Themenüberblick

Direkte und indirekte Förderung

Daten für die Diskussion, in welche Bereiche die öffentliche Förderung von Forschung und Entwicklung (F&E) gehen sollte, liefert das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) im April in der Studie „Gesamtüberblick über die steuerliche und direkte Forschungsförderung“. Dabei zeigt sich, dass der Anteil der öffentlichen F&E-Finanzierung in den Unternehmen kontinuierlich steigt.

Vor allem die steuerliche Förderung hat an Bedeutung gewonnen und übertrifft die direkte Förderung, etwa in Form von Projektförderungen, deutlich. So gingen 2005 (jüngere Daten gibt es laut WIFO aufgrund noch fehlender Angaben über die Forschungsfreibeträge nicht) 250 Mio. Euro in Form von direkter und 276 Mio. Euro als indirekte F&E-Förderung an Unternehmen. Der Anteil der steuerlichen Förderung an den gesamten F&E-Unternehmensausgaben stieg zwischen 1998 und 2005 von drei auf sieben Prozent.

1998 kamen 8,7 Prozent der F&E-Ausgaben der Unternehmen in Höhe von 2,16 Mrd. Euro aus direkter und indirekter staatlicher Förderung, 2005 waren dies bei Ausgaben in Höhe von 4 Mrd. Euro bereits 13 Prozent. „Das ist viel“, auch im internationalen Vergleich, meinte dazu die Autorin der Studie, Rahel Falk, gegenüber der APA.

Auch aus den WIFO-Daten geht hervor, dass in den vergangenen Jahren die Aufwendungen der öffentlichen Hand für Forschungsförderung im Unternehmenssektor deutlich stärker gestiegen sind als im Hochschulsektor. So sind die Ausgaben des Bundes (inklusive Wissenschaftsfonds FWF) für Forschung im Hochschulsektor zwischen 2002 und 2007 um 23,7 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro gestiegen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Aufwendungen der öffentlichen Hand für Forschungsförderung im Unternehmenssektor (inklusive Forschungsprämie) um 190 Prozent auf 509 Mio. Euro, wobei man im WIFO von einer „statistischen Untererfassung“ der öffentlichen Förderung im Unternehmenssektor etwa bei Darlehen ausgeht.

Diese Diskrepanz zwischen Hochschul- und Unternehmenssektor war immer wieder Anlass für Diskussionen, wobei verschiedene Berechnungen vorliegen. Für Jürgen Janger vom WIFO ist aber klar, dass „die öffentliche Förderung der Unternehmensausgaben jedenfalls stärker gestiegen ist als die Förderung des Hochschulsektors“, die Höhe der Differenz hänge von der Art der Berechnung ab.

Frage der Berechnungsart

In der von der Arbeiterkammer (AK) beauftragten WIFO-Studie wurden auch die möglichen Kosten der steuerlichen Forschungsförderung bis 2013 berechnet. Eine Schätzung des Finanzministeriums über die zu erwartenden Aufwendungen für die Forschungsprämie in Höhe von 400 Mio. Euro (2009) bis 590 Mio. Euro für 2013 erscheint dem WIFO „deutlich überzogen“. Dies vor allem, weil dabei von einer jährlichen Steigerung der unternehmens- und auslandsfinanzierten F&E-Ausgaben von acht Prozent ausgegangen werde, womit allein schon wegen der Wirtschaftskrise nicht zu rechnen sei, meint man im WIFO.

In seiner Prognose geht das WIFO davon aus, dass die Forschungsinvestitionen der Unternehmen von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Derart berechnet erwartet das WIFO bei einer Beibehaltung des Forschungsprämiensatzes von derzeit acht Prozent Kosten in Höhe von 345 (2009) bis 386 Mio. Euro (2013). Sollte die Forschungsprämie auf zwölf Prozent angehoben werden, würde das Kosten zwischen 517 (2009) und 578 Mio. Euro (2013) verursachen.

Mit einer Deckelung der Forschungsprämie, wie es sie in einzelnen Ländern gibt, könnten bei einer Grenze von maximal zehn Mio. Euro pro Unternehmen und Jahr zwischen zehn (bei Forschungsprämie von acht Prozent) und 15 Prozent (bei einer Zwölf-Prozent-Prämie) der Kosten der Forschungsprämie eingespart werden. Von einer Deckelung in Höhe von zehn Mio. Euro und bei einer Prämie von zwölf Prozent wären acht Unternehmen in Österreich betroffen.

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Publiziert am 17.08.2010