Priester entschuldigt sich für Gebet für Sarkozy-Herzinfarkt
Ein katholischer Priester, der im Streit über die Massenabschiebung von Roma in Frankreich für einen Herzinfarkt von Staatschef Nicolas Sarkozy gebetet hatte, hat sich für sein Verhalten entschuldigt. „Ich bedauere meine Äußerungen“, erklärte Pater Arthur gestern Abend. Er wolle nicht Sarkozys Tod, er wolle lediglich, „dass Gott zu seinem Herzen spricht“.
Hervet, der sich in der nordfranzösischen Stadt Lille für die Roma-Minderheit engagiert, hatte sein Gebet für einen Herzinfarkt Sarkozys so begründet: „Ich weiß sonst auch nicht mehr, was ich machen soll.“ Die französische Regierung führe seit Monaten einen „Krieg“ gegen die Roma. Aus Protest hatte der 71-Jährige daher dem ihn verliehenen nationalen Verdienstorden an Innenminister Brice Hortefeux zurückgeschickt.
Frankreich weist Roma aus
Sarkozy hatte im Juli nach Ausschreitungen von Roma gegen die Polizei in der Bretagne gesagt, das Verhalten mancher Angehöriger der Minderheit sei „problematisch“. Deshalb werde er wilde Lager auflösen und die Betroffenen nach Rumänien und Bulgarien abschieben lassen. Am Donnerstag nahm Frankreich die erste Gruppenabschiebung seit der Ankündigung Sarkozys vor, 86 Menschen wurden nach französischen Angaben von Lyon und Paris aus nach Rumänien geflogen. Am Freitag schickte Frankreich mehr als hundert weitere Roma zurück in ihre Heimat.
Mehrheit gegen Wiederwahl Sarkozys
Eine Mehrheit der Franzosen ist laut einer aktuellen Umfrage gegen eine Wiederwahl Sarkozys. 55 Prozent der Befragten wünschen sich laut der von der linksliberalen Zeitung „Liberation“ veröffentlichten Erhebung bei der Präsidentschaftswahl 2012 den Einzug eines Sozialisten in den Elysee-Palast. Die größte Zustimmung erhielt der frühere französische Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn, der gegenwärtig Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist.
Publiziert am 23.08.2010