Fini verweigert Rücktritt als Parlamentspräsident
Im Machtkampf im italienischen Regierungslager will Gianfranco Fini nicht auf das Amt des Parlamentspräsidenten verzichten, wie es Premierminister Silvio Berlusconi verlangt. Er habe keinerlei Rücktrittsabsichten und werde bis Ende der Legislaturperiode im Amt bleiben, sagte Fini gestern Abend in einem TV-Interview. Niemand könne behaupten, dass er als Kammerpräsident nicht seine Pflicht erfüllt habe, sich unparteiisch zu verhalten. „Einem Kammerpräsidenten ist es nicht verboten, sich politisch zu engagieren“, sagte Fini.
Mit diesen Worten reagierte Fini auf Berlusconi, der in den kommenden Tagen ein Treffen mit Staatspräsident Giorgio Napolitano beantragen will, um seinen Ex-Verbündeten absetzen zu lassen. Fini hatte sich vor sechs Wochen mit seinen Anhängern aus der mit Berlusconi vor einem Jahr gegründeten Regierungspartei PdL (Volk der Freiheit - Popolo della libertá) zurückgezogen und eine eigene Fraktion mit dem Namen „Zukunft und Freiheit für Italien“ (FLI) gegründet.
Premierminister Berlusconi berief am Dienstag ein Gipfeltreffen der Spitzenmitglieder seiner PdL-Partei ein, um eine Strategie in Hinblick auf die Vertrauensabstimmung über das neue Regierungsprogramm zu bestimmen. Der Premierminister plant Anfang Oktober in Mailand eine Demonstration seiner Anhänger, bei der er sein neues Regierungsprogramm und die bereits erreichten Resultate seines Kabinetts vorstellen will.
Publiziert am 07.09.2010