Iran: Erneut Angriffe auf Oppositionellen Karubi

Das Haus des iranischen Oppositionspolitikers Mehdi Karubi ist nach Angaben seiner Website erneut von der regierungstreuen Bassidsch-Miliz attackiert worden. Die Miliz habe das Haus im Norden der Hauptstadt Teheran gestern am späten Abend umstellt und Brandsätze in Richtung des Gebäudes geworfen, berichtete die Internetsite Sahamnews.

Demnach brachen die Bassidsch-Mitglieder die Haustür auf und mussten von Karubis Leibwächtern durch Warnschüsse vertrieben werden. Der Chef der Sicherheitsleute des Politikers wurde demnach durch Schläge verletzt und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Belagerung habe sich erst aufgelöst, als Spezialkräfte vor Ort erschienen seien.

Karubi gilt als einer der profiliertesten Oppositionellen im Iran und bestreitet die Rechtmäßigkeit der Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Juni 2009. Seitdem sind der Reformpolitiker und seine Familie Einschüchterungen durch die Regierung ausgesetzt. Einige seiner Vertrauten wurden inhaftiert, seine Zeitung wurde geschlossen.

Japan beschließt Sanktionen gegen Iran

Die japanische Regierung beschloss indessen Sanktionen gegen den Iran wegen seines umstrittenen Atomprogramms. Unter anderem werden Finanzanlagen, die einen Bezug zur Atomentwicklung haben, eingefroren. Zudem sollen Finanztransaktionen schärfer überwacht werden, wie die Regierung heute bekanntgab. Ferner sehen die Sanktionen Beschränkungen für neue japanische Investitionen in Gas- und Ölförderprojekte im Iran vor.

In Bezug auf Erdöleinfuhren gibt es jedoch keine Beschränkungen. Für das rohstoffarme Japan ist der Iran der drittgrößte Erdöllieferant. Beobachter sehen hinter Japans Vorgehen den Willen, ungeachtet seiner traditionell freundschaftlichen Beziehungen mit dem Iran eng mit den USA und der EU im Atomstreit zusammenzuarbeiten.

Publiziert am 03.09.2010