Frankreich: Kritik an Räumung von Roma-Lagern
Die Räumung nicht genehmigter Roma-Siedlungen in Frankreich stößt in Teilen der Regierungspartei UMP auf scharfe Kritik. Der UMP-Abgeordnete Jean-Pierre Grand bezeichnete die Räumungen am Wochenende als „schändlich“ und sagte, dass er sich an „Zusammentreibungen“ während des Zweiten Weltkriegs erinnert fühle.
Die Behörden kämen „früh am Morgen, reißen Familien auseinander, schicken Männer auf die eine Seite und Frauen und Kinder auf die andere und drohen damit, Mütter und Kinder zu trennen“, sagte Grand.
Zwangsräumungen und Abschiebungen
Im Zuge einer Offensive zur inneren Sicherheit hatte die französische Regierung Ende Juli angekündigt, dass rund die Hälfte der insgesamt 600 wilden Roma-Siedlungen in Frankreich geräumt und Straftäter umgehend nach Rumänien oder Bulgarien abgeschoben würden.
Innenminister Brice Hortefeux hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass bereits mehr als 40 nicht genehmigte Roma-Siedlungen aufgelöst wurden. Während einer Anfang August erhobenen Umfrage zufolge 79 Prozent der Franzosen den Abriss illegaler Roma-Lager unterstützen, rief der Regierungskurs bei Opposition und Menschenrechtsgruppen harsche Kritik hervor.
Publiziert am 15.08.2010