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In Schachtel unter Schreibtisch gefunden
Die Aufnahmen seien 2007 in einer Schachtel unter einem Schreibtisch des Spionageabwehrzentrums des Auslandsgeheimdienstes CIA in Langley (Virginia) gefunden worden, berichtete der TV-Sender CNN am Dienstag unter Berufung auf interne Informanten. Die Aufnahmen könnten nun neues Licht in das dunkle Kapitel der Terroristenjagd bringen.
Keine „harschen Verhörmethoden“
Das angebliche Mitglied der Hamburger Al-Kaida-Zelle sitze dabei an einem Tisch und beantworte Fragen. Die Videoaufnahmen seien in Marokko entstanden, so CNN. „Harsche Verhörmethoden“, wie sie unter Präsident George W. Bush angewandt wurden, seien darauf nicht zu sehen.
Binalshibh war 2002 in Pakistan gefasst worden. Das genaue Datum des Verhörs auf den Aufnahmen ist unklar, es könnte aber wenige Monate nach seiner Festnahme stattgefunden haben. Bisher hieß es, die CIA habe mit der Vernichtung von 92 Videos alle ihre Aufzeichnungen von Verhören Terrorverdächtiger bereits 2005 zerstört.
Das einzig verbliebene Band
Auf den zerstörten Bändern sollen auch Fälle des in anderen demokratischen Ländern als Folter angesehenen „Water Boarding“ aufgezeichnet worden sein, das Simulieren von Ertränken. Im Jänner 2008 hatte das US-Justizministerium wegen der Verschleierung der Verhörpraktiken strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet.
„Der Bericht ist eine deutliche Erinnerung daran, wie viel Informationen die Regierung über die Verhörpraxis der Bush-Regierung noch zurückhält“, sagte Alexander Abdo von der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU. Das nun aufgetauchte Band dürfte das einzig verbliebene der in Geheimgefängnissen durchgeführten Verhöre sein.
Dokumente trotz Bedenken von Juristen vernichtet
CIA-Direktor Michael Hayden hatte nach einem Enthüllungsbericht der „Washington Post“ Anfang Dezember bestätigt, dass die Videos 2005 - vor seiner Amtszeit - zerstört wurden. Als Begründung nannte er den Schutz der an den Verhören beteiligten CIA-Beamten vor terroristischen Racheaktionen.
Medienberichten zufolge soll die Zerstörung vom damaligen Leiter der CIA-Abteilung für geheime Operationen, Jose Rodriguez, angeordnet worden sein, obwohl seinerzeit mehrere juristische Berater im Weißen Haus von einem solchen Schritt abgeraten hätten.
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Publiziert am 19.08.2010