Ars Electronica: Gala mit „Goldenen Nicas“

Die „Goldenen Nicas“ 2010 wurden gestern Abend bei der „Prix Ars Electronica“-Gala in der Linzer Tabakfabrik im Beisein eines weißen Männchens verliehen. Asimo, Humanoid des japanischen Unternehmens Honda, zeigte sich von der Stadt nur eingeschränkt begeistert: „Es ist sehr nett hier, aber ihr habt nicht viele Roboter“, witzelte er in seiner Funktion als Komoderator der Festivalleiter Christine Schöpf und Gerfried Stocker.

Täglich sei die Menschheit mit neuen Katastrophenmeldungen konfrontiert, erklärte Schöpf. Die Ars Electronica stimme aber kein Klagelied an, sondern wolle Plattform für einen Paradigmenwechsel sein, so Stocker. Der Linzer Kulturreferent Vizebürgermeister Erich Watzl (ÖVP) verwies auf die Funktion von Kunst als Lösungsanbieter und darauf, dass aus der ehemaligen Tabak- künftig eine Denkfabrik werden soll.

Preis für „EyeWriter“

Nach einer Einlage des sozialkritischen Reparaturchors („Statt sudern und schimpfen, wir sollten fest singen“) wurden die Goldenen Nicas verliehen: Die Auszeichnung in der Sparte Interactive Art ging an eine US-britische Künstlergruppe für „The EyeWriter“, eine Tracking-Brille, die es gelähmten Menschen ermöglicht, mit Hilfe ihrer Augen zu zeichnen bzw. kreativ tätig zu sein.

Im Bereich Digital Communitys gewann der legendäre „Chaos Computer Club“ aus Deutschland. Über den Preis in der Kategorie Computeranimation durfte sich der Kanadier Arev Manoukian für seinen Kurzfilm „Nuit Blanche“ freuen, der zur Gänze auf einem herkömmlichen PC entstanden ist.

Publiziert am 03.09.2010