USA: Gerichtsmedizin unterschlug entlastende Beweise
Ein gerichtsmedizinisches Institut in den USA hat offenbar jahrelang Testergebnisse manipuliert und damit möglicherweise zur Verurteilung Unschuldiger beigetragen. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Untersuchung von zwei ehemaligen FBI-Mitarbeitern vor, die zahlreiche Laborberichte des Instituts im US-Staat North Carolina überprüften.
Hinweise, die Angeklagte hätten entlasten können, seien von den staatlichen Gerichtsmedizinern systematisch unterschlagen worden, heißt es in dem Bericht. In drei der rund 200 untersuchten Fälle wurden die Angeklagten hingerichtet.
Die Autoren des Berichts fanden zwar keine konkreten Hinweise darauf, dass die Manipulationen die Verurteilung Unschuldiger zur Folge hatten. Staatsanwaltschaften und Verteidiger müssten aber der Frage nachgehen, ob sich Angeklagte nur aufgrund der belastenden Laborberichte zu einem Geständnis gezwungen gesehen hätten, um ein milderes Urteil zu erreichen.
Publiziert am 19.08.2010