Nordirische Aktivisten an ETA-Waffenruhe beteiligt?
Nordirische Aktivisten haben nach Darstellung von Sinn-Fein-Parteichef Gerry Adams maßgeblich dazu beigetragen, dass die baskische Untergrundorganisation ETA eine Waffenruhe ankündigte. Es habe in den vergangenen Jahren eine enge Abstimmung zwischen der nordirischen Sinn Fein und baskischen Aktivisten gegeben, wird Adams in der britischen Zeitung „Guardian“ (Dienstag-Ausgabe) zitiert. Die ETA hatte am Wochenende eine Waffenruhe erklärt, was von der spanischen Regierung jedoch als unzureichend zurückgewiesen wurde.
Die Sinn-Fein-Partei war im blutigen Nordirland-Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten der politische Arm der republikanischen Terrororganisation IRA. Nach dem Friedensschluss vom Karfreitag 1998 ist Sinn Fein Teil der Regierungskoalition.
In die Gespräche mit der ETA seien führende Sinn-Fein-Politiker, darunter auch er selbst, einbezogen gewesen. „Manchmal fanden die Diskussionen im Baskenland statt, manchmal in Belfast, und ein paar Mal in den letzten Jahren reisten Sinn-Fein-Vertreter nach Genua, um sich mit baskischen Vertretern zu treffen“, schrieb Adams.
„Inspiration“ für Baskenland
„Viele im Baskenland suchen im irischen Friedensprozess Inspiration“, betonte er. Vieles, was im Baskenland in den vergangenen zehn Jahren passiert sei, beruhe auf Modellen in Nordirland. Die ETA-Ankündigung eines Waffenstillstandes bezeichnete Adams als „aufrichtigen Versuch, zur Lösung des Konfliktes beizutragen“.
Publiziert am 07.09.2010