Sprengstoffanschlag in Tadschikistan
Bei einem Sprengstoffanschlag auf ein Polizeirevier im Norden von Tadschikistan sind mindestens 25 Polizisten verletzt worden. Wie ein Sprecher des Innenministeriums heute sagte, raste ein mit Sprengstoff beladenes Auto in das Gebäude der Einheit für die Bekämpfung organisierter Kriminalität in der Stadt Chujand und detonierte dort.
Ein ranghoher Polizist sagte der Nachrichtenagentur AFP, ersten Informationen zufolge seien 25 Beamte verletzt und in Krankenhäuser gebracht worden. Der Anschlag ereignete sich nur einen Tag, nachdem Staatschef Emomali Rachmon wegen des Ausbruchs von 25 Radikalislamisten aus einem Gefängnis seinen Sicherheitschef entlassen hatte.
Aus Gefängnis ausgebrochen
Die Radikalislamisten waren Ende August aus einem Gefängnis in der Hauptstadt Duschanbe ausgebrochen und hatten sechs Wärter getötet. Die Häftlinge, unter ihnen Afghanen und Russen aus dem muslimisch geprägten Nordkaukasus, hätten wegen Terrorismus oder Drogenhandels lange Haftstrafen verbüßen sollen. Vermutet wird, dass sie sich in die bergige Region des Rascht-Tals nahe der Grenze zu Afghanistan zurückgezogen haben.
Die Grenztruppen der früheren Sowjetrepublik waren nach dem Ausbruch der Häftlinge in Alarmbereitschaft versetzt worden, um eine Flucht ins Ausland zu verhindern. Allerdings gilt vor allem die 1.300 Kilometer lange Nordgrenze zu Afghanistan als schwer zu kontrollieren.
Publiziert am 03.09.2010