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Eurofighter bestätigt Rechung

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) lässt die Rechnung des grünen Sicherheitssprechers Peter Pilz, wonach die Einführung des Eurofighter – gemessen am Stückpreis - Österreich viel teurer gekommen sei als etwa Deutschland, nicht gelten. Der Preis für die flugfertige, „nackte“ Basisversion – also ohne Wartungsverträge und Sonderausstattung - habe da wie dort 57 Mio. Euro pro Jet betragen.

Der Stückpreis ergebe „genau die in Deutschland genannte Summe“, so Darabos’ Sprecher Stefan Hirsch am Sonntag. Pilz hatte zuvor die Behauptung in den Raum gestellt, dass sich für Österreich die Kosten pro Jet auf 115 Mio. Euro summierten, während Deutschland pro Stück der Tranche 1 „nur“ 57 Mio. bezahlt habe. Pilz berief sich dabei auf eine Anfragebeantwortung der deutschen Bundesregierung.

„Die österreichischen Jets sind gebrauchte der deutschen Luftwaffe - und damit baugleich mit den Flugzeugen des deutschen Jagdgeschwaders. Also: Die deutsche Luftwaffe kauft einen neuen Eurofighter der Tranche 1 um 57 Millionen Euro und verkauft ihn gebraucht um 115 Millionen Euro weiter. Diese Diskrepanz riecht nach organisiertem Betrug und Milliardenkorruption“, so Pilz auf seiner Website.

„‚Nackte‘ Version überall gleich teuer“

Stimmt nicht, hieß es anschließend nicht nur aus Darabos’ Büro. Österreich und Deutschland hätten für die Abfangjäger mit Basisausstattung exakt den gleichen Stückpreis bezahlt, erklärte Marco Valerio Bonelli, Sprecher des Unternehmens, am Montag auf Anfrage der APA. Der Preis von rund 57 Mio. Euro für einen Eurofighter in „nackter“ Version gelte für alle Staaten. Wartungsverträge oder Sonderausstattungen sind in dieser Summe allerdings nicht inkludiert.

Sechs gebraucht und "ein bisschen billiger

Von den 15 österreichischen Eurofightern wurden sechs gebraucht angeschafft. Das sei ein Weg gewesen, um die Lieferungen zu beschleunigen, erläuterte Bonelli. Andernfalls hätte Österreich länger auf die Abfangjäger warten müssen. Außerdem seien sie von der deutschen Luftwaffe nur wenige Stunden genutzt worden, bevor sie nach Österreich kamen. Auf die Frage, ob Österreich für die gebrauchten Eurofighter gleich viel bezahlt habe wie für die ganz neuen, meinte Bonelli: Er glaube, dass Erstere ein bisschen billiger gewesen seien.

SPÖ-Wehrsprecher Stefan Prähauser wies Pilz’ Rechnung mehrfach zurück und unterstellte ihm einen Mangel an „mathematischen Grundkenntnissen“ oder Arbeit „mit falschen Zahlen, um ein bisschen mediale Aufmerksamkeit zu erhaschen“. Es sei Darabos’ Verdienst gewesen, die Eurofighter-Stückzahl verringert und derart dem Steuerzahler 250 Millionen Euro zu ersparen.

Neben Österreich zählt mit 72 bestellten Kampfjets auch Saudi-Arabien zu den Kunden der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH. Spanien bestellte 87, Großbritannien 232, Italien 121 und Deutschland 180 Abfangjäger. 55 Eurofighter wurden laut Bonelli bereits nach Deutschland geliefert.

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Publiziert am 02.09.2010