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„Angespanntes wirtschaftliches Umfeld“
Laut Hypo-Chef Gottwald Kranebitter ist die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft der Grund der ernüchternden Halbjahresbilanz. Nach 1,672 Milliarden für das gesamte Geschäftsjahr 2009 habe „die umfassende Kreditrisikoanalyse einen Bedarf an Risikovorsorgen in Höhe von 667 Mio. gezeigt“, wie die Bank per Aussendung mitteilte. Für das Gesamtjahr wird zudem neuerlich mit dem Erreichen der Milliardengrenze gerechnet.
APA/R. WaxmannMehr als acht Milliarden faule Kredite
Das Hauptaugenmerk der Risikovorsorgen richtet sich nach wie vor auf das Engagement in Südosteuropa, wo man es aus Sicht der Hypo nicht nur mit einem „angespannten wirtschaftlichen Umfeld“ und „ausgetrockneten Immobilienmärkten“ zu tun habe - befürchtet wird zudem eine „verzögerte Erholung“.
Die Altlasten in Südosteuropa dürften die Bank auch mit Blick auf faule Kredite („non performing loans“), deren Volumen mittlerweile auf 8,27 Milliarden angewachsen ist, jedenfalls noch länger beschäftigen. Dennoch sei laut Kranebitter eine Bad Bank, in die sanierungsbedürftige Banken üblicherweise toxische Assets auslagern, für die Hypo nicht nötig.
Abschied aus Italien und Montenegro
Klare Strategie sei es laut Kranebitter, sich künftig auf den „gesunden und profitablen Kern“ zu konzentrieren. Neben dem Heimatmarkt Österreich setzt die Hypo demnach auch weiterhin auf Slowenien, Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Mittelfristig verkauft werden sollen allerdings die Banken in Italien und Montenegro. Zudem liege „für die Einheiten in anderen Märkten und Geschäftsfeldern der Schwerpunkt auf der Verwaltung des bestehenden Geschäfts, die Möglichkeiten von Übertragungen auf neue Eigentümer werden evaluiert“. Trennen will sich die Bank zudem von nicht zum Kerngeschäft gehördenden Beteiligungen und Immobilien. Eine Abwicklung, also eine Totalzerschlagung, komme für Kranebitter aber nicht in Frage.
Die seit sechs Monaten verstaatlichte HGAA ist mit rund 350 Bank- und Leasing-Standorten in zwölf Ländern (Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Deutschland, Ungarn, Bulgarien, Mazedonien und der Ukraine) aktiv.
Wie die Bank weiter mitteilte, sei es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr gelungen, die Zahl der Kunden bei 1,2 Millionen zu stabilisieren. Neben Zuwächsen vor allem in Kroatien, Serbien und Slowenien sei es „besonders erfreulich“, dass es nach massiven Abflüssen im Vorjahr auch in Österreich gelungen sein, eine Stabilisierung der Einlagen zu erreichen.
EU-Zweifel an Hypo-Rettung
Der angeschlagenen Bank wurden erst im Juni mit frischem Staatsgeld in Höhe von 450 Mio. Euro unter die Arme gegriffen. Trotz grünen Lichts aus Brüssel für die Staatshilfe äußerte die EU-Kommission erst im Juli laut einem Magazinbericht ernsthafte Zweifel an der Überlebensfähigkeit der HGAA.
Kranebitter teilt diese Bedenken nicht. Zudem glaubt der seit April amtierende Hypo-Chef nicht, dass die Bank nochmals Geld vom Staat braucht. „Wir haben eine ausreichende Kapitaldecke“, so Kranebitter bei der Halbjahrespressekonferenz.
Links:
- tvthek.ORF.at (€co-Beitrag)
- HGAA
Publiziert am 28.08.2010