Tod von vier Mio. Kindern hätte verhindert werden können

Weltweit sind in den vergangenen zehn Jahren nach Angaben der Kinderhilfsorganisation Save the Children vier Millionen Kinder nur deshalb gestorben, weil Regierungen es versäumt haben, Fortschritte in der Medizin auch den Armen zuteilwerden zu lassen. „Zu oft bestimmen der Ort, an dem Kinder wohnen, und wie viel Geld ihre Eltern verdienen, ob sie eine bewährte und lebensrettende Behandlung erhalten“, sagte die Vizepräsidentin der Hilfsorganisation, Carolyn Milles, gestern in New York. Diese „fatale Ungerechtigkeit“ bestehe nicht nur zwischen verschiedenen, sondern auch innerhalb einzelner Länder.

Im Kampf gegen Kindersterblichkeit seien zwar Erfolge erzielt worden. „Doch 8,8 Millionen Neugeborene und Kinder sterben noch immer jedes Jahr“, sagte Milles. Die Hilfsorganisation wertete Daten aus 42 Ländern mit hoher Kindersterblichkeit aus und stellte dabei fest, dass dort arme Kinder ein wesentlich höheres Sterblichkeitsrisiko hatten. Hätten jedoch alle Kinder dasselbe Risiko wie die reichsten 20 Prozent der jeweiligen Länder gehabt, wären demnach vier Millionen Todesfälle in zehn Jahren vermeidbar gewesen.

Save the Children zufolge stellen vor allem die Versorgung während der Schwangerschaft und von Neugeborenen sowie die Behandlung von Malaria, Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen die größten Probleme dar. Während in Ländern wie Ghana, Indonesien, Mosambik, Ägypten und Bolivien die Kindersterblichkeit laut der Hilfsorganisation zuletzt sank, stieg sie im Tschad, in der Demokratischen Republik Kongo, in Kenia, Südafrika und in Simbabwe an.

Publiziert am 07.09.2010