Grasser wird erneut einvernommen
Die Einvernahme von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser durch Staatsanwälte und Ermittler wird heute fortgesetzt. Grasser soll ab 9.00 Uhr in der Meidlinger Kaserne befragt werden. Dort ist das Bundesamt zur Korruptionsprävention und -bekämpfung angesiedelt. Vergangenen Donnerstag war Grasser erstmals rund neun Stunden lang von Staatsanwälten und Ermittlern im Bundeskriminalamt in Wien einvernommen worden.
Beim zweiten Verhör könnte es um die Zahlungen des Glücksspielkonzerns Novomatic gehen. Auch Grassers eigene Vermögensverhältnisse und Firmenbeteiligungen könnten untersucht werden. Grassers Anwalt Manfred Ainedter hatte vergangene Woche angekündigt, sein Mandant werde den Ermittlern Verträge und Dokumente vorlegen.
Gegen Grasser wird wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch, Bruch der Amtsverschwiegenheit und Untreue ermittelt, es gilt die Unschuldsvermutung. Ebenfalls beschuldigt sind Grassers Freunde und Geschäftspartner Walter Meischberger, Peter Hochegger und Ernst Karl Plech. Eine 9,6-Mio.-Euro-Provision, von der Immofinanz schwarz bezahlt an Hochegger und Meischberger im Zusammenhang mit der BUWOG-Privatisierung während Grassers Amtszeit, steht im Zentrum der Ermittlungen.
Publiziert am 07.09.2010