Schwarzenberg wirft Sarkozy Rassismus vor
Tschechiens Außenminister Karel Schwarzenberg hat dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy im Zusammenhang mit den jüngsten Schritten Frankreichs gegenüber rumänischen und bulgarischen Roma Rassismus vorgeworfen.
Eine derartige Behandlung der Roma sei im Widerspruch mit den Regeln der EU, sagte Schwarzenberg gegenüber der tschechischen Tageszeitung „Lidove noviny“ (Samstag-Ausgabe).
„Rassistische Auffassungen“
„Die Art, wie Präsident Sarkozy die rumänischen Bürger ausweist, ist im Widerspruch zum Geist sowie dem Status der EU. Milde gesagt, wenn man sich das anschaut, kann man sich nicht des Verdachts erwehren, dass dabei auch rassistische Auffassungen eine Rolle spielen“, sagte Schwarzenberg.
Kritik auch an Rumänien und Bulgarien
Der Minister kritisierte gleichzeitig, dass Rumänien und Bulgarien nicht zu dem für den 6. September geplanten Treffen zum Thema Migration in Paris eingeladen wurden. „Es ist eine befremdende und irrige Idee, solche Konferenz ohne jene Länder zu machen, in denen das Problem bestimmt die Wurzeln hat“, so Schwarzenberg. In der französischen Hauptstadt wollen Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Griechenland sowie Kanada, die USA und die belgische EU-Ratspräsidentschaft über das Thema Asyl und illegale Einwanderung sprechen.
Publiziert am 28.08.2010