der größte Anteil an den Geldtransfers aus der EU wird in Nicht-EU-Länder verschickt. Diese Zahl hat sich von 11,5 Milliarden Euro im Jahr 2004 auf 21,5 Milliarden Euro 2009 fast verdoppelt, wie ein Bericht von Eurostat zeigt. Überweisungen innerhalb dieser EU legten in diesem Zeitraum demnach nur um drei Prozent zu.

Die meisten Zahlungen kamen von Arbeitsmigranten in Spanien, Italien und Frankreich. Deren Anteil liegt gemeinsam mit Deutschland bei 65 Prozent der gesamten Überweisungen aus der EU. Auch hier dominieren Zahlungen in Länder außerhalb der EU. Spanien führt auch das Ranking der innereuropäischen Empfängerländer, gefolgt von Rumänien, Polen und Portugal. Aus Österreich wurden 2008 mit 171 Millionen Euro die meisten Gelder nach Serbien überwiesen.

Wichtiger Beitrag zum BIP

Die Überweisungen von Migranten tragen trotz des Rückgangs einen entscheidenden Anteil zur Wirtschaft in ihrem Heimatland bei. Dessen ist sich auch die Politik bewusst. Erst Anfang August dankte der rumänische Staatspräsident Traian Basescu seinen im Ausland arbeitenden Landsleuten und forderte sie auf, nicht in ihre Heimat zurückzukehren.

Dadurch würde nur das soziale System belastet. Auch die Zahlungen, die Auslandsrumänen leisten, sind nicht zu vernachlässigen. Immerhin trugen sie 2009 knapp fünf Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. In der Republik Moldau ist das noch mehr. Die Weltbank schätzt, dass Transfers von ausgewanderten Moldauern 31,4 Prozent des BIP ausmachen, in Bosnien-Herzegowina sind es knapp 15 Prozent. Die Wirtschaft Tadschikistans hängt fast zu 50 Prozent von Überweisungen aus dem Ausland ab.

Auch der Eurostat-Bericht zeigt, dass sich die Überweisungen positiv auf den Konsum auswirken. Ohne die Gelder von Arbeitsmigranten wäre das Leistungsbilanzdefizit von Rumänien und Polen laut Eurostat-Analyse im vergangenen Jahr um 55 beziehungsweise 54 Prozent höher gewesen.

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Publiziert am 31.08.2010