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Weniger Jobverluste
In der Privatwirtschaft entstanden sogar 67.000 neue Jobs, während die Regierung 121.000 Stellen strich. Sie hatte für die Volkszählung vorübergehend Hunderttausende Mitarbeiter angeheuert, die nun nicht mehr gebraucht werden. Zudem fiel der Arbeitsplatzabbau in den beiden Vormonaten um 123.000 geringer aus als zunächst angenommen. Die Arbeitslosenquote stieg dennoch von 9,5 auf 9,6 Prozent.
Obama: Erholung noch zu schwach
Nach einer Reihe unklarer Daten sei der Arbeitsmarktbericht beruhigend, teilte das US-Präsidialamt mit. „Wir sind zuversichtlich, dass es in die richtige Richtung geht. Die Erholung muss aber stärker werden, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln“, sagte US-Präsident Barack Obama.
Neue Jobs bei Dienstleistern
Die meisten Jobs schufen im August die Dienstleister. Im größten Wirtschaftszweig entstanden 67.000 neue Stellen. Allerdings verloren ihre Geschäfte an Schwung: Der Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) fiel auf 51,5 von 54,3 Zählern im Juli. Damit hielt sich das an den Finanzmärkten viel beachtete Barometer aber über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.
Auch im Baugewerbe stieg die Zahl der Beschäftigten wieder. In der Industrie wurden dagegen 27.000 Jobs gestrichen.
Obama steht gut zwei Monate vor den Kongresswahlen unter Druck, angesichts der Furcht vor einer neuen Rezession Handlungsbereitschaft zu demonstrieren. Im vergangenen Jahr hatte er 814 Milliarden Dollar in die Wirtschaft gepumpt, um Stellen zu schaffen. Derzeit sind weitere Steuerkürzungen für Unternehmen im Gespräch. Damit sollten Firmen dazu angehalten werden, Jobs zu schaffen. Auch eine Verlängerung von Steuererleichterungen für die Mittelschicht werde in Erwägung gezogen. Neue Konjunkturpakete sind aber nicht geplant.
Aufschwung im Frühling fast gestoppt
Experten sehen in den Zahlen einen Anhaltspunkt dafür, dass die weltgrößte Volkswirtschaft nicht erneut schrumpfen wird. „Das deutet nicht darauf hin, dass wir kopfüber in eine Rezession stürzen“, sagte US-Chefvolkswirt Nigel Gault von IHS Global Insight. Der Aufschwung nach der schwersten Wirtschaftskrise der vergangenen 70 Jahren war im Frühling fast zum Erliegen gekommen: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs nur noch um 0,4 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal, während Deutschland ein Plus von 2,2 Prozent schaffte.
„Wirtschaft steckt in einer Flaute“
Die hohe Arbeitslosigkeit steht einer Konjunkturerholung im Weg. Die US-Wirtschaft hängt zu 70 Prozent vom privaten Konsum ab. Die Wirtschaftskrise hatte mehr als acht Millionen Amerikaner den Job gekostet. Auch die Einkommen steigen nur langsam: Die Stundenlöhne erhöhten sich im August um 0,3 Prozent. „Die Wirtschaft steckt in einer Flaute“, resümierte Ryan Sweet von Moody’s Economy.com.
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Publiziert am 08.09.2010