Chamenei schließt Gespräche mit den USA aus

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hat Gespräche mit den USA über das international umstrittene Atomprogramm seines Landes zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Richtig sei, dass sich Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu Gesprächen bereiterklärt habe, aber nicht mit den USA, sagte Chamenei gestern auf einer im Staatsfernsehen übertragenen Veranstaltung.

Er warf der Regierung in Washington vor, kein ehrlicher Gesprächspartner zu sein. Erst wenn die USA ihre Drohungen und ihre Sanktionen gegen den Iran beendeten und ohne ein vorgegebenes Verhandlungsziel in die Gespräche gingen, könne es zu einem Dialog kommen.

Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet das. In dem seit Jahren schwelenden Streit hatte der UNO-Sicherheitsrat am 9. Juni auf erheblichen Druck der USA die bestehenden Sanktionen gegen Teheran verschärft. Die USA und auch die EU beschlossen zusätzliche Sanktionen gegen das Land, die unter anderem auf die iranische Öl- und Gasindustrie zielen.

Publiziert am 19.08.2010