US-Regierung besorgt über angekündigte Koranverbrennung
Eine Gruppe fundamentalistischer Christen in den USA fordert mit einer geplanten Koranverbrennung zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 die muslimische Welt heraus. Das Weiße Haus in Washington und die NATO, die rund 150.000 Soldaten in Afghanistan stationiert hat, warnten vor einer zusätzlichen Gefährdung der ausländischen Truppen am Hindukusch. Unter anderem aus Kabul, Jakarta und Teheran kamen Proteste.
Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Robert Gibbs, warnte: „Jede solche Aktion, die unsere Soldaten in Gefahr bringt, stellt für die Regierung eine Besorgnis dar.“ NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, eine solche Aktion stünde „im klaren Widerspruch mit allen Werten, für die wir stehen und für die wir kämpfen“. Die Verbrennung des Heiligen Buchs der Muslime könne das Leben von Soldaten in Afghanistan gefährden, sagte der NATO-Oberbefehlshaber in Afghanistan, David Petraeus, dem „Wall Street Journal“.
„Entgegen unseren Werten“
Das US-Außenministerium bezeichnete die angekündigte Koranverbrennung als unvereinbar mit den amerikanischen Werten. Ein solcher Akt sei „entgegen unseren Werten, entgegen der Art und Weise, wie sich die Zivilgesellschaft in diesem Land entwickelt hat“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Philip Crowley. Die Idee einer solchen Bücherverbrennung bezeichnete er als provokativ, respektlos und intolerant.
Video dazu in iptv.ORF.at
Publiziert am 07.09.2010